Sonntag, 31. Mai 2009

Super Bubble

oder... "Helma hat ein neues Spiel".

Habe ich nämlich gestern im Netz gefunden, bei www.coolespiele.com - eine kostenlose Seite, wo ich auch immer mein Mahjong gezockt und leider nur selten gewonnen habe. So wie jetzt auch bei super bubble. Bis jetzt hatte ich noch gar keinen Sieg (nämlich alle bunten Blasen zerplatzen zu lassen), aber einen beträchtlichen Score von etwas über 54.000 Punkten.
Aber ich denk mal... der Sinn des Spiels liegt eher darin, mit einem möglichst niedrigen Punktestand alle Blasen zerplatzen zu lassen.
Nun, manchmal funktioniert das richtig super - eine nach der anderen... 
Fast wie im wahren Leben... Wenn die Träume oder Wünsche zerplatzen - einer nach dem anderen.

Doch bevor ich jetzt ins Philosophieren komme - spiele ich lieber weiter.
Denn das habe ich auch schon über mich herausbekommen: Wenn der Kopf übervoll wird und ich nicht mit jemandem sprechen kann - dann lenke ich mich am allerbesten so ab. Denn die Wohnung ist ja schon geputzt ;-)

Eure spielwütige Helma

Schönheits-OP Für Arme

Als ich heute Morgen zum ersten Mal die Augen öffnete, war es ein paar Minuten nach neun Uhr und ich drehte mich zufrieden zur anderen Seite: Noch genügend Zeit bis ein Uhr, um einen Leipzig-Besucher vom Bahnhof abzuholen und ihm diverse Straßencafés Leipzigs auch geschmacklich vorzuführen ;-)
Als ich zum zweiten Mal erwachte, war es 12:07 Uhr. Bevor ich noch einmal zufrieden die Augen schließen wollte, durchfuhr es mich siedend heiß: ZWÖLF UHR SIEBEN???
Zumal ich noch die sms von 11 Uhr las: "Bin nun mit dem Zug unterwegs..."
Das war Rekord, wie ich aus dem Bett und unter die Dusche sprang, mir das Haar wusch und fönte, dem Gesicht einen Farbtupfer schenkte und auch nur ohne einen Gedanken an eine Tasse Kaffee aus dem Haus stürmte. Als ich dann endlich den Hauptbahnhof erreichte, in Ermangelung eines freien Parkplatzes grummelnd in die Tiefgarage gefahren war (Halsabschneider), war seit dem Erwachen und dem Treffen des Gastes gerade mal eine Stunde vergangen. Für ne Frau ist das doch ein ganz guter Schnitt, oder? 
Bis 17 Uhr gab ich mir Zeit für diesen Besuch, da leider bei den Streitigkeiten mit dem Kindesvater offen geblieben war, ob der Kleine wie gewohnt heut Abend oder doch erst Morgen nach Hause kommen würde. Und da dieser Kleine nach wie vor nicht im Besitz eines Schlüssels ist, dachte ich mir - ich bin lieber erst mal daheim und warte ab. Ausgehen könnte ich ja dann immer noch, denn wenn das Kind bis 20.00 Uhr nicht heimkommt, weiß ich, dass es erst Morgen zur Mama heimfindet ;-)

Also der Besuch selber war sehr angenehm, sehr lustig - und vor allem interessant. Oder Mädels, habt Ihr schon gewusst, dass es Tena Lady schon für Frauen ab 30 gibt?? Wow. Das war ja mal ne Info, die für mich in der Tat funkelniegelnagelneu war. Aber stellt Euch das doch mal im Realen vor! Hallo? Mit 30 wollen wir doch noch jung, smart, sexy und was weiß ich nicht alles sein (mit 40 - mit Verlaub - natürlich auch noch ;-)) und dann geh doch mal in den nächsten Dessous-Laden, erwerbe für die sauer erkämpfte 36/38-Figur (ich liege übrigens bei fraulicheren Kurven und liebe mich auch so ;-)) ein entsprechendes sexy Teil und dann pampere Dich mit Tena Lady... DAS Gesicht des Typen, der Euch "auspackt", will ich sehen! DA will ich mal Mäuschen spielen! Tena Lady für die Frau ab dreißig.... Ich kanns nicht fassen, echt. Mädels, wer das echt nötig hat, der soll sich ins nächste Fitnessstudio begeben, aber Tena Lady???
Von diesen Gedanken sind natürlich all jene Frauen, die krankheitsbedingt darauf angewiesen sind, ausgenommen - das versteht sich von selbst. Aber sonst...

Anyway - den Gast verabschiedete ich pünktlich 17.07 Uhr am Bahnsteig, nicht ohne uns gegenseitig zu versichern, dass wir das unbedingt wiederholen wollen und auf dem Weg zum Parkhaus zog mich eine magische Hand in den "New Yorker"-Laden hinein. Ich hab mich aufrichtig gewehrt, das müsst Ihr mir glauben. Aber was ich dort zu sehen bekam... Die Röcke derart kurz, dass ich sie ungestraft als breiten Gürtel durchgehen lassen könnte, und die Hosen so schmal, dass ich schmerzlich an meine 34/36-Zeit erinnert wurde (so z. B. in der Trennungsphase von meinem Ex-Mann, als Kaffee wochenlang die einzige Nahrung war, die ich zu mir nehmen und vertragen konnte) und mir eingestehen musste: Helma - für diesen Laden bist du eindeutig zu alt geworden (zu dick - das wollte ich mir nicht sagen, das hätte mich nur unnötig deprimiert). Andererseits grummelte ich dennoch im Stillen, dass die Mode solcher Läden auch dran schuld sein muss, dass die Mädels heutzutage magersüchtig sind oder werden. Die peppigste Mode gibts vor allem in den Größen 34/36 - aber will da wirklich einer reinpassen, der keine 14 mehr ist?? 
Und so erinnerte ich mich an die Aussage einer Sonya Kraus, die auf einer Preisverleihung nach ihrer Top-Figur in einem schmalen Kleid befragt wurde: "Ich habe mir mit Frischhaltefolie den Bauch weggezaubert."
Wow!! Dass sie das in aller Öffentlichkeit zugab, war schon einen Oscar wert. Echt mal. 
Aber auch so: Botox und Skalpell - alles viel zu teuer, jedenfalls für die meisten von uns, die sich nicht unnötig in Schulden stürzen wollen oder nicht genügend Disziplin oder Wartezeit zum Sparen besitzen. Ich meine, was will man mehr? Geht schnell, kostet wenig und ist ebenso effektiv. Insofern könnte ich doch all meine schmaleren Kleidchen wieder aus dem Schrank holen, mir einen kleinen Vorrat an Frischhaltefolie zulegen und mich in der Öffentlichkeit bewundern lassen, wie ich mit vierzig Jahren noch so eine knackige Figur haben kann :-)
Nur das Auspacken... Dürfte etwa ähnliche Bestürzung auf dem Gesicht des anderen malen... Ich meine, es ist ja z. B. auch grad Pfingsten und wie jedes Jahr gibts viele kunstvoll bemalte und gekleidete Gothic-Girls in der City zu sehen, die meisten von ihnen mit Hilfe eines Korsetts mit einer Taille, die ich zuletzt vor zwanzig Jahren auch ohne Korsett vorzuweisen hatte. Und wer sich so ein Girl mit heimnimmt und in Erwartung einer aufregenden Nacht das Korsett entschnürt... Für den bliebe nur zu hoffen, dass er durch die Druckwelle aufgrund der sich explosionsartig entladenden Körpermassen nicht unsanft zu Boden gestoßen und sich damit jegliches Liebesspiel erledigt haben dürfte.
Das würde Mann zwar bei Frau mit Folie nicht passieren, aber... auch da dürfte sich ein sexy Liebesspiel erledigt haben ;-)

Gekauft hab ich nix, Diätpläne hab ich auch nicht entwickelt, sondern bin nun heimgekommen und schaue ohne jegliche Gewissensbisse nach, was ich mir jetzt zu Essen zubereiten könnte :-)

Noch ein schönes Pfingsten wünscht Euch Eure Helma

Samstag, 30. Mai 2009

Am Rande Des Wahnsinns

So. Nun ist er vorbei, der Film. Fünf Joghurts habe ich mir währenddessen schmecken lassen. 5 x 69 Cent auf einmal. Ich seh auch bald aus wie Bridget, wenn das so weitergeht ;-)
Aber ich kann nix dafür, er ist einfach zuuuu lecker. Vielleicht sollte ich ja nach Amerika gehen und von dort aus Mövenpick verklagen. Hier geht ja sowas nicht, aber in Amerika... Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten - hähä.

Nun gut. Also ich sags mal so: Es gibt schon so einige Ähnlichkeiten zwischen Bridget und mir (quasi habe ich mich gesehen, als ich noch blondes Haar trug - kann sich übrigens kein Schwein vorstellen, wie DAS aussah, zumindest keins, das mich nur mit dunklen Haaren kennt ;-)) - aber Filme wie diese könnten höchstens als Parodie meines Lebens zugelassen werden. Denn Parodien sind immer etwas überspitzt, um deutlich zu machen, wo's hängt ;-)
In einem Punkt jedoch... Da wurde es mir fast schon ein wenig... weh ums Herzel... da sind wir uns völlig gleich: diese Sehnsucht nach Liebe, diese Sehnsucht nach Ernsthaftigkeit der Liebe, diese Sehnsucht nach dem Angenommensein, diesem Bedürfnis nach Zuwendung - auch dann, wenn es Raum und Zeit vielleicht nicht gerade wirklich zulassen.
Auf einer meiner Sammelkarten steht übrigens auch so ein Spruch:
"Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe. Weil ich es dann am meisten brauche."
Also.... Dieser Eintrag ist vom 30.05.2009, heute schreiben wir den 13.06.2009 - ich weiß nicht mehr, was ich Euch hier alles erzählen wollte. Nur zufällig habe ich entdeckt, dass hier noch was Unveröffentlichtes in meinem Blog herumlungerte ;-)
Na dann... gebe ich den Beitrag einfach mal frei, ob Ihr den nun versteht oder nicht. Ich versteh ihn jedenfalls nicht mehr - aber das... macht ja nüscht - nach dem Teller Bolognese, dem Kaffee obendrauf und nun dem Glas Limes neben mir ;-)
Prost - Murmelinchen! hähä



Sturm Im Wasserglas

Also mein guten-Morgen-Kaffee schmeckte bescheiden, selbst ich als Kaffeejunkie musste die halbe Tasse stehen lassen, weil - Kaffee in Ermangelung von Milch mit einem Actimel gemischt - also das schmeckt wirklich... nun ja... eben zum Stehenlassen ;-)
Dennoch MUSSTE ich mir erst mal einen kochen, denn als mich vor ca. 2 Stunden der unsanfte Weckruf des Kindespapas ereilte, dass er in der nächsten halben Stunde die Sachen abholen würde, da... zitterten mir gleich wieder die Hände und in meinem Kopf ratterte in Sekundenbruchteilen eine Liste der Leute durch den Kopf, die ich anrufen und umgehend zu mir bitten könnte. Aber dann... straffte ich mich und sprach mir selber Mut zu: "Helma... steiger dich da nicht so rein."
Kämmte mir das Haar, grinste mir selber zu, griff zum Staubsauger (ich muss immer irgendwas tun, wenn ich nervös bin ;-))  und räumte hier und da etwas weg, das die letzten Tage liegen geblieben war. 
Er kam und er ging. 
Natürlich nicht ohne den fragwürdigen Versuch, etwas zu kommentieren, das ihm auf der Seele brannte.
Was raus muss, muss wohl raus, doch nicht vor den Augen und Ohren der Kinder, nicht im Treppenhaus und überhaupt und sowieso.
Im Gegensatz zu dem, das sich vor meinem inneren Auge gestern auch in Erinnerung an vergangene Zeiten abspielte, entpuppte sich das Ganze glücklicherweise nur als Sturm im Wasserglas.
Jedenfalls musste ich mir anschließend erst mal einen Kaffee kochen, nur um auch noch festzustellen, dass mir die Milch ausgegangen war. Kaffee ohne Milch... Nee du, das kriege ich nun gar nicht runter. Und probierte es eben mit Actimel ohne Fruchtgeschmack. Trotzdem. Es schmeckte so scheußlich, dass ich mehr wie die halbe Tasse nicht trinken konnte.
Das bedeutet wohl nun... raus aus den bequemen Haushosen, rein in die Jeans und ab in den nächsten Supermarkt.

Wisst Ihr eigentlich, dass heut Abend der 2. Teil von Bridget Jones "Am Rande des Wahnsinns" kommt? Schon der 1. Teil passte perfekt zu mir und zumindest der Titel des 2. Teils passt auch perfekt zu mir... Trotzdem - ich freu mich auf heut Abend, hier inmitten meiner Kissen, wahrscheinlich eingedeckt mit diversen Köstlichkeiten, die die Seele salbieren und die Hüften zum Schwellen bringen ;-) und dann mir den Film anzuschauen, den ich zwar schon mal im Kino sah, aber das ist lange her. Und... Bridget Jones... erinnert mich irgendwie immer an mich selbst ;-)

Eure Helma

Freitag, 29. Mai 2009

Der Blitz Schlägt Immer Dreimal Ein

Kennt Ihr auch diesen Spruch?
Ich sags mal so: Nach so ner bescheidenen Nacht hätte der Tag durchaus besser sein können, aber dann würde es mir wohl zu gut gehen, oder was?
Erst kassiere ich - kaum im Büro angekommen - den ersten (wirklich unverdienten) Anschiss (den empfinde ich aber nicht als einen der drei Blitze, das war höchstens ein Dönnerchen :-)), den ich mit gleich zwei Stück Schoko-mit-Creme-gefüllten-Keks auf einmal plus gerade noch heißem Käffchen hinunterschluckte (is schon komisch irgendwie: die meisten kriegen von Ärger n dicken Hals - ich n dicken Arsch ;-)) hinunterschluckte und mich nach den letzten beiden Tagen Pause in die Arbeit stürzte. Muss doch schließlich wissen, womit ich mein momentanes Krankengeld verdiene :-)
Aber dann... Am frühen Nachmittag ereilte mich der Anruf des Kindesvaters. 
"Jaaaaaa..... Es gibt da ein Probleeeeeemmm....." 
Wenn er so anfängt, weiß ich genau, der will was. Die Einleitung ist uuuuunglaublich lang, des Pudels Kern so knapp wie der kürzeste Penis der Welt (4,45 cm sollens übrigens sein - das arme Schwein ;-) - oder besser... die arme Frau *grins*)
Jedenfalls - das Kind saß daheim vor verschlossener Tür, es hatte seinen Schlüssel vergessen - und drinnen in der Wohnung stand die gepackte Tasche für das Wochenende. Klarer Fall - da muss der Papa eben noch mal wiederkommen. Oder?
Ja - denkste. Der Papa hat darauf ja nun so gar keinen Bock, aber um genau das wortreich und (so hofft er) plausibel begründen zu können, dass er ja gar nicht kann und es auch nicht geht und sowieso und überhaupt, warte ich jedesmal geschlagene 20 Minuten - in denen ich dann schon mit den Fingern auf dem Tisch trommel, der Fuß leicht nervös wippt und die Augenbraue immer höher rutscht... Manchmal sag ich auch: "Du, ich bin hier in der Arbeit, nicht in der Hotline" und dann rückt er mit dem Eigentlichen heraus: "Ich habe ja keine Zeit und keine Möglichkeit und außerdem kann ich nichts dafür, dass Ziggenheimer Junior seinen Schlüssel vergaß - also bring mir bitte bei Gelegenheit die Tasche vorbei."
Wow. Der Mann hat Nerven. Wirklich. Also ich meine, warum ich überhaupt so denke oder empfinde, das wissen nur einige von Euch - und ich bin mir zu 99,999 Prozent sicher, dass sie es genauso sehen wie ich (aber selbst bei einer Quote von 0,999 Prozent würde ich immer noch so empfinden). Hinzugefügt werden (für alle die, die es auch nicht wissen) muss ja auch, dass wir nicht in einer Stadt wohnen (das ist eine der wenigen Entscheidungen in meinem Leben, die ich wenigstens richtig getroffen habe ;-)) und vor gut zwei Jahren habe ich zumindest endlich kapiert, dass der Weg zu mir genauso weit ist wie der Weg zu ihm und dass er ihn genauso gut fahren kann wie ich. 
Lange Rede - kurzer Unsinn, Fakt war: Sobald er mitbekam (und das wiederum geht erstaunlich schnell), dass ich nicht gewillt war, ihm einen weiteren Botengang abzunehmen, ging genau die Musi los, die all die Jahre immer wieder spielt: "Was bist du überhaupt für eine Mutter, du achtest da nicht drauf und dort nicht drauf... die Leute lachen schon über dich... und sie schütteln nur noch den Kopf... bla bla bla..." Er steigerte sich so in Rage, dass ich zwar ruhigen Wortes blieb, mir jedoch die Hände zitterten, als säße ich auf nem elektrischen Stuhl. Die alten Beleidigungen - wow- das hatte ich doch fast schon wieder vergessen (mein neu angeheirateter Name ist übrigens Früh-Alzheimer). Mit den Worten: "Sieh zu, dass du dich kümmerst und die Klamotten bringst" drückte er wutentbrannt den "Off"-Knopf und eigentlich hätte ich lachen mögen bei dem Gedanken, dass es doch wesentlich befreiender gewesen sein musste zu Zeiten, wo man den Hörer noch ordentlich auf die Gabel knallen konnte. 
Anyway - nach zwei Stunden - pünktlich zum Ende des Arbeitstages - nahm ich mein Handy in die Hand und schrieb ihm lieblich und formvollendet, dass ich am Wochenende allen Plänen zum Trotz daheim sein werde, er somit jederzeit die Tasche holen könne, doch aber bitte rechtzeitig bescheid geben möge - Viele Grüße Helma.
Das ist jetzt - Moment, ich schau mal auf die Uhr - vier Stunden her. Eine Reaktion kam noch nicht... Und auch, wenn ich das jetzt hier so locker-flockig niederschreiben kann (s muss an der Weinschorle liegen), so lustig war mir heut Nachmittag noch nicht zumute und mir gingen schon so Gedanken durch den Kopf: Was mach ich eigentlich, wenn er vorbeikommt und höchstpersönlich vor meiner Türe steht? Ich meine, es gab da schon richtig unschöne und auch sehr schmerzhafte Begegnungen - und blöderweise DA funktioniert die Alzheimer-Variante nicht. Nun ja. Das jedenfalls war der 1. Blitz.
Dann kehrte ich heim, öffnete mein Postfach und sofort fielen mir Blitz Nr. 2 und 3 in die Hand. Also als erstes freute ich mich über eine wunderschöne Postkarte einer Freundin, die originellerweise eine solche Karte mit dem Konterfei ihrer 15 Monate alten kleinen Frau anfertigen ließ (sogar mit ebensolcher Briefmarke, wie geil is das denn?). Als zweites riss ich ziemlich ungeduldig den kleineren der beiden Umschläge auf: Elster-Formular - Steuer - Milchkaffees én masse? Als ich dann noch las... 680 Euro (gerundet), dachte ich: Jau - die nächsten Kaffeerunden gehen auf mich!!! Und mir lief spontan s Wasser im Mund zusammen. An dem ich mich wiederum beinah verschluckte, als ich den anschließenden Satz las: "...bitte zahlen Sie bis spätestens 12. Juli ein..."
Was? Wie? Wo?
Nun verstand ich gar nichts mehr. Vor zwei Jahren durfe ich nach einer Schätzung des Finanzamtes irgendwas um die 50 Euro nachzahlen, mein Einkommen hatte sich seitdem nicht erhöht, sondern sogar eine Diät gemacht, Pendlerpauschalen werden auch wieder ersetzt - und dann soll ich - ICH HELMA KAFFEEDURST - fast siebenhundert Euro zahlen? ZAHLEN????
Mir wurde flau im Magen, nein, mir wurde kotzübel und ich dachte an meine aller-aller-allerletzte Reserve im Strumpf, von der kaum noch etwas bleiben würde, wenn ich diese zum Amt trüge.
Noch mal Wow.
Ich war fertsch. Echt. Schweißperlen auf der Stirn, wieder zittrige Hände, die Zunge trocken... und dann las ich den alles entscheidenden Satz "...da Sie trotz mehrfacher Aufforderungen bis heute keine Steuererklärung eingereicht haben, ist dieser Betrag aufgrund einer Steuerschätzung ermittelt worden..." 
Moment. Mooooooooment!! Keine Steuererklärung eingereicht? Das habe ich wohl - und zwar am 6. April diesen Jahres. Sogar die Uhrzeit kann ich angeben, weil ich diese nämlich elektronisch übermittelt hatte. Und Gott sei Dank hatte ich genau dieses auch ausgedruckt.
Es kribbelte mir förmlich in den Fingern, mich hinzusetzen, eine gepfefferte Beschwerde ans Amt zu schreiben und auch abzusenden. In Erwartung einer Erstattung, gefälligst. Der Beschwerdebrief muss nun bis Dienstag warten - bis ich wieder im Büro bin. Vier Tage, die ich hier mit Grummeln im Bauch auf meiner Wohlfühloase liege. Grummeln deswegen, weil derart ungeklärte Dinge liegen mir schwer im Magen. Wenn mir sonst schon alles 3 m weit vorbeigeht - aber DAS!!! Wenn mir einer meine Milchkaffee-Nachmittage streitig machen will, also dann werde ich wild ;-)
Inzwischen hab ich mich ja wieder bisschen beruhigt - Prost! - aber dennoch war das schon... ein zweiter Blitz. Weil eben noch nicht ausgestanden und bis Dienstag ist es noch lange hin.
Der dritte Blitz war dann ein größerer Umschlag von der Polizeidirektion Dresden. Spontan dachte ich an den Blitzer, den ich mir vor einer Woche auf der Autobahn eingefangen habe (na ja, lieber nen Blitzer wie nen Virus) und mir wurde schon leicht übel: So ein großer Umschlag für so ein kleines Vergehen? Oder... Oder sollte mein Tacho spinnen und ich bin bereits zur Fahndung ausgeschrieben sein? Wanted - Helma! 
Da setzte ich mich dann doch auf die Treppenstufen, mir zitterten schon wieder die Hände (Bin ich nicht mehr belastbar? Oder ist es das Alter? Oder fehlte mir schlicht die Weinschorle?) und als ich die fettgedruckte Überschrift las "Schriftliche Zeugenerklärung" mit einer Belehrung, wann ich was sagen muss und wann ich mich verweigern darf, da... holten mich urplötzlich tausend Bilder und Erinnerungen wieder ein. Manche von Euch werden wissen, was ich meine. Nein, ich werde nicht gesucht. Und nein, ich werde auch mit nichts beschuldigt. Dennoch ist es eine Geschichte, die schmerzliche Erinnerungen auslöst und als ich die Hand mit dem Brief sinken ließ, war mein erster Gedanke der, dass ich mich spontan dem nächsten Menschen, der mir begegnete, in die Arme werfen würde mit dem Aufschrei "BITTE! HALT! MICH! EINFACH! NUR! MAL! FEST!", der zweite Gedanke ging (natürlich) zum Entkorken der Weinflasche und der dritte... dahin, was ich letztlich auch tat: eine E-Mail schreiben mit der Frage "Sag mir, was ich tun soll?" Die Antwort kam schnell, glücklicherweise, und so liege ich nun hier... wortreich (wie Ihr sicher festgestellt habt), aber etwas entspannter, langsam regt sich auch wieder so was wie ein Hungergefühl (gutes Zeichen), haut mir ja ab mit dem Telefon (und ich bin trotzdem ne Frau!) und nun sinniere ich nur noch darüber, was ich morgen mit dem Samstag anstelle, der mir ganz allein gehört. Eigentlich wäre ich am liebsten ganz woanders, ob Nord oder Süd, aber in Anbetracht der schon heute vollgestopften Autobahnen bleibe ich doch besser daheim, versuche nicht zuviel zu grübeln und auch nicht zuviel zu trinken, lass mirs einfach gut gehen und... besorge mir jetzt was zu essen.
Bon Appetit. Eure Helma

Finster War's, Der Mond Schien Helle...

...und Helma lag wieder die halbe Nacht lang wach. 'S kann ja nüscht werden mit der Modelkarriere: Zuviel Weinschorle, zu wenig Schlaf... Ach... Und zu alt binsch ja ooch noch. Na dann... :-)

Was macht Ihr eigentlich, wenn Ihr nicht schlafen könnt??

Schäfchen zählen? Da wird mir der Hals zu trocken -> Wein muss her
Warme Milch trinken? Da wird mir der Hals zu trocken -> Wein muss her
Ein Buch lesen? Leute, ich werde 40 - da haperts mit der Konzentration - Zeile für Zeile.
Spazierengehen? Mitten in der Nacht - und das mir, wo ich Angst im Dunkeln hab!
Ein Bad nehmen? Macht müde, ist aber zu teuer, wenn ich das jede Nacht veranstalte.
Autobahn fahren? Macht auch müde, ist aber auch zu kostspielig geworden.
Klangschale? Klingt gut, wirkt aber nicht.
Musik.... Da fange ich spontan s Träumen an - aber eben nur s Tagträumen.

Ja Mensch - was soll ich denn nun machen, damit ich nachts wieder in den Schlaf finde? Auf Dauer wird mir das nämlich... zu wenig Schönheit *smile*

Also - unterbreitet mir mal Eure Vorschläge, vielleicht gibts ja was, das ich noch nicht kenne und auch bei Helma wirkt ;-)

Donnerstag, 28. Mai 2009

Grey's Anatomy

Ich weiß nicht, wie Ihr das seht - aber ich bin bekennender Grey's Anatomy-Fan - und das schon seit einigen Staffeln. Zugleich muss ich auch gestehen, dass ich nicht immer konsequent jede Folge sehen/ verfolgen konnte - gerade jetzt von der aktuellen Staffel fehlen mir alle - bis auf die von gestern... 

WOW... kann ich nur sagen... Das war eine Folge, bei der es mir zunächst nicht leicht fiel, "einzusteigen", den Faden zu finden, vorangegangene Ereignisse zu erahnen und zu begreifen. Aber dann... Insbesondere diese Geschichte mit Danny - jeder von Euch, der die Serie mit gleicher Begeisterung schaut - wird wissen, wovon ich spreche... Die große Liebe zwischen Danny und Izzy in der Klinik. Er - der Herzkranke, Sie - die Assistenzärztin. An dem Tag, wo sie in der Klinik heiraten wollen, stirbt er an einer Embolie. Sie kommt zu spät...
Leute, ich habe geschluchzt, als ginge es um mein eigenes Leben. Ist schon irre, wie man in eine solche Story "reinfinden" kann, obwohl man ja weiß, dass alles nur gespielt ist. 
Dennoch... 
Dann gabs ja zwischenzeitlich die Szene, wo Meredith ihr Nahtoderlebnis hatte - und Danny begegnete... Er war immer noch da, gefangen zwischen den Welten - und dann diese Situation, wo er im Krankenhauskorridor neben Izzy steht... Noch in Erinnerung dieser Folge und der Musik, die da spielte, läuft mir der Schauer über die Haut. Sie will gehen, bleibt stehen, wie wenn sie seine Anwesenheit spürte... während er neben ihr steht, den Moment ganz innig in sich aufnimmt und wünschte, sie noch einmal berühren zu können...

Und gestern diese Folge... Wahnsinn... Ich hatte eine solche Gänsehaut, dass selbst meine Zunge ganz pelzig wurde... Trotzdem er lange tot ist und sie auch schon einige Lover und Liebeswirrungen hinter sich hat - Danny "lebt" in ihr. So real inzwischen, dass sie mit ihm spricht, als stünde er in der Tat vor ihm. Auch wenn sie sich noch so dagegen wehrt und auch seiner Aufforderung "Berühr mich, dann weißt du, dass ich da bin" nicht nachkommen will...
Leute... Echt... Ich war so gefangen von diesem Moment, so angespannt, habe so auf den Bildschirm gestarrt, dass das Fallen einer Nadel auf den Holzfußboden wohl dem Krachen eines Blitzes gleichgekommen wäre. 

Und am Ende der gestrigen Folge dieser - für mich - denkwürdige Satz, als Izzy ihn dann doch berührt, in Tränen ausbricht, sie sich in den Armen liegen... "...denn manche Bindungen sind vorbestimmt..."

Lange konnte ich gestern Abend nicht einschlafen, mir schlug das Herz bis zum Hals und in meinem Bauch ging es drunter und drüber. 
Film ist Film, Fiktion bleibt Fiktion. Dennoch... Übrigens hatte ich genau dieses Thema (wenn auch in einem anderen Zusammenhang) heute mit meiner Schmerztherapeutin: Wir sind beide der Auffassung, dass es viel mehr Dinge zwischen Himmel & Erde gibt, die sich rational nicht erklären lassen. Sie passieren... Und wir sollten sie auch annehmen... passieren lassen... Auf unser Herz hören... Oder glaubt jemand von Euch allen Ernstes, dass wir glücklicher sind, wenn wir nur mit unserem Kopf entscheiden? 
Manche von Euch wissen ja, dass ich ab und an solche Karten sammle. Karten mit Worten, die mich in meinem Innersten berühren, die auf wundervoll fotografierte und beschriebene Weise wiedergeben, was ich selber denke und fühle.

Und so kommen mir diese Zeilen einer Karte in meinem Korridor wieder in den Sinn:
"Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollen.
Aber das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen."

Auf unser Herz hören... Oftmals erschreckt mich, wie wenig Menschen das noch tun...

Eure Helma

Mittwoch, 27. Mai 2009

Gerade gefunden...

...ohne Worte... eigentlich... Was es nicht alles gibt!



aber irgendwie auch schon fast wieder lustig... Wann immer es geht, sich ein bisschen Augenzwinkern bewahren... etwas Galgenhumor - in den einen oder anderen Situationen... Sonst wirds wohl unerträglich  ;-)

Volltext gibt es hier:


Gänseblümchen

OK OK, auf dem Bild sind keine Gänseblümchen zu sehen, das weiß selbst ich als botanische Null, aber zum einen gefiel mir dieses Foto und zum anderen... fand ich spontan kein Gänseblümchenfoto. Zumindest keins, das mir zusagte. Zwillinge... Die sind einfach zu ungeduldig. In den einen oder anderen Dingen ;-) Und können eben auch mit Kompromissen richtig gut leben.

video

Was ich sagen will... Ich hab mich noch immer nicht in meine Mitte eingependelt, aber ich fühl mich schon besser und habe bei der Suche nach meiner Mitte immerhin diesen Song gefunden, der mich wunderbar inspirieren kann, auch wenn es nicht die Art Song ist, die mich für gewöhnlich aus meinem Sessel reißt.
Doch dieser hier... hat wirklich etwas... Sich einerseits wie ein Gänseblümchen zu fühlen, von Sonne übergossen, die Arme ausbreiten, die Augen schließen, das Gesicht nach oben gerichtet. Sich von Sonne und Wind umarmen lassen und genau diesen schönen Moment mit allen Sinnen genießen... Fühlen, Schmecken, Riechen...
Und andererseits dennoch nicht ganz abschütteln können, dass man den Schweinehund sucht, der die Zeitung geklaut hat ;-) Dass es immer noch Dinge gibt im Leben, denen man sich stellen muss (und irgendwie auch will), aber dass wir aus Gänseblümchenmomenten genau die Kraft und Energie schöpfen, die wir dazu brauchen.

Eure Helma, die noch immer, trotzdem es inzwischen 12 Uhr ist, in ihren Kissen lümmelt und die beiden freien Tage aus voller Seele genießt. TUI - das habe ich mir verdient.

Dienstag, 26. Mai 2009

Krawitter Krawatter

Ganz weit hab ich Fenster und Türen geöffnet, milde Nachtluft macht sich in meinem Zimmer breit, hüllt mich ein - doch das erhoffte, nein, das ersehnte Gewitter krawitter krawatter ;-) ist ausgeblieben. Zumindest hat sich bis jetzt noch nichts getan, aber gut, die Nacht ist noch jung...
Ich finde das so herrlich romantisch, so eine milde Nacht, dunkel herabgesenkt, der Geruch von Regen, der Geschmack von frischer Luft mit dem einsetzenden Regen und beinah kann ich körperlich spüren, wie die Natur aufatmet... Während mein Zimmer nur von ein - zwei Kerzen beleuchtet wird, leise die Musik spielt und ich mit großen Augen in die Nacht schaue, während mir das Herz bis zum Hals schlägt... Und ein Donner nach dem anderen den Blitzen folgt... 
Echt, solche Momente sind für mich irrsinnig intensiv - die liebe ich.
Mein Kopfkreisel hat sich beruhigt, die Stimmungslage pendelt sich wieder in das Gleichgewicht ein. Auch ohne Ablenkung durch Job und all die Menschen dort um mich herum.
Vermutlich hab ich mich so erschrocken vor meinem eigenen Spiegelbild heut Morgen, dass ich sämtliche Lebensgeister mobilisierte, um mich selbst wieder auf die Beine zu stellen. Wie immer. Und wie immer funktioniert das auch ganz gut.

Wobei ich mich andererseits schon frage... ob das gesund ist, immer die Starke, Kraftvolle mimen zu müssen. Im Grunde... kann ich mich doch auch genauso mal hängen lassen, oder? Selbst wenn das mal ein paar Tage dauert. Ihr müsst ja nicht zusehen, müsst Euch das Elend nicht angucken (Ihr habt selber genug um die Ohren) - ich zieh mich auch ganz von alleine zurück, pflege, balsamiere meine Seele, meine Wunden. Auch die, die nicht heilen wollen... Früher oder später werden sie es schon... Denk ich mal. 
Und dann fiel mir ein, dass ich auch noch eine Verabredung für heut Abend vollkommen vergessen hatte. So ein Mist, das ist mir - ehrlich gesagt - auch noch nicht passiert. Bloß gut, dass wir noch keine Uhrzeit und keinen Treffpunkt ausgemacht hatten; ich hätte es mir echt nicht verziehen, jemanden mutterseelenallein in der City stehengelassen zu haben. Mann o Mann. Da bade ich hier in Selbstmitleid und versetze dafür Menschen, die ich wirklich gern habe. Natürlich hab ich mich sofort entschuldigt - ich hoffe, diese wird auch angenommen. Manchmal... bin ich wirklich schusslig... Auch wenns mit den Jahren besser geworden war ;-)

Und weil Freund Schmerz langsam wieder mit Würgegriff arbeitet, schließe ich für heute dieses Tagebuch, nachdem ich noch mal nach meinem Jungen geschaut habe, der heute ziemlich unglücklich stürzte, sich am Auge verletzte (und nun mit dem Eisbeutel im Gesicht eingeschlafen ist, schon morgen vermutlich wie meine Farbpalette ausschaut) und kuschel mich in meine Kissen auf der Suche nach etwas Schlaf. Ihr wisst ja - Ostern im Frühhochsommer, ich suche nicht nur nach dem Mittelweg, sondern auch nach Schlaf und auch sonst noch nach so einigen Dingen ;-)
Und wenns auch mal bisschen stiller um mich geworden ist und wird - vergessen tu ich niemanden von Euch. Bei mir gilt das nicht: Aus dem Augen - aus dem Sinn. Ehrlich nicht. 
Pionierehrenwort.
Eure Helma

Prozesse

...Oh Mann... heute ist wohl nicht nur der Tag der gutaussehenden Frauen, sondern auch der Tag des Bloggens... Bereits der 4. Eintrag heute, ich weiß auch nicht, grad erfahre ich so viel Inspiration... ;-)

...und entdecke ebenso... je mehr ich mich öffne und über MICH spreche, meine Empfindungen, auch meine Tiefs, umso mehr erreiche ich andere Menschen, die mir hier Kommentare reinschreiben oder aus anderen Quellen ihre Beiträge fließen lassen...

So wie dieser hier, der mir echt auch richtig Mut macht...

"...ich sehe es aber als ein positives Zeichen, weil es zeigt, dass gewisse innere Prozesse angelaufen sind, die gesund sind; das führt natürlich zu einer gewissen temporären Entwurzelung und Destabilisierung.. bis sich die neuen Strukturen entwickelt haben...ist ganz normal...und geht vorüber...halte durch..."

Warum ich das hier alles so reinschreibe? Ganz einfach! Weil wir alle solche Phasen kennen und immer wieder durchmachen. Und wenns Euch mal nicht so toll geht und Ihr lest vielleicht die eine oder andere Zeile, dann... schenkt Euch das vielleicht ebenso Kraft wie mir in genau diesem Augenblick...

Drum Prüfe, Wer Sich Ewig Bindet...

...soeben erreichte mich die Mitteilung einer Freundin, dass sie nach 6 Jahren Beziehung und 2 Jahren Verlobung (hab ich richtig gerechnet, Trudchen?) in die Rolle der Braut, die sich nunmehr traut, wagt.

WOW!!! Also ich glaub mal schon jetzt, dass sie eine wunderschöne Braut sein wird und garantiert nicht in einem dieser unmöglichen Reifrockkleidchen zum Altar schreitet, bei denen Du nicht weißt, wie Du aus dem Auto finden sollst, ohne dass alle Welt sieht, was den Liebsten in der Hochzeitsnacht erwartet ;-) Sie wird sich was aussuchen (oder bereits ausgesucht haben, ich hab noch nicht mit ihr gesprochen), das einen gewissen Pepp besitzt. Keine Braut wie jede andere. Genau mein Ding - und ich bin schon jetzt mega gespannt.

Und ob ichs glaube oder nicht, die offzielle Einladung kommt ja noch und für mich bedeutet das vor allem eins: Wein, Sekt - und das alles ganz kostenlos und soviel, wie ich (ver)tragen kann. Ein Prost auf das Leben, ein Prosit auf alle Liebende und Liebenden und alle die, die sich über oder unter den Tischen finden ;-)
Ich bin dabei, natürlich bin ich dabei, verlass Dich drauf, mein Trudchen :-)

Der Tag... wird irgendwie immer besser ;-)

Übrigens.... Heute Ist ITGAUKF!!!!

...der Internationale Tag der gut aussehenden und verdammt klugen Frau!

Denke immer an die Devise: Leben sollte nicht eine Reise zum Grab mit der Absicht sein, sicher in einem attraktiven und gut bewahrten Körper zu sterben, sondern eher heineinzugleiten mit Schokolade in der einen und einem Glas Wein in der anderen Hand, den Körper gründlich verbraucht, völlig abgenutzt und 'WOOO HOOOOO - was eine Fahrt" zu schreien!

Könnte doch glatt von mir stammen, oder? :-)

Oder das hier:

In mir lebt eine schlanke Frau, die raus will. Und ich kann sie nur mit Hilfe von Keksen zum Schweigen bringen. (Unknown)

Und wisst Ihr was? Ich könnte heut glatt Überstunden machen und noch 4 Stunden länger bleiben. Hier gehts mir rischtisch gut ;-)

Eure Helma, die noch ein bisschen Kaffee in sich hineinschüttet! Plus Kuchen, der noch immer hier steht und noch immer nicht gegessen werden konnte.

Worlds Apart

Schluss mit Heulen. Macht Falten. Macht hässlich.
Helma - straffe dich, mach dich gerade und kneif die Backen zusammen - so begegnete ich mir heut Morgen im Badspiegel, als ich die vom Heulen verquollenen Augen sah.
Und mit "Worlds Apart" - einem Song von Cock Robin (ein wiederholtes Hoch-Hoch-Hoch auf die 80er!) beginne ich (m)einen neuen Tag, neben mir (natürlich) der letzte Schluck aus der Bürokaffeekanne und in Erwartung des mit Pudding gefüllten Streuselkuchens, den ein Kollege gleich mit ins Büro bringt, stürze ich mich in die Arbeit und bin schon ziemlich erleichtert, dass meine Ärztin sich dem Medizinischen Dienst der Krankenkasse nicht beugt und mich trotz entgegengesetzter Forderungen diese vier Stunden pro Tag weiter arbeiten lässt.
Hier bekomme ich Abwechslung, hier komme ich auf andere Gedanken und in Kopf und Bauch wirds leichter.
Nicht nachdenken und einfach nur das Leben genießen...
Au ja, das ist ja genau meine Lebensmaxime. Ich könnte quasi der Erfinder dieses Lebensprinzips sein ;-) Nur... Auch ich kann nicht pausenlos stark sein und Euch vormachen, dass es mir gut geht... Wenigstens habe ich in den letzten Wochen und Monaten eines gelernt: eine Notbremse zu ziehen. Ich meine, schusselig, wie ich bin, flatter ich schon manchmal wie ein aufgeschrecktes Huhn durch meinen Zug des Lebens und sehe die Notbremse nicht, obwohl, so glaub ich, in jedem Abteil so ein Teil angebracht ist. Oder sein sollte. Aber - auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn... ähm... die Notbremse und so begebe ich mich im Moment auf "Tauchstation", lasse nichts als Wasser & CD an meine Haut, schalte abends die Telefone aus (oder beantworte nur das, wonach mir ist ;-)) und salbiere meine Seele. Und nachdem ich gelesen hab, was hier kommentiert wurde, fühl ich mich auch schon wieder um einiges besser wie z. B. gestern Abend...
Einen Arzt im Klinikum brachte ich vor einem Jahr beinah zur Verzweiflung mit meinem Spruch zu jeder seiner Fragen: "Ist doch egal, ob ich noch kann oder nicht - ich muss doch!" Und er zum Schluss leicht entnervt meinte: "Na kommen Sie, sagen Sie's mir noch mal, ich wills noch mal hören!" Und ich grinste und sagte: "Auch wenns Ihnen zu den Ohren rauskommt: Ich muss ja wirklich."
Eben. Wenn ich nicht "mache", macht keiner und wo käme ich dann hin?
Das bedeutet eben nur nicht, dass ich immer nur machen kann. Manchmal will auch ich... einfach nur in die Arme genommen werden, manchmal wünsch ich mir einfach nur, dass meine Seele gestreichelt wird.
Wie sagte mein Murmelinchen? "Denk auch mal an dich." Das hab ich schon öfter gehört in den letzten Monaten. Bloß... Wenn ich das mache, bin ich ne egoistische Kuh. Und schusslig, wie ich bin, bin ich offenbar am goldenen Mittelweg vorbeigerannt. Na gut. Dann spiele ich im Frühhochsommer noch mal Ostern und begebe mich erneut auf die Suche.
Eure Helma, die schon die Zähne wetzt, denn der Streuselkuchen (oh Sünde!) ist eingetroffen ;-)

Montag, 25. Mai 2009

Bernd Das Brot

...oder... Bernadette das Brötchen... Denn immerhin bin ich ja eine Sie und kein Er (jedenfalls weiß ich nichts anderes) und im Moment... fühl ich mich schon eher so wie in dieser mehr oder weniger immer wiederkehrenden Show, in der er allabendlich zu verzweifeln droht: "Bitte! Ruft! Nicht! Mehr! An!"
Immer wieder erinnere ich mich an die Worte, die mir vor einigen Jahren jemand schrieb (ich weiß wirklich nicht mehr, wer das war): "Du kommst mir vor wie jemand, der eine Rolle spielt. Und du spielst sie inzwischen so gut, dass sie wie zu einer zweiten Haut für dich geworden ist. So sehr, dass du selber nicht mehr weißt, was bist du wirklich und was bist du nicht."
Er meinte das zwar positiv, aber... Ich weiß nicht, mich beschäftigen diese Worte im Moment sehr. Es freut mich immer sehr, wenn Menschen auf mich zukommen, fremde oder bekannte, befreundete oder lieb gewonnene, und mir sagen: "Ich bewundere deine Kraft, ich mag deine Lebensfreude, ich mag deine Leichtigkeit.." Es tut mir gut und schenkt mir schon in den einen oder anderen Momenten genau die Energie, die es braucht, auch so eine Leichtigkeit überhaupt leben zu können.
Dennoch... Es gibt ebenso Momente, da fühle ich mich wie entwurzelt. Suche nach dem Raum für mich, nach meinem Platz im Leben. Fühl mich haltlos, kraftlos, wenn ich das Gefühl habe, genau diesen nicht spüren zu können. Fühl mich dann gar nicht mehr wie dieser bunte Schmetterling, der von Blüte zu Blüte schwebt, sondern eher wie ein matter Falter, der von einem Blatt zum anderen torkelt... Und glaubt ja nicht, dass er voll von Weinschorle torkelt. Sondern einfach... weil die Kraft ausgeht, die Energie... Es gibt vieles, aus dem wir die Kraft schöpfen, und es gibt ebenso vieles, wo wir sie wieder abgeben. Für mein Empfinden ist das auch völlig ok so. Nur wenn das Gleichgewicht nicht stimmt, wenn wir mehr abgeben als aufnehmen...
Ja, ich lache sehr gern. Ja, ich bin sehr gern fröhlich. 
Doch wer fragt schon, wie ich mich fühle? Wie es mir geht? 
Ich hab - ehrlich gesagt - ne Scheiß Angst vor dem Krankenhaus, in das ich in vier Wochen wieder gehen darf. Wer fragt schon, wie ich mich damit fühle? Wer fragt schon, wie ich das und überhaupt alles bewältige? Was ich mir wünsche? 
Kennt Ihr das Gefühl, immer wieder das Telefon anzustarren oder auch in der Hand zu wiegen und dann doch nicht zu telefonieren, weil Du niemanden belästigen willst, weil es Menschen gibt, die noch weitaus Schlimmeres in ihrem Leben erfahren haben und Du Dir selber sagst: "Jetzt stell dich nicht so an"? Manchmal klingelt es und Du schaust auf das Display und denkst: "Nein... das packe ich jetzt nicht"... und bei anderen Anrufen schaust Du auf das Display und denkst: "Schade, dass ich diesen Anruf verpasst habe", aber einfach zurückzurufen, das vermagst Du nicht, tauchst stattdessen umso tiefer in die Malerei oder die Musik und wünscht Dir dennoch, gerade jetzt nicht allein zu sein, dass einfach nur jemand da wäre, zu dem Du sagen kannst: "Hey, sag gar nichts, halt mich einfach nur mal fest."
Und dann möchtest Du nicht über Sinn oder Unsinn von Wünschen und Träumen diskutieren, sondern einfach nur jemanden bei Dir haben, der Dir sagt: "Komm, wenn es dir guttut, dann lass uns das jetzt einfach machen."
Wir tun so vieles in unserem Leben, aber was davon tun wir letztlich wirklich für uns selbst und mal nicht für andere? Wie viel können wir von uns geben, bis das Gefühl kommt: "Jetzt gehts nimmermehr"?
Manchmal genügt das "Hallo" eines befreundeten Menschen, das mich von mir selbst ablenkt, oder so ein zehn-Minuten-Telefonat mit meinem Murmelinchen, um den Druck im Bauch loszuwerden.
Aber es gibt eben manchmal auch Tage, da kann man den Druck im Kopf und im Bauch nur loswerden, in dem man sich einfach mal die Seele aus dem Körper weint. 
Es hat wohl irgendwie alles seine Berechtigung. 
Wenn nur das Fangnetz manchmal nicht so verdammt schwer zu ziehen wäre.
Eure Helma, die heut keine Weinflasche entkorkt, sondern sich in ihre Decke wickelt und die Arme um sich selber schlingt und sich damit so etwas wie Geborgenheit schenkt.



Sonntag, 24. Mai 2009

Beschäftigungstherapie

Einst sagte eine Bekannte zu mir: "Mit dir werde ich niemals eine Wohngemeinschaft gründen. Ich müsste ja jede Woche erst am Klingelschild schauen, ob ich auch wirklich in der richtigen Wohnung bin. Ständig sieht alles anders aus!" :-)
Also umgeräumt habe ich heute nicht schon wieder. Aber umgestaltet. Angefangen hat alles mit dem gestrigen Frustshoppen bei IKEA. Da stand ich nun, hatte zu allem Überfluss auch noch den iPod vergessen und zog meine Gedanken und Probleme wie in einem riesigen Fangnetz hinter mir her, anstatt eben dieses Netz mit den Klängen meiner Lieblingsmusik abzuschütteln. Mir gelingt sowas wirklich, nicht immer, aber immer öfter.
Jedenfalls stand ich da nun ohne Musik an einem herrlich sonnigen Samstagnachmittag, den man eigentlich wenigstens zu zweit oder mehr an einem See oder so verbringt. Entsprechend fühlte ich mich auch, ziemlich unwohl, ziemlich uneins mit mir und der Welt und was ich mir auf den Einkaufszettel gekritzelt hatte, ließ sich auch nicht alles erfüllen. Es sei denn, ich hätte auf sämtliche Milchkaffees im nächsten halben Jahr verzichtet, aber wisst Ihr, soooo groß ist meine Liebe zu IKEA denn doch nicht.
Gestern Abend jedenfalls kehrte ich heim, immer noch uneins mit mir und der Welt, und die Lust auf das Date in der City war mir auch vergangen. Was tat ich? Ließ die Tüten in die Ecke sinken und mich auf mein Bett. Die Tüten standen bis heut Morgen so in der Ecke und auch die Tatsache, dass ich mindestens 3 x darüber stolperte, während ich zwischen Bad und Küche wechselte, um einen guten-Morgen-Kaffee zuzubereiten und nebenbei zu duschen und die Zähne zu putzen, konnte mich nicht dazu bringen, die Tüten auszupacken und mit dem Dekorieren zu beginnen.
Das begann ich erst, als mich eine Anfrage per sms erreichte, ob ich heute den Unterhaltungskünstler geben könnte. Ha. Gerade ich - die selber einen gebraucht hätte... Und so rang ich einige Minuten mit mir: Soll ich oder soll ich nicht? Entschied mich dann für die Zusage, weil ich mir sagte, dass es auch mir helfen könnte, mal anderes Leid zu sehen oder zu hören. Mich von mir selbst ablenken, wenn Ihr versteht, was ich meine.
Und so stürzte ich mich auf besagte Dekorationsarbeiten, denn ich wollte wenigstens heut Abend fertig sein, wenn ich schon am Nachmittag nicht mehr dazu kommen würde.
Dass mich dann eine Stunde später die Absage ereilte, hielt mich dann auch nicht mehr davon ab, weiterzumachen. Küche, Kinderzimmer und mein eigenes Zimmer mussten dran glauben, wobei die größten Veränderungen im Kinderzimmer stattfanden. Meinen Kleinen hats gefreut ;-) Klar - der positive Nebeneffekt bei solchen Sachen ist ja, dass das Zimmer dann pikobello aufgeräumt ist - und das ganz ohne sein Mitwirken ;-) 
Jedenfalls fühlte ich mich heut Abend etwas besser, ausgeglichener. Manche Dinge... lassen sich eh nicht ohne Weiteres ändern, und die Ungeduld, mit der ich zuweilen an gewisse Problematiken herangehe, ist dahingehend unangebracht, als dass ich selbst manchmal denke: "...erst schleife ich das Fangnetz auf ewig hinter mir her und dann will ich es mit Macht und am liebsten sofort loswerden..." Geht ja auch nicht, sehe ich ein. Man muss ja den Menschen auch Zeit lassen, sich auf eine etwaige neue Situation einzustellen. Oder auf neue Gedanken von mir - auch wenn sie für mich selbst eben nicht neu sind. Wobei ich für Problemlösungen oder -ansprachen oftmals auch noch den falschen Moment erwische. Quasi zwischen Tür und Angel. Auch blöd. Wieso habe ich mir eigentlich abgewöhnt, das, was mir auf der Seele drückt, immer und sofort anzusprechen? Wieso bin ich irgendwann dazu übergegangen, das eine oder andere in mich hineinzufressen und erst dann den Mund aufzumachen, wenn ich fast zu platzen drohe? Oder ich in Situationen gerate, die so weh tun, dass ich erst verletzt zurückzucke, aber nur, um aus dem Hinterhalt die (Wort-) Keule hervorzuholen?
Nein nein, ganz so schlimm bin ich wohl nicht. Dennoch... Warte ich in den einen oder anderen Dingen zu lange und dann ärgere ich mich selbst. Ärgere mich über die Konsequenz, dass manche Dinge eben ungeklärt, ungelöst bleiben. Manchmal kann ich das mit nem Glas gut gekühlter Weinschorle beruhigen. Manchmal mit ner Dekorationsidee in meiner kleinen süßen Wohnung. Nur - ich bin weder ne Reblaus noch Rockefeller: Weder kann ich mich pausenlos mit Wein betrinken noch dauerhaftes Frustshopping einlegen. 
Kommunikation ist das Zauberwort - wurde mir in letzter Zeit oft genug erklärt. 
Nur - was nutzt die beste Kommunikation, wenn du redest und redest, bis dein Gegenüber am Ende schmerzfrei ist und dir erklärt: "Schalali Schalala Schalali Schalala - es tu-uu-t nicht mehr weh!" 
So sagst du irgendwann nix mehr... leidest im Stillen... und am Ende freuen sich die bevorzugte Supermarktkette mit besagter Weinschorle oder die Kinder, weil Muttern das wilde Kinderzimmer entstaubt, entrümpelt und tipptopp hergerichtet hat. 
Doch da ich ja ab und zu auch mal was für mich selbst tun muss, hab ich mein Zimmerchen gleich mit dekoriert und das Ergebnis gibt es hier:





Gerade schrieb mir jemand: "Würde jetzt ans Meer fahren wollen, es einfach nur riechen wollen."
Spontan würde ich sofort zusagen, mich quasi selbst einladen und morgen früh pünktlich zum Frühstück zubereiten wieder heimkommen. Das wäre doch mal ne herrlich verrückte Idee... Aber so... merkt man wenigstens, dass man auch lebt... Noch lebt... ;-)
Eure Helma, die heut Abend auch nicht so recht weiß, was sie mit sich und der Welt anfangen soll..


Montag, 18. Mai 2009

Hungry Eyes

So. Und da isses - mein neues Zimmer ;-) Die Wand, die mich so viel Kraft gekostet hat, dass ich fast verzweifelt bin. Es ist noch nicht ganz fertig dekoriert - aber wie der Rest werden wird, das entscheide ich heute nicht mehr. Höchstens am Freitag nach dem Bummel bei IKEA ;-)
So wie es jetzt ausschaut, kann ich ganz gut damit leben - und ich glaubte gestern um diese Uhrzeit noch nicht unbedingt daran, dass ich es auch nur noch mal halbwegs wohnlich hinkriegen würde. 
Aber wie gesagt, Helma wäre ja nicht Helma ;-)
Ehrlich gesagt, war ich dennoch heut Abend kurz vorm Dekorieren wieder kurz vor einer Verzweiflungstat. Erst stellte ich fest, dass die Cappuccino-Farbe nicht so ohne weiteres vom Weiß der Decke bzw. der anderen Seite zu waschen ging und da ich keinen weißen Farbeimer mehr besaß, griff ich beherzt in meinen Malkasten und bediente mich eines China-Weiß aus der Tube. Also ehrlich gesagt, China-Weiß... ist eher ein helles Gelb (...) und jetzt hab ich zwar keine braun-grauen Kleckse mehr, dafür gelbliche... Ich hätte heulen mögen, ehrlich, ich war so frustriert, dass ich drauf und dran war, entweder die komplette Palette an Öl-, Acryl- und Wasserfarben an die Wand zu klatschen oder aber wenigstens ein paar Frustfratzen draufzumalen. Aber dazu waren die Ereignisse des gestrigen Anstrichversuches zu lebendig, als dass ich mich schlussendlich dazu hätte hinreißen lassen. Und na ja, ehrlich, wenn es dunkel ist und nur meine Musche-Bubu-Lampe brennt, dann... fällt es zumindest nicht so ins Auge wie die braunen Flecken ;-) Und vielleicht kann ich ja irgendwo noch ein Töpfchen Weiß ergattern - oder glaubt Ihr, dass ich für die paar Kleckse einen 5-Liter-Eimer kaufe?
Habt Ihr übrigens gesehen, dass zum gefühlten 50.ooosten Mal heute "Dirty Dancing" im TV kommt? Während des Bemalens der Bilderrahmen, dem Gestalten und Dekorieren schaute ich, drehte jedoch die Musik erst so richtig auf, als meine Lieblings-Szene des ganzen Filmes kam: Dieser Moment, wo sie mit ihm in dieser Bretterhütte das Tanzen übt und dazu dieser Song spielt, der für mich bis heute nichts an seiner Magie eingebüßt hat "Hungry Eyes". In diesem Takt schwangen nicht nur der Pinsel, sondern auch meine Hüften, meine Beine - ganz Helma war in Bewegung. Echt, da kriegt man doch so richtig Lust, so richtig tanzen zu können. 
Da passt doch, dass ich für August eine Einladung zur "Caribbean Night meets Salsa Salsa Salsa" bekommen hab, oder? Ich kann zwar überhaupt nicht tanzen, aber allein der Titel schmeckt nach Lebenslust, Bewegungsfreude, Cocktails, Blumen im Haar, Pareo um die Hüften oder wenigstens ne knackige Jeans und ne geknotete weiße Hemdbluse. Ist sicher mega-out, mag sein - aber ich finds immer noch cool. Und dann barfuss ne heiße Sohle hinlegen. Ist doch egal, ob mans kann oder nicht, Hauptsache, es macht Spaß, oder? Finde ich jedenfalls. Ist wie mit dem Singen. Das kann ich auch nicht, es macht mir aber so richtig Spaß und die gequälten Gesichter meiner Kinder, wenn sie mit mir im Auto unterwegs sind, kann ich da gar nicht verstehen :-)
Und diese Tanz-Szene aus dem Film... Die ist witzig, romantisch und begeistert mit Sicherheit nicht nur die Seelen der Damen. So ein bisschen lachen musste ich ja dann auch, weil ich spontan Schatzi und mich an dieser Stelle sah und er mindestens genauso genervt geguckt hätte wie die Hauptfigur, wenn ich beginne zu lachen, anstatt mich auf das Einstudieren des Tanzes zu konzentrieren... Solche Momente sind schon typisch für uns. Während er sich in eine Aufgabe verbeißt, suche ich den Spaß und die Leichtigkeit ;-)
Hungry Eyes... Hungry... Hab ich heut eigentlich schon was zu Abend gegessen?? Nicht dass ich noch vom Fleisch falle... Wobei... Wie war das doch gleich heut Nachmittag?:
"Bist du noch im Büro?"
"Na klar! Aber nur noch zwei Minuten, dann sieht man mich nur noch von hinten! Nicht zu übersehen, biete ne große Werbefläche. Plakatieren verboten! Wenn ich nicht aufpasse, klebt mir die Werbung fürs nächste Open-Air-Konzert am Arsch!" :-)
Seis drum. Ich brauch jetzt was zu essen. Bon Appetit!
Eure Helma

Neuer Morgen - Neue Ideen

Ha!
Es wäre doch gelacht!
Helma wäre nicht Helma, wenn sie nicht zum missglückten Farbanstrich im Handumdrehn neue Ideen entwickelt hätte, wie sie das ganze passender und peppiger gestalten könnte.
Und noch bereits in der letzten Nacht, als ich mich ächzend und stöhnend und müde frei nach Schimmelreiter über die Autobahn quälte (sie erreichte den Hof mit Müh und Not, im Steh'n einzuschlafen schien das Gebot ;-)) kam mir just ein Gedanke, den ich gleich heut, wenn ich die Arbeit hinter mir gelassen, die Werkstatt erneut aufgesucht hätte (Rückrufaktion letzte Woche: "Helma, du musst noch mal herkommen, ich hab da vergessen, was einzubauen!" Hä?? Das klingt ja wie: "Schwester, wo ist denn die Schere?"
"Na die ist noch an der Koronarvene (für diesen Begriff hab ich extra bei google gesucht, Anm. der Redaktion) dran, die Sie dem Patienten abgeklemmt haben." "Verflixt noch eins... und wir haben schon zugenäht!" :-)) in die Tat umsetzen werde. Und nein, einen Pinsel muss ich dazu nicht noch mal in die Hand nehmen.
Und ja, ich werde jegliche Nachfragen "Helma, hilf mal streichen" konsequent abwehren.
Und ja, wenns mir gefällt, was ich da gezaubert habe, bekommt Ihr das hier auch zu sehen.
Und ich hoffe, dieser neue Anblick entschädigt mich für die verdammten Schmerzen, die mich heut derart plagen, dass ich mir in der Tat vorkomme wie Mutter Teresa: Nicht so großmütig, aber so gebeugt von der Last des Alters ;-)
In diesem Sinne - Prost! Die dritte Tasse Kaffee wartet :-)
Eure Helma

Sonntag, 17. Mai 2009

Painter Girl

"Klaus, ich habe geschnippt!" hätte ich zwischendrin am liebsten einige Male rufen mögen, doch der Malermeister hörte nicht und kam auch nicht - und so blieb ihm obendrein erspart, was Mutter Helma sich hier wieder ausgedacht hatte.
Natürlich hatte ich alle im Vorfeld gegebenen, sowieso gut gemeinten Ratschläge in den Wind geschossen. Abgeklebt haben mein Großer und ich recht sorgfältig (glaube ich jedenfalls, die Streifen sind noch dran...), aber ausgelegt habe ich den Boden mangels Folie (ich war ernsthaft der Meinung, noch Folie übriggehabt zu haben und so schienen mir 0,40 Euro unnötige Geldausgabe.
Leider besaß ich besagte Folie doch nicht mehr, so bediente ich mich der letzten Tageszeitung, die es in unserem Haushalt zu finden gab (denn für gewöhnlich lesen wir die nicht, sondern gehen ins Internet. Spart ne Menge Papier und schont die Umwelt. Jawohl!) Und natürlich verrutschten die Zeitungsblätter, natürlich kleckste ich ordentlich auf den Laminatboden.
Und mochte ich ob des unschlagbaren Preises von 9 Euro noch was für einen Farbeimer, der für einen Erstanstrich einer ganzen Wohnung reichen sollte, die noch größer ist wie meine - so musste ich beim Streichen an diesen Spruch denken: "Wer billig kauft, kauft zweimal." Also immer stimmt das ja nicht, also meine H&M-Jeans zum Preis ab 19,90 Euro sehen super schick aus und lassen sich auch durchaus länger wie ein Jahr tragen. Aber in diesem Fall hier... Mann, wurde ich mürrisch beim Streichen! Bereits beim 2. Anstrich zog ich mir den 1. Anstrich wieder runter und was kam da zum Vorschein? Na klar! Die rote Farbe von vorher! Null Deckkraft, sag ich Euch. Ich hab ja ne Rechtsschutz und wenn die Deutschen alles verklagen, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist, so sollte ich jetzt vielleicht mal Aldi Süd an den Kragen. Blöde Kapitalisten. Ausbeuterschweine. Die wollten doch nur, dass ich noch mal komme und nen Bottich kaufe!
Nach dem ersten Anstrich jedenfalls meinte mein Kleiner: "Sieht lustig aus!"
Jetzt, wos fertig ist, sagen die beiden: "Kommt da noch ne Farbe drüber?"
"Ne Farbe drüber?"
"Na das ist doch noch nicht die richtige, oder? Das ist doch bloß grau."
"Nee, Cappuccino nennt sich das", lag mir auf der Zunge, aber das verkniff ich mir.
Und hab ganz schön geschluckt. Und jetzt, wo die Farbe langsam trocken ist und ich sehe, dass sie nicht so hell wurde wie ich dachte, muss ich sagen... Sie passt nicht mal zum Rot und auch nicht zum Rest des Zimmers... Voller Anschiss, Helma... Diesmal hast du echt daneben gegriffen...
Aber wisst Ihr was? Das ist mir jetzt alles sch** egal. Ich bin so fertig, dass ich jetzt alles nur noch putze und aufräume, morgen werde ich dekorieren und dann lass ich es so lange, bis ich wieder vergessen habe, wie scheiß anstrengend so ein Malern ist... Ich meine, da geb ich mir Mühe wie verrückt und trotzdem... Der Boden voller Farbe, der Kleiderschrank hat auch nen Tupfer abgekriegt, als ich etwas ungelenk vom Stuhl stieg; ein Fingerabdruck ziert jetzt mein Kissen, weil ich über den Eimer stolperte und trotz aller Vorsicht hat sich beim Streichen der Pinsel mehrfach in die verbotene rote Zone gewagt. Glücklicherweise besaß ich ja noch einen Restton derer, so dass ich in null-komma-nix die rote Seite ausbessern konnte. Und die weißen Flächen... nämlich Decke und so... die... werde ich nur noch reinigen können... Es versuchen jedenfalls. Aber wie ich schon gesehen hab, geht die neue Farbe super leicht runter. Kein Wunder, dass sie nicht deckt. Das ist die reinste Wasserfarbe...
Was soll ich sagen... Ich bin geheilt - für wenigstens die nächsten 2 Jahre, denn so lange ist der letzte (rote) Anstrich her ;-)
Eure Helma, die langsam, aber sicher ihrer Latzhose entsteigt und sich die Farbe aus Haaren und Gesicht sowie von den Armen wäscht ;-)

Tretmobil

Leute, ich bin k.o. Ich bin wirklich einfach nur richtig k.o. Hatte ich doch erst nach 3 Uhr morgens wieder mal in den Schlaf gefunden und nicht mal die Morgensonne konnte mich - so strahlend sie auch war - erwecken (sondern der 1. Anrufer des Tages ;-)), so überlegten die Kinners und ich gemeinschaftlich an dem von den Kindern zum wiederholten Male (man höre und staune) gedeckten Frühstückstisch (sind wohl Hopfen & Malz doch noch nicht verloren ;-)), was wir mit diesem Tag anstellen wollten.
Ihr wisst ja vielleicht noch, dass ich bereits vor 2 Wochen einen Maler-und-Anstrich-Plan in die Tat umsetzen wollte - und dies dann aufgrund anderer schwerwiegender Problematiken nicht möglich war. Mir jedenfalls nicht. Und da der gestrige Tag dazu auch keine Möglichkeit ließ (nur unterwegs, die Bande ;-)), so dachte ich, ich würde ja heute... und so... Jedoch der Tag heute ist nun wirklich arg verlockend sonnig und angenehm warm und irgendwie mochte mir die Vorstellung, dass meine Kinder sonst auch nur wieder diesen herrlichen Tag in ihrem Chaos-Zimmer verbringen würden, einfach nicht schmecken. Also lud ich sie auf ein Eis zum See ein und überfiel sie dort mit dem Vorhaben, ein Tretmobil auszuleihen und um den See zu radeln...
Von wegen Gemecker und Gestöhne (was ich eigentlich erwartet hatte), aber was wir dann doch feststellen mussten... So ein Vierer-Tretmobil ist nicht gerade leicht und der Gedanke, dass wir damit in einer Stunde um den See mussten, stellte sich bald als ziemlich... nun ja... haarsträubend heraus. Ich meine, den Kopf hätte uns auch bei 1,5 Stunden keiner abgerissen, nur aber eben Geld kassiert, von dem ich nichts mehr in der Tasche hatte. Da hatte Mutter Helma so spontan so knapp kalkuliert, dass der Kleine aus den sicheren hinteren Reihen immer rief: "Noch vierzig Minuten... noch neununddreißig... noch achtunddreißig...", bis der Große, der vorn neben mir ächzte und trat, was das Zeug hielt, ihm über den Mund fuhr und meinte: "Hör endlich auf, mir die Minuten vorzuzählen und mach gefälligst mit!" Da erst bemerkte ich, dass der Kleine genüßlich hinten die Beine hochgelegt, sogar noch übereinander gefaltet hatte, die Hände auf dem Bauch verschränkt und so die Zeit zählte...
Da mussten wir alle lachen, doch vor allem war ich überrascht, wie zäh der kleine Bursche treten kann - wenn er will ;-) Er saß ja beim Radeln hinter mir und ich spürte sofort, wenn er wieder mal pausierte. Dann schien es mir, als habe ich mit einem Mal Blei an den Pedalen ;-)
Jedenfalls, wir haben es exakt in 62 Minuten geschafft, der Tretmobilverleih verzichtete großmütig auf eine Nachzahlung von 5 Euro für die neu angebrochene halbe Stunde und so kratzte ich das letzte Geld zusammen und spendierte den schwitzenden und völlig fertigen Jungs einen Becher angenehm kalter Coca-Cola. Ich meine, Mutter Helma hatte ja schon die Flasche Wasser dabei, aber bei den Temperaturen und ohne Kohlensäure war das Wasser ziemlich plürrig (wie man bei uns im Norden so sagt) und schmeckte auch entsprechend ;-)
Und da die Jungs so (unerwartet) gut mitgemacht hatten, ja sogar Spaß daran entwickelten und schon Vorschläge für das nächste Mal aus dem Ärmel zauberten, da wars mir die Cola einfach wert ;-)
Und jetzt lieg ich hier, der irre Schmerz von heut Mittag hat etwas nachgelassen, die Kraft kehrt auch langsam zurück, zwei lecker Joghurts hab ich mir auch schmecken lassen und bis 18 Uhr, wo ich beginne, das Abendessen zuzubereiten, hätte ich noch eine Stunde... Eine Stunde, in der ich locker das Schilf von der Wand reißen, die Bilder abhängen, die Ecken abkleben, Folie auslegen und wenigstens die eine Wand streichen könnte. 
Ja... Ja und warum lieg ich dann noch hier und quatsche dumm rum? Eben! Energie muss genutzt werden, solange welche da ist. Also! Auf gehts :-)
Eure Helma 

Ostalgie - Ich bin ein Cock Robin Fan

...Ihr auch? Also ich meine, allein den Song aus 1985 "The Promise You Made" - den liebe ich bis heute und hat auch insgesamt von seiner Faszination für mich nichts eingebüßt.
Genau so wenig wie sein Song "When Your Heart Is Weak", den ich Euch hier gleich mal mit reinstellen muss. Ihr kennt den sicher alle, bin fest davon überzeugt. Aber na und, was solls, bisschen was vorspielen kann ich Euch ja trotzdem :-)
1985... Da kommen so viele Erinnerungen hoch... 
Die Schulzeit... 
Die erste Liebe: Gott, was war ich schüchtern. So schüchtern, dass wir nebeneinander herliefen, jeder die Hände in seine Taschen gestopft, scheu auf den Boden schauend und keiner sagte einen Ton. Die ganze Zeit nicht. Sich heimlich von der Seite ansehen und dann schnell den Blick abwenden, wenn der andere es bemerkt. 
Die alten Sternrecorder, deren Antenne ich umklammerte, weil ich mir einbildete, dass dann der Empfang besser wurde... Der Empfang von RTL-Musikradio... RTL-Musikduell, kennt das noch einer von Euch? Die einzige Möglichkeit für uns Ossis, so oft, wie wir es wollten, etwas anderes zu hören wie Karat oder Puhdys. Ich meine, nicht dass unsere Mucke schlecht war, aber... da gab es doch noch viel mehr zu hören und was wir wann wie oft hören durften, das wollten wir uns doch nicht auch noch vorschreiben lassen, oder? 
Oder die Klamotten, z. B. die für die Jugendweihe... Wer über das Geld verfügte, trug Maßgeschneidertes. Die anderen mussten damit rechnen, ihr Outfit noch zweimal in einer Reihe vorzufinden.
Oder wenn ich noch an die Auswahl meines Brautkleides 1988 denke... Zwei Kleider hingen da... ZWEI Kleider für die ganze Insel, auf der ich wohnte... Ich weiß noch, eines kostete damals 400 Ostmark. Das war der Monatsverdienst meiner Mama. Sie hatte Tränen in den Augen, als sie mich das Kleid anprobieren sah. Ich bin mir heute aber immer noch sicher, dass es vor Rührung war und nicht des Geldes wegen ;-) Wir entschlossen uns übrigens für die preiswertere Variante und die kam, so meine ich, etwas um die 120 Ostmark. Das hing dann auch bis zur Hochzeit in meinem Kleiderschrank auf einem Bügel. Und obwohl ich wusste, dass der Bräutigam es vor der Hochzeit nicht sehen durfte, MUSSTE ich es ihm unbedingt zeigen, ja, ich brannte förmlich darauf. Wie das ausgegangen ist, wissen die meisten von Euch ;-)
Ich erinner mich auch noch an die Dosen Kakao Marke "Trink Fix". Das einzige lösliche Kakaopulver in der damaligen DDR und die 500 g-Dose kostete schlappe 8 Ostmark. Irre, oder? Vor allem deshalb irre, weil wir drei Ost-Kinder bei so etwas Leckerem lange Zähne bekamen und diese Köstlichkeit auch mal mit dem Löffel aus der Dose aßen... Die Mama wird sich schon gewundert haben, dass die Dose so schnell leer wurde. Als Nachschub gabs dann leider immer nur diese geölte Variante, die nur mit viel Zucker und sowieso Aufkochen in Milch zu genießen war. Und da jammer ich hier über die 59 Cent des Mövenpick-Joghurts, dessen Preis in dieser Woche auf stolze 69 Cent geklettert ist. Eigentlich Anlass genug, nunmehr dieses Milch-Erzeugnis zu boykottieren. Leider bin ich mehr verfressen wie geizig ;-)
Inzwischen ist es 2:24 Uhr, mehr (n)ostalgische Erinnerungen kann ich heut nicht mehr ausgraben. Dafür klemm ich Euch hier noch einen der damals-wie-heute-Lieblingssongs rein und wünsch Euch noch ne gute Nacht.
Eure Helma 
video

Freitag, 15. Mai 2009

Friday Night

...und wenn ich mich da noch an die Zeit vor einigen Jahren erinnere (ach, was waren das noch für Zeiten ;-)), dann war das genau die Zeit, in der ich ausgiebig duschte (Badewanne hatte ich damals keine), mir das Haar zurechtzwirbelte und... ach, das hab ich Euch ja schon erzählt - LipGloss und so - diiiiee Geschichte wars :-)
Und so stürzte ich mich ins Nachtleben der Großstadt, fremd, anonym und dennoch irgendwie... vertraut ;-)
Da gabs schon auch so lustige Geschichten, als die Freundin sich ein Gläschen (es war wirklich nur ein GläsCHEN) Wodka mit Orange orderte, die Dame hinterm Tresen dafür schlappe 6 Euro 90 verlangte und die Freundin fassungslos fragte: "Das Mittagessen wollt ich aber nicht dazu!!??" 
Oder wir das Tanzbein schwangen, bis entweder die eine oder die andere aufgefordert wurde und somit die jeweils andere dazu verdonnert war, am Tisch zu hocken und pausenlos Chips und Flips in sich hineinzustopfen. 
Wir waren dann auch mal mit unserem damals gemeinsamen Chef unterwegs - aber zwei Frauen in Begleitung eines Mannes - Mädels... keine Chance. Kein Schwein wagt sich an Euren Tisch und fordert Euch auf ;-) Und so sind wir künftig wieder lieber allein losgezogen. 
Saßen in Straßencafes bei einem Glas Rotwein, anschließend Tequila und wurden so zur Unterhaltung der Straße. OK, in diesem Falle war das eher ich, weil die Freundin sich hüten würde, derart durcheinander zu trinken ;-)
Oder die Aktion mit einem Freund.... Vier Gläser Rotwein (soviel trinke ich sonst nicht, ehrlich nicht!) und als er mich heimchauffierte, mich am Arm anstupste und meinte: "Los Helma, raus hier, du bist zu Hause", da öffnete ich kurz die Augen, schaute und schloss sie wieder: "Ich wohn hier nicht." Das ist etwa 4 oder 5 Jahre her - aber noch heute muss ich darüber lachen, wenn ich mir den Schock des Freundes vorstelle: "Was mach ich bloß, wennse nich aussteigt??" Natürlich bin ich noch ausgestiegen - nach einiger Überzeugungsarbeit, dass ich sehr wohl daheim war ;-)
Und wie ist das heute?
Heute... lieg ich müde und faul auf meinem Sofabett, schaue "Wer wird Millionär", versuche mich in Bildung (doch leider vergesse ich das soeben erworbene Wissen in Millisekunden wieder), überlege, ob ich heut Abend den Weg zum Kühlschrank noch mal finde, um was Essbares ins Bett zu holen... 
Ob das der Preis des Alters ist? Ehrlich - ich hab keine Ahnung.  Aber konnte ich mir früher z. B. nicht vorstellen, dass jemals der Tag eintreten würde, dass mir laut aufgedrehte Mucke zu laut sein, mir in den Ohren weh tun könnte, ich sogar Kopfschmerzen von Musik bekommen könnte - so ist genau auch das inzwischen eine Alltagserscheinung geworden.
Helma - du musst aktiv werden - das sage ich mir immer wieder.
Aber das einzige, worin ich wohl wirklich aktiv bin, ist eben, mir das immer wieder zu sagen.
Selbstgespräche können auch anstrengend werden ;-)
Wobei ich gerne auch mal maulfaul bin. Ehrlich, es gibt schon Momente, wo ich mich frage: Bin ich eigentlich ne Frau oder nicht? Ich meine, ich steh überhaupt nicht auf Handtaschen, meine Schuh-Paare sind problemlos und kurzerhand zählbar und was das Telefonieren betrifft... Wenn ich jetzt sage, dass ich dagegen fast ne Phobie entwickelt hab - muss ich dann wieder nach Prien? Und ne Expo machen? "Einen Tag im Call-Center" oder so :-)
Na ich weiß schon, warum ich manche Dinge im Krankenhaus tunlichst verschwiegen habe :-)
Zum Beispiel meine Angst vor Höhe (rein räumlich gesehen *smile*), meine Angst vor kleinen, engen Räumen, meine Vorliebe für die Sales-Hefte von H&M oder meine schon-beinah-Phobie vorm Telefonieren bzw. meine Vorliebe für ein Glas Wein an milden Sommerabenden... Das hätte mir mindestens drei Expo's eingebracht (gegen die Angst vor Höhe wurdste mit ner Seilbahn auf den Gipfel eines schätzungsweise 2000 m hohen Berges nebenan gefahren, gegen die Angst vor kleinen Räumen jagten sie dich durch Münchens U-Bahnen - und die sind derart vollgestopft, dass du wirklich überlegen musst, ob die Hand an deinem Bein deine Hand oder eine fremde ist und gegen meine Telefonier-Phobie hätte ich höchstwahrscheinlich einen Tag im Call-Center zubringen müssen ;-)), zudem hätte ich einen Anti-Kauf-Vertrag als auch einen Anti-Alkohol-Vertrag unterzeichnen dürfen... DAS, liebe Leute, wäre dann so richtig in Stress für Helma ausgeartet. Und so habe ich mir als Wolf das Fell übergeworfen und das Schäfchen markiert ;-)
Jedenfalls... - es ist schon beinah witzig, wie sich die Zeiten ändern. Noch vor wenigen Jahren hast du Clubs und Bars nicht nur dem Namen nach gekannt und heute... bedeutet "Friday Night" für dich lediglich "Wochenende! Schlafen! Ausruhen!"
Grundgütiger... Ich werde alt. Ich werde WIRKLICH alt... Na da muss ich doch was machen. Aktiv werden. 
Grad muss ich lachen... Wenn so manche Leute diese Zeilen lesen, das "aktiv werden" lesen, dann werde ich wohl wieder hören "...falsche Stelle, Helma, ganz falsche Stelle; woanders aktiv werden ist wichtiger..."
Ja klar. Aber... Leben und Leben genießen ist auch wichtig. Punkt.
Eure Helma

WOW

...Das ist doch mal ein Tagesbeginn... Nur die halbe Nacht geschlafen, kaum hab ich die Augen geöffnet, kommt der erste Anschiss. Komm ich dann noch ins Büro, rieselts auch schon den zweiten Anschiss (Können die nicht warten, bis ich richtig wach bin? Morgens bin ich etwas maulfaul, da kann ich mich doch noch nicht wehren ;-)).
So Helma, sagte ich mir, du hast jetzt zwei Möglichkeiten:
Entweder verhältst du dich den ganzen Tag still, schiebst deinen Frust vor dir her und versaust dir selber die Einstimmung zum Wochenende...
Oder aber du gönnst dir jetzt eine Tasse schönen lecker heißen Bürokaffee und schluckst jeglichen Frust oder Ärger gleich mit hinunter.
Nun ist das bei mir ja so, dass ich, wenn mich was belastet oder bedrückt, dass ich dann zu putzen beginne. (Also liebe Freunde, wenn Ihr mich daheim besucht und es sieht leicht chaotisch aus, dann wisst Ihr aber: Helma gehts gut :-)) Und da ich ja zur Zeit immer noch nur vier Stunden pro Tag (eigentlich...) arbeite, haben die lieben Kollegen noch den anderen halben Tag Zeit, die Küche zu verwüsten. Manchmal tun sie das auch - aber Details erspare ich Euch - wenn Euch Euer Morgenkaffee oder -tee nicht hochkommen soll ;-)
Jedenfalls... (ist der Arsch kein Gänsehals) und so stürzte ich mich leicht verbissen und mit Küchentüchern, Lappen, Glasreiniger und Scheuermilch ins Vergnügen, schrubbte hier, schrubbte da, fand, dass der Tag irgendwie sonniger wurde, goss mir die wohlverdiente Tasse Kaffee ein und jetzt... fühle ich mich auch in der Lage, der Arbeit zu begegnen ;-)
Erst aber musste ich unbedingt diesen Eintrag schreiben.
Manche sagen ja: "Und wenn du bis zum Hals in der Scheiße steckst, kommt noch ein Vogel und kackt dir auf den Kopf." Genauso fühlte ich mich heute Morgen - und als ich dann aber mein E-Mail-Postfach öffnete und da zwei E-Mails drinnen fand, die mir einfach zeigten: Hey Helma - so wie du bist, bist du völlig ok - bitte die nächsten vierzig Jahre auch noch, wenn du schaffst...
Mein Murmelinchen, eine davon war Deine, ich krieg nämlich die Kommentare auch gleichzeitig als E-Mail geschickt ;-) Danke, danke, danke - wenn das mal nicht n gelungener Kommentar ist - finde ich zumindest ;-)
Was ich insgesamt jedoch ziemlich schade finde... Warum fragen die Menschen einander eigentlich nicht erst mal: Hey, was war denn so bei dir? bevor sie ihrem Ärger Luft machen... Es könnte ja sein, dass die Dinge ganz anders sind wie sie scheinen mögen...
OK, ich hol mir noch ne Tasse Kaffee ;-)
Schönen Tach noch - Eure Helma

Montag, 11. Mai 2009

Long Way Home - or - Long Way To Smoke

Die Menschen, die "mich" hier lesen, spüren sicherlich, dass ich gerne schreibe. Die Menschen, die mich kennen, wissen, dass ich gerne schreibe. Einige Menschen von denen, die mich kennen, wissen, dass es mir guttut. Und noch weniger Menschen von denen, die mich kennen, wissen, dass ich eigentlich schon seit Jahren den Gedanken in mir trage, mein Schreiben "hinaus in die Welt zu tragen".
Schon in der Grundschule, kaum des Schreibens mächtig, habe ich Geschichten erfunden, über die sich heute nur der Kopf schütteln lässt. Nach einigen Jahren der Ruhe habe ich im Mai 2003 wieder damit begonnen. Ich weiß es noch deshalb so genau, weil es eine der intensivsten Phasen in meinem Leben war. Einerseits habe ich begonnen, wirklich mich selbst zu entdecken (mein Papa hat mal dazu gesagt "Komm mir nicht mit so einem Scheiß") - aber ich glaube, dass die meisten von Euch wissen, was ich meine und wie es sich anfühlt. Und zugleich war es wohl damit auch die schmerzhafteste Zeit in meinem Leben, weil ich viel zu oft den Boden unter den Füßen nicht spürte, den ich mir dringend wünschte.
Bloggen aus Spaß, Schreiben als Therapie... 
Etwas tun, dass die Empfindungen freisetzt, die wir in uns tragen.
Es gibt Menschen, die malen Bilder.
Es gibt Menschen, die singen Lieder.
Es gibt Menschen, die entlocken ihren Instrumenten wundervolle Klänge.
Und ich... Ich schreibe.
Vermutlich beginnen viele Menschen damit, um etwas zu verarbeiten. Glück, Liebe, Traurigkeit, Sehnsucht. Erfahrungen. Leben. Ausgenommen die, die schon mit drei Jahren wussten: Ich werde mal ein Superstar ;-)
Und heut Abend... habe ich zum ersten Mal seit langem wieder einen roten Faden gefunden... Zu schreiben. Ein Buch zu schreiben. Mich berühren. Menschen berühren. Vielleicht kann ich mich erreichen. Vielleicht kann ich Euch damit erreichen. Menschen erreichen. Vielleicht wird auch nichts von dem gelingen. Aber mir - so ahne ich es - räumt es die Seele auf... Bringt Ordnung, bringt Licht ins Dunkel ;-)
Wenn wir auch kopfüber in Problemen stecken... so habe ich damit noch lange nicht den Kopf in den Sand gesteckt. Mein Name ist Helma Ziggenheimer - und nicht Vogel Strauß :-)
Na Moment mal - DAS wäre doch ein cooler Titel für mein Buch, oder? Und nicht "Long Way Home" oder die hessische Version "Long Way To Smoke" (denk dran, Du lebst als Raucher 15 Jahre weniger wie wir :-))
Jedoch... Wenn ich es mir so recht bedenke... In unserer heutigen Gesellschaft muss ich wohl mit einem schlagkräftigeren Titel kommen. Kurz und prägnant - und nicht so lang, dass Du allein beim Lesen des Buchtitels eine Zigarette rauchen kannst ;-)
Jedenfalls - the inspiration got me... 
Übrigens... Got me... 
Da fällt mir ein Song ein, der mich im Frühjahr/ Sommer 2003 begleitet hatte... Wenn ich den heute höre, erinnere ich mich genau wieder an dieses Gefühl von Schmerz und Traurigkeit, Enge und Atemlosigkeit - aber zugleich auch an wundervolle Träume in meinem Kopf, Neubeginn, Hoffnungen, schmecke den Geschmack eines neuen Lebens... Sehe mich vor mir, das hellbraun/rötliche Haar damals recht kurz und zwirblig geschnitten, umgeben vom Duft aus einem Kokosflakon... Sehe mich wieder vor dem Spiegel stehen, das Haar zurecht machen, den Gloss auf die Lippen auftragen, die Tasche um die Schulter hängen und mich auf den Weg in die City machen... Abende in den Straßencafes genießen, herrlich milde Abende, den Kopf in den Nacken legen, die Augen schließen und einatmen. Einfach nur einatmen...
Wahrscheinlich kriegt Ihr einen Ohrenkrampf, wenn Ihr den Titel hört - und inzwischen zählt er für mich nicht zu den besten. Aber immer noch... verbinde ich eine für mich sehr intensive Zeit damit. Und somit wird er auch immer etwas Besonderes für mich bleiben. Und jetzt... bekommt Ihr den auch auf die Ohren. Auch wenn Ihr mich dafür haut. Ihr MÜSST ja nicht ;-) 


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Und warum - weiß ich auch nicht - aber meine Stimmung erlebte mit diesem Song jedesmal einen Aufschwung wie Deutschland nach der Weltwirtschaftskrise :-) Wobei... Wir ha'm ja schon wieder eine... ;-)
Also schlaft Ihr gut, mittlerweile isses 00:10 (bin oft abgelenkt worden ;-)) und ich... bin nun auch müde... 

Drama, Baby, Drama!

Nun ist das Wochenende vergangen, für das ich mir schon Farbe, Pinsel und meine Maler-Latzhose zurechtgelegt hatte, um mein Wohlfühlzimmerchen umzugestalten. Hatte ich ja vor einigen Tagen erst die Möbel von einer Ecke in die andere gerückt (manchmal tut man ganz wenig und erzielt damit die größten Erfolge ;-)), so wollte ich nunmehr beginnen, dem ganzen Neuen den sogenannten Feinschliff zu geben. Farbgestaltung war das Zauberwort. Ich meine, wenn ich noch an die letzte Aktion denke... Ein Zimmer, vier Wände. Zwei davon sollten rot werden, die anderen weiß bleiben. Noch im Baumarkt war ich ziemlich unentschlossen - da gabs auch noch andere lecker Farbtöne und dann so viel verschiedenes Rot, das ich leicht unsicher wurde, ob das, was dann an meiner Wand trocknen würde, auch noch genau die Farbgebung war, die ich eigentlich wollte... An jenem Wochenende, die Jungs waren bei ihrem Vater, war ich beherzt zu Werke gegangen. Und als Meisterin des Provisoriums und mangelnder Rechenkünste (vielleicht war es auch schlichtweg Geiz an der falschen Stelle) hatte ich zwar nicht genügend Band zum Abkleben gekauft und aber gedacht: Ach Helma, watt kümmert dich datt - den Rest schaffste doch ooch mit n bisschen Auchenmaaß!
Ging auch echt gut - wenn man großzügig darüber hinwegsieht, dass es den einen oder anderen "Überstrich" an der Decke gab, den ich erst Wochen später mit Weiß überpinselte, nachdem ich mich wieder dazu aufgerafft hatte.
Und ich weiß noch, dass ich entgegen aller Planungen erst am späteren Nachmittag zu Werke ging, dass ich nebenbei mehr und mehr lieber ne TV-Show guckte (vergesst es, ich oute mich hier nicht ;-)), weil das Pinseln mehr Zeit in Anspruch nahm wie gedacht und ich nun nicht wirklich das bin, was man geduldig nennt, nur um irgendwann nach Mitternacht ziemlich "erschossen" auf dem Teppich zu liegen, krummen Rückens, das Zimmer wieder eingeräumt und gesäubert (die Pinsel sind übrigens gnadenlos eingetrocknet), die Mucke angestellt, schaute still, aber begeistert in die Runde und hätte mir am liebsten selber auf die Schulter klopfen mögen.
Am Morgen danach, als ich erwachte, konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen... 
Bis heute lässt sich unschwer erkennen, an welcher Stelle es Helma aufgehört hatte, Spaß zu machen...  Die erste Wand ist - meiner Meinung nach - super gelungen. Jedenfalls mir gefällt es. Die zweite... erinnert eher früher an die Tücher, die wir als Teenie um den Hals trugen... Batik nannte sich das wohl. Diese Wand ist auch nur zur Hälfte gestrichen und ich war heilfroh, dass ich über die andere Hälfte eine Schilfrohrbahn plante zu nageln. Sieht wirklich echt wohnlich aus - nur inzwischen geht mir diese Optik ziemlich auf die Nerven. Außerdem krümelt mir das Zeug ganz schön ins Bett. Manchmal ist das eben unangenehm ;-)
Von diesen Erinnerungen geprägt und von aktuellen Alltäglichkeiten geplagt, hatte mich jeglicher Elan jedenfalls am Wochenende verlassen, noch bevor ich überhaupt einen Pinsel in die Hand genommen hatte. Irgendwie entlockte mir so ziemlich alles immer wieder neue Tränen. Vermutlich hätte selbst ein abgebrochener Kunstfingernagel die Welt zum Einstürzen bringen können. Ach... Ich hab ja gar keine Kunstfingernägel. An mir ist alles echt - leider *schmunzel*
Jedenfalls... So durch den Wind war ich wohl schon eine ganze Weile nicht mehr. Dieses Gefühl, nichts ist richtig, alles läuft schief, nichts ist, wie es sein soll... Natürlich ist die Realität nicht so, aber manchmal... fängt auch mich so eine Weltuntergangsstimmung ein. Wenigstens weiß ich aber immer, warum ich heulen muss :-) Aber kennt Ihr nicht auch dieses Gefühl, sich so hilflos zu fühlen? Wo Ihr Eure Beine an Euch zieht, Eure Arme um die Beine legt, den Kopf auf den Knien ruhen lasst, weil das die einzige Möglichkeit ist, sich geborgen fühlen zu können?
Und Du möchtest gerne fragen, Du möchtest gern um Hilfe bitten für Dinge, die Du aus eigener Kraft nicht erreichen kannst und weil Dir gesagt wird, dass Du das darfst - und dennoch bekommst Du den Mund nicht auf, sterben die ungesagten Worte auf der Zunge, lässt andere Menschen einfach nur reden, erzählen und übst Dich in einem Lächeln, bei dem Dir die Tränen aus den Augen rinnen. Sieht ja keiner, nur Dein Spiegelbild.
Nun ja, aber davon ließen sich die Wände eben auch nicht streichen - und jetzt ärgere ich mich wieder so ein bisschen über mich selbst.
À la Bruce Darnell, der ja bekannt ist für "Drama, Baby, Drama!" lege ich mir meinen neuen Schlachtruf zurecht "Stärke, Helma, Stärke!" oder "Contanance, Helma, Contanance!" Irgend sowas jedenfalls. Glücklicherweise ist das ja bei mir so, dass zumeist ein, zwei Nächte mit etwas mehr Schlaf genügen, um mich wieder in meinen Schaukelstuhl krabbeln zu lassen.
Die letzte Nacht jedenfalls... die - so glaubte ich beinah - brachte mich noch fast um den Verstand. Unerträgliche Schmerzen in den Beinen - ich bin fast verrückt geworden. Und hatte nicht mal ein Weinchen im Haus, um einen Schluck darauf zu trinken, dass schon morgen alles wieder gut sein würde... Auf das Leben anzustoßen, mir selber zuzuprosten mit dem letzten Fünkchen Galgenhumor, das irgendwo noch immer in mir schlummert. 
Inzwischen ist dieser neue Tag, nein, es ist ja - genau genommen - schon wieder Abend, der Schmerz hat sich entspannt und ich... ich mich auch. So ein bisschen jedenfalls.
Dann proste ich Euch heut Abend mal zu - mit Himbeerbrause :-)
Eure Helma

Sonntag, 10. Mai 2009

Das Streben Nach Glück

Ich weiß nicht, ob Ihr heut Abend diesen Film geschaut habt. Ich nicht - ich hab mich mal wieder auf Deutschlands Autobahnen herumgetrieben ;-) Und hätte heut sicherlich auch nicht die emotionale Kraft besessen, ihn mir anzuschauen. Jedoch kenne ich diesen Film. Erinnere mich an die bedrückende Situation des Filmhelden, der wirklich jede Kraft aufwendet, um für Frau und Kind zu sorgen und dennoch ist es das schmale Gehalt der Frau, das die Drei überhaupt am Überleben hält... Bis er eines Tages mit dem Jungen allein zurückbleibt, obendrein die Wohnung verliert - und ich erinnere mich ebenso an den Moment, in dem er keine andere Möglichkeit sieht, als mit seinem Kind in der Bahnhofstoilette zu übernachten...
Bis er es mit Ehrgeiz, Fleiß und einem unglaublichen Willen schafft, sich beginnend mit einem neuen Job ein neues Leben aufzubauen...
Typisch amerikanischer Kitsch? Würde man vielleicht meinen. Dennoch ist es eine wahre Begebenheit eines Amerikaners, der heute zu den reichen Menschen zählt.
Eine sehr emotionale Geschichte, auch sehr emotional beleuchtet, ohne kitschig zu sein. Die im Nachklang des Sehens ein bedrückendes Gefühl zurücklässt: die Angst um die (eigene) Existenz.
Dennoch muss ich schon sagen, dass es mich ein wenig schockiert, wenn mit dem Streben nach Glück das Streben nach Geld verstanden wird. Ich mag mir nicht vorstellen, dass dies die Intention des Filmes ist. Viel eher würde ich diesen Film für mich so interpretieren:
Es liegt vollkommen in Deinen eigenen Händen, wie Dein Leben verläuft, ob Du Dich glücklich fühlen kannst. Selbst wenn Du tief und tiefer sinkst, liegt es allein an Dir, in der Kraft in Dir, ob Du Dich ergibst, ob Du Dich umwerfen lässt, dem Schicksal ergibst oder aber nach dem ersten Schock wieder aufstehst und zu kämpfen beginnst...
Natürlich wissen wir alle, dass wir nicht allein nur von Luft und Liebe leben können. 
Natürlich wissen wir, dass unsere Träume (oder mögens auch Illusionen sein) uns nicht sättigen.
Natürlich wissen wir, dass von Seelenfrieden allein nicht die Miete gezahlt werden kann.
Ebenso wissen wir auch, dass ein Ehrgeiz, ein fester Wille äußerst gesund sind.
Ebenso wissen wir aber auch, dass genau die Dinge uns aber auch krank machen, wenn wir die Relationen verlieren...
Ihr wusstet zum Beispiel sicherlich, dass beim Sport Endorphine im Menschen freigesetzt werden, nicht wahr? Und wusstet Ihr auch, dass dies ein Hormon ist, nach dessen Ausschüttung ein Mensch regelrecht süchtig werden kann? Dass sie unter Entzugserscheinungen leiden können?
Ihr kennt sicherlich auch die Geschichte von Dagobert Duck, der in seinem Häuschen ein Schwimmbad hatte, das nicht mit Wasser, sondern mit Geld gefüllt war, in dem er regelmäßig badete, oder? Das mag sicherlich ein durchaus befriedigendes Gefühl sein.
Doch sagt mir: Ob besessener Sportler oder Dagobert Duck - ob diese Individuen - real oder fiktiv - jemals glücklich waren? Der eine jagt seine Endorphine, der andere jagt das Geld und beide haben im Grunde nur noch mit sich und ihrer Jagd zu tun. Der eine wie der andere stürzt abgrundtief, wenn er den Sport - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr ausüben kann bzw. damit beschäftigt ist, das Geld zu "bewachen" (je größer die Menge, desto größer die Verlustangst, heißt es).  Dann machen sie vielleicht eine Therapie in Prien, weil sie entweder an Burnout leiden oder Depressionen oder beides zusammen. 
Sicherlich zeichnen diese Zeilen ein überspitztes Bild.
Doch was ich sagen will: Das Streben nach Glück kann ich niemals mit dem Streben nach Geld gleichsetzen. Auch dann nicht, wenn ein Guthabenkonto vor allem auch Sicherheit bedeuten mag. Das Glück - so empfinde ich es - liegt für mich in anderen Bereichen. 
Ein Guthabenkonto mag mich sicher, sorglos, spontan fühlen lassen.
Glücklich jedoch machen mich andere Dinge... Ein zärtliches erfülltes Miteinander. Nähe. Zuwendung. Liebe. Verständnis. Geborgenheit. Vertrauen. Zutrauen. 
Ein dickes Bankkonto garantiert Dir das nicht...
Es gibt Millionen von Menschen. Es gibt Millionen von Individuen. Jeder denkt, fühlt, sehnt, träumt auf seine Weise. Jeder Mensch trägt in sich seine eigene Definition von Glück.
Für mich ist das völlig in Ordnung so. Doch wenn Ihr mich fragt - mir ist und bleibt wichtig, dass die Menschen einander respektieren, wie sie fühlen, dass sie respektieren, woran der andere glaubt, auch wenn unser eigener Glaube in eine völlig andere Richtung geht.
Grad muss ich lächeln, weil mir einfällt, dass mein Aszendent die Waage ist. Und ich hab vor einigen Jahren mal gelesen, dass es in der Welt keine Kriege mehr gäbe, wenn die Welt nur aus Waagen bestünde... Sie sind so voller Harmoniebedürfnis und auch Toleranz... Nein nein, das ist KEINE Abwertung aller anderen Sternzeichen und ich hoffe, Ihr versteht das auch nicht so. Und sicherlich hat es auch etwas mit dem Alter zu tun, dass wir mit der Zeit immer entspannter, gelassener werden. 
Trotzdem... Wenn wir Druck auf jemanden ausüben, weil wir einen anderen Menschen dazu bringen wollen, durch unsere Brille zu schauen, mit unseren Augen zu sehen und nach unseren Prinzipien zu leben, dann... erzeugt es entweder eines Tages Gegendruck oder aber... wir entziehen uns dem Ganzen und verlieren uns. Ist es wirklich das, was wir wollen? Leben wir nicht alle entspannter, gelassener, wenn wir Menschen uns so akzeptieren wie wir sind?
Ich erinnere mich z. B. an die Zeit, als mein Bruder mit seiner Freundin ein Kind bekam. Manchmal hat mich schon entsetzt, wie sehr der Kleine verhätschelt wurde. Da ich diese Erfahrung mit einem (anerzogenen ;-)) Schreikind selbst erlebte und diese drei Jahre mit schlaflosen Nächten noch heute sehr lebendig in mir sind, habe ich anfangs schon versucht, auf die Kindesmama einzugehen: "Damit verwöhnst du ihn zu sehr" ... "wenn du das so machst, wird es später so und so sein..." Unser Ansinnen ist sicherlich ein positives, weil wir einem Menschen, den wir mögen oder lieben, ersparen wollen, was wir selber durchlebten. Doch eines Tages habe ich begriffen: Jeder Mensch lebt sein Leben - so wie er es möchte und auch wenn wir raten können, so muss jeder seine eigenen Erfahrungen erleben können. 
Wir können uns anpassen. Aber wir dürfen uns nicht verbiegen. Das ist - aus meiner Sicht - eine Kunst geworden. 
Vielleicht bin ich in mancherlei Hinsicht ein Chaot. 
Na und? Ich denke dennoch, dass ich ein liebenswerter Chaot bin. 
Und ich liebe Euch alle - so wie Ihr seid :-)
Eure Helma, die sich jetzt - um 23.40 Uhr - noch den fünften und letzten Joghurt gönnt. Das hab ich nämlich gestern doch nicht mehr getan. Aber heute :-)

An Deiner Seite

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Man sagt ja im Allgemeinen, dass es Schokolade durch gewisse Inhaltsstoffe schafft, die leck geschlagene Befindlichkeit wieder mehr mittig zu rücken. Und glücklicherweise bin ich dank des elterlichen Osterhasen noch im Besitz einiger Köstlichkeiten, die ich momentan stapelweise verdrücken könnte (ich lasse hierbei offen, ob ich das wirklich tu *smile*)
Oftmals lebe ich schon in diesem Gefühl, als läge ich in einem Schaukelstuhl, wippte vor und zurück und würde dennoch nicht wirklich das Gleichgewicht verlieren; als könne ich mich von außen betrachten und mir selber dabei zusehen mit dem nachsichtigen Lächeln und der Gewissheit, dass ich um jenen Ruhepunkt in der Mitte weiß und dass ich nach dem Schaukeln jederzeit dahin zurückkehre.
Kann auch gut sein, dass ich inzwischen nicht so gut darin bin, eben jenen Ruhepunkt zu finden. Draußen scheint seit heut Mittag die Sonne, ich hab eine etwas ausgiebigere Tour mit dem Rad unternommen, die Ohren zugestöpselt mit meiner derzeitigen Lieblingsmusik. An dieser Stelle muss ich Euch unbedingt meinen aktuellen - sowas von - Lieblingssong vorspielen... Ich kenne diesen Titel schon etwas länger, aber die Orchesterversion desselben habe ich erst heute Nachmittag entdeckt - und mich spontan dazu entschlossen, ihn hier mit aufzunehmen. Und so seht Ihr mich, wie ich mich für gewöhnlich in meine Kissen, nein, meine Wohlfühloase zurückziehe, meine Seele streichel und diese sanften Klänge auf mich niederrieseln lasse, dabei zum Fenster hinausschau, der Sonne entgegen...
Nun - Schokolade und Musik als auch die Radtour heut haben mir noch nicht wirklich wieder auf die Beine geholfen; manche Dinge gehen einfach tief und dann komm ich auch nicht so schnell wieder in die "smiling Helma"-Verfassung zurück. 
ABER: Das Badewasser ist eingelassen (vermutlich schon fast wieder erkaltet), die Klänge perlen durch die Wohnung und wenn ich dann noch morgen erwache, weiß ich, dass die Welt schon wieder ganz anders aussieht. Optimismus ist so ziemlich viel und ich bin echt froh, dass ich davon reichlich beschenkt worden bin. Sonst läge ich schon lange am Boden und krabbelte hilflos wie ein Käfer auf dem Rücken. Coole Vorstellung übrigens... Käfer Helma... ;-)
Bis denne, Kinners, ich hoffe und ich wünsche Euch, dass Ihr diesen Sonnentag genießt oder schon genossen habt - ich tu das auch...
Eure Helma