Mittwoch, 10. Oktober 2012

Der Versuch war ehrlich. Er scheiterte... kläglich.

Oder jämmerlich? Ach watt weet ick. Menno, ich habs ernsthaft versucht. Ich wollte schlafen. Ich war müde, schließlich und immerhin. Ich dachte daran, dass morgen erst Donnerstag ist. Ein acht-Stunden-Tag gähnend wie... ach mir fällt grad nix ein.
Ich lag in die Kissen gekuschelt.
Ich hatte es warm.
Ich hatte es gemütlich.
Die Augen fielen von ganz alleine zu.
Die gingen aber auch von ganz alleine wieder auf, ich schwörs, ich wars nicht.
Gedanken sprangen im Kopf hin und her. Ich begann zu zählen:
"ein Schaf... zwei Schafe... vier Schafe.. ach nee, zurück.. drei Schafe.. acht Schafe.. ach scheiß Mensch, noch ma zurück, noch ma von vorn!"
Frau Friedrike Modschekiepschen über den sieben Bergen gings scheinbar auch nicht anders als mir. Schrieb sie mir.
"Ich bin wach. Ich bin betrunken. Ich habs versprochen."
Hatte sie. Und nachdem sie mir aufzählte, was da alles in ihrem ganz persönlichen Nirvana verschwunden war, bekam ich auch Durst. Was für ein Zufall.
Ein Fläschchen White Boscabana hatte ich noch da. Fünf Komma Neun Prozent. Immerhin mehr als meine Bank mir an Zinsen zahlt. Und zu wenig, um betrunken zu werden. Aber vielleicht müde genug?
Den Versuch wars mir wert. Nachdem ich exakt zehn Minuten in meiner Küche herumkroch, wo dieser verdammt verflixte Flaschenöffner zu finden sei. Eigentlich gibts ja nur einen Besteckkasten.
Als ich den Öffner endlich fand, entdeckte ich allerdings, dass dieser komische Korken zum Aufdrehen war. Na immerhin hab ich jetzt wieder einen Flaschenöffner. Na dann Prost.
Jetzt isses Dreiundzwanzig Uhr Sieben, ich habe keine Ahnung, was mit den Ziggenheimerschen Hühnern los is, vermutlich alle irgendwie geschädigt, keine Ahnung. Genmutation. Oder Population? Ach nee, datt war ja wieder watt jaaaanz anderes!
Und nun? Was beginne ich mit diesem jungen Abend?
Frau Friederike pennt vermutlich grad in der Badewanne, es ist so verdächtig ruhig.
Und was, bitte schön, ist mit mir?
Ist dieses nicht-schlafen-können nun doch eine Marotte des Alters? Woran liegt es, dass ich einfach nicht mehr schlafen kann? Dass ich nicht mehr zur Ruhe finde?
Heute hat sich Junior I eine Wohnung angeschaut, mit mir zusammen - ich war komplett begeistert. Sowohl von der Wohnung als auch den potentiellen Mitbewohnern. Hä hä.
Bis Junior II beim Abendessen erklärte: "In eine WG würde ich auch gerne ziehen."
Na klar doch. Bitte schön. Zieht alle aus. Lasst mich nur alleine hier mit meinen Obstfliegen, den achtbeinigen Untermietern in der Zimmerecke und den blöden Nachbarn, die mir meine Sportschuhe geklaut haben. Aber vielleicht sollte ich sie wirklich ziehen lassen? Die Söhne, meine ich. Und ich mache dann erst mal eine Weltreise? Es gibt so vieles, das ich noch nicht gesehen habe. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Worauf warten wir? Warum warten wir? Wieso denken wir immer zuletzt an uns und heulen dann, dass wir vom Leben betrogen worden sind?
Ich würd schon gerne noch ein bisschen mehr vom Leben haben wollen als nur ewig lang für andere zu arbeiten, den Haushalt zu führen und zu müde zum Buch schreiben zu sein.
Schitt. Die Flasche is leer. Glücklicherweise aber nur der Boscabana! Und na ja - ne coole Oma zu sein, hat ja auch irgendwie was. Nur dass das "irgenwie was" mir dann auch zu kurz ist, verdammt noch mal!

http://www.impawards.com/intl/germany/2000/posters/jetzt_oder_nie_zeit_ist_geld.jpg

1 Kommentar:

Wilma Wollkopf hat gesagt…

" Nüchtern betrachtet , war es besoffen besser ... "
... und was da aus mir spricht , ist der Geist des Weines ... ich wollte es nicht so plump Restalkohol nennen ;)). ...