Sonntag, 16. Dezember 2012

"Sie war jemand, der einen Raum zum Leuchten bringen kann."

Diese Worte sagte ein Vater öffentlich, ein Vater eines der Grundschüler, die in Conneticut einem Zwanzigjährigen zum Opfer fiel.
Mir ist kalt, mir zitterts, ich habe Gänsehaut.
Es fällt ihm sehr schwer, die Fassung zu bewahren - und ich denke mir, dass niemand wirklich nachempfinden kann, wie sich die Eltern fühlen müssen, was sie durchmachen müssen. Wir können es maximal nur erahnen.
Immer wieder haben wir in den Nachrichten gesehen und gehört, dass an Schulen Massaker stattgefunden haben. Ja, auch von Schulen bei uns in Deutschland haben wir davon gehört. Dennoch frage wohl nicht nur ich mich immer wieder: "WANN wachen sie endlich auf? WANN ändern sie ihre Waffengesetze? WANN darf nicht mehr jeder US-Bürger eine oder mehrere Waffen in seinem Haus haben?"
Sie nennen es "zur Selbstverteidigung".
Und ich glaubte mich verhört zu haben, als in der heutigen Berichterstattung eine Rechtfertigung fällt: "Die Lehrerin hätte ja auch eine Waffe bei sich tragen können. Dann hätte sie ja die Schießerei verhindern können."
Ist DAS die Lösung??? DARF das die Lösung sein?? Darf Gewalt nur mit Gegengewalt begegnet werden?? Selbstjustiz unter Menschen, deren letztes Kommunikationsmittel eine Waffe ist??
Weil ich dich nicht leiden kann, weil ich neidisch auf dich bin, weil ich mich ungerecht von dir behandelt fühle, darf ich losrennen und dich erschießen und muss lediglich damit rechnen, dass du schneller bist??
Was ist das nur für eine kranke, durchgedrehte Welt geworden?
Wohin soll das führen, wenn jede Privatperson eine Waffe besitzen darf? Na klar, zur Selbstverteidigung, ich lach mich tot. Wenn nicht einfach so jeder eine Waffe bei sich haben kann, dann kann ich auch nicht mit einer Waffe auf den anderen losgehen - und muss mich nicht auch mit einer solchen verteidigen.
Erst gestern führte ich über dieses Thema eine recht angeregte Diskussion. Als Gründe werden zum Beispiel Reizüberflutung angeführt. Auch oder vor allem durch die Medien. In Filmen gibt es kaum noch eine ruhige Kameraführung, ständig springen die Bilder hin und her, oft begleitet durch laute Musik. Werbeunterbrechungen, die einen ob ihrer Lautstärke hochschrecken lassen. Im Supermarkt, in Einkaufscentern, in Modeläden Beschallung vom Feinsten. Und und und.
Weihnachten steht vor der Tür, eine Zeit der Besinnlichkeit, der Harmonie - und ich kann mich erinnern, dass, als ich noch Kind war, in dieser Zeit vor allem Trickfilme im TV liefen. Und Märchenfilme. Und heutzutage? Kriegsfilme. Actionfilme voller Brutalität, Mord und Totschlag. Comedy-Shows, die nicht mehr ohne Fäkalsprache und Obszönitäten auskommen. Je doller, desto besser - und das Publikum klatscht sich begeistert auf die Schenkel? Das ist wirklich nur noch TV zum Abschalten.
Irgendwie kann ich verstehen, dass Weihnachten immer weniger Menschen erreicht, wirklich erreicht. Konsumdenken, Konsumgier, teuer, groß, mächtig - warum nicht gleich noch eine neue Schusswaffe unter den Christbaum legen? Ich hätte nämlich auch noch ein paar Probleme zu lösen. Aber MEINE Waffe... ist und bleibt mein Mundwerk. Damit konnte ich bislang noch immer meine Probleme lösen. Und für alles andere lass ich die Zeit arbeiten. Gewalt... widert mich an.

1 Kommentar:

Claudine Lejeune hat gesagt…

Liebe Helma du hast es wiedermal auf den Punkt gebracht. Ich kann nichts weiteres dazu sagen, weil ich weiss wie diese Eltern nun fühlen ... seufz. Es ist der Alptraum schlechthin und es wird sehr sehr lange dauern dies auch nur Annähernd verarbeiten zu können.