Montag, 17. Juni 2013

Und sind sie nicht willig, so hab ich eben Geld gespart!

Ein dreimal großes PFFFFFTT!
Haben jetzt eigentlich alle Frauen zur selben Zeit die Frühlingsveränderungsluft geschnuppert - oder was ist zur Zeit hier los im Staate Dänemarks?
Da haben wir nun endlich die perfekte Frisur für mich gefunden - und keiner will sie mir schneiden?
Und das nicht, weil sie so anspruchsvoll ist, ach wo. Zopf flechten, abschneiden, aufheben, den Rest in Form bringen.
Irgendwie hat schon überhaupt der Montag nicht so richtig gut angefangen. Nachdem ich gestern partout nicht aus dem Haus zu kriegen war (Kopfschmerz vom Feinsten, ich hab hier echt KOPFstände gemacht, so heftig isses selten) und dazu auch noch erneut ein Hühnerei meinen Schwanenhals zierte, da verbrachte ich den Tag im Bett beim Zeitunglesen, mit ein ganz klein wenig Telefonieren, ein bisschen Wäschebügeln - und ansonsten mit nix. Ich vermutete, mal wieder zu wenig Wasser getrunken zu haben. Trinke ich zu wenig, kann eben das passieren: Kopfschmerz und Hühnerei. Trinke ich zuviel, habe ich keinen Kopfschmerz, aber einen Fußball unter der Bauchdecke. Ich bin mir noch nicht so richtig im Klaren darüber, was mir besser gefällt! Hmmpff.
Jedenfalls ahnte ich: Einen Tag nur, dann schlaf noch mal drüber und morgen (als wie heute) ist alles wieder gut.
Na ja nicht ganz. Im Kopf pocht es immer noch und mehr Wasser geht in mich nicht mehr rein, dann lauf ich über. In der Arbeit stand ich heute auch irgendwie neben mir, ohne Brille ging nix (hab ich auch selten), meine rechte Hand hört auch nicht mehr auf zu zittern (vielleicht gut fürs Handmännchen?) und die Schnellste im Abarbeiten ihrer to-Dos war ich eben auch nicht. Außer auf dem Heimweg. New Blue gab her, was er zu geben hatte; und als ich dann noch sah, dass der erwartete Stau an der Baustelle kurz vor meiner Heimatstadt kein Stau mehr war, wurde ich richtig fröhlich und lebhaft: "Juhu, ich schaffs ja doch noch zum Friseur!"
Immerhin - zwanzig Minuten vor Ladenschluss stand ich vor der Tür. Und blickte ins Dunkle. Niemand war da. Nicht mal die Frisösenkatze, die für gewöhnlich vor der Tür hockt. Kein Zettel von wegen "Aus persönlichen Gründen der Unlust hab ich jetzt einfach mal schon zugemacht" oder wenigstens "Auf Reisen" oder ir-gend-so-was!? Aber - Nichts?

Schisskojenno. Und nun? Ich hatte es mir in den Kopf gesetzt - heute MUSSTE der Zopp einfach ab - und nun ließ man mich nicht? Also schritt ich über die andere Straßenseite und ging zur Konkurrenz.
Eine einzige Kundin im Laden - und noch ca. 1,5 Stunden geöffnet.
"Tut mir leid, ich hab heut zuviel zu tun, Sie sehen ja."
Na klar. Und wie ich sehe. Würden wir so arbeiten wie Du wären wir schon pleite!
Also nach Hause und das Internet aufschlagen. Hier gibts doch noch mehr Läden, das wäre doch gelacht!
Friseur 3 meiner Wahl war mir nicht unbekannt, früher genoss ich dort den Cut to go - sie waschen und schneiden dir das Haar und du fönst es dir selber - für schlappe 10 Euro (dieses Angebot gibts übrigens schon seit Jahren nicht mehr). Aber auch die Dame lehnte freundlich ab: "Oh Gott, heute nicht mehr, wir sind schon voll bis obenhin."
Ein Schelm, wer Arges dabei denkt!
Dann fiel mir ein, Friseur Klier, da kann man doch auch ohne Anmeldung hin, oder? Und mein Kollege ist auch immer ganz zufrieden mit denen. Also lieber mal noch schnell vorher anrufen, Lage peilen und dann gehts los.
"Ich bin heut ganz alleine im Laden. Sie könnens gerne versuchen, aber ein paar Mann sind noch vor Ihnen dran", jammerte mir eine ziemlich jung wirkende Stimme ins Ohr.
"Nein nein, Stress will ich Ihnen nicht auch noch machen zum Feierabend", gab ich mich salbungs- und verständnisvoll.
Bis mir dann meine letzte Möglichkeit einfiel: Etwa 500 Meter von meiner Haustür entfernt, da gibts ja auch noch nen Laden, die sich immer groß auf die Schaufenster schreiben: "Wir nehmen jede/n - auch ohne Anmeldung!" und ich möchte hier bitte betonen, es ist ein reines Friseurgeschäft - mit Diplom!
"Morgen gerne, aber bitte bloß nicht mehr heute", jappste mir eine abgehetzte Damenstimme in die Ohren und ich begann zu lachen: "Sach ma, watt is denn heute in Ziggenheimer Town los? Datt gibbet doch gar nich!"
Tja. Keiner wollte mich. Bei keinem konnte ich Haar & Geld lassen. Also entweder jetzt selber ran - oder... oder... Oder einfach doch warten und dafür jetzt wenigstens von meinen gelben Seiten hören oder lesen, dass ER mich wenigstens wollte - mit langen oder kurzen Haaren - EGAL, Hauptsache er sagte mir was Nettes, Liebes!
Und so kramte ich in meiner Handtasche, in der ich für gewöhnlich nie was finde, solange ich die nicht auf dem Tisch auskippte. Bis mir dämmerte: "Klasse, Helma, das Handy hast du jetzt auch noch im Büro liegenlassen!" Und da das fleißige Herzblatt beim Sport ist, ist er sowieso... unerreichbar.. Waaaaarrrgghhh!!
Nun steh ich da mit meinem schmerzenden Kopf, mutterseelenallein mit meinem Fußball im Bauch und den immer noch ungeschnittenen Haaren.
Wisst Ihr was? Ich geh ins Bett. Dieser Montag ist ein echter scheiß verf**ter Montag!

Quelle Foto: http://images.derberater.de/files/imagecache/456xXXX_berater/berater/slides/Haare_schneiden.jpg

Kommentare:

JULiANE hat gesagt…

Hauptsache, Du verlierst nicht die Nerven, und schneidest Dir selbst die Haare.
Man könnte es zwar meinen, aber die entsprechenden youtube-Videos sind nicht so hilfreich, wie man denkt!!
Ja, ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Noch nie hat mich meine Frisöse dermaßen hasserfüllt angesehen, als ich nach dem Fiasko um ihre Hilfe bat.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Juliane, entgegen meiner sonstigen Allgemeinstruktur versuche ich heute, das Ganze ein wenig organisierter anzugehen - und mache mir telefonisch einen Termin.
Wenn sie mich denn heute lassen.
Dich hat Deine hasserfüllt angesehen?
Meine hat sich totgelacht nach meinem einstigen Versuch. Ich bin mir jetzt noch nicht so sicher, was besser ist ;)