Sonntag, 27. Oktober 2013

Fast nicht rausgekommen

...bin ich an diesem Wochenende aus meinen.. äh.. Wohlfühlsachen. OK OK, die Flanellhosen sind nicht meine, aber... na ja... wenn der Mann schon nicht da ist, möcht ich wenigstens seine Sachen tragen. Oder besser: ein paar seiner Sachen. Seine Flanellhosen eben. Oder sein Oberhemd, wenn ich bei ihm bin. Oder so.
Als ich Freitag Abend nach Hause kehrte, leicht frustriert über die höher ausgefallene Werkstattrechnung und ermüdet vom Telefonat mit dem Ex-Mann (ein sehr einseitiges Telefonat, wenn man bedenkt, dass der die ganze Zeit redete und ich ihn irgendwann unterbrach: "Ich hab verstanden, worums geht, ich muss jetzt aber weiterarbeiten.") und dem Gedanken, dass ich mittags noch recht euphorisch unterwegs war, da verschob ich nicht nur den obligatorischen Einkauf vor dem Wochenende, sondern drückte den Jungens auch etwas Geld in die Hand: "Döner schmeckt euch doch noch, oder?" und dann begab ich mich aufs Kanapee und ließ alle fünfe grade sein. Nichts hören, nichts sehen und vor allem nichts tun wollen - das war schließlich mein Credo für dieses Wochenende. Bisschen bloggen vielleicht, bisschen Musik in den Ohren - nur so konnte ich diese Woche noch ausklingen lassen und meine Gedanken weglenken vom Alltag und hinlenken auf Dinge, die ich mag, die ich liebe und die einfach schön sind.
Bisschen positiver Input im do-it-yourself-Verfahren.
Als ich Samstagmorgen nach einer unruhigen, durchschwitzten Nacht aus dem Schlaf geklingelt wurde, meinten die gelben Seiten: "Oh je, du klingst ja gar nicht gut." Mein Hals war gefühlt auf das doppelte angeschwollen, wollte nix mehr reinlassen, meine Stimme ähnelte der der schwarzen Grobschnäbel draußen in den Bäumen und ich fühlte mich schlapp, als hätte ich wie Dornröschen mindestens hundert Jahre geschlafen und sollte zum ersten Mal wieder meine Beine benutzen.
Booaarrr nee, nicht schon wieder! Nicht schon wieder ich, datt gibbet doch nich, hat da etwa wer ne Voodoo-Puppe mit dem Namen Helma zu Hause? Los, zeig Dich, Kanaille!
Den Einkauf musste ich aber erledigen, führte kein Weg drumrum, immerhin war der Kühlschrank leer und noch einen weiteren Tag würden meine beiden Siebenköpfigen heimisch nicht überstehen.
Dann sank ich wieder aufs Linnen und stand auch bis heut Nachmittag nicht mehr auf. Hach, ich liebe sie, diese Schlabberhosen und den Strickpulli dazu. Passt eins nix zum anderen, mir aber schietegal, ich fühl mich sauwohl darin und nur das zählt. (Sicher ist auch: Wenn ich das nächste Mal die gelben Seiten besuche, vergesse ich das Flanellwunder natürlich zu Hause.)
Aber Mensch... das Wetter... so ein wunderbares Oktoberwetter... Wenn Montag wieder der Arbeitsalltag begann, würde ich davon auch bloß nix mehr mitbekommen. Und ich brauchte es unbedingt, dieses Gefühl des milden streichelzarten Windes, den Geruch nach goldenem Laub und ich kann da immer noch mit der Begeisterung eines Kindes da durchrascheln. Also los, aufraffen, die Wohlfühlbuxen eintauschen gegen Rock und Stiefel, Jeansjacke drüber, jaaaauuuuu - das war einfach nur schöööön!! Der See vor meiner Haustür war natürlich auch entsprechend überlaufen, aber einen freien Platz gabs dann doch noch für mich und wenigstens ein Milchkäffchen passte auch in meinen geschundenen Magen. Eigentlich ein Zeichen der Gesundung!
Und weil ich ja dank der Schmerzattacke schon genug Chemie einnehmen soll, begegnete ich meiner Erkältung und dem quälenden Husten mit Hausmittelchen: Trank tapfer den igitt-süßen Sirup, in den kleingeschnittene Quitten eingelegt waren, nahm tapfer den XXL-igitt-süßen Teelöffel Honig, trank begeistert meine neu entdeckte Teesorte "Gingko-Citronengras" und während ich fast ausschließlich im Dämmerschlaf lag, schwitzte ich mir alle möglichen Viren oder Bakterien oder was für Zeugs auch immer aus den Rippen.
Gottlob ist die kommende Woche dank Feiertag und Brückentag nur halb so lang. Wenn ich also schon arbeitgeberfreundlich (nämlich am Wochenende) krank werde, dann will ich wenigstens arbeitnehmerfreundlich (nämlich nur halb soviel) arbeiten.
Und nur ein ganz klein wenig.. äh... ja... Wehmut? kam bei mir auf, als ich feststellte, dass mir beim Husten wieder die Lunge zu schmerzen begann (kenn ich mich auch mit aus, ja, ich weiß, ich bin ein Wrack) und ich mich ebenso spontan an ein Buch erinnerte, in dem niedergeschrieben steht, was Krankheiten eigentlich symbolisieren. Ich hab zwar nur.. wartet, lasst mich kurz gucken... drei Buchreihen, war aber dennoch zu faul, das richtige rauszusuchen und schlug lieber Miss Google auf. Und was die mir dort erzählte, machte mich für einen Moment dann doch... irgendwie still.

Da die Lunge für das Aufnehmen des Atems (Odem) wichtig ist, das Leben mit Leichtigkeit fließen zu lassen und die Luft aufzunehmen und ebenso leicht wieder abzugeben. Dieser Mensch hat das Gefühl, nicht hier sein zu dürfen. Er ist verzweifelt, weil emotionale Wunden nicht heilen dürfen. Auch die Kommunikation mit dem Außen findet nicht richtig statt. Das innerste nach Außen geben (Sprechen), damit man verstanden wird. Angst mit Worten jemand zu verletzen. (Quelle: http://www.seelenlichter.eu/krankheit%20ursache.htm)

Weil es einfach passt - wie der Arsch auf den Eimer.
Inzwischen habe ich aber einen Schokoladenkeks gegessen, einen lecker Tee getrunken und fühle mich besser. Die wehmütige oder wie auch immer Stimmung ist wieder verflogen und hat der Hoffnung auf bessere Zeiten wieder Platz gemacht. Ich bin doch ich, die geborene Optimistin, ich weiß, dass am Ende alles gut wird. Mitgenommen aber habe ich aus dem Gelesenen den Sinn des Geschriebenen. Ich hoffe nur, dass ich auch was draus machen kann - aber auch da bin ich doch ganz zuversichtlich.

Kommentare:

Anna hat gesagt…

Die Flanellhose ist doch klasse. Ich habe mir gerade eine in schwarz-weißem Karomuster bestellt. Es wird Winter, ich friere schnell, es ist draußen total unkuschelig... mir doch wurscht, ob Marilyn nur mit einem Hauch von Chanel No.5 geschlafen hat. ;)

Wow, du bist echt hart im Nehmen. Aber es wäre wirklich eine Sünde gewesen, dieses phantastische Wetter (hier auch) nicht zu nützen. Nichts desto trotz wünsche ich dir weiterhin gute Besserung! Und was den "tieferen Sinn" der Krankheiten angeht... hör mir bloß auf. Obwohl ich kein Problem damit habe, Antibiotika & Co zu schlucken (wenn nötig), schaue ich auch immer mal wieder in mein Buch von Louise Hay oder in ähnlich geartete Lektüre... und ich hasse es, das zugeben zu müssen, aber da ist mehr als ein Körnchen Wahrheit dran. Gerade bei der aktuellen Diagnose, die ich absolut nicht auf dem Radar hatte, sind die seelischen Ursachen... nun ja... 1000 Punkte. Volltreffer. Da bleibt wohl nur, für den Warnschuss - kleiner Tritt hätte auch genügt - dankbar zu sein und einiges zu ändern. Die Seele kann man eben nicht belügen. Blöde Sache...

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Ich lieeeebe diese Buxen!! Und ich glaub auch nicht, dass die gelben Seiten sie jemals wiedersehen *hä hä*
Chanel No. 5? Dann lieber gar nichts. Mit dem Zeug könnteste dem Stinktier durchaus Konkurrenz machen.

Danke für die Besserungswünsche - die kann ich brauchen :( Hänge hier im Büro und alles feixt auf meine Kosten. Hmmpfff.
Und ja, die Seele kann man nicht belügen... Den Satz meißel ich mir ein... Weil er so sehr stimmt.