Mittwoch, 12. Februar 2014

Ich glaube, es hackt!

Ich könnte ja jetzt weitermachen mit Posts voller Sonne und Fröhlichkeit - und das wäre ja auch nicht mal was Vorgetäuschtes.
Nichtsdestotrotz - und auch, wenn meine kratzige Stimme aus Hessen mich unlängst fragte, ob ich keine eigenen bzw. anderen Sorgen hätte (doch, hab ich, ich hab aber auch nen Blick ÜBERN Tellerrand hinaus) - gibts auch für mich Themen, die mich erst unglaublich wütend machen und mich um den halben Nachtschlaf bringen (liebe Frau mimimi, für diese extra Falte in meinem Gesicht schreibe ich seit 2 Tagen an der Rechnung *grins*).
Ich nutze ja hier übrigens immer Pseudonyme, aber auch das bereits einige Male verwendete Pseudonym für jene Dame möchte ich heute nicht anbringen, einfach auch zu ihrem Schutz. Falls sie das hier lesen sollte, weiß sie sowieso, dass sie gemeint ist - aber sie kennt meine Meinung auch schon persönlich ;)

Ja jedenfalls... Mein Aufreger der Woche... Einleitend muss ich vielleicht noch anmerken, dass im Bewerbergespräch von Junior I, wo er gestern auch zur Vertragsunterzeichnung war, sehr positiv ankam, dass er in der "Übergangszeit" von Schule bis erstem Job gleich zwei Nebenjobs betrieb. Ich habe mich noch bisschen gewundert darüber, weil ich persönlich immer der Meinung war: Nur weil man grad keinen Job hat, für den man ausgebildet wurde, muss man doch nicht tatenlos zu Hause sitzen? Und ich spreche hier von jungen, gesunden Menschen, die nicht nur körperlich in der Lage sind, auch andere Jobs auszuführen. Ich spreche hier NICHT von all den Arbeitssuchenden, die aufgrund ihres Alters, ihrer körperlichen Einschränkungen etc. immer wieder abgewiesen werden, so gern sie auch arbeiten möchten.
Dieser Tage "schnackte" ich ein bisschen mit jener Anonympseudonymfrau hin und her und erfuhr, dass die werktätige junge Mutter von einer kleinen Tochter die Suche nach einem Zweitverdienst erwägte.
(Das sind übrigens Überlegungen, die auch ich sehr gut kenne aus einer Zeit, als ich alleinverdienend und alleinerziehend in der Scheidungsphase mehr zu zahlen hatte als reinkommen wollte - ich kenne diese Not also nur allzu gut.)
Was ich an dieser Geschichte jedoch so absolut gar nicht nachvollziehen kann: Diese junge Mutter lebt nicht allein. Sondern in einer - ich formuliers mal so - Bedarfsgemeinschaft mit dem Vater ihres Kindes. Und hier setzte mein Verstand aus und die Wut ein: Wie kann es sein, dass ein junger gesunder Mensch mit Verstand UND Körperkraft seit Monaten keinen Job findet, hier aber auch nicht mal einen Nebenjob??? Wie kann es sein, dass die junge Mama nachts nicht mehr schlafen kann, weil die Bank einen Riegel geschlossen hat und sie sich jetzt fragen muss, ob sie morgen noch ihre Wohnung bezahlen kann??? Wie kann es sein, dass sie sich dreht und macht und tut, jetzt einen Zweitjob in Erwägung zieht - und DER Typ sitzt zu Hause und zieht sich den Lümmel lang??!!! Entschuldigt mir das bitte - aber ich merke grad, wie hier wieder was bei mir aussetzt.
Was sie im Lauf des Gesprächs brachte, kenne auch ich von mir selber nur allzu gut: Sie entschuldigt ihn. Dass er sich doch bemüht. Dass er sich kümmert. Ja wo denn?? Ich weiß, wo sie wohnt (nee, is keine Drohung), und somit weiß ich, dass dort im Umkreis in bald jedem Supermarkt Aushilfen gesucht werden - für 10 Euro die Stunde!
Nur mal zum Vergleich: Junior I bekommt hier grad mal 6 und 7 Euro - und machts trotzdem, weil ehrlich verdientes Geld nicht stinkt, aber weiterhilft, Herrgottverdammich!
Sie entschuldigte weiterhin: Er war ja ab und zu schon probearbeiten, mal passte es für die anderen nicht, mal passte es für ihn nicht. Aha. Dem werten Herrn wars nicht doll genug? Doch angesichts der Situation innerhalb der Familie - kann er sich es da leisten, Arbeiten abzulehnen, nur weil der Chef vielleicht stank oder das Salz an der falschen Stelle stand? Ey ich könnte mich da so aufregen, wirklich!
SIE schläft nicht mehr, weil sie nicht mehr weiß, wie das Leben noch bezahlt werden soll - und ER lehnt ne potentielle Arbeit ab, weil sie ihm nicht passt??!! Ich glaub, es hackt!
Und selbst mit nem Nebenverdienst von 300 Euro kämen sie schon weiter! Junior ging viermal die Woche für jeweils 2 Stunden jobben - und bekam am Ende dafür die 300 Euro. In etwa. Und der Typ hat die Zeit und alle Voraussetzungen, um solange Geringverdienerjobs zu machen, bis der echte gefunden ist. Die Kleine geht nämlich übrigens in den Kindergarten. Und auch mit Geringverdienerjobs bleibt noch genug Zeit für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Haben wir doch hier seit 5 Monaten bei Junior erlebt!
"Komm mit deiner Kleinen wieder nach Hause", habe ich zu ihr gesagt, "wohn vorerst im Haus deiner Eltern, da wohnste mietfrei und du kannst dich um deine Kleine kümmern."
"Ohne ihren Papa, das geht leider gar nicht", war die Antwort.
"Muss sie auch nicht", sagte ich, "was denkst du, wie der Vater das Laufen kriegt, wenn du sagst, du gehst zurück und wenn du vor allem auch Ernst machst."
Vermutlich wird sie das nicht. Vermutlich werde ich in zwei Wochen von ihr hören, dass sie einen super Nebenjob ergattern konnte, der nicht viel Zeit kostet, aber ein bisschen Zubrot bringt, das für die Miete reicht.
Ich war schließlich auch mal so.
Aber verdammt, das ist einfach nicht richtig!

Kommentare:

~ Clara Pippilotta ~ hat gesagt…

Es ist gruselig, wie man das miese Verhalten des Partners noch schönreden kann. Meine beste Freundin ist durch so einen faulen Typen sogar in die Prostitution abgeglitten - weil ihm die flexiblen Arbeitszeiten bei seinem 400-Euro-Job angeblich nicht zuzumuten waren.

Ich hoffe, dass die Dame, von der hier die Rede ist, doch mal aufwacht, bevor sie sich selbst zugrunde richtet vor lauter Arbeit.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Weißt Du, wenn jemand nicht kann aus Krankheitsgründen oder wenn er macht und tut und wird trotzdem abgelehnt - dann ist das was anderes. Aber wenn man eigentlich gar keine Wahl hat und ruht sich dann trotzdem monatelang auf der selbstgewählten Entscheidung aus - dann ist das für mich Faulheit, und da hörts dann bei mir auf. Grad weil auch er Verantwortung für die Familie trägt, nicht nur sie.

allemeineleidenschaften hat gesagt…

Sowas hab ich hier auch in der direkten Nachbarschaft. Nur, hier ist es der Sohn, der nicht arbeiten will. Wohlgemerkt, nicht WILL! 25 Jahre, kerngesund und nimmt nix an, was ihm angeboten wird. Und meine Nachbarin, seine Mutter, nimmt alles hin und zahlt ihm den Führerschein, sein Auto.... Etc.
Zum Kotzen!

NadineNicole hat gesagt…

So ein Verhalten oder wie man das nennen kann, kenn ich auch zu genüge. Das ist wie eine ansteckende Krankheit...und irgendwie nicht zu heilen. Komisch, man findet gegen fast alles irgend ein Mittelchen, aber gegen Faulheit...