Dienstag, 18. Februar 2014

Knock Out


  


Die letzten beiden Nächte habe ich kaum geschlafen, viel gegrübelt und über Verschiedenes nachgedacht. Noch heute las ich in einem anderen Blog über die Auseinandersetzung von Mutter und Vater, die einander nicht mehr lieben und auch nicht mehr miteinander leben - doch dazwischen steht das gemeinsame Kind.
Ich las davon und dachte so bei mir: Ich bin doch froh, dass meine Söhne erwachsen sind und mein Leben damit um vieles freier geworden ist. Ich bin unabhängiger geworden, viel unabhängiger und konnte mein Leben endlich auch mal ein Stück weit auf mich selber ausrichten. 
Vielleicht habe ich noch nicht die Balance gefunden. Vielleicht gibt es zu viele Momente, in denen ich nur an mich denke. Was man mir viele Jahre sagte "Jetzt denk doch mal an dich", wird mir inzwischen vorgehalten.
Meine Söhne sagten das noch niemals. Junior II sagt öfter, dass er sich keine bessere Mum wünschen oder vorstellen könnte.
Ob sie das aber immer noch so sehen, wenn sie feststellen, dass auch ich meine Grenzen habe und dass auch ich nicht alles immer nur hinnehme? Vor fast einem Jahr musste Junior I sein Auto verschrotten und da die Fachschule noch nicht beendet und damit ein Job noch nicht in Aussicht war, verzichtete er darauf, vom Ersparten ein neues zu kaufen. Um ihm den Alltag zu erleichtern, erweiterte ich meine Versicherung und gab ihm mein Auto. Für den Schulweg. Später für die Vorstellungsgespräche und für die Fahrten zu den Nebenjobs.
"Ich möchte aber, dass du auch ein wenig auf die Verhältnismäßigkeit achtest", sagte ich ihm, "dass du nicht jeden Weg fährst, der vielleicht nicht sein muss."
Ich finde, es ist nichts Verwerfliches daran, sich auch innerhalb einer Familie abzustimmen. Er zahlt den Sprit, jedoch ich zahle die Versicherungen und die Reparaturen. Ich weiß, ein Auto kann sich auch kaputtstehen. Ich weiß aber auch, dass manche Reparaturen schneller kommen, je mehr man damit fährt. Ich sage nur: Zahnriemen. Fünfhundert Ocken. Erfahrungswerte, denn das hatte ich schon mal. 
Und dann möchte ich irgendwann auch nicht mehr hinnehmen, dass der Vater kaum noch Wochenenden vorsieht, wo er beide Jungs mal bei sich hat. Wo ich sehe, wie wenig der sich kümmert. Klar, kostet alles Geld - aber hat er nicht in den elf Jahren mehr als genug auf meine Kosten gelebt? 
Und mir wird vorgerechnet, dass ich nie mit meinen Kindern im Urlaub war - sieht man mal die Zeiten ab, die ich mit ihnen auf meiner Insel verbrachte? Dass Junior I ruhig vierzehn Tage lang pendeln kann, nur damit er eine warme Mahlzeit hat, wenn der Vater mal wieder gepflegt in die Türkei in den Urlaub fliegt? Weil Junior im früheren Wohnort lebt und nun auch dort arbeitet? 
Darf ich da nicht wenigstens erwarten, dass man sich mit mir auch abstimmt? Wann dieser beschissene Urlaub ist, wann Junior täglich pendeln wird - auch mit meinem Auto? Gestern setzte der Vater Junior II hier vor der Haustür ab mit den Worten "Wir sehen uns jetzt lange nicht." Der Spruch ist Standard geworden übrigens. Nicht weil der werte Herr in den Urlaub fliegt, sondern weil er arbeiten muss. Ach so. Okay. Ich lieg ja auch nur zu Hause rum und dreh Däumchen.
"Wann ist denn nun der Urlaub?" fragte ich Junior II heut Abend und wurde prompt angefahren: "Weiß ich doch nicht, musst du den Vater fragen."
Wieso ich? Wieso muss ICH mich kümmern, wenn dieser Typ was von mir will? Wieso muss ICH mir Gedanken darum machen, dass auch Junior I "versorgt" ist? Wenigstens finanziell, damit er sich selber um Essen kümmern kann in des Vaters Urlaubszeit? Wieso muss es MEIN Auto sein, mit dem Junior pendelt?
Wieso kommt niemand zu mir, um sich mit mir abzustimmen? 
"Kannst du unter der Woche nicht bei deiner Tante mit zu Abend essen?" habe ich Junior gefragt. "Ihr wohnt im selben Ort und ich halte es, ehrlich gesagt, für unsinnig, nur wegen einem Abendessen jeden Tag zu pendeln."
"Nee", antwortete er zögerlich, "ich wills ja so nicht sagen, aber die ist nicht gut auf dich zu sprechen."
Bitte was? Eine Frau, die ich seit 10 Jahren höchstens 3 x gesehen habe? 
"Was hat das denn mit mir zu tun? Das ist doch kein Gefallen für mich, hier gehts doch um dich?"
"Na ja... Das wird... halt trotzdem nichts. Der Vater hat gemeint, die wär nicht gut auf dich zu sprechen, weil die vieles bei dir nicht versteht. Dass du mit uns nie in den Urlaub gefahren bist, aber mit deinem Freund schon."
Aha. 
Er meint wohl das Wochenende in Wien, das ich mal zum Geburtstag geschenkt bekam. Oder letzten Sommerurlaub, die wir an der Ostseeküste waren. Oder den einen Urlaub, den wir in Italien verbrachten - und zu dem ich selber nichts beisteuern konnte. Zweimal Urlaub in elf Jahren. Zu geil. Während der Vater zweimal im Jahr fliegt und mir noch erzählt, dass er dies von Juniors Kindergeld zusammenspart. Nur um mit seiner Freundin entweder allein oder mit Junior II zu fliegen (was übrigens auch schon paar Jahre her ist). Nur ein einziges Mal war Junior I mit - und durfte sich dann finanziell noch dran beteiligen. "Du musst das verstehen, eine vierte Person kostet Aufpreis", hat der Vater zum Sohn gesagt. Spart dessen Kindergeld, fliegt ohne ihn in Urlaub und das einzige Mal, dass er ihn mitnimmt, darf Sohnemann noch zuzahlen. 
Als ich den Vater fragte, ob er sich denn nicht schäme, guckte der mich groß an: "Na was glaubst du denn, wie ich sonst den Urlaub bezahlen soll?"
"Wenn du kein Geld hast, kannst du eben nicht in Urlaub fahren, aber jedenfalls nicht mit dem Geld deines erwachsenen Kindes", war ich echt fassungslos.
Aber zerreißen sich über mich das Maul, dass ich mir in elf Jahren keinen Urlaub bezahlen konnte? Dass ich immer die Auffassung vertrat: "Entweder wir drei zusammen oder keiner?" Zerreißen sich über mich das Maul, weil ich Junior seit 1 Jahr mein Auto überlasse und aber erwarte, dass er keine unsinnigen Strecken fährt?
Zerreißen sich über mich das Maul, weil ich erwarte, dass man sich mit mir abstimmt, auch wenn ich die Mama bin?
Junior I war heute Abend genervt. Auch von mir. Und wahrscheinlich zu Recht. Ich war wütend, ich war richtig wütend - am meisten wohl auf mich selbst.
"Ich kanns nicht mehr hören, das alles", sagte er.
Das war der Moment, wo es mir endgültig die Beine wegknickte.
Er ist 24, ich hab all die Jahre stillgehalten, ruhig gehalten, um die Jungs zu schützen. Sie wissen so vieles nicht, so wie überhaupt niemand vieles weiß. Der Vater wird sich hüten, die Wahrheit zu sagen. Und ich sehe keinen Sinn darin, durch die Welt zu laufen und die Wahrheit kundzutun. Aber muss ich deshalb für den Rest meines Lebens stillhalten? Darf ich nicht erwarten, dass ich mit meinem Sohn, der 24 Jahre alt ist, offen reden kann? Dass ich ihm sagen kann: "So geht es nicht, ihr könnt nicht einfach immer voraussetzen, dass ich immer da bin, immer mache und tu und immer alles kompensiere, das ihr woanders nicht bekommt"?
Oder dürfen sie das voraussetzen, weil ich die Mama bin?
Ich fühl mich am verletzlichsten meiner Punkte berührt: meinen Kindern. Das Gefühl, versagt zu haben. Das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben. Das Gefühl, zu selbstsüchtig zu sein. Das Gefühl, etwas auf ihrem Rücken auszutragen, das nicht dorthin gehört.
Ich habe heut Abend den Boden verloren. Und falle und falle und falle. 
Ich bin schuld, dass man immer noch den Audi fährt und nicht den BMW.
Ich bin schuld, dass man immer auf mich Rücksicht nahm und nicht den Urlaub machen konnte, den man wollte. 

...You say I need help
cause I'm dreaming too much
cause I'm drifting with my mental health...

Ich habe diese Musik bis zum äußersten aufgedreht. Ich will nichts mehr, ich mag nichts mehr. Nichts mehr hören, nichts mehr sehen, nichts mehr geben und nichts mehr bekommen. Tu ich mir grad selber leid? Keine Ahnung, weiß ich nicht genau. In meinem Kopf schwirren die Worte der letzten Tage, die ich zu hören bekam. Und die Vorwürfe von heute Abend. 
Ich fühl mich taub, von innen und von außen. Habe die ganze Schokolade aufgegessen. Jetzt muss ich kotzen.

Kommentare:

blaubeerpfannkuchen hat gesagt…

Ach du liebe Zeit....das hilft dir gar nicht wenn ich dir schreibe, dass ich dieses Gefühl kenne, mit dem Versagen...? Und ein Kindsvater, der den Schuss nicht gehört hat. So einen braucht kein Mensch. Ich hoffe ja immer, so eine Pfeife gibt es nur einmal. Ist wohl leider nicht so.
Also: Du. Hast. Nicht. Versagt. Und ich finde auch, dass man den Kindern (den bei dir erwachsenen Kindern!) nicht verschweigen muss, wie blöd sich wer benommen hat, wie wütend man ist/war und warum...

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Ich weiß, dass ich bei weitem nicht die einzige bin, die ständig an sich zweifelt und von der die meiste Welt glaubt, sie sei komplett von sich überzeugt.
Letztlich muss ich mir manches von der Seele schreiben, weil es ja irgendwie auch raus muss... Und mir ist ja bewusst, dass es noch viel schlimmere Väter und Situationen gibt. Ich kann mich nur nicht immer nur an anderen messen, denen es noch mieser geht.
Es kommt grad einiges zusammen bei mir - und so ist es ja oft: Entweder läuft alles gut oder alles bricht auf einmal rein.
Ich danke Dir für Deine Worte.

Helga Nase hat gesagt…

Ich habe den Eindruck, dass du sehr viel für deine Jungs tust. Sind Kinder glücklicher, wenn sie 1-2 pro Jahr in Urlaub fahren können?
Ich bin ein Trennungskind, meine Mutter hat meinen Vater verlassen, als ich ein Kleinkind war und nach eigener Aussage haben die beiden das letzte Mal 1983 (!!!) miteinander gesprochen.
Ich hatte aber nie den Eindruck, dass ich dadurch materiell auf etwas verzichten musste, "nur" auf die Mama-Papa-Kind-Familie.
Ich denke, du kannst dir kaum einen Vorwurf machen, Mama zu sein heißt für mich nicht, alles rechtfertigen zu müssen.

Hans hat gesagt…

Ich kann da nun wirklich nicht mitreden, da ich keine eigenen Kinder habe.
Kann aber aus meinem Bekanntenkreis berichten das es sich viele meiner Geschlechtsgenossen da sehr einfach machen, hilft Dir zwar jetzt auch nicht viel weiter, aber nur soviel, was ich bisher bei Dir haben lesen dürfen läßt bei mir nicht den Eindruck entstehen Du hättest alles falsch gemacht.
Neee, meine liebe Frau Ziggenheimer, so nicht.
Zu Junior I vielleicht noch eine kleine Anmerkung: mit 24 Jahren sollte er in der Lage sein etwas mehr auf eigenen Beinen zu stehen. Da mußt Du Dir nicht noch irgendetwas anhören von wegen: ich kann das alles nicht mehr hören. Da ist auch seine Selbstreflektion gefragt, sprich er muß auch mal den Vater hinterfragen und sich klar positionieren können.
Ansonsten, zieh das rote Kleid an und rein in die Highheels und geh tanzen mit Deinem Liebsten und wenn er keine Lust hat, dann komm vorbei; Blume und ich zeigen Dir dann Berlin.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Helga, diese kack Urlaubsdiskussion hatten wir schon ziemlich oft - ich denke aber auch, es geht nicht um den Urlaub an sich, sondern darum, ob und was ich generell bereit bin, für meine Söhne zu geben und zu tun.
Klar könnte ich jetzt auch ne Liste aufstellen und sagen: "So Jungs und nun sacht mir mal..." Aber so bin ich einfach nicht. Das, was ich von mir gebe, gebe ich mit dem "Herzen" und mit dem Gefühl, dass ich es geben WILL. Ich will nichts vorrechnen und berechnen, aber ich möchte mir auch nichts vor- oder aufgerechnet bekommen. Mal abgesehen davon, dass die wichtigsten Dinge eh nicht mit Geld zu bezahlen und erst recht nicht aufzuwiegen sind.
Aber genau das lässt der Vater (ich weiß nicht, wieso mich dieses Wort immer sträubt zu schreiben) immer schön außer acht, weil er nämlich sonst nichts zu geben hat. Er kanns einfach nicht und hat leider auch nichts dazugelernt. Leider für die Jungs.
Junior II vermisst nichts. Er sagt selbst: "Ich hatte eine schöne Kindheit." Wir waren nur zusammen auf meiner Heimatinsel im Urlaub, aber wenigstens hat er jede Klassenfahrt mitmachen können (und so z. B. Ösi-Land und Amsterdam gesehen) und ist jeden Sommer ins Camp gefahren. Für Junior I habe ich damals nach der Trennung das Ferienlager bezahlt, doch gemessen daran, dass ich für den Jungen Unterhalt an den Vater zahlte, weil der Junge damals dort bleiben wollte, dass ich viel zu viel bezahlt habe, dass selbst meine Anwältin damals sagte: "Wo soll denn das noch hinführen? Ich schreite da jetzt ein!" - das weiß niemand und das sieht niemand. Es ist so viel Schlechtes und Schlimmes vorgefallen, von denen niemand den Umfang kennt - außer mein Ex und ich, und was er der Welt erzählt, ist mir völlig egal. Mir ist nur nicht egal, was er den Jungen sagt, und es gibt so einiges, das ich schwarz auf weiß widerlegen konnte. Alles aber erzählen sie mir eben auch nicht.
Und noch mal wegen dem Urlaub: Zu den Jungs hat der Vater im Dezember gesagt, sie dürften sich nur ein Geschenk bis zu 30 Euro aussuchen, er habe leider kein Geld. Während er nebenbei seinen Türkeiurlaub buchte, der nun im März stattfindet. Ich musste (und wollte) das gar nicht kommentieren, die Jugend machte sich die eigenen Gedanken. Und so ein Vollidiot versucht bis heute, mich auch vor den Jungs schlechtzureden?

Ja Hans, Du hast völlig recht: Ich sollte die ganze Scheiße hinter mir lassen, ausgehen, Spaß haben und wirklich mal nur noch an mich denken. Wenn das sowieso jeder von mir glaubt, dann kann ichs doch auch so machen.
Nur zum Großen: Er hat seit seinem 13. Geburtstag viel zu viel ansehen und anhören müssen, wovor ich ihn nicht schützen konnte; viel mehr, als er eigentlich verarbeiten konnte. Ich verstehe heute, wenn er sagt "Ich will das alles nicht mehr hören."
Doch was er wirklich muss: Mit 24 mehr auf eigenen Beinen stehen, und das ist ein Prozess, an dem ich so nicht unschuldig bin. Von klein auf an habe ich beiden viel zu vieles abgenommen und jetzt erwarte ich, dass sie selbständig sind und denken. Da muss ich mir an die eigene Nase fassen, anstatt jetzt rumzuheulen.

Hans hat gesagt…

Na, dann ist ja das Ziel schon klar erkannt. Ursache und Wirkung benannt und jetzt können Dinge geändert werden die zu ändern sind und der Rest wird so akzeptiert wie er ist.
DANCE

allemeineleidenschaften hat gesagt…

ich komme aus dem Kopf-schütteln nicht mehr raus hier, Helma.

Wie einfach sich das manche Leute machen - ohne Rücksicht auf andere.

Hab ich das jetzt richtig verstanden, er spart sich die Kohle für seinen Urlaub mit dem Kindergeld zusammen? Und dann muss der Junior noch zusehen, wo er was zu essen herkriegt?

Könnte er sich nicht selbst etwas kochen, damit er nicht pendeln muss, wenn die Wege zu weit sind?

Und zu dir, meine liebe Helma: Komm mal ganz schnell wieder rauf, in die oberen Etagen! Lass dir doch nichts einreden, bzw. rede dir selber nichts ein!
Manche Menschen müssen stänkern, und meistens immer nur, weil sie neidisch sind!
Diese blöde Tucke, (die Tante, nicht du!), was geht es die an, mit wem du wann in den Urlaub fährst, oder ob du überhaupt fährst? Also echt, da könnt ich aus der Haut fahren!
Du musst dich nicht rechtfertigen! Vor niemanden, Helma.
Und: Halte ruhig mal dein hübsches Näschen etwas höher in die Luft und die Schultern nach hinten unten, nicht hoch und nach vorne!
Anweisung von mir!

Ganz liebgemeint von mir.

Ich drück dich.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Suse, Du hattest das richtig gelesen: Er sparte sich seinen Urlaub vom Kindergeld zusammen und nahm den Großen trotzdem nicht mit. Nur ein einziges Mal, und da durfte der Junge auch noch extra zuzahlen. Weil 4 statt 3 Personen wohl mehr kosten..
Und da mir mein Ex das selber erzählte, ist davon auszugehen, dass das auch stimmt.
Inzwischen bekommt Junior kein Kindergeld mehr, er ist ja nicht nur längst erwachsen, sondern fertig mit der Ausbildung und auch in Lohn & Brot.
Und zum selber kochen: Nee, das kann er nicht, aber kann sich Pizza machen und Döner kaufen ;) Wobei es ihm insgesamt nicht um das "selber machen" geht, sondern um die fehlende Gesellschaft.
Ich bin ja froh, wenn ich abends mal alleine bin und meine Ruhe habe - aber ich bin auch 44 und hab viel, viel erlebt. Mit 24, so wie er jetzt ist, wollte ich auch noch ganz viel Nähe und Miteinander. Von daher versteh ich ihn und würde auch nie sagen: "Du kannst nicht herkommen." Was ich mir nur wünsche, ist, dass man sich mit mir auch abstimmt.
Ansonsten danke ich Dir wirklich für Deine Worte. Mir ist schon klar, dass wir uns nicht kennen und ich auch die meisten Kommentatoren/ Leser nicht kenne. Und dass Ihr hier nur einen winzigsten Ausriss meins Lebens bekommt. Trotzdem... tut mir auch das manchmal gut. Einfach nur mal ein positives Wort zu hören.
So, jetzt muss ich aber erst mal weiteressen, sonst wird das gute Menü noch kalt ;)

Miki hat gesagt…

Kenn ich alles. Aber nicht mit Urlaub (davon hat niemand geträumt). Ich hab mal drüber geschrieben, will dir den Link nicht reindrücken. Einfach "Ex Arsch" ins Suchfeld...dann müsste es kommen. Nie Unterhalt gezahlt, nur große Töne gespuckt, "später macht er alles gut"...und dann wurde es NOCH schlimmer... An sowas musst du dich nicht messen (was andere sülzen), was du gemacht hast war viel und für deine Jungs, und für sonst niemanden...

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Miki, mein Ex hat auch nie was gezahlt, weder Unterhalt noch sonst irgendwas. Das war ja mein Part: Immer alles schön bezahlen.
Im Gegenzug erzählt er bis heute, er hätte immer fleißig Unterhalt an mich gezahlt, bis ich freiwillig drauf verzichtet hätte.. Junior I meinte mal zu mir "Ich weiß nicht, wem ich glauben soll" und ich habe mein Heft mit den Auszügen der Spaßkasse hervorgeholt und ihm gezeigt.
Ich musste dazu nichts sagen. Stand ja alles auf den Auszügen. Na ja fast alles.
Auch bei uns sind viel, viel mehr und auch schlimmere Dinge passiert, aber hier schreibe ich nur von dem, was meine Söhne auch wissen. Und auch nur noch dann, wenn ichs gar nicht mehr anders kompensieren kann. Denn eigentlich bin ich mit diesem Typen und überhaupt dem allem durch.
Ja, was andere sagen, ist mir auch völlig egal: Wenn jemand nur eine Seite der Medaille betrachtet und sich anmaßt, dann über den anderen zu urteilen, dann ist es für mich auch nicht schade um diesen (ehemaligen) Kontakt. Dann weiß ich, wies einzuordnen ist, nämlich gar nicht.
Mich interessiert nur, was meine Söhne denken, fühlen, glauben, und heute Abend haben die Söhne und ich noch mal in Ruhe geredet. Nun gehts mir auch wieder restlos gut. Meine Welt ist für mich in Ordnung, wenn mit den Menschen, die ich liebe, alles in Ordnung ist.