Sonntag, 13. April 2014

Wenn die Technik versagt

Manchmal erschrecke ich immer noch, wenn ich feststelle, wie abhängig sich der Mensch von der Technik gemacht hat - und was das für Auswirkungen hat, wenn diese versagt.
Schmerzlichst bewusst wurde mir dies im August 2006 - als die Technik meines Opel Corsas versagte und mich das mein Leben hätte kosten können, wäre ich nur ein wenige hundert Meter weiter gewesen. (Ich erschrecke mich übrigens immer noch ab und an, wenn ich feststelle, wie wenig ich das bis heute tatsächlich verarbeitet habe.)
Ich stelle dies aber auch im alltäglichen Leben fest, wenn nicht gleich das Leben, aber doch zumindest ein gewisses Wohlfühl-Gefühl dran hängt. Oder soll ich sagen: die Lebensqualität? Ich meine, so ein Prinzenkuss zum (morgendlichen) Erwachen ist schon nicht das Verkehrteste, also ich meine, ausschlagen würde ich den schon nicht. Aber zum RICHTIG wachwerden nützt der mir auch nix, da muss schon ein Kaffee her. Blöd, wenn Kaffeemaschine und/ oder Wasserkocher ihren Dienst quittieren und in Dauerstreik treten.
Aber das überlebt auch ein Kaffeejunkie wie ich: Möglichkeiten gibt es immer. Denn dieser worst case, dass nacheinander Kaffeemaschine, Wasserkocher, Mikrowelle UND E-Herd ihren Dienst quittieren - DAS wird allgemein nicht passieren. Es sei denn, der Strom fällt aus. Ja aber dann haste für gewöhnlich noch ganz andere Sorgen.

Wenn man, so wie ich, das lädierte Knie bandagieren und auch noch schonen soll, dann bedeutet das: YEAH - endlich Füße hoch - die Jugend schafft!!! Mach das aber mal den ganzen Tag, wenn Du keinen TV oder nicht mal mehr nen Laptop zur Verfügung hast (ja, ich weiß, so n Laptop besitzt für gewöhnlich auch einen Akku, aber... ach.. fragense besser nicht.) - ja dann... kiekste schon ziemlich dumm, nein, ich meinte gelangweilt aus der Wäsche.

Glücklicherweise blieb mir eine solche Pein bislang erspart.
Irgendwas aber geht in diesem Haushalt immer zu Bruch. IMMER!
Worans liegt, weiß ich auch nicht, aber vielleicht sollte ich mich ja nicht Helma Ziggenheimer nennen, sondern besser Helma Bruchheimer?

Wenn Dinge nicht funktionieren, jedenfalls, dann kann ich schon mal richtig frustriert, sauer und böse werden, und das geht schneller, als ich "Helma Bruchheimer" sagen kann.
So wie gestern Nachmittag. Mittags tingelten wir ein wenig durch die City. Ich wollte zwei Shirts umtauschen, die ich mir gekauft hatte, mir aber doch zu groß (jaaahaahaaaaa! zu GROSS! Sport works, hoffe ich :)) waren. Vermutlich wäre ich keine echte Frau, wenn....
"Wolltest du nicht nur was umtauschen?" fragten die gelben Seiten leicht gelangweilt draußen vor der Tür und ich plinkerte ihn stolz und fröhlich und übermütig an: "Jaaaa, hab ich auch, aber da waren noch zwei andere Shirts zum echten Supersparpreis!"
Zwei Stunden, eine Eistorte und einen Schwenk in die Herrenabteilung später: Die gelben Seiten und ich besuchten den Opa in seiner neuen Unterkunft, der Seniorenresidenz (ja klingt hochgestochen, ich finde aber, Altersheim klingt irgendwie... abwertend.) Seit vier Wochen ist er dort, und natürlich fällt ihm die Umstellung nicht so leicht. Dennoch gefiel er mir weitaus besser als bei unserem letzten Besuch. Er sprach sehr konzentriert, aber er sprach viele Sätze vollständig hintereinander weg, über das, was er dachte, was er fühlte, was ihn ängstigte. So habe ich ihn zuletzt nicht erlebt, als er noch zu Hause wohnte. Weil ihn dort immer quälte, dass er irgendetwas Wichtiges vergessen könnte oder habe und er nicht wusste, was er als nächstes tun müsste oder sollte. Diese Last, so schien es zumindest gestern, scheint ihm irgendwie genommen.
Und die Sonne war ja so herrlich gestern, also raus in die Stadt und in ein italienisches Lokal, hin zu Kaffee und Kuchen - und für das alles war mein lädiertes Knie nicht wirklich gemacht. Ich muss allerdings auch gestehen, dass zehn Zentimeter hohe Peeptoes dem Ganzen auch nicht gerade förderlich waren. Frauen sind ja so bekloppt.... Die müssen immer gut aussehen wollen, egal, wie weh das tut...
Ich wollte dann nur noch nach Hause, aufs Sofa, das schmerzende Bein ausstrecken - und nix mehr tun. Doch - ein was noch: die Waschmaschine füllen, die neuen Klamotten waschen.
Man, was hab ich mich anschließend geärgert: Ein Loch im neuen Shirt, diese typischen die-Waschmaschine-hats-kaputtgemacht-Löcher - und als wär das nicht schon genug Ärgernis, zeigte mir das blöde Teil auch noch "Fehler C 9" an. Also wieder das Teil halb auseinandernehmen, Restwasser ablaufen lassen (hab nicht ganz aufgepasst und gleich mein halbes Badezimmerchen geflutet - und wer saß mittendrin in der Jauche? Klar.), die nun nicht mehr geschleuderte Wäsche ausgewrungen und in den Trockner gesteckt. Die nächste Maschine mit Juniors Sportklamotten gefüllt (sowas kann echt nicht warten, wer jeden zweiten Tag vier Stunden zum Sport geht, bringt Gerüche mit, die locker gegen eine Kabine der Fußballmannschaft anstinken können.) und auf den Knopf gedrückt. "Fehler C 9". Super. Im Internet gegoogelt. Fehler C 9 bedeutet: Man hat ein Problem mit der Steuerung, genauer gesagt,  mit der Ermittlung der Umdrehungsgeschwindigkeit.
Junge Junge. Du sollst arbeiten, nicht denken. Wolltese aber nicht mehr. Auch ein sogenannter "Affengriff", mit dem man das System rebootet und alle Fehler auf Null setzt, half nix. Nach geschätzten 18 Jahren der Betriebsbereitschaft hatte das Teil wohl endgültig ausgedient.
"Bleib locker, du kannst die Waschmaschine von Opa bekommen, der braucht sie ja nun nicht mehr", vermeldeten die gelben Seiten, und nun muss Junior bis Montag auf seine frisch gewaschenen Sportklamotten warten. Und ich... Ich fühle mich irgendwie... irgendwie... nur so.. halb! Putzen und Ordnung machen kann ich nicht, weil ich das Knie mit oder ohne Bandage nicht schmerzfrei beugen kann. Wäsche waschen kann ich auch nicht, weil mich die Technik im Stich lässt. Was kann ich eigentlich überhaupt?!
OK. Bloggen.
Und Bügeln. Jedenfalls hoffe ich, dass mir da jetzt nicht auch noch wat schiefgeht.
Und falls doch, dann... dann.. fass ich heut besser nix mehr an.
P.S. Doch, ein was Wichtiges konnte ich heute hier auf meinem Kanapee dann doch noch erledigen: Alle meine Passwörter erneuern! Man hört ja doch immer wieder was Neues und ständig meine E-Mail-Adressen irgendwohin zum Prüfen schicken - davon halt ich auch nix (so kommt man ja auch irgendwie an sämtliche E-Mail-Adressen, wa?) - also hab ich erst mal alle geändert. Und zwar für jedes Konto ein anderes Passwort. Prompt wusste ich nicht mehr, welches ich wohin.... In den Blog kam ich erst mal schon, na das ist ja immerhin fast das Wichtigste ;)



Kommentare:

DerSilberneLöffel hat gesagt…

Wie, ein Tag ohne Kaffee wäre möglich? Man hat andere Probleme beim Stromausfall als keinen Kaffee? Na, da muss ich aber mal protestieren! Kein Kaffee, keine Denkleistung. Ich glaube, ich käme da nicht mal aus der Küche wieder raus vor Entkräftung.

Gute Besserung! Vor alle Dir, aber auch dem technischen Bestand.
LG, Holger

allemeineleidenschaften hat gesagt…

Ach mein Helmachen.... was machst du nur wieder für Sachen! Aber, tolpatschig biste ja nicht - so wie ich, lachh. Bei dir versagt die Technik, bei mir die Vorsicht, oder besser gesagt: bei mir siegt der Schwung, den ich immer habe.

Mir sind gestern auch 2 Dinge zu Bruch gegangen...... ein richtig teures Ding sogar, hab quasi 3,5 Stunden umsonst gearbeitet.

Wie jetzt? Deine Waschmaschine hatte vor geschätzten 18 Jahren schon eine Elektronik?
Und übrigens, Waschmaschinen dürfen in dem Alter auch mal den Geist aufgeben, finde ich. Ist schon ein hohes Alter und benutzt wurde sie in all den Jahren ja auch ständig. Miele, wa? Die sind die Besten! ;)

Der mit großem Abstand beste Satz den ich je gehört habe stammt jetzt übrigens von dir:
"Frauen sind ja so bekloppt.... Die müssen immer gut aussehen wollen, egal, wie weh das tut."
Wie wahr, wie wahr, Helma.

Ich wünsche dir gute Besserung und hoffe, du hast die neue alte Waschmaschine vom Opa schon im Einsatz gehabt!
Machs gut! :)