Sonntag, 24. August 2014

Pam´s Schreibzeit: Guten Morgen Leute…

Pam´s Schreibzeit: Guten Morgen Leute…: … habt ihr auch so gut geschlafen wie ich? Und dann das aufstehen… der Kaffeeduft erreicht das Riechorgan… das Zigarettchen glimmt auf… (Ich...



Auch wenn es den einen oder anderen Leser nerven mag - aber ich möchte irgendwie unbedingt gern zu diesem Post meine Gedanken loswerden. Natürlich könnte ich diese einfach auch nur in einen Kommentar unter Pams Post setzen, aber irgendwie.. fühlt sich das nicht genug an.

In jeder Zeile, in jedem Wort dieses Posts kann ich die Enttäuschung, die Frustration und auch das Unverständnis gegenüber anderem Unverständnis, vielleicht auch Ignoranz herauslesen.

Ich kann sie, ich kann Dich, Pam, so gut verstehen. Vier Jahre Kraft, Energie, die Du aufgebracht hast, um auf ein anderes Leben aufmerksam zu machen. Du hast unglaublich viel von Dir selbst gezeigt in der Hoffnung, es möge einen Denkanstoß bewirken, es möge Mut bewirken - oder es möge überhaupt etwas in den Köpfen anderer Menschen bewirken. Positiv natürlich.

Ich persönlich denke, dass Du sehr viel(e) mit dem, das Du getan, geschrieben, von Dir gegeben hast, auch erreicht hast. Vielleicht war Dein Blog der Anlass, dass es noch mehr Blogs gibt von Menschen, die sich mit ihrem falschen Körper quälen? Die sich damit quälen, ein Leben zu führen, das doch nicht zu ihnen gehört? Vielleicht hast Du anderen Menschen Mut gemacht, ohne es zu wissen?

Vielleicht haben sie sich nicht in der Öffentlichkeit "geoutet" (ich mag dieses Wort irgendwie nicht, es wirkt auf mich so... negativ.. Als müsse man sich für etwas rechtfertigen - aber das muss niemand, verdammt), aber vielleicht schreiben sie inzwischen auch einen Blog oder begeben sich in Foren oder oder oder?

Du hast irgendwo mal gefragt, ob Du eventuell zuviel erwartest - und ich bin mir nicht sicher, ob dem so ist. Vermutlich ja, weil Du Dir eine Offenheit, einen Respekt wünscht, die und der jedoch das Umdenken einer Gesellschaft bedingt? Vermutlich nein, weil verdammt noch mal jeder Mensch das Recht hat, sich als Mann oder als Frau zu fühlen, er sein zu können, auch dann, wenn er im falschen Körper zur Welt kam oder - wie andere Menschen mit einem Gendefekt. Was macht die Menschen mit intakter DNS zu einem besseren Menschen? Was macht mich zu einem besseren Menschen, nur weil ich eine Frau bin, die von Geburt an eine Frau war? Wer sagt denn, dass das so ist? Niemand darf das, und doch maßt sich die "breite Masse" dieses Urteil an, weil "es eben nicht normal ist". Aha, normal ist also, wies die meisten tun?

Ich weiß, dass Du nach dem 31. gehen wirst - und ich kanns nachvollziehen. Du hast vier Jahre lang Dein Leben auch der Öffentlichkeitsarbeit gegeben - und bei jedem kommt irgendwann der Tag, wo er sich sagt: "Ich habe meinen Beitrag geleistet, jetzt sind andere dran."

Und dabei ist im Grunde egal, ob wir über das Wetter oder über unser Leben und unsere Ziele bloggen.

Ich persönlich denke... Deine Arbeit war nicht umsonst. Definitiv nicht. Wenn sie im Blog oder bei FB nicht geteilt, nicht gewürdigt wurde - dann ist das keine Antwort auf Deine Arbeit, sondern ein Ausdruck der Oberflächlichkeit der Menschen, die dort mit Dir befreundet sind. Oder auch ein Ausdruck von einer Art "Gedankenlosigkeit", die nicht böse gemeint ist: Es wird gelesen, zur Kenntnis genommen - und gut... Für Dich ist es natürlich nicht gut, Du wünscht Dir, dass Deine Worte wirklich gehört und aufgenommen werden, Du möchtest Ergebnisse SEHEN.

Vermutlich jedoch sind aber nicht alle Ergebnisse sichtbar und auch nicht in Zahlen messbar.

Du hast auch mal gesagt, dass Du jahrelang die Menschen belügen musstest ob Deiner Selbst; dass Du es früher gewohnt warst, sofort die Ergebnisse Deiner Arbeit zu sehen.

Ein bisschen musste ich hier schmunzeln, weil eine Freundin von mir genauso ergebnisorientiert denkt und handelt, und die gelben Seiten sind da auch so.

Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob diese Ergebnisse immer die Ergebnisse einer Arbeit waren, die die Gesellschaft als solches aufrütteln sollten. Die etwas bewegen sollten, was vorher so noch nicht war.

Oder ob es eher Ergebnisse des alltäglichen Lebens, Geschehens waren?

Ich denke, dass das Anliegen, das Du hast, viel mehr Zeit und Geduld braucht, und dass jeder einzelne einfach auch nicht aufgeben darf. Zahlen und Ergebnisse werden nicht sofort kommen, und trotzdem hast Du die Menschen erreicht.. Dessen bin ich mir sicher. Doch wenn man aufhört, nachlässt, nicht mehr redet, verklingt das Gesprochene... versinkt im Vergessen... Wärs aber nicht schade um die vier Jahre?



FB... ist sicherlich keine Plattform für solche Themen. FB ist ein Bild unserer heutigen Gesellschaft: Bunt und oberflächlich. Ich bin wieder dort, auch meiner Söhne wegen, die ja nun weit weg sind - aber ich gehe inzwischen mit einer anderen Sicht heran.



Es ist das Kreuz unserer Erwartungen: Wir tun etwas und erwarten ein Ergebnis. Irgendeins. Eine Reaktion. Irgendwas. Aber am Ende stolpern wir genau über diese Erwartungen, weil sie sich so nicht erfüllt haben - und dann sehen wir in unserer Wut, Enttäuschung nicht, was wir stattdessen bekommen (haben)...

Kommentare:

~ Clara Pippilotta ~ hat gesagt…

Wahre Worte, Helma. Aber ich kann Pams Frust auch verstehen - viele Leute jammern lieber gemeinsam eine Runde und lachen dann über irgendeinen oberflächlichen Scheiss, als nur ein tiefergehendes Thema aufzunehmen. Ich werd da auf ewig den Kopf drüber schütteln. Und gerade Menschen, die aufrütteln wollen, legen ihr Herzblut in die Sache - da ist es eine herbe Enttäuschung, wenn man von sovielen ignoriert wird, während der oberflächlichste Mist gehypt wird ohne Ende.

Allerdings darf man den Blick nicht nur auf die richten, die nicht wissen, was Tiefe bedeutet oder gar Wertschätzung hierfür. Gerade wenn man aufrütteln will, muss man die sehen/erkennen, denen man Mut machen konnte. Und wenn das nur ein Mensch ist, dann hat sich der ganze Aufwand schon gelohnt. Finde ich. Vielleicht sollte ich das Pam schreibe, auch wenn ich dort noch nie "zu Gast" war im Blog?

Liebe Grüsse
Clara

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Weißt Du, Clara, jeder von uns, egal was er bloggt, freut sich über Resonanz, egal ob sie kritisch, witzig oder nachdenklich ist.
Und bei so einer Arbeit wie Pam sie tut, ist doch die Bedeutung noch viel größer?
Wenn Du das Bedürfnis hast, ihr zu schreiben, dann tu es :) Ich glaube, dass gerade Reaktionen von Menschen, die sie noch gar nicht kennt, die größte Bedeutung haben. Meine Meinung kennt sie ja schon. Aber ich bin eben auch nur eine. Es tut immer gut zu sehen, dass man mehr Menschen erreicht hat ;)

Und ich sehs genauso wie Du: Wenn wir enttäuscht und frustriert sind, richten wir unser Augenmerk vor allem darauf, was wir nicht haben oder was sich nicht erfüllt hat - und dann übersehen wir eben, was wir stattdessen bekommen haben. Oder noch bekommen können. Das ist menschlich..

Miki hat gesagt…

Ich "kannte" Pam nicht. Wir sind uns einfach nicht begegnet.
Jetzt alle Nutzer von sozialen Netzwerken zu geringschätzen, nur weil sie nicht das richtige Publikum erreicht hat oder diejenigen, die vllt. am meisten profitiert und mitgefühlt haben, sich nicht so gut ausdrücken konnten und wollten...ist schlicht (...) na gut, sag ich eben: nicht zielführend. Liebe Grüße Miki

Pamela Halling hat gesagt…

Ich kann nur sagen: Danke für diese lieben Zeilen und ich bin mir sicher das wir in Kontakt bleiben werden.
Alles liebe aus Essen,
eine Freundin im Herzen, Pam

Aprilwetter hat gesagt…

Deinen letzten Absatz unterschreibe ich. Sehr wahre und wohl auch schmerzhafte Worte.

"Es ist das Kreuz unserer Erwartungen: Wir tun etwas und erwarten ein Ergebnis. Irgendeins. Eine Reaktion. Irgendwas. Aber am Ende stolpern wir genau über diese Erwartungen, weil sie sich so nicht erfüllt haben - und dann sehen wir in unserer Wut, Enttäuschung nicht, was wir stattdessen bekommen (haben)..."

Etwas, womit ich mich nebenbei gesagt auch viel zu oft rumschlage. ;) Fakt ist, du kannst die Menschen nicht zu einer bestimmten Reaktion zwingen und die (mir leider durchaus bekannte Sicht) "die erkennen den Wert dessen nicht, was ich ihnen anbiete" ist... nun ja... menschlich, verständlich - aber leider nicht zielführend. Ich glaube eh, dass es immer schwerer wird, die Leute zu motivieren, irgendwie zu reagieren, sobald es übers Liken oder einen kurzen "gefällt mir"-Kommentar hinausgeht. Wenn du überhaupt noch tiefergehende Rekationen findest, dann am ehesten in Blogs und selbst da nimmt es ab, seitdem man die Dinger mit dem Smartphone oder dem Tablet lesen kann, weil es einfach echt mühsam ist, mit den Teilen gescheit zu kommentieren. ;)

Der Reiz der sozialen Netzwerke hat sich mir leider nicht erschlossen, obwohl ich's wirklich versucht habe. Aber ich halte nichts mehr davon, meine Aufmerksamkeit möglichst breit zu streuen und dabei nur an der Oberfläche zu kratzen. Ist nicht meins. Ich sehe aber am Junior, dass der FB einfach "braucht", weil so u.a. Termine vom Verein weitergegeben werden. Ohne FB-Account bist du da quasi nicht existent. ;)

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebes Aprilwetter, da hast Du völlig recht: Kommentieren über Smartphone oder Tablet ist auch mir zu umständlich. Ich lese darüber nur manchmal, wenn ich so gar keine Zeit hab, über den Rechner zu lesen, und gebe darüber oftmals auch die Kommentare frei, ohne sie auch (gleich) zu beantworten, doch das Kommentieren selbst mache ich fast nie darüber. Ist eben einfach zu mühselig.
Wenn aber ein Thema mich sehr anspricht oder berührt, dann such ich mir später den jeweiligen Blog noch mal raus und schreib was dazu. Ich gestehe aber auch, dass ich es manchmal vergesse.

Und was FB betrifft: Ich musste damit echt umgehen lernen. Mich darauf einstellen, dass es eben - wie Du so schön sagst - nicht über Like hinausgehen darf/ könnte/ sollte. Andererseits aber: Ich lese ja auch in einem Blog eines krebskranken Mädchens mit (maedchenhaftes.wordpress.com) und zur Zeit geht es ihr so schlecht bzw. hat sie mit sich zu tun, dass sie nicht bloggt, aber bei FB immer mal ein kurzes Statement hinterlässt, wie es ihr geht.
Ich kenn sie überhaupt nicht, sie wohnt wohl im näheren Umkreis da, wo ich gerade weggezogen bin, aber ich nehme unglaublichen Anteil an ihrem Leben. Und wenn FB als Plattform es mir ermöglicht, zur "gleichen Zeit mit meinen Freunden/ Bekannten etc." in gewissem Kontakt zu sein und zu bleiben, dann nutze ich diese Plattform gern.

Was mich nur nervt, ist, dass man für Anmeldungen auf bestimmten Seiten uuuunbedingt einen FB-Account haben MUSS, sonst kann man sich eben nicht anmelden. DAS kotzt mich wiederum an, weil ich mir nicht diktieren lassen will, ob ich einen FB-Account besitze oder nicht. Anfangs habe ich dann solche Seiten eben gemieden frei nach dem Motto "Dann halt eben nicht, dann eben ohne mich." Aber inzwischen setzt sich das immer weiter fort, und ich befürchte, dass ohne Google+ und/ oder FB bald kaum noch ne Anmeldung geht.