Montag, 2. Februar 2015

"I have so much to do, that I'm going to bed."

Hab ich irgendwo mal gelesen und fand ich spontan gut, diesen Satz. Kennt Ihr auch dieses Gefühl? So manchmal wenigstens? Dass man allein vom Gedanken an all die Dinge, die aktuell zu erledigen sind, schon so erschöpft ist, dass man am liebsten gleich zu Bett ginge?
Möglicherweise liegts aber auch am Montag Morgen, wo ich mich gemächlich aus dem Wochenende begeben habe und irgendwie noch nicht wirklich in der Stimmung bin zu arbeiten.
Draußen schneit es seit gestern, Mittwoch fahr ich wieder heim zur Jugend, und solange sie von sich aus sagen: "Musst du wirklich schon wieder fahren? Du bist doch gerade erst angekommen" bzw. "Wann kommst du noch mal? Mittwoch? Gott sei Dank!", dann verknote ich all die hämischen Zungen, die behaupten (würden), sie freuten sich auf mich nur der dann entstehenden Ordnung wegen.
Und sonst? Ja klar gehts mir besser, ist ja auch nichts Dramatisches passiert, halt eben nur so Alltagszeugs, das einem zuweilen auch mal auf die Nerven geht.
Auch ist der Liebste wieder zu Hause, ich schlafe nachts wieder besser, ruhiger und auch länger (Es muss was mit diesem Gefühl des Beschütztseins zu tun haben, vermute ich mal. Ich schlafe immer unruhig, wenn ich allein in einer Wohnung bin. Als Kind hab ich nachts immer unters Bett geguckt, bevor ich mich reingelegt hab. Beziehungsweise habe ich das Licht ausgeknipst und bin mit einem Riesensatz ins Bett gesprungen, nur für den Fall, dass da doch wer nach den Beinen greifen will. Man weiß ja nie! Auch habe ich meine Füße immer in die Decke eingewickelt, weil ich viele Jahre das Gefühl hatte, gleich greift mir wer danach. Jetzt als Erwachsene mittleren Alters mache ich solche Scherze vielleicht nicht mehr, aber abends im Dunkeln auf der Straße? Nur wenn sichs gar nicht vermeiden lässt. Aber na ja.... Wer sich im dunklen Zimmer sogar vor der eigenen Stuhllehne erschreckt und glaubt, da stünde wer in Fellweste.... Sagte ich eigentlich schon, dass ich diese Lammfelldeckendinger so gar nicht mag?)
Und ist die Bürostimmung wieder gut? Ja, ist sie. Klar. Gewitter ziehen auf, es knallt ordentlich und dann ist es wieder gut.
Nichtsdestotrotz.... Am Wochenende, so beim Gemüseschnipseln für eine lecker Karotten-Ingwer-Suppe mit Koriander (es ist leider nix mehr da!) ließ ich meinen doch etwas heftigeren jetzt-sage-ich-Dir-mal-meine-Meinung-aber-vielleicht-verteidige-ich-mich-auch-eher-Ausbruch vom Freitag Revue passieren. Und finde es immer noch richtig, dass ich mich zumindest für den heftigen Ton entschuldigte. (Für die Aussage selbst nicht, denn im Wort habe ich mich nicht vergriffen.) Andererseits... Müsste sowas nicht auch für den Chef gelten? Ich meine... muss er uns Angestellten nicht genauso Respekt entgegenbringen? Darf er uns anschreien und runterputzen, bloß weil wir die Angestellten sind und ihm der Laden gehört? Oder muss er nicht genau so die Form wahren wie wir es ja auch tun? Muss er das nicht auch dann, wenn man Angestellte hat, die denselben Fehler nicht nur einmal machen? Natürlich darf er Konsequenzen ziehen, wenn manche Fehler richtig Geld kosten. Aber den Respekt vor einer anderen Person, jünger oder älter, Angestellter oder nicht - muss er den nicht auch bringen?
Ich meine, wir sehen und verstehen die Belastung, der er ausgesetzt ist. Tauschen möchte da sicherlich niemand mit ihm. Aber rechtfertigt das alles?
Ist nur mal so ne Frage, die mir - wie gesagt - beim Gemüseschnippeln durch den Kopf ging und dies glücklicherweise ohne in Wallung geratendes Blut. Immerhin sind die zwei Finger gut verheilt vom letzten Mal, wäre doch schade, da gleich wieder reinzuhacken.
Übrigens, dieses Utensil zum Online-Bezahlen habe ich doch nicht in L vergessen (umsonst gezofft also), sondern in den Tiefen meines Schuhsackes gefunden, das einzige Tütchen, das ich nach der Reise noch nicht entpackt hatte. Wies da reinkam? Ich habe keine Ahnung. Es muss eins dieser Monster gewesen sein, die nachts unter Betten lauern. Es kann nur so gewesen sein.

Kommentare:

AnnJ hat gesagt…

Doch, doch - hier auch das Gefühl, dass allein die Menge an Arbeit lähmt. Erschwerend kommt hinzu, dass ich nicht einfach vor mich hinarbeiten und eins nach dem anderen erledigen kann - nein, zerteilen muss ich mich und auf alle anderen warten. Ach ja, der sch....Schnee da draußen nicht zu vergessen.

*seufz* Käffchen?

Lieben Gruß
AnnJ

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe AnnJ, herzlich willkommen bei mir - und ja, komm, lass uns ein Käffchen trinken!
Du sagst es - der scheiß Schnee!! Ich weiß, es ist erst Februar, der Winter darf das - aber ich mag ihn trotzdem nicht mehr haben. Erst recht nicht auf den Straßen.
Ich finde trotzdem schon fast lustig, dass bereits im Januar jeder Zweite den Winter satt hat und sich nach dem Frühling sehnt ;)
So, na denn jetzt mal Prost! :)

~ Clara Pippilotta ~ hat gesagt…

Huhu Helma, an das Gefühl kann ich mich noch gut erinnern. Ging mir regelmässig auf der Arbeit so :(

Was den Chef angeht - ich denke einfach, dass der Ton die Musik macht und habs noch nie verstanden, dass jemand denkt, wenn er Chef ist, darf er seine Angestellten anschnauzen und runterputzen. Sowas geht gar nicht und wenn das nochmal einer mit mir macht, werd ich ihn genau darauf hinweisen. Viel Stress entschuldigt keine schlechten Manieren!

Hier schneits grad auch wieder ganz zart. Es ist Februar und ich fieber auch schon dem März entgegen und dass es wärmer wird, die Sonne mehr rauskommt. Irgendwann reichts halt mit der Kälte und der Dunkelheit :)

Clara Himmelhoch hat gesagt…

Helma, du düst ja wie eine Weltmeisterin zwischen den "Welten" hin und her. Na gut, wenn du das überwiegend mit dem öffentlichen Bus machst, dann belastet es nicht dein km-Limit.
Ansonsten eine "mütterliche" (hihi) Frage: Hast du bei der Versicherung dein Fahrbudget erhöht? Oder hast du gar kein Limit festgelegt.
GAnz, ganz lieben Dank für deine Mail, ich antworte dir noch darauf.
Herzliche Grüße von Clara

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Clara I, ja ich seh es eben auch so: Stress entschuldigt einiges, aber nicht alles. Zumal das regelmäßig so ist.

Liebe Clara II, nein, eine Kilometerbegrenzung habe ich nicht, aber mit dennoch das falsche Auto gekauft: Ein Diesel hätte sich wesentlich bezahlter gemacht :) Mit dem Bus bin ich erst einmal gefahren, aber angesichts des aktuellen und zu erwartenden Schneegestöbers erwäge ich dasselbe noch mal! Dann hab ich erst mal paar Tage "Ruhe" und wenn ich dann wieder nach L muss, ist hoffentlich schon fast Frühling ;)

allemeineleidenschaften hat gesagt…

letzter Satz von dir: lachmichschlapp :) Das sind aber auch fiese kleine Monsterchen! :)

Ich lasse mich auch nicht anschreien. Von niemanden! Dann drehe ich mich um und gehe. Egal wer es ist, liebe Helma.