Montag, 29. Juni 2015

Die Freiheit für den Rundumblick

Ich bin ein visueller Mensch.
Ich liebe schöne Dinge. Dinge, die dem Auge und damit der Seele schmeicheln.
Ich mag schöne Postkarten. Ich mag schöne Fotobücher. Überhaupt mag ich schöne Fotografien.
Am liebsten mag ich Fotografien von Mohnblumen - und schmücke mit diesen gerne auch mein Titelbild bei FB. Meist sind das Fotografien von einer alten Schulfreundin. (Wenn ich "alt" schreibe, meine ich nicht, dass wir alt sind, sondern dass es eben.. ähm.. lange her ist, dass wir gemeinsam zur Schule gingen.) - und natürlich frage ich sie vorher, ob ich das verwenden darf. Immerhin hat sie sich, wie es aussieht, ihr Hobby zum (Neben-) Beruf gemacht und verdient sich damit ihr Geld. Ich liebe ihre Fotografien, weil sie sich auf das Schöne konzentrieren, es hervorheben - ein besonderer Blickwinkel, ein besonderes Licht.

Was letzte Woche bei mir eher nur in FB herumkursierte, hat ja nun mittlerweile auch die Nachrichten erreicht: Die EU will das Fotorecht verschärfen und nunmehr sowohl für Privatmenschen als auch professionelle Fotografen die Pflicht einführen, sich vor der Panoramaaufnahme UND Präsentation von festen, unbeweglichen Objekten, sei es privat bei FB oder auch kommerziell, die entsprechende Erlaubnis vom jeweiligen Eigentümer einzuholen.
Ich bin ja nun nicht der Mensch, der sich jeder Petition annimmt, und überhaupt bewerte ich Nachrichten und Mitteilungen nicht nur auf FB recht kritisch.
Dieser Petition jedoch habe ich mich angeschlossen und dort "unterschrieben", weil mir einfach nicht klar ist, wie man sich mit so einem - mit Verlaub - Schwachsinn die Zeit vertreiben kann, statt sich um wirklich wichtigere Dinge zu kümmern. Ob das verlorene Liebesmüh ist oder nicht, regungslos in Starre auf dem Sofa zu verharren bringt aber ganz sicher auch nicht weiter.
Mir ist klar, dass das Leben aller in jeder seiner Facetten weitergeht. Und während die eine Fraktion darüber berät, ob Flüchtlingspolitik allein damit betrieben ist, die Boote und Schiffe der Schlepper abzufangen und zu zerstören (als ich davon übrigens erstmals hörte, dachte ich wirklich, das sei eine Nachricht vom Postillon; musste mich dann aber späterhin davon überzeugen, dass das tatsächlich Ernst ist. Ich frage mich ehrlich besorgt, wie hoch nicht nur IQ, sondern auch EQ derjenigen sind, die diese Idee nicht nur auf den Tisch gelegt, sondern auch noch durchgesetzt haben. Und ich frage mich ernsthaft besorgt, wohin in dieser Welt das alles noch führt - und wann es richtig kracht. Denn dass es eines Tages kracht, dürfte wohl nun auch jeder verstanden haben, der irgendwie immer noch glaubte, es würde doch alles wieder gut.), unterhält sich die andere Fraktion darüber, wie man das Sommerloch füllt und stopft, wie man sich selbst und die Menschheit gleich mit noch mehr um die schönen Dinge im Leben bringen kann.
Das Thema "Griechenland" wage ich hier noch nicht mal wirklich anzufassen. Ein Land, das sich mit getürkten Bilanzen in die EU gemogelt hat, mit Austritt drohte, wenn man ihm die Kredite nicht gäbe und im Zuge dessen daran erinnerte, dass die Deutschen ja ohnehin noch eine -zig milliardenfache Reparationsschuld bei ihnen hätte. Sollen sie doch austreten aus der EU, ihre Schulden mitnehmen und zu den Russen gehen. Vermutlich bekommen wir dann gleich mal fünf Prozent Mehrwertsteuererhöhung, denn der Verlust der nicht zurückgezahlten Kredite muss ja schließlich auch wieder gedeckt werden.
Oder verhält sich alles doch etwas anders?
Ich kriege den Artikel einer Journalistin nicht mehr aus dem Kopf, die davon schrieb, dass selbst Terrorgruppen und -verbände erfunden wurden, ja wirklich erfunden wurden, um der Welt gegenüber plausibel zu machen, dass man ja in dieses Land einschreiten musste. Und in Wahrheit wollte man "nur" an die Erdölvorkommen, wollte man eigene Interessen durchsetzen.

Mir wurde mal gesagt, ich sei ein wenig... rosarot. Ich lebe in einer Traumwelt und sei zu Tode betrübt, wenn ich auf dem Boden der Realität ankäme. Ja vielleicht ist da sogar was dran. Wie ich ja unlängst erst schrieb: Oftmals betrachte ich mein Leben wie durch bunte Gläser, und ich will es oftmals auch genauso betrachten können, weil ich einfach nicht will, dass die Realität mich zerstört. Dass sie mich zynisch und verbittert macht und mich desillusioniert. Weil ich das Leben liebe und weil es immer noch so vieles Schönes gibt, um das wir uns mehr und mehr selber bringen.
Für mich symbolisiert der Verbot des freien Panormablicks irgendwie mehr als "nur" die Tatsache, dass niemand mehr etwas publizieren darf, für das er sich nicht vorher eine Genehmigung eingeholt hat - egal wie aufwendig und langwierig sich das in Zukunft gestalten dürfte (Ob wohl bei der Bildsuche im Internet dann aufploppt "Image coming soon - please try again 10 years later"?) Für mich hat es eher den Eindruck, dass jeder Mensch mehr und mehr an seinen DIN-gerechten Teller mit dem EU-standardisierten Löffel gedrängt wird - und wehe, Du wagst es, über diesen Tellerrand zu schauen! Das kostet dann aber, mein Lieber!

Kommentare:

Goldi hat gesagt…

Mir fehlen im Moment die richtigen Worte, daher fühle Dich bitte einfach gedrückt.

Anonym hat gesagt…

Es ist schon eine seltsame Welt, in der wir leben... So ganz unsympathisch sind mir die Verschwörungstheoretiker ja nicht.
Ob schon jemand daran gedacht hat, g**gle zu verklagen, weil sein Eigentum fremd gefilmt überall präsentiert wird?
rabenzahn

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Ja Goldi. Danke dafür!

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Jetzt hätte ich mich doch fast am guten-Morgen-Kaffee verschluckt, weil ich ein bisschen prusten und kichern musste: Liebe Rabenzahn, genau den Satz mit Google hatte ich auch geschrieben, aber dann wieder gelöscht :)