Sonntag, 29. November 2015

Both Sides Now

Der Liebste hat mir eine Frau vorgestellt. Sie war jung. Sie hatte langes blondes Haar.
Er hielt sie an der Hand, schwirrte um sie herum in dieser ganz eigenen Art und Weise, von der jede Frau weiß, was dies bedeutet.
"Es war nichts zwischen uns", versprach er. Verspricht er wiederholt.
Bis ich herausfinde, dass dem nicht so war. Dass die beiden sehr viel mehr miteinander hatten - seit einigen Jahren schon. Neben mir. Unerkannt und unentdeckt.
Ich empfinde ein Mischung aus... Verletztheit, Wut, vielleicht auch Hass, aber keine Verzweiflung.
Ich weiß ganz genau, wie mein Weg jetzt weiterführt.




Überall liegen Sachen von mir, von den Söhnen.
Geöffnete Taschen, geöffnete Koffer, ich stopfe alles hinein, nicht ziellos, nicht planlos, denn ich habe einen Weg, der mich weiterführt.
Es ist die Stimme meines Ex-Mannes in meinem Kopf, die da sagt: "Jetzt weißt du, wie das ist."
Aber ich weiß das doch schon längst. Ich wusste auch vorher schon, wie es sich anfühlt, betrogen zu werden.
"Es ist doch alles gar nicht so schlimm", will der Liebste beschwichtigen.
Ich schlage seine Hand weg, die nach mir greifen will: "FASS! MICH! NICHT! AN!"

Dann erwache ich.
Starre schockiert in das Gesicht des Mannes neben mir, der mich anschaut, fragend, weil er auf die Antwort wartet: "Möchtest du mit mir frühstücken?"
Es ist die vierte Nacht in Folge, in der ich von ihm träume. Wild durcheinander. Betrügen. Verunglücken. Anderes, das ich vergessen habe.
Die wunderbare Emma Thompson in ihrer Rolle der Ehefrau, die in der Vorweihnachtszeit eine goldene Kette in den Sachen ihres Mannes findet. Eine goldene Kette mit einem Herzanhänger, die er aber nicht ihr schenkt...

(und hier noch mal der Song in voller Länge... Ich liebe, liebe, liebe diesen Song - seit Februar 2005...)




Kommentare:

Goldi hat gesagt…

Es ist 00:42 und eigentlich wollte ich nur noch mal eben hier reinschauen und mit einem lächeln dann gleich in die Kiste schlüpfen. FRAU ZIGGENHEIMER, bitte führen sie SOFORT Kategorien ein und dieser Text gehört dann bitte in schlechte Träume. Dann kann ich vorher schauen.

Mein Adrenalin Pegel schnellte gerade aber sowas von hoch, ich glaub ich geh dann noch was Fernsehen schauen ;)

Zum Traum selber, so ganz ohne Fachkenntnis, aber ist es nicht so, dass wir am meisten Angst haben das zu verlieren was uns so gut tut? Und das unsere Psyche perfekt, alte Wunden dazu benutzt um uns in dieser Angst zum einen zu bestätigen und zum anderen uns darauf vorzubereiten? Denn wenn man ja schon mit dem bekannten schlimmsten rechnet, kann es ja nicht mehr so weh tun...

Nur Gedankengänge, wahrscheinlich auch absolut falsch, aber ich für mich würde in diese Richtung schauen.

Ich hoffe Du schläfst heute ohne solche Träume. Übrigens kann man Träume lenken, gerade die Träume die sich wiederholen. Ziemlich einfach sogar, indem man sich vor dem Einschlafen bewusst macht, dass alles was geträumt wird ein Traum ist und das man diesen nach einem anderen Drehbuch, nämlich dem eigenen schönen verändern wird;)

Beispiel? Die Blonde bin ich, die eigentlich gerade nach einem Mädelsvideoabend bei Euch gegangen ist und Herrn Blau unten vorm Haus gefunden hat und ihn nun am Händchen hoch bringt, weil er, so blau wie er ist, die Treppe nicht hoch gekommen wäre. ;)

Ich hoffe Du musst jetzt nicht den Bildschirm putzen ;)

Hab einen guten Wochenstart :-*

AnnJ hat gesagt…

Weia, erschreck mich doch net so - morgens um sechse !! :-)

Irgendwie scheint das ein kollektives Phänomen zu sein. Mein Feedreader ist voll von wirren Träumen, Schlaflosigkeit, Erschöpfung. Sogar der MannMitHut läuft am Limit - und ich lag heute früh zwischen drei und fünf auch wieder wach ....

Und was tun wir? Kopf schütteln und übergehen zum Tagesgeschäft.

~ Clara Pippilotta ~ hat gesagt…

Hallo liebe Helma, da ist mir beinahe auch das Herz stehen geblieben, als ich zu lesen begann. Aber wie gut, dass es "nur" ein Traum war.

Vielleicht will der alte Mist nochmal raus? Oft verarbeitet man ja über Träume auch Dinge. Mir jedenfalls geht es so.

Sei lieb gegrüsst (hier stürmt es noch ganz schön)
Clara

tikerscherk hat gesagt…

Alptraum!
Sichr nur ein Spiegel von Ängsten, nicht aber der Realität.
Wünsche einen umso schöneren Tag- die Sonne scheint!

Bohli hat gesagt…

....einer der Beweise das nicht jeder Traum wahr werden sollte. Wünsche dir ruhige Nächte und schönere Träume.

Annika hat gesagt…

Ich liebe diese Szene, wie auch den ganzen Film, vor allem aber diese Szene. Jedes Mal heule ich Rotz und Wasser.
Die wunderbare Emma Thompson spielt das mit soviel Würde. Herzzerreißend.
Hoffe, du verarbeitest deine Ängste recht bald...

amorsolalex hat gesagt…

@Annika, geht mir genauso. Ich kann auch dieses Lied nicht mehr hören, ohne an diese Szene zu denken. Beachtlich auch die Beherrschtheit mit der sie ihn zur Rede stellt und hinter der die Verletzlichkeit und Verletztheit so sehr zu spüren ist. Ich denke, sowas kann man nicht spielen, nur aus der Erinnerung wiedererleben.

Ach Helma.. Bei dir die Blonden, bei mir die Dunkelhaarigen? ;) Drück dich!

lautleise hat gesagt…

Liebe Helma,
ich kenne diese Träume wahrlich zur Genüge, und leider ist was dran.
Sowas passiert und es ist ein Teil unseres Lebens.
Und nicht immer lustig.
Sei ganz lieb geküsst - der Wolf.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Da bin ich wieder :)
Liebe Goldi, ich habs mal ganz bewusst so aufgeschrieben... Weil sich der Traum so real anfühlte, dass ich morgens tatsächlich verwirrt war: "Was macht das Schwein noch in meinem Bett?" ;) Und mir ist es irgendwie.. schwer gefallen, mich aus dieser - ich weiß gar nicht, wie beschreiben - Starre (?) zu befreien. War komisch, irgendwie.
Deinen Gedankengängen, übrigens, kann ich sehr, sehr gut folgen.
Übrigens, wenn Herr Blau die Treppe nicht mehr hochschaffen sollte, dann wirf ihn einfach in den Fahrstuhl und drücke die 3 *kreisch*

Liebe Clara, ich vermute auch, dass eher Verarbeitung dahintersteckt. Dass diese Verarbeitung letztlich aber auch Angst beinhaltet, dass etwas zerbricht, was einem sehr viel bedeutet.
Ob es also Realität ist, liebe Tikerscherk, werde ich eines Tages wissen - oder auch nicht erfahren.

Ja Bohli, das empfinde ich auch so!

Liebe Annika und Amorsolalex: Den Film an sich musste ich erst für mich entdecken, nach dem 1. Mal Sehen war der mir irgendwie... zu wirr, zu was-weiß-ich. Doch nach dem 2. Mal schauen... Und Emma Thompson ist einfach nur eine wunderbare Schauspielerin. Letztendlich ist es wie mit den Buch-Autoren: Etwas Eigenes ist immer mit dabei, und umso besser werden dann auch die einen oder anderen Darstellungen. Ich finde die Thompson einfach immer so authentisch. So... echt, als wäre das Dargestellte ihr Persönliches. Ich liebe aber auch ihre Rolle in "Die zauberhafte Nanny" :)
Ob ich so beherrscht wäre wie sie? Keine Ahnung. Vermutlich nicht. Ich bin... impulsiver.
@Amorsolalex: Ich bin da, glaube ich, gar nicht auf die Haarfarbe fixiert. Ich weiß auch gar nicht, welches "Idealbild" der Mann jeweils hegt. Das hinterfrage ich aber auch nicht :)

Ja Wolf, genauso ist das: Sowas passiert und es ist ein Teil unseres Lebens. Lustig ist das, denke ich, in keinem einzigen Moment. Ich kenne nur einen einzigen Menschen, der das Ganze in manchen Momenten aufregend und beinah witzig fand: Seither widert dieser Mensch mich an.



Goldi hat gesagt…

Fein, hab mir schon Gedanken gemacht wo Du steckst :-*

So realistisch? Hm, mit etwas mehr Fachkenntnis hört sich das sehr nach Flashback an. Fühl Dich mal gedrückt.

Den blauen Herrn in den Aufzug stellen? Der versucht dann sicher während der Fahrt über die Etagennummern Dich anzurufen und wundert sich, dass sich ein Mann meldet und ihn fragt, wie er helfen kann. Ne, ne, wenn ich den bei Euch vor der Türe aufgabel, bringe ich ihn Dir auch bis zur Wohnung, auf dem Weg interviewe ich ihn noch. Du weißt doch Besoffene und kleine Kinder sagen die Wahrheit ;)