Samstag, 9. April 2016

Kling Klang



Als ich heute Morgen aufstand und das Fenster öffnete, begegnete mir statt Sonnenschein und milden Frühlingstemperaturen Nieselregen. Kalt war es, so dass ich nur zu gern noch einmal unter die herrlich warme Decke kroch und mir diese bis zur Nasenspitze hochzog. Die Beine ausstreckte und die Füße wohlig aneinander rieb.
Ginge es nach mir, wäre dies ein Tag, den man durchaus im Bett verbringen konnte. Mit frühstücken im Bett, Zeitung lesen - oder auch mal wieder ein Buch.
Wie wäre es zum Beispiel mit... Hector? "Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück"?

"Es war einmal ein junger Psychiater, der Hector hieß. Er trug eine kleine, intellektuelle Brille und verstand es, den Leuten mit nachdenklicher Miene und echtem Interesse zuzuhören.
Hector war ein ziemlich guter Psychiater. Und trotzdem war er mit sich nicht zufrieden. Weil er ganz deutlich sah, dass er die Leute nicht glücklich machen konnte... Kurz entschlossen begibt sich Hector auf eine Weltreise, in der Hoffnung, das Geheimnis des Glücks zu entdecken. Und allen, denen er begegnet, stellt er dieselbe Frage, die wiederum bei Männern meist Belustigung, bei Frauen eher Tränen hervorruft: 'Sind Sie glücklich?'
Warum träumen wir so oft von einem glücklicheren Leben? Liegt das Glück im beruflichen Erfolg oder im privaten? Hängt es von den Umständen ab oder von unserer Sichtweise? Am Ende seiner Abenteuer hat Hector dreiundzwanzig Antworten und erkennt: Nichts ist einfacher, als wahres Glück zu finden."

Beinah liebevoll habe ich über den Einband und die ersten Seiten gestrichen. Ich liebe es, ein echtes Buch in der Hand zu halten. Den Geruch der alten, papiernen Seiten. Sorgfältig Seite um Seite umzuschlagen.
Natürlich verbringe ich diesen verregneten Samstag nicht ausschließlich im Bett.
Schon deshalb nicht, weil mich der Kaffeeduft lockte.
Schon deshalb nicht, weil heut Nachmittag meine Freundin auf mich wartet - in der Innenstadt.
Schon deshalb nicht, weil es schade wäre um einen vermutlich wunderbaren Tag, den man eben nur im Bett verbrachte.

Kommentare:

~ Clara Pippilotta ~ hat gesagt…

Das Buch klingt interessant. Ich mag es auch, "echte" Bücher in den Händen zu halten. Dieses Gefühl kann einem kein E-Book-Reader verschaffen :-)

Ich finde diese Zeiten, in denen ich mich aufs Bett lege und einfach nur lese - egal ob es schön draussen ist oder nicht - sehr wertvoll. Ich finde nicht, dass man da irgendwas verpasst oder sinnlos Zeit vertrödelt - ganz im Gegenteil. Auch ein Tag im Bett kann unendlich wervoll sein :)

Dir viel Spaß mit Deiner Freundin. Vielleicht kommt die Sonne ja doch noch heraus?

Liebe Grüsse
Clara

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Clara, ich muss gestehen, ich bekam das Buch schon vor zwei Jahren (glaube ich) geschenkt - und habe bis heute keine Gelegenheit gefunden, mich wirklich festzulesen. Aber das ist eines der Dinge, für die ich mir endlich auch mal mehr Zeit nehmen möchte.
Wenn ich genug Mahjong gespielt habe :D
Und nein, die Sonne kam nicht mehr, es blieb auch irgendwie viel zu kalt - dafür aber hatte es aufgehört zu regnen.
Und als ich noch allein gewohnt habe (also allein mit Kind, aber jeder hat ja so sein Zimmer gehabt), da habe ich zuletzt oft und gern einen Sonntag im Bett verbracht. Und habe montags regelmäßig bedauert, dass das Wochenende schon wieder rum war, bevor man genug entspannt hatte und nun eigentlich genug Energie gehabt hätte, etwas zu unternehmen :)