Montag, 6. Februar 2017

Fragen und Erkenntnisse


Im Rahmen eines - nun sagen wir - Testlaufes darf ich im Moment keinen Kaffee mehr trinken. Ich bin also auf Entzug. (Na gut, es hieß dann - vermutlich ob meines latent schockierten Gesichtsausdruckes: Bitte nur ganz wenig Kaffee! Und den erlaube ich mir dann zum Frühstück.) Einen Zombie macht das wohl gerade nicht aus mir, aber ich gebe zu, es verhilft mir zurück zu meiner typisch nordischen Mentalität: Ich rede noch weniger als sonst. Weil ich einfach nicht in Fahrt komme.
(Habe letztens gelesen, dass es im Norden "Moin" heißt und dass "Moin Moin" schon Gesabbel bedeute. Kann das völlig nachvollziehen.)
Manchmal ist dem Mann das unheimlich, dann will er mir pausenlos was erzählen, von Aktienkursen und Bewegungen an der Börse, von Achtzylindern und überhaupt. Alles Dinge, die mich brennend interessieren. Gähn. Und das macht er auch dann, wenn ich gerade meine Kopfhörer aufhabe, weil krachend laute Musik am ehesten meine aus verschiedenen Gründen derzeit aufgewühlte Gedankenwelt beruhigt. Dann wiegt er so lange seine Arme in Windradmanier, bis ich auf ihn und auf sein Mitteilungsbedürfnis aufmerksam werde und nach dem dritten, vierten "Ampelsignal" entnervt die Kopfhörer von den Ohren ziehe. (Manchmal drehe ich mich weg, damit ich in Ruhe die Augen verdrehen kann, und dann sagt Herr Blau: "Ich seh das, Frollein!") Übrigens finde ich klasse, dass es nach dem letzten Handy-Update auch so einen entsprechenden Smiley gibt. Der ist aktuell mein Favorit.

Mich beschäftigen zum Beispiel derzeit so Fragen wie... Wie geht das eigentlich, jemandem ein schlechtes Gewissen zu machen, indem man gar nichts tut? Und ich meine mit gar nichts tatsächlich gar nichts. Ich bin wie immer. Ich bin nur ruhiger. Na gut, stiller. Was zum einen am deutlichen Koffeinmangel liegt. Und zum anderen an der Tatsache, dass in keinem Vertrag steht, dass ich immer den Clown machen muss. Aber wieso kann man überhaupt ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn man doch eigentlich von seinen Entscheidungen überzeugt ist?
Zum anderen geht mir derzeit die Erkenntnis auf, dass vermutlich gar nicht darin das "Schlimmste" liegt, dass sich eine Tür schließt. Sondern dass das "Schlimmste" die Zeit dazwischen ist, bis man weiß, wo und welche neue Tür sich öffnet. Diese Ungewissheit dazwischen. Seit 2002 habe ich viel zu oft Phasen der Ungewissheit erlebt und muss sagen, ich konnte nur schwer damit umgehen.
Momentan schlafe ich nachts so ein, zwei Stunden. Dann träume ich oft, dass ich am Meer stehe oder darin bade - und immer träume ich von Wellen, die über mir sind. Nie aber reißen sie mich mit fort. Ich finde sie auch nicht beängstigend, ich finde sie geil und schreie vor Begeisterung. Also im Traum.
Heute Morgen habe ich mal nachgeschlagen, ob und was mein Kopf mir damit sagen wollen würde.
Es deutet auf Veränderungen hin, die durchaus sehr positiv sein können.
Na dann. Packen wir es doch an.

Kommentare:

Nelly aus Sachsen hat gesagt…

Ich trinke tatsächlich nur noch 2 Tassen in der Früh. Sonst fährt das Betriebssystem nicht hoch. Danach Tee.
Morgens reden? No way, egal ob mit oder ohne Kaffee ;-)

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Ich versuche es eher mit Kakao für den Kaffeeersatz. Bei Tee habe ich irgendwie immer das Gefühl, "ein Loch im Bauch" zu haben.
Habe heut an einem Autobahnrastplatz um Kakao gebeten. Die hat erst gedacht, ich veralber die, ich nehm dort immer Kaffee und die kennen mich schon.
Der Kakao war unfassbar süß, aber sowas von lecker - und ich bin auch jetzt immer noch satt. Und dabei ist das schon 9 Stunden her. So kompensiert sich dann die Süße auch wieder ;)