Montag, 27. März 2017

Kategorie: Webfundstücke




Ich glaube, ich bin inzwischen eine Meisterin des Verdrängens. Nicht gut, weiß ich. Eigentlich. Manchmal aber hilft mir das zu überleben, und so habe ich diese Eigenschaft (oder Eigenart?) in den letzten Jahren immer weiter vervollkommnet. Nicht bei jeder ersten Begrüßung und nicht bei jedem letzten Abschied habe ich immer gesagt oder gezeigt, was ich denke, was ich fühle, wie ich mich fühle.
Selbstschutz, ach das interessiert mich hierbei nicht. Mich interessiert nicht, ob ich mich angreifbar, verletzlich mache mit dem, was ich denke und fühle. Aber manchmal... ich weiß nicht.. manchmal ist das, was ich fühle und was ich denke, wie ein kostbarer Schatz, den ich nicht hergeben möchte. Nicht in einem Augenblick, wo ich den anderen Menschen noch nicht kenne, und auch nicht in einem Augenblick, in dem ich loslasse. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass man zuweilen auch jemanden schützen kann, indem man gar nicht alles sagt, was man denkt.
Und dann gehe ich meiner Wege und nehme all das mit. Sortiere. Nehme das Positive mit und hole es für mich hervor in Augenblicken, die ich mit mir allein sein möchte. Hole es hervor, betrachte es und dann fühle ich mich besser.

Als ich heute Abend dieses Bildchen fand, musste ich lächeln und dachte, hach ja, das bin sowas von ich... Die Musik und ich, ich und die Musik. Die Kopfhörer aufsetzen, den Kopf ausschalten, die Augen schließen und mich zurücklegen. Die Arme hinter dem Kopf verschränken und die Beine an die Wand lehnen. Die Welt ausblenden, alles ausblenden, und obwohl gerade vieles noch nicht so ist wie es sein sollte, ist es wieder da, dieses Spielfigurengefühl, die du nach allen Seiten anstoßen kannst und sie pendeln und kehren dennoch immer wieder in ihre eigene Mitte zurück...

Quelle: https://www.facebook.com/GrossesMKleeneElli/?hc_ref=NEWSFEED&fref=nf




Kommentare:

Anna hat gesagt…

*grübel* Was spricht dagegen, einiges (mehr) für sich zu behalten? Wie es mir wirklich geht und was ich wirklich denke, erfahren seit jeher nur sehr, sehr wenige Menschen- mit zunehmendem Alter wird es aber schlimmer. Und nie erfährt eine Person alles. Das gibt vermutlich verwirrte Gesichter, wenn diese Bruchstückchen am Ende des Lebens mal zusammengepuzzelt werden, wobei dann immer noch die 90% fehlen, die ich mit mir rumtrage. ;)

Das Bild ist klasse, danke fürs Teilen! <3

Nelly aus Sachsen hat gesagt…

Ich halte es für sehr gesund nicht immer alles zu sagen. Zudem man zwangsläufig auf eine Veränderung hofft, wenn man Dinge ausspricht

gretel hat gesagt…

Mit dem Bild kann ich mich auch identifizieren. Mit zunehmendem Alter nervt mich Geschwätzigkeit mehr. Nicht, dass ich mich einigele oder absondere, aber manche Leute reden und reden einfach - manchmal auch ohne vorher darüber nachzudenken.....
Verdrängen - sehe ich auch nicht nur negativ. Für mich persönlich ist es gut, die Zukunft komplett zu verdrängen und ganz im Jetzt zu leben. Was negatives kommen mag, kann ich nicht aufhalten, es wird passieren und dann muss ich mich damit auseinander setzen - aber warum denn jetzt schon.....
Liebe Grüße

Anna hat gesagt…

@Gretel: Muss gerade so lachen bei deinem Kommentar, denn die Geschwätzigkeit nervt mich auch immer mehr. Neulich beim Friseur: 5 Frauen im Raum, eine davon war ich. Und während ich einfach nur schweigend(!) mit geschlossenen Augen die Haarwäsche genießen wollte, hat der Rest gequasselt und gequasselt und gequasselt. Weltbewegende Themen, wie sie nun mal beim Friseur erörtert werden. Und das in einer Lautstärke, die wirklich jede Entspannung unmöglich gemacht hat. Nach 2 Stunden war ich fertig mit mir und der Welt und habe mich wirklich gefragt, was mit mir nicht stimmt und warum ich so ein maulfaules Stück bin.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Anna, es war mehr auf das Zwischenmenschliche bezogen. Mir ist öfter vorgehalten worden, dass man eigentlich gar nicht wisse, woran man wirklich bei mir sei, was ich wirklich denke etc.
Weil man manchmal auch eine Veränderung bewirkt, die man gar nicht wollte oder sich gewünscht hatte. Das ist meine Erfahrung, Nelly.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Gretel und Anna, Ihr wisst ja, dass ich im Norden geboren wurde und vermutlich auch lange genug dort gelebt habe, um die typisch nordische.. äh.. Gelassenheit bis heute mitgenommen zu haben. Was ja im Grunde auch genau das bedeutet, was ich mal bei FB las "Es heißt Moin. Moin Moin ist schon Gesabbel" :)
Es ist gar nicht mal so die Geschwätzigkeit an sich, die mich nervt; es ist oftmals eher insgesamt die Flut an Eindrücken, visuell und auditiv. Früher habe ich auf einer echten Insel gelebt, heute ist es so, dass ich mich oft und gern grad mit der Musik innerlich auf meine Art Insel rette, wenn mir alles zuviel wird.
Da habe ich Glück mit meiner Friseuse: Die hat nur 2 Stühle :D