Freitag, 29. März 2013

Versprochen ist Versprochen!

...und wird auch nicht gebrochen!
Hmm.
Versprochen war: Wir bleiben den ganzen Tag im Bett, auch zum Essen, schauen fern, lesen Zeitung, hören Musik. Und so.
Und noch am Telefon, kaum dass es hell geworden war (sagte ich schon, dass ich Frühaufstehen hasse?) verlauteten die gelben Seiten der Frau Mama: "Wir machen heute nüscht, wir bleiben im Bett und bei dem Wetter müssen wir auch kein schlechtes Gewissen haben."
Immerhin - Ostern versinkt nunmehr auch bei uns in blendendes scheiße Weiß. Aber darüber rege ich mich nicht mehr auf, das liest und sieht man mittlerweile überall und ändern tut  die ganze Jammerei auch nix.
Mein Leben jedenfalls hat mich gelehrt: Glaube erst dann, wenn du es auch gesehen hast.
Ja und was soll ich sagen? Meine leisen Bauchzweifel behielten recht: Die gelben Seiten sind schon eine halbe Stunde später nach besagtem Telefonat aufgestanden, haben die Wohnung gereinigt (vielleicht sollte ich das nächste Mal nicht um 20 Uhr staubsaugen?), Frühstück bereitet, Technik repariert - und dann wurde ich allen Ernstes gefragt, ob ich noch am Vormittag spazieren gehen möchte oder doch erst am Nachmittag.
Hallo?
Wie war noch der Deal?
Mein "Ich setze mich jetzt aber durch"-Versuch hat zumindest erst mal dahingehend geklappt, dass ich nicht in die weiße Wildnis hinausgejagt bin, sondern immer noch entspannt auf dem Kanapee ruhe, Erdbeeren nasche und das Weltgeschehen via Nachrichten verfolge.
Und die gelben Seiten?
Stehen in der Küche und bereiten ein zwei-Gänge-Menü!
Mal sehen, was ihm dann noch so einfällt.





Bildquelle: http://www.ich-brauche-lustig.de/wp-content/uploads/2012/11/versprochen-ist-versprochen.jpg

Donnerstag, 28. März 2013

Hammer heut schon Freitach? *Hicks*

Wenn ich mir manchmal selber so zuhöre, könnte ich glatt von mir glauben, ich sei eine stressgeplagte Alltagsfrau mit einem kleinen Problem in Form von Schokoladenkeksen und Weißwein.
Also die stressgeplagte Alltagsfrau lass ich mal so stehen, alles andere... überlege ich mir noch :)
Heute Nachmittag jedenfalls bekniete ich meinen Chef so lange, bis er mir entgegen seinem Credo: "Auch wenn Gründonnerstag ist, es ist ein ganz normaler Arbeitstag - und der geht bis 17 Uhr!" genehmigte, schon kurz nach halb vier die heiligen Räume zu verlassen.
Ich konnte echt nicht mehr. Ich war fertsch. Das Haar stand mir zu Berge, die Wimperntusche verteilte sich schon langsam auf meinen Tränen.. äh.. na und überhaupt. Ich sah aus, als hätte ich drei Nächte durchgefeiert - und so fühlte ich mich auch.
In einem meiner Lieblingsblogs las ich heute, dass vor ein paar hundert Jahren (warens soviele, Clara? Du kennst Dich doch aus ;)) den Jüngern am Gründonnerstag die Füße gewaschen wurden. Danach war mir heute echt! Hinlegen, ausbreiten, Augen zu - und verwöhnen lassen! Mal so richtig!
Mir mal durchs Haar kämmen lassen, die Haut eincremen lassen und die Füße waschen und salben. Och ja. Das hätte mir gefallen.
Aber nun ja. Eine Heid-schnucke wie ich kann eben nicht erwarten, dass ihr die Füße gebadet werden, wenn sie an den übrigen 364 Tagen des Jahres auch bloß nicht an Bruce Allmächtig glaubt.
Jedenfalls kam ich nach Hause, ich fühlte mich noch eine Stunde nach Feierabend so, als hätte ich mit der Steckdose gekuschelt - und ich konnte einfach nicht runterkommen. Hinlegen, Augen schließen... dann kratzte ich mich hier, schubberte ich mich da, öffnete immer wieder die Augen und wälzte mich ruhlos hin und her. Also doch ein Weinchen aufgemacht - und jetzt gehts mir richtig hübsch, wie man hierzulande sagt. Dann konnte ich auch endlich ein schönes Stündchen schlafen - und nun fühl ich mich pudelwohl und freu mich, dass immer noch ein paar freie Tage vor liegen.
Was ich an denen anstelle? Erst mal wird das Kinoprogramm durchstöbert. Es hat schon viel zu lange nicht damit geklappt, finde ich. Und morgen ist ja Feiertag, da dürften die Straßen erfreulich befahrbarer sein als heute oder vermutlich Samstag. Ich finde es ja immer wieder irre, dass die Leute bei nur einem freien Tag mehr schon glauben, es gäbe anschließend kein Essen mehr zu kaufen. Wahnsinn, wirklich. Da willste einfach nur nach Hause und musst dich auf etwa eine halbe Stunde Wartezeit mehr einrichten, eh du endlich an all den Kaufwahnsinnigen vorbeikommen kannst. Also ich bin da entspannter. Ich hab noch genug übrig vom letzten Einkauf und die gelben Seiten meines Vertrauens brachten heute extra noch einen gut gefüllten Korb zum gemeinsamen Wochenende mit.
Grad gestern wurde irgendwo im TV die Frage gestellt, ob wir Frauen überhaupt einen Mann brauchen und während ich glühend überzeugt "Na klar!" rief, rümpfte Junior II nur verächtlich die Nase: Als gäbe es daran auch nur irgendeinen Zweifel!
Aber der heutige Abend zeigt: Es ist wirklich gut, dass wir Euch haben! Denn während die gelben Seiten meines Vertrauens Abendessen zubereiteten, den Wein einschenkten und jetzt dem neuen Fernseher die richtige Peilung geben, trinke ich Wein und sehe rosa Elefanten! Und das kann ich noch drei Tage lang! Denn heut ist ja schon Freitag. Freitach? Ach verzählt. Datt muss am Wein liegen! Eindeutisch. Hicks.
Merry... äh... happy... Ach was - schöne Ostern!

Dienstag, 26. März 2013

Bloggen für die Welt

...oder doch für sich selbst?
Ich persönlich bin ja immer der Überzeugung: Wer nur für sich selbst schreibt, der schreibt keinen Blog, denn der ist ja geradezu prädestiniert dafür, dass fremde Menschen ihn finden und lesen. Und das - so meine ich - ist ja irgendwie auch der Hintergedanke des Bloggens.
Will man das nicht oder braucht man das nicht, dann kann man auch wie früher zu Füllfederhalter und Buch greifen und im stillen Kämmerlein hineinschreiben.
Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung.

Warum blogge also ich? Warum fing ich damit an?
Miss I. ist schuld. Sie und ihr Satz "Und wann bloggst du?" Hab ich wohl schon mal erzählt, kommt mir grad selber bekannt vor ;)
Sie schickte mir jedenfalls irgendwann mal den Link zu einem Blog einer knackigjungen Mama (wie ich es bin *smile*) einer pubertierenden Tochter und ich - die schon Geschichten erfand, kaum dass ich das Schreiben überhaupt erlernt hatte (okay, ich gebe zu, meine Erstmärchen gestalteten sich wohl eher in der Form der Schundromane, die meine Oma immer las, und obwohl ich noch so zarten Alters war, schrieb ich über die romantische Liebe und ER war immer schwarzhaarig und hatte braune Augen. Muss ich jetzt eigentlich hinzufügen, dass mein Ex-Mann haargenau auf diese Beschreibung passte? Und das mein Traum von einem Mann heute vollkommen anders aussieht und vor allem 380 Grad anders ist?)
Also begann ich auch zu bloggen, anfangs noch zögerlich ("Was schreib ich ins Internet, wenns dann auch jeder lesen könnte?"), dann aber mit wachsender Begeisterung. Schreiben ist eben doch einfach "meins".
Insofern entdeckte ich irgendwann beim Schreiben auch: Es ist mein Ventil.
Nach einem langen Tag steigen andere aufs Rad oder rennen sich die Lunge aus dem Leib.
Stecken sich ein Pfeifchen an oder haben Sex.
Und ich?
Ich falle todmüde auf mein Kanapee und - pling! - gehen erst mein Kopfkino und dann mein Laptop an.
Oftmals kann ich nicht mal was dafür. Tage, Situationen, Erlebnisse resümieren sich von ganz allein in meinem Kopf, bilden automatisch Sätze, Wortwendungen, die dann auch aufgekritzelt werden wollen.
Mir ist das Schreiben schon von so einigen Seiten vorgehalten worden - auch mit bitterbösem Unterton. So frei nach dem Motto: "Merkst du eigentlich nicht, dass du alles über den Blog kompensierst?"
Natürlich merke ich das. Ich weiß das sogar. Na und? Was ist schlimm daran? Den meisten Leuten kannst du eh nicht alles sagen, was du denkst - sie wollens nämlich gar nicht hören, auch dann nicht, wenn sie dich danach fragen. Diplomatisch, wie ich meistens bin, drück ich auch nicht jedem meine Meinung auf. Nur dem, der sich wirklich austauschen will. Ist doch politisch korrekt, oder?
Nichtsdestotrotz entwickle ja auch ich stets und Gedanken, Empfindungen, ich fühle Stress, Glück, Trauer, Verzweiflung, wegen mir oder anderen - und irgendwo muss das auch bei mir raus. Und dann, nach dem letzten Pinselstrich sozusagen, breitet sich wohltuende Entspannung in mir aus. Ich hab mich befreit. Ich hab losgelassen.
Manchmal fehlt mir zum Schreiben die Zeit - und dann spüre ich förmlich, wie ich unter Strom gerate, nervös werde. Nein, süchtig bin ich nicht. Aber ein Pulverfass, das zu platzen droht, weil die Emotionen nicht rauskönnen und die Entspannungsphase "danach" fehlt.
Und dann passiert es auch mal, dass ich mir eher mal zehn Minuten Zeit zum Schreiben nehme und dafür eine E-Mail oder eine sms unbeantwortet lasse bzw. das Beantworten auf später verschiebe.
Muss ich mich eigentlich immer wieder dafür entschuldigen?
Oder dürfte ich eher auf das Verständnis hoffen, dass auch ich nicht immer für alles und jeden da sein kann, sondern doch mal ab und an ein bisschen Zeit nur für mich selbst brauche?
Diese Frage sollte eigentlich rhetorisch sein, aber irgendwie... ist mir grad danach, sie mal in die Welt zu stellen.

Montag, 25. März 2013

Na was hättense denn gern?

wurde ich heute allen Ernstes und direkt auf nüchternen Magen gefragt.
Bloß stand ich hier nicht in der Bäckerei meines Vertrauens, sondern vor dem Tresen der Gastroenterologie (doch, datt Wort hab ich auch ohne Gockl hingekriegt ;)) - und dahinter saß ein weichlicher Blondschopf, eindeutig schwul, und der war sowas von zuckersüß, dass ich mich wieder daran erinnerte, dass ich (und das meine ich wirklich ernst) doch so gerne noch einen Freund hätte, der eben schwul ist.
Jedenfalls legte ich begeistert meine Hände auf den Tresen und war versucht zu sagen: "Ich hätte gerne eine Magenspiegelung, aber nicht die aus den unteren Reihen, kann ruhige die etwas Kostspieligere sein, Hauptsache, Sie kommen mir nicht noch mit irgendwelchen anderen Sonderangeboten!"
Na ja, ich war versucht, mich so auszudrücken. In Wirklichkeit habe ich natürlich lediglich breit gegrinst und gesagt: "Ich hätte dann gerne mal eine Magenspiegelung" und der nette Jüngling drückte mir ein Stück Papier in die Hand: "Mein Computer sagt, ich muss Ihnen nix weiter erklären, Sie kennen sich aus!"
Wir grinsten beide.
Das war nett. Doch wirklich, das hat fast Spaß gemacht. So wie die Krankenschwester, die mich schließlich aufrief und wiederum als Mutter zweier Söhne entpuppte, die mit Junior II auf derselben Schulbank hocken: "Na Frau Ziggenheimer, Sie haben aber Sehnsucht nach uns, wa? Schon s dritte Mal hier?" Und ich grinste abermals: "Keine Ahnung, ich komm einfach nicht los von dieser Abteilung."
Meine doch recht akute Erkältung spielte ich gekonnt hinweg (Wenn irgendwer mal "Germanys next Top-Actor" erfindet, bin ich dabei!), denn das Jüngelchen hatte mich gewarnt: "Oh, da kann es Ihnen echt passieren, dass der Doktor die Untersuchung verschiebt, Komplikationen mit der Narkose und so!"
Mal ehrlich: An Tagen wie diesen biste seelisch und moralisch auf alle möglichen Eventualitäten eingestellt - aber nicht auf diese! Ich wollte das unbedingt hinter mich bringen und wissen, was da in meinen Gedärms los ist!
Gehustet habe ich ergo nur ganz leise in meinen riesengroßen Schal hinein und den Kopf in meine Hände gebettet, wenn keiner hinsah.
Die gute Nachricht ist: Das Geschwür ist weg. (Und warum schmerzt mir der Magen immer noch?)
Die vermutlich standardisierte Nachricht ist: Zwei Proben wurden entnommen "Da war was, was wir nicht genau zuordnen konnten, in zehn Tagen kriegen Sie bescheid."
Die schlechte Nachricht ist: Kaffee vertrage ich irgendwie immer noch nicht.
Dabei könnte ich doch? Dabei dürfte ich auch? Na ja. Watt nich geht, geht halt nich. Gibt Schlimmeres. Und fürs Office morgen habe ich mir erst mal einen Sack "Entkoffeiniert" besorgt. Dann bin ich wenigstens nur noch für meinen eigenen Kaffee verantwortlich und muss mich nicht mehr darüber ärgern, wenn andere sich immer nur bedienen, bis nix mehr da ist - und dann klammheimlich abhauen. Kollegenschweine!
Ja. Und nun lieg ich hier auf meinem Kanapee, eigentlich war ich bis vorhin müde und kämpfte noch mit den Nachwehen dieses Narkotikums, aus dem ich heut irgendwie nicht so recht raus wollte... Überhaupt, da fällt mir ein: Jede/r Alleinerziehende, der nicht Mami & Papi & Freundeskreis ums Eckchen hat, wenns mal klemmt, der sollte echt einen Verdienstorden bekommen. Oder wenigstens eine Tapferkeitsmedaille?
Ich meine, nach so einer Narkose darfste 24 Stunden nicht Auto fahren, nicht mal allein Bahn fahren. Ja nur wie kommste dann nach Hause? Wer erledigt den nötigen Einkauf? Wer bringt dich zurück zum Hausarzt, der dich am Morgen noch aufforderte: "Und nach der Untersuchung kommen Sie wieder her!"?
Nach der Untersuchung versprach ich jedenfalls: "Ich geh nur mal zum Telefonieren raus, ich komm dann wieder" - und kreuzte heimlich die Finger im Rücken. Eine Notlüge, ich schwörs! Die sind doch erlaubt, oder?
In der hauseigenen Cafeteria goss ich mir erst mal ordentlich Käffchen hinter, dann konnte ich auch wieder geradeaus gucken und sogar laufen, dann ging ich testweise ein paar Schritte an der wunderschönen, aber klirrendscheißkalten Sonne spazieren - und dann fuhr ich einkaufen, zum Hausarzt, zur Post - und nach Hause. Wäsche waschen (fiebriges Kind schwitzt immer noch mehr als ich an einem Tag waschen kann), Wäsche trocknen, zum Bügeln bin ich noch nicht entnarkotisiert genug - ich könnt mich ja am Bügeleisen verbrennen - *gnihihihihiiii*, Abendessen kochen, Staub saugen, Blumen gießen.... dann schlief ich zwei gepflegte Stündchen.
Also ich finde schon, all jene Alleinerziehende ohne stützendes Beiwerk haben sich ihren Orden verdient. Morgen denke ich mir einen aus. Übermorgen male ich mir einen und hefte mir diesen an den Badspiegel. Vor dem steh ich immerhin jeden Tag und frage: "Spieglein, Spieglein an der Wand... ach komm vergiss es!"

Sonntag, 24. März 2013

Herzenswünsche oder: Glaube kann Berge versetzen

Es heißt ja immer so schön: "Wenn man sich etwas ganz doll wünscht, geht es eines Tages auch in Erfüllung!" Und die Pessimisten fügen dann gerne hinzu: "Pass auf deine Wünsche auf, sie könnten eines Tages in Erfüllung gehen!" :)
Jedenfalls ich gehöre zu den Optimisten und bislang habe ich noch nicht bereut, was ich mir da so von Herzen wünschte und was davon auch schon in Erfüllung ging.
Also dachte ich, erhebe ich dieses Jahr den dringenden Herzenswunsch: "Möge es doch endlich, ENDLICH Frühling werden!" Und wenn ich mich so auf Fratzenbuch & Co. umsehe und die wildesten geposteten Karikaturen sehe von wegen Frau Holle und so, dann geht es Euch allen genauso :)
Und ich dachte, es kann vielleicht auch nicht schaden, wenn ich Petrus ein wenig dabei auf die Sprünge helfe? Einen Tulpenstrauß nach dem anderen ins Fenster stellen. Sommerkleider kaufen. Urlaubspläne schmieden, mit barfuss am Strand und so. Stoßgebete an Petrus senden. Nur... So nachts auf dem eiskalten Balkon stehen und Wünsche in den sternenklaren Himmel schicken hat leider so ein paar Nebenwirkungen, genauso wie schon mal ganz demonstrativ den Frühlingsmantel trotz der minus 2 Grad anzuziehen: Statt eines entspannten Wochenendes mit Massage, Kino, Essen gehen, bummeln, spazieren na und was da alles eben so dazugehört, liege ich hier mit zwei Strickjacken, dicken Socken und Wohlfühlhosen - huste mir tags und nachts die Seele aus dem Leib, nehme brav jede Stunde einen Teelöffel von igitt-Honig (Honig ist so eines der Sorte Lebensmittel, die ich gar nicht mag) und betrachte sehnsuchtsvoll den Kleiderschrank: Die Winterklamotten habe ich schon fast alle rausgeschmissen, bei all den neuen Flatterkleidern geht mir langsam das Budget aus, der Kleiderschrank will schier platzen - und was ist Petrus' Antwort? Dicke Schneeflocken trieben gestern wild vor meinem Fenster. Vollpfosten!
Oder hab ich falsch gemacht? Wär ja nich s erste Mal :) Jetzt muss ich nur noch aufpassen, dass mir vor lauter Apfelkuchenfrustesserei die jüngst erworbenen Frühlingskleider nicht schon zu eng werden, bevor ich sie überhaupt zum ersten Mal anziehen konnte?
Als Optimist glaube ich jedenfalls weiterhin an die Erfüllung meiner Wünsche.
Und als Realist weiß ich, dass der Frühling schon aus rein kalendarischen Gründen bald kommen MUSS! Also?
Durchhalten, Mädels :)

Freitag, 22. März 2013

Schon wieder Freitag

...na Gott sei Dank!
Irre aber dennoch, wie rasend die Zeit vergeht. Schon wieder das erste Quartal des Jahres hinter uns, die Wochen verfliegen im Zeitraffer und alle die, die jetzt sehnlichst den Frühling herbeibeten, schimpfen vermutlich im Juli über unerträgliche Hitzewellen.
Tja, recht machen kann mans uns Menschen wohl nicht?
Dachte ich mir auch so in einem ganz anderen Zusammenhang, als Junior vor gut sieben Monaten sein sehnlichst herbeigewünschtes Smartphone bekam - Internetflat selbstverständlich inklusive, alles andere macht ja heutzutage keinen Sinn mehr. Telefonieren oder Simsen in Zeiten von Whatsapp & Co. sind eh out.
Also dachte ich: "OK, schließ halt einen Vertrag über zwei Jahre, dann haste die Kosten fest im Sacke und zwei Jahre Ruhe."
Ha ha.
Denkste Puppe.
Handies kann man ja auch verlieren.
Und wenn er ganz schlau ist, kann mans einfach nur kaputtmachen, damit man was Neues bekommt.
Geschmäcker ändern sich heutzutage viel zu schnell, blöde Wegwerfgesellschaft.
Was vor sieben Monaten noch heißbegehrt und als das einzig Wahre angepriesen wurde, ist nunmehr "OK" und "Wie lange hab ich das eigentlich schon? Ne Ewigkeit, oder? Was kostet eigentlich ein iPhone?"
Alter Schwede.
"Geh doch arbeiten, dann kannst du dir ein neues kaufen", entgegnete ich diplomatisch wie immer und ungerührter Miene.
Wehret den Anfängen: Pünktlich zum ersten eigentlichen Arbeitstag empfing mich das Kind gestern mit 39 Fieber, glasigen Augen und aufgeworfenen Lippen. Gut sieht wohl doch anders aus. Also noch mal losrennen, Apotheke (Paracetamol war aus), Hühnersuppe kaufen, Obst kaufen, Wasser kaufen, Kind bekochen, frische Wäsche hinlegen, durchgeschwitzte Wäsche waschen, trocknen, bügeln....
Es reißt irgendwie nicht ab.
Und arbeiten gehen ist für Junior so natürlich auch erst mal wieder vom Tisch. Ich bin ja froh, dass er an seiner gestrigen Deutsch-Vorprüfung teilnehmen konnte, die nächste Prüfung steht am Montag an und dann darf er auch noch zu einem Vorstellungsgespräch fahren. In der Zeit liege ich in der Klinik und schlafe meinen Rausch nach überstandener Spiegelung aus. Mich stört das so nicht. Mich stört nur, dass ich nun nicht sehen kann, WIE Junior zu diesem Gespräch fährt. Als ich ihm sein einziges Hemd bügelte (aus einem Skaterladen, bitte sehr, die Jugend will ja mit der Zeit gehen) und sagte: "Zieh das Montag mit ner guten Jeans an, aber bitte nicht die, wo die gewollten Löcher drin sind", da lachte er mich noch aus: "Mensch Mudda, wo lebst du denn, die Zeiten sind längst vorbei, ich geh im Tischört!" Na ganz klasse. Mir schwant schon so einiges. Aber gut. Mir wird wohl nicht umsonst immer wieder gesagt "Lass ihn seine Erfahrungen selber machen."
Okay!
Ächz.
Mach ich halt erst mal Wochenende und tu mir Gutes. Irgendwas dazu wird mir schon noch einfallen. Neben Schlafen.
Ich wünsch Euch was!

Quelle Foto: http://gbcode.de/data/media/27/freitag_3.jpg

Donnerstag, 21. März 2013

Es kreiseln die Kleider beim Kleiderkreisel

Fragt mich ja nicht, ob ich nüscht zu tun hätte außer zu bloggen :) Doch, hab ich, aber solange Chef nicht da ist, komm ich grad auch nicht mehr weiter, also warte ich auf ihn, trinke Tee und... schreibe halt :)
Vor einigen Tagen jedenfalls bekam ich indirekt über eine mir bekannte "Lady" (ist ihr Pseudonym, nicht dass Ihr denkt, ich hätte irgendwas Hochtrabendes getrunken oder so) den Tipp "Wenn du was suchst oder abgeben willst, geh doch mal zum Kleiderkreisel."
Indirekter Tipp heißt: Sie hat ihn wen anders gegeben und ich habs aufgeschnappt *grins*

Nun ja.
Ich finde ja schon auch, dass wir verdammt verschwenderisch oder so geworden sind. Ich meine, als ich noch klein war, so klein, dass ich noch nicht mal lesen konnte (und trotzdem kann ich mich dran erinnern, als wärs gestern gewesen ;)) bekamen wir zum Beispiel mal ein Paket vom Urgroßvater geschickt. Alle waren gierig darauf, es auszupacken, denn wir waren Ossis mit Wessi-Verwandtschaft, was zumindest bedeutete: alle Jubeljahre mal ein Westpaket mit Kaffee, Kaugummis und Apfelsinen.
Ja und ganz feierlich wurde das Paket auf den Tisch gestellt, alle standen wir ringsrum, erwartungsfroh und mit langen Zähnen - und dann wurde das Packpapier abgerissen und auf dem darunter liegenden Pappkarton stand in gewohnter fein säuberlicher Kraxelschrift des Urgroßvaters "Für Eure Hühner!"
Deckel ab und was kam zum Vorschein? Alte Brotkanten! Resteverwertung á la Ziggenheimer Goldsenior!
Da ham wa nich schlecht geguckt!
Dieser Urgroßvater, übrigens eine Seele von Mensch, an dem hab ich so gehangen, täte nachträglich Rotationsbewegungen im Grabe veranstalten, sähe er die heutige Marktwirtschaft, die am liebsten auch das Klopapier noch dreimal verpackte.
Müllberge ohne Ende.
Nach jedem Wocheneinkauf, den ich tätige, muss einer meiner Söhne mindestens zum gelben Abfallcontainer für Pappe, Folie & Co. Ist doch nicht normal, oder?
Wir ersticken noch an unserem selber produzierten Müll! (Übrigens, mein Trick-Filmtipp "Wallie" - niedlich für die Kids und bemerkenswert für die Eltern!)
Jedenfalls bin ich jemand, der den Müll trennt, der absolut keinen Abfall, und seis das kleinste Bonbon-Papier, in die Natur schmeißt, der ein schadstoffarmes Auto fährt, na ja und so weiter. Also war ich natürlich sofort offen und spontan begeistert, als ich vom Kleiderkreisel hörte und dort von der Möglichkeit, Sachen abzugeben oder zu verkaufen. Klar, ich könnte sie auch in die Kleidersammlung stecken. Aber irgendwie sperrt sich was in mir gegen diese Verfahrensweise, Klamotten an so ne Institution zu verschenken, die sie dann weiterVERKAUFEN. Wenn Ihr mich fragt: eine bodenlose Frechheit. Dann lieber die Variante "Frauenhaus", wo sie die Sachen sogar selber abholen und den Frauen und Kindern weiterverschenken. DAS nenne ich dann wirklich Solidarität und Hilfe.

Nun ja, gut, bin ich nun also auch angemeldet im Kleiderkreisel und sehe mich erst mal ein wenig um.
Gut finde ich die ganze Aufmachung der Seite, sie ist übersichtlich, die Filterfunktion ist gut gestaltet und dass man Käufer und Verkäufer bewerten kann, finde ich auch ganz wichtig.
Was mich bloß bisschen irriert: Du kannst bewerten in positiv, neutral und negativ. Positiv und negativ ist klar, muss man nix zu sagen. Aber was heißt "neutral"? Dass die Transaktion erfolgreich war mit Müh und Not? Man also nicht recht zufrieden war, auch wenn am Ende alles gut war?
Seltsamerweise stand in allen "Neutral"-Bewertungen "super netter Kontakt, alles klasse verlaufen, sehr gerne wieder :)" und so in dieser Tonart. Na da kann man doch auch gleich positiv bewerten?? Und die Interessenten nicht erst verschrecken so nach dem Motto "Huch, hoppsala, da hat wohl doch  jemand sein weißes Hemd nicht gewaschen?"
Oder will ichs heute wieder zu genau wissen?
Na ich bleibe mal gespannt, wie sich die Dinge entwickeln. Und zu verkaufen gäbe es bei mir genug. Der Frühling steht vor der Tür - alles muss raus - und dann  natürlich wieder was rein *hä hä*

Kinder, die anders sind

Als ich vor 24 Jahren das erste Mal schwanger wurde, kaufte ich mir ein Buch von Gerda Jun "Kinder, die anders sind". Ein Buch mit einem Elternreport, wo Eltern über ihr Kind berichten, das aus verschiedenen Gründen mit körperlichen und/ oder geistigen Schädigungen zur Welt gekommen ist - und wie das Leben mit ihren Kindern war.
Ich lese bis heute immer wieder in diesem Buch.
Nein, nicht weil ich selbst betroffen bin. Jedenfalls glaube ich das - aber weiß man das auch wirklich so genau? Immerhin denke ich an den Bericht über den Jungen Matthias, der, bedingt durch einen Sauerstoffmangel bei der Geburt, unter einer Hirnleistungsschwäche leidet - und sich in der Schule einfach nicht konzentrieren kann, der kaum eigenen Antrieb entwickeln kann und intensivste Zuwendung der Eltern und auch die Mitarbeit der Lehrer benötigt, um überhaupt den Anforderungen in der Schule gerecht zu werden... Dieser Matthias lebte in einer "Grauzone", wenn ich das mal so formulieren darf: zu klug für die Hilfsschule und nicht leistungsfähig genug für die Oberschule (heute die Realschule). Dazwischen die Mutter, die sich aufreibt, weil der Vater die Problematik nicht mitträgt...
Kommt mir irgendwie bekannt vor?
Dieses Buch ist mehrfach aufgelegt worden - und die Berichte der Eltern aus den sechziger Jahren. Eine Zeit also, in denen so viele medizinische Erkenntnisse und aber auch die Offenheit der Menschen (kann ich das hier eigentlich so sagen?) noch völlig in den "Kinderschuhen" steckte - oder auch gar nicht vorhanden war.
Seitdem hat sich so vieles verändert - zum Positiven. Wenigstens in medizinischer Hinsicht.
Ich weiß noch, was wir Unwissenden in der Schule für Späßchen trieben - und empfinde heute einfach nur Scham darüber. Meine Söhne habe ich von Anfang an so erzogen, dass sie allen Menschen offen gegenübertreten und sie nicht vorverurteilen, nur weil sie... eben anders sind als wir. Ich habe sie dahingehend erzogen, dass "anders sein" nicht gleichbedeutend ist mit "schlechter sein".
Oft habe ich mich damals und auch heute immer wieder gefragt, was uns "Normalos" glauben lässt, wir allein dürften über Sinn und Unsinn, Recht und Unrecht und vor allem Akzeptanz oder Nichtakzeptanz entscheiden. Wer zum Beispiel darf darüber entscheiden, ob ein Kind zur Welt kommen darf oder nicht? Die Eltern - ok. Aber ist es nicht auch so, dass man eher aus ängstlicher Unkenntnis heraus Entscheidungen trifft? Wie zum Beispiel ist das Leben mit einem Down-Kind? Kann es überhaupt glücklich sein? Ein erfülltes Leben führen?
Und ich erinnere mich weiter an einen Beitrag über Miriam, ein aufgewecktes, lebensfrohes Kind mit dem Down-Syndrom. Und den Satz des Vaters, der sagte, sie würden oft aufgefordert gewesen, Eltern mit Down-Kindern zu besuchen, um jenen die Zukunftsängste zu nehmen und auch zu zeigen: "Unser Kind ist genauso fröhlich und aufgeweckt wie all die anderen Kinder."

Seit einiger Zeit lese nun ich diesen Blog  http://sonea-sonnenschein.blogspot.de.
(Kleine Anmerkung aus gegebenem Anlass: Alle Blogs, denen ich folge, interessieren mich und die lese ich auch - sonst müsste ich ihnen ja nicht folgen ;))
Ich weiß nicht, wie es den anderen Lesern dort geht - aber insbesondere dann, wenn ich mal nicht so gut drauf bin oder irgendwie ein wenig durchhänge und ich schlage diesen Blog auf - dann schlägt mir soviel Liebe und Lebensfreude entgegen, dass ich mich dann oftmals frage "Hab ich jetzt grad wirklich ein Problem oder inszeniere ich mir nur eins?"
Ich bin wirklich dankbar für diesen Blog, ich bin froh, dass ich ihn eines Tages fand - und ich nehme mit jedem Post Anteil daran und er gibt mir irrsinnig viel.
Natürlich birgt das Leben mit einem Down-Kind viele Sorgen und Probleme - aber ist das mit allen anderen Kindern nicht auch so, wenn vielleicht auch anderer... "Natur"?
Woher wissen wir, ob unser Kind, wenn es groß geworden ist, glücklich und erfüllt leben wird? Wir wünschen uns das und wir wünsches es unserem Kind - aber wird es auch so sein? Hängt es irgendwann eines Tages an der Flasche oder an der Nadel, wie wird es mit den Erfahrungen und Enttäuschungen, die wir im Leben nun mal haben, umgehen können - oder auch nicht?
Versteht mich nicht falsch, ich will nichts beschönigen, schmälern oder gar schönreden.
Eltern mit Kindern, die eben anders sind, haben meinen vollen Respekt, meine ganze Achtung und überhaupt. Und ich weiß - ganz ehrlich gesagt - auch nicht, was ich tun sollte oder wollte, wenn ich vor dieser Entscheidung stünde. Mir ist aber eben auch bewusst, dass das vor allem da herkommt, weil man trotz aller "Öffentlichkeitsarbeit" immer noch viel zu wenig Wissen da ist, zu viel Unsicherheiten.
Soneas Mama hat erlaubt, obiges Foto zu verwenden - und ich tu das, weil ich der Auffassung bin, dass in noch vielen Köpfen ankommen muss, dass kein Mensch weniger liebenswert ist, nur weil er anders ist als Du und ich.

Sicher ist nämlich, dass ich auch mein Kind niemals weniger lieben würde, egal, ob es nun so oder anders ist - egal, ob von Geburt an oder erst Jahre später. Es ist mein Kind. Und so wird es immer sein.

Dienstag, 19. März 2013

Life Is For Living

...and Living is free!!




Eigentlich halte ich mich im allgemeinen schon für einen modernen Menschen.
Abgesehen von meinen teilweise antiken Möbeln.
Abgesehen von meinem zuweilen antiken Anblick, wenn ich in den Spiegel grinse.
Abgesehen von meinem hin und wieder antiken Musikgeschmack.

Jedenfalls habe ich mir diesen Song vor kurzem bei iTunes eingekauft - schon mal so als kleinen Vorgeschmack auf den bevorstehenden Sommerurlaub. Barfuss, Flatterkleider, Lederarmbänder an den Handgelenken, Blumen im Haar oder zwischen den Zehen... Hach ja. Wärs nur schon soweit.
Ich will übers Land cruisen.
Ich will die Fenster herunterlassen und das Haar im Wind wehen lassen.
Ich will mitsingen, laut und falsch, je schräger, desto besser.
Dieses Jahr jedenfalls stehen keine antiken Städte auf dem Plan, bei denen ich Gefahr laufe, mir wieder Elefantenfüße zu laufen.

You to Me
are like the sun in the sky
see how you fly
you have wings of your own

You and Me
our Love will last without end
ride with the wind 
want you follow me home...

Oder so ähnlich :)

Lust auf Sommer?
Lust auf mehr?
Lust auf Meer?
Na dann los! Noch ungefähr sechzig Mal schlafen. Und wenns mal wieder zu lange dauert - dann Mucke on!!!


Freitag, 15. März 2013

Finaaale - oh ho!

Letzte Woche Donnerstag nahm ich ja nun mein Schalten und Walten in diesem doch ganz netten Büro wieder auf (Diese Berufsempfehlung gab mir übrigens anno dazumal meine Oma: Sechzehnjährig hatte ich immer noch keinen blassen Schimmer davon, was ich eigentlich mal werden wollte, aber schon damals ein Faible für das Tippen auf Schreibmaschinen - weiß der Geier warum. Und während der Vater empfahl: "Mach doch Kellner, dann verdienst du vor allem gut nebenbei!", sagte meine Oma ganz entrüstet: "Das kannst du doch nicht wirklich wollen, da grabscht ihr ja jeder an den A**!" und zu mir sagte sie: "Geh lieber ins Büro, da hast du es immer schön warm und trocken!") - und ich stellte nach fast sechswöchiger Büroabstinenz fest: "Mir fehlt mein Mittagsschlaf! - Und Frauenruheräume sollten gesetzlich vorgeschrieben werden!" :)
Insofern hatte ich die Lacher an jenem Donnerstag (wohlgemerkt, mein 1. Arbeitstag nach gut sechs Wochen) auch auf meiner Seite, als der Chef gegen 17 Uhr auf die Uhr schaute und sagte: "Mensch, morgen ist schon wieder Freitag!" und ich voller Inbrunst seufzte: "Gott sei Dank!"
So. Und nun habe ich inzwischen sieben ganze Tage Office hinter mich gebracht und muss feststellen: Was auch immer es ist - irgendwas bekommt mir nicht. Seit zwei Tagen plagen mich wieder Magenschmerzen und ich sehe mit Ungeduld und leichtem Unbehagen der Nachkontrolle am 25. entgegen.
Nun ja.
Kann ja aber auch sein, man wird mich fragen, ab wann ich gedenke, meinen Kaffeekonsum einzuschränken. À la "Wer soll nun dein Herzblatt sein - der Kaffee oder das Geschwür?"
Ich weiß noch nicht wirklich, wie die Wahl ausfallen soll, denn ein Leben ohne Kaffee....


Okay.
Jedenfalls habe ich diese ereignisreiche Woche hinter mich gebracht und befinde mich bereits jetzt und hier an diesem Arbeitsplatz im Wochenendmodus. Ich glaube schon, dass ich mir das verdient habe. Ich meine, am Mittwoch wenigstens wollte ich mir nach dem stressigen Joballtag und den nicht minder aufreibenden Haus-und-Mutter-Pflichten einen achtminütigen Mallorca-Stopp gönnen und was erwartete mich stattdessen? Ein Filius, dem nun die Prüfungen ins Haus stehen, der auf die letzte Minute (wie auch sonst!) an seinen Noten zu feilen gedenkt (es geht hier nur noch ums Festigen, Verbesserungen sind wohl nicht mehr drin, die letzte Minute scheint zu kurz) - und der mich (MICH!) im Fach Mathematik um Hilfe bat.
Und das, wo auch noch der jüngst erworbene Taschenrechner mit Wurzel- und Winkelfunktionen seinen Dienst quittierte. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie aufgeschmissen man ist ohne kleine digitale Hilfsmittelchen?? Zeus, was nun? Rechenschieber? Abakus? Hatten wir nicht! Und säßen vermutlich heute noch dumm damit rum. Und das, was Mutti online fand, konnteste auch ganz geschmeidig wieder in den virtuellen Papierkorb schicken.... Wenigstens wusste ja das Kind, wie man einen Winkel errechnet (er hats mir erläutert, aber ich gestehe, ich habe es bereits vergessen, als er noch beim Reden war). Und so wusste es auch, dass die Rechenaufgabe in "4 geteilt durch 12,5" lautete - aber wie man das Ergebnis in die entsprechende Gradzahl umrechnete - daran scheiterten Mutter und Sohn im ersten und auch zweiten Gang. Junior lag dann schon ausgestreckt auf dem Bett, vertieft in Fratzenbuch & Co. und warf nur ab und an mal gönnerhaft ein: "Ach Mudda, nun lass doch, scheißegal, ich hab ja den Rest."
Pah. Kennste Mudda, weißte alles. Mudda kann sich mit Halbheiten nicht zufriedengeben. Provisorien - ok. Aber Halbheiten? Never.
Also ran an den Speck. Und so lange gesucht, bis wir nicht nur einen fähigen online-Rechner, sondern auch noch ein Forum fanden, in dem nicht nur dumm herumgesabbelt wurde, sondern sich endlich mal Klarheit am Ziggenheimerschen Himmel auftat.
Na endlich.
Ich muss sicherlich nicht hinzufügen, dass Juniors Konzentration inzwischen erheblich beeinträchtigt war  und bei den folgenden Sachaufgaben errechnete er mal eben, dass in einen Blumenkasten von einer Größe von 60 x 20 cm etwa 180 l Blumenerde passen...
Zwar bin ich kein Mathegenie, aber das Leben hat mir bereits logische Erkenntnisse vermittelt, so dass ich - diplomatisch wie immer - vor Begeisterung zu kreischen begann: "Junge, wo willste denn 180 Liter Erde hinkippen? Schütte die mal vors Haus, da haste wenigstens nen Hügel zum Rodeln!"
Alsdann Abendessen zubereiten, die Küche putzen und irgendwann gegen elf fiel Mudda ins Bett, geschafft vom Tag und ohne sich auch nur den Hauch einer mallorcinischen Sonne auf den Bauch scheinen lassen zu können. Und gestern? Nach der Arbeit in die City hetzen, Besorgungen erledigen, Blumen für ein Geburtstagskind besorgen, ein entsprechendes Käffchen auf Hoch-soll-sie-leben trinken, einen neuen Taschenrechner für das Kind erwerben, ein paar neue Kopfhörer für mich gleich mit dazu, mit der Bahn wieder heim, Abendessen zubereiten, Hausputz... ach na ja, watt soll ick vertelln....
Jeder Tag war mit irgendwas angehäuft, ich bin müde, ich bin kaputt, aber allein der Gedanke an dieses Wochenfinale: "Wochenende! Ausschlafen! Mittagsschlaf! Beine baumeln lassen! Handy aus" belebt mich ungemein - die Sonne scheint, mal schneits, mal tauts und wenn auch die Aussichten für die kommende Woche zumindest meteorologisch nicht wesentlich anders sind als die dieser Woche, so erinnere ich mich an mein eigenes Credo: "Genieße den Moment!" und das, was kommt, interessiert mich jetzt noch nicht :)


Montag, 11. März 2013

Stirb langsam - aber bitte nicht in der Badewanne!

Ihr werdet es sicher schon gemerkt haben: Seit der Postmann-Story ist es etwas ruhiger um mich geworden.
OK, ich will auch gar nicht so viel Wind drum machen oder das Ganze unnötig dramatisieren. Doch auch gestern bescheinigte mir eine Freundin erneut: "Sag mal, stimmt das, was du da geschrieben hast? Das ist ja gruselig!"
Ja, das finde ich auch, noch jetzt nach Tagen des Abstandes, und auch wenn sich dieses zarte Pflänzchen der Hoffnung darüber, dass endlich Ruhe einkehrt, auch weiter genährt und erstarkt hat, so fühle ich mich seitdem dennoch wie.... Ja, so, dass ich mich einigeln will. Mich zurückziehen, mich einmotten, einfach nur in Ruhe gelassen werden will. So ein Gefühl wie "Wer mich nicht kennt oder nichts Seriöses von mir will, der lasse mich bitte einfach nur in Ruhe und spreche mich auch nicht an!" Und auch Leute, die ich zwar kenne, aber denen ich es nun mehrmals und mehr als deutlich sagte: "Lass mich einfach nur in Ruhe!" und die trotzdem munter weiter in aller Seelenruhe über meine Grenzen latschen wollen  (oder es zumindest versuchen) - da könnte ich mittlerweile einfach nur noch schreien, toben, aggressiv werden.
So weit isses also schon mit mir schon gekommen.
So kenn ich mich ja nun wirklich gar nicht.
Aber ok.
Watt mutt, datt mutt halt.
Vielleicht wird es auch einfach nur Zeit, dass wirklich endlich Frühling wird. Zeit für besseres Wohlempfinden. Zeit für helle Abende, die ich auf meiner Terrasse verbringe, ein Glas Weißwein in meiner Hand und ein Buch auf dem Schoß. Mittlerweile befasse ich mich sogar mit dem Gedanken, Tomatenpflanzen auf meine Terrasse zu kübeln. Grünes, Buntes, Ertragreiches zu schaffen. Zitronenbäumchen? Lavendel? Zitronenmelisse? Brunnenkresse?
Ich und gärtnern! Häää?? Das passt genauso gut zusammen wie ein Fisch aufs Fahrrad!?


Keine Ahnung also, was gerade in mir so abgeht, ich weiß nur, dass seit gut vierzehn Tagen sich alles irgendwie verändert, in mir, dass ich nur meine engsten Vertrauten zulassen kann und will - und mich wahnsinnig gefreut habe, dass Mr. Hessen an den lange versprochenen TV gedacht hat und Miss Helma nun auch ohne Brille bequem vom Sofa aus fernsehen kann; dass besagte Freundin bei der erfolgreichen Gewinnung von zwei Kinogutscheinen an mich, an MICH gedacht hab, obwohl ich erst vor kurzem den zugesagten Besuch wortlos von meiner Agenda dezimieren musste... Na ja, leider hats mit dem Kinofilm ("Safe Haven") nicht so geklappt - das Kino war rettungslos überbucht - sowas hab ich auch noch nicht erlebt, und man bot uns an "Setzt euch doch auf die Treppenstufen!" Nee, also doch nich mit uns, simmer denn hier das Fußvolk oder was?





Also sind wir ein Käffchen trinken gegangen, haben ungefähr zwei Stunden lang geschnackt (Frauen halt!) - und wenigstens habe ich schon mal den Super Song bei iTunes eingekauft "(You can) Go your own way" von Lissie (nicht neu, aber super schön gecovered).

Ja und dann... war ich wieder zu Hause, schloss mich wieder ein, zog mich in mein Zimmerchen zurück. Musik auf. Internet an. TV an. Mich berieseln lassen und doch nichts sehen, nichts hören. Nichts, das aus mir herausfließt. Nicht weil es mir nicht gut ginge. So ist es nicht. Es geht mir nicht schlecht. Wirklich nicht. Trotzdem... Es ist, als wollte ich jeden meiner Gedanken und Gefühle für mich behalten. Damit mir niemand zu nah kommt. Damit niemand diese Linie übertritt, die ich um mich gezogen habe.

Am Abend.. eher zufällig.. unbewusst.. zappte ich mich durch die Programme des neuen Wunderteils (hach! Jetzt macht sogar zappen Spaß ;)) und blieb hängen am neuen Tatort mit Mr. Til Schweiger. Ach ja. Hatt ich doch von gelesen, dass der jetzt auch einen auf Hamburgs Schimanski machen will. Die Rezensionen bei FB heute morgen überschlugen sich. Von "Gibts den Schweiger Tatort auch mit Untertiteln?" (da hab ich ja am meisten gelacht :)) und "Mach doch ma die Zähne auseinander, Junge!" bis hin zu "Warum gibts nur Noten 1 bis 5, wo bleibt die 6?" war alles vertreten, zumeist aber eher bei den Frauen. Auch meine männlichen Kollegen waren der Meinung "Geiler Film! Endlich passiert mal was!", während wir Frauen uns weniger blenden ließen von krachschießkaputt.
Irgendwie wars ja doch die typische Schweiger-Manier: Irgend so ein brauner Filter vor der Kameralinse, so dass alles in "eigenem", aber eben unechten Licht erschien. Schimanski-Schweiger in seiner ewig währenden Problemvaterrolle mit (auch hier wieder echter) Tochter. Doch was mich am meisten nervte: Dieses ewige Gehabe von "Ich bin so toll, ich schaff alles allein, sieben Gangster auf einen Streich - und alle Frauen lieben mich, auch die, die ich schon vor Jahren verlassen hab". Sorry. Das geht mir auf den Sack.
Am meisten den Kopf jedoch schütteln musste ich bei jener Badewannenszene: Angekettet an den Haltegriff für Ommas und Oppas, riss Mann mal eben gleich die gut verschraubte Halterung samt Fliesenspiegel aus der Wand - klaro, denn die Bombe explodierte doch in ein paar Sekunden...
Was für eine gequirlte Scheiße, echt. "Stirb langsam" lässt grüßen. Diese Heros, ohne die die Frauenwelt nicht auskäme. Kotz die Wand an!
Und das ist es auch, warum ich solche und auch keine amerikanischen Actionfilme mehr sehen kann. Diese selbsternannten Supermänner, die die große Flatter kriegen, wenn frau sagt "Und was ist mit Heiraten und Kinder kriegen?"
Nur sein Kompagnon, der darf gerne weitermachen - der hat mir echt gefallen. Wenigstens was! :)



Quelle oberstes Foto: http://www.der-ideenladen.cc/wp-content/uploads/2010/11/cocooning.jpg

Dienstag, 5. März 2013

Wars das jetzt?

Heute Morgen, ich hatte gerade geduscht, hatte noch nicht gefrühstückt, da rumste mir folgende Mitteilung auf nüchternen Magen: "Frau Ziggenheimer, heute hat der H*ermes-Versand hier angerufen und wollte Ihre private Telefonnummer."
Mein Azubi.
Woher hat H*ermes meine Dienststellennummer?
Mir wurde ganz übel und schwer zumute.
"Aber du hast sie ihm nicht gegeben, oder?" Jeder weiß immerhin, dass es untersagt ist, private Daten herauszugeben.
"Nein, natürlich nicht."
"Was wollte der überhaupt?"
"Er sagte, er habe ein Problem mit einer Paketzustellung. Ich hab gefragt, ob er es nicht hier in die Firma bringen kann, aber er meinte, das ginge nicht, weil dem eine Beschwerde vorausgegangen sei."
Und dann rufen sie in meiner Firma an?
Er hatte wohl seinen Namen genannt, aber darin war sie sich nicht sicher, jedenfalls wusste sie diesen nicht mehr.
"Er will sich in einer Viertelstunde noch mal melden."
"Du gibst keine Daten raus. Er soll dir seinen Namen sagen und dann entscheide ich, ob ich dort zurückrufe."
In unserem tragbaren Telefon werden ja die Anrufnummern gespeichert, diese gab sie mir noch.
Scheiße, war mir mulmig.
In der Zwischenzeit wandte ich mich noch mal an den Kundenservice. Die Dame dort am Computer konnte den bisherigen Verlauf sehen, auch, dass meine Beschwerde weitergegeben war. Über Details war sie nicht informiert, Telefonnummern waren nicht hinterlegt, so dass sie mir nicht sagen konnte, wer sich hinter der Nummer verbarg. Ich schilderte kurz das heutige Ereignis und zog auch in Erwägung, dass eine Zustellung in dieser Woche anstand, eine Nachlieferung meines Lieblings-Modelabels.
"Davon sehe ich aber nichts", informierte mich Miss Computer. "Ich seh nicht mal, dass eine Sendung angekündigt wurde. Da ist noch nichts am Laufen."
Klar, dass mir noch merkwürdiger zumute wurde und mir das Herz doch wieder bis zum Halse schlug.
Kleine Rücksprache mit den gelben Seiten meines Vertrauens, dann fasste ich mir ein Herz und rief als "Unbekannter Teilnehmer" diese Nummer auf meinem Zettel an.
"Ah Frau Ziggenheimer, gut, dass Sie anrufen", sagte eine jüngere männliche Stimme - eindeutig nicht der Postbote. "Ich habe hier eine Info auf meinen Tisch bekommen, dass es eine Beschwerde gegen einen unserer Zusteller gab. Wir hatten leider nur die Nummer Ihrer Firma im System hinterlegt. Schildern Sie mir doch bitte das Ganze noch mal, damit ich weiß, worum es hier überhaupt geht."
Also wiederholte ich alles noch mal von A bis Z, dann holte der andere tief Luft.
"Okay. Also erstens: Dass jemand im Rahmen seiner Tätigkeit als H*ermes-Bote versucht, nebenbei Medikamente zu verkaufen, das ist schon mal gar nicht gestattet. Ich muss Ihnen auch ehrlich sagen, Sie sind nicht die erste, die sich über den Herrn beschwert. Aber Sie sind die erste, die so massiv belästigt wird. Trotzdem der Herr ja auch verheiratet ist."
"Ja und wie geht es nun weiter?"
"Auf jeden Fall ziehen wir den Herrn aus dem Verkehr, der wird in Ihrem Bereich keine Briefe oder Pakete mehr zustellen."
"Na Hauptsache, er kriegt jetzt nicht erst recht Frust und Wut auf mich..."
"Davon gehen wir nicht aus. Ich denke, mit dieser Handlung hat es sich für Sie dann auch erledigt. Ich gebe Ihnen hier noch meine Telefonnummer, falls noch irgendwas sein sollte. Ansonsten wünsche ich Ihnen alles Gute."
"Danke."
Das Ganze soll mir in den kommenden Tagen auch noch mal schriftlich mitgeteilt werden. Ich hoffe, dass es das jetzt auch nun wirklich war.
"Ich würde es dir echt wünschen", merkten die gelben Seiten meines Vertrauens an. "Aber ich finde komisch, dass die dich deswegen versuchen, in der Arbeit anzurufen. Und dass diese Nummer und auch der Name des Herrn, der dich da angerufen hat, gar nicht beim Team mit angegeben ist. Weißt du, wer das am Ende wirklich war?"
Ich habe dann selbst auf dieser Homepage nachgeschaut. Vom Chef bis zur popligen Sekretärin sind dort alle mit Namen, Telefonnummer und sogar Foto vorgestellt. Nur der, mit dem ich sprach, nicht. Und die Vorwahl... zeigt auch einen ganz anderen Ort an...
Oh Mann. Entspannung im Kopf... wird mir echt nicht leicht gemacht. Aber ich schöpfe trotzdem... erst mal neuen Mut und Optimismus. Ganz zart.

Beziehungsgeschädigt?

Dieser Begriff hat mich in den letzten zehn Jahren oft begleitet, insbesondere in meinen Singlezeiten. Ja wenn ich berücksichtige, dass ich nicht auf Frauen stehe und demzufolge eher nur mit Männern zu tun habe, kann ich auch nur sagen: Meist empfinden sich die Männer als beziehungsgeschädigt. Oder gar beziehungsunfähig.
Inzwischen habe ich im Freundeskreis auch ein paar Mädels (gehabt), die sich als solches bezeichnen. Oder meine männlichen Freunde erzählten mir von ihren Dates und/ oder Beziehungen mit Frauen, die sich über den oder die Ex' ausklagten und - oh Wunder - just in diesem Augenblick an ihre Beziehungsunfähigkeit erinnert wurden, wenns grad irgendwo hakte.

Wenn Ihr mich fragt: Für mich alles faule Ausreden. Einerseits, das ist mir schon klar, gibt es mitnichten Menschen, die in ihrem Beziehungsleben wieder und wieder in die... äh... nun ja, Ihr wisst schon, griffen, die vom ersten Mann verprügelt, vom zweiten Mann ausgenommen, vom dritten Mann betrogen und vom vierten Mann was vorgesoffen bekamen. Da kann man - je nach Erlebnissen - durchaus den Glauben an die Liebe oder an ehrliche, zärtliche Gefühle verlieren - oder unfähig werden, mit Komplimenten oder eben aufrichtigen Gefühlen umzugehen. Bei letzterem nehme ich mich ja auch nicht aus. Zu lange habe ich auch mir eintrichtern lassen, ich sei nicht liebenswert, ich sei nur anstrengend etc. pp.
Aber hat mich das alles wirklich auch beziehungsunfähig gemacht? Ja okay, ich hab viele Jahre allein gelebt, also nicht allein, da sind ja meine Söhne, aber eben ohne Partner. Was mir anfangs echt schwer fiel, hab ich nach Jahren begonnen zu genießen: keine Rechenschaften ablegen müssen. Anziehen, was gefällt. Zurechtmachen, wie es gefällt. Die Wohnung einrichten, wie es gefällt. Essen, was und wann wir mögen. Schlafen, wann ich wollte. TUN - was ich wollte. Auf Dauer erfüllt das natürlich nicht, mein Lebensprinzip sah auch nie vor, dass ich mein Leben so ganz ohne Mann an meiner Seite verbringen wollte. Aber dass es eben auch nicht so klappte wie ich wünschte oder es stellenweise mehr als holprig lief, hat mich ab irgendeinem Zeitpunkt auch nicht mehr entmutigt. Gelassenheit des Alters vielleicht? Oder - um es mit den Worten einer Lady zu sagen - weil man sich des eigenen Wertes irgendwann (doch) bewusst wird und in sich die Gewissheit verankert: Alles kommt, wie es und wann es kommen soll?
Und sicherlich musste auch ich dann und wann feststellen: Partnerschaften verlangen manchmal eine Menge Kompromisse, Zugeständnisse, ein Aufeinanderzugehen und in gewisser Weise auch eine Rücksichtnahme auf Gefühle und Empfindungen anderer, was ich so nicht mehr gewohnt war.
Und nun noch mal: Hat mich mein Singleleben in der Tat beziehungsunfähig gemacht? Oder wenigstens beziehungsgeschädigt dahingehend, nun mit dieser Erkenntnis die Flinte ins Korn zu schmeißen und mit fliegenden Haaren davonzurennen, sich zu verkriechen, sich selbst zu bemitleiden und die Wunden von anderen Leuten lecken zu lassen?
Nein!
Mal abgesehen von den Menschen, die wirklich Schlimmes, Prägendes in ihren Beziehungen erleben mussten und die auch die Zeit brauchen, dieses Erlebte zu verarbeiten, gibt es aus meiner Sicht keine Beziehungsunfähigkeit. Für mich bleiben das faule Ausreden dafür, dass man im Grunde immer nur nach Selbstbestätigung sucht, nach diesem Gefühl, auf einen Podest gehoben zu werden: "Was du machst, ist so toll. Wie du aussiehst, ist einfach nur super. Wie du dein Kind erziehst, ist ratgeberfreundlich" *kotz* Und alles das, was dem entgegensteht, wird abgewehrt, man flüchtet, und man flüchtet sich dahin, wo ja bloß nicht kritisiert wird.
Vor ein paar Jahren hatte es mir mal jemand gesagt und ich finde, er hat total recht: "Wenn du Single bist und dich nur mit Freunden oder Bekannten umgibst oder gar Leuten, die dich umwerben, die werden dir nie so schonungslos die Wahrheit ins Gesicht sagen oder so offen ihre eigene Meinung über dich wie der eigene Partner. Weil der das größte Interesse daran hat, dass es dir gut geht, während alle anderen abends nach Hause gehen, die Tür hinter sich schließen und sich ein Weinchen eingießen."
Ja ja ich weiß schon, pauschalieren kann und will ich das nicht - auch ich hab Freunde, die richtig schonungslos sein können - weil sie es gut meinen.
Aber wenn ich schon immer höre, eine Frau oder ein Mann, die mitten im Leben stehen, lernen einen neuen Partner kennen und nach wenigen Wochen tauchen erste Zwistigkeiten auf - und schwupps, ist man ja ach so beziehungsgeschädigt, da könnte ich wirklich k**en - sorry. Ist der moderne Mensch von heute nicht mehr in der Lage, sich für etwas einzusetzen? Ist der moderne Mensch von heute dank der vielen technischen und technologischen und sonstigen Erfindungen so von Anstrengungen befreit, dass er nicht mehr weiß, wie er mit neuen, anderen umgehen soll? Die moderne Wegwerfgesellschaft auch auf dem Gebiet der Emotionen?
Oder ist die Beziehungsunfähigkeit eher die Unfähigkeit, mit Kritik umzugehen, nur weil man es gewohnt ist, Recht zu haben oder dass niemand widerspricht?
Lächerlich. Wirklich, ich finde es lächerlich. In bestimmten und speziellen Fällen. Wer dich in allem nur toll findet und keine eigene Meinung vertreten kann, der wird dich auch nicht weiterbringen. Auch wenn er dich noch so liebt. Und ich finde es wichtig, enorm wichtig. Dass beide sich gegenseitig weiterbringen. Sich weiterentwickeln. Ansonsten wird es nur einer tun - und der wird irgendwann gehen. Und wenn sie sich beide nicht weiterentwickeln, bleiben sie beide da stehen, wo sie immer waren. Will das ernsthaft wer?
Ich nicht!

Quelle Foto: http://images.nzz.ch/app.php/eos/v2/image/view/643/-/text/c0d33ac7/1.14556531.1327569678.jpg

Donnerstag, 28. Februar 2013

Wie werde ich ihn los in null-komma-nix?

Irgendwie hatte ich es geahnt und auch befürchtet. Heute bekam ich wieder Besuch vom Postboten - und das ganz ohne Post. Einmal mehr danke ich dem Erfinder von verriegelten Haustüren und Wechselsprechanlagen.
Jedenfalls, es klingelte, Junior war gerade im Badezimmer, also schritt ich energischen Schritts zur Tür.
Er sagte nicht: "Post" oder "H*ermes" wie üblich, er sagte einfach nur:
"Hier ist der Ulli. Ruf mich bitte heute Abend mal an."
Ich glaubte mich verhört zu haben.
"Hören Sie, das geht jetzt wirklich zu weit! Lassen Sie das!"
"Bitte, du musst keine Angst vor mir haben, ruf mich b-i-t-t-e heute Abend mal an."
"Lassen Sie mich b-i-t-t-e in Ruhe, gehen Sie!"
"Ich liebe dich", antwortete er, da hängte ich ein.
Junior und ich verfolgten aus dem Küchenfenster, dass er auch wirklich in sein Postauto stieg und davonfuhr.
Ich gebe zu, meine Hände haben gezittert, als ich zum Telefonhörer griff und die gelben Seiten meines Vertrauens anrief.
"Jetzt reichts. Du gehst zur Polizei und du meldest ihn bei H*ermes! So geht das nicht weiter und ich will nicht erst warten, bis dir etwas passiert! Hast du seine Adresse? Dann fahr ich morgen Abend gleich mal hin."
Schlimm genug, wenn ich mich selber zerteilt in irgendeiner Kühltruhe liegen sah. Schlimmer aber noch die Vorstellung, dass entweder meinen Kindern oder auch meinen gelben Seiten etwas Böses passieren würde. Das würde ich nicht überstehen.
Ja klar kann man übertreiben oder sich hineinsteigern. Doch ab wann weiß ich, wann Gefahr besteht und wann nicht? Woher weiß ich, ab wann ich eine Situation wirklich ernst nehmen muss - und wann nicht?
Ich meine, ich hatte das früher schon mal, zu meinen Internetdatingzeiten. Da habe ich auch ab und zu mal mit Leuten telefoniert und einer von denen sagte so ganz nebenbei: "Übrigens, ich hab ja jetzt deine Telefonnummer. Ich weiß, wie du mit vollem Namen heißt und wo du wohnst. Eigentlich könnte ich dich dann auch einfach mal besuchen."
Falls er das als warnenden Hinweis gemeint hatte - ich hatte es sofort verstanden. Seitdem telefonierte ich niemals wieder über mein privates Festnetz, inzwischen bin ich auch umgezogen und meine Rufnummer steht in keinem Verzeichnis mehr.
Ich habe heute den ersten offiziellen Schritt unternommen: Ich habe mich an den Kundendienst des Versands gewandt und die Sachlage geschildert. Ich hatte wirklich auch den Eindruck, dass man mich absolut ernst nahm.
"Ich leite das sofort an die Geschäftszentrale weiter, mit dem Herrn wird eine Unterredung geführt. Sollte er noch einmal zu Ihnen kommen, vor allem ohne Post, sollte er noch irgend etwas zu Ihnen sagen, dann bringen Sie es bei der Polizei zur Anzeige."
"Warum warten??" sprangen die gelben Seiten im Viereck. "Muss denn erst was passieren?"
Natürlich nicht. Aber jeder weiß auch, dass bei den grünen Freunden in der Tat erst etwas passieren müsste, damit sie überhaupt aus ihrem Sessel aufstehen. Ich hoffe also, dass dieser "Warnschuss" genügt, damit er mich nicht weiter belästigt.
"Na hoffentlich haste ihn jetzt nicht erst richtig provoziert", merkte Junior an. Verdammt. Wieso musste das Kind aussprechen, was ich selber befürchtete?
"Na ja", fügte er einen Moment später hinzu. "Vielleicht hat ers ja aber jetzt auch begriffen."
Habe ich eigentlich noch einen Schnaps im Haus?

Mittwoch, 27. Februar 2013

Das Ziggenheimersche Belohnungssystem

...funktioniert genauso wie die meisten anderen weiblichen Belohnungssysteme: entweder essen oder shoppen. Na ja nicht immer - aber...
Zwar hab ich lang und breit hin und her überlegt, für was ich mich eigentlich belohnen soll? Vermutlich könnte ich angesichts der letzten vier Wochen einen Weltrekord im Schlafen aufstellen - und es damit auch ins Guinessbuch der Rekorde schaffen? Denn essen funktioniert ja in diesem Lazarett immer noch nicht so recht, und auch Junior schwächelt gerade auf diesem Gebiet ein wenig. Wobei ich festgestellt hab: Wenn Mutti es liebevoll und kunstvoll zurechtgemacht ans Krankenbett serviert, dann geht irgendwie fast alles ;)
Also belohne ich mich dafür, dass ich Junior mit einfachsten Mitteln überlistet habe, ihn der baldigen Genesung zuführe, damit er gewappnet ist für die nun bald anstehenden Prüfungen?
Oder belohne ich mich dafür, dass ich es nun endlich mal hinkriege und auf die Mindesttrinkmenge pro Tag komme? Eins komma fünf Liter am Tag, sagte mir die Frau Doktor in einer der Abteilungen, die ich zu durchlaufen hatte. Bekanntermaßen scheiden sich da die Geister, gibt auch welche, die an drei Liter pro Tag glauben. Hab ich mal probiert. Ich kam da aber kaum zum Arbeiten und förderte stattdessen die Nebenkostenabrechnung unseres Unternehmens.
Bloß nun bin ich schon etwas länger zu Hause und fördere ergo meine eigene Nebenkostenabrechnung... Aber wer gesund sein will - nicht wahr?

Echte Minze ist unschlagbar! Echt! :)
Ach... Ich seh grad in der Ecke den Rest meiner Weihnachtsdeko, seht Ihrs auch?... Verratet das bloß niemandem... Is vermutlich wie mit dem Weihnachts-Elch vor meiner Haustür, der auch das ganze Jahr dort ausharren muss. Immerhin prangt "Herzlisch Willkommen!" auf seiner Brust, also kann ich ihn vermutlich doch gewissensfrei da stehen lassen, oder?

Ja jedenfalls fand ich, wer sich so eisern an die Grundregeln des Gesundwerdens hält und den verräterischen Magen in echter Minze ersäuft, der hat sich auch was Nettes dafür verdient. Oder auch zweimal was Nettes. Ja oder? Ich meine, bei einem echtledernen Vintage-Portemonnaie konnte ich echt nicht vorbeischreiten, auch nicht virtuell. Leider, leider...

...und nett verpackt hattenses, oder? Da steh ich ja drauf :)
Letztens hatte ich mir ja schon mal eine - angeblich aus echtem Leder - Tasche nach Hause kommen lassen. Ich meine, so ne richtige Tasche, wo ich auch mal ordentlich was zu suchen hab, wenn ich mal was brauch. Wo ich auch mal was einkaufen kann, ohne gleich etliche Tüten mit mir rumzuschleppen. Mag ich ja so gar nicht. Aber als die Tasche dann frei Haus kam, fiel ich fast um: Die stank wie Sau! Oder besser nach Ziege? Sollte ja echtes Ziegenleder sein. Die gelben Seiten meines Vertrauens aber belehrten mich: "Mensch Helma, das sind Weichmacher, weg damit!" Ging also wieder retour. Und als heute dieses echt hübsche weiche Portemonnaie mit den tausend Innenfächern kam, schnupperte ich erst mal dran und befand: Hääärrlisch!
Und weil man ja auf einem Bein nicht stehen kann - und Dawanda echt zur Goldgrube werden kann (frag mich grad, für wen von uns "beiden"?), belohnte ich mich mit noch diesem zarten Goldkettchen:

die zarteste Halskette, seit es Helma gibt :)
Vermutlich so zart, dass man sie ohne Brille kaum erkennen kann. Und falls Ihr jetzt denkt: "Erst schimpft se und dann macht se ooch noch so een Beauty-Fashion-Trallala-Blog", dem sei gesagt: Ihr liegt falsch! Ich wollte nur mal mein neues Foto-Bearbeitungsprogramm ausprobieren (*gnihihihihiiiii*), das Junior mir ans Herz... äh... ins Handy empfohlen hat. Doch.. Fetzt.. Auch wenn mir so einige Funktionen noch etwas suspekt und andere noch unentdeckt geblieben sind.
Und weil ich überhaupt und verdammt noch mal den Winter satt hab - saisonale Berechtigung hin oder her, mir doch egal! - weil ich endlich mehr Licht, mehr Sonne, mehr Farben, mehr Wärme brauch und der Mensch ja bekanntermaßen erst mal bei sich selber anfangen soll, wenn er was verändern will - da schlug ich ein letztes Mal zu:


Der einzige männliche Wetterfrosch des Fernsehens, den ich kenne, hat just heute vermeldet, dass die Temperaturen schon in der kommenden Woche in den zweistelligen Bereich steigen. Na bitte - geht doch!

Dienstag, 26. Februar 2013

Geduld ist nicht meine Stärke

...doch manchmal zahlt sie sich tatsächlich aus.
Seit wenigen Monaten liege ich auf der Lauer wie die Katz vor dem Mauseloch - und wartete auf Angebote bei Groupon. Mit was sie einen nicht alles verführen wollen: Leckereien in deiner Stadt. Frühstücksbeutel jeden Morgen. Freezed Joghurt mit frischem Obst. Verwöhnmassagen ohne Ende. Doch, da musste ich ziemliche Standhaftigkeit beweisen, um mich nicht mit diesen Ersatzbefriedigungen zufrieden zu geben. Denn im Grunde  will ich dort nur eins: Groupons Fitness-Gutscheine - in meiner Stadt natürlich.
Nun wollten sich aber schon geraume Zeit vor Weihnachten keine entsprechenden Gutscheine mehr einstellen. Ich meine, vier oder sechs Wochen für 19 oder maximal 29 Euro trainieren zu können, das nenne ich doch mal ein Angebot.
Quelle: http://masztalerz.files.wordpress.com/2011/06/2011_06_19_pumpen1000.jpg
Klar, ich hab schon darüber nachgedacht, mir vielleicht einfach auch ein Abo zu besorgen. Da gibts hier so ein Studio ganz in meiner Nähe, eigentlich für Studenten gedacht, entsprechend preiswert, aber soweit ich weiß, bekommen auch Leute wie ich, die fleißig arbeiten gehen und nicht studieren, dieses Vergnügen zum selben Preis. Ja und leider bin ich inzwischen in einer Altersgruppe angelangt, wo es nicht mehr genügt, abends einfach das Essen wegzulassen. Auch keine Trenndiät - ich habs versucht! Von den Pralinen trennte ich immer hübsch das Papier  - aber der Fall blieb aussichtlos *hä hä*
Na ja und wenn ich außerdem nicht nur in weiblicher Form bleiben will, sondern wenn ich außerdem noch will, dass die gelben Seiten meines Vertrauens nicht zu mir sagen "Helma, willste datt Kleid nich mal bügeln", während ich blank, wie meine Eltern mich schufen, vor ihm steh - dann muss ich mich wohl oder übel wieder aufraffen und neben meinen sonstigen pilatischen Übungen auch ein paar Gewichte stemmen gehen. Grad kommt mir die Idee... Macht sich vielleicht auch gut im Nahkampf mit aufdringlichen Briefträgern?? Ja jetzt witzel ich hier rum, aber in meinem Inneren... Ach, fragt lieber nicht! Ich war heut übrigens ganz schön erschrocken, als es klingelte und Junior sagte "Die Post ist da!" Aber diesmal war sie nicht blau-weiß, sondern rot-gelb - und sie war vor allem weiblich. Puuuh!
Aber zurück zum eigentlichen: Ich habe gestern einen Vollsieg davongetragen. Drei ganze Monate lang für insgesamt schlappe 34,90 Euro - mein Herz hat gelacht! Ich habe so übers Gesicht gegrinst, dass ich hätte im Kreis lachen können - würde ich keine Ohren besitzen. Mein Hirn schüttete spontan derart viele Endorphine aus, dass ich auf "Jetzt kaufen" klickte, noch bevor der Verstand einsetzte.
Oh man, Helma, da haste dir jetzt wieder was vorgenommen. Drei Monate lang schwitzen, stemmen, pilaten, was das Zeug hält. In den Gruppenkursen jedenfalls melde ich mich nicht noch mal an. Choreografisch bin ich das, was man eine Flitzpiepe nennt: Sollen die Arme nach links, gehen sie bei mir garantiert nach rechts. Schrittfolgen kann ich mir nie merken, eh ich die drauf hab, ist die Stunde um. Wenn ich in dieser Stunde eines trainierte, wären es die Kaumuskeln - weil ich mich so verbissen verkrampft hätte.
Und der Vorteil ist... Der Zeitraum ist überschaubar - und der Geiz treibt mich an: Eine Woche Zeitverlust wäre mir trotz Spottpreis zu teuer, zu schade. Verträge aber gibts nicht unter 12 Monaten. Da denkste dir doch eh: "Ach na ja, ich hab ja noch 11 Monate, ich mach mal heute Ruhe..."
Nee nee nee.
Ran an den Frühling-Sommer-Herbst-und-Winter-Speck aus dem sonnigen Jahr 2012. Zwar hab ich schon ein paar gelassen nach der aktuellen Erkrankung, aber ich will die Pfunde ja nicht nur weghaben, ich will den Rest ja eben auch festigen. Oder so.
Und ich will nicht, dass Junior mir, während ich beim Zähneputzen übers Waschbecken gebeugt bin, seine Hand auf meinen Bauch legt und sagt: "Na was ham' 'mer denn da?", sondern dass er vielleicht... äh... anerkennend pfeift und sagt: "Coole Adresse, lass mal rüberwachsen!" Das wär doch mal was, oder? Dann nimmt er vielleicht auch mal meine Freundschaftsanfrage bei Fratzenbuch an. Der Knilch. Ich warte immerhin schon seit zwei Jahren drauf. Und das, wo ich echt nicht geduldig bin!

Montag, 25. Februar 2013

Begegnungen mit einer unheimlichen Art

Nein, ich habe kein Ufo gesehen.
Nein, in meinem Zimmer stand kein grünes waberndes Männchen.
Vor meiner Tür stand schlicht und ergreifend... der Postbote. Nix Ungewöhnliches im Grunde. Dennoch...
Vor ein paar Tagen kam er schon einmal und brachte - wie üblich - die Post. OK, ein Päckchen. Denn noch immer bin ich krank geschrieben, noch immer heilt der Magen nicht, also schlafe ich viel, ertränke den Magen in Pfefferminztee - oder surfe durch die Weltgeschichte und kaufe ein. Und das Resultat bringt dann eben der Postmann.
Nun sprach er mich an. Okay, ich seh scheiße aus, okay, ich seh krank aus - man sieht es mir halt an. Logisch, wenn ich schon seit Wochen nicht mehr den 10-Minuten-Stopp in Mallorca gebucht habe und von Sonnenlicht selbst in diesem Winter ja auch kaum die Rede sein kann. Und ehrlich gesagt, ich fand auch nichts Schlimmes dran, mich in ein unverbindliches, belangloses Gespräch verwickeln zu lassen über die böse Schulmedizin und die Wundermittel der Homöopathie. Wobei ich ja wirklich der Homöopathie zugeneigt bin - keine Frage.
Also stand er Samstag Mittag vor der Tür und brachte ein Fläschchen Globulis vorbei. Die ich jedoch dankend ablehnte: Ich meine, ein mir völlig fremder Mensch bringt mir irgendwelche Medis mit, von denen kein Schwein weiß, was da wirklich drin ist? Und dann stell ich auch noch fest, dass das Mittel seit Juli 2012 abgelaufen ist? Das Medikament habe ich mir gemerkt und mal in der Apotheke nachgefragt. Okay, sie bestätigte mir: Bei dieser Art Mittel ist das Haltbarkeitsdatum tatsächlich kein schwerwiegendes Kriterium im Sinne von "Nach Verfallsdatum nicht mehr zu verwenden". Es besitzt keine Nebenwirkungen und das Schlimmste, so die Apothekerin, was passieren könnte, ist lediglich, dass es eben nichts mehr bringt.
So weit, so gut. Zum Postboten jedenfalls hatte ich gesagt: "Nehmen Sie das bitte wieder mit, ich möchte das nicht" und der sagte: "Okay, ich versteh zwar Ihre Bedenken, aber ich versteh trotzdem nicht, warum Sie es nicht wenigstens versuchen."
"Wenn ich etwas brauche, gehe ich zum Arzt oder in die Apotheke", antwortete ich.
So weit, immer noch gut. Was mich jedoch nachhaltig irritierte, war, dass er mir völlig aus dem Zusammenhang erzählte, er habe eine Reportage über Kannibalen gesehen und dass diese der Meinung seien, Menschenfleisch sei total schmackhaft - und Kinderarme eine Delikatesse. Mir drehte sich der Magen um.
"Hören Sie auf damit", hatte ich gesagt - und mich verabschiedet.
Und geglaubt, das hätte sich erledigt.
Bis gestern am späten Nachmittag. Ich hatte mich gerade in die Küche gestellt, um das Abendessen vorzubereiten, als es an der Tür klingelte. Zum Sonntag konnten das nur Freunde meiner Söhne sein. Und da die in ihrem Zimmer die Playstation behackten, ging ich an die Wechselsprechanlage.
"Hier ist der Herr R."
"Bitte wer?"
"Hermes!"
Ah ja. Der Postbote. Was wollte der zum Sonntag? Ich fühlte mich irgendwie überrumpelt und eines dachte ich nur: Hinauf lasse ich ihn nicht, ich geh runter. Eine Sekunde lang dachte ich noch: "Den Jungs bescheid geben...", aber dann verwarf ich das, indem ich mir sagte: "Nun werd mal nicht paranoid, Mädel, oder wechsel deine Tabletten!" Draußen stand er und grinste mich an: "Ich bin heute extra mal mit meinem privaten Auto gekommen" und zeigte auf einen dunkelblauen schnittigen Wagen und fügte hinzu: "Ich hab heut nur ein paar Briefe abzugeben und wollte fragen, ob Sie nicht Lust hätten, mitzukommen? Bisschen durch M. fahren?"
Ich schaute ihn an, als sei er nicht ganz bei Trost.
"Bitte was?"
"Nur so für zwanzig Minuten, wir sind ja auch gleich wieder da."
"Schluss jetzt, nein danke, natürlich nicht, gehen Sie bitte."
"Okay. Aber... Wir können uns doch ruhig duzen", sagte er und streckte mir die Hand hin. "Ich bin der Ulli."
Und dann sagte er ganz deutlich: "Dann tschüss... H-EL-MA."
Ich hab mich rumgedreht und bin fast in das Haus geflohen.
Was zum Teufel ist in diesen Menschen gefahren??? WAS WOLLTE DER VON MIR???
Irgendwie sackte mir die Summe all dessen, was er erzählt hatte, in die Sinne. Der Kannibalismus. Das Auto vor der Tür. Die Einladung zum Mitfahren. Ein Fläschchen unbekannten Inhalts.
Es hat mich geschüttelt. Es hat mich angewidert. Und ich sah mich fein säuberlich zertrennt in irgendeiner Kühltruhe liegen. Mir war kalt, mir war übel - und ich fühlte mich überfordert mit der Situation.
Bin ich nun paranoid?
"Wie kannst du sowas nur machen?" hielten mir die gelben Seiten meines Vertrauens vor. "Wie kannst du mit einem wildfremden Menschen über deine Gesundheit reden? Und dann auch noch mit dem Postboten?"
Was hatte ich denn aber wirklich getan? Nichts! Ich habe dem weder meine Krankengeschichte erzählt noch sonst irgendwas. Er hatte sich lediglich gewundert, dass ich neuerdings immer da war, wenn er Post brachte. Und ich hatte mit auf einen kleinen Plausch an der Tür eingelassen und lediglich erwähnt, dass ich ein Magengeschwür kuriere. Klar, das geht niemanden was an. Aber war das jetzt wirklich was Schlimmes? Was Unverzeihliches? Was Leichtsinniges?
Dennoch hat der Typ es geschafft, dass ich bis zum letzten Tag meiner Krankschreibung nicht mehr an die Tür gehen werde, solange ich allein zu Hause bin. Dass nur noch meine Söhne die Tür öffnen werden - oder aber man soll mir einen Abholzettel in den Briefkasten werfen, ich hols mir lieber in der Filiale ab.
Warum ich das hier aufschreibe? Vielleicht als Warnung für die eine oder andere? Vielleicht auch als Verdeutlichung an mich selbst: Sei nicht immer so zutraulich!? Wobei... Das bin ich ja eigentlich gar nicht mehr. Nicht wirklich. Also nicht mehr so wie noch vor ein paar Jahren. Und muss man heutzutage wirklich immer mit allem und dem Schlimmsten rechnen?? Muss man?? Just am selben Abend noch sah ich in den Nachrichten den Bettler in Amerika, der von einer jungen Frau Geld bekam - und die dabei ihren superteuren Verlobungsring verlor. Und nachdem sie ihn einige Tage später wiedertrifft und fragt, sagt er: "Hier ist er, ich habe ihn für Sie aufbewahrt." Macht sowas denn nicht auch Mut?? Dass nicht alle Menschen so schlecht und verdorben sind, auch dann nicht, wenn sie an ihrem Existenzminimum kratzen?
Aus Dankbarkeit hat sie ein Spendenkonto für ihn eröffnet und bereits über 100.000,00 Dollar (oder Euro?) für ihn eingenommen. Noch vier Wochen läuft das, dann bekommt er das ganze Geld. Und der Bettler? Er versteht den ganzen Hype nicht.
"Ich habe doch nichts Besonderes gemacht", sagte er. "Ich habe nur etwas zurückgegeben, das mir nicht gehört."
Ja, diese Nachricht hat mir irgendwie gut getan.
Trotzdem. Ich bin froh, wenn ich wieder arbeiten bin. Nur vermutlich habe ich jetzt jeden Abend Angst, im Dunkeln nach Hause zu kommen und werde mich wohl immer zehnmal umschauen, ob da wer ist :(

Dienstag, 19. Februar 2013

Jetzt wirds eklig

Eigentlich wollte ich mich zum aktuellen Dauerbrenner der Medienwelt nicht äußern - meine Meinung zu dem Ganzen hab ich hier ja ohnehin schon oft genug kundgetan.
Wenn man aber mehr oder weniger den Tag auf dem Krankenlager verbringt, sich irgendwann mal restlos ausgeschlafen hat, dann finde auch ich schlussendlich den Moment, in dem ich doch wieder den TV einschalte und mir die Nachrichten zu Gemüte führe, die mich an der aktuellen Winterlochhysterie nicht vorbeikommen lassen.
Also erst mal muss ich ja wirklich sagen, dass es Menschen gibt, die schon ein stilles, kleines, aber nicht unüberhörbares Aggressionspotential in mir wecken, wenn ich sie nur sehe - oder besser gesagt: höre!
In dem Zusammenhang: Martina Hill parodiert jene Dame, die ich gerade meine, suuuuper - das einzige, was sie (glücklicherweise?) nicht hinbekommt, ist diese sensationsheischende Klangfarbe der Blondgelockten, die eben in mir ungeahnte Aggressionen hervorruft und mich daran erinnert, dass mein Blut tatsächlich noch in Wallung geraten kann ;)



Okay, schade, dass die Bildqualität so zu wünschen übrig lässt, aber dieser Spot musste es einfach sein und ich habe keine bessere Variante gefunden ;)

Doch hin zum eigentlichen Knallerthema unseres aktuellen Medientiefs: der Pferdefleischskandal. Ich persönlich habe in meinem ganzen Leben bislang nur ein einziges Mal ein solches Fleisch gegessen - aus Unwissenheit, und mich beim Essen über den irgendwie süßlichen Geschmack des Fleisches gewundert. Mein Fazit seit damals: Kommt mir nicht wieder auf den Tisch. Überhaupt auch hat mein Fleisch- und Wurstkonsum ziemlich nachgelassen, was aber lediglich auf meine genüßlichen Vorlieben zurückzuführen ist. Nun weiß ich zwar nicht, wie viel Wahrheitsgehalt in den Nachrichten steckt - aber stecken in manchem Dönerfleisch tatsächlich Hund und Katze und Nager???? Mein Geist, meine Vorstellungskraft wollen sich dagegen wehren und mein Verstand zaubert mal eben die Sensationsgeilheit der Medien aus dem Hut. Und prompt hat Miss Blondlocke etwas geschafft, wogegen ich mich bis heute erfolgreich wehrte: Ich überlege, ab sofort tatsächlich vegetarisch zu leben. Im Ernst. Aktuell habe ich mir ein paar Cornflakes mit roten Früchten zu Gemüte geführt. Und wenn ich jetzt so die Schachtel betrachte, die neben mir steht und die roten Früchte mich anlachen... umrahmt von knusprigen  Flakes aus Reis und Weizen.... da meldet sich doch gerade ein zartes Stimmchen in meinem Kopf, das mir flüstert: "Weißt du eigentlich, wie viele Mäuse bei der industriellen Zubereitung mit in die Mahlmaschine...."
Okay. Jetzt wirds wirklich eklig. Na vielen Dank auch, du blonde Locke. Ich finde sowieso, dass du längst ausgewechselt gehörst, die andere kann deinen Job eindeutig besser!

Sonntag, 17. Februar 2013

Friede sei mit mir oder: Klar Schiff bei Helma Ziggenheimer

Die letzten zwei Wochen fühlte ich mich sowas wie ein Underdog. Im Helma'schen Sinne: abtauchen, wegtauchen, unerreichbar - jedenfalls für die meisten. Nur den wenigsten gestattete und gestatte ich einen Zutritt in meinen Kokon. Und ich muss echt sagen: Das hat was. Telefon aus. TV aus. Radio aus. In echt. Ich hab nicht mal viel Musik gehört, seit ich aus dem Krankenhaus raus bin. Dafür hab ich fast ständig geschlafen. Irgendwie passend, dass auch die Jungs grad Ferien hatten und es somit auch gerne mal zwischen  zwölf und eins Frühstück gab. Ja, Frühstück - ich habe mich nicht verschrieben.
Und auch für die nun bevorstehende Woche hat der Doc verordnet: "Viel Ruhe - und lassen Sie sich mal verwöhnen!"

Das habe ich an diesem Wochenende echt auch genossen: Frühstück ans Bett und solche Sachen - an so etwas könnte ich mich glatt gewöhnen. Blöd nur, dass ich nach beinah jedem Essen oder Trinken ins Badezimmer muss und dort nicht so richtig wusste: Knien oder setzen, was zuerst?
Und trotzdem ich mir seit nunmehr zweieinhalb Wochen verordnete Auszeit und selbstauferlegte Abstinenz von allem möglichen gönne, will das nicht so recht werden. Sogar meine Medizin habe ich immer pünktlich genommen.
Dank eines Gedankenanstoßes von den gelben Seiten meines Vertrauens musste ich letztlich resümieren: In mein Leben ist überhaupt mehr Ruhe und Gleichklang eingetreten - doch mir selbst... Die Abstände, in denen mich irgendein feindliches Bakterium oder Virus überfällt, werden immer kürzer, und wechselten sich zunächst längere Zeit lediglich Lunge und Niere ab, so kämpfe ich inzwischen immer hartnäckiger mit dem Magen.
Vielleicht sollte ich das ja alles gar nicht immer so genau aufschreiben - andererseits jedoch... Vom vielen Denken und Nachdenken platzt mir manchmal der Kopf - und wenn ich es herausgelassen hab, kehrt wieder Friede in meine Leitzentrale ein.
Und feinsinnig, wie ich manchmal sein kann, habe ich mal darauf geachtet, was mir konkret Magenschmerzen beschert, so neben Kaffee, Zitrusfrüchten und all diesen derzeit unerlaubten Dingen: Es gibt Themen, an die ich derzeit so gar nicht ran kann. Nein warte, ich glaub "Themen" ist falsch. Es sind nicht die Themen, die mir schwer im Bauch liegen. Es sind die wenigen, speziellen Leute dahinter, die mir Magenkrämpfe verursachen. Oh jaaaa, ich hab Euch lokalisiert, ich hab Euch gefunden - und ich meide Euch. Für gewisse E-Mails bin ich blind, für gewisse Anrufe taub.
Ja und auch was die Arbeit betrifft: Na klar denke ich daran, wie läuft es jetzt, wie gehts mit dem Stress, vermissen sie mich überhaupt oder haben sie vielleicht noch gar nicht gemerkt, dass mein Stuhl seit ein paar Tagen leer ist? Ich weiß es nicht - aber ehrlich: Ich frage auch nicht. Ich will es im Grunde nicht wissen. Nicht für den Moment.
Stattdessen habe ich die letzten Tage, seitdem ich wieder aufrecht stehen und gehen kann, genutzt, Ordnung in meinem Kleiderschrank (= Ordnung in meinem Leben?) zu schaffen. Klamotten, die ich in diesem Leben eh nicht mehr anziehe - raus. Dinge, die ich geschenkt bekam und von denen ich feststellen musste, dass sie nicht ehrlichen Herzens geschenkt wurden - raus. Bilder, Bilderrahmen, Bücher - raus. Nicht nur bei Facebook, auch bei whatsapp kann man Kontakte blockieren - hab ich blockiert. E-Mails, die ich nicht mehr beantworten will - raus.
Vor vielen Jahren, als ich noch bei meiner Familie wohnte, las ich in einem Buch "Das verbotene Zimmer". Und erinnere mich wie heute, auch wenn es schon über 20 Jahre her ist, an den Satz, den die Tochter zu ihrem Vater sagt, mit dem sie sich von ihm und seinen Machenschaften lossagt: "Krebsgeschwüre heilt man nicht mit Salben. Man muss schneiden, auch wenns weh tut."

Ich glaube, es ist ganz normal und auch okay, dass es mir nicht sofort besser geht, mir immer noch der Magen schmerzt und auch das Essen viel zu oft unverdaut den Rückweg antritt. Ich glaube nämlich, dass man den Dingen ihre Zeit geben muss. Wenn ich also so will, befinde ich mich gerade im Selbstreinigungsmodus.
Damit ich auch morgen noch mein freches lautes Lachen aufsetzen kann:



Montag, 11. Februar 2013

Nachtgedanken

Letzte Nacht lag ich bis morgens halb fünf Uhr wach, wälzte mich hin und her, fiel zwischendurch in unruhigen Schlaf und erwachte wieder. Vielleicht sollte ich ja doch die Art der "Rappelmucke" wechseln? Ihre Dienste jedenfalls scheinen nicht mehr so zuverlässig wie einst.
Oder doch?
Immerhin, meine Seele rückt sich wieder mehr und mehr der Mitte zu, ich fühl mich wieder leichter, besser und so. Ja, so schnell geht das bei mir. Meistens jedenfalls. Vielleicht liegt das aber weniger an der Mucke als vielmehr an der Tatsache, dass ich heute mal da und dort ein paar offene Worte ausgesprochen hab. Alles gut also - für den Moment.

Zum zweiten Mal an diesem Tag (angesichts dieser Uhrzeit) sehe ich den Film "Valentinstag", ich würde sagen, ein typischer Streifen á la Hollywood mit dem romantischen Grundtenor eines klebrigen Fliegenfängers: Irgendwie fallen sie alle mehr oder minder auf ihr knochiges Hinterteil, am Ende aber wird für jeden alles gut. Na ja, wie gesagt, Hollywood eben. Oder?

Und bevor jetzt einer sagt: "Ey du klingst aber nicht so, als würde es dir besser gehen und als kämst du wieder in deine Mitte", dem sag ich: "Doch, tu ich. Deswegen kann ich aber trotzdem Kitsch von Romantik unterscheiden." Ungeachtet dessen mag ich am meisten die Szene, in der Jennifer Garner das riesige, mit Bonbons gefüllte Herz mit einem Baseballschläger zerschlägt - und Jessica Biel sich, ohne großartig Fragen zu stellen, den Herzchenschmuck auf den Kopf setzt, ihr dabei zusieht, um nur ganz leicht bei den heftigen Schlägen zusammenzuzucken. Doch - diese Szene gefällt mir echt. Leider fand ich kein entsprechendes Bild im Web.
Genauso gefiel mir übrigens Queen Latifah, die dem telefonsexwilligen Wladimir erst mal ordentlich russische Peitschentöne beibringt. Sowas finde ich echt klasse.

Und so lass ich diesen Film zum zweiten Mal nebenbei laufen. Schöne Menschen in einer schönen Umgebung. Verliebt, enttäuscht und (wieder) neu verliebt - und in jeder Situation sehen sie richtig hübsch, kunstvoll zurechtgemacht und zufrieden aus. Also wenn ich mich mal eben vorbeuge und einen Blick in den Spiegel wage... huch... nee! Wer is datt denn? Miss Helma in ihrem Zuhausewohlfühllook. Weiter Pulli, kurze Hosen, Mutters gestrickte Hausschuhe an den nackten Füßen und die Haare mehr schlecht als recht mit einer Klemme zusammengefasst (Haargummis trocknen die Haare zu schnell aus, hat mir meine Friseuse unlängst gesteckt).
Ich könnte also beinah Komplexe kriegen, hätte ich nicht auch schon die abgelichtete Jennifer Garner und die Jessica Biel im Alltag gesehen, die da genauso wenig glamourös aussehen wie Du und ich. Was ja nicht heißt, dass frau sich gehenlassen soll. Nein, das nicht. Aber morgens um zwei Uhr muss man auch nicht mehr aussehen, als wolle man in fünf Minuten auf einen roten Teppich steigen. Jedenfalls nicht, wenn man zu Hause auf dem heimischen Sofa liegt und alle Termine für die kommende Woche abgesagt sind - außer die Dates beim Doc.

Was geht mir noch so durch den Kopf in dieser Nacht?
Ich denke an die Blogs, die ich mir in den letzten Tagen so angesehen habe. Aus Interesse.
So viele Beautyblogs, denen ich einfach nix abgewinnen kann. Tut mir leid. So viele Bücherblogs, denen ich auch nicht mehr abgewinnen kann, auch wenn ich immer noch gerne lese. Und dann sind da noch diese anderen Blogs. Junge Mädchen, kaputt, zerstört, so viele reden von Sterben, Selbstzerstörung, Desillusionierung. Was ist passiert, dass so viele junge Menschen schon so kaputt sind, bevor sie überhaupt erst mal angefangen haben?
Was mir fehlt, ist das dazwischen. Das Normale. Das Leben.
Entweder gehts nur um Klamotten und merkwürdige Plastiknägel - oder ums Sterben und Zerstören.
Aber das kann es doch nicht sein. Das kann es doch nicht gewesen sein. Leben ist doch noch so viel mehr. Leben hat noch so viel mehr. Oder können das nur wir Normalos sagen, die ihre Sorgen und Probleme lösen oder umschiffen, aber noch nie wirklich abgestürzt sind?
Was mir neben dem Normalen auch fehlt, ist das Positive. Das Optimistische.
Also vielleicht doch so einen Hauch von Hollywoodkitsch?
Interessanterweise haben genau diese thematisch gegensätzlichsten Blogs die meisten Interessenten. Warum eigentlich? Ist das normale Leben zu normal und zu uninteressant? Braucht die Welt lediglich diesen Spagat zwischen Glamour und Absturz und ist alles andere dazwischen... äh... langweilig? Nein, mir gehts nicht um meinen eigenen Blog. Es interessiert mich prinzipiell.
Und ich finde: Jeder, der sagt, er schreibe nur für sich, lügt. Wäre dem so, würde er zu Hause einen Stift und ein Buch nehmen und dort hineinkritzeln, nicht aber der Welt seine Gedanken und Gefühle mitteilen.

Keine Ahnung.
Vielleicht wirds ja auch einfach nur Zeit, dass endlich Frühling wird.
Diese vielen Tage ohne Sonne und mit Schmuddelwetter, und diese Kälte, die von außen irgendwie nach innen kriecht, machen die Menschen irgendwie noch komplett verrückt. Denn schließlich wiederholt sich das Jahr für Jahr, jeden Januar/ Februar, wenn der Winter zwar noch seine Berechtigung hat, die Menschen aber trotzdem seiner überdrüssig geworden sind. Ja, auch ich. Vielleicht weil ich im Frühling geboren bin, liebe ich den Frühling. Ich liebe diese Jahreszeit, in der alles zum Leben neu erwacht - und neue Farben bekommt.
Frühling ist für mich Leben. Und das will ich. Beides.


Quelle Foto: http://images3.cinema.de/imedia/1185/3981185,dldNaaaZiCuJoPYpb_nRbdvvujymjWH0DnDVKQwJysXY%2B4oH_fbEpRbtj4Zub5e6jEcDMsJxX_yLRqxCvaC3fg%3D%3D.jpg