Einmal sollte man seine Siebensachen
fortrollen aus diesen glatten Gleisen.
Man müsste sich aus dem Staube machen
und früh am Morgen unbekannt verreisen.
Man sollte nicht mehr pünktlich wie bisher
um acht Uhr zehn den Omnibus besteigen.
Man müsste sich zu Baum und Gräsern neigen,
als ob das immer so gewesen wär.
Man sollte sich nie mehr mit Konferenzen,
Prozenten oder Aktenstaub befassen.
Man müsste Konfession und Stand verlassen
und eines schönen Tags das Leben schwänzen.
Es gibt beinahe überall Natur,
man darf sich nur nicht sehr um sie bemühen.
Und soviel Wiesen, die trotz Sonntagstour
auch werktags unbekümmert weiterblühen.
Man trabt so traurig mit dem Trott,
die anderen aber finden, man müsste.
Es ist fast, als stünd' man beim lieben Gott
allein auf der schwarzen Liste.
Man zog einst ein Lebenslos "zweiter Wahl".
Die Weckeruhr rasselt, der Plan wird verschoben.
Behutsam verpackt man sein kleines Ideal.
Einmal aber sollte man....
Mascha Kaleko
Als ich dieses wundervolle Gedicht heute Abend eher zufällig in einem Kommentarfeld fand, da musste ich es einfach mit mir mitnehmen - damit ich es nicht wieder vergessen würde.
Und ich fühlte sie, die unfassbare Sehnsucht nach Frühling, nach Meer, nach Kleidchen, nach Möwengeschrei, nach Wellen mit Schaumkronen, nach nackten Füßen im Sand, nach Muscheln sammeln, nach frischgebackenem Kuchen und einer Tasse Kaffee dazu, während der Blick über den Horizont schweift und alle meine Gedanken sich verlieren in dieser unendlichen Weite..
..als ich dieses Gedicht las, hatte ich spontan irrsinnig viele Bilder in meinem Kopf. Und das richtig Schöne ist, dass wir schon bald ein paar davon umsetzen können.. Und unmittelbar danach gleich noch einmal. Und wenn der Mann dann in die Berge verreist, werde ich.. mir das Ganze noch einmal gönnen. Wohin genau, das suche ich mir noch aus.
Sicherlich spricht die Kaleko nicht von Reisen, nach denen man wiederkommt. Aber ich.. war schon immer ein Zugvogel. Vermutlich kann ich gar nicht (mehr) für immer irgendwo verweilen. Irgendwohin zieht es mich immer, mal nach da, mal nach dort. Irgendwie wärs auch geil, wenn man immer mal irgendwo leben könnte, so lange wie man mag. Wo es einem gefällt. Und wenn man genug hat, zieht man weiter..
Für genau jetzt wäre das nicht möglich.
Behutsam verpack ich mein kleines Ideal. Einmal aber sollte ich...













