Freitag, 15. März 2019

9/10



Komatös in der Ecke liegen beschreibt vermutlich am ehesten die derzeitigen Abende - und so richtig sind der Mann und ich uns noch nicht einig: Sollte ich einfach mal wieder einen richtigen Kaffee trinken - oder ham wers jetze mit dem Frühlingsbeginn? Was kümmern einen denn jetzt noch in den Zeiten des Wandels irgendwelche festgesteckten Daten, die einem vorgeben, wann was zu sein hat?
"Du schläfst aber viel ruhiger", meinte der Mann letztens. Ha. Das mag ja sein. Aber die Träume! Die Träume! Erst letzte Nacht wieder - ich war mit meiner HP aus L unterwegs, irgendwo in irgendeiner Stadt, die ich real zwar nicht kenne, mir aber relativ sicher bin, die schon mal irgendwann in einem Traum gesehen haben. Jedenfalls - auf einmal war da mein Ex mit im Spiel, und der war überzeugt davon, wir wären wieder ein Paar. Der war so überzeugt davon, dass er erst meine HP davon überzeugen wolle, sie müsse das unterstützen und als die auch nicht wollte, zog er das Messer.
Uuuäächh.
Als der Mann heut Morgen das noch dunkle Schlafzimmer betrat, um mir einen Abschiedskuss zu geben, bin ich ordentlich zusammengezuckt.
"Ich bins doch nur", meinte er etwas pikiert.

"Vorsicht mit dem Lupinenkaffee", sagte mir übrigens auch die HP aus L. "Gesünder wäre vermutlich eine Mischung aus beidem, nicht ausschließlich das eine oder andere."
Dass sie damit bei mir freilich offene Türen von der Größe von Kirchentoren einrennt, versteht sich ja von selbst.
Trotzdem.. Kaum trat ich bei ihr durch die Tür, begutachtete sie mich von oben bis unten und sagte noch vor dem "Hallo" zu mir: "Ich sehs, Ihnen gehts schlechter."
Hmpf. Ja. Na ja. Sagen wir es so: Die anfangs so deutlich positive Tendenz hat nicht ganz so standgehalten. (Ich kriege irgendwie alles klein! Okay, fast alles.) Nachdem ich urlaubsbedingt drei Wochen am Stück in M zur Behandlung war, bemerkte ich selbst einen recht deutlichen Knick. Am allerdeutlichsten an meiner rechten Hand, die nicht mehr ganz so ruhig war.
Das Mischverhältnis von Blut, Medikamenten und Ozon kannte ich nicht, wusste ich nicht; es stellte sich heraus, dass die Mischung in M "stärker" als in L ist. Was mich persönlich wundert. Stärkere Mischung = stärkere Wirkung, so wäre ja meine ganz persönliche Auffassung, aber okay, ich war ja nie ein Mathegenie, Chemie und Physik ähnlich - und in Biologie habe ich mir nur gemerkt, was für mich wichtig war. Muss grad lachen, wenn ich an eine Szene denke, in der wir die Schale einer Zwiebeln unter dem Mikroskop betrachten und aufmalen sollten, was wir sehen. (Jaaaa, ganz unspektakuläres Thema, was dachtet Ihr denn zum Freitagmorgen? ;)) Meine Zelle sah aus wie das Blatt einer Pflanze, so mit Adern drauf und so. Zellkern? Ich doch nicht. Nie gesehen. Der Lehrer verdrehte die Augen: "Ich glaub Ihnen ja, dass Sie das so gesehen haben. Aber dann haben Sie die Vergrößerung nicht eingestellt."
Schja. Betrachte ich so mein Leben, hätte ich wohl bei so einigem die Vergrößerung nachjustieren und genauer hinsehen sollen. Aber wie sagte ja Goldi erst letztens "hätte hätte Fahrradkette".
Genau.

Jeeedenfalls (is der Arsch keen Gänsehals) werden wir die Eigenbluttherapie wohl über die 10 - 12 Sitzungen hinaus fortführen. War mir ja so klar. Auffällig ist nur: Nach der Therapie in L ging es mir anschließend besser als in M. So ähnlich gab ich das bei meinem Termin am Mittwoch auch wieder. Sie hat mir anschließend zwei zusätzliche Medikamente gespritzt, es geht mir bis heute sichtlich besser. Hm. Also entweder werde ich eines Tages im Dunkeln leuchten - oder mir werden Eselsohren wachsen. Eins von beidem ist vermutlich sicher. Wobei.. Wie ich mich kenne, könntens durchaus auch leuchtende Eselsohren werden ;)
"Du bist ganz schön teuer", sagte jedenfalls der Mann, als ich ihm erzählte, dass die Therapie fortgesetzt wird und meine Kasse sich natürlich nicht beteiligt.
"Ich bin wertvoll", entgegnete ich grinsend.
Aber an seine Worte musste ich denken, als ich mich am Montagmorgen auf den Zahnarztstuhl begab. Mir war beim beherzten Biss in ein krustiges Brötchen der halbe Schneidezahn weggebrochen.
"Fällt doch gar nicht auf", sagte der Mann, "siehst jetzt halt aus wie Jürgen Vogel."
(Noch so n Anekdötchen am Rande: Ich meinte mich zu erinnern, dass der Mann mal ein Stück Zahn oder auch ne Füllung bei sich mit Sekundenkleber repariert hatte. Also habe ich mir auch welchen besorgt und das halbe Stück wieder angepappt. Der Mann fiel aus allen Wolken: "Bist du irre??? Mit Sekundenkleber??? Das kannst du doch nicht machen! Ich hab das mit Kaugummi gemacht! Kaugummi! Aber Mensch, da war ich zwölf oder so." Na ja also wenn Ihr mich fragt... Ist ja Kaugummi noch bekloppter. Das hält doch gar nicht! Die Sekundenklebervariante hielt aber auch nur wenige Tage).
Jedenfalls beugte sich die Zahnfee über mich, setzte bereits die ersten drei (!) Spritzen und dann sagte sie: "Ach übrigens.. Sie erinnern sich noch, dass wir für Füllungen Zusatzzahlungen erheben?"
"Äh.. Ja.." ließ ich kehlig vernehmen, was man halt so von sich geben kann mit offenem Mund und Gerätschaften darin. Sie meinte, das müsse so, weil die Erstattung der Kasse zu gering sei und dem tatsächlichen zeitlichen Aufwand nicht gerecht würde. Und fast am Ende der Behandlung sagte sie dann, dass es zwei Füllungen geworden wären - einmal der Zahnaufbau an sich und dann noch die Reparatur einer kleinen, ebenfalls abgebrochenen Ecke an der anderen Seite des Zahns.
Ich konnt ja nicht viel dazu sagen - die Gusche war schief und dick und ich.. ja ich hatte genug. Eine Stunde Behandlung. Eine Stunde Maulsperre.
Vor zwei Tagen kam dann auch gleich die Rechnung.
Und in zwei Wochen will ich doch zu einer Mädelstour ins Rheinland. Da war ich noch nie!
Vermutlich werde ich in den Tagen dort nur Kaffee trinken können - für mehr wirds nicht langen.

Oder aber ich sperre beim nächsten Besuch in L den Chef ein und sage, dass er da nie wieder rauskommt, solange er keine Gehaltserhöhung unterschreibt. Immerhin werden mir ständig Aufgaben übertragen, die eigentlich unsere Ingenieure machen sollten. Das wäre doch mal ein ziemlich gutes Argument, oder nicht? Ich bin ja kein Ingenieur.
Aber dann wär mir vielleicht eher wurscht, dass Gesundheit ein verdammt teures Pflaster ist. Aber eben auch ein wertvolles. Mit oder ohne leuchtende Eselsohren.


Dienstag, 5. März 2019

Hauptsache glücklich


Heute bei Herrn Glumm gelesen: Alle 7 Jahre legt man die alte Schale seiner Psyche, seiner Seele ab, formiert sich neu, innen wie außen. Ich las seinen Post, als läse ich davon zum ersten Mal, doch im Laufe der Stunden danach fiel mir wieder ein, dass ich tatsächlich zuvor schon mal davon gehört hatte. Wie war das - erneuert sich nicht auch das Blut aller 7 Jahre? Ich habs mal gegoogelt - und dabei erfahren, dass es sich hier um ein Mythos handeln soll. Zumindest, was das Blut betrifft.
Das einzige, das sich erneuert, sind alle möglichen Zellen, und das aber in verschiedenen Rhythmen.
Nu ja, gut. Sonst hätte man ja glatt eine Veranschaulichung gehabt, wie dicke Körper und Seele tatsächlich miteinander sind.

Das Thema an sich hat mich dann aber doch so beschäftigt, dass ich mich heut Abend mal dahersetzte und meine ganz persönliche Zeitschiene aufmalte. Ich war ja schon so ein bisschen neugierig, inwieweit diese 7 Jahre auf mich zutreffen - oder ob sich hier einmal mehr bewahrheiten würde, was ich ja längst schon von mir weiß: Ich bin meiner Zeit hinterher. Immer schon gewesen ;)
Beim Aufmalen der Zeitschiene und den Anmerkungen, die ich daneben kritzelte, musste ich dann aber doch lachen: Ich bin beides. Mal bin ich meiner Zeit voraus und mal hinke ich ihr hinterher. Was mich persönlich so überhaupt nicht überrascht, schließlich kenne ich mich seit Jahren.
Ich sage nur E-Herd, Gas-Herd - und Kombigeräte ;)

Mit meiner Geburt änderte sich ja vor allem das Leben meiner Eltern, und schon sieben Jahre später mit meiner Einschulung fing dann auch für mich ne ganz neue Welt an. Das zählt ja auch, oder?
Immerhin lernte ich dort das Lesen und Schreiben (okay, rechnen auch, aber das ist bis heute etwas, das sich mir niemals wirklich erschließen wird. Wurzel ziehen - wer macht denn so nen Scheiß? Ich weiß nur, dass das verdammt schmerzhaft ist und mir 7 Tage Flüssigpudding durch nen Strohhalm ziehen bescherte. Ach ne, das war ja ne andere Wurzel. Ihr seht - Mathe und ich, das geht nicht ;))
Ich war eine ausgesprochene Leseratte - und meine überbordende Phantasie fand endlich im Schreiben ihr Ventil. Ich liebe es bis heute, lesen und schreiben. (und Mathe immer noch nicht)
Immerhin war es genau diese Schreiberei im Internet, die Herrn Blau auf mich aufmerksam machte.
"Wenn ich deine Zeilen lese, denke ich, ich wär selbst dort gewesen", schrieb er zum Beispiel damals.
Da muss ich gleich mal noch ein Zitat einwerfen, das ich letztens bei FB las:
"Unfassbar. Es ist sagenhaft, was unser Leben für Zufälle bereit hält. Du kommst auf die Welt, einem Zufall zufolge, irgendwo am Mississippi. Und ich bin das Ergebnis der Vereinigung von Sam und Jetta Yellnikoff. In der Bronx. Jahrzehnte vorher. Und durch eine astronomische Aneinanderreihung von Umständen, laufen wir uns über den Weg. Zwei Ausreißer im riesigen, schwarzen, unbeschreiblich brutalen, gleichgültigen Universum."
(Boris Yellnikoff - Whatever Works/Woody Allen)
Ich kommentierte dazu, dass ich persönlich nicht an Zufälle glaube - und mir grad deshalb das eine oder andere umso wunderbarer erscheine.
Und besehe ich mein Leben: Die bisher wichtigsten Menschen in meinem Leben sind alle nicht in meinem jeweiligen Wirkungskreis geboren, aufgewachsen und so weiter. Man begegnete sich einfach eines Tages irgendwo - ganz woanders, dazwischen konnten viele, unendlich viele Kilometer liegen. Es gibt da einfach irgendwas, das die Menschen dennoch zueinander führt, und ich finde das was richtig Schönes. Und eben das Spannende an diesem Leben. Jeden Tag kann irgendwas Schönes passieren, irgendeine Wendung, auf die Du nie gekommen wärst.
Natürlich gibt es auch Tiefschläge. Aber vielleicht muss das auch so? Wer immer auf dem Gipfel steht, der weiß doch irgendwann gar nicht mehr um das Glücksgefühl, da oben angekommen zu sein...

Die dann darauf folgenden sieben Jahre später blieben (meiner Erinnerung nach) ereignislos, meine erste große Liebe begegnete mir nämlich erst im Jahr darauf.
Dafür hielt ich mich dann wieder an die 7 Jahre später: Ich wurde selbst Mama, und das zum allerersten Mal. Für damalige Verhältnisse nicht ungewöhnlich jung - aus meiner heutigen Sicht aber vieeel zu jung. Ich hätte erstmal selber erwachsen werden sollen ;)
Die 7 Jahre danach hänge ich meiner Zeit wieder hinterher, ich denke nämlich erst ein Jahr später ernsthaft und ganz konkret über Scheidung nach. Und mache es dann doch nicht. Konsequenz war auch nie meine Stärke, aber auch das ist keine neue Erkenntnis für mich. Heute klappt das in vielen Bereichen besser, aber das hilft dem Damals jetzt auch nicht mehr. Egal.
Offenbar gehen meine Uhren ab diesem Zeitpunkt noch langsamer als sonst, 2004 hätte ich mich seelisch erneuern müssen - tat dies jedoch erst (unbewusst, aber das ist ja meist unbewusst) mehr als 2 Jahre später. Ich verunglückte schwer mit dem Auto und ich weiß noch heute, dass mein erster fassbarer Gedanke im KTW war "Wer weiß, wozu das jetzt gut war, was das jetzt bringt". Nichts Gutes - es hat sehr viel in mir verändert, und ich denke, dass das auch seither in vielerlei Hinsicht meinen Weg bestimmte und immer noch bestimmt. Ich habe mein Urvertrauen verloren, in die Technik, in die Menschen, ich hab dran gearbeitet, nein, ich habe dran geackert - aber es ist seither einfach nichts mehr wie es war. Irgendwann habe ich es akzeptiert, ich habe mich darin akzeptiert. Und ich glaube, es ist auch ein guter Entwicklungsschritt, wenn man mit Vergangenem nicht hadert, sondern sich auf das Positive konzentriert. Das wiederum kann ich tatsächlich immer noch richtig gut.
Insofern passt dann die innere Uhr wieder mit den anschließend vergangenen 7 Jahren super: Ich begreife endlich, dass auch ich trotz allem ein nicht wertloser Mensch bin - und richte mich endlich auf: Bis hierher, weiter nicht mehr, so will ich nicht mehr, so macht es mich nicht glücklich. Jahr 7 und Jahr 8 gehen insofern fließend ineinander über, im Zwischenmenschlichen verändert sich alles und für mich fühlt es sich an wie: So hatte ich mir das eigentlich immer vorgestellt. So hatte ich mir das gewünscht.
Und eile an dieser Stelle meiner inneren Entwicklungsphase vier Jahre voraus: Ich ziehe von L nach M, etwas, das ich nicht bereue - auch wenn mir eines immer klarer wird mit den Jahren: Dort begraben werde ich nicht. Sowieso nicht, weil ich wünsche, verbrannt und über dem Meer verstreut zu werden (wie kann man auch einen Freigeist in eine kleine Kiste sperren und dann noch drei Zoll unter die Erde buddeln? Das muss man doch wissen, dass das absolut nicht geht) - aber möglichst schon davor nicht. Ja sicher hatte ich schon immer diese Vorstellung von einem kleinen, alten reetgedeckten Haus mit ausgelatschten Stufen vor der Tür, grün bemalten Holzläden, einen Garten nur mit Wiese und wild wachsenden Blumen und diesem kleinen Pfad hinunter zum Meer...
Aber seien wir doch mal ehrlich: In einem Haus würde ich mir jeden Abend, jede Nacht, die ich dort allein verbringen müsste, in die Hosen machen. Ich würde den Mann dazu verdammen, ja nie auf die Idee zu kommen, abends das Haus zu verlassen, jedenfalls nicht ohne mich - und mal ehrlich: Was soll DAS für ein Leben sein? Jemanden zu lieben heißt ja nicht, dass man permanent an dessen Rockzippel hängen muss. Oooarrr ne! Soll schon jeder auch seins machen können, so einer ohne den anderen. Aber das wird dann halt.. schwierig ;)
Am Ende wirds wohl eher eine Altbauwohnung irgendwo in der Altstadt werden, so eine Wohnung mit herrlich knarrenden Dielen, Kerzen auf dem Fensterbrett vor den hohen schmalen Fenstern, in anderen Fenstern Lampen oder Fische aus Treibgut - und zum Strand fahren wir mit dem herrlichen Hollandrad, das mit der Ding-Dong-Klingel und den Schnittblumen im Korb, dazu dem Wein und dem Käse... Den wir dann mit arthritischen Fingern auseinanderbrechen und hoffen, dass er weich genug ist, damit der Zahnersatz hält. Seis drum.

Hauptsache, glücklich.

Der Song passt zwar nicht zum Post, is mir aber sowas von wurscht. Er hat mich heut auf der Fahrt nach L begleitet. Sooooo sooo geil!! Leider habe ich jetzt irgendwie ein Problem mit den Lautsprechern im Fond. Hm. Blöd, das, irgendwie. Aber hey - es war trotzdem geil!!! :)

Freitag, 1. März 2019

Das ist ein Tag zum Heemgehn..

..wie wir in L sagen würden. Nur.. Ich bin ja schon zu Hause. Wohin geh ich also?
In den Biergarten? Da war ich gestern schon - und heute ist das Wetter kacke. (Hat mich übrigens heute der H. gerügt, ich solle an meinem Vokabular arbeiten. Habsch gelacht und abgewunken: "Ich bin jetzt in einem Alter, wo ich nicht mehr an Herzdrücken sterbe, sondern sage, wies is.")
Da hatte ich mich doch grad etwas von einer privaten Sorge freigeschwommen, schon kommt es gleich wieder Schlag auf Schlag. Zwar nicht nur privat, auch dienstlich - aber am Ende.. Am Ende geht es um den Erfolg eines Millionen-Projekts, für das auch mal 10 - 12 Stunden am Tag draufgehen, das viele Nerven und fast das letzte Weihnachtsfest gekostet hatte. Was nun aktuell heranrollen wird, ist noch ungewiss, sicher ist nur, dass noch etwas kommt. Aber manche Unfälle passieren, selbst wenn man danebensteht, manchmal ist es einfach höhere Gewalt, menschliches Versagen - oder beides zusammen. Wir wissen, dass wir alles richtig gemacht haben - aber wir wissen auch, dass das nicht immer zählt.
Als ich mir dann heute morgen schlaftrunken die Augen rieb, glaubte ich eben jenen nicht: Sohn II hatte geschrieben. Wenn die sich frühmorgens melden, dann bedeutet es immer irgendeinen Alarm.
Sein Auto hat ihn auf dem Weg von L nach C in B im Stich gelassen. Das einzig Gute: Wenigstens hat er den Treffpunkt der Fahrgemeinschaft noch erreicht. Weniger gut: Das Auto gibt keinen Mucks mehr von sich. Erste allgemeine Ferndiagnose: die Lichtmaschine. Kosten zwischen 350 und 700 Euro, je nachdem, wohin man das Vehikel bringen darf. Kann. Die Werkstatt des Vertrauens kanns nicht holen "Wir haben ab morgen eine Woche Urlaub und gehen heute etwas eher."
Eher ist der Sohn aber nicht aus C zurück, sondern frühestens zur Kaffeezeit. Und er hat den Schlüssel. Der Ersatzschlüssel liegt zu Hause - da ist aber niemand, und Sohn I kommt nicht vor 19 Uhr vom Dienst. Und ich, ich bin weit weg.
Also eine Pannenhilfe organisieren mit Hilfe des Schutzbriefes.
"Wenn wir nicht mehr da sind, kein Problem, stellenses aufm Kundenparkplatz ab und werfen den Schlüssel in den Briefkasten. Kann ja keiner klauen, s fährt ja eh nicht, ha ha!"
Bedeutet auch, dass Sohn II mindestens 1 Woche kein Auto hat. Was blöd ist, wenn man das täglich braucht für ca. 160 km. Bahn keine Option - hatten wir ja alles schon.
Pannenhilfe dank Schutzbrief kann ich aber nicht organisieren, weil "wir dürfen Ihnen aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben, Sie sind ja nicht Versicherungsnehmer."
Ja wenn schon scheiße, dann aber mal richtig.
14.30 Uhr hat der Junge Pause, dann kann er hoffentlich was organisieren. Und dann müssen wir mal gucken, wie er dann nach Hause kommt. Sohn I hat sich angeboten, aber mit dessen Dienstzeiten ist es auch grad nicht so einfach. Und außerdem ist der eh grad ein bisschen auf Brass.

Ich weiß auch nicht, was aktuell in der Luft liegt. Entweder sind alle krank oder missgestimmt oder beides. Und ich? Ich hab keine Schokolade, weil ich mein Essverhalten umstellen musste, damit die Medizin wirkt. Dazu gehört auch, wenig Süßes essen. Sind ein, zwei Kekse oder irgendwas anderes pro Tag denn viel? Irgendwie muss man das Nervenkostüm doch geschmeidig halten.

Ich hab ja nicht mal Kaffee! Also richtigen Kaffee. Dank einer sympathischen Leserin kam ich übrigens auf eine Kaffee-Ersatzsorte "Café Pino" (muss ich jetzt eigentlich WERBUNG schreiben, weil ich eigentlich nur was erzählen will, damit aber WERBUNG für was mache? OK, dann seis hiermit erledigt.) Jedenfalls ist das ein Kaffee aus Lupinen - und zwar in einer gerösteten Variante. Das riecht man auch sofort, wenn man die Tüte öffnet. (Übrigens, Frau I. aus L, die ich ja nun so herrlich miteinander verwechselte: Der Laden ist ja echt ein Hammer! Viel größer als ich dachte und so versteckt, dass ich ja nie auf die Idee gekommen wäre, dort wäre so ein Laden. Aber sehr geil, ich habe natürlich gleich noch mehr eingekauft, war ja klar ;) Vielen lieben Dank an dieser Stelle nochmal für den Tipp!!) Meine HP hier in M guckte ja ein bisschen schief. "Ähhhrrgg... Und DAS soll schmecken?"
"Och ja, doch, man kann sich tatsächlich dran gewöhnen, an den Geschmack."
Zwar hatte ich mit Beginn der Kaffeeumstellung etwa drei Tage mega Kopfweh ("Das ist der Koffein-Entzug", sagte der Mann, der aus Solidarität jetzt auch nur noch Lupinenkaffee trinkt, "mir geht das genauso.")
Und ehrlich gesagt: Mir schmeckt diese Variante persönlich sehr viel besser als beispielsweise so diese löslichen Kaffees, örks nee, die sind so bitter, die kann ich nicht mal trinken, wenn ich sie trinken dürfte. Die haben - für mich - ja noch weniger mit Kaffee zu tun.

Zusammengefasst also: scheiß Tage aktuell, keine Schokolade, kein Kaffee und ab heute wird wieder gefroren draußen. Nix mehr mit Frühlingskleidchen. Ja ich weiß - der Februar durfte das, der März darf auch. Trotzdem. Ach.. Mir fällt grad ein.. Ich glaub, der Mann hat noch n paar Schokowaffeln irgendwo versteckt. Ich finde die.  Jetzt gleich. Hundertprozentig.

...und heute bist du mein!

Als der Mann am Abend nach einer ausgiebigen Vinyl-Session gähnte und sprach: "Lass uns zu Bett gehen", da wusste ich irgendwie, dass ich mich neben ihn legen würde, mich mehrmals nach rechts und links drehen würde, mit offenen Augen in die Nacht starren würde - und nicht einschlafen könnte. Der Geist war viel zu wach, angeknipst durch eine seiner Bemerkungen während der zahllosen Titel "Weißt du eigentlich, dass wir uns jeden Tag über den Weg hätten laufen können? Damals, als wir beide noch in L wohnten? Wieso sind wir uns nicht über den Weg gelaufen?"
Ich hab nix geantwortet, nur gelächelt, da gibts ja auch keine Antwort drauf, aber es war dieser Moment, der das Karussell in meinem Kopf in Bewegung setzte.
Sie war auf einmal wieder da, die Erinnerung an den Moment, in dem mein Ex und ich den Kindern sagten, dass wir uns trennen würden. Der eine sieben, der andere dreizehn Jahre alt. Selbst heute noch krampft sich in mir alles zusammen, wenn ich daran denke, wie sich das für die Kinder angefühlt haben muss. Wenn alles auseinanderbricht, nichts mehr ist wie es war - und auch das Zuhause nicht mehr das Zuhause ist. Heute Abend, sechzehn Jahre später, fühle ich noch immer eine Schuld in mir, die aus der Frage rührt: "Hätte ich nicht noch bleiben können, solange die Kinder noch Kinder waren? Hätte ich nicht lieber warten können und wäre dann gegangen, wenn sie erwachsen geworden sind? War ich selbst denn nicht auch meinen Eltern so dankbar, dass sie uns drei Kindern diese Erfahrung ersparten? Was hätte ICH meinen Kindern damit erspart?"
Es ist diese große Narbe in mir, die einfach nicht heilen kann. Die einfach nicht heilen will.
Ich weiß, es ist müßig, über etwas nachzudenken, das nicht mehr zu ändern ist.
Ich weiß, dass man sich auf das Jetzt und Hier konzentrieren soll - und das lebe ich ja auch.
Ich denke aber auch an die Worte aus einer der Therapiesitzungen während der Schmerzbewältigung: "Dass Sie es heute verstehen, ändert aber nichts daran, was es mit Ihnen gemacht hat."
Das Heute, Jetzt und Hier zeigt mir eben noch immer, selbst nach all den Jahren, warum diese Narbe entstanden ist... und das schmerzt.
Ist es nicht so mit all unseren Erfahrungen, Prägungen, die wir erlebten, von Kindheit an, seitdem wir ein Bewusstsein entwickelt haben? Manchmal bin ich selber erschrocken, wie unfassbar weit meine eigenen Erinnerungen an mich zurückgehen. Von denen ich mich frage "Stimmt das so überhaupt oder bilde ich mir das nur ein?" Und dann erzähle ich es meiner Mama und sehe ihr Nicken: "Ja. So war das. Wieso weißt du das noch? Du warst doch höchstens ein Jahr alt. Oder maximal zwei."

Denke ich an meine wilden Zeiten des Onlinedatings zurück, denke ich an einen Begriff, der mir mehr als oft begegnet ist "Ich wünsche mir einen neuen Partner ohne Altlasten."
Ich konnte nie wirklich etwas damit anfangen. Mit dem Begriff nicht, den ich nie mochte, und auch mit dem Gedanken dahinter nicht. Mir erschloss sich nicht, wie man beispielsweise die Kinder eines anderen als Altlasten empfinden konnte. (Mir erschloss sich auch gar nicht erst, wie man einen Menschen Mitte 30 daten konnte und davon ausging, dass derjenige hoffentlich möglichst noch keine Kinder hatte. Grad bei uns im Osten zu der Zeit ein.. Unding ;)). Ein Kind ist doch kein Ding, keine Sache, keine Altlast. Irgendwann begriff ich, dass mit der Altlast weniger das Kind selbst als die damit einhergehende Verpflichtung gemeint war. Die Verpflichtung zur Zuwendung, emotional, finanziell, zeitlich. Dass das Leben mit einem Kind eine völlig andere Taktung vorgibt als das Leben ohne Kind. Eine Taktung, die dem Bedürfnis des Kindes entspricht - und nicht den eigenen, mehr oder weniger. Die insbesondere dann erschwert wird, wenn man mit dem Partner einen Ex-Partner "dazugewonnen" hat, der dem Kind und dem Partner und damit einem selbst das Leben nicht leicht und nicht schön macht. Meiner Erfahrung nach verstehen die wenigsten Eltern, dass Eltern auch nach einer Trennung Eltern bleiben. Meiner Erfahrung nach werden im Zuge der Trennung die Kinder zu Instrumenten - und das finde ich persönlich wirklich richtig abscheulich und furchtbar. Meiner persönlichen Erfahrung nach sind es insbesondere die Kinder, an die man denken und für die man sorgen muss.

Jeder Mensch erlebt sein eigenes Leben auf seine ureigenste Weise. Er macht Erfahrungen, erlebt Prägungen, die man - so denke ich zumindest - niemals wirklich ablegen kann. Wir entwickeln uns, wir lernen, wir begreifen und verstehen, wenden vielleicht irgendwann mehr oder minder erfolgreich Gelerntes an - aber tief in uns.. bleiben sie, die Muster, die Prägungen. Manchmal genügt ein Wort, eine Geste, der Blick auf eine Situation - und Pandoras Box öffnet sich. Wer gut trainiert ist, weiß, wie er diese Box wieder verschließen und verriegeln kann, aber bis dahin zeigt er sich ungeschminkt und unmaskiert in der ganzen Bandbreite des Erlebten.
Wenn man mich fragt... Auch DAS ist für mich eine "Altlast", wenn man denn von Altlasten sprechen will. Es sind nicht nur die äußeren Lebensumstände, es sind auch die, die wir schon lange Zeit zuvor mitgenommen haben. Und irgendwann muss man sich entscheiden, wen man will und was man will...

Wenn man keine 20, keine 30 mehr ist - erwartet man dann also einen Menschen ohne Altlast? Also einen Menschen ohne Prägung? Ohne Erfahrungen, die Einfluss genommen haben? Ohne Bindungen, die aufgebaut wurden, als man sich noch gar nicht kannte? Erwartet man ein völlig losgelöstes, unbeschwertes Leben und Lieben, obwohl man selber in seinem Inneren ja auch noch nicht "fertig" ist?
Ich denke an jene Nacht vor etwa 15 Jahren zurück. In jener Nacht lag ich nicht allein in meinem Bett, als das Kind im Nebenzimmer zu weinen begann. Aufgeschreckt aus einem Alptraum. Aufgeschreckt aus dem Schlaf, reagierte ich völlig automatisch: Ich habe das Kind in den Arm genommen, das seine Arme um meinen Hals legte und bat, bei mir bleiben zu dürfen. Also habe ich es in mein Bett getragen, selbst noch halb im Schlaf, völlig automatisch, ohne nachzudenken - und ohne daran zu denken, dass hier noch ein Mann lag, mit dem die Beziehung noch ganz jung war.
Er hat am nächsten Tag seine Sachen eingepackt und ist wieder nach Hause gefahren. Das war so geplant. Nicht geplant war, dass er gar nicht mehr wiederkam und mir nur ein paar Zeilen schrieb, dass er "das nicht könne, es sei ihm zuviel gewesen". Seine Gedanken konnte ich verstehen, seine Entscheidung nicht so wirklich. Mich gab es nur so, nur so mit Kind, nur so als Mama - auch wenn ich nachvollziehen konnte, dass er sich in jener Situation unwohl gefühlt hatte. Wie gesagt, ich hatte völlig automatisch reagiert, nichts gedacht, nur gehandelt.

"Wieso hat deine Scheidung eigentlich drei Jahre gedauert?"
"Weil mein Ex hoffte, ich würde es mir überlegen und wieder zu ihm zurückkommen."
Er umschließt fester meine Hand.
"Nichts da. Du bist jetzt meine, und das bleibt auch so."
Ich lächle, ein bisschen wehmütig.
Wie unendlich viel hätten wir uns allen erspart, wenn man nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf den anderen geschaut und geachtet hätte. Es ist sehr einfach zu bleiben, wenn alles schick ist. Die Kunst ist, auch dann zu bleiben, wenn es nicht so ist. Solange man es selber will.

Dienstag, 12. Februar 2019

Kategorie Fundstücke: Word!

Netzfundstück - und für gut und fast 100 % passend befunden :) 

Montag, 11. Februar 2019

All We Need Is Just A Little Patience



"Manchmal steh ich abends vor dem Spiegel, so beim Zähneputzen, und dann seh ich mich und denke: Oh je... So langsam sieht man es aber wirklich immer deutlicher, dass ich keine zwanzig mehr bin."
"Du hast da ein neues Whatsapp-Bild.. Ich muss dir sagen.. wenn ich ehrlich sein darf.. da sieht man das auch."
Ich habe herzlich lachen müssen: "Ja na und? Das bin ja aber nun mal ich!"

Bildquelle: Douglas
Es gibt Tage, da bin ich ehrlich total verwundert, welche Zahl mein Pass inzwischen anzeigt. Sie passt so gar nicht zu dem, wie ich mich fühle. Das sind die Tage, an denen mir die Blicke folgen, weil ich mein dunkelbraunes Haar nochmal dunkelblaudunkelgrün nachgetönt habe und es geil finde. (Bei mir ist es nicht ganz so deutlich, weil eben dunkelbraunes Ausgangshaar - aber es ist immer noch deutlich genug, offensichtlich ;)
(Muss ich das jetzt eigentlich mit WERBUNG kennzeichnen? OK, hiermit erledigt :))
Mir doch egal, was die anderen denken! Die Tage, an den ich in irgendeinem Lokal sitze, spontan mit der Musik "mitgehe" (und diese heimlich tagge), so dass der Bedienungstyp mehrere Sekunden lang neben unserem Tisch stehenbleibt, auf mich herabschaut und lächelt. Das sind so die Tage, an den wir durch die Stadt laufen und ich herzhaft zu lachen beginne über irgendwas - und sich Menschen umdrehen, bis mir einfällt, dass ich ja grad mitten in einer Passage stehe und der Klang des Gelächters vermutlich einmal um den Äquator reicht. Das sind so die Tage, da fühle ich mich keinen Tag älter als 33. Genau die 33, mit der ich beschloss, dass die Ehe viel, viel zu lange gedauert hatte und es nur noch einen einzigen Weg da raus gab. Irgendwie bin ich in genau jener Zeit stehengeblieben, gefühlsmäßig. Weil es genau dieser Zeitpunkt ist, an dem ich begann, endlich wieder atmen zu können. Gut, natürlich nicht ganz sofort - erstmal galt es zu überleben, im wahrsten Sinne des Wortes..
Aber mit jedem Tag, mit jedem Schritt, den ich ging, den ich ausprobierte, nicht all zu viel nachdachte (vermutlich also genau das Gegenteil von heute, "du denkst immer viel zu viel nach", schmunzelt Sohn II hin und wieder, während er seinen Arm um mich legt und mich an sich drückt), mit jedem weiteren Jahr, das ich mich lösen konnte aus dem Vergangenen, lebte ich sie aus: diese pure Lust am Leben.
Songs wie diese mögen in dieser Version jetzt nicht zu den anspruchsvollen gehören - aber Songs wie diese höre ich, wenn ich über die Autobahnen düse ("Ras nicht so!" bittet der Mann wirklich jedesmal und jedesmal schwör ich innerlich, dass ich wirklich auf mich aufpasse), wenn ich durch die Stadt streife und die ersten frühlingsmilden zehn Grad in der Nase und auf der Zunge schmecke!! Kennt Ihr das auch - diesen herrlich milden Frühlingsgeschmack?? Ich liebe ihn, ich lieeebe ihn!!!
"Wir haben erst Februar", wurde gestern durch Dritte im Café versucht, meine Euphorie zu bremsen, "das ist eigentlich der kälteste Monat im Jahr."
Mir sowas von wurscht!
Haben die vielleicht eine Ahnung, wie viele Kleidchen in meinem Schrank nur darauf warten, dass endlich wieder in sie hineingeschlüpft wird?

Gesehen: bei meiner Heilpraktikerin :) 
Irgendwo las ich mal, dass man sehr oft in der Zeit "stehenbleibt", die für einen selbst am bedeutendsten war. Dass man die Ereignisse darin zumeist zu Unrecht glorifiziert und sich für die Zukunft, die womöglich ganz anders sein wird, ausbremst.
Betrachte ich mich.. Betrachte ich mein Leben, dann... bin ich mental noch immer 33, aber das nur, weil ich so unfassbar dankbar bin, dass seitdem erst wirklich begonnen habe zu leben, nein, nicht zu zu leben, sondern vor allem zu genießen. Zu entdecken, auszuprobieren. Selber herauszufinden, was zu mir passt, was mir gefällt, was ich mag - und zu lernen, Nein zu sagen zu dem, das mir nicht entspricht.
Ich hab sehr viel verloren - aber ich hab unfassbar viel dazugewonnen.

"Die Freiheit ist eine Treppe mit tausend Stufen, kein Fahrstuhl." (Hans Kasper)

Endlos lange Jahre später bin ich frei. FREI FREI FREI!!

Freitag, 8. Februar 2019

29



Du bist dem Alter längst entwachsen, in dem ich Dir noch ein Geburtstagsständchen vorsingen konnte, ohne dass Du schreiend wegliefst oder Dir wenigstens die Ohren zugehalten hast ;)
Wofür Du aber - denke ich - immer noch nicht zu alt bist, ist, Dir wie in den letzten Jahren diese Zeilen zu schreiben und Dich schon jetzt vor mir zu sehen, wie Du sie liest, manchmal schmunzelst, manchmal die Stirn kraust, während Du fragst: "Echt? War das so?"

Ich liebe dieses Foto von uns.
Und ich liebe es, Dich anzuschauen und Dir zuzuschauen.
Ich liebe es, Deine Entwicklung zu verfolgen. Dir zuzusehen, wie Du Dich Stück für Stück herausarbeitest aus früheren Jahren, die ich Dir so sehr gern erspart hätte.
Wenn ich überhaupt an all die vergangenen Jahre denke... Jahre, in denen Du anderen gezeigt hast, was in Dir steckte - vor allem Deinem Vater. Dass Du Deine erste Ausbildung zuende brachtest, Deinen Führerschein zwischendrin erwarbst und dann die zweite Ausbildung anhängtest - alles erfolgreich.
An diese Momente des Erfolgs denke ich gern zurück. Weil sie Dich so beflügelt haben. So wie jeder Erfolg Dich beflügelte. So wie Dich jede Form der Anerkennung beflügelte - und für mein Empfinden hast Du viel, viel zu wenig davon bekommen. Dir hätte sehr viel mehr zugestanden - und dies würde Dich auch wesentlich stärker gemacht haben. Wobei.. Wenn ich so darüber nachdenke.. Du bist kein Mensch, den man als "schwach" bezeichnen würde. Du stehst immer wieder auf und beginnst von vorn. Du glaubst zu wenig an Dich, das stimmt, aber Du vertrittst alles, woran Du glaubst, mit einer unerschütterlichen Überzeugung; es sei denn, man beweist Dir das Gegenteil. Grad muss ich lächeln: Auch da kommst Du ganz nach mir ;)
Ich weiß, dass ich viel mehr an Dich glaube als Du an Dich und dann sagst Du: "Ist ja klar, dass Du so denkst, ich bin ja auch dein Kind." Auch deshalb hat meine Anerkennung für Dich viel weniger Gewicht als die von anderen. Du bist überzeugt davon, dass ich Dich liebe und schätze, weil Du eben mein Junge bist - aber glaub mir: Du hast einen wunderbaren Reichtum in Dir, der Dich so liebenswert macht. Man muss Dir nur die Zeit lassen, die Du brauchst - und die bekommst Du viel zu oft nicht.
"Heutzutage geht es nicht um Menschlichkeit, sondern ums Geld. Wir sind eine Leistungsgesellschaft", höre ich oft von verschiedenen Seiten, Worte, die mir noch immer Erbrechen verursachen. Es interessiert mich nicht, was die Gesellschaft denkt oder wie die Gesellschaft die Realität empfindet. Wenn der Einzelne nicht an Werte wie beispielsweise Respekt, Toleranz und Empathie glaubt und dafür eintritt, dann wäre die ganze Welt verloren über kurz oder lang - und gegen diesen Gedanken verwahre ich mich noch immer.
"Sei immer du selbst, alle anderen gibt es nämlich schon", ist ein Motto, das ich nicht immer im Kopf habe, das ich aber lebe und das ich Dir und Deinem Bruder immer irgendwie versucht habe, mit auf den Weg zu geben.
"Der wird mal ein Mitläufer, nur damit er dazugehört", hat Dein Vater vor vielen Jahren über Dich gesagt und ich wusste schon damals, dass er damit nicht Recht behalten würde. Und das hat er auch nicht. Und auch das macht mich sehr, sehr stolz auf Dich.

Du bist unfassbar loyal und wer es einmal erst durch Deinen Schutzpanzer geschafft hat, der bleibt auch dort für die Ewigkeit. So treu, wie Du auch an Deinen Gewohnheiten hängst. Dich auf Neues einzustellen ist Dir nicht immer leicht gefallen. Heute vielleicht etwas mehr als noch vor wenigen Jahren - aber Veränderungen verunsichern Dich noch immer. Wenn es nach Dir ginge, müsste vermutlich alles immer so bleiben wie es ist ;) So hast Du auch die Augen verdreht und einen Stoßseufzer gen Himmel geschickt, als ich mir vor zwei Wochen die Zeit nahm, die Wohnung hier in L zu malern.
"Warum lässt du es nicht so wie es war?"
"Weil es Zeit wurde für eine Renovierung."
Zu dem Zeitpunkt hatte ich vor allem einen Gedanken im Kopf: Ich wollte Dein Zimmer nicht nur ordentlich gestalten - ich wollte es vor allem schön für Dich haben. Für Dich wünschte ich mir, dass Dein Zimmer nicht aus Zusammengewürfeltem besteht, weil der eine oder andere noch "etwas übrig hatte und nicht wusste, wohin damit", sondern dass Du es wirklich schön hast. So zum Beispiel, wenn Du irgendwann eine Freundin hast. Ich habe da so viele Ideen - und Du sagst dann immer: "Ne, brauch ich nich, alles bleibt wie es ist."
"Aber so ist es doch nicht schön."
"Aber zu schade zum Wegschmeißen."
Nicht umsonst bist Du nicht nur Fan der Serie "Big Bang Theory", sondern auch von Sheldon; Du kannst inzwischen die Dialoge nicht nur soufflieren, sondern verweist auch gerne auf Sheldon: "Denk dran, ich bin da wie Sheldon, wenn der sagt..." :)
Ich hatte dennoch Pläne für Dein Zimmer, grad weil ich weiß, dass Dich solche Dinge eher nicht interessieren. Und weil ich eben wollte, dass Du es auch wirklich schön hast. Dein eigenes Wohlfühlnest. Bis ich verstand, dass diese Eigenmächtigkeit übergriffig wäre. Dass ich mich damit über Deine Wünsche und Bedürfnisse hinwegsetzen würde. Also wird es nur anders mit Dir zusammen - oder es bleibt so wie Du es haben möchtest.
An eine Freundin glaubst Du selber eher nicht (mehr) und eigentlich... weißt Du nicht mal mehr, ob Du das alles überhaupt noch so möchtest oder doch nicht. Wenn Du abends irgendwann von der Arbeit heimkommst, bist Du müde und willst nur noch Deine Ruhe haben. Oft genug bleiben Dir ja auch nur noch ein, zwei Stunden, bevor Du Dir wieder den Wecker stellen musst.
Hingegen ich denke mir: Alles kommt zu Deiner Zeit - so wie Du jeden Weg in Deinem ganz eigenen Tempo gegangen bist, unbeirrbar. Und auch dafür liebe ich Dich sehr!

Schon als Du ein kleiner Junge warst, hast Du oft in Deiner eigenen Welt gelebt, Dir in Deiner Phantasie Deine eigene Welt errichtet, in der alles gut war, in der alles schön war - und in der alles so war wie Du es für Dich gebraucht hast. Du warst so ein herrlich wissbegieriges Kind, Du hast jedem Löcher in den Bauch gefragt und gabst auch niemals auf, solange auch nur die kleinste Frage für Dich unbeantwortet blieb oder das Dir Gesagte nicht schlüssig genug erschien.
Kritisch bist Du auch heute noch - aber heute fragst Du nur noch wenig. Manchmal kann ich förmlich spüren, wie Du Deine Welt um Dich herum errichtest und wenn ich Dich dann anspreche, braucht es ein oder zwei Anläufe, bis Du mich wie von weit her anschaust und fragst: "Häääää?" :)
Es braucht auch einiges an Zeit und Ruhe, ehe Du Dich öffnest und Deine Gedanken mit mir teilst. Seit ich nicht mehr hier in L wohne, geht uns diese Zeit viel zu oft ab - und dann denke ich an die Zeit, als Du sechs, sieben Jahre alt warst und Dein Bruder auf die Welt kam. Für mich war nie die Frage, ob ich jetzt die Liebe zu Dir und Deinem Bruder aufteilen muss und kann - aber irgendwann wurde mir bewusst, dass ich Dir viel zu wenig Zeit widmete. Neben dem Fulltimejob, dem Haushalt und dem Kümmern um Eure Bedürfnisse nach Essen, frischer Wäsche und all dem war ich viel zu oft froh, dass Du schon in einem Alter warst, in dem Du Dir alleine die Zähne putzen und alleine duschen konntest. Dass ich Dich mit 9, 10 Jahren darum bitten konnte, Deinen Bruder zu duschen, weil ich dabei war, eine gekaufte Kommode für Euer Zimmer zusammenzuschrauben, bevor mich der Elan wieder verlassen würde. Dein Bruder, der Faxen in der Dusche machte und Du den Zeigefinger erhobst: "Und das eine sag ich dir, das mach ich nicht für dich, das mach ich nur für die Mutti!"
Ein Satz, über den ich heute noch lachen muss, wenn ich daran denke oder wenn ich davon erzähle.

So wie ich immer noch über Episoden lachen muss, beispielsweise, als Du anfingst, mit Freunden feiern zu gehen. Die Samstagmorgende, die Du dann vor der Tür standst mit einem ordentlichen Alkoholpegel: "'Schab meine Jacke verlorn."
"Wie verloren? Die hast du doch an?!"
Dein ungläubiger Blick an Dir selbst herunter: "Dannhabschirgendwasssssandresssverlorn."
Oder der Samstagmorgen, an dem Du schuldbewusst und mit ordentlichem Pegel vor der Tür standst: "'Schweesssnisch, wie das bassiern konnte, aber 'schbinbestohlnworn."
Und das stimmte sogar - Handy, Brieftasche - alles weg. Kein Geld mehr für die Bahn, also bist Du nach Hause gelaufen. Zehn Kilometer bis zu unserer Haustür. Ich hab lachen müssen - aber ich war gnadenlos: "Egal wieviel Promille du jetzt noch hast und wie müde du bist - du gehst nicht eher ins Bett, bevor du deine Bank angerufen und wenigstens deine Karte gesperrt hast." Ich muss noch heute schmunzeln, wenn ich daran denke, wie Du mit halboffenen Augen am Telefon hingst und versuchtest, der Hotline nicht anmerken zu lassen, dass Du eine.. nun sagen wir.. schwierige Nacht hinter Dir hattest ;)

Glaub mir, ich könnte seitenweise schreiben, und mir würden so viele Dinge einfallen, die einfach zu Dir gehören, die zeigen, was Dein Bruder immer über Dich sagt: "Egal wie, er hat ein Herz aus Gold."

Das hast Du wirklich - und an Deinem heutigen Geburtstag wünsche ich Dir ganz von Herzen vor allem eins: Bewahr es Dir. Bewahr Dich. Sei gut zu Dir und glaube vor allem daran, dass Du sehr wohl jemand bist, den man einfach gern- und liebhaben muss - und dass es sehr viel mehr Menschen geben müsste, die so sind wie Du. Die an das Gute, an das Positive glauben, die niemandem etwas Böses wollen und auch niemals auf Kosten anderer leben können.
Du lächelst immer, wenn ich Dich zum Abschied umarme, Dir einen Kuss auf die Wange drücke und sage "Pass auf dich auf." "Weeeß ich doch, Mutsch, mach ich doch."
Ne, machst Du eben nicht. Du rauchst beispielsweise viel zu viel ;)
Mir zuliebe könntest Du damit nicht aufhören - aber wer weiß, vielleicht schafft dies ja eines Tages jemand anderes ;)
Dann ernährst Du Dich vielleicht auch bewusster, etwas, das Du auch nicht machst, wenn ich nicht da bin :)

Alles Liebe, mein Großer, ich wünsch Dir von Herzen alles Liebe zum Geburtstag - und dass sich vielleicht in diesem Jahr Dein größter Herzenswunsch erfüllt. Du allein bestimmst, welcher das ist. Verrat ihn nicht - glaub einfach nur dran. Dann erfüllen sie sich auch - früher oder später :* Du hast es mehr als verdient.

Deine Mama

Mittwoch, 6. Februar 2019

4/10


"Die läuft viel besser!" Mann zum Kollegen.
"Na der Gang sieht aber schon viel besser aus!" Heilpraktikerin gestern zu mir.
"Du läufst ja schon wieder super!" Kollegin heute zu mir.

Was die nur alle haben ;) 
Mir selber ist ja zunächst das fast vollständig geendete Zittern der rechten Hand aufgefallen. 
Heute morgen, nach der gestrigen 4. Bluttherapie, packte ich meine Absatzschuhe aus: "Ich probier einfach mal, obs wieder geht."
Angezogen und losgestiefelt ins Büro, ohne sofort wieder das Gleichgewicht zu verlieren oder überhaupt Koordinierungsstörungen zu haben.
Okay, die Absätze sind jetzt nicht so hoch wie zu den Zeiten vor April 2018 - aber hey! Manchmal kann Frau auch mit nur 4 Zentimetern richtig happy sein ;) 

"Von der Farbe, Fließgeschwindigkeit und Konsistenz her ist Ihr Blut super", sagte die HP gestern zu mir, während sie mir noch ein Medikament für L und für M mitgab, eine Kombination aus eigenen Blutbestandteilen und einer Lösung für die Lymphen. 
"Patienten sind natürlich nicht immer ehrlich", hatte mir schon letzte Woche die HP in M gesagt, die ich mir suchen musste, weil ich nicht wusste, dass ich diese Infusionstherapie wöchentlich absolvieren muss. "Die sagen, die trinken nicht viel Alkohol oder essen gesund und das Blut zeigt uns dann die Wahrheit."
Zur Optimierung meines Essverhaltens (hähä) wurden gestern nun alle vorliegenden Werte ausgewertet, beispielsweise allein 4 oder 5 jeweils für die Leber und des Fettstoffwechsels.
"Sie können genauso weitermachen wie bisher, das sieht wirklich super aus."
Was auf Deutsch bedeutet: Sie glaubt mir (auch schon ohne Vorliegen der Werte), dass ich kaum Alkohol trinke und mich auch fettarm ernähre. Mit meinem täglichen Konsum an frischem Obst und Gemüse ("Man geht von 5 Handvoll Obst und Gemüse aus!" "Soviel habe ich, glaube ich, dann doch nicht, aber wenn ich das jetzt weiß...." ;)) ernähre ich mich genügend "basisch", um dem Kaffeekonsum die Stirn zu bieten, der immerhin den Körper übersäuert. Freilich hatte ich mich schon nach Alternativen umgeschaut - Lupinen-Kaffee zum Beispiel, doch den bekomme ich nur online und so würde mich ein Pfund dessen knapp 10 Euro kosten. Ziemlich viel für einen Versuch, von dem ich nicht mal weiß, ob der mir schmeckt. Zuviel, finde ich. Dann gibts eben nicht mehr 4 - 5 Tassen voll pro Tag, sondern nur noch 1 oder 2.. Oder so ;) 

Bildquelle: http://www.spass.net/bilder/ein-kaffe-fuer-den-start-in-den-tag/
Allgemein geht man von 10 Behandlungen aus. Bei chronifizierten Erkrankungen kann dies aber auch bis zu einem halben Jahr andauern, dann aber nicht mehr zweimal, sondern nur noch einmal wöchentlich. 
Ein ja nicht unwesentlicher Faktor als Selbstzahler. 

Der Mann ist immer noch misstrauisch dem Ganzen gegenüber - und ich verstehe auch, dass er sich sorgt. Ganz ungefährlich ist das Ganze nicht. Wird nicht ordentlich gearbeitet, kann dies ratzfatz zu Embolien führen und dies wiederum kann mein Ende bedeuten. Auch deshalb passe ich immer ganz genau auf, was und wie die beiden HPs arbeiten ;) 
"Alles nur eine Kopfgeschichte", zweifelt der Mann überdies den ersten Behandlungserfolg an.
Die HP hat über diese Bemerkung geschmunzelt.
"Würden Sie sagen: Ah, diese Therapie wird mir helfen, ich mach das, könnte man schon davon ausgehen, dass es sich um diese Kopfgeschichte handelt. Sie jedoch sind mit einer ganz entspannten Einstellung rangegangen. Sie waren neugierig, Sie haben sich informiert und Sie haben sich gesagt: Mal gucken, was passiert - und haben sich das mögliche Ende offen gehalten. Dann spricht man nicht von einer Kopfgeschichte."
Dieser aktuelle Therapieversuch, das muss man ja auch hinzufügen, ist ja nicht der erste, den ich versuche, auch nicht der erste bei der HP. Sie hatte bereits vergangenes Jahr einiges ausprobiert, das bei mir jedoch zu keinem Erfolg geführt hatte. 
"Wieso haben dann all die anderen Versuche nichts gefruchtet, wenn es nur eine Kopfgeschichte sein soll? Dann müsste ich das ja bei jeder Behandlung erwartet haben," hatte ich schon am Wochenende dem Mann gegenüber dagegen gehalten. 

Jedenfalls - ich freu mich! Ich freu mich sehr!!

Freitag, 1. Februar 2019

Februar!



Der 1. Februar - und ich bin fast ein bisschen erschüttert, wie flugs dieser Januar schon wieder vorüber gegangen ist. Ich kann mich erinnern, dass ich viele Jahre meist kurz nach dem Jahreswechsel Lust auf den Frühling bekam - und damit eine immense Ungeduld entwickelte.
In diesem Jahr (und ich glaub, im letzten auch schon) verging die Zeit gefühlt so schnell, dass ich irgendwie gar nicht dazu kam, den Frühling bereits zu Beginn des Januars herbeizubeschwören, und sei es mit einem Strauß tiefroter Tulpen auf dem Fensterbrett.
Nicht mal in den Momenten, in denen ich den Schrank öffnete und neben Strickjacken und Jeanshemden auch all die Sommerkleidchen hängen sah, die nur darauf warten, herausgenommen und getragen zu werden.
"Das Kleid ist doch neu?" merkte der Mann letztens an, als ich Wäsche für die Waschmaschine sortierte. "Das kenn ich noch gar nicht. Es ist doch noch gar nicht Sommer."
"Man kauft ja auch immer entgegen der Jahreszeit, weils dann günstiger ist."
"Aha. Und dann sortierst du wieder aus und verschenkst die Hälfte! Warum kaufst du es dann erst?"
Hm.
Gute Frage. Weil es mir gefällt? Es gibt schon Lieblingsstücke, die ich auch schon sehr lange besitze. Manche mit einer Geschichte dran, dann bleiben sie, egal ob sie (noch) passen oder nicht.
Aber ich gebe auch nie so viel Geld aus, dass man sagen könnte "Das hält ewig" oder "Das gefällt mir ewig." bzw. muss es dann auch nicht für die Ewigkeit halten.
Mir ist klar: Nachhaltigkeit ist anders.
Mir ist aber auch klar: Ich bin eben auch nur ich und ich bin eben nicht immer politisch korrekt ;)
Ich bin Zwilling - das muss ich immer wieder feststellen, zugeben und auch sagen. Bei mir ändert sich die Meinung gerne bereits am nächsten Tag, abgesehen vom Zwischenmenschlichen.
Und mit mir ändert sich oft die Art, mich anzuziehen oder dem Haar eine neue Farbe zu geben (aktuell nennt sich die Denim, ist irgendwas zwischen Blau und Grün, was aber bei meinem dunklen Haar kaum auffällt - aber geil ist ;)). Mal verspielt, mal verträumt, mal sportlich, mal leger. Also eigentlich alles außer teuer und edel, weil ich mir aus teuer und edel aber eben auch nix mache.

Das einzige, was sich all die Jahre nicht geändert hat, ist die pure Lust am Leben. Ich lieeebe es!!
Und bei Songs wie diesen und wenn dann draußen noch die Wintersonne vermittelt, es könnte vielleicht sogar schon bald Frühling werden - dann hält mich kaum etwas auf diesem Bürostuhl... Dann will ich raus, dann will ich unter die Menschen, mich irgendwo niederlassen, einen Kaffee mit beiden Händen halten und genießen, lachen, erzählen und die Welt um mich herum beobachten. Teilhaben, am Leben.

Und ich liebe dieses Video!! Es strahlt so viel Lebensfreude aus. Am liebsten hab ich den Opa mit seiner Enkeltochter und vor allem die Mama mit den Rastazöpfen und ihrem Sohn. Herrlich!!!

Dienstag, 29. Januar 2019

"Die Würde des Menschen ist unantastbar"

Daran denke ich oft, wenn ich sie sehe, sitzend an der Wand gelehnt, schlafend in Hauseingängen, oft einen Wagen mit ihren Habseligkeiten nach sich ziehend oder in Plastiktüten neben sich stehend.
Ich denke auch oft an meine Mum, mit der ich vor vielen Jahren durch die Einkaufsstraßen von L zog - und sie mit einem Mal in Tränen ausbrach "Es tut mir leid, aber ich kann da einfach nicht vorbeigehen." Und dann ging sie zurück und legte dem alten Mann ihre letzten Münzen in den Pappbecher.
Auf der Insel, auf der sie immer noch lebt, bekommt sie die Menschen nur selten zu sehen. Wenn denn überhaupt. Damals wie heute.
"Dein Papa ist ein typisches Nachkriegskind", sagte sie mal zu mir. "Die mussten lernen zu überleben, an sich zu denken. Bis heute schaut er nicht über den Tellerrand."
Aber du musstest das doch auch, dachte ich, ihr wart sieben Kinder, nicht nur drei.
"Ich kann das nicht", sagte sie damals. "Wir hatten auch nicht viel. Aber wir haben immer geholfen und immer geteilt."

Als ich heute Abend das Haus verließ, hatte ich es eilig. Der Mann wartete auf mich irgendwo am Supermarkt. Oder im Supermarkt - hoffte ich.
Ich sah den alten Mann wieder dort an der U-Bahn sitzen, kaum dass ich um die Ecke kam. Schmutzig, verwahrlost, eine alte schmutzige Decke auf den Knien, irgendwelche Tüten neben sich.
Er erkannte mich wieder, winkte mir, lächelte. Ich lächelte zurück, eilte in den Bäckerladen neben ihm, kaufte einen Becher heißen Tee und überlegte wie jedesmal, was ich ihm zu essen mitnehmen könnte. Wir sprechen nicht dieselbe Sprache, ich weiß nicht, woher er kommt und was seine Kultur ihm erlaubt zu essen.
Wieder raus vor die Tür, zu ihm geeilt, mich vor ihn gehockt, den Becher in seine Hand gegeben.
"Vorsicht, heiß", bedeutete ich ihm.
Er sagte etwas, das ich wieder nicht verstand. Aber wir lächelten einander an.

Als ich zur Straße eilte, lief ich prompt Herrn Blau direkt in die Arme.
"Du hast dem jetzt nicht wirklich Geld gegeben, oder?"
Scheiße. Ach Scheiße. Warum war er nicht wie sonst schon in den Markt gestiefelt?
"Ich dachte, du wartest im Supermarkt auf mich?"
"Nein. Ich warte hier seit zehn Minuten und du lässt mich hier frieren wegen der Bettlerbande? Wann lernst du endlich, dass die alle zur Mafia gehören?"
Ich schob meine Hand in seine.
"Er sieht nicht aus wie einer von der Bettlermafia", sagte ich. "Außerdem habe ich ihm nur etwas zu essen und einen Tee gebracht."
"Das ist egal. Es ist schade um jeden Cent bei denen."
Da krampfte sich in mir etwas zusammen.
Vielleicht hat er recht, der Herr Blau. Vielleicht aber irrt er sich auch. Ein Mensch ist.. ein Mensch, nicht mehr und nicht weniger.
"Für die wird gesorgt, da musst du dir keine Gedanken machen!"
Ich schaute zurück zu dem alten Mann.
Vielleicht hat er recht, der Herr Blau. Meinem Bauchgefühl nach aber.. kümmert sich niemand um diesen alten, schmutzigen Mann mit seinen paar Habseligkeiten.

Er hatte mich gewarnt, damals vor über zwei Jahren, als wir uns auf den Weg nach Indien gemacht hatten. Selbst Inder warnen vor der Bettlermafia, die ihren Kleinstkindern mit Opium getränktes Wasser zu trinken geben, damit sie die meiste Zeit über schlafen, während sie sie herumtragen und mit ihren Fingerspitzen an die Autoscheiben klopfen. Tok Tok Tok - bis heute verfolgt mich dieses Geräusch. Verfolgt mich der Anblick ihrer winzigen Beinchen, kaum dicker als der Daumen des Mannes, die kleinen Fußsohlen kaum größer als ein Fingerglied.
"Ich weiß, das ist schwer, grad bei Kindern", sagte Herr Blau. "Aber wenn du einmal damit anfängst, wissen sie, dass sie zu dir kommen können. Dann kommen immer mehr und du wirst sie nicht mehr los. Aber du kannst sie nicht alle retten."

Kinder und alte Menschen.. Die wehrlosesten unter uns.

Ich weiß, ich kann sie nicht alle retten. Das versuche ich auch gar nicht. Aber ich bin wie meine Mama. Ich kann nicht einfach so an ihnen vorbeigehen. Wir mit unserem ordentlichen, warmen Zuhause, den dicken Wintersachen und dem Essen auf dem Tisch.

Weil ich es mir wert bin

Ich hab mich entschieden.
Hinter dem Rücken des Mannes, sozusagen, weil ich mit dem zwar über die Möglichkeit, die Verfahrensweise und die erhoffte Wirkungsweise sprach - er aber dagegen war.
"Wenn du das in L machst und es passiert dir was, dann bin ich viel zu weit weg und kann dir nicht helfen", wandte er (sicherlich begründet) ein.
Es ist mir wohl naturgegeben, dass ich mir meist wenig Gedanken mache - dafür einfach losagiere.
("Du bist ein echter Zwilling", wurde mir schon öfter nachgesagt, "heute so, morgen so! Zwei Gesichter!" Und ich hab dann nur gelacht: "Ach Quark! Ich mache wie ich denke, ich denke nur eben nicht jeden Tag dasselbe. Ich bin offen für alle möglichen Gedanken." Haha. Gut gedreht, nicht wahr? Aber so bin ich wirklich.)

Über die Thematik der Eigenbluttherapie hatte ich mich belesen, aber dass auch so Risiken wie Embolien oder so auftreten könnten, grad wenn man - wie ich - das Ganze nicht mittels Injektionen unter die Haut, sondern via Infusion in die Vene praktiziert, das wurde mir erst vergangene Woche bewusst, als ich da nun zum ersten Termin in L war. Heimlich, wie gesagt - aber hoffnungsvoll. Erwartungsfroh. Oder wie auch immer man das nun nennen will.
Wie lief das Ganze ab? Sie kennt mich seit Sommer 2018. Sie kennt mein Blut, meine Vorgeschichte, überhaupt meine Geschichte.
Der Plan: Sie nimmt mir in mindestens 10 Behandlungen jeweils gut 100 ml Blut ab, es wird mit einem Medikament für das Immunsystem bzw. meine Lymphen, einem Blutverdünner (eben damit es nicht klumpt) und Ozon angereichert und über die Infusion wieder zurückgeleitet.
So war der Plan und so wurde er auch umgesetzt.
Die ersten beiden Male in der vergangenen Woche, die ich in L war, neben dem Renovierungsstress (Ha! Fast alle Räume geschafft - Küche, Bad, Flur und Zimmer von Junior I - nur Junior II, da hatte ich dann wirklich keine Energie mehr. "Deinen Jungs gehört der Arsch versohlt, dass die ihre Mutter das alleine machen lassen!" wurde ich angewütet. "Wieso?" wunderte ich mich. "Die sind doch gar nicht da. Abends, wenn die heimkommen, sind alle Messen doch schon gesungen? Ich hab doch zwei Tage extra frei genommen, muss nur Mittwoch und Donnerstag ins Büro." "Dann gehört DIR der Arsch versohlt!" "Wieso? Ich mach das gerne, ich hab das schon immer gerne gemacht. Und ich will, dass die es schön haben. Auch wenn sie zehnmal sagen: Mutsch, das brauchste doch nicht machen. Die zwei schaffens ja auch nicht. Und nach vier Jahren muss echt mal wieder was gemacht werden." "Okay! Dann komm her, ich hab hier auch noch ne Wohnung zum Malern."), dem intensiven Job im Office (Meine Lieblingskollegin ist erkrankt. Shit. Nun muss ich mich selber um meinen Kaffee kümmern *smile*) und auch den Kontrolltermin bei der anderen Ärztin speziell für Frauen.

Dem Mann habe ich diesen Therapiestart erst "gebeichtet", als ich wieder zurück in M war und er zeitgleich erholt, entspannt, glücklich aus dem Skigebiet zurückkehrte. Der perfekte Moment des Beichtens, dachte ich. Ich kann ja so berechnend sein ;)
Aber er musste zugeben: Bereits nach der zweiten Behandlung ist ein erster Erfolg sichtbar geworden: Meine rechte Hand hat fast vollständig aufgehört zu zittern.
"Ich wage mir gar nicht zu hoffen, dass das schon von der Behandlung kommen soll?" fragte ich in L nach.
"Wie lange zittert Ihre Hand?"
"Seit 2 Jahren. Oder länger?"
Sie lächelte. Ich lächelte.
"Es bestätigt, was ich Ihnen schon letztes Jahr sagte: In Ihrem Körper steckt eine Infektion, ob nun im Nervensystem oder doch im Kopf, und mit dieser Therapie werden genau diese versteckten Infektionen behandelt und, wenn alles klappt, ausgeheilt."

Was ich bis zur 2. Behandlung nicht wusste: Grad zu Beginn der Therapie sollte man diese wöchentlich durchführen. Also muss ich auch hier in M gehen. Musste jemanden finden, der diese Behandlung praktiziert - und dessen Kosten mich nicht völlig arm machen.
Möglicherweise habe ich Glück: Gestern fand ich jemanden, zu denselben Konditionen wie in L. Ein Glücksgriff - oder bestätigt sich hier, dass das Leben in L mittlerweile genauso teuer geworden ist wie in M, abgesehen von den Mietpreisen?
Wie dem auch sei, morgen kommt die dritte Behandlung - und wenn ich damit nur dieses Zittern und dieses unsichere Gehen wieder loswerde, dann wäre ich schon echt extrem dankbar. Man wendet diese Therapie zum Beispiel auch bei chronischen, rheumaähnlichen Beschwerden an - aber darauf wage ich nicht zu hoffen, ehrlich nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nach nunmehr 14 Jahren Leben mit dem pausenlosen Schmerz möglich sein soll, diesen zu eliminieren.

Und die Kosten? Falls es jemanden interessiert? In L habe ich für die ersten beiden Sitzungen 165 Euro bezahlt, die Kosten in M sollen gleich liegen. In Abhängigkeit davon, ob und welches Medikament dem Blut zugeführt wird. Aber das passiert ohnehin nur mit meinem Einverständnis.
Und ja, bei der Krankenkasse habe ich nachgefragt. Sie öffnen sich den alternativen Heilmethoden, grad wenn die Schulmedizin an ihre Grenzen gekommen ist. Nur.. Die Kostenübernahme gilt nur bei approbierten Ärzten, die einerseits auch auf Naturheilkunde setzen und andererseits einen Vertrag mit der Kasse haben. Und: Die Kostenübernahme gilt nur für das Erstgespräch und etwaige folgende Beratungen. Sie schließt keine Behandlungen und keine Medikamente mit ein. Da musste ich lachen: "Hm, aber das ist ja eigentlich das Teuerste an allem. Der Kern des Ganzen."
Die (wirklich sehr nette) Dame am Ende der Leitung lachte ebenfalls und antwortete: "Ja das stimmt schon. Aber mehr ist derzeit nicht möglich. Vielleicht kommt das ja noch."

Und Nebenwirkungen? Der "Drehmoment" in meinem Kopf ist etwas deutlicher geworden - und meine ganze Haut empfindlicher. Strickpullover oder ähnliches zB kann ich derzeit kaum anziehen. Aber das soll wohl zu Beginn der Behandlung normal sein und dann nachlassen. Schauen wir mal.
Wichtig ist am Ende nur, dass es hilft. Wenn schon alles andere bislang versagt hat. Und das.. wünsche ich mir wirklich. Dass auch dieser Versuch nicht umsonst sein wird.
"Ja, das ist teuer, aber ich muss es versuchen", habe ich zum Mann gesagt. "Wenn es mir hilft, ist es mir das alle Mal wert. Das muss ich mir wert sein."

Montag, 14. Januar 2019

Mein Wochenende in Bildern

Freitagabend:



Samstagabend:

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Sonntagabend:

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Kenner verstehen das :)

Freitag, 11. Januar 2019

Ein Satz mit X

...das war leider.. nix.
Ich habe mich aus mehreren Gründen arg gefreut, nach Hause zu kommen - und ich muss latent beschämt gestehen: Ja, auch weil heute das neue Handy gebracht werden sollte.
Was es auch wurde.
Kennt Ihr eigentlich auch den Witz? "Stubenarrest von heute ist, etwas mit DHL liefern zu lassen."
OK, vermutlich kennt ihr nicht den Witz, dafür aber die Erfahrung.
Seis drum.
Der Mann hatte heute Home Office und als ich mittags eintraf, übernahm ich, damit er raus vor die Tür konnte. Joggen. Bei geschätzten dreißig Zentimetern Neuschnee. Na wenns schön macht.
Wir haben bis 18.30 Uhr gewartet, dann schaute ich in die Sendungsverfolgung.
Erfolgreich zugestellt. Beim Nachbarn. Du kriegst die Tür nicht zu....
"Wer ist Frau Lange? Und wo zum Teufel wohnt die?"
Wir haben das Paket gefunden, ausgepackt und ich habe mich mega gefreut, ich gebs zu.
Und dann begann ich mich schon zu wundern, dass das Teil das Backup einfach nicht nehmen wollte. Dieselbe Scheiße wie schon beim Alt-Modell: "Die ID ist falsch."
Ne. Isse nich. Mehrfach getestet.
Und jeder Schritt so derart langsam, dass selbst ich als nordisches Untier Schwämmchen bekam - und ahnte: "Da stimmt doch was nicht."
"Vielleicht stimmt ja mit deiner Karte was nicht", mutmaßte der Mann. "Immerhin hat die ja auch Badewasser abbekommen."
Tja nun.
Sein Handy genommen, ausprobiert - alles funzt. An der Karte liegts also nicht.
Irgendwann doch endlich die ID angenommen, whatsapp aus der Cloud geladen.
"Das dauert zu lange. Ey..."
Wenn du nicht mal ein scheiß billiges Statusbildchen von XY Müller Meier Eckehart anschauen kannst und stattdessen in den Millionsten Timeout rennst, dann bleibt nur noch eins: auf Werkseinstellungen zurücksetzen, ordentlich verpacken, Retourenaufkleber drauf und weg damit.

Fragt ja nicht nach meiner Stimmung!

Da hat mir auch die für mich mit Liebe geschmierte "Sei wieder lieb"-Stulle nicht geholfen.
Da hat auch der mit Liebe für mich gekochte Kaffee den Frust nicht runterspülen können.
Ich habe wirklich extrem selten Synapsenkoller - aber heute war dann doch so ein Punkt erreicht. Ehrlich, ich hätte am liebsten den ganzen Shop dort angezündet. Glücklicherweise habe ich die Rezension erst geschrieben, nachdem ich das Käffchen ausgetrunken hatte. 500 ml heiße Brühe müssen erstmal den Weg durch die Kehle finden - bis dahin beruhigt sich das Blut. Ein bisschen.

Morgen fahren wir in die City und schauen uns vor Ort um. Dann leg ich eben nochmal fuffzsch Euro drauf, auf die kommts dann auch nicht mehr drauf an. Es muss nur funktionieren.

Mittwoch, 9. Januar 2019

Erste neue Ziele

Es gibt nicht viele Plätze, die ich in meinem bisherigen Leben gesehen habe. Vermutlich gibt es viel mehr Plätze, die ich überhaupt erst noch sehen möchte.
Und möglicherweise kommt man in den allermeisten Gegenden mit Englisch am weitesten.
"Dein umgangssprachliches Englisch ist viel besser als meins", sagt der Mann oft, dem eher das technische und vertragliche Englisch liegen. Aber ich spreche zu wenig Englisch, vor allem auch, weil ich es im Job nicht brauche. Vom Auffrischkurs von vor etwas über einem Jahr ist schon wieder vieles verloren gegangen. Ich finde das echt schade, grad weil mir schon zu Schulzeiten bescheinigt wurde: "Sprachen liegen Ihnen." Und mit dem Wissen darum, zu vieles bereits wieder vergessen zu haben, bauen sich in mir Hemmungen auf, die mich zaudern lassen, überhaupt auf Englisch zu kommunizieren.
Wie oft ist mir das schon passiert, dass ich, wenn ich denn mal beginne, fast sofort anschließend denke: "Du Blödi, Blödi, Blödi!! Das hätteste doch viel besser so und so sagen können!"

Am Freitag soll nun das neue Handy geliefert werden - und damit besteht wieder die Möglichkeit der Sprach-Lern-App. Nachteilig an der von mir bisher benutzten: Man muss sich für nur eine Sprache entscheiden, mehrere sind nicht möglich. Englisch würde ich also nach der Neuanmeldung nicht nochmal wählen - sondern Spanisch. Für mein Empfinden eine der erotischsten Sprachen überhaupt, so wundervoll weich und melodisch. Ich freu mich schon sehr auf das Lernen! Zwar habe ich gerade gelesen, dass in dem von uns in diesem Jahr präferierten Urlaubsland Spanisch gar nicht empfohlen wird, sondern die Landessprache - auch wenn sich die Sprachen ziemlich ähneln sollen. Aber egal. Spanisch wollte ich schon so lange lernen - und wenn ich wieder zu Hause bin, ist das Telefon da und dann gehts auch gleich los :)

Bildquelle: https://grusskartenwerk.de/de/Spruchkarte--Humorkarte--Postkarte--Lebensweisheit--Man-muss-das-Leben-tanzen-----Grusskarte--Karte-mit-Spruch-136-138-314-315-316-317-318-390.html

Dienstag, 8. Januar 2019

Sie sind da!!

Als ich heute Nachmittag in L ankam, lag ein großer Briefumschlag auf meinem Sofa.
"Nicht öffnen!" war mein erster Impuls. "Du kennst den Absender gar nicht! Briefbomben!"
(Ich muss immer noch über mich lachen.)
Ich las den Namen einmal, zweimal - und dann hats endlich Klick bei mir gemacht. Menschen aus dem Norden brauchen ja manchmal etwas länger - das ist allgemein bekannt!
Ach, was hab ich vor Freude getanzt in meiner Küche! Man kanns auf dem Foto ja nicht richtig erkennen (aaaber: lieber eine schlechte Kamera im Uralt-Ersatzhandy als gar kein Handy ;)) - aber die Farbe der mir versprochenen und in herrlichem, wunderbaren Rot selbst gestrickten Socken passen perfekt zu den roten Nähten meiner Lack-Boots.

Meine Kollegin morgen wird aber sowas von Augen machen!! Vor kurzem musste ich herzlich lachen, als sie zu mir sagte: "Ey... Du hast gestern so toll ausgesehen, dass ich mir abends vor lauter Frust was Schönes zum Anziehen bestellt habe."
Gibt es ein größeres Kompliment? Wohl kaum :)

Liebes Karamellkätzchen - ich bin Dir wahnsinnig dankbar und kann gar nicht wirklich in Worte fassen, wie sehr ich mich über diese Socken freue!! Und Deine Karte, das kannst wissen, die hebe ich mir auf! Sowas Schönes habe ich lange nicht geschrieben bekommen :*
Ich überlege mir noch etwas, wie ich mich revanchieren kann. Nicht weil ich es muss - sondern weil ich es möchte :)

Montag, 7. Januar 2019

"Bist du glücklich?"



Den gleichnamigen Film "Bist du glücklich?" haben wir gestern Abend angesehen - er hat mit dieser Frage geendet und vielleicht offen gelassen, ob es ein Happy End geben wird oder nicht. Ein - für mich - sehr guter Film in gekonntem ständigen Wechsel zwischen Rückblende und Gegenwart. Ein Film, der - für mich - die Konsequenz deutlich macht, wenn man nicht mehr wirklich miteinander spricht.

"Ich glaube, du kennst mich gar nicht wirklich", sagt der Protagonist irgendwann zu ihr, nach 13 Jahren Ehe.

"Den Satz habe ich auch gerade erst von jemandem gehört", sagt der Mann im Vorbeigehen zu mir.
Wenn ich so darüber nachdenke.. könnte ich mir vorstellen, dass dies ein ziemlich weit verbreitetes Symptom ist, in so ziemlich sehr vielen Beziehungen.. So oft haben wir uns gefragt, warum wir hier sind und nicht woanders, was es denn überhaupt (noch) Liebenswertes gäbe, wenn.
Ich frage mich, in was wir verliebt sind - in den Menschen neben uns oder in unsere eigene Vorstellung von ihm?

"Liebe ist die Fähigkeit, über die Macken des anderen hinwegzusehen", sagt der Protagonist auf die Frage, was er denn unter Liebe verstünde.

Ich für mich selbst fand diese Frage sehr.. treffend beantwortet.
Wenn wir einander begegnen, dann freuen wir uns über Gemeinsamkeiten, wir finden aber auch die kleinen Ungleichheiten gut, weil sie die Möglichkeit geben, auch aneinander reiben zu können. Ich denk schon, dass wir das brauchen. Jeden Tag Harmonie würde mir als Ideal nicht erscheinen - es würde mir eher eines Tages das Gefühl vermitteln, all die gemeinsamen Jahre nur an der Oberfläche geblieben zu sein, nie wirklich in die Tiefe gegangen zu sein - und nie wirklich erfahren zu haben, wer der andere eigentlich wirklich ist.
Ob das vielleicht der Punkt ist, an dem so viele Beziehungen scheitern?
Weil man nicht lernt, den anderen wirklich zu sehen und vor allem auch genau so anzunehmen, und stattdessen darauf wartet, dass eines Tages die Dinge sich schon noch so fügen werden, wie man selbst es sich vorgestellt hat?

In diesem Januar, so kommt es mir vor, wird gerade überall so einiges ordentlich durchgerüttelt. Es bleibt abzuwarten, was am Ende übrigbleibt.

Donnerstag, 3. Januar 2019

Treffer: Versenkt

Zum ersten Mal seit 16 Jahren ist mir das nun auch passiert, dass sich mein Handy aus meiner Hand in die Tiefe meiner Badewanne stürzte. Ob nun endgültig zu Tode, werde ich in etwa drei Tagen wissen. So lange ruht es im Reisbett und habe ich mein Vorgängermodell reaktiviert. Zwar ohne Backup dank veralteter Software, die leider keine Aktualisierung mehr zulässt, kein Zugriff auf den App-Store, keine Bedienung der Apps aus der Cloud - aber immerhin kann ich wieder angerufen werden, ich kann E-Mails auch unterwegs lesen und das Wichtigste: Ich habe meine Musik wieder dabei. Und wenigstens die Rufnummern meiner Söhne aus meinen E-Mails fischen können. Manchmal zahlt sich eben doch aus, dass man dann und wann ihre Lebensläufe schrieb ;)

Alles andere.. Muss warten. Kann warten. Am allerwichtigsten war mir die Musik..

Ich kenne leider den Urheber dieses Bildes nicht..

Quelle: https://stocksnap.io/photo/0BUP2KGIZ9

Quelle: https://stocksnap.io/photo/XDUMGWPQMS

Silence



Talking

Why's everyone always talking?

Noise in my head, but it’s nonsense
I can't feel nothing

Guarded
Don't overthink how we started
Knew from the second you walked in
This could be something

Everybody’s looking for love to start a riot

But every time I look in your eyes

The world gets quiet
So let it go, let it fall, let it fly

We'll keep on trying

'Cause I knew I was in love with you
When we sat in silence
Dreaming

I'm wide awake while I'm dreaming

Seeing in your eyes what you're thinking
So please don't worry

Waiting
Know that I'll always be waiting
Do you believe what I’m saying? (no)
I’m in no hurry
Everybody's looking for love to start a riot

But every time I look in your eyes

The world gets quiet
So let it go, let it fall, let it fly

We’ll keep on trying

'Cause I knew I was in love with you
When we sat in silence
Sat in silence

Sat in silence

Sat in silence
When we sat in silence
Sat in silence
Sat in silence
Sat in silence
When we sat in silence
'Cause I knew I was in love with you
when we sat in silence




When we sat in silence


Mittwoch, 2. Januar 2019

Remember Me



Wenn der Winter seine Schneedecke über der Stadt ausbreitet, dann.. werden die Straßen hell und die Stadt wird leiser.. Viel leiser. Alles scheint wie in Watte gebettet.
Das ist meine Zeit.. Meine Zeit, in der ich die Furcht vor der Dunkelheit verliere. In der ich mich in Mantel und Schal hülle, die Hände in den Strickhandschuhen in den Manteltaschen vergrabe. In meinen Ohren Musik. Natürlich die Musik. Weil es ohne nicht gehen kann, während ich die Straßen entlanggehe, langsam, bedächtig beinah.. mich treiben lassend wie die zarten Schneeflocken um mich herum..
Die Begegnung mit erleuchteten, unverhüllten Fenstern, die den Blick auf ihr Inneres freigeben..

Die Oma, die allein, aber mit einem irgendwie glücklichen Lächeln in ihrem Fernsehsessel sitzt, über sich, um sich Decken gehüllt, ihr Sofa, ihre Schrankwand, das ganze Zimmer angefüllt mit Nippes, Deckchen, Blumen aus Plastik. Ich schmunzle in meinen Schal hinein und frage mich.. Werde ich eines Tages auch so dasitzen? Vielleicht mit Katzen in meiner Wohnung oder doch lieber ganz allein, weil dann immer noch unabhängig?

Die Familie mit ihren Kindern, von denen mindestens eines Nacht für Nacht viel zu spät zur Ruhe findet und den Eltern viel zu wenig Zeit zum Durchatmen gönnt - und dennoch möchte man keinen Moment missen. Auch dann nicht, wenn man das Kleinste manchmal auf einer Rakete mitsenden wollen würde. Ich schmunzle in mich hinein, noch immer so nah die Erinnerungen an eigene, unendlich viele durchwachte, verzweifelte Nächte.. Sie werden bleiben, diese durchwachten, mitunter verzweifelten Nächte der Kinder wegen, auch wenn sich die Farben der Sorgen ändern werden. Und was ebenso bleibt.. ist diese Liebe zu ihnen. Die einzige bedingungslose Liebe, die ich kenne.

Dort die Frau an einer Wegkreuzung, die nicht sagen kann, wie sie weitergehen kann, wie sie weitergehen soll, die sich letztendlich gegen das Herz und für den Kopf entscheidet und der ihr im allerletzten Moment die Möglichkeit gegeben wird, diese Entscheidung zurückzunehmen und völlig ins Gegenteil zu verkehren.. Nur um in diesem Moment zugleich festzustellen, dass diese Entscheidung nicht genug Trauer in sich trägt, sondern vielmehr.. ein Gefühl von Klarheit. Von Freiheit. Ich schaue nachdenklich, während ich langsam weitergehe, Schneekristalle auf der Zunge zergehen lasse und mich frage.. Wie viel muss der Mensch erst sehen, bevor er sieht?

Da die Single-Frau hinter den sich wähnenden Gitterstäben, gegen die sie in jedem Jahr wieder und wieder ankämpft, deren glasklarer Verstand errechnet, wie viele Wochenenden, wie viele Sonntage eines Jahres verloren scheinen, weil in ihrer Welt diese Tage den Familien, den Paaren gehören. Und der dabei - für mein Empfinden - ein entscheidender Rechenfehler unterläuft.. Dass nicht jeder Tag eines Monats dem Ziel "geschuldet" sein sollte, das passende Puzzlestück zu finden und einsetzen zu können.. Für mein Empfinden.. für die Erfahrung, die ich selbst machte in vergangenen Jahren, ist das Wissen darum, dass man es auch mit sich allein schön haben und einen Moment von Glück mit sich selbst haben kann, nicht dasselbe, wie wenn dieses Lebensgefühl auch in der Seele angekommen ist.
Verzweiflung.. kann man in den Augen lesen, im Lächeln erkennen. Verzweiflung.. umgibt uns wie ein schwerer Mantel, dessen Last man nicht tragen möchte..
"Verzweiflung kann man riechen", sagte irgendwer vor Jahren zu mir, "aber das ist nicht das, was man einatmen möchte."
Ich wende den Blick ab vom Fenster, schaue nach vorn, das leise Schneetreiben vor mir, meine Füße, die deutliche Spuren im noch frischen Schnee hinterlassen, während ich langsam immer weitergehe..

Die kleine Oma im Café, das der Heimeligkeit einer Wohnstube anmutet, die Oma, die mit ihren kleinen wachen Augen, die ihren Schal und ihren Mantel ablegt und mich herzlich anlächelt, bevor sie sich setzt, einen Tee bestellt und ihr Kreuzworträtsel auf den Tisch legt. Ich weiß nicht, ob sie allein lebt, ob sie die Weihnachtstage allein verbrachte, ob sie Kinder hat, die wieder abgereist sind, ob sie einen Motzstoffel zu Hause hat, dem sie für den Moment eines Glases Tee entkommen ist - ich weiß nichts von ihr. Das einzige aber, das ich sehe und wahrnehme, das sie umgibt, ist eine unfassbare liebevolle Ruhe und Gelassenheit. In diesem Moment lehne ich mich zurück und in mir drin wird alles ganz hell.
Genau so wird es für mich sein sein, eines Tages. Mit dem Blick auf dieses kleine wunderbare Ömchen überkommt mich mit einem Mal diese unabdingbare Zuversicht: Genau so wird es für mich sein.

Seit den Weihnachtstagen in L haben wir hier in M nicht wirklich viel gemacht. Wir haben lange geschlafen, zwischendurch etwas zu Essen zubereitet und einen Film nach dem anderen aus der Mediathek, aus den Streamingportalen ausgegraben. Dem Hang zwischen Thriller und Märchenfilmen gefrönt.
"Coco" ist einer von denen, die besonders in mir nachklingen. Eine Farbgewalt, wie ich sie nur selten gesehen habe. Eine wunderbare (kindliche) Botschaft, die mir wie kaum eine andere unter die Haut geht in diesen Tagen: Dass niemand wirklich geht - solange er nicht vergessen wird.
Ich denke an meine Großmütter und daran, dass ich noch kein einziges Foto von ihnen zwischen meinen Büchern aufgestellt habe - und dass ich nicht versäumen darf, meine Mama um ein Foto zu bitten.

Am Ende des Jahres 2018 habe ich nicht nur darauf verzichtet, auf dieses vergangene Jahr zurückzuschauen - ich habe insgesamt darauf verzichtet, überhaupt auf alles zurückzuschauen.
Ebenso habe ich darauf verzichtet, obligatorische Weihnachts- und Neujahrswünsche zu senden, die einem ohnehin niemand mehr glaubt - weil sie zu allgemein (geworden) sind. Umso verwunderter habe ich auf die Bildchen und Videos geschaut, die gefühlt 50 Mal ohne auch nur ein einziges persönliches Wort in meinem Whatsapp eingegangen sind, selbst aus der eigenen Familie.
Was soll mir das sagen?
Dass der Absender bequem ist und sein Bild mit "an alle Kontakte versenden" übermittelte?
"Weitergeleitet" steht jetzt übrigens auch da. Um die ganze leere Worthülse noch leerer zu verdeutlichen ;)
Oder dass man selbst dem Absender nicht wichtig genug ist, auch nur ein einziges persönliches Wort gesagt zu bekommen?
In diesem, nein, im nun vergangenen Jahr habe ich sehr wenige Zeilen in den Weihnachtstagen und in der Zeit des Jahreswechsels versendet, entsprechend wenige persönliche Wünsche an den anderen formuliert. Aber in jedem Moment, in dem ich jemandem schrieb, war ich auch genau da, war ich in Gedanken genau bei demjenigen. War ich genau da, wo ich sein wollte - oder mich hinwünschte, um denjenigen ganz sehr zu umarmen. Einen langen herzlichen Moment lang.
Mir ist nicht wichtig, aufzufallen, aus dem Rahmen zu fallen. Ich bin nichts Besonderes und darum geht es mir auch nicht. Aber ich möchte.. wahrgenommen werden.
Mit den Spuren, die bleiben, wenn der Schnee längst aus den Straßen und Wegen getaut ist..

Ich wünsch mir, dass etwas da bleibt, wenn ich gegangen bin.

Montag, 17. Dezember 2018

Finally



Wer hier das vorherige Video sucht: Zu spät ;) 

Gefühlt sitze ich bereits auf gepackten Koffern, innerlich wie äußerlich. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, manches gilt es noch von der Liste abzuhaken, anderes wiederum kann geruhsam mit in das neue Jahr genommen werden.

Was wünsche ich mir? Was wünsche ich Euch?
Mit den Jahren, so habe ich an mir selbst festgestellt, verändern sich die Wünsche.
Natürlich tun sie das.
Mit sieben Jahren wollte ich unbedingt einen Puppenwagen haben - und der Papa redete mir das zuvor aus, vermutlich, um späterhin Tränen zu vermeiden.
"Du bist doch schon viel zu groß dazu", sagte er zu mir - und vermutlich war ich das auch.

Auch in den Jahren danach hat es immer Wünsche gegeben, die mir von verschiedenen Menschen ausgeredet worden waren.
Zu groß, zu alt, zu teuer, zu nichtig.
Ich sag Euch was: Es gibt kein zu groß, zu alt, zu teuer, zu nichtig. Das, was man sich von Herzen wünscht, ist genau richtig. Mir ging es nie niemals um das Auffallen, um das Anderssein um jeden Preis. Ich bin gar nicht so anders wie andere. Ich lebe gar nicht unangepasst - ich lebe nicht mal unanständig. (Okay, ich gebe zu, inzwischen nicht mehr ;)) Und niemals habe ich mir Dinge gewünscht, die zu groß, zu teuer gewesen wären. Weil "teuer" mir gar nichts bedeutet. Teuer erschreckt mich eher. Das einzige, das mir etwas bedeutet, ist die Geste, die von Herzen kommt. Das Gefühl, dass der andere sich etwas dabei gedacht hat, als er sich für mich etwas überlegte oder durch Zufall darüber stolperte.
Aber ich lebe so wie es mich auch glücklich machen kann - auch wenn dieser Weg noch nicht zuende gegangen ist. Ich lebe nicht nach Wünschen, Vorstellungen und Vorgaben anderer - einzig und allein zählt der Mensch an meiner Seite und vor allem auch ich.

Mut.
Manchmal braucht es sehr, sehr viel Mut zu springen.
Manchmal fühlt sich das wirklich an wie ein Sprung vom zehn-Meter-Brett, zusammengekniffenen Augen, ein Rotieren von Hirn und Magen und dem Zittern "Oh Gott, das schaffe ich nicht... ach was Scheiß drauf, Augen zu, hör auf zu denken und spring!"
Vor vielen Jahren, in einer dieser endlosen, mitunter sehr persönlichen Stunde hat ein Arzt zu mir gesagt "Lös dich endlich. Sonst wird es dir nie besser gehen."
Er ist gestorben, irgendwann, und viel zu früh.
Ich lebe.
Und jedes Jahr am Ende des Jahres denke ich an Dinge, die waren. Ich denke an Dinge, die sind. Und dann klopft mir das Herz, wenn ich an Dinge denke, die ich mir wünsche. Jedes Jahr immer wieder aufs Neue. Wünsche. Keine Erwartungen.
Ich denke nicht, dass ich in diesem Jahr noch etwas schreiben werde. Oder sagen wir.. Ich glaube es eher nicht. Aber ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr es Euch schön machen könnt - wie auch immer es aussehen wird. Dass das alte Jahr ausklingt mit dem was war, wie es auch immer war - dass das zurückbleibt, was nicht so schön war.. Ich selbst habe irgendwann meinen eigenen Satz geprägt:

"Es gibt einen Anfang und es gibt ein Ende. Das gibt es immer. Wir wissen nicht, wie viel Zeit uns dazwischen bleibt. Wichtig ist nur, dass wir in dieser Zeit dazwischen glücklich sind."

Und das wünsche ich Euch. Das wünsche ich Euch ganz sehr - und verabschiede mich für vermutlich dieses Jahr mit einem herzlichen Gruß ;)