Donnerstag, 29. Dezember 2011

Übrigens

...für alle die, die es noch nicht bemerkt haben: Weihnachten ist vorbei.
Irgendwie ist das ja doch eine merkwürdige Zeit, finde ich. Abgesehen vom Valentinstag, wo uns die Wirtschaft regelmäßig daran erinnert, unsere(n) Liebste(n) wiederum zu erinnern, dass sie möglicherweise geliebt werden, wird spätestens mit Weihnachten die Zeit des Jahres eingeläutet, wo die Kleinen immerhin für ein paar Tage gebändigt oder auch überredet werden können, das Hassfutter Spinat zu essen, ohne es kunstvoll an die weißgetünchte Wand zu spucken, oder auch anstandslos zu Bett gebracht werden wollen ("wehe, wenn das der Weihnachtsmann sieht!"); wo vorübergehend aus der Pissnelke oder dem Arsch wieder "Mäuschen" oder "Schatz" werden, wo unter achselzuckendem "ach, jetzt ist doch Weihnachten, jetzt darf ich doch" das Hüftgold schwabbelnd wird und pünktlich zum bevorstehenden Jahreswechsel Vorsätze aufgestellt werden, die spätestens am dritten Januar mit Ausreden der dollsten Art entweder einen derartigen Schliff erfahren, dass sie sich selbst nicht mehr wiedererkennen - oder auch gleich ganz gebrochen werden.
Und pünktlich zum ersten Januar ist dieser ganze Zauber vorbei - und der Alltag hat uns wieder.
Wenn Ihr mich fragt: Ich halte nichts von guten Vorsätzen. Ich gebe zu, ich bin weder diszipliniert noch konsequent genug, diese auch einzuhalten. Weniger Kaffee. Mehr Sport. Weniger Schokoladenkekse. Mehr Reis und gedünstetes Gemüse. Weniger Überstunden. Mehr Zeit für Freunde. Alles gute Vorsätze. Alles aber auch gute Vorsätze, die ohne Disziplin und Durchhaltevermögen im Nirvana versinken.
Viel eindrucksvoller ist dagegen zum Beispiel die Waage von Oma Ziggenheimer. Während ich schockstarr in den Flur kippte, grinste Oma Ziggenheimer, die nach mir mutig draufstieg: "Aber die Waage stimmt! Und ich hab schon wieder abgenommen!"
Ich sage Euch: So ein Schock ist wesentlich nachhaltiger und effektiver als jeder Vorsatz, der kaum den Jahreswechsel überlebt.
Ich konnte es nicht glauben. Ich mochte es nicht glauben. Ließ prompt das Abendessen ausfallen und vergnügte mich lediglich mit einer halben Flasche Martini. Ich weiß - der hat auch Kalorien! Aber Abendessen UND Martini hat ja wohl eindeutig noch mehr Kalorien!
Versöhnt wurde ich allerdings heute Nachmittag mit der Waage in meinem Lieblingslokal dieser Insel: Ich hab ja schon so einige Pisstempel gesehen - aber noch keinen, der im Damenabteil sogar mit einer Designer-Digital-Waage ausgestattet ist. Mit der Frage, ob diese Ausstattung nicht eher kontraproduktiv für die Gastgeber sei, stieg ich dennoch mutig drauf (jetzt wollt ichs ganz genau wissen!) und diese Waage zeigte glatt und exakt acht Kilogramm weniger an - eine Zahl, der ich zwar auch nicht über den Weg traute, mich aber immerhin den süßen Sanddornsaft (ohne Extra-Zucker, sooo schnell war der Schock vom Vortag dann doch noch nicht überwunden) völlig genießen ließ.
Nun ja.
Wie auch immer.
Wie las mir doch Oma Ziggenheimer heute aus der Tageszeitung vor?
"Feiert das neue Jahr - denn Ihr habt das alte überlebt." Genau das wünsche ich Euch schon mal.
Und jetzt gibts Abendbrot!

Mängelexemplar

Diesen Roman von Sarah Kuttner habe ich vor einiger Zeit von einer Freundin in die Hand gedrückt bekommen. Wenn ich ehrlich sein soll, hatte ich bei dieser mir mehr oder weniger bekannten Viva-oder-so-Moderatorin zunächst den Buchtitel "Feuchtgebiete" im Sinne und obschon ich jenes Buch nicht kenne (abgesehen von einigen Leseproben unter http://www.brigitte.de/liebe/sex-flirten/feuchtgebiete-leseprobe-566936/), fühlte ich mich leicht zwiespältig mit "Mängelexemplar". Bis ich irgendwann doch einmal hineinblätterte und feststellte: Sarah Kuttner ist ja Sarah Kuttner und gar nicht Charlotte Roche. Ich meine, ich bin bestimmt nicht prüde oder irgendetwas in dieser Art, aber ich bin dennoch der Meinung, dass nicht ALLES haarklein und haargenau beschrieben werden muss. Ich finde einfach, es gibt Dinge, die sollten im Verborgenen bleiben. So wie man auch alleine auf die Toilette geht und der Partner dir nicht dabei zusieht, wie du gerade ins Becken pieselst oder einen Pickel auf Nase oder Stirn entfernst. Bei mir zum Beispiel wird auch in dreißig Jahren kein Wasserglas mit den Dritten auf dem Nachttisch stehen. Ich meine, wenn ich morgens erwache, will ich ja auch nicht auf falsche Zähne im trüben Wasser gucken und anschließend krampfhaft versuchen, mich zu erinnern, wie der Liebste vor dreißig Jahren aussah, nur damit überhaupt so etwas wie Sex zustande kommt.
Anyway.
Der Weihnachtsurlaub hatte begonnen und trotz der mir selber auferlegten Abstinenz von Internet, Handy & Co. hat es ein paar Tage gedauert, ehe ich auch wirklich in Kopf und Seele ein wenig zur Ruhe fand. Heimgekommen zu den Eltern, sind wir stattdessen kreuz und quer über die Insel gelaufen, an der Küste entlanggewandert, selbst im Regen, und endlich ist der Alltag von mir abgefallen, der Kummer, die Sorgen der letzten Wochen, die Anspannungen, die Anstrengungen - und habe ich endlich auch nicht nur die Zeit, sondern auch die Muße gefunden, dieses Buch von der Kuttner in die Hand zu nehmen und sogar auch zu lesen.
Was soll ich sagen... Anfangs glaubte ich ja noch, es handele sich um einen Roman der Sorte Kürthy, bei denen du vergnüglich Seite um Seite wendest und in der immer wieder gleichartig beschriebenenen Normalo-Frau mit wenig Busen und viel Arsch und wenig Glück in der Liebe (bis zum HappyEnd am Ende des Buches) auch immer wieder dich selbst erkennst.
"Mängelexemplar" jedoch... ist kein Buch des Vergnüglichen. Dem Einband zufolge wird hier "mit bodenloser Leichtigkeit, selbstironisch und überschwänglich von der Verlorenheit erzählt, die manches Leben heute aushalten muss". Irgendwie stimmt das, aber irgendwie stimmt dieses Buch auch nachdenklich und schubst kleine Kugeln in meinem Kopf an, die anfangen zu schwingen, zu berühren und dabei Klänge zu erzeugen, die abwechselnd Melancholie, Traurigkeit, aber zugleich auch Sehnsucht und Zuversicht in mir wecken. Ich habe dieses Buch mit einer gewissen Faszination gelesen, die es mir zuweilen kaum möglich machte, mich davon zu lösen, um zu essen, zu trinken oder an den Küstenrand zu steigen: Ich wollte einfach wissen, wie die Geschichte ausgeht; ich wollte einfach wissen, wie es der Protagonistin gelingt, aus ihrem Käfig aus Angstattacken und Depression heraus- und zurück ins Leben zu finden. Beim Lesen entwickelte ich auch ein wenig den Verdacht, ob die Kuttner hier nicht auch ein Stück weit von sich selber schrieb. Wie sonst kann man so gut beschreiben, was in einem Menschen vorgeht, der unter Panikattacken und Depressionen leidet, der nachts nicht schlafen und tagsüber nicht zur Ruhe finden kann und lieber in einer miesen Beziehung hängt als ganz allein zu sein?
Das Buch beschäftigte mich noch, als ich es längst ausgelesen und aus der Hand gelegt hatte. Ein wirklich sehr gutes Buch, fand ich.
"...Ich bin ein Hauptgewinn!"
"...Du bist kein Hauptgewinn. Du bist ein Mängelexemplar. Ein zauberhaftes und liebenswertes Mängelexemplar, und wenn da draußen jemand ist, der das sehen kann, dann ist er ein Hauptgewinn..."
Ich glaube, dass man dieses Buch nicht in jeder Phase seines Lebens lesen kann - oder muss. Ich glaube aber, dass man diesem Buch durchaus einen guten Platz in seinem Regal zuweisen kann.
Auch in diesem Buch wird die Frage gestellt, ob wir heut mehr unter Luxusproblemen denn wirklichen Problemen leiden und wir heutzutage zu wenig robust, zu wenig resilient geworden sind.
Die immer wiederkehrende Frage, ob und warum wir dazu neigen, zu wenig zu schätzen, was wir haben und wie gut es uns eigentlich geht.
Diese Frage kehrte auch dieser Tage wieder zurück, als durch Funk und Fernsehen bekannt wurde, dass am Kreidefelsen eine Mutter mit ihrer Tochter durch einen Felsrutsch verschüttet worden waren, die Mutter schwerverletzt geborgen wurde und dem Rettungsleiter die Stimme zitterte mit den Worten: "Es ist mit weiteren Felsabstürzen zu rechnen und wir haben uns aus Sicherheitsgründen entscheiden müssen, die Suche nach dem Kind abzubrechen, auch mit dem Wissen, dass man hier ein junges Leben aufgibt." Dreißig Menschen vom Rettungsdienst. Dreißig Leben gegen eines.
Wie erträgt man als Mutter oder Vater den Gedanken, dass das Kind noch irgendwo unter dem Schüttgut liegt, nicht gefunden, nicht geborgen werden kann - und der Rettungsdienst entscheiden muss: Wir können erst im Januar weitersuchen?
Ich würde wahnsinnig - das weiß ich, auch wenn ich ebenso weiß, dass das weder nutzt noch hilft. 
Einmal mehr wird mir bewusst, wie kostbar unser Leben ist, wie sehr wir uns genießen sollten - auch wenn es zuweilen noch so wehtut, dieses Leben, auch wenn es zuweilen noch so schwer ist, atmen zu können - aber genießen, was wir haben.
Ich weiß, ich wiederhole mich damit. Manchmal aber... kann man manches nicht oft genug sagen. Bis wir begreifen. Bevor alles vorbei ist.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Rückblicke

Vielleicht bin ich damit ja ein wenig zu früh, vielleicht auch wieder mal zu spät (manchmal brauche ich einfach ein akademisches Viertel ;)) - aber heute Abend, noch bevor ich mich in den letzten K(r)ampf aus "Hausfrau & Mutter", den reisenden Schmetterling, der noch seine Taschen packen muss (das Meer ruft!), die Blutende, die noch ein paar Rechnungen zur Zahlung anweisen muss und - last but not least - die Angestellte, die manchmal umsichtig in den Abendstunden noch in aller-allerletzter Minute dem Chef via Outlook ein paar Aufgaben kalendarisch zuteilt und auf diesem Weg auch gleich noch an ein paar Jubiläen zwischen den Feiertagen erinnert - davor noch finde ich noch immer ein wenig Zeit, einen Rückblick auf dieses Jahr zu werfen und mich zu fragen: Was hat es dir gebracht, das Jahr 2011, und war es das, was du dir gewünscht hast, und mit welchen Gefühlen gehst du jetzt ins neue Jahr?
Ehrlich gesagt, ich weiß noch nicht, wie ich mich fühlen soll.
Dieses Jahr hat viele Ups & Downs erlebt, nicht von allen war ich selbst betroffen, doch all diese habe ich mitgetragen - oder es wenigstens versucht.
Es hat Entscheidungen von mir gefordert, mit denen ich mich im allgemeinen ziemlich schwer trage. Ich meine, wenn es darum geht, ein Kleid, ein Paar Schuhe zu kaufen oder mich in einem Online-Partnersuchportal anzumelden - dann kann ich das ganz spontan von jetzt auf gleich entscheiden - und auch ausführen. Aber das Leben besteht aus mehr als shoppen oder flirten zu gehen. Und das ist wohl auch gut so.
Von manchen Menschen habe ich mich verabschiedet und aber neue, andere Menschen in meinem Leben begrüßt. Und ich bin so froh und so glücklich über all diese Menschen, die ich bei mir weiß. Als ich (wie immer etwas zu spät, aber na ja, meist gilt ohnehin: besser spät als nie!) heute die Weihnachtskarten einkaufte, habe vor mich hingelächelt, weil ich mehr Karten als in den Jahren zuvor in der Hand hielt und es mir wichtig ist, jede einzelne davon auch zu versenden. Ich finde solche handgeschriebenen Grüße einfach schön, persönlich & ansprechend (jedenfalls hoffe ich, dass die Empfänger sie auch ansprechend empfinden :)) und während ich zu Beginn des digitalen Zeitalters auch mitschwamm auf der "Grüße per sms"- oder "Ich sende dir eine E-Card"-Welle mitschwamm, so habe ich längst zurückgefunden zu Dingen, die alt geworden sein mögen, aber dennoch nicht an ihrer Zauberkraft verloren haben.
Mein Jüngster hat in diesem Jahr seinen ersten Personalausweis bekommen und obendrein heute beim Abendessen erklärt: "Mom, das schmeckt lecker, und weißt du, ich sollte auch endlich kochen lernen. Dass ich mich mal alleine versorgen kann und aber auch für meine Frau!" Ich habe ihn angeschaut und - natürlich - in diesem Vorhaben bestärkt, aber auch bei mir gedacht: "Nun ja... Nun wird er auch flügge..."
Mein Ältester hat mich besonders in diesem Jahr mit seiner Gedanken- und Gefühlswelt unglaublich berührt und überrascht, gerade er, der um Jahre Entwicklungsverzögerte, dem kaum jemand zutraut, dass er überhaupt nur in die Nähe eines nunmehr beinah Zweiundzwanzigjährigen rückt - und der in seiner Sensibilität, seinem unglaublichen Einfühlungsvermögen und auch in seinem (unausgesprochenen) Wissen so manchem Erwachsenen mit "ich weiß schon alles"-Manier etwas vormacht. Auch dafür liebe ich ihn sehr - und das sage ich ihm nicht nur an Weihnachten.
Mein Job hat mir in diesem Jahr wieder richtig Spaß gemacht, nicht zuletzt wegen Menschen, die heute zur allerletzten gemeinsamen Kaffee-und-Kuchen-Runde dieses Jahres trommelten und extra für mich, die noch nie Stollen essen mochte (ich hasse matschige Rosinen!) ein Stück Kuchen besorgten, der mir dann beim gemeinsamen Schmausen und so beinah wieder aus dem Gesicht fiel bei Aussagen wie: "Der schnarcht doch schon, wenn der noch steht!" und darauf prompt reagiert wird: "Also ich fände cool, wenn der überhaupt so lange stehen würde!" Ich würde sie vermissen, jeden einzelnen, wenn sie auf einmal nicht mehr da wären - aber mir ist auch bewusst, dass das Leben eben... ein ewiger Fluss ist, der auch fließen muss. Es ist gut, dass wir nicht wissen, wohin. Es muss spannend bleiben. Und wir müssen neugierig bleiben.
Meine Schmerzkrankheit... Ich glaube schon, dass ich sagen kann: Ich habe sie besiegt. Sie ist noch da, sie ist noch immer spürbar, und trotzdem ist es so, dass ich sie zuweilen gar nicht mehr wahrnehme, manchmal inzwischen tagelang nicht mehr - und seit ich endlich auf meine Mama hörte "Jetzt gönn doch endlich DIR mal etwas und denke nicht immer nur an alle anderen" und mir die über-überfällige neue Matratze kaufte, seither nicht nur schlafe wie ein Baby, sondern vor allem morgens ausgesprochen energiegeladen erwache - seitdem ist es noch einmal besser geworden! Ich gebe zu, es gibt Tage, da bleibe ich morgens lieber fünfzehn Minuten länger im Bett liegen, als auf den Stepper zu steigen; es gibt immer noch Tage, an denen ich zu wenig Tee oder Wasser und dafür zuviel Kaffee trinke und am Ende dieses Jahres bin ich noch immer ziemlich müde und erschöpft von der Summe all dessen, was dieses Jahr 2011 mit sich brachte - aber auch zuversichtlich genug, das neue Jahr mit leuchtenden Augen und einem Lächeln im Gesicht zu begrüßen, keine Erwartungen zu hegen, deren Nichterfüllung mich nur unnötig traurig machen würde, mich stattdessen einfach überraschen lassen möchte und (weiter)arbeiten will an einigen neuen alten Ideen, für deren Umsetzung mir nicht mehr die Energie fehlen wird.
Ich hoffe, wir sehen uns im Neuen Jahr - und sollte ich mich bis zu Beginn dessen nicht mehr melden können, dann wünsche ich Euch allen von Herzen, dass es Euch all das bringen möge, das Eure Augen strahlen und Eure Seele voller Glück erfüllen möge.
Und weil ich jetzt nicht sentimental oder gar wehleidig oder sonst irgendwas in dieser Art werden möchte und irgendwie ja auch gar keine Zeit dafür habe, werde ich jetzt die Musik aufdrehen, meine letzten Pflichten erfüllen und vermutlich irgendwann gegen elf Uhr todmüde in die Kissen sinken.
Salút. Doswidania. Adios. Ciao. Servus. Bye. ...Wir sehen uns!

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Wie man sich bettet

Also wenn ich eins nicht leiden kann, dann das, dass - sobald ich einen Laden betrete - sofort belästigt werde: "Kann ich Ihnen helfen? Darf ich Ihnen einen Tipp geben?"
Nein darfst du nicht - würde ich nur zu gern und oft genug ungnädig antworten, aber ich bin ja gut erzogen und außerdem machen die ja auch nur ihren Job. Und überhaupt ist es bestimmt auch mordslangweilig, den ganzen Tag im Laden zu stehen, den Kaugummi von der rechten auf die linke Zahnleiste und wieder zurückzuschieben. Da freut man sich vermutlich am Ende wirklich über jede menschliche Seele, die den Laden betritt.
Trotzdem.
Bei allem Verständnis.
Wenn ich sage: "Danke, nein, ich komm zurecht", dann meine ich das auch haargenauso!
Heute Abend war ich wieder mal kurz davor, meine Geduld zu verlieren.
Ein Outlet-Store - nein, nicht für Schuhe, Taschen oder sonstiges Designer-Gedöns - sondern schlichtweg für Matratzen.
Wenn ich daran denke, dass ich früher einen Schlaf wie  ein Baby hatte... Es ging immer und überall, an den unmöglichsten Orten und den unbequemsten Situationen. Selbst auf nem Stuhl mitten im Meeting - fragt mal meinen Kollegen, der kann das heute auch noch ;) Doch inzwischen geht alles nicht mehr so einfach, inzwischen muss es wohl mindestens eine 7-Punkt-Kaltschaummatratze sein und der Verkäufertyp klebte derart an mir dran, dass ich schon versucht war zu sagen: "Tut mir leid, ich habe heute keine Bonbons in den Taschen!"
Was ich ja aber so gar nicht leiden kann, ist, wenn man mir mit unterschwelliger Penetranz einzureden versucht, ich müsse unbedingt JETZT kaufen, Sie wissen schon, Angebot ist nur noch 3 Tage gültig, aber so lange gibts die Matratze nicht mehr, die ist sehr begehrt, wirklich sehr begehrt und ich könnte ja wenigstens einen Teil anzahlen, dann hätte ich sie sicher - die allerletzte.
AAARRGGGHHH..
Als er dann noch sagte: "Wir können es ja auch so machen: Sie zahlen etwas an, wir schreiben einen Vertrag, und wenn Sie es sich doch anders überlegen, können wir auch alles wieder stornieren!" war damit der Punkt erreicht, wo ich nach meiner Jacke und nach meiner Tasche griff und sagte: "Ich schlaf noch mal auf meiner alten Matratze drüber" und er - eifrig sich die Hände reibend - meinte: "Junge Frau, das könnte dann aber zu spät sein, es ist wirklich das allerletzte Modell und Sie brauchen ja inzwischen schon auch was Ordentliches, nicht wahr!" Ob das jetzt als Frechheit zu werten war, habe ich besser nicht nachgefragt - aber entschieden: "OK, das Risiko geh ich ein!"
Vielleicht unnötig, aber ich erwähne es trotzdem: Ich bin eine geschlagene halbe Stunde lang verfolgt, belästigt, bedrängt worden von diesem Verkäufer, und es hat in all der Zeit nicht einen einzigen zweiten Kunden gegeben, der diesen verdammten Laden betreten und mich damit erlöst hätte. So dass ich vermute, dass die aller-allerletzte Matratze auch am Freitag oder am Samstag oder auch nächste Woche durchaus zu haben ist. Ehrlich, solche penetranten Verkäufer gehen mir auf den Sack, aber sowas von!
Zumindest wusste ich heut Abend wieder, warum ich das Onlineshoppen liebe!

Dienstag, 13. Dezember 2011

Selektive Wahrnehmungen die Zweite

Vor ein paar Tagen schrieb ich über die Wahrnehmungen von Frauen, über kleine Übersetzungsmaschinchen der Zukunft, die dem Manne nicht nur weismacht, dass eine Frau Ja meine, wenn sie Nein sagt, sondern bestenfalls das ganze Drumherumgesabbel gleich miterklärt. Nur um Streit im Hause vorzubeugen, klar.

Vor ebenfalls ein paar Tagen habe ich im world wide web einen Schatz ausgegraben, der unmissverständlich klar macht: Während die Männer noch immer Witze über Frauen-Übersetzer etc. reißen, haben die Frauen selbst ihre Arbeit längst getan - und den Geheimcode des Mannes enttarnt.

Wenn Ihr also auf der Suche nach Mr. Right seid, dann haben wir hier schon mal die Übersetzung parat für den Fall, dass er den Mund aufmacht:

"Ich bin zwar selbst voll der langweilige Heiner und hab schon vor Urzeiten den Bezug zur Realität verloren (würde ich mich sonst selbst als "athletisch" bezeichnen?), aber Ihr sollt toll sein!! Mega-Traummaße besitzen, modern, unabhängig (= gutes, eigenes Geld verdienen!!), intelligent und selbstbewusst sein, aber auch traditionelle und häusliche Werte schätzen und pflegen (= Weib, kochen, waschen, bügeln und putzen ist Deine Baustelle!!). Tiefgehende, philosophische Gespräche (= lausche meinen verspinnerten Monologen und bewundere mich dafür!) bei einem guten Glas Rotwein (=trinke nämlich gern zuviel) sollten Dir ebenso wichtig sein, wie das Eingehen auf meine körperlichen Bedürfnisse (= lechz! hechel! sabber!)..."

Ich konnte nicht anders - ich habe mich königlich amüsiert und alsdann die Urheberin dieser Zeilen um Abdruck in meinem Blog gebeten. Voilà! Und nun: Gutes Gelingen :)

Montag, 12. Dezember 2011

Wenn aus Sch** Gold wird

Die Sex & the City-Fans unter uns werden sich bestimmt an die Filmversion erinnern, in der Carry ihren Mr. Big zu heiraten gedachte, zunächst kläglich vor dem Traualtar scheiterte und glaubte, nie wieder lachen oder überhaupt irgendwie fröhlich sein zu können. Bis zu jenem Urlaubstag, an dem Charlotte verbotenes mexikanisches Wasser trank - und vor den Augen ihrer Freundinnen ihren Darminhalt in die Hosen entleerte. (Ich könnte ja einfach auch sagen: sich vor den Augen ihrer Freundinnen in die Hosen schiss - aber das wäre vielleicht ein bisschen viel Fäkalsprache zum Montagmorgen, oder?)
Jedenfalls - Carry hat gelacht, gelacht, gelacht und von da an ging alles aufwärts.

Heute Morgen ging mir das irgendwie... genauso.
Müde kam ich ins Büro geschlichen, obendrein die Müdigkeit der letzten Wochen noch in den Gliedern, und noch immer eine Angespanntheit in der Muskulatur, die die Schultern eher hoch- und den Kopf eher niederzog und statt Lachen maximal ein Grinsen zuließ. Ich fühlte mich auch nicht besser angesichts des vollgeladenen Schreibtisches, obschon ich gern viel zu tun hab. Denn dann geh ich abends mit dem guten Gefühl, etwas "bewegt" zu haben, nach Hause, mit dem Gefühl, eine Aufgabe gehabt zu haben.

In dem ganzen Wust aus Papier, Ordnern und Dokumenten einen Strafzettel fand ich einen Strafzettel vom heutigen Morgen: Falschparken für geschlagene fünf Minuten lang. Also hängte ich mich ans Telefon und befragte die Kollegen von der Baustelle: "Wer von euch war das?" und erhielt die Info: "So eine Scheiße! Ich musste so dringend auf die Toilette, das konnte nicht warten und ich dachte, ich komm nur mal schnell ins Büro!"
Ich habe mich bestimmt hundert Mal entschuldigt - aber ich konnte nicht anders, als in ein derart herzhaftes Lachen auszubrechen, dass mir der Bauch wehtat und die Tränen aus den Augenwinkeln sprangen.
"Sorry, aber das war dann wohl der teuerste Scheißhaufen der Woche", kreischte ich vor Begeisterung, während der andere knirschte: "Brauchst dich nicht zu entschuldigen, deine Kollegin hat genauso gelacht!"
Nun ja. Halteverbot ist eben Halteverbot.
Und meine Muskulatur ist wieder gelockert.
Mein Kopf wird wieder frei.
Mein Gang wird wieder aufrecht.
Manchmal macht Arbeit eben doch Spaß :)

Sonntag, 11. Dezember 2011

You're Not Alone

..."surely it's time to be with me... open your mind..."




great sound - i love this guitar-sound so much...

...and great lyrics too...



Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=CHDuP303XyE&ob=av3e

Samstag, 10. Dezember 2011

Nobelpreis 2011

Seit rund hundert Jahren, glaub ich, gibts den Nobelpreis für Frieden, für Literatur, für die Medizin und noch irgendwas Wissenschaftliches. Noch länger als den gibts die Liebe - und ich glaub, dafür gibts noch keinen Nobelpreis, oder?
Alfred Nobel hieß der gute Mann, der einst verfügte, dass seinen Preis derjenige bekommen sollte, der im Lauf eines Jahres den größten Nutzen auf einem dieser Spezialgebiete erwiesen hätte.
Nun, das Jahr neigt sich dem Ende zu (Weihnachten beginn ich übrigens langsam zu hassen, was ich aber eigentlich schade finde) und ich frage mich, weil ich grad nicht mehr schlafen kann, wer denn in diesem Jahr einen Preis bekommt und obs den diesmal auch in der Kategorie Liebe gibt.
Ich meine, Menschen sind so: Wenn sie einen Ansporn haben, wenn sie einen Jagdtrieb entwickelt haben und wenn sie am Ende etwas in ihrer Hand halten, das sie reich & auch berühmt macht, ich glaub, dann können sie so richtig über sich hinauswachsen und Dinge zeigen oder geben, von denen sie wohl auch selber nicht annahmen, dass sie dazu überhaupt in der Lage waren oder wären. Wenn sie aber ihr Ziel erreichten, wird alles uninteressant, zur Seite gelegt oder in die Vitrine gestellt, wo es in Ruhe einstaubt.
So ist es mit Pokalen. Und so ist es zuweilen mit Menschen.
Ich finde das schade. Ich finde das traurig. Und klar sage ich: Man soll sich mit einem anderen Menschen wohl und geborgen fühlen und nicht ständig Angst haben müssen, dass man den Partner vielleicht doch verliert. Aber ich sage auch: Niemand soll zur Selbstverständlichkeit werden. Niemals soll selbstverständlich sein, dass der andere neben Dir sitzt oder liegt oder vor allem Dich liebt.
Vor ein paar Tagen traf ich auf dem Weihnachtsmarkt einen Freund und der erzählte mir, dass sich seine Liebste gerade von ihm getrennt hatte, weil er keine Möglichkeit sah, ihr das Leben weiter zu finanzieren, in dem sie sich entspannt zurücklehnen, sich um Haus & Familie kümmern und dreimal pro Woche ins Fitnessstudio gehen konnte. Ich meine, man hatte von Liebe gesprochen, nach einem gemeinsamen Heim geschaut - er war willens und in der Lage, alles zu geben, das er konnte, vielleicht sogar noch mehr, vielleicht auch zuviel- und aber auch sagen musste: "Alles allein kann ich nicht, hilf mir" - während sie ihr bequemes Leben nicht aufzugeben gedachte, sondern lieber die Beziehung beendete. Punkt und aus. So einfach war das.
Ich frage mich (schon wieder, glaube ich): Ab wann ist es wirklich Liebe?
Wenn sich die Menschen verändert haben, wenn sich die Gesellschaft verändert hat, verändert sich dann auch die Liebe und müssen wir anno 2011 die Definition tatsächlich abändern?
Wie kann ich sagen "Ich brauche dich und deine Seele zum Leben" und anschließend zwei Stunden lang ausschließlich über Geld debattieren? Sind wir nicht mehr in der Lage, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren - auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass niemand nur von Luft & Liebe leben kann? Geht es uns heute so gut, dass wir das Größte erreichen und aber an dem Unwesentlichen scheitern?
Geht es uns heute zu gut?
Wenn Ihr mich fragt - ich glaube ja. Den meisten Menschen geht es einfach zu gut, sie stehen zu oft auf dem Gipfel, als dass sie dieses Glücksgefühl noch zu schätzen wissen, oben angekommen zu sein, etwas erreicht zu haben.
Mich widert es an. Menschen widern mich an, die nur so lange das Leben mit einem Menschen teilen, solange die Kasse stimmt.
Gestern musste ich leider eine Verabredung auf dem Weihnachtsmarkt absagen - mir war buchstäblich alles auf den Magen geschlagen. Ich zähle vielleicht nicht zu Deutschlands Oberschicht, zumindest nicht dem Bankkonto nach, aber von dem, was ich habe, hätte ich gestern gern mal wieder etwas investiert in einen Glühwein und von mir aus noch einen Liebesapfel oder auch zwei (ich bin und bleibe ein Leckermäulchen :)) und nur für das Empfinden: Es geht mir gut und ich genieße den Augenblick - und teile dieses Empfinden mit Menschen, die das genauso sehen.
Glücklicherweise ist aufgeschoben nicht aufgehoben :)

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Mission Impossible Oder: Schon mal Merry Christmas!


Also wer jetzt geglaubt hat, ich schreibe heute eine Filmkritik, der irrt. Den Cruise konnte ich eh noch nie leiden.
Einige von Euch wissen ja, dass ich als unverbesserliche Romantikerin immer glaubte, wenn man sich genug liebt, dann wird alles gut.
Na ja, ich will mal so sagen: Daran glaube ich immer noch. Auch jetzt noch.
Aber das kriegst Du eben auch nur hin, wenn Du dazu den richtigen Partner hast.
Und wenn ich heute im Büro den Kalenderriegel erst auf den 7. Dezember rückte, so muss ich sagen: Santa Claus was already here - und brachte mir (m)eine Bescherung. Na ja, ich will mal so sagen: Neu ist das ja nicht wirklich, nicht mal um die Weihnachtszeit (alle Jahre wi-hie-der!) - aber zumindest kann ich sagen: Mission 4 is failed , Mission 5 is definetly impossible - und ich schüttel mir gerade die letzten Scherben aus dem Pelz.
Jedenfalls - so kurz vor Heiligabend glaube ich zwar trotzdem nicht (mehr) an denWeihnachtsmann, aber nach vielem Hin & Her ist Frau Helma wieder frei, frei wie ein Schmetterling, der nun weiterfliegen wird, und wenn ich einen Wunsch frei haben darf, dann dürfte unter der Maske des Weihnachtsmannes ja mal ne echte Überraschung stecken.
Oder muss ich doch bis zum Frühjahr warten, am Teich Frösche sammeln und einen nach dem anderen an die Wand klatschen in der Hoffnung, dass mehr draus wird als ne Froschschenkelsuppe?
Wie ist das eigentlich, wenn eine Beziehung zuende ist - gibt es dann auch ein Trauerjahr oder kann ich schon jetzt meinem Glück auf die Sprünge helfen? Denn wie gesagt - neu ist das ja alles nicht und... überraschend kam es auch nicht. Und zum ersten Mal leider auch nicht.
Na jedenfalls dachte ich, ich melde mich doch wieder nach vielen Jahren mal im Internet an und gucke mal.
Und nein, liebe Leser, ich leide nicht unter Torschlusspanik und brauch weiß Gott nicht gleich einen neuen Mann. Aber Ihr müsst zugeben, ein bisschen gedankliche Abwechslung kann auch nicht schaden, oder? Kummerfalten machen schließlich hässlich!
Auf das Internet jedenfalls ist wirklich Verlass: Komiker ohne Ende! Die erste Nachricht, die ich bekam, war nämlich folgende - und bevor Ihr lest, möchte ich betonen: Ich habe ein ganz normales Foto gewählt, wirklich ein ganz normales!:

FRAGE Jürgen
Heute, 19:03 Uhr
Hey, du süsse Strapsmaus!
Ich kann dir ein großes Stück entgegenfahren.
Überlege es dir halt mal und lass uns einfach mal telefonieren und sehen was wird. Ich stehe nicht auf ONS sondern es sollte was für öfters sein!
Wie stehst du eigentlich zum Thema Strapse, schönen Spitzen Dessous und High Heels?
Ach ja, lass mich raten: 80B?
Kuss
Jürgen

ANTWORT Helma
Heute, 19:05Uhr
Du sag mal, darf ich Deinen Text in meinen Blog kopieren? Natürlich ohne Foto! Aber ich finde Deine Zeilen echt witzig, wirklich, und ich finde obendrein, dass meine treuen Leser auch ihren Spaß haben sollten :)   

Also ich fand mich originell, Jürgen mich allerdings nicht, der setzte mich gleich auf seine Sperrliste. Das empfinde ich jetzt spontan mal als Auszeichnung - mit Freak-Shows kenn ich mich nämlich aus. Und werde mal gucken, ob nach Mission Impossible vielleicht doch noch etwas anderes kommt. Sowas wie Sturm der Liebe oder so. Ich meine, ich hätt ja nüscht gegen ne Soap, das würde immerhin was Dauerhaftes mit viel Liebe bedeuten und außerdem haben diese Soaps immer ein Happy End. TUI - das hätte ich mir jetzt echt mal verdient! 

Montag, 5. Dezember 2011

Begegnungen

Irgendwie ist es verrückt: Entweder meldet sich gar keiner - oder gleich alle auf einmal. Ich glaube, dieses Phänomen kennen bestimmt viele von Euch. Man sagt ja auch, dass es vor allem an Deinen eigenen Signalen liegt, ob die Leute den Schritt auf Dich zukommen oder lieber einen großen Bogen um Dich machen.
Ich sage jetzt nicht, auf welche Seite davon ich mich derzeit zähle - aber ich wundere mich dennoch und bin zugleich positiv überrascht, wer derzeit alles so an der Tür klingelt.
Immerhin hat mir das in den letzten Tagen die Möglichkeit verschafft, so einige Weihnachtsmärkte und deren Kössszzscchhtlischkeiten kennen zu lernen - und dabei Spitzbube Kummer über den nächstbesten Zaun zu werfen.





Ich meine, ich persönlich habe Schiss vor jeder größeren Stadt, die ich nicht kenne. Auch mit Frau Navi an Bord. Also ich meine, ich habe Schiss, mich mit dem Auto ins Nirvana zu begeben, wo die Straßen mehr als eine Spur haben, die in dieselbe Richtung führt. Und meine Freundin? Die lenkte ihr Auto derart unbekümmert durch die Straßen von Berlin, dass ich mich heimlich am Türgriff festzuhalten und im Geiste das Ave Maria zu beten begann, als sie mir erklärte: "Hier war ich auch noch nie!"
Gepackt haben wirs aber unbeschadet, der Nachmittag war herrlich, sie hängte mir ein Lebkuchenherz um den Hals und drückte jedem von uns einen Liebesapfel "Auf dass bessere Zeiten kommen!" in die Hand und so liefen wir unbeschwert und fröhlich wie Kinder durch die Straßen, alberten und gackerten, tranken Weihnachtspunsch und (natürlich) Milchkaffee, schauten schönen Menschen hinterher oder ließen uns die Blicke folgen.
Mir wurde bewusst, wie wenig ich in den letzten Wochen gelacht hatte, ich meine, so richtig von Herzen. Mir wurde bewusst, dass ich begonnen hatte, mich selber zu vermissen. Mir wurde bewusst, dass ich dabei war zu vergessen, wer ich eigentlich bin und was ich gern habe, was ich gerne tu. Und wie sehr ich aber darum kämpfen oder verteidigen musste, wenn ich mir etwas wünschte. Dass das aufhörte, Spaß zu machen. Und nun saß ich hier mit einer jungen Frau, die gerade beginnt, ihr ganzes Leben komplett neu zu ordnen, zu strukturieren, ganz von vorn zu beginnen. Die sich mir entgegenbeugte und sagte: "Jetzt gönn dir auch endlich mal was, du arbeitest so hart dafür."
Also habe ich mir etwas gegönnt: Zwei Lebkuchenherzen für meine Söhne - morgen ist schließlich Nikolaus. Aber ich glaub, das hat meine Freundin nicht gemeint. Oder? Als sie mich vor der Haustür wieder absetzte, schaute ich ihr noch eine Weile nach und winkte. Ich sollte sie öfter treffen. Sie. Und das Leben. Und überhaupt.
Und morgen gehe ich wieder auf den Weihnachtsmarkt. Irgendwie ist doch auch das Leben wie ein Weihnachtsmarkt: bunt und süß und an jeder Ecke gibt es etwas zu sehen und zu entdecken. Eben.