Ich sage jetzt nicht, auf welche Seite davon ich mich derzeit zähle - aber ich wundere mich dennoch und bin zugleich positiv überrascht, wer derzeit alles so an der Tür klingelt.
Immerhin hat mir das in den letzten Tagen die Möglichkeit verschafft, so einige Weihnachtsmärkte und deren Kössszzscchhtlischkeiten kennen zu lernen - und dabei Spitzbube Kummer über den nächstbesten Zaun zu werfen.
Gepackt haben wirs aber unbeschadet, der Nachmittag war herrlich, sie hängte mir ein Lebkuchenherz um den Hals und drückte jedem von uns einen Liebesapfel "Auf dass bessere Zeiten kommen!" in die Hand und so liefen wir unbeschwert und fröhlich wie Kinder durch die Straßen, alberten und gackerten, tranken Weihnachtspunsch und (natürlich) Milchkaffee, schauten schönen Menschen hinterher oder ließen uns die Blicke folgen.
Mir wurde bewusst, wie wenig ich in den letzten Wochen gelacht hatte, ich meine, so richtig von Herzen. Mir wurde bewusst, dass ich begonnen hatte, mich selber zu vermissen. Mir wurde bewusst, dass ich dabei war zu vergessen, wer ich eigentlich bin und was ich gern habe, was ich gerne tu. Und wie sehr ich aber darum kämpfen oder verteidigen musste, wenn ich mir etwas wünschte. Dass das aufhörte, Spaß zu machen. Und nun saß ich hier mit einer jungen Frau, die gerade beginnt, ihr ganzes Leben komplett neu zu ordnen, zu strukturieren, ganz von vorn zu beginnen. Die sich mir entgegenbeugte und sagte: "Jetzt gönn dir auch endlich mal was, du arbeitest so hart dafür."
Also habe ich mir etwas gegönnt: Zwei Lebkuchenherzen für meine Söhne - morgen ist schließlich Nikolaus. Aber ich glaub, das hat meine Freundin nicht gemeint. Oder? Als sie mich vor der Haustür wieder absetzte, schaute ich ihr noch eine Weile nach und winkte. Ich sollte sie öfter treffen. Sie. Und das Leben. Und überhaupt.
Und morgen gehe ich wieder auf den Weihnachtsmarkt. Irgendwie ist doch auch das Leben wie ein Weihnachtsmarkt: bunt und süß und an jeder Ecke gibt es etwas zu sehen und zu entdecken. Eben.
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