Samstag, 19. März 2016

Das Isarfräulein



Wen hat die wunderbare Sonne heute nicht gelockt?
Dankbar dafür, die Hände ineinander verhaken zu können und die ersten vorsichtigen Schritte hinaus in den zaghaften Frühling gehen zu können, haben wir uns für einen Besuch beim Isarfräulein entschieden.
Das Lokal heißt tatsächlich so und glaubt man der Homepage, so hat sich die Besitzerin hier ihren Traum verwirklicht. Es erinnerte mich an jemanden, die auch davon träumt(e), eines Tages ein kleines Café zu führen, in dem man Kaffee trinken, den Lieblingskuchen essen und ein Buch ausleihen kann.

Mir gefiel auf Anhieb der Stil des bunt zusammen gewürfelten und dennoch in jeder Hinsicht zusammenpassenden Inventars, drinnen wie draußen. Wer es lieber schlicht und geradlinig mag, dem dürfte es dort eher nicht gefallen.
Ein kleines putziges Lokal mit etwa sechs Angestellten, die wir dort herumwuseln sahen. Bereit, ihre Gäste zu bewirten und trotzdem war mein Kaffee nur noch handwarm, als er endlich vor mir stand.
"Ich hab vergessen zu rufen", lautete die Entschuldigung.
Ich hab ihn trotzdem getrunken, statt ihn zurückzugeben. Kalter Kaffee soll schließlich schön machen und außerdem hatten wir die Tage ganz andere Sorgen, da wird man doch nicht über so kleine Dinge lamentieren. Erst recht nicht an so einem wunderbaren Sonnentag.
Das Essen wirklich lecker und als der Mann beim Abräumen anmerkte, dass er in seinem Salat einen halben Avocadokern gefunden habe, worüber sich im worst case seine Zahnfee gefreut hätte, da lachte die Bedienung entschuldigend: "Hach und ich hab noch gewitzelt, ob ich den Kern drinnen lassen soll!"

Wir werden im Sommer sicherlich noch mal dort vorbeischauen. Das Essen selbst war wirklich sehr lecker, der Kaffee klasse, wenn er dann nur noch heiß ist (man denkt ja immer, kann man im Grunde nicht viel falsch machen, aber ich als Junkie hab schon verschiedensten Kaffee serviert bekommen), die Rharbarberschorle super lecker, aber irgendwie... hielt sich hartnäckig das Gefühl eines Hinterhofs, an dem der BOB vorbeirauscht und der Ausblick insgesamt sich einer gewissen Tristesse nicht erwehren konnte. Aber das mag in einigen Wochen, wenn die Bäume in sattem Grün erstrahlen, auch wieder ganz anders wirken. Dann schauen wir uns das noch mal an. Mit hoffentlich dann heißem Kaffee :)

Kommentare:

Frau Vau hat gesagt…

Uff! Das hört sich doch schon mal viel besser an als im letzten Eintrag....
Ich liebe solche Cafés, in Hamburg gibt es davon ein paar sehr schöne, auch in Nürnberg. Wenn man mal ein bisschen weg geht von "bekannten Wegen" wird man oft fündig und überrascht.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Ja, weil alles gut werden wird - auch wenns bisschen Zeit braucht :)
Und ich freu mich drauf, noch ganz vieles zu entdecken!!

Anna hat gesagt…

Ich freu mich sehr für euch. <3

Nila hat gesagt…

Hach das Lokal sieht aber urig aus. So etwas lässt mein österreichische Herzlein auch in die Höhe hüpfen <3
Ganz liebe Grüße
Nila

Mitzi hat gesagt…

Es hat sich so schön gelese, dass ich gleich auf die Homepage gesprungen bin. In Pullach! Perfekt, da arbeite ich und werde sicher vorbei schauen.
Schöne Ostern und liebe Grüße

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Nila, ja, wir haben das auch eher zufällig im Internet gefunden und sind spontan mal hingefahren.
Liebe Mitzi, wir fahren auch noch mal hin, aber erst, wenn alles ringsrum sattgrün ist, dann kommt das Kleinodige vermutlich besser raus :)