Freitag, 21. Juni 2013

Tusch - die Woche ist um!

Na ja fast. Nichtsdestotrotz: Angesichts des gestrigen Beachvolleyballturniers unserer Firma mit den wichtigsten Kunden (die Kür der Damen bestand übrigens ausschließlich in der perfekten Laola-Welle) ist es heute hier erwartungsgemäß ruhig und gediegen, die Männlichkeit schleicht hier mühsam und leise durch die Gänge (bitte nicht so laut sprechen heute!) und ebenso erwartungsgemäß wird dieser Freitag etwas zeitiger, also wenigstens um 15.30 Uhr enden - und das Wochenende beginnen.

Ja und mit mächtig Donner und Gedöns hatte sich dann gestern Abend auch die Glut der Woche verabschiedet, hatte es Untiefen und Bäume quer vor mir auf die Straße gelegt. Zu Hause habe ich erst mal vorsorglich mein Kellerfenster verschlossen und ohne jeglichen Kommentar Juniors Wäsche in die Waschmaschine gesteckt, die der Knollo auf dem Hocker vor dem geöffneten Fenster vergessen hatte... Hach ja. Wenn man nicht alles selber macht... Dafür aber war er sehr beflissen, als um exakt 22.15 Uhr noch ein Hilferuf via Whatsapp von einer sehr guten Freundin eintrudelte: "Kannst du herkommen und uns helfen? Unser Keller steht unter Wasser!" Na da war er doch fix, der Junge, so kenn ich den gar nicht.
Leider vergaß er seinen Wohnungsschlüssel mitzunehmen, so dass ich auch noch warten musste, bis das Götterkind um 0.30 Uhr eintrudelte - und gestern fiels mir echt schwer, wachzubleiben.
"Konntest du helfen?" fragte ich matt und er bejahte. Natürlich.
"Unterwegs hat mich da so ein Mann angesprochen", fuhr er dann langsam fort und dem Tonfall war zu entnehmen, dass er augenscheinlich überlegte, ob er überhaupt etwas erzählen sollte oder nicht.
"Was wollte der?"
"Na der kam da so aufm Fahrrad. Nett sah der nicht aus, aber der war nett", (ich äugte ihn misstrauisch an), "und der sagte, die eine Unterführung da, du weißt schon, dass ich da nicht durchkönne, es stünde alles voller Wasser, ich solle woanders lang."
"Und dann?"
"Dann fragte er, ob er mal mein Handy haben dürfte, um seine Frau anzurufen."
Hier begannen meine Warnleuchten zu blinken. Aber noch schwieg ich.
"Ähm na ja und ich hab dann überlegt, ob ich das machen soll. Aber dann hab ich es ihm doch gegeben, weil, der war ja echt nett."
Warum er mir das erzählte, wusste er wohl selber nicht so genau, aber mir - ich weiß nicht wieso - verursachte das schon ein mulmiges Gefühl im Bauch. Ich weiß, er ist 17, kann sich ganz gut selber verteidigen, aber... man weiß ja nie... Bin ich zu ängstlich geworden? Zu misstrauisch? Eigentlich kenn ich mich so ja nicht, aber... Ich bin eben auch keine 20 mehr, mein Leben hat mich gezeichnet und - für mich - genug hab ich auch erlebt.
"Junge, bitte versprich mir eins: Lass dich nachts in der Stadt nicht einfach von irgendwem anquatschen und dann auch noch um dein Handy bitten. Der war mit einem Rad unterwegs, wenn der jetzt einfach ordentlich in die Pedale getreten hätte, wärs Handy weg. Und das wäre am Ende vielleicht noch das kleinste Übel."
"Na ja ans Handy dachte ich auch, aber was soll mir denn sonst passieren? Wenn der mich anfasst, gibts eine aufs Maul."
"Spatzl, du weißt nie, ob du dazu noch gekommen wärst. Manchmal geht alles ganz schnell, während du gar nicht damit rechnest - oder glaubst du, der kündigt seine Aktionen vorher an?"
Unsere Kleinstadt (jedenfalls empfinde ich sie so) ist nachts alles andere als belebt, da ist der Gehsteig hochgeklappt - und was mach ich, wenn ihm was passiert? Keiner siehts und hörts? Oder bin ich tatsächlich paranoid?
Wie auch immer - es ist Freitag und fast Wochenende - die Arbeit ist erledigt und einen neuen Azubi habe ich heute auch noch eingestellt. Ich glaube, ich bin jetzt reif für den Feierabend :)


Kommentare:

~Anna W.~ hat gesagt…

Ich kann's dir so gut nachempfinden. Vor einigen Jahren dachte ich in den Sommerferien 'Mensch, wie sollst du den Kerl die ganze Zeit beschäftigen? Anstrengend!' und heute denke ich 'Shit, der zieht alleine los... was da alles passieren kann und was hier für Idtioten unterwegs sind'. Furchtbar. Hilft ja nüscht. Muss darauf vertrauen, dass ich ihm in den vergangenen knapp 14 Jahren genug beigebracht habe und er immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Irgendwie so halt. ;)

Schönes und entspanntes WE wünsch ich dir!

LG Anna

P.S: Die neue Frisur sieht super aus. Gefällt mir gut - auch wenn man auf dem Bild ja nicht soooo viel sieht. ;D

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Hey Anna, Deine Worte tun mir gut! Bin ich also doch ne ganz normale Mama :)
Danke für das Kompliment - ich versuch mal in den nächsten Tagen, ein besseres Foto hinzubekommen :)
Und ich wünsche auch Dir & den anderen Lesern ein schönes, entspanntes Wochenende :)