Donnerstag, 20. Februar 2014

Einen Aufschrei allererster Güte....


  

....gönnte ich mir übrigens heute Morgen, als ich nach längerer Zeit mal wieder auf die Waage stieg. Ich meine, ich kenn ja meine (Frust-) Sünden - aber bei aller Liebe, Schokolade & Co.: ÜBER hundert Kilo???!!!???
Erschrocken stieg ich runter und wieder rauf und kurz dämmerte mir, dass sich die Zahl auch nach Ablegen des goldenen Ringes nicht wesentlich verändern würde. Mehr hatte ich (leider?) nicht an - und böse Befürchtungen wurden wahr. Immer noch über hundert. Ziemlich.. äh.. WEIT über hundert.

Dann nahm ich meine Lesebrille in die Hand.

Schlimm schlimm schlimm, wenn die Augen DAS nicht mehr realisieren.
Nicht Kilogramm, Helma.
lbs.
L-B-hahahahahaaaa!
Nei-hei-hein - keine Bausparkasse, sondern die ungefähre Hälfte Kilogramm!
Mann, bin ICH froh, dass es Internet gibt! Und Handys mit Internet, die mir genau das verrieten.
Erleichterung pur nicht nur der Zahl wegen, sondern dass bei all der Kummerherumfresserei trotzdem weniger auf den Hüften hängt als noch vor ein paar Tagen. Na dann! Lasse ich mir jetzt mein Abendbrot schmecken, bevors kalt wird. Bratkartoffeln mit Hackfleisch und Paprika - alles frisch und mit Liebe zubereitet. Ha!

...und dann war mir nach einer Zigarette rauchen

Gibt ja so ein "Sprichtwort", das besagt: "Guter Sex ist, wenn selbst die Nachbarn eine rauchen." 
Aber selbst mir als eingefleischtem Nichtraucher seit 44 Jahren, der trotz einer stets und ständig qualmenden Familie (Mutter, Vater, zwei Brüder, deren Frauen - selbst meine Oma kam bis kurz vor ihrem Tod immer bei Opa Ziggenheimer vorbei und fragte: "Eine Runde Rommé? Hast du für mich auch eine Zigarette?") und selbst mir ohne Sex war gestern Nachmittag nach so nem Glimmstengel.
Nachdem privat ein paar Feuer brannten und ich mir dann gestern in der Firma noch ein paar virtuelle Ohrfeigen vom Chef abholen durfte (Ohrfeigen sind Ohrfeigen, egal wie erteilt, die brennen immer), da war dann doch so ein Moment erreicht, wo ich sagte: "Ey... jetzt lasst mich einfach alle mal in Ruhe!" und dann stellte ich mich draußen auf unsere kleine Wiese und betrachtete diesen Strauch...

Keine Ahnung, was das für einer ist, ist mir auch völlig banane - aber schön sieht er aus, verspricht soviel Frühling trotz der Regentage und sowas streichelt insbesondere aktuell total meine Seele.
Einfach nur dastehen, die Augen schließen und mir vorstellen, wie das so ist mit uns - dem Frühling & mir.
Ich mein, klar, ich hätt mich auch sinnlos betrinken können, danach war mir schon auch.
Aber als ich dann ein paar Stunden später am Abend zu Hause war, da war mir nur noch nach Essen zubereiten, ein paar "Wie war dein Tag"-Infos abklopfen und dann zu Bett gehen, Musik an und Decke über den Kopf.
Nichts hören.
Nichts sehen.
Nichts sagen.
Zu mehr reichte die Energie einfach nicht mehr, selbst der Bachelor war mir gestern zu anstrengend. Der mit seinem ständigen Gelaber von wegen "Muss ich erst mal für mich verarbeiten" ging mir eindeutig und sowas von auf die Nerven, dass ich den gestern gar nicht erst einschaltete, sondern schon vorher ins Nirvana hinübergeträumt war.

Aber nee, ich werde auch jetzt nicht anfangen zu rauchen. Macht hässliche Zähne. Macht hässliche Haut. Ach und stinken tut man auch wie ein Wiedehopf. Erlebe ich hier täglich im Büro, wenn die Kollegen von der Terrasse reinkommen. Glücklicherweise ist im Haus ja Rauchverbot, schon vor der Gesetzesänderung.
Puh.

Als ich heute Morgen ein paar Besorgungen fürs Büro erledigte, entdeckte ich im Schaufenster eines kleinen Tante-Emma-Ladens etwas, das mich magisch hineinzog, aufschrauben ließ und als ich den Geruch tief einzog wie andere Leute weißes Pülverchen, da kehrte ich innerhalb von Sekundenbruchteilen in jene Zeit zurück, als meine Oma die Zinkwanne in ihrer Küche auf den Tisch stellte, Wasser einließ und mich da reinsetzte. Während ich ganz entgeistert auf meine Beinchen guckte, auf das Wort "Haare" nicht kam und sagte: "Aber Oma, jetzt werden doch meine Federn ganz nass!"

Ist schon irre, dass es Dinge gibt, die man heute noch weiß, egal wie klein/ jung man mal war und wie lange das auch her ist. Ich bin vor allem froh, dass nicht alle Erinnerungen rettungslos verschüttet sind.
Und dann kaufte ich mir dieses Stück meiner Kindheitserinnerung.

Dienstag, 18. Februar 2014

Knock Out


  


Die letzten beiden Nächte habe ich kaum geschlafen, viel gegrübelt und über Verschiedenes nachgedacht. Noch heute las ich in einem anderen Blog über die Auseinandersetzung von Mutter und Vater, die einander nicht mehr lieben und auch nicht mehr miteinander leben - doch dazwischen steht das gemeinsame Kind.
Ich las davon und dachte so bei mir: Ich bin doch froh, dass meine Söhne erwachsen sind und mein Leben damit um vieles freier geworden ist. Ich bin unabhängiger geworden, viel unabhängiger und konnte mein Leben endlich auch mal ein Stück weit auf mich selber ausrichten. 
Vielleicht habe ich noch nicht die Balance gefunden. Vielleicht gibt es zu viele Momente, in denen ich nur an mich denke. Was man mir viele Jahre sagte "Jetzt denk doch mal an dich", wird mir inzwischen vorgehalten.
Meine Söhne sagten das noch niemals. Junior II sagt öfter, dass er sich keine bessere Mum wünschen oder vorstellen könnte.
Ob sie das aber immer noch so sehen, wenn sie feststellen, dass auch ich meine Grenzen habe und dass auch ich nicht alles immer nur hinnehme? Vor fast einem Jahr musste Junior I sein Auto verschrotten und da die Fachschule noch nicht beendet und damit ein Job noch nicht in Aussicht war, verzichtete er darauf, vom Ersparten ein neues zu kaufen. Um ihm den Alltag zu erleichtern, erweiterte ich meine Versicherung und gab ihm mein Auto. Für den Schulweg. Später für die Vorstellungsgespräche und für die Fahrten zu den Nebenjobs.
"Ich möchte aber, dass du auch ein wenig auf die Verhältnismäßigkeit achtest", sagte ich ihm, "dass du nicht jeden Weg fährst, der vielleicht nicht sein muss."
Ich finde, es ist nichts Verwerfliches daran, sich auch innerhalb einer Familie abzustimmen. Er zahlt den Sprit, jedoch ich zahle die Versicherungen und die Reparaturen. Ich weiß, ein Auto kann sich auch kaputtstehen. Ich weiß aber auch, dass manche Reparaturen schneller kommen, je mehr man damit fährt. Ich sage nur: Zahnriemen. Fünfhundert Ocken. Erfahrungswerte, denn das hatte ich schon mal. 
Und dann möchte ich irgendwann auch nicht mehr hinnehmen, dass der Vater kaum noch Wochenenden vorsieht, wo er beide Jungs mal bei sich hat. Wo ich sehe, wie wenig der sich kümmert. Klar, kostet alles Geld - aber hat er nicht in den elf Jahren mehr als genug auf meine Kosten gelebt? 
Und mir wird vorgerechnet, dass ich nie mit meinen Kindern im Urlaub war - sieht man mal die Zeiten ab, die ich mit ihnen auf meiner Insel verbrachte? Dass Junior I ruhig vierzehn Tage lang pendeln kann, nur damit er eine warme Mahlzeit hat, wenn der Vater mal wieder gepflegt in die Türkei in den Urlaub fliegt? Weil Junior im früheren Wohnort lebt und nun auch dort arbeitet? 
Darf ich da nicht wenigstens erwarten, dass man sich mit mir auch abstimmt? Wann dieser beschissene Urlaub ist, wann Junior täglich pendeln wird - auch mit meinem Auto? Gestern setzte der Vater Junior II hier vor der Haustür ab mit den Worten "Wir sehen uns jetzt lange nicht." Der Spruch ist Standard geworden übrigens. Nicht weil der werte Herr in den Urlaub fliegt, sondern weil er arbeiten muss. Ach so. Okay. Ich lieg ja auch nur zu Hause rum und dreh Däumchen.
"Wann ist denn nun der Urlaub?" fragte ich Junior II heut Abend und wurde prompt angefahren: "Weiß ich doch nicht, musst du den Vater fragen."
Wieso ich? Wieso muss ICH mich kümmern, wenn dieser Typ was von mir will? Wieso muss ICH mir Gedanken darum machen, dass auch Junior I "versorgt" ist? Wenigstens finanziell, damit er sich selber um Essen kümmern kann in des Vaters Urlaubszeit? Wieso muss es MEIN Auto sein, mit dem Junior pendelt?
Wieso kommt niemand zu mir, um sich mit mir abzustimmen? 
"Kannst du unter der Woche nicht bei deiner Tante mit zu Abend essen?" habe ich Junior gefragt. "Ihr wohnt im selben Ort und ich halte es, ehrlich gesagt, für unsinnig, nur wegen einem Abendessen jeden Tag zu pendeln."
"Nee", antwortete er zögerlich, "ich wills ja so nicht sagen, aber die ist nicht gut auf dich zu sprechen."
Bitte was? Eine Frau, die ich seit 10 Jahren höchstens 3 x gesehen habe? 
"Was hat das denn mit mir zu tun? Das ist doch kein Gefallen für mich, hier gehts doch um dich?"
"Na ja... Das wird... halt trotzdem nichts. Der Vater hat gemeint, die wär nicht gut auf dich zu sprechen, weil die vieles bei dir nicht versteht. Dass du mit uns nie in den Urlaub gefahren bist, aber mit deinem Freund schon."
Aha. 
Er meint wohl das Wochenende in Wien, das ich mal zum Geburtstag geschenkt bekam. Oder letzten Sommerurlaub, die wir an der Ostseeküste waren. Oder den einen Urlaub, den wir in Italien verbrachten - und zu dem ich selber nichts beisteuern konnte. Zweimal Urlaub in elf Jahren. Zu geil. Während der Vater zweimal im Jahr fliegt und mir noch erzählt, dass er dies von Juniors Kindergeld zusammenspart. Nur um mit seiner Freundin entweder allein oder mit Junior II zu fliegen (was übrigens auch schon paar Jahre her ist). Nur ein einziges Mal war Junior I mit - und durfte sich dann finanziell noch dran beteiligen. "Du musst das verstehen, eine vierte Person kostet Aufpreis", hat der Vater zum Sohn gesagt. Spart dessen Kindergeld, fliegt ohne ihn in Urlaub und das einzige Mal, dass er ihn mitnimmt, darf Sohnemann noch zuzahlen. 
Als ich den Vater fragte, ob er sich denn nicht schäme, guckte der mich groß an: "Na was glaubst du denn, wie ich sonst den Urlaub bezahlen soll?"
"Wenn du kein Geld hast, kannst du eben nicht in Urlaub fahren, aber jedenfalls nicht mit dem Geld deines erwachsenen Kindes", war ich echt fassungslos.
Aber zerreißen sich über mich das Maul, dass ich mir in elf Jahren keinen Urlaub bezahlen konnte? Dass ich immer die Auffassung vertrat: "Entweder wir drei zusammen oder keiner?" Zerreißen sich über mich das Maul, weil ich Junior seit 1 Jahr mein Auto überlasse und aber erwarte, dass er keine unsinnigen Strecken fährt?
Zerreißen sich über mich das Maul, weil ich erwarte, dass man sich mit mir abstimmt, auch wenn ich die Mama bin?
Junior I war heute Abend genervt. Auch von mir. Und wahrscheinlich zu Recht. Ich war wütend, ich war richtig wütend - am meisten wohl auf mich selbst.
"Ich kanns nicht mehr hören, das alles", sagte er.
Das war der Moment, wo es mir endgültig die Beine wegknickte.
Er ist 24, ich hab all die Jahre stillgehalten, ruhig gehalten, um die Jungs zu schützen. Sie wissen so vieles nicht, so wie überhaupt niemand vieles weiß. Der Vater wird sich hüten, die Wahrheit zu sagen. Und ich sehe keinen Sinn darin, durch die Welt zu laufen und die Wahrheit kundzutun. Aber muss ich deshalb für den Rest meines Lebens stillhalten? Darf ich nicht erwarten, dass ich mit meinem Sohn, der 24 Jahre alt ist, offen reden kann? Dass ich ihm sagen kann: "So geht es nicht, ihr könnt nicht einfach immer voraussetzen, dass ich immer da bin, immer mache und tu und immer alles kompensiere, das ihr woanders nicht bekommt"?
Oder dürfen sie das voraussetzen, weil ich die Mama bin?
Ich fühl mich am verletzlichsten meiner Punkte berührt: meinen Kindern. Das Gefühl, versagt zu haben. Das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben. Das Gefühl, zu selbstsüchtig zu sein. Das Gefühl, etwas auf ihrem Rücken auszutragen, das nicht dorthin gehört.
Ich habe heut Abend den Boden verloren. Und falle und falle und falle. 
Ich bin schuld, dass man immer noch den Audi fährt und nicht den BMW.
Ich bin schuld, dass man immer auf mich Rücksicht nahm und nicht den Urlaub machen konnte, den man wollte. 

...You say I need help
cause I'm dreaming too much
cause I'm drifting with my mental health...

Ich habe diese Musik bis zum äußersten aufgedreht. Ich will nichts mehr, ich mag nichts mehr. Nichts mehr hören, nichts mehr sehen, nichts mehr geben und nichts mehr bekommen. Tu ich mir grad selber leid? Keine Ahnung, weiß ich nicht genau. In meinem Kopf schwirren die Worte der letzten Tage, die ich zu hören bekam. Und die Vorwürfe von heute Abend. 
Ich fühl mich taub, von innen und von außen. Habe die ganze Schokolade aufgegessen. Jetzt muss ich kotzen.

Nase voll?

...scherzte ich zu Beginn des Morgens, nachdem meine Kollegin das Büro betreten hatte und seitdem beinah pausenlos nieste. Nein, es liegt nicht am Staub der unbearbeiteten Akten (Das kann sich die Industrie gar nicht erlauben, sowas passiert nur den Ämtern - ich weiß das, ich sage nur: Bafög, Kindergeld & Co.!)

Die junge Dame hat sich über das Wochenende erkältet, und zwar ziemlich mächtig.
Anfangs wurde ich nicht müde, abwechselnd "Gesundheit!" oder "Wohlsein!" zu wünschen. Mir übrigens egal, ob Knigge 2014 sagt, es gehöre sich nicht mehr, ein solches zu wünschen. Phhh. Wer ist schon Knigge.

Wir haben es inzwischen 13:28 Uhr, sie niest schätzungsweise 30 x pro Stunde - und irgendwann.... Hätte ich mir womöglich Fransen geredet...

Nun..
Einen Post-It und Brieföffner später...

... Ich habe kapituliert!




Montag, 17. Februar 2014

I Never Clip Your Wings

Dedicated to

  


...you can be what you want to be..
I cant give no guarantee that I love you as you are -
but I never clip your wing.

...and please don't clip mine.

Und er ist ja doch bestechlich!

...oder einfach nur genauso verfressen wie seine Mutter? Hmm. Na ja, irgendwas muss er ja schließlich auch von mir haben. Als Sohnemann nämlich heut Mittag anrief, nur um zu fragen, für wen die Löffeleier denn wären, da war mein erster Gedanke nicht: "Schön, Kind, dass du wieder zu Hause bist", sondern "Schön, Kind, dass du da bist, du musst noch die Treppe wischen!"
Das alsbaldige Grummeln auf meinen dann auch laut ausgesprochenen Gedanken unterband ich spontan, indem ich sagte: "Kannst dafür auch mein Löffel-Ei haben."
Ja was soll ich sagen: Es wirkte. Das Knurren verschwand alsbald. Ich kenn doch mein Kind.
"Aber vergiss die Treppe nicht", mahnte ich, "sonst hol ich das Löffel-Ei eigenhändig wieder aus dir raus."

Hach ja. Bloß gut, dass in den Supermärkten schon Ostern ist!

Quelle Foto: http://proddb.kraft-hosting.net/prod_db/proddbimg/7814.png

Mein Geist war willig... Ernsthaft

...aber mein Fleisch war ernsthaft schwach.

Mir so egal, dass der eine jetzt kreischend das Schild mit "Die Konfektionsgröße 50 winkt schon mal!" hochreißt. Oder dass Chef mich irgendwann fragt: "Brauchen wir bald einen neuen Stuhl für dich? Am besten einen ohne Armlehnen?"
Mir irgendwie grad alles egal.
Spott prallt gepflegt an meiner Schokoladenseite ab.

Letzte Nacht kroch ich gegen halb zwei Uhr in mein Bettchen und statt des ausgedehnten Frühmorgensports gönnte ich mir eine extra lange Aufstehphase, anschließend ne heiße, ausgedehnte Dusche und frisch gewaschenes Haar. Gönne ich mir sonst auch jeden Morgen nach dem Sport, nur alles dann eben in gestraffter Form.
Trotzdem war ich relativ friedlich und milde gestimmt, ich war ziemlich still, während Lieblingskollege vom Wochenende erzählte ("Ich wurde vergewaltigt!" - "Was? Du?" - "Ja, von meiner Frau. Ich musste ein Zimmer renovieren." - "Ach so. Puh.")  Zimmer renovieren kann ich allein, mach ich allein. Vor rund zwölf Jahren war ich zum Beispiel mit Cuttermesser so beherzt unterwegs, dass ich dabei gleich das Ladekabel meines Handys mit durchsenste. Kleine Renovierpause, weil ich mich erst mal hinsetzte, mit demselben Cuttermesser die Phasen freilegte und alles wieder zusammenknispelte. Hatte tatsächlich funktioniert.
Alleine schabte ich hässliche alte Deckenplatten von der Wand, strich die Decke, tapezierte und lag anschließend gefühlte drei Tage in der Badewanne, weil ich Muskelfasern zu spüren bekam, von denen ich nicht mal ahnte, dass auch ich die hätte.
Allein baute ich Schränke zusammen oder auch wieder auseinander, auch wenn das zuweilen bedeutete, dass mir buchstäblich die (Holz)Decke dabei auf den Kopf fiel.
Hat schon mein Ex-Schwiegervater immer gesagt: "Helma braucht eigentlich keinen Mann. Die macht doch sowieso alles alleine." (Ich weiß nicht, ob er das positiv meinte, er mochte mich nämlich nicht.)
Aber es gibt schon Dinge, die ich brauche. Dinge fürs Herz. Balsam für die Seele. NICHTS Materielles!
Irgendwie denk ich immer an MARS und VENUS, wenn ich sage, dass ich etwas bzw. was ich vermisse - und zur Antwort eine lange Liste bekomme, was ich alles noch nicht getan oder erledigt hab.
Ach Mensch.
Und andere, die gerade schwierige Phasen durchmachen... Ich rufe an, ich maile; Dinge, die aufgrund von räumlichen Distanzen nicht anders gehen - aber die anderen bleiben unerreichbar, reagieren nicht. Und halten mir im Gegenzug vor, ich würde mich nie melden, während sie ja...
Ach Mensch.
Heut Morgen hat sich mein Azubi wieder krank gemeldet. Inzwischen bin ich schneller fertig, wenn ich die Tage aufzähle, die sie da ist. Sollte ich mich echt so in ihr getäuscht haben?
Ach Mensch.

Schluss mit dem Gejammer. Ich kanns eh alles nicht ändern. Aber draußen haben wir Sonne satt, wir erwarten heute zehn Grad plus - und neben mir steht immer noch die Schokolade. Und Musik hab ich auch.
Und Chef ist im Urlaub. Beste Voraussetzungen also für einen ganz erträglichen Montag.

Symbiose

Damals in der Ausbildung, da hatte ich eine Lehrerin, die immer der Meinung war: "Wenn ich mal ein Kind habe, soll es so sein dürfen wie es will. Auch wenn das bedeutet, dass es mal mit grünen Haaren nach Hause kommt. Na und? Dann hat es eben grüne Haare!"
Mir gefiel diese Einstellung. Ein Stück weit lebe ich ja selber danach. Wenn die Jugend mit Tunnel, rasiertem Schopf oder Tattoos ankäme - sollen sie!
Wenn sie einen Jungen heimbrächten und sagten, sie hätten hier die große Liebe gefunden - dann heule ich nicht wegen der Enkel, die ich nun nie bekäme, sondern ich würde mich einfach nur freuen, dass sie ihren Weg gefunden haben und glücklich sind.

Als Junior II seine langen Haare ausprobierte, fand ich das cool. Ich fand auch die kurzen Haare cool. Auf die Art seiner Halskette steh ich nicht so und dass er sich meiner Meinung nach manchmal bisschen prollig anzieht, ist auch nicht so mein Fall. Dass er seinen Arm tätowieren lassen will, ist für mich in Ordnung. Über Motive grübeln wir noch. Finde ich ja übrigens auch cool, dass er mich da überhaupt fragt. Mich. Old Muttern! Haha!
Aber sonst lass ich ihn machen. Er soll sich selber finden. Soll selber herausfinden, was zu ihm passt. Auch wenn das bedeutet, dass er morgens länger braucht als ich. Klar, ist ja auch einfach: Wenn mein Haar nicht liegt, wird einfach ein Zopf gemacht und gut is.
"Irgendwie hätte ich mal wieder Lust auf ne neue Frisur", meinte er letztens und fügte hinzu: "Ich weiß nur noch nicht welche."
Zwei Tage dachte ich über diesen Satz nach und dachte: Ja... Was würde ich machen, wenn ich er wäre?

Am dritten Tag kam er nach Hause und ich musste lachen: Er sah genauso aus wie ich mir seine neue Frisur vorgestellt hatte. Ohne dass wir je darüber gesprochen hätten.
Er ist eben doch mein Sohn. Mutter-Kind-Symbiose :)


P.S.: Ich darf sein Foto veröffentlichen - natürlich habe ich vorher gefragt.

Sonntag, 16. Februar 2014

Room For Light


   
 
...we arent't the only ones
wanting more...

Verpennt

Ich schlafe gern. Ich schlafe gern viel. Doch, ist wirklich so, auch wenn das ja oft nicht so klappen will. Obwohl, zur Zeit ist das gemischt. Zeiten wie diese, wo ich bis morgens zwei, drei oder auch halb vier Uhr wachlag und Musik hörte und/ oder bloggte, sind vorübergehend vorbei.
Schade eigentlich - denn wäre ich letzte Nacht nicht schon halb zwei Uhr völlig übermüdet eingeschlafen, hätte ich es gesehen - das Knacken der 100.000-Klick Marke. Gegen vier Uhr war ich noch mal wach - aber da war diese Grenze schon ein Stück weit überschritten.

Ach Ihr Leser und Kommentatoren - ich danke Euch wirklich sehr für Euer Interesse an dem, was ich hier so von mir gebe, ich danke Euch für das Lesen und Kommentieren, für das-mit-mir-befassen, im Großen wie im Kleinen. Ich bin ein Mensch, der gern mal für sich allein ist und der auch gern mal um sich selber kreist - aber ohne das ganze um-mich-herum bin ich doch auch nur... nichts. 

Und Freunde von Shazam & Co... Ich mag diese App total, weil sie mir ermöglicht, dass mir Titel zufliegen, die ich früher für gewöhnlich nächtelang bei youtube suchte in der Hoffnung, Textfetzen richtig verstanden zu haben, die auf den möglichen Titel schließen ließen. Dann bekam ich mein erstes Smartphone und unmittelbar darauf die Empfehlung für Shazam: Die nächtelange Suche hatte ein Ende, aber Shazam's Datenbank schien in letzter Zeit auch echt begrenzt.
Heute habe ich zum ersten Mal diese Option "Automatisch taggen" eingestellt, einfach so, wollt nur mal gucken, was da so geht. Und huch, man solls nicht glauben, der findet jetzt schneller und mehr als ohne diese Option. Technik, die mich begeistert. Na ja so ein bisschen jedenfalls. Das Mobile muss nämlich männlich sein: Es kann nur eins auf einmal. Wenn er automatisch taggen soll, geht alles entweder ganz langsam oder gar nicht. Also kann man diese App nich auf Dauerbetrieb lassen. Aber bei nem schönen Film oder so....
Da kam ja das Wiederfinden eines iTunes-Gutscheins grad zur rechten Zeit! Hat eben doch alles immer (s)einen Sinn.



Samstag, 15. Februar 2014

Dinge, die eine Frau nicht hören will

Ja ich weiß: Ein Mann hats schwer und wenn eine Frau ihn fragt, ob sie zu dick oder zu hässlich oder ob ihm die Frisur gefällt oder was zum Teufel auch immer - er kann nur eins machen: alles falsch. Egal, welche Antwort er gibt - es ist vermutlich immer die falsche.
Sagt er "Ja, gefällt mir", antwortet frau mit Sicherheit: "Bist du wirklich sicher?" und dreht sich weiter zweifelnd vor dem Spiegel und zieht sich noch mindestens fünfmal um, nur um am Ende wieder ihr erstgewähltes Outfit anzuziehen.
Sagt er "Schatz, die Jeans ist wirklich etwas knapp", fängt sie an zu heulen, isst die nächsten drei Abende nur Salat - und nachts, wenn er schläft, heimlich den Schokoladenpudding oder wenigstens den Rest vom Abendessen, den er nicht mehr aufessen konnte. Außerdem ist er noch das blöde Macho-Schwein, wo Frauen wegen solchen wie ihm dem Mager- und Kotzwahn verfallen.
Sagt er dagegen: "Ich lieb dich so wie du bist, du gefällst mir so wie du bist", wird ihm garantiert vorgehalten, dass ihm sowieso alles egal ist und ihn eh nicht mehr interessiert, wie seine Frau aussieht, weil sie nun mal keine Breitreifen in Alu an sich trägt und in ihr auch kein V8-Motor schlummert.

Hmmpff. Okay.
Trotzdem.
Aus dem offiziell verordneten Valentinstag machen wir uns ja beide nix. Wir haltens ja eher mit der Auffassung: Wer sich das ganze Jahr über nicht zeigen kann, dass man sich liebt, der kanns dann am 14. Februar auch lassen.

Weil Frauen aber oft und gerne reden und am Ende sowieso haargenau das Gegenteil von dem machen, was sie gerade noch gesagt haben, besorgte ich Kinokarten und zu den Hammer-Schuhen noch ein anderes Kleid, weil das rote vielleicht doch ein bisschen zu overdressed gewesen wäre.
Was soll ich sagen: Der Film war totale Scheiße. Okay, nicht ganz: Er war nur ein bisschen Scheiße. Weil, die Liebesgeschichte darin und die eigentliche Aussage - die war schon romantisch. Der Rest allerdings war derart fehlbesetzt, dass es schon wieder komisch war, und außerdem derart sinnfrei, dass ich bereits nach der ersten Stunde gähnte und am liebsten gegangen wäre, um wenigstens den Rest des Valentinstages zu.. äh.. retten. Zu zelebrieren, wollte ich sagen.
Der Film hieß übrigens "Winter's Tale" - hätte vielleicht eher "The Winter's holy shit tale" heißen sollen.
Ja und mein Outfit...
Ich, die normalerweise maximal 15 Minuten brauche, um mich zurechtzumachen, verwandte all meine Kunst und Künste darauf, mich ordentlich zu verpacken, drunter und drüber, wohlgemerkt, und auch das ganze Drumherum ums Outfit aufzuhübschen - stehe freudig aufgeregt wie ein Kind vor dem Weihnachtsmann vor den gelben Seiten - und was sagt der?
Kommt auf mich zu, befühlt das Kleid und spricht: "Was is'n das für Stoff?"
Äh...
Ja...
Den ersten Prosecco mit Aperol trank ich auf die Frau in dem Kleid mit dem komischen Stoff, dann winkte ich der Bedienung und... trank den zweiten Prosecco auch auf die Frau in dem Kleid mit dem komischen Stoff. Anschließend war ich betrunken, auf dem Kleid landeten ein paar Gans-auf-Nudel-Flecken, mein Gesicht glühte, und nachdem wir ein bisschen gestritten hatten über dies und das, brachten die gelben Seiten mich nach Hause zurück und ich mich zurück in Shirt und Leggings. So. Aus die Maus.
Bloody Valentine's. Blöder Valentin! Arschsackgesicht.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Downtown Lights


   

...diesen Titel habe ich mir vor einigen Tagen gegönnt - allerdings in der Annie Lennox-Version, die es auf youtube leider nicht frei verfügbar gibt. Wer von beiden jetzt das jetzt covert, weiß ich nicht, ist mir auch völlig wurscht. Die Annie Lennox Version ist aber noch einen Ticken schöner, finde ich, sie mit ihrer unverwechselbaren Stimme, die richtig dunkel und voll melodisch klingt in diesem Song. Die einlädt zum Träumen, Verweilen, Weiterziehen, neue Träume, neues Verweilen...

 
Leider kann ich Euch diese Version nicht bieten - aber ich kann ihn Euch nur empfehlen. Bis dahin gebe ich Euch diese Version hier auf die Ohren, denn für mich zählt letztlich, was dieser Song in mir auslöst... 

Als ich heut Abend das Büro verließ, da schmeckte der Wind streichelzart, es regnete und ich bekam irgendwie Lust, um die Häuser zu ziehen. 
Nach Hause fahren, heißes Badewasser einlassen, das Haar zurechtmachen, mich zurechtmachen, irgendwohin gehen, wo Menschen wären, wo Musik wäre, mich unterhalten oder auch nur etwas trinken und mich leicht im Takt der Musik mitbewegen..
 
...während ich den anderen zusehe, das Glas in der Hand mit dem Abdruck meiner roten Lippen darauf...

Mir ist nach... Leben.
                          
                                                     

Mittwoch, 12. Februar 2014

Und heute Abend wieder Mädelsabend bei Ziggenheimers?

Weil man nämlich nicht immer nur hochgeistig und tiefgründig sein kann (und ich halte das auch nicht durch), brauch ich einfach mal was Triviales.
Zwanzig Fuffzehn bei mir auf dem Sofa? Bringt bitte Prosecco und was zum Knabbern und Schokolade mit - ich hatte das alles vor zwei Tagen noch da... Dann kam mein Sohn, sah und... na ja, mehr muss ich nicht sagen.
Und ich finde, wenn die Sendung an sich ja auch total flach ist: Wenigstens ist der aktuelle Bachelor ja mal was fürs Auge. (Leider auch nur dafür, finde ich. Schon diese gezierte Sprechweise mit dem betonten "t" am Ende eines Wortes - ööörrrkkks, da stehen meine Nackenhaare wie ne Eins. Datt is een Schnösel, aber ich will ihn ja auch nicht haben, ich will nur zugucken.)
Und ich finde Zickenkrieg amüsant, solange ich nicht involviert bin. Und drittens bin ich immer noch am Rätseln, für wen
A) er sich entscheidet und
B) mit welcher er nach der Sendung tatsächlich zusammen ist.

Ich finde ja auch die Angelina ganz niedlich, sowohl als auch, und so mit ihrem Eifersuchtsgetue, nur weil sie als erste bisschen rumgeknutscht haben (ob die Extra-Gage bekommt dafür?), dass sie sich so zur Roberta macht?
Irgendwie kann ein Mann einem ja auch leid tun, oder? Zwanzig hübsche Frauen und so wenig Zeit und so wenig Gelegenheit, sich wirklich kennenzulernen. Und dann kriegt er in einer Sendung gleich zwei Körbe auf einmal, und dann auch noch einen von einer Frau, die ich in diesem Tussen-Einheitsbrei ja mal wirklich interessant fand: die Anne. Nicht nur wunderschön - auch wirklich interessant. Die hatte Stil, fand ich. Wenigstens eine, und nu isse weg.

Aber egal. Es ist trotzdem bisschen Ablenkung vom Alltag.
Wer bringt Prosecco? Wer die Schokolade? Ich fläz mich schon mal zurecht :)

Ich glaube, es hackt!

Ich könnte ja jetzt weitermachen mit Posts voller Sonne und Fröhlichkeit - und das wäre ja auch nicht mal was Vorgetäuschtes.
Nichtsdestotrotz - und auch, wenn meine kratzige Stimme aus Hessen mich unlängst fragte, ob ich keine eigenen bzw. anderen Sorgen hätte (doch, hab ich, ich hab aber auch nen Blick ÜBERN Tellerrand hinaus) - gibts auch für mich Themen, die mich erst unglaublich wütend machen und mich um den halben Nachtschlaf bringen (liebe Frau mimimi, für diese extra Falte in meinem Gesicht schreibe ich seit 2 Tagen an der Rechnung *grins*).
Ich nutze ja hier übrigens immer Pseudonyme, aber auch das bereits einige Male verwendete Pseudonym für jene Dame möchte ich heute nicht anbringen, einfach auch zu ihrem Schutz. Falls sie das hier lesen sollte, weiß sie sowieso, dass sie gemeint ist - aber sie kennt meine Meinung auch schon persönlich ;)

Ja jedenfalls... Mein Aufreger der Woche... Einleitend muss ich vielleicht noch anmerken, dass im Bewerbergespräch von Junior I, wo er gestern auch zur Vertragsunterzeichnung war, sehr positiv ankam, dass er in der "Übergangszeit" von Schule bis erstem Job gleich zwei Nebenjobs betrieb. Ich habe mich noch bisschen gewundert darüber, weil ich persönlich immer der Meinung war: Nur weil man grad keinen Job hat, für den man ausgebildet wurde, muss man doch nicht tatenlos zu Hause sitzen? Und ich spreche hier von jungen, gesunden Menschen, die nicht nur körperlich in der Lage sind, auch andere Jobs auszuführen. Ich spreche hier NICHT von all den Arbeitssuchenden, die aufgrund ihres Alters, ihrer körperlichen Einschränkungen etc. immer wieder abgewiesen werden, so gern sie auch arbeiten möchten.
Dieser Tage "schnackte" ich ein bisschen mit jener Anonympseudonymfrau hin und her und erfuhr, dass die werktätige junge Mutter von einer kleinen Tochter die Suche nach einem Zweitverdienst erwägte.
(Das sind übrigens Überlegungen, die auch ich sehr gut kenne aus einer Zeit, als ich alleinverdienend und alleinerziehend in der Scheidungsphase mehr zu zahlen hatte als reinkommen wollte - ich kenne diese Not also nur allzu gut.)
Was ich an dieser Geschichte jedoch so absolut gar nicht nachvollziehen kann: Diese junge Mutter lebt nicht allein. Sondern in einer - ich formuliers mal so - Bedarfsgemeinschaft mit dem Vater ihres Kindes. Und hier setzte mein Verstand aus und die Wut ein: Wie kann es sein, dass ein junger gesunder Mensch mit Verstand UND Körperkraft seit Monaten keinen Job findet, hier aber auch nicht mal einen Nebenjob??? Wie kann es sein, dass die junge Mama nachts nicht mehr schlafen kann, weil die Bank einen Riegel geschlossen hat und sie sich jetzt fragen muss, ob sie morgen noch ihre Wohnung bezahlen kann??? Wie kann es sein, dass sie sich dreht und macht und tut, jetzt einen Zweitjob in Erwägung zieht - und DER Typ sitzt zu Hause und zieht sich den Lümmel lang??!!! Entschuldigt mir das bitte - aber ich merke grad, wie hier wieder was bei mir aussetzt.
Was sie im Lauf des Gesprächs brachte, kenne auch ich von mir selber nur allzu gut: Sie entschuldigt ihn. Dass er sich doch bemüht. Dass er sich kümmert. Ja wo denn?? Ich weiß, wo sie wohnt (nee, is keine Drohung), und somit weiß ich, dass dort im Umkreis in bald jedem Supermarkt Aushilfen gesucht werden - für 10 Euro die Stunde!
Nur mal zum Vergleich: Junior I bekommt hier grad mal 6 und 7 Euro - und machts trotzdem, weil ehrlich verdientes Geld nicht stinkt, aber weiterhilft, Herrgottverdammich!
Sie entschuldigte weiterhin: Er war ja ab und zu schon probearbeiten, mal passte es für die anderen nicht, mal passte es für ihn nicht. Aha. Dem werten Herrn wars nicht doll genug? Doch angesichts der Situation innerhalb der Familie - kann er sich es da leisten, Arbeiten abzulehnen, nur weil der Chef vielleicht stank oder das Salz an der falschen Stelle stand? Ey ich könnte mich da so aufregen, wirklich!
SIE schläft nicht mehr, weil sie nicht mehr weiß, wie das Leben noch bezahlt werden soll - und ER lehnt ne potentielle Arbeit ab, weil sie ihm nicht passt??!! Ich glaub, es hackt!
Und selbst mit nem Nebenverdienst von 300 Euro kämen sie schon weiter! Junior ging viermal die Woche für jeweils 2 Stunden jobben - und bekam am Ende dafür die 300 Euro. In etwa. Und der Typ hat die Zeit und alle Voraussetzungen, um solange Geringverdienerjobs zu machen, bis der echte gefunden ist. Die Kleine geht nämlich übrigens in den Kindergarten. Und auch mit Geringverdienerjobs bleibt noch genug Zeit für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Haben wir doch hier seit 5 Monaten bei Junior erlebt!
"Komm mit deiner Kleinen wieder nach Hause", habe ich zu ihr gesagt, "wohn vorerst im Haus deiner Eltern, da wohnste mietfrei und du kannst dich um deine Kleine kümmern."
"Ohne ihren Papa, das geht leider gar nicht", war die Antwort.
"Muss sie auch nicht", sagte ich, "was denkst du, wie der Vater das Laufen kriegt, wenn du sagst, du gehst zurück und wenn du vor allem auch Ernst machst."
Vermutlich wird sie das nicht. Vermutlich werde ich in zwei Wochen von ihr hören, dass sie einen super Nebenjob ergattern konnte, der nicht viel Zeit kostet, aber ein bisschen Zubrot bringt, das für die Miete reicht.
Ich war schließlich auch mal so.
Aber verdammt, das ist einfach nicht richtig!

Dienstag, 11. Februar 2014

Abgehaktes und Durchkreuztes

Als ich mich heute Abend in der Badewanne aalte und nebenbei mit den gelben Seiten videotelefonierte ("Ihr macht WAS?" fragte Junior II leicht entsetzt in der Badezimmertür und ich erwartete fast noch den Ausruf "IHR in EUERM Alter?" - aber den hat er sich gekniffen. Sein Glück!), jedenfalls da war ich derart müde, dass mir fast die Augen zufielen. Ich dachte nur noch: Raus aus der Wanne, rein in die warmen Kissen, Augen zu und träumen. Vom Frühling zum Beispiel. Habt Ihr's auch gehört? Sollen bis zu 17 Grad werden. OK, vermutlich nicht in unserer Bucht, aber so 10 - 12 täten mir auch erst mal genügen. Von mir aus darf Väterchen Frost ruhig in Chicago bleiben.
Ja... Ich meine, es war heut schon so ein ereignisreicher Tag: Chef nicht da und trotzdem viel zu tun - ich nenn das dumm gelaufen. Für mich, freilich.
Zuerst rief mich mittags Junior II an: "So. Arbeitsvertrag unterschrieben, morgen gehts los. Na ja, morgen ist nur Probetag, aber ab Donnerstag gehts dann richtig los. Es sei denn, ich überlegs mir noch."
Hach ja!!! Das sind so Momente, wo ich vor Freude auf dem Tisch tanzen oder wenigstens im Kreis lachen könnte.
Ja und dann erzählte mir Junior I von seinem Abschlussgespräch mit der Pflegedienstleitung und unter Beisein seiner Fachlehrerin: "Ich dachte, ich krieg jetzt richtig was aufn Zahn", leitete er ein, "aber dann fing die an zu erzählen, wie gut ich mich gemacht hätte und dass man gerne noch das 1 Jahr auf mich warten würde, um mich dann einzustellen."
Na das nenne ich doch echt mal Ergebnisse!
Blöd nur, dass der Sekt vom Wochenende schon ausgetrunken war. Dumm gelaufen. Für uns alle, freilich.
Müssen wir das nachholen, unbedingt sogar.
Ich fühlte mich derart energiegeladen am späteren Abend, dass ich nach der Arbeit noch schnell in den Supermarkt lief, bisschen Obst und so holte - und auch ein Sixpack ganz allein nach Hause tragen konnte. Nein, kein Bier natürlich, und auch nicht nur diese 0,5 l-Nuckelfläschchen, sondern 6 x 1,5 l-Eimer. (Ich muss das an dieser Stelle mal auch für mich betonen, weil es erst wenige Wochen her ist, wo ich nicht mal mehr meine Kaffeetasse anzuheben vermochte. Zeiten ändern sich... Die ändern sich ziemlich intensiv, gerade.) Ja und heute schleppte ich das Essen & Trinken nach Hause - und es machte mir überhaupt nix aus. Gut, ok, ich musste schon zweimal die Taschen von rechts nach links wechseln (50 m können dann schon etwas lang werden, wenn man schwerer trägt) - aber mir tat nix weh. Also nicht mehr als ohnehin mit diesem Minimum an Schmerzpegel, den ich ja täglich mit mir spazierenführe, an den ich mich aber auch ein Stück weit gewöhnt hab.
Und dann nahm ich mir noch vor, meinen Kleiderschrank (mal wieder) zu entrümpeln. Mich jetzt dieses Mal aber auch wirklich und konsequent von Stücken zu trennen, die ich sowieso nie trage.
Hmmm.
Na ja.
Konsequenz is eben auch irgendwie nich meine Stärke.
Ich meine, in der Kammer stehen jetzt zwei gefüllte Müllsäcke - aber ....
Ich wollt ja eigentlich bisschen mehr Platz schaffen für.. äh.. eventuell neue.. oder so.. Frühlingsklamotten?
Blöd nur, dass der Schrank irgendwie nicht leerer geworden ist.
Irgendwo hab ich nen Fehler gemacht, ich weiß bloß noch nicht welchen.

Reanimiert



Seit August letzten Jahres besitze ich kein Facebook-Profil mehr. Oder sagen wir: Es ruht - bis in alle Ewigkeit (vermutlich spätestens bis zu meinem Umzug, denke ich; ja, für mich als luftiges Zeichen sind auch 6 Monate schier eine Unendlichkeit ;)). Dann und wann habe ich aber doch festgestellt, dass mir... weiß auch nicht... irgendwie ne Plattform fehlte, wo ich mal nen Gedankenpups absetzen konnte. Irgendwas, das keinen interessiert, aber vielleicht nicht nur meine Gedankenpause versüßt. Oder so.

Jetzt las ich mich grad so bisschen durch fremde Bloggerwelten und darunter fand ich eine, die so bisschen über ihre Erfahrungen als Online-Börsianerin herumtwitterte. Ganz lustig, ganz kurzweilig, fand ich (leider habe ich ihren Blog schon wieder geschlossen, ohne ihn in die Favoriten aufzunehmen, weil mich der restliche Inhalt jetzt nicht sooooo interessierte; ich kann Euch zumindest keine Empfehlung für sie geben).
Ja und dann fiel mir ein... Mööönsch - isch hab doch selber nen Twitter Konto. Die waren ja nicht so ganz meine Freunde, die Twittersleut, nachdem sie mich gleich noch am selben Tag wieder sperrten - und ich bis heut nicht weiß, wieso eigentlich.
Als ich vor zehn Minuten einen Anruf der Konkurrenz entgegennahm, die anfragte, ob man sich bei uns bewerben könne, da... nahm ich mir eine äußerst schmackhafte Reiswaffel mit Joghurt (mjammm), grinste... und brachte mich nach Monaten mal wieder in Erinnerung bei Twitter. Fetzt mir grad. Mal sehn, wie lange. Nichts ist beständiger als meine Unbeständigkeit - fragt die gelben Seiten, die können Euch ein Klagelied davon singen ;)

Montag, 10. Februar 2014

...und doch, bei allem Rosarot

Heute Morgen, bei meinen üblichen Dehn- und Anti-Schmerz-Übungen, liefen nebenbei Nachrichten auf irgendeinem Privatsender. Frühstücksfernsehen macht sich immer ganz gut bei solchen Morgenaktionen, ich muss mich nicht allzu sehr darauf konzentrieren und bin aber trotzdem wunderbar abgelenkt von der tristen Monotonie der Übungen.
Heute Morgen hörte ich mittendrin auf. Habt Ihr auch gehört von den Dänen, die eine Giraffe töteten, eine gesunde, gerade gewachsene Giraffe, nur aus Platzmangel und weil man Inzucht vermeiden wollte...
Und anschließend warf man die Giraffe den Löwen zum Fraß vor - vor den Augen aller Zoobesucher, den großen wie den kleinen...

Ich war fassungslos.
Ich war sprachlos.
Wir sind hier nicht in Afrika, wir sind nicht in der freien Wildnis, wo das stärkere Tier das schwächere erlegt, um den eigenen Fortbestand zu sichern.
Wir sind hier in der Zivilisation, wo der arrogante Arschlochmensch sich das Recht herausnahm, freilebende Tiere einzufangen, einzusperren, auf ungewohnt engen Raum zu pferchen - und es dann zu töten, weil die sich ja nur noch untereinander vermehren können...
Der Mensch ist so abartig, mitunter.


Rosarot


Diesen Song hab ich vor etwa zehn Tagen bei iTunes gefunden und seitdem schon einige Male rauf und runter gehört. Er stimmt mich friedlich, versöhnlich, weich, zart, nachgiebig... Solche Songs mag ich an warmen Sommerabenden, im Gras liegen, eine Flasche Wein dabeihaben, barfuss, dann mag ich es, meine Nase in diese kleine Grube zwischen Hals und Schulter der gelben Seiten zu vergraben, seinen Geruch atmen und an den Lippen fühlen, wie sein Herz pulsiert...
Ich mag es, die Finger ineinander verhakt zu behalten, einander zu erkunden, immer wieder neu, beieinander zu liegen, ganz nah, und aus zwei wird eins...

"...rosarot... rosarot
verbiegt mein Raum... verbiegt mein Raum.. 
Weit weg ist nah, hab den Mond gefragt, 
er hat gesagt: Alles ist erlaubt!"

In der Erziehung was verpasst?

Das frage ich mich schon ab und zu, wenn Junior II mir ungefragt seine ungeschönte Wahrheit ins Gesicht sagt. Ich finde, dass er sich mit seinen 18 Jahren eindeutig NICHT mehr auf diesen Spruch "Kindermund tut Wahrheit kund" berufen darf.

Szene vom Samstagabend im Lokal.
Er sitzt neben mir, schaut mich von der Seite an und meint: "Mensch... Ne Mutter in DEM Alter zu haben, die noch so knackig ist, das ist doch mal was!"
Frage ich: "Kind, brauchst du vielleicht grad Geld?"
Antwortet er: "Nur als richtig schlank gehst du nicht mehr durch, Mum."
Entscheide ich: "OK, vergiss das mit dem Geld!"



Der Himmel ist blau wie noch nie!



...muss ich jetzt ganz schnell posten, bevor ich in der Arbeit ertrinke.

Habt Ihr auch so geilen Sonnenschein????
Ich dreh durch!!!
Und hüpfe hier in Chucks und Jeans durch die Firma, dass die alle fragen,
was ich eventuell eingeworfen hatte.

Nichts!!
Ich bin bloß besoffen von Sonnenstrahlen!!!

Sonntag, 9. Februar 2014

Lets go straight to Number One





...ich kenne diesen Titel schon einige Jahre und als wir gestern in der City unterwegs waren, die Söhne und ich, da entdeckte ich in einem von mir bevorzugten Laden die Frau in mir, von der ich eigentlich überzeugt war, dass es die so in mir gar nicht gibt: Ich MUSS sie haben - diese Schuhe - und in meinem Kopf lief ein Film ab, der... sorry... ganz privat bleibt.



Und hui - sie passen hervorragend zu meinem schönen roten Kleid.

Ich hoffe, es ist nicht allzu kalt am kommenden Freitag.

Es sind übrigens Schuhe von der Art, wo ich so langsam nachvollziehen kann, dass eine Frau sie als ihr Baby bezeichnet: Ich hab schlichtweg Angst, sie draußen im Schuhregal abzustellen. Dass meine Nachbarin mir die klaut, ist eher unwahrscheinlich: Sie kann so schon nur noch mit Gehhilfen. Trotzdem.
Was ich jetzt brauch, ist irgendwas Passendes IN der Wohnung.
Ein Schuhregal wirds inzwischen wohl nicht mehr machen.
Aber extra nen Schrank kaufen? Is ja auch bescheuert.

Ich zieh ja eh bald um. Da haben wir ohnehin ein Zimmer mehr geplant.. ;)









Sektfrühstück olé!

...gab es heute Morgen und das dann auch noch im Bett juchey :)
Denn gestern Abend haben wir es nicht mehr hinbekommen, auf den 24. anzustoßen, so haben wir uns das heute Morgen ganz entspannt und noch in den Schlafsachen gegönnt.
Na ja außer Junior II, der hatte gestern und heute Vormittag Einsatz im Pflegeheim und kam Punkt elf Uhr und damit rechtzeitig zum Frühstück.
"Dich werde ich mal nie ins Pflegeheim geben", hatte er erst gestern beim Frühstück gesagt, "da kümmer ich mich lieber selbst um dich. Dann bekommst du immer schönes Essen und überhaupt."
Das fand ich natürlich total schön und "knuffig" von ihm, andererseits würde ich es ihm wohl eher nicht verübeln, wenn es letztlich anders käme. Bisherige vier Wochen Praktikum zeigen meiner Meinung nach nicht die Belastung, die die rund-um-die-Uhr-Pflege eines Menschen, ob nahstehend oder nicht, ausmacht. Ich habe wirklich echte Hochachtung vor Menschen, die sich dessen annehmen können.
Ingesamt jedoch bestätigt sich mein Gefühl, dass die Erfahrung im Pflegeheim eine wichtige Lektion für meinen Sohn ist. Erster spürbarer Effekt: Er mault nicht mehr, wenn er im Haushalt helfen oder mal einen Weg für mich erledigen soll.

Ja und nun... gehts mir... äh... ganz gut *hicks* (ich bin echt nix gewohnt, Mensch) und von all den Dingen, die ich mir eigentlich für heute vorgenommen hatte, wird wohl nicht viel werden. Ja und? Morgen ist doch auch noch ein Tag. Sprach die geborene Prokrastinateuse, kuschelt sich tiefer in die Kissen und guckt anderen beim Auswandern aus Deutschland zu.


Fast ein Vierteljahrhundert

...bist Du heute nun geworden - und von diesem Jubeltag sind in diesem Moment noch 47 Minuten übrig.
24 Jahre, die wir miteinander gelacht, geweint, gelitten, gefreut haben, 24 Jahre, die echt nicht immer leicht waren und die wir uns auch nicht immer leicht gemacht haben.
Davon wussten wir beide noch nichts, als ich Dich auf die Welt brachte nach gut 28 Stunden Wehen. Du wolltest wohl einfach noch nicht auf die Welt kommen und die Schwester verpasste mir rechts und links Spritzen in die Hüften und verließ mit den Worten: "Na das dauert jetzt noch" den grüngekachelten Kreißsaal. Die ließen mich da echt ganz alleine liegen, nach 28 Stunden Wehen, 28 Stunden ohne Essen und Trinken und dann spürte ich, dass Du Dich auf den Weg machtest. Die Schwestern kamen ganz entspannt zurück, so recht glauben wollten sie mir wohl nicht, doch es war wirklich soweit, endlich. Sie haben Dich mir nicht mal gezeigt, das war damals nicht so üblich, sie nahmen Dich erst mal mit, Waschen, Messen, Wiegen, Anziehen und erst nach über einer Stunde bekam ich Dich das erste mal zu sehen und das erste, was ich dachte, war: "Huch... Der sieht ja aus wie mein Papa, nur in Miniatur!"

Durchgeschlafen hast Du lange nicht und als Du sieben Monate alt warst, begannen sie immer öfter: die Nächte, in denen wir nicht schlafen konnten, weil du geschrien hast. Jede Nacht über eine Stunde lang. Kein Trösten, kein Herumtragen, keine frische Windel, kein bei mir liegen, kein Tee, keine Milch konnte Dich beruhigen. Wir wissen bis heute nicht, woran das lag, aber es hörte schlagartig kurz vor Deinem dritten Geburtstag auf.
Du warst immer ein sehr neugieriges, wissbegieriges Kind, Du wolltest alles verstehen, alles wissen, Du hast viel gefragt und Du hast oft schneller gedacht als Du sprechen konntest. Du warst zwei Jahre alt, da kanntest Du alle Autos auf der Straße, Du bist manchmal fast druntergekrochen, um Dir alles genau anzugucken. Bis heute sammelst Du Miniaturautos, bis heute ist die Faszination Auto für Dich ungebrochen. Schnell und exklusiv sollte Dein Traumauto sein, immer schon. Auf den Straßen konnte es Dir nie schnell genug gehen und Du hast immer gesagt: "Jetzt überhol doch, warum überholst du den nicht?" Du wolltest immer der Erste sein. Du warst ja irgendwie auch.. der Erste. Das erste Kind, das erste Enkelkind in der großen Familie und alle waren ganz närrisch nach Dir. Deine Omas waren ganz verrückt nach Dir und Dich hat sehr mitgenommen, als Du mit vier Jahren eine Oma verloren hast. Sie starb im Krankenhaus und als Du ein halbes Jahr später selber ins Krankenhaus musstest, da haben sie Dich zu fünft festgehalten, um Dir einen Zugang legen zu können. Ich habe genauso mitgeweint wie damals, als sie Dir die Platzwunde am Kinn nähen mussten. Und dann lagst Du ganz still da, ein kleines zartes Kind von vier Jahren, Du starrtest an die Zimmerdecke und sagtest: "Jetzt muss ich auch sterben. Und wir sind doch immer so schön nach R. gefahren." Da habe ich wahnsinnig angefangen zu weinen und Dich ganz fest in meine Arme genommen und die Ärztin hat uns angeschaut und gesagt: "OK, Frau Ziggenheimer, dann bleiben Sie mit in der Klinik, bis wir wissen, was Ihrem Jungen fehlt."
Du warst fast sechs Jahre alt, als Du einen Bruder bekamst und Du kamst am Abend nach der Geburt ins Zimmer gestürzt, betrachtetest Deinen Bruder und hast gerufen: "Ooaarr ist der niedlich! Bitte versprich mir, dass wir den mit nach Hause nehmen!" und ich hab gelacht und Dich gedrückt: "Na was meinst du denn, wo wir deinen Bruder sonst lassen?" Am Anfang warst Du begeistert davon, einen Bruder zu haben. Als er Dir Dein Spielzeug wegnahm, fandst Du ihn nicht mehr so toll und als nicht mehr alle Aufmerksamkeit auf Dir lag, sondern sich mit dem Bruder teilte, wurdest Du eifersüchtig. Geliebt aber hast Du ihn immer, bis heute.
Ach was habt Ihr Euch gestritten und auch gehauen, wenn keiner hingeguckt hat, und manches Mal dachte ich, Ihr wärt vielleicht doch wie Feuer und Wasser. Inzwischen hast Du akzeptiert, dass er nicht mehr der "kleine" Bruder ist - und jetzt ist es einfach nur noch schön, Euch beide zusammen zu erleben. So wie heute Abend beim Essen im Lokal. Wir Drei an einem Tisch. Und während wir reden und klönen wie lange nicht, warten wir ungefähr eine Stunde auf das Essen. Du warst so hungrig, dass Du am liebsten gleich zwei Riesenpizzen bestellt hättest, doch der Kellner brachte Dich dazu, erst mal nur eine zu nehmen.
Seit Deinem fünften Lebensjahr hast du gut gegessen, vorher ging es nur recht und schlecht. Heute bist Du 194 cm groß und sehr schlank und ich beneide Dich darum, was Du alles essen kannst und darfst.

Du warst immer ein sehr sensibles, liebevolles Kind und Du hast Dich oft zurückgesetzt gefühlt. Noch heute quält mich, was ich alles versäumt habe und wie wenig Zeit ich mir damals genommen habe, um auch Dir in allem gerecht werden zu können. Wenn mein Tag um 3.30 Uhr morgens begann, war alles auf die Minute genau durchgeplant, nichts durfte schiefgehen und irgendwas hattest Du immer... So wie Du mir 5.45 Uhr erklärtest: "Ich muss heute eine Maske mitbringen, für den Deutschunterricht, da gibt es eine Note drauf."

Und wir habens hingekriegt, innerhalb von 10 Minuten diese Maske fertiggehabt, damit wir 6 Uhr aus dem Haus konnten... 6.30 Uhr musste ich anfangen zu arbeiten, vorher musstest Du in den Hort. Schon Deine Kindergärtnerin hatte leise kritisiert, dass ich Dir zuviel abnehme, dass Du vieles bereits selber könntest und ich zog immer nur entschuldigend die Schultern hoch: "Ich habe nicht die Zeit zu warten, ich muss halb sieben im Büro sein, sonst gibt es Ärger." Daran hast Du Dich sicherlich gewöhnt: dass ich immer da bin und alles mache. Trotzdem seh ich noch heute, wo ich NICHT da war, obwohl ich da war, und das zerreißt mich bis heute.
In einem war ich mir immer sicher: Du wirst Deinen Weg gehen, Du wirst Deine Sache schon machen.
Mit drei Jahren diagnostizierte man bei Dir schwere Epilepsie, mit neun Jahren stellte sich heraus, dass es gar keine Epilepsie war, sondern "nur" frühkindliche Anomalien, "wie sie bei jedem zweiten, dritten Kind vorkommen, aber das wissen nur die wenigsten, weil nur die wenigsten Eltern Auffälligkeiten feststellen", wurde mir damals in der Uniklinik gesagt. Du warst gerade eingeschult, als der Neurologe meinte, Du dürftest die Schule gar nicht besuchen, Du seist komplett überfordert. Komisch, dass der das so sah - und Deine Lehrer nicht... Deine Realschule hast Du mit Drei abgeschlossen, die Elektronikerausbildung ging holprig, weil Du noch zu verspielt und verträumt warst, und obwohl hier die Lehrer meinten: "Lassen Sie ihn abbrechen, er schafft das nicht, er versteht gar nicht, worum es geht", da sagstest Du: "Ich werde das zuende machen, ich schaffe das" - und genauso kam es dann auch. Du wusstest schon lange vorher, dass Du den Job nicht machen würdest - aber Du wolltest wenigstens zuende bringen, was Du angefangen hast. Dann suchten wir die Alternative, obwohl alle Welt auf Dich einredete, Du solltest lieber arbeiten und Geld verdienen - denn einen Arbeitsvertrag bot man Dir an. Ich habe Dich bestärkt darin, Deinen eigenen Weg zu finden, denn nur ein Job, der uns Spaß macht, kann uns auch erfüllen.

Du hast Deinen Führerschein gemacht und wenn Du am Steuer sitzt, kann ich neben Dir einschlafen, weil ich weiß: Du fährst gut. Man hält Dich immer für zu weich und nachgiebig, aber von dem, was Du auch wirklich willst, weichst Du nur selten ab und lässt Dich nicht beirren. Du handelst nur sehr selten entgegen Deiner eigenen Überzeugung und im Umgang mit anderen hast Du Dich wunderbar entspannt. Du liebst seit sieben Jahren ein Mädchen, das sich einen anderen genommen hatte, weil Du zu schüchtern warst. Für Dich gibt es nur sie und sonst keine und ich rede Dir da auch nicht rein. Aber ich gebe zu, ich bin gespannt, wie es für Dich weitergehen wird.

Vielleicht schon mit dem neuen Job, der Dir in Aussicht gestellt wurde? Mittwoch darfst Du probearbeiten und wenn alles gut geht, behalten sie Dich gleich für zunächst ein Jahr. Dann bist Du nicht nur erwachsen, sondern auch in der Arbeitswelt angekommen wie wir und ich bin gespannt, was das Leben für Dich noch alles bereithält.

Ich bin wahnsinnig stolz auf Dich und darauf, was Du alles aus eigener Kraft erreicht hast. Seit 24 Jahren kämpfst Du um die Anerkennung Deines Vaters und ich wünsche Dir von Herzen, dass der eines Tages endlich erkennt, was für ein wunderbarer Mensch Du bist, ein Mensch mit goldenem Herzen, ein Mensch, der vom Leben und den Menschen nichts erwartet, aber dankbar ist für alles, das er bekommt.
Du bekommst oft gesagt, dass in dieser harten, rauhen Welt kein Platz sei für Menschen wie Dich, aber ich sage: "Bleib haargenauso wie Du bist, bleibe der, der Du immer warst - und ich wünsche Dir von meinem ganzen Herzen, dass Du jeden Tag Dein wunderbares Lachen mit den Grübchen in den Wangen lachen kannst. Ich glaube mehr an Dich als Du an Dich selbst und ich wünsche Dir sehr, dass Du eines Tages ebenso an Dich glauben kannst. Ich liebe Dich von ganzem Herzen, solange ich atme.  Jetzt könntest Du nur noch mit dem Rauchen aufhören und die Playstation an den Nagel hängen, mein Junge ;)"


Freitag, 7. Februar 2014

Da sagt doch heute so'n Typ zu mir

Junior I musste heute Abend 19 Uhr zu einem seiner Minijobs.
"Dann brauch ich das Auto", hatte er gesagt.
Als ich um 16.15 Uhr das Büro verließ, ahnte ich schon: Das wird eng für mich... Blöder Zeitplan. Ich hasse es, unter Druck zu sein. Wo ich doch gerade wieder zu meiner typisch nordischen Gelassenheit zurückfinde...
Aber ok, also nach der Arbeit noch mal los, Dinge klären, Dinge einkaufen. Unter anderem eine Geburtstagskarte für Junior, er hat doch erst morgen, also noch massig Zeit.
Ja und dann sagt doch jemand neben mir: "Also entschuldigen Sie mal..." und ich gucke erstaunt und denke "Hä? Watt willer? Watt is los?" Und dann greift der Typ nach ner Karte mit vier Herzen drauf, drückt mir die in die Hand und sacht: "Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir diese Karte schicken."
Ich war so konsterniert, dass ich erst auf den Preis guckte und dann die Karte zurücksteckte mit den Worten: "Tut mir leid, die is mir zu teuer."
Bleibt der Typ immer noch stehen und grinst mich an: "Schade. Ich hätte mich wirklich sehr gefreut."
Dann geht er weiter.
Und ich überlegte, wie viel dieser Typ getrunken haben mochte und ob man unter 1,0 Promille Minimum noch geradeaus gucken und geradeaus sprechen kann? 

Andererseits... Wie verkümmert ist die Menschheit (respektive meine sozialen Fertigkeiten), wenn ich 
A) nicht mal mehr weiß, wie ein nett gemeintes Kompliment außerhalb des Internets geht und 
B) mich dann, wenn ich eins krieg, auch noch frage, wie viel dieser Mensch gesoffen haben musste?

Mir ist wohl echt nicht mehr zu helfen. Oder gibts da auch was von Ratiopharm?

Na das nennt sich doch mal ein (vorzeitiges) Geburtstagsgeschenk!

...für Junior I!
Der war heut Morgen Punkt 9 Uhr zu einem Vorstellungsgespräch, das hat dieses Mal nur eine knappe halbe Stunde gedauert - und bevor ich auch nur negative Anhauchungen entwickeln hätte können, schrie er förmlich und begeistert ins Telefon: "Da sind eigentlich alles nur Frauen, ich hab mich sofort super wohl gefühlt da!" Na das konnte ich durchaus nachvollziehen!
Er wurde noch ein bisschen bekannt gemacht mit den Damen (und ich verkniff mir unter Schmerzen die Frage, ob da eventuell und möglicherweise welche in seinem Alter dabei waren? *hüstel*) und auch ein ganz klein wenig herumgeführt im Fachhaus für Sanitätshandel (und wenn man jetzt noch mal die ca. 30 min Vorstellungszeit bedenkt, dann hat er sie entweder im Sturm für sich eingenommen oder... er hat sie im Sturm für sich eingenommen ;))
Beinah interessant fand ich ja, als er erzählte, dass die Stelle nur deshalb frei geworden war, weil der vorher beschäftigte junge Mann keinen Job auf Dauer wollte, sondern nur so lange, bis der Verdienst ausreicht, um sich einen Kühlschrank zu kaufen. WTF???? Ohne Worte, wirklich.

Apropos vorzeitig. Assoziiere ich momentan auch mit frühzeitig: Ist Euch schon mal aufgefallen, dass aktuell ständig irgendwo, ob im TV, an Plakatwänden oder Litfasssäulen Werbung für Medikamente gegen frühzeitigen Samenerguss gemacht wird? Ich bin zwar kein Mann, aber ich kann mir auch bei aller Umweltbeeinflussung NICHT vorstellen, dass es auf einmal so viel Männer geben soll, die das brauchen würden? Ich vermute ja eher, dass die Pharmaindustrie noch mehr Geld braucht. Oder? Na ich lass das jetzt mal so im Raum... äh... stehen.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Meine Güte, was klappert denn hier??

...ach... ich seh's... "Germanys next Topmodels" klappern wieder über den Laufsteg. Aha. Sagte Heidi nicht letztens erst, dürre Mädchen kämen nicht mehr in ihre Sendung?
Na ja ich sachs ja, kein Verlass mehr auf diese gottlose Menschheit. Hauptsache, der Rubel rollte, nich wahr? Wäre das denn nicht DIE Marktlücke? Ein TV-Sender, der endlich mal wieder Ordentliches bringt? Nix, wo Menschen halbverhungert als das nächste Modelwunder beschrien werden oder in der Wildnis geschrotete Käfer und den Arsch und Hoden von Tieren in sich reinstopfen.
Man kann doch aber auch nicht immer nur ARTE gucken.
Huch, mich streifte grad Heidis Blick, kameranah. Ey, mich frierts. Heizung hoch. Unnnnd... Senderwechsel.

Lass es raus, Baby

Musik!
Ich brauche jetzt unbedingt Musik auf die Ohren, irgendwas Salbungsvolles, Entspanntes. Ja von mir aus nehmen wir den Song von gestern, "Close Encounters" - der beruhigt mich und holt mich auch wieder runter.
Was ist passiert? Im Grunde... nichts! Nichts Neues, nichts Ungewöhnliches, nichts Überraschendes - sondern eher Alltägliches. Leider, verdammt! Das ist auch neben dem Gedanken an ein gemeinsames Wohlfühlnest mit den gelben Seiten der einzige Lichtblick, den ich mir zusätzlich gönne: dass ich dann so überhaupt nichts mehr mit meinem Ex zu tun habe. Der ist schon vor Jahren für mich gestorben, und wenn ich etwas in meinem Leben sehr, sehr tief bereut habe, dann ist es diese Entscheidung gewesen, kopfüber einen Mann zu heiraten, den ich nicht wirklich kannte - und mit dem auch noch Kinder zu haben.
Was habe ich nur meinen Kindern damit angetan?
Was habe ich aber auch damit mir selber angetan?!
Wieso nur habe ich nie realisiert, dass für diesen Menschen immer nur eins gezählt hat - und das war er selber?! Kann ich mich wirklich damit herausreden, dass ich achtzehn war, als ich ihn kennen lernte, und gerade 19, als ich den auch noch heiratete?
Ein Mensch, der mich in 16 Jahren verbal derart kleinprügelte, dass ich mich letztlich fühlte wie ein bunt geblümter Karton, auf dem der Name Helma stand - nur dass da längst keine Helma mehr drin war, sondern der ganze letzte klägliche Rest. Ja Scheiße, so hab ich mich gefühlt, und ja, Scheiße, ich hab das viele Jahre zugelassen, mitgemacht und jeder Versuch, dagegen anzukommen, war nie tough, nie konsequent genug.
Ein Mensch, der mir 16 Jahre lang erzählte, dass man(n) es mit mir nicht aushalten könne, dass ich eine Zumutung sei, ein Nichts, ein Niemand - und dass ich froh sein konnte, ihn zu haben.
Ein Mensch, der 16 Jahre lang mit Scheidung drohte - und nie im Leben damit rechnete, dass ich auch nur dran denken würde, ihn zu verlassen. Ihn doch nicht. Und dessen Kartenhaus zusammenbrach, als ich tatsächlich ging.
Der seither all seine verletzte und gekränkte Eitelkeit auf dem Rücken meiner Kinder austrug - und auf Kosten meines Bankkontos. Die gelben Seiten haben mir insbesondere letzteres immer vorgeworfen - aber mal ganz ehrlich: Was ist wichtiger im Leben, zweihundert Euro im Monat mehr oder aber jeden Abend Angst haben zu müssen, im Dunkeln heimzukommen? Ich weiß, wozu dieser Mensch in der Lage ist, ich habs zu spüren  bekommen und ich muss nichts provozieren nur wegen ein paar scheiß Euro mehr.
Und heute? Wie ist es inzwischen? Die Jugend lebt fast ausschließlich bei mir und ich lebe von dem, was ich mir durch meine Arbeitskraft erwirtschaften kann. Einen Cent vom Vater gab es nie, weder zu Klassenfahrten noch zum Sommercamp noch zu irgendwas, das die Kinder betraf. Ich pfeif auch drauf. Wenn er denn wenigstens so ein bisschen was wie Vater sein würde und alles dafür täte, dass die Jungen gerne bei ihm wären. Dass sich nicht alles immer nur bei mir abspielt. Ja ich könnte froh und dankbar und glücklich darüber sein - und tief in mir bin ich es auch. Es ist so vieles und so viel Schlechtes über mich gesagt worden, von dem ich nie eine Chance bekommen hätte, das zu korrigieren - und die Jungen wusstens einzuschätzen, wussten genau, wie viel oder auch wie wenig Wahrheit in den Worten steckte. Ich bin dankbar, dass sie mich lieben und an mir hängen.
Ja Anna, ich weiß nicht, ob Du das hier liest, aber: Du hast letztens gemeint, ich würde gern Verantwortung abgeben wollen - und ich sagte, dass Du recht hast. Ich hab sie von Geburt an für die Kinder getragen - weil ich von Anfang an auch wirklich für die Kinder da war - und nicht wie der Vater, der gut reden und sich noch besser selbst darstellen konnte, aber das wars dann auch.
Und jetzt bin ich müde. Ich bin so verdammt müde. So müde, jeden Morgen, jeden Mittag, jeden Abend zu funktionieren, zu machen, zu tun, jeder zerrt, jeder zehrt, jeder verlangt von mir, verlangt Entscheidungen.
Ich muss zusehen, dass jeden Tag Essen da ist, der Wäscheschrank voll, die Wohnung in Ordnung gebracht, die Pflicht im Job erfüllt ist, die Kinder glücklich sind. Den einen noch beim Erwachsenwerden begleiten, dem anderen beinah täglich Dampf an die Hacken zu machen, ihn pushen, dass er nicht nachlässig wird... Ich entscheide über Frühstück, Mittag, Abendessen, jeden Tag treffe ich gefühlte hunderte Entscheidungen - ich weiß nicht mehr wie viele, und es gibt so wenig, auf das ich mich stützen kann, das mir Halt gibt.
Ja ich wünschte mir, dass ich Verantwortung abgeben kann. Wenigstens dann und wann. Nicht immer nur alles an mir hängen haben.
Und wenn du dann feststellst, dass der Vater seine Kinder immer öfter zu mir abschiebt selbst an den wenigen Wochenenden im Jahr, die sie bei ihm sind, dass der seinen Dienstplan vorschiebt und dann telefonierst du heute mit Junior I und hörst, der Vater ist schon seit letzter Woche zu Hause, der Blutdruck mal wieder, ach Gottchen.... Verdammte Axt, ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte!
Sagt Junior II heut Abend zu mir, warum ich mich so aufrege. Warum ich dem Vater unterstelle, dass der nur Geld sparen will.
"Weil es so ist", habe ich geantwortet und ich war nah dran, es ihm vorzurechnen. Was das Leben kostet, was jeder verdammte Einkauf kostet, wie hoch die Nebenkostenabrechnung in diesem Jahr wieder war, wie nah ran die nächste Autoreparatur rückt, weil Junior mittlerweile fast täglich das Auto benötigt. Und so weiter, und so weiter.
Ich hab es ihm aber nicht vorgerechnet, weil ich das, was ich geben möchte, von Herzen gebe und dazu auch stehe. Weil ich mit dem Herzen schenke und nicht mit einer verkrampft zugehaltenen Geldbörse. Ich möchte, dass der andere sich gut fühlt mit dem, was er bekommt, und nicht mit einem belämmerten Gefühl des "eigentlich gehts ja nicht, aber na ja". Das ist doch alles Kacke, Mensch! Aber ich entwickle mittlerweile Hass auf diesen einen Menschen, der zu faul und zu geizig ist, seine eigenen Kinder über das Wochenende wenigstens zum Essen zu sich nach Hause einzuladen, obwohl er wusste, dass ich nicht da war, obwohl er weiß, dass die Jugend es mit dem Kochen nicht so hat - und obwohl er insbesondere Junior II seit Wochen nicht gesehen hat. Ich war heute Nachmittag so sauer, als ich das erfuhr. Der Tag war gelaufen, na schön, morgen kommt ein neuer. Trotzdem war ich derart sauer, dass ich glaubte, jetzt entwickle ich doch noch Hassgefühle für diesen einen Menschen, den ich bisher nur noch abgrundtief verachte, und obwohl ich doch immer annahm, dass ich für Hass nicht genug negative Energie besitzen würde. Aber ja: Ich HASSE diesen Menschen, der sich in den letzten elf Jahren alles nur auf Kosten anderer aufgebaut hat, der nur sich selbst am nächsten ist. Möge er an seinem fetten Audi ersticken - oder wenigstens an seiner blondierten Ollen mit dem zur Faust geballten Gesicht. Eigentlich wünsche ich niemandem etwas Schlechtes - aber ihm wünsche ich, dass er eines Tages für all die verdammten Jahre bezahlen muss.

Doch jetzt.. ohmmmm... beruhige ich mich wieder... Er ist es nicht wert... Lass ihn raus und gut is. Scheiß drauf. Ich hab ihn hinter mir und darauf und nur darauf sollte ich mich konzentrieren. Es ist vorbei.


Don't cry now
you know it happens to the best of us
Goodbye now

and don't forget about the rest of us..



Jetzt kommt mein Süßer


Als Junior mir vor ein paar Tagen dieses Foto von sich aus der Anstalt.. äh.. dem Pflegeheim schickte, schrie mein Verstand zunächst: "Kind, du sollst arbeiten und nicht dich fotografieren!", doch mein Mama-Herz schrie: "JA JA JA!"
Ich habe das Kind selbstverständlich gefragt, ob ich dieses Foto in meinen Blog aufnehmen darf, und es hat ja gesagt. Und hinzugefügt: "Jetzt wissen die Leute wenigstens, von wem du da immer mal schreibst."
Und ich ging in mein Zimmer, schloss die Tür und lachte vor Freude, weil ich mir schon ausrechnete, ab wann mit den ersten Einkünften einer etwaigen Modelkarriere zu rechnen sei und ergo ich nicht mehr arbeiten müsse.
Na was'n? Immerhin habe ich übermorgen seit 24 Jahren meine ganze Kraft und Liebe in diese Jugend gesteckt, und nicht zuletzt auch meinen aller-allerletzten Spargroschen. Ich finde, es ist durchaus berechtigt, wenn ich jetzt den Spieß mal umdrehe.

Und an meinem heutigen durchaus produktiven Arbeitstag hatte ich sogar noch Zeit, in der Mittagspause ein Telefonat zu führen und Junior I, der in zwei Tagen (!!) Geburtstag hat, ein Jubelgeschenk zu besorgen. Es ist fünf vor Zwölf - wie immer halt bei Ziggenheimers, aber lustigerweise habe ich meine besten Ideen fast immer auch (nur) unter Druck.
Und er als glühender Bayern Fan, der die Allianz-Arena bis heute nur aus TV und Internet kennt - der wird mir doch ganz sicher um den Hals fallen (OK, ich hoffe das zumindest).


Ich hätte ihm auch gerne zwei Tickets für ein Bayern-Spiel geschenkt - aber dazu komm ich nun wirklich zu spät. "Ach Sie", seufzte der nette Herr gestern am Telefon, "für diese Saison doch nicht mehr, höchstens für die nächste."
"Na dann kauf ich gleich zwei Tickets für die nächste", erklärte ich hochmotiviert und mit vermutlich roten Wangen und glänzenden Augen. Tatendrang pur!
Wieder ein nachsichtiges Seufzen. Diese Laien... wird er sich gesagt haben, und hätte ja nicht mal unrecht gehabt.
"Die bekommen Sie doch erst ab März. Und noch ein Hinweis: Treten Sie oder Ihr Sohn in den Verein ein, sonst wirds ganz schwierig mit dem Ticket."
Aha. So kommt also der Verein zu seinen Millionen. Phhh. Tssss. Nää!
Wozu hat man schließlich Freunde - wo auch immer in der Welt sie wohnen, via Internet kriegen wir sie alle ;) Ein Whatsapp Klick hatte genügt, dann hatte ich die Zusage im Kasten.
Na geht doch! Klappt doch wie immer fast alles am Schnürchen. Geburtstag, du darfst kommen. Und dann zeig ich Euch vielleicht auch Junior I. Wenn er will :)

Ich trink jetzt mein letztes Bürokäffchen für heute und mach mich dann auf den Heimweg.


Mittwoch, 5. Februar 2014

....wenn ich dich gefunden habe......



...ich war schon beinah eingeschlafen, da hörte ich die leisen Klänge im Radio..
...bin im Dunkeln noch mal aufgestanden, barfuss über den Holzfußboden gelaufen, habe mich vor die Musikanlage gehockt und die Arme um die Knie geschlungen, meinen Kopf auf die Knie gebettet..

...und zugehört...

Back to Life


Wenn ich Kaffee nicht mal mehr sehen oder riechen kann, weiß man: Ihr gehts nicht so gut.
Wenn ich aber nicht mal mehr Musik ertragen kann, dann ist die Kacke richtig am Dampfen.
Also sowas wie seit Montag hatte ich ja lange nicht mehr: Einen derart unerträglichen Kopfschmerz, dass ich mich am liebsten einfach nur in mein Mäntelchen aus Stacheln zurückgezogen hätte, an dem jeder Klang, jeder Ton, jedes Wort und erst recht jede Berührung abprallte.
Und falls einer fragt: Nein, ich bin KEIN Migränepatient. Wäre ja noch schöner. Als wär ich nicht so schon geschlagen genug.

Quelle: http://farm6.staticflickr.com/5325/9227922133_c862915d95.jpg
Ich spürte ihn schon am Montagmorgen nach dem Erwachen und dachte noch: Na ja, watt solls, haste vielleicht bissl schief gelegen oder so. Immerhin hatte ich 1,40 x 2,00 m für mich ganz allein, und es kommt schon ab und zu mal vor, dass ich in den unmöglichsten Lagen wieder erwache. Na ja, allemal noch besser als früher, wo ich mich auch gerne mal neben meinem Bettgestell wiederfand.
Im Lauf des Montags jedoch wuchs sich das derart aus, dass ich mich am Abend derart zermatscht fühlte, dass jede Bewegung meiner Augen und auch jedes Wort, das an mein Ohr drang, denn irrsinnigsten Kopfschmerz in mir auslöste. Was vielleicht erträglich ist, wenn du zu Hause im abgeschiedenen Kämmerlein liegst. Aber was zur Tortur wird, wenn du in einem Mehrmannbüro acht Stunden Minimum herumzukriegen hast, permanent jemand was von dir will und dazu noch im Minutentakt das Telefon klingelt.
Nachdem Chef mir mehrfach seinen Unmut zu verstehen gab: "Du sollst die Leute motivieren, nicht runterziehen", wehrte ich mich: "Ja toll, ich kann hier aber auch nicht jeden Tag den Clown machen, ich bin schließlich auch nur ein Mensch."
Am Abend konnte ich mich dann nur noch dazu aufraffen, ein wenig Ordnung zu schaffen und das Abendessen für die Jugend zuzubereiten, dann verkroch ich mich um exakt 19.30 Uhr in mein Bett und war wenig später auch schon ins Nirvana hinübergeschlafen.
Der Dienstagmorgen erwartete mich leider mit nur wenig Besserung, die dann auch im Lauf des Tages ganz verschwand. So dass ich gestern Abend dann zwar noch tapfer Wäsche wusch und bügelte und auch noch Essen zubereitete, alsdann aber auch wieder um kurz nach 20 Uhr im Bett verschwand.
Na wenn das so weiterging, würde ich noch den Rest meines.. äh.. jungen Lebens verschlafen! Die Blüte meiner Jahre! Na so konnte das aber auch nicht weitergehen. Also versuchte ich heute Morgen eine andere Strategie meiner allmorgendlichen Dehnübungen. Schmerzen allgemein kommen ja oft und gern vom Rücken und wer weiß, vielleicht war irgendwo was verrutscht, verklemmt, verwasweißich.
Ja klar hätte ich mir einfach auch bloß ein paar entsprechende Pillen einwerfen können - immerhin resignierten heute Morgen selbst die gelben Seiten: "Immer noch so Kopfweh? Dann kann es nicht mehr am Wetter liegen. Dann helfen nur noch eine Pille und viel Ruhe." Jedoch - auch ohne nach einer fragwürdigen Tapferkeitsmedaille zu schielen - ist mein oberstes Credo immer noch: "Keine Pillen! Du hattest ungefähr ein Jahr lang genug davon, um nach deinem Tod als Sondermüll verarbeitet zu werden, anstatt friedlich in der Erde modern zu dürfen." OK, dieses bewusste Jahr ist auch schon wieder ein paar Jahre her, aber was weiß man schon, wie lange der Körper braucht, um all den Schitkram wieder abzubauen? Nä! Back to the roots, back to my nature - und da ich nicht mit ner Pille in der Faust zur Welt kam, gibbet auch jetzt keine. Jedenfalls nicht, solange es auch ohne geht. Ich meine, ich befürchte ja immer noch, dass mir eines Tages davon Eselsohren wachsen könnten!
Jedenfalls, lange Rede, kurzer Unsinn: Mir ging es nach den Übungen für den Rücken etwas besser und am Nachmittag ging es mir zumindest schon wieder so gut, dass ich zu meinen Mädels sagte: "Soll ich uns bisschen Mucke einwerfen? Ist ja öde hier", ja und dann schritt ich eine Stunde später zum Feierabend. Wohlverdient, wohlgemerkt.
Und nun liege ich hier, habe im tiefsten Youtube-Dschungel den Song ausgegraben, den mein Lieblingskollege mir heute Morgen via Lieblings-Radiosender um die Ohren schlug, wir aber angesichts des noch wühlenden Kopfschmerzes auf Mitsingen verzichteten - ja und nun liegt er in meiner Datenbank und darf sich einen abklimpern. Ich weiß gar nicht, wie alt ich war, als ich diesen Song hörte - aber ich weiß immer noch, dass er mich an ein Stück meiner eigenen Unbeschwertheit erinnert, auch wenn der Songtext ja was so ganz anderes besagt. Egal. Minus und Minus ergibt auch im Helma'schen Rechenzentrum ein fettes Plus. War immer so, wird auch immer so sein.
So und jetzt muss ich die Mucke ausdrehen und in meine Kissen kriechen: Der Kopfschmerz klopft schon wieder gegen die Stirn. Das Monster. Immerhin hab ich es heut fast ne Stunde länger geschafft, den Abend genießen zu können, so ein bisschen wenigstens. Besser als nix!

Samstag, 1. Februar 2014

Kein offenes Buch, aber vielleicht eins mit Lesezeichen


Ich muss ja immer ein bisschen in mich hineinlachen, wenn die gelben Seiten behaupten, sie kennen mich genau und wüssten alles über mich bzw. darüber, wie ich "ticke". Selbst mein Ex-Mann musste irgendwann einsehen: "Ich denke immer, ich kenne dich und weiß genau, wie du auf was reagierst. Und dann reagierst du völlig anders. Ich kann dich irgendwie nie berechnen." Na ja, das wäre ja auch schlimm. Ich fände es langweilig, wenn man so berechenbar wär. Wenn man haargenau alles vom anderen wüsste, kennt und so weiter.
Es ist wohl auch so gewesen, dass ich, als ich so um die 16 - 17 - 20 - 25 Jahre ein offenes Buch war: Was ich dachte, wie ich mich fühlte, das sah man mir einfach immer an und ich hab mir wohl auch nicht viel Mühe gegeben, das bzw. mich zu verbergen. Das hat sich doch recht verändert, seit ich alleine lebe. Wobei ich auch denke, dass das nicht nur was mit dem Alleinleben zu tun hat, sondern auch mit dem Alter(n): Man entwickelt sich, dahin oder dorthin, und nicht jeder Weg geht dabei immer geradeaus.
Wobei ich natürlich auch nicht unbedingt sagen würde, dass ich nun so gar nicht berechenbar wär. Auch eine Helma Ziggenheimer lebt mit gewissen Gesetzmäßigkeiten ;)
Heute Nachmittag Mittag fiel mir das wieder ein, als ich in des gelben Seitens Küche stand und unsere aktuelle Lieblingssuppe zubereitete: Möhrensuppe mit vieeel Ingwer und Koriander. Man zerlasse ein wenig Butter, gebe zwei geschnitzte Schalotten, zwei Bio-Knoblauch (nicht der mit den Zehen, der Bio-Knoblauch schmeckt einfach anders, um nicht zu sagen, fantastisch) und Ingwer nach Geschmack (ich wähle gerne eine mittelgroße Knolle, frischer Ingwer ist nicht nur lecker, er dämmt auch den Schmerz im Körper - für den, ders braucht), bisschen braunen Zucker dazu und die abgeriebene Schale einer Limette, dann schnipple man 800 - 1000 g Karotten dazu, gebe zuletzt ca. 700 ml Hühnerbrühe und den Saft der Limette dazu sowie eine Avocado, lasse es köcheln bis zur Pürierfähigkeit, dann schneide man den frischen Koriander dazu (ich nehme immer den kompletten Bund, weil ich Koriander sehr mag) und nach dem Pürieren noch zwei Esslöffel Creme fraiche - fertig ist das einfachste und leckerste Menü ;)
Oh Gott... Hab ich jetzt echt ein Rezept geschrieben? Ich - die nie nie nie einen Kochblog führen wollte? :) Ich würde ja jetzt sogar noch ein Foto mit dazufügen - aber ich schreibe hier auf dem Mac der gelben Seiten - und dieser Herr mit den leicht paranoiden Zügen hat seine Sicherheitseinstellungen so konzipiert, dass ich jetzt hier nüscht mehr machen kann, bevor ich nicht gefühlte Millionen Freigaben getätigt habe. Orrrr - da krieg ich Schwämmchen! Und verzichte lieber auf ein Bild. Tut mir leid.
Ja jedenfalls: Wenn ich zu Hause bin und meine Wohnung in Ordnung bringe oder koche, geht das nur in Begleitung mit Musik. Sonst komm ich einfach nicht in Schwung und hör oft schon nach dem Allernotwendigsten auf. Mit Musik aber... Ja und hier in Bavaria lacht die Sonne, es sind satte 9 Grad PLUS!! (Shitkram elender, warum hab ich einfach keinen Flatterrock mitgenommen? Ich sags ja: Man kann nie genug einpacken, irgendwas fehlt am Ende IMMER!) - dazu die Musik, das Schnipseln von frischem Gemüse - hach, da lacht sogar mein Herz :)
Als meine Musik begann zu streicheln oder auch zu hämmern, verzogen die gelben Seiten anfangs das Gesicht: "Was hörst du nur immer für Musik? Irgendwie ist es immer dasselbe." Finde ich zwar nicht, aber OK, jedem seine Meinung. Als dann die Titel von VNV Nation (zum Beispiel) auf die Simple Minds (zum Beispiel) schwenkten, guckte er ganz erstaunt zu mir in die Küche: "Seit wann hörst du denn sowas? Ist ja ne ganz andere Richtung." Und ich, mit dem größten seiner Küchenmesser in der Hand, lächelte angriffslustig: "Sach ich doch immer: Du weißt eben NICHT alles von mir!"
Vor ein paar Tagen übrigens las ich in irgendeinem Blog (ich weiß leider nicht mehr, bei wem), dass die Mucke der 80er und 90er Jahre es durchaus vermochte, uns Energie zu vermitteln, uns schwungvoll zu machen und voller Lebensfreude, während die aktuellen Jahre eher... traurig und schwermütig und ein Stück weit auch depressiv stimmend machen. Wenn ich das so im Hinterkopf hab und Musik höre, muss ich echt sagen: Derjenige Blogger hat wirklich recht, sehr gut beobachtet. Nicht umsonst auch gehts meinem Lieblingskollegen und mir morgens und abends immer am besten, wenn wir nur den einen Radiosender anstellen und fast jeden Song aufdrehen und mitgrölen.
Oh ja, das fetzt. Und oh ja, das wird mir echt sowas von fehlen, wenn ich dann erst in Bavaria wohne.
Aber gut, loslassen, Helma, dafür warten hoffentlich neue, wunderbare Sachen auf dich. Und hoffentlich neue, entspannte Kollegen. Nu ja, gucken wir mal.