Dienstag, 30. November 2010

Ich Will Doch Nur Spiel'n!

Also was mich ja wirklich immer wieder wundert: Wenn ich zehn Stunden schlecht schlafe, fühle ich mich morgens derart zerschlagen, dass ich meine, nicht einmal einen Fuß aus dem Bett hängen lassen zu können, geschweige denn, meine Kissen und Decken überhaupt zu verlassen.

Schlafe ich aber nur zwei Stunden, so wie letzte Nacht, und dafür aber schlussendlich wunderbar fest & tief, dann fühle ich mich fit wie ein Turnschuh Marke TCM zum Preis von sieben Euro ;-)

Hier weiß schon jemand, wies gemeint ist, aber was ich sagen will: Ein Hochleistungsschuh wird aus mir auch nach herrlichstem Schlaf nicht, wenn er eben nur zwei Stunden dauerte, auch wenn er letztlich effektiver zu sein schien als eben zehn Stunden, in denen ich zwar schlief, aber von Alpträumen geplagt oder erwachen-wieder-einschlafen-Phasen geschüttelt wurde.

Heißt: Ein TCM-Schuh wird am Folgetag zwar keinen einhundert-Meter-Sprint in zehn Sekunden hinlegen, dafür aber Arbeitspausen nutzen, statt zu essen und sich einen Sekundenschlaf zu gönnen eher mit diversen Programmen herumspielen, die einem vom Arbeitgeber frei Haus geliefert werden und dabei die bis dato ungeahnten Ressourcen eines Bildbearbeitungsprogramms zu entdecken und sich daran zu ergötzen, dass ihm damit endlich mal diese "smokey eyes" gelingen, die in der Realität sonst eher die überraschte Frage hervorriefen: "Watt denn, Helma, Karneval im Juli?"


Na klar, warum nicht, Feste soll man ja feiern, wenn sie fallen :-)

Aber vielleicht liegt diese TCM-versus-Hochleistungssportschuh-Mentalität ja auch weniger an dem bisschen Schlaf, sondern vielmehr an dem Kilo Milchreis plus Zimt & Zucker plus Kompott, den ich mir zur Mittagszeit gönnte, dass ich mich nun deshalb eher so hier fühle...

copyright by Mrs. J. from M. :-)

...und die ganze Zeit überlege, wie ich dem Chef verkaufe, das zweite Büro mit nem (ausklappbaren!) Sofa auch bei einer Beschäftigtenzahl von "gewerkschaftlich ist das hier aber nicht erlaubt" zum Frauenruheraum zu erklären.

Ich meine, in der Hinsicht habens die Spanier(innen) doch eindeutig besser als wir:
Die machen gleich den ganzen Nachmittag Siesta. Kein Wunder, dass die abends noch ordentlich Pfeffer im Arsch haben, während unsereiner müde und schlapp nach Hause kriecht und hofft, dass uns möglichst niemand mehr anspricht und wir darob noch die Kritik einstecken dürfen, dass wir Deutschen so verklemmt und spaßfrei seien.
Sind wir nicht! Wir sind einfach nur müde!
Na gut, Pause um, ich muss dann mal wieder!

Montag, 29. November 2010

Ganzkörper Workout

An entsprechende Übungen dachte ich spontan am heutigen Morgen, als ich das Haus verließ und feststellte, dass es über Nacht etwa zehn Zentimeter Schnee auf die Straßen von Helmatown gerieselt hatte.
Eigentlich ne ganz schöne Angelegenheit, bekräftigt durch einen entsprechenden Guten-Morgen-Gruß "...genieß den Schnee!"
Würd ich ja gern. Wenn ich nicht auch in die Arbeit fahren müsste und obendrein das Gefühl hätte, dass meinen Reifen der nötige Grip fehlte. Mir ist schon bewusst, dass ich ein Schisser geworden bin, seit der letzte Verkehrsunfall mich doch... sagen wir mal... nachhaltig geprägt hat.
Traumatisiert - sagten die Ärzte.
Wie auch immer: Ich befreite mein Wagen von Eis & Schnee, kam sogar recht glücklich vom Parkplatz weg (gelang nicht nur mir in der Vergangenheit auch nicht immer), aber wenn ich auch dachte oder zumindest inständig hoffte, wenigstens die Autobahnen seien entsprechend befreit worden, so wurde ich nach etwa zwanzig Minuten des Wegs, für den ich sonst cirka fünf Minuten benötigte, eines Besseren belehrt: Nix mit Räumung - fahr mal schön langsam!
Und für die Strecke, die ich sonst in etwa zwanzig Minuten davonbrauste, gönnte ich mir alsdann rund fünfundvierzig Minuten - und obendrein aller drei Schockminuten ein entsprechendes Ganzkörperworkout:
Anspannen! Entspannen! Anspannen! na und so weiter
Entsprechend relaxed und aber auch reichlich verschwitzt erreichte ich mit Müh & Not den Hof und mit dem mir eigenen Galgenhumor entstieg ich dem Wägelchen mit den Worten:
"Na aber für die Körperhaltung hätteste ne glatte zehn komma null verdient!"
Kerzengerade! Kerzengerade - sag ich Euch! Wie ich sonst im Allgemeinen leider nie oder maximal selten oder nur dann so sitze, wenn mir jemand auf den Rücken klopft ;-) Das schreit ja jetzt förmlich nach ner Entspannung mittels schönem heißem lecker Bürokaffee!
Die Wetterprognosen sind übrigens auch entsprechend: Noch kälter und noch mehr Schnee.
Wohlann! Genießen kann ich das zumindest erst am Wochenende. Aber wir haben ja heut schon Montag, da dauerts ja nicht mehr so lang *smile*

Sonntag, 28. November 2010

Sonnenjahr... Ich Hör Nicht Auf Zu Träumen...

Heut haben wir den 1. Advent - und schon ein wenig mit Entsetzen hab ich festgestellt, wie schnell dieses Jahr vorbeigegangen war. In vier Wochen ist Weihnachten - mein erstes Weihnachten nach zwei Jahren wieder zu Hause.
Zu Hause.
Zu Hause ist für mich dort, wo ich mit Menschen zusammen sein kann, die ich liebe, die mich lieben.
Als ich noch ein kleines Mädchen war, bedeutete Weihnachten begreiflicherweise für mich eines: Apfelsinen und Geschenke.
Wenn ich heut gefragt werde, was ich mir zu Weihnachten wünsche, dann wünsche ich mir nur eines: Eine Zeit voller liebevollem Miteinander, Ruhe, (be)sinnlichen Tagen, den süßen Duft von selbstgebackenen Keksen und Tee in der kleinen Wohnung, heimelige Zimmer und Fenster, die der Winter von außen mit Eiskristallen schmückt.
Rote Wangen von Spaziergängen.
Leuchtende Augen von der untergehenden Sonne oder im Schein lichtgeschmückter Fenster oder Tannenbäume in Vorgärten.
Mit anderen Worten... Weihnachten ist für mich eine wunderbare Zeit abseits von Kommerz, dafür aber ein Zusammensein mit Menschen, die man liebt, mit denen man teilt, was man fühlt - eine Zeit des Jahres, in der man sich wirklich auch Zeit nimmt, um zur Ruhe zu finden und ein Jahr zu beschließen, das vielleicht... nicht wirklich ein Sonnenjahr war...
Der Gedanke, für mich allein zu sein, Zeit nur mit mir zu verbringen, ist - für mich - in diesem Moment völlig fehl am Platz... Allein sein... doch nicht in einer so intensiven Zeit...

In den letzten Wochen sind mir so einige fremde Menschen begegnet; stundenlanges Schweigen oder aber auch stundenlange Gespräche über das Leben, den Sinn, die Liebe. In all dem wurde mir einmal mehr bewusst, wie sehr ich das Leben liebe, wie sehr ich an manchen Menschen oder auch Dingen hänge, die mich nicht nur unmittelbar umgeben. Wie sehr ich in mir selbst zu ruhen vermag und wie sehr diese Ruhe in mir, dieses Ich in mir aber auch von eben diesen Menschen oder Dingen beeinflusst werden. Wie tief ich Freude, Glück und aber auch Schmerz empfinden kann - und wie wichtig es gerade dann ist, wie ein anderer Mensch auf mich zu- oder mit mir umgeht. Ob er mich, wenn es mir nicht gut geht, aufzufangen vermag oder mich eher noch tiefer wirft.
Ob er mich gut genug kennt, um meine Lebensfreude mit mir teilen zu können, das Lachen dabei nicht zu laut, das Springen dabei nicht zu hoch, die Kindlichkeit nicht zu albern, der Ausdruck von Sehnsucht nach Liebe und Zuwendung nicht zu anstrengend sind - oder wann es der richtige Moment ist, mich einfach nur ohne ein Wort in die Arme zu nehmen und einen Moment lang nur festzuhalten. Das sind so kleine Gesten, die so vieles bewirken.


Vor einigen Tagen hörte ich diesen Song von Xavier Naidoo, der zwar einen völlig anderen Hintergrund besitzt, ich ihn aber - wie die meisten Songs ;-) - für mich selbst interpretiere.
Wie viele Menschen träumen von einer besseren Welt, Armut, Elend, Kummer und Krieg in der Welt fortzuräumen.
"...fangen wir an aufzuräumen, bau sie auf, wie sie dir gefällt..."
Ich glaube jedoch... bevor wir Großes in der Welt bewirken... sollten wir vielleicht zunächst bei uns selbst beginnen. Rücksicht, Nachsicht, Güte, Stärke, Empathie - manch einer weiß vermutlich nicht einmal, wie man diese Worte buchstabiert, ein anderer hat all dies vielleicht noch niemals erfahren in seinem Leben. Wenn wir Kinder bekommen, heißt es doch immer: Die Kinder schauen auf zu ihren Eltern, schauen sich ab, kopieren. Was wir ihnen also vorleben, tragen sie hinein in ihr eigenes Leben.
Nur... bezieht sich das wirklich nur auf unsere Kinder?
Vor einigen Tagen führte ich ein stundenlanges Gespräch mit einem mir eigentlich fremden Menschen - und dabei so viele Gemeinsamkeiten zu entdecken, war irgendwie... ein sehr berührendes Gefühl. Wie sehr es vermag, das dankbare Lächeln eines alten Menschen, dem wir in die Bahn helfen, uns den Tag zu erhellen. Oder der unberechtigte Raunzer eines fremdes Menschen uns in die Kniekehlen kickt.
Mein Jüngster erzählte vor kurzem: "Wenn der mir noch mal blöd kommt, hau ich ihm aufs Maul!" Woraufhin ich einwendete: "Dann bist du aber auch nicht besser als der andere."
Die Antwort kam spontan: "Mir doch egal, das hat der aber nicht zu machen."
Ich musste lächeln: "Natürlich nicht. Aber dann zeig ihm doch einfach, wie es anders geht. Wie es besser geht. Wenn du respektiert werden willst, musst du dir das erwerben. Und zwar nicht mit der Faust. Angst ist kein Respekt. Negatives wird überhaupt auch immer Negatives erzeugen."
Mir ist schon bewusst, dass die Welt eines Fünfzehnjährigen eine vollkommen andere ist als die einer Einundvierzigjährigen. Und sicherlich wünsche ich mir für meine Söhne, dass sie sich im Leben gerade machen, sich behaupten können. Jedoch wünsche ich mir dies ohne Gewalt, ohne Geringschätzung und ohne Respektlosigkeit.
Aber das lernt er noch, da bin ich mir sicher.
Für mich ist jede Familie in der Welt eine kleine Insel. Und in meiner Vorstellung ist es so, dass, wenn auf jeder dieser kleinen Insel Frieden herrschte, Anerkennung, Liebe, Wertschätzung, dann... bildet das - für mich - ein großes ganzes Gutes. Die bessere Welt.
"...Du bist der Anfang, Du bist das Licht..."
Apropos Licht... Mein Weihnachtsstern hängt im Fenster, ein sanftes unaufdringliches Licht, ich hör noch immer dieses Lied, der Schmerz im Körper hat wieder nachgelassen, die Seele hat wieder zur Ruhe gefunden, ich lieg hier entspannt und allein in meiner kleinen, ansonsten dunklen Wohnung und wenn ich jetzt hinaus in den Abend schaue und in den anderen Fenstern die Lichterbögen seh, dann überkommt sie mich wieder... die Sehnsucht nach dem liebevollen Miteinander, wo auch Abschiedsschmerz etwas Positives vermittelt... und wohinein solche Worte wie"griesgrämig" ganz gewiss nicht gehören...
Ich mach mir jetzt erst mal einen Tee, zieh die Stricksocken meiner Mama an und schau mir zum Millionsten Male einen wunderbaren Film über die Liebe an... Und hör einfach nicht auf zu träumen... :-)
Ach und übrigens... Falls jemand von Euch denkt, ich würde immer nur träumen... Nein. Für das kommende Jahr habe ich schon ganz konkrete Pläne. Ich glaube, dass es gute Pläne sind. Ich glaube auch daran, dass sie gelingen. Und vor allem fühle ich endlich wieder die Energie dafür in mir. Dafür muss ich nicht jeden Tag kilometerweit rennen. Dafür tu ich mit meinen ganz eigenen Mitteln....

Donnerstag, 25. November 2010

Schneewittchen, Schnappatmung - Oder: Die Opfer Der Mode

Ein jeder von Euch weiß ja: Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst.
Insofern sind meine kleinen Geschichtchen hier quasi ein Spiegel meines Lebens, aktuelle Geschehnisse, Ereignisse - mehr oder weniger.
Spontan formt sich dann immer so eine Idee: Hey, dies, das oder jenes könnte ich doch so oder so in den Blog formulieren.
Zum einen ist es beinah wie ein Gespräch (auch Selbstgespräche haben Vorteile: frau kann sich nach allen Regeln der Kunst auskotzen - und keiner widerspricht ;-)), nach dem ich mich mitunter regelrecht befreit fühle, zum anderen, das wissen so einige von Euch, liebe ich das Schreiben :-)
Jedenfalls... bei aller Spontanität... kamen mir heut Morgen so Bedenken darüber, was ich hier schreibe, während in anderen Ländern unschuldige Menschen umgebracht werden. So wie ganz aktuell in Korea, wo sich zwischen das Entsetzen über die Ereignisse auch die Besorgnis darüber mischt, welche Ausmaße das alles nehmen könnte... Jedenfalls mir geht es so.
Andererseits... Dieser Blog hier ist eben... meine ureigenste Welt - das hier ist nicht n-tv - und erst vor zwei Tagen schrieb ich ja erst selbst, dass es neben all dem Wahnsinn, Kummer und den Sorgen... auch noch etwas anderes geben muss.

Und das "andere" äußerte sich bei mir heute folgendermaßen:
Als "Fashionista" würde ich mich nun nicht bezeichnen - Trends sind mir ehrlich ziemlich egal, ich jage denen nicht hinterher (ich setze meine eigenen - hähä) - aber ich lass mich schon gern inspirieren (ich finde, "inspirieren" klingt besser wie "abgucken" ;-)) und bastel mir das zusammen, was MIR gefällt.
Eine entsprechende Idee kam mir letzte Nacht, als ich zwar todmüde in den Kissen ruhte, gleichwohl jedoch nicht in den Schlaf zu finden vermochte. Was wollt Ihr - der eine zählt eben Schafe, ich geh dafür in Gedanken meinen Kleiderschrank durch - ist auch ermüdend - immerhin eine dreitürige Angelegenheit ;-) Und so grub ich heut morgen aus der Schublade für allerlei Accessoires einen breiten Gürtel aus, den ich mir unterhalb der Brust um den Körper schnallte.
Und fand echt irre, wie sehr allein ein einziges Detail ein komplettes Outfit verändern kann.
Allerdings rutschte mir dieser Gürtel bereits nach dem ersten Schritt Richtung Hüfte und nach einigen Fehlversuchen schnallte ich den Gürtel derart eng, dass ich zwar in höchstem Maße erstaunt und höchst erfreut über dieses WOW-Dekolleté (ich wusste noch gar nicht, dass ich überhaupt eins hatte ;-)) war, allerdings... nur noch flach und kurz atmen konnte. Schnappatmung nennt man das wohl. Spontan fiel mir Schneewittchen ein, wie die sich wohl gefühlt haben mochte, bevor sie darnieder ging. Viel anders fühlte ich mich nicht, das kann ich Euch schon mal sagen!
Also bis an meinen Arbeitsplatz hab ich das ertragen (wer schön sein will, muss halt leiden, sagte ich mir tapfer immer wieder), doch nach einer weiteren Stunde auf dem Bürostuhl stahl ich mich schlussendlich auf das Damenklo, entschnürte mich und sank befreit und begleitet von einem entsprechenden Stoßseufzer auf den Hocker, rollte das Corpus Delicti auf Handtaschenformat zusammen und verstaute es mit dem Wissen: ALLES, liebe Frau Helma, kannst du eben nicht mitmachen - aber das willste ja eigentlich auch gar nicht. Hauptsache, das Leben ist schön :-)
In diesem Sinne - an die Arbeit, Mädels :-)

Mittwoch, 24. November 2010

Schokolade

Der eine oder andere Leser unter Euch wird sich sicherlich noch an eines meiner Laster erinnern - ach ja, die guten alten Schokoladenkekse ;-) Eine Notreserve dessen wird immer in der untersten Schublade meines Schreibtisches gelagert oder daheim vor allzu gefräßigen einköpfigen Raupen in Sicherheit gebracht.
Mal abgesehen davon, dass Schokolade köstlich schmeckt, sagt man ihr ja auch eine stimmungshebende Wirkung nach, von der ich mir noch nicht so sicher bin, ob das nicht doch eher eine reine Kopfgeschichte ist ;-)




Am heutigen Nachmittag im Büro jedenfalls hätte ich womöglich eine ganze Kiste dessen verschlingen mögen - und vermutlich einen hebenden Effekt allerhöchstens auf der Waage feststellen können.
So ist das eben mit dem Anspruch auch an sich selbst: Da will man alles richtig machen und gerade, wenn man denkt, alles läuft rund, zeigt sich: Helma, du bist ooch bloß een Träumerle, keen Übermensch.
Also ich vertrete (jedenfalls meistens) die Auffassung, dass man zu dem Bockmist, den man verzapft, auch stehen sollte. Und wenn Ihr mich fragt, so empfinde ich es als ziemlich beschämend, wenn erwachsene Leute anfangen herumzustreiten, ob sie an besagten Tagen gerade Urlaub hatten oder das Kind krank war oder in entscheidenden Momenten mit Diarrhoe auf dem Keramikbecken hockten. Bockmist bleibt dann immer noch Bockmist - und an Gemeinschaftswerken haben Beteiligte eben gemeinschaftlich gewerkelt und dann gilt es nicht herumzuzanken, wer hier mehr oder wer weniger Verantwortung zu tragen hatte.
Und genau die übernahm ich heute, zwar mit einem Loch im Bauch, dafür aber mit gestrafften Schultern.
Die Kiste Kekse war jedenfalls leergeputzt, die letzten Gummibärchen verschlungen, der letzte Spritzring von der Tankstelle mit extra fettem Zuckerguss noch hinzugefügt - nichts passierte.
Erst am Abend auf dem Weg nach Hause durch die Dunkelheit, auf dem mir verträumte Schneegriesel im Lichtkegel entgegentrieben und als ich die neu erworbene Mucke aufriss, erst da erwachten all meine Lebensgeister zu neuem Mute - aber sowas von!! - und als ich dann noch den Titel "Chocolate" meiner Lieblingsband auf dem Radiodisplay las, da kam mir der Gedanke, vielleicht nicht immer so wörtlich zu nehmen, dass Schokolade die Stimmung hebt ;-)
Zumindest hätte ich dann noch ein wenig länger Freude daran, dass ich seit wenigen Wochen wieder in eine Jeans passe, die ich vor nunmehr sieben Jahren zum letzten Mal tragen konnte ;-)
Sleep well ;-)

Dienstag, 23. November 2010

Wenn Nicht Jetzt, Wann Dann?

Wenn ich ehrlich sein soll, ist mir aus der Werbung vor allem das Plakat in Erinnerung geblieben, wo Sie & Er lustvoll an der Gefriertruhe des Supermarktes übereinander herfallen.
Sex sells - so ist das eben ;-)

Jedenfalls erinnerte ich mich die Tage wieder an diesen Slogan. Also nicht dass Ihr mich falsch versteht: Den Liebsten direkt neben der Supermarktkasse zu vernaschen gehört nun wahrlich nicht zu meinem Repertoire - mal abgesehen davon, dass das zarte Pflänzchen einer (neu) erblühenden Liebe womöglich sonst zu Eisblumenkristallen zerfallen könnte - und wer will das schon riskieren, nicht wahr?
Nein, ich erinnerte mich - auch im Gedenken der Worte einer Freundin ("wie wärs mit einer to-do-Liste?") und dem Hervorkramen einer Uralttafel aus dem Überbleibsel eines größtenteils entsorgten Kellerkrams - an Dinge, die die Welt - auch Helmas Welt - zwar eigentlich nicht braucht, die ich aber dennoch immer schon mal tun wollte und die das Leben auch in Farben malen, die es gerade erst schön machen ;-)
Und so kams, wies kommen musste: Bei einem Besuch, den ich einer Freundin dieser Tage in der Klinik abstattete, gönnte ich mir - dank eines Tages der offenen Tür mit entsprechender Dekoration - den lange geplanten und leider nur drei Sekunden währenden Spaß des Helium-Schnüffelns - jedenfalls drei Sekunden pro "Schluck". Ich muss sagen: Der Tonfall war nicht ganz so hoch und auch nicht ganz so quäkend, wie ich es mir vielleicht erhofft hatte, gleichwohl genügten drei kräftige Züge am prallgefüllten Ballon für einen Riesenspaß, der mir den mittels einer hochgezogenen Augenbraue pikierten Blick der schätzungsweise zehn Jahre jüngeren Freundin eintrug: "...und ich dachte immer, ich sei albern..."
Ich habe so gelacht, dass ich mir beinah in die Hosen gepieselt hätte und damit neue Kundin von Tena Lady hätte werden können und wenn das auch leider mit dem Videostream nicht geklappt hat (Frauen und Technik - was will man da sagen) - so überkommt mich noch jetzt das Lachen über jenen Nachmittag und einem neuen Schwung, der sich gar nicht so übel macht an solch pieseligen Tagen wie den derzeitigen Regenwettertagen.
Wie auch immer, der erste Haken an der to-do-Liste ist gesetzt und weiter gehts zum nächsten.
Vielleicht wisst Ihr's ja noch - der Nachmittag in einem Brautausstatter - Freundinnen & ich und vielleicht ein kleiner Piccolo dazu, den ich mir anlässlich meines letzten Geburtstages gönnen wollte. Das wird bestimmt genauso lustig. Zwar ist mein Geburtstag inzwischen schon wieder so lange her, dass ich nunmehr getrost auf den nächsten warten kann und eigentlich... ja eigentlich sollte ich mich auch um wichtigere Dinge kümmern, nur...
Also ich weiß nicht, wie Ihr das seht, aber... Zwischen all der Problembewältigung, den Aufräumarbeiten von Sorgen & Kümmernissen - da muss auch noch überall ein bisschen Lebensfreude reinpassen. Und die kommt schließlich auch nicht mal eben so frei Haus und im Versandhaus kann ich mir das auch nicht bestellen.
Mir ist wichtig, dass ich zwischen all dem immer irgendwie noch LEBEN kann, genießen kann. Woher soll ich sonst die Energie für meine Baustellen bekommen?
So bin ich eben - und ich habe niemals versprochen, jemand anderes zu sein.
Grad muss ich lachen, weil ich hier beim Schreiben dieser Worte in genau diesem Moment ein paar Gesichter von Menschen vor meinem inneren Auge vorbeiflitzen seh, von denen ich genau weiß, dass sie jetzt den Kopf schüttelten und sagten: "Ja aber meinst du nicht, du solltest..."

Nö, ich meine nicht :-)

Montag, 22. November 2010

Das Leben Ist Eine Wundertüte

...voller Überraschungen, ob Du nun willst oder nicht, obs Dir nun gefällt oder nicht.
Wenn ich ehrlich sein soll... in den letzten zwei Monaten sind mir diese Überraschungen doch ein wenig zuviel geworden - und wonach es mich gelüstete, war reinweg nur noch Ruhe, Rückzug - und das Konstatieren einer Situation, die mir zwar nicht wirklich neu ist, mich aber irgendwie immer wieder aufs Neue überrascht, erfreut - oder eben auch erschüttert.

Kleine Kinder, kleine Sorgen...
Wer kennt ihn nicht, diesen Spruch.
Wer hat nicht schon mit diesem Spruch geseufzt, gegrinst oder vor Wut gekocht.
Wenn Ihr mich fragt... Ich habe all das in den letzten Wochen getan - und dazu auch noch ab und zu ein bisschen geflennt. Die ganze emotionale Palette einer Mutter, die an ihren Kindern hängt, alles richtig machen will, fassungslos und eingeschüchtert an Krankenhausbetten steht und obendrein ein bisschen spät bemerkt, dass sie für sich selbst zu wenig macht.
Und angekommen bei diesen Gedanken und Empfindungen - muss ich zugeben - bricht schon auch so ein bisschen was wie Selbstmitleid aus. Spätestens aber dann, wenn ich mich anlehnen will... und keiner ist da.
Der eine muss erst mal Fußball gucken ("Bundesliga, du verstehst, meld dich doch einfach später noch mal" oder von mir aus Champions-League - was weiß ich denn), der andere muss auf Sportelkurs, der dritte ist grad im (wohlverdienten) Urlaub und... nein... ich breite das jetzt nicht weiter aus.
Was ja überhaupt gar nicht geht, sind in kritischen Momenten solche Bemerkungen wie "also wenn das mein Junge wäre, dem würde ich aber..."
Mal abgesehen davon, dass solche Sätze eigentlich nie zuende geführt werden, sind sie nicht nur vollkommen unangebracht, sondern mindestens genauso unsinnig und der Faktor der Unterstützung gleich Null.
Ich persönlich wünschte mir, dass da einfach jemand mal seine Arme ausbreitet und sagt: "Komm, lehn dich an, sag nix, ich bin da."
Aber OK, ist das Leben zuweilen auch eine Wundertüte, so ist es aber kein Wunschkonzert - und was wir uns selber wünschten, danach geht es eben auch nicht.
"Nimm, was du bekommst, und sei glücklich damit; wer zuviel will, hat am Ende nichts", das ist jetzt mal die Grobfassung salbungsvollerer Tonarten, mit denen Defizite erklärt und schlimmstenfalls entschuldigt werden sollen, die mir auch heute noch und immer wieder, auch nach dem einhundertsten Erfahren weh tun und die ich auch heute noch ebenso wenig akzeptieren kann. Ich meine, was ist an Beistand, was ist an Anlehnung oder dem Wunsch, dem Bedürfnis danach so falsch?
Nichts, gar nichts - wenn Ihr mich fragt.
Und wenn Ihr dieses Gefühl habt, dass es falsch sein soll, dann kann ich nur sagen:
Wir haben die falschen Leute um Beistand gebeten.

Auch aus diesem Grund habe ich den Rückzug gebraucht. Einfach mal resümieren, wer in meinem Leben ist und wen ich darin nicht mehr haben möchte. Es gab mal Zeiten, da bin ich auch auf Menschen zugegangen und sagte ihnen: Du, ich brauch mal ne Pause von dir.
Das kam nicht immer gut (dabei dachte ich immer, ehrlich währt am längsten?) - und heute... genügt es mir auch, einfach ein paar Rufnummern aus meinem Handy zu löschen. Manche Menschen... melden sich ohnehin nicht von alleine, auch dann nicht, wenn man ihnen bereits zum dritten Mal die virtuelle Visitenkarte hinüberreichte.

Und wie Millionen andere Menschen machte auch ich einmal mehr die Erfahrung, dass letzten Endes... ein Beistand vor allem von der Seite kommt, von der man es am wenigsten erwartet.

Insofern... reiße ich meine Wundertüten noch immer mit spannungsvoller Neugier auf. Nicht ganz frei von Ängstlichkeit, aber... doch immer noch mit einem gewissen Enthusiasmus.
Und wers bis zu dieser Zeile noch nicht verstanden hat:
Ich bin wieder da :-)

Mittwoch, 22. September 2010

Es Tut Mir Leid

...wenn ich meinen Lesern derzeit nichts anderes "geben" kann als Musikvideos...
Gleichwohl ist es die Musik, die mir Hoffnung, Leben, Mut und Stärke schenkt. Musik ist für mich vor allem dann wunderschön, wenn sie Innerstes in mir berührt - oder an gelebte Momente erinnert.



copyright by TiGgGeR90/ youtube.com
special thanks to

Dieses Video ist nicht von mir... aber es erfüllt alles. Und die Mucke dazu... wird auf ewig meine Lieblingsmucke bleiben. Von dem Moment an, wo ich sie zum ersten Mal hörte.

Sonntag, 19. September 2010

Erkenntnis Des Tages

"Nur der Tod ist endgültig. Für alles andere gibt es Lösungen."
Von wem der Satz stammt? Aus meiner Feder. Tatsächlich. So weise bin ich inzwischen. Oder kreativ. Oder beides.



Sonntag, 5. September 2010

Darf Ich Vorstellen? Mein Neuer!

...Song - oder was dachtet Ihr? ;)
Den hab ich heut Abend ausm Internet ausgegraben und finde ihn echt cool, muss ich Euch noch unbedingt vorstellen:

Kann ihn leider nicht als Video reinstellen, die erzählen mir hier was von "Error" und "Wende dich mit der Nummer an den Support" und der Support sagt "Weessschh ooch nich, guckst mal ins Forum" und da heben se ooch nur die Hände. Ne danke, dann eben heute nur als Link, Ihr Lieben ;-)

Viele von Euch kennen ihn sicher in der Originalversion von Black - der war auch schön - aber in der Zucchero-Variante... rieselts mir einfach nur über die Haut, rauf und runter, kreuz und quer, erfüllt mich mit goldenen Sonnenstrahlen, die ich mir gestern noch aus den Haaren schütteln wollte ;-), erfüllt es mich mit einer unbändigen Lebensfreude - und seh ich mich wieder am Glas des Lebens hängen und gierig Schluck um Schluck nehmen, dass es mir über die Mundwinkel aufs Shirt tropft...

Momentan läuft dieser Song in meinem Player rauf und runter, wie jeder Song, den ich grad mal eben entdeckt hab ;-) und stimmt mich ein auf den Abend mit Freunden in der City. Bei einem Glas Weißwein sitzen, klönen, albern bis in die Nacht rein - das kommt leider soooo selten vor, dass ich in diesen Momenten zu Sponge Bob mutiere und jede einzelne Minute aufsauge, damit dieses Wohlgefühl auch im Alltag noch Bestand halten kann :-)

Ich weiß noch, es gab Zeiten, in denen ich traurig war, wenn ich versetzt, zurückgelassen, zur Seite geschoben wurde. Heute... ist manches anders. Heute denk ich oft an jene Worte an mich: "Lös dich von dem, das dir nicht guttut - und wende dich dem zu, aus dem du Glücksempfinden schöpfen kannst." Klingt so simpel, ist es im Grunde auch - aber irgendwie hatte ich immer schon ein Problem mit dem Loslassen. Also mit meinem dreißigsten Geburtstag habe ich endlich angefangen, mich mit mir selbst zu befassen - und hab soviel über mich selbst herausgefunden, dass selbst die schmerzhaftesten Phasen am Ende die wichtigsten, wertvollsten und wohl auch... intensivsten Phasen waren. Und nachdem ich nun die vierzig hinter mir gelassen habe... lebe ich mit dem Wissen der letzten Jahre ein wunderbar intensiveres Leben, das sicherlich hier und da noch der einen Korrektur oder so bedarf, aber... letztlich ist es schon heute ein Leben, von dem ich weiß, dass ich eines Tages zurückschau und sag: Ich bereue nichts von alledem...

Ui, schon halb acht... jetzt hab ich mich doch glatt "verquatscht" - ich muss mich doch noch schön machen ;-) Und dann hopp, auf gehts, Nightlife is calling - and Helma is calling too ;-)

Schöne Aussichten

Heute Morgen erwachte ich zeitiger als sonst - und dies war auch nur dem Umstand gedankt, dass die Sonne mit all ihrer Kraft in mein Zimmer lugte, jeden Winkel inspizierte und mir in der Nase kitzelte.
Seht Ihr, so verlogen ist das Internet: Das zeigt nämlich meinen Wohnort mit Regen und schlappen 9 Grad an. Pah! Nichts von alledem ist hier zu seh'n.
Augenscheinlich auch durchs Wetter angeregt, hörte ich zum zweiten Mal in den letzten vier Wochen, wie sich das Paar über mir vergnügte. Na ja.. Vergnügen.. OK, auch zweimal zwei Minuten innerhalb von vier Wochen können ein Vergnügen sein, nehme ich mal an ;-)
Schmunzelnd jedenfalls drehte ich mich auf die andere Seite, weg von Mutter Sonne, zog mir noch einmal die Decke über den Kopf und schlummerte noch einmal ein. Nur um eine Stunde später schlaftrunken nach dem Telefon zu tasten: keiner da.
Inzwischen war ich jedoch wach genug, kein zweites Mal mehr einzuschlafen, bereitete mir stattdessen ein lecker Käffchen und warte nun darauf, dass die Jungs wach werden und den Frühstückstisch decken. Also zumindest hab ich grad so etwas wie Geschirr klappern vernommen ;-)
Gestern jedenfalls war ein Tag ganz nach meinem Geschmack :-)
Der eine kaufte die Frühstücksbrötchen, der andere deckte den Tisch, gemeinschaftlich brachten sie Küche & Zimmer in Ordnung, saugten die Fußböden ab und bereiteten dann noch das Abendessen. Also besser konnte es doch gar nicht laufen, oder? Da frag ich mich immer, wieso ihr Vater immer so unzufrieden mit ihnen ist ;-) Mir jedenfalls schenkten sie damit einen entspannten sonnigen Tag, an dem ich mich in Ruhe schön machen und vor die Tür gehen konnte, am frühen Abend ein Bad nehmen und dann auf meiner Wohlfühloase Platz nehmen und DVD die fünfte oder sechste schauen konnte.
Während mein Jüngster - zugegebenermaßen - missmutig grummelte: "Schön, ne, wenn man seine Bediensteten hat." Darüber konnte ich nur lachen und anmerken: "Schön, dass du jetzt mal siehst, wie es für mich die letzten zwanzig Jahre war - na so ein bisschen von dem jedenfalls."
Er wird zwar demnächst erst fünfzehn und ist derzeit auch wieder ziemlich verliebt in eine seiner Verehrerinnen, er weiß ebenso, dass er auch mal Kinder haben will - aber nach so einem pflichtlastigen Tag wie gestern... wusste er ebenso, dass Kind & Familie in noch weitere Ferne gerückt waren als noch vorgestern gedacht ;-)
"Das kostet außerdem zuviel Geld", sinnierte er, nachdem er beim Auspacken und Verstauen des Einkaufes half und dabei zur Seite legte, was ich ihm für Schule & Co. mitgebracht hatte, "und ich brauch doch auch erst mal für mich Geld."
"Zuerst", bedachte ich ihn mit einem entsprechenden Blick, "brauchst du erst mal einen guten Schulabschluss, damit du überhaupt die Chance auf einen Job hast, der dir halbwegs gutes Geld verschafft."
"Du klingst und redest wie deine Mutter", warf mir das Kind vor.
"Sei froh, dass ich nicht wie Opa oder dein Papa klinge", entgegnete ich gutgelaunt.
Aber ist doch so, oder? Solange die Kinder klein(er) sind, sorgen wir für sie. Werden sie größer, wendet sich das Blatt. Na wenn das keine schöne Aussichten sind: Sturmfreie Wochenenden wechseln sich ab mit Wochenenden, an denen mal die Mama von ihren Kids verwöhnt wird. Hatte ich noch bis vor kurzem befunden, mit dem Kinderwunsch an sich noch nicht abgeschlossen zu haben, so meine ich inzwischen, dass das Leben, das ich jetzt führe, ein Leben, in dem ich endlich auch mal an mich denken kann... auch gar nicht so übel ist ;-)

Samstag, 4. September 2010

Love You Till The End

...und hier bekommt Ihr noch mal den ganzen Song aus dem Film "P.S. Ich liebe Dich" auf die Ohren - zumindest die, die sich das antun wollen ;-) Ich finde den sowas von schöööön... vermutlich auch, weil ich dazu die Bilder aus dem Film in meinem Kopf hab... Aber schon auch ob des Textes wegen...


Gleich werde ich mir mein Regenmäntelchen umhängen und was einkaufen gehen. Der Kühlschrank ist schon wieder bedürftig; das große Kind, das erst heut Morgen von der Party heimkehrte und entsprechenden Durst mitbrachte, ebenso - und ich selbst werde mir einen rekordverdächtigen Vorrat an Obst & Gemüse zulegen. Nein nein, nicht was Ihr denkt, Diäten sind überhaupt nicht mein Ding und jeder, der mich kennt, weiß das auch ;-) Helma ist und bleibt Genussmensch! Nur leider... bin ich momentan in einer Phase, in der die Magen-Darm-Fraktion nicht mehr jeden Genuss mit mir teilen will - was sich zwar auf der Waage immer erfreulicher abzeichnet, unterm Strich aber dennoch... denkwürdig bleibt. Also den nächsten Bluttest abwarten und bis dahin schön glutenfrei ernähren. Hoffentlich nur nicht mein Leben lang. Meine Schokokekse - was soll sonst aus meinen geliebten Schokokeksen werden?
Und überhaupt?
Wie wurde doch letztens zu mir gesagt?
"Ei Ei Ei - unsere Sorgen-Bärin... Am besten neu zusammenbauen!"
Nun ja... Dies bedeutete allerdings auch, mich zunächst zu (z)erlegen. Und bei der heutigen Arbeitsmoral, also ich weiß ja nicht... Was passiert, wenn irgendwo beim Zusammenbauen was falsch konstruiert wird?
"Sieht irgendwie komisch aus. Wenn ich nur wüsste, was hier nicht passt!" ... "Du Depp, der Arm gehört doch nicht mitten ins Gesicht!" ... "Ach so... Na ja, komm, wir schiebens auf die Billiglohnarbeiter, merkt doch keiner!"
Tolle Aussichten, nicht wahr? Da wäre ich zwar keine Sorgen-Bärin mehr, aber ob Frau Elefantin mit nem Rüssel im Gesicht die bessere Alternative wäre... Ich glaub, da bleib ich doch lieber so wie ich bin, mit allen Ecken, Kanten und überhaupt ;-)
Immerhin... bekam ich gestern erst zu hören: "Du siehst übrigens noch genauso aus wie vor ein paar Jahren. Genauso schön von innen." Mein Internist würde vermutlich jetzt sein Veto einlegen, aber... wen interessiert schon sein Geschwätz ;-)

Donnerstag, 2. September 2010

Es Gibt Kein Bier Auf Hawai

...und in Griechenland vermutlich auch nicht - deswegen kommen die zu uns in den Paulaner-Biergarten ;-)



Lustig, oder? Also ich find scho! :-)
Aber na ja, Biergartenzeit ist langsam, aber sicher vorbei - und ob nun Altweibersommer oder Herbst - der Effekt ist doch derselbe ;-)
Morgen Nachmittag jedenfalls beginnt das Wochenende und nach der schlappen Woche, wo so überhaupt niemand Zeit für mich hatte, klingeln pünktlich zur Einleitung des Wochenendes die Telefone heiß - und jetzt bin ich mal gespannt, ob das alles nur wieder ein laues Lüftchen im Bierglas war oder ich doch endlich mal wieder mit gesangsstarker Begleitung in meine kleine feine Karaoke-Bar komme. Zum Beispiel. Zwar hab ich mich nie nach vorn auf die Bühne gewagt - aber hey - kräftig aus den hinteren Reihen mitzusingen hat auch was! Je lauter, je oller, je schräger - umso besser! Ich LIEBE es, wenn es nicht perfekt ist. Schließlich sind wir hier nicht bei Popstars oder so oder wie diese ganzen komischen Shows heißen, die keiner leiden kann und wo trotzdem Tausende vor der Tür stehen und um Einlass quengeln ;-)
Aber gut, zum müde werden blätter ich jetzt noch ein bisschen in einem Buch, das es paradoxerweise schafft, trotz herrlichen Humors ebenso herrlich müde zu machen und entsprechend angenehme Tiefschlafnächte hervorzaubert und verabschiede mich bis zum nächsten Eintrag :-)
Eure Helma

Und Da Ist Er Nun

...Freund Herbst - oder was dachtet Ihr? ;-)
OK OK, laut Kalender haben wir immer noch Sommer, aber... wer glaubt schon einem Kalender... Irgendwie sind wir ja überhaupt in diesem Jahr ziemlich betrogen worden. Nicht nur, dass sämtliche Feiertage auf die Wochenenden verteilt wurden, auch der Wonnemonat Mai war ja nun wirklich kein Wonnemonat. Wenn überhaupt, so haben sich Frühlingsgefühle erst viel zu spät eingestellt, nur um durch Augustus Interruptus wieder vorzeitig beendet zu werden.
Wie es bei Euch war, weiß ich nicht - aber bei uns war der 1. September ein ausgesprochen sonniger Tag. Ein Tag, der lockte und weckte - jedenfalls mich :-)


Also wenn ich diesen Song höre, dann seh ich mich wieder in abgerissenen Jeans, offenen Haaren und barfuss durch die Wohnung springen - und übersehe dabei geflissentlich meine Söhne, wie sie die Augen verdrehen und kommentarlos die Tür zu ihrem Zimmer zufallen lassen.
Meist ist es ja die Musik, die irgendetwas in mir berührt, auslöst - und bei diesem Song werden vor allem sämtliche Lebensgeister wach, werden herbstliche Melancholien mit einem Fingerschnips in den Hintergrund gedrängt. Wobei es auch Tage gibt, da spüre ich, dass mir das nicht gelingt, noch bevor ich die Mucke aufgedreht habe.

Wisst Ihr, was ich so geil finde am Herbst? Goldene Sonnenstrahlen, goldenes Laub, Stiefel, kurze Röcke, offenes Haar, rosa Wangen, leuchtende Augen... Jau - da kann nicht mal mein geliebter Frühling mithalten ;-) Und ginge es nach mir, bräuchte ich auch nur den Frühling und den Herbst. Vielleicht... weil ich im Frühling geboren und mittlerweile im herbstlichen Alter angekommen bin? Muss grad selber lachen. Ich kenne viele Menschen, die seufzend an Zeiten des Jugendwahns zurückdenken und sich wünschten, sie wären noch mal zwanzig. Pah. Ich nicht. Wie sagt meine Mama doch immer?
"Lieber würzig mit vierzig als ranzig mit zwanzig." Genau.
Mal ehrlich - mit zwanzig... Wusste ich nix vom Leben und leider Gottes auch nix von mir. Das, was für mich wichtig war und ist, erlebte ich jenseits der dreißig. Außerdem - so finde ich - sehe ich heute vieeeeeel besser aus als mit zwanzig ;-) Wohl auch, weil ich mehr und mehr lernte, mich von dem zu lösen, das mir nicht guttat und mich mehr und mehr dem zuzuwenden, das mir Glücksempfinden vermittelt. Ich meine, geht doch mal durch die Stadt und schaut Euch die Leute an. Manchmal bin ich beinah erschrocken, wie leer und verknittert die Paare aussehen, die nebeneinander, aber nicht miteinander gehen. Befragt man sie nach ihren Träumen und Wünschen, kommt da was ganz anderes zum Vorschein als die Kombination aus Job, Haushalt, Kind(ern), 6 Uhr aufstehen, 20.15 Uhr mit Vati Film gucken und 21.45 Uhr mit Vati zu Bett gehen, Sex nur zweimal im Monat (oder mit ein paar Tricks auch gar nicht)... Wer möchte schon so leben? Ist das noch leben? Ist das noch ein Leben?
Warum lassen wir zu, dass der Alltag unser Empfinden, unsere Träume auffrisst und wir das hinnehmen, "weil es eben so ist"?
Also nein, ich möschte das nüsch.
Ich geh lieber raus, durchs goldene Laub rascheln, mit rotgefärbten Ahornblättern gleich wehenden Fahnen durch die Straßen ziehen und den Herbst einfangen, um anschließend bei einer Tasse heißen süßen Tee die Beine auszustrecken und die Sonnenstrahlen aus den Haaren zu schütteln. Komm doch mit!!

Montag, 30. August 2010

P. S. Ich Liebe Dich

Also ehrlich gesagt - ich dachte ja selbst als Frau, dass mir dieser Film zu kitschig sein würde. Hatte ich bislang nur Rezensionen gelesen, glaubte ich an diesen typischen Hollywood-Schmalz. Obwohl ich eigentlich bei der Darstellerin Hilary Swank zumindest die Ahnung hätte haben sollen, dass dies eben nicht so sei. Also wenn Ihr mich fragt - ich mag ihre Filme wirklich - auch wenn sie so ganz ohne diesen gewissen Hollywoodkram nicht auskommt ;-)



Na jedenfalls - was soll ich sagen... Zum Supersparpreis (nein, ich wiederhole nicht, wo ich virtuell shoppen war ;-)) eingekauft, zum Sonntagnachmittag aufs Sofa verzogen und... Mädels, ich kann nur sagen: An Taschentücher hatte ich gar nicht gedacht und soooo schnell hätte ich sie auch gar nicht auspacken können wie ich sie gebraucht hatte. Wow. Wahnsinn. Wirklich. Ich meine, mir gefällt ja vor allem immer die Botschaft im Film, da kann ich sogar zuweilen die eigentliche Handlung ausblenden, ich Meisterin im Verdrängen :-)
Dieser Film jedoch... der war so voller Botschaften, dass ich gleich zu Beginn des Films in ein Gefühlschaos stürzte, so dass ich mir nur unter Aufgebot des letzten Anstandes verweigern konnte, Rotz & Wasser mit den guten Kissen aufzufangen.
Den Alltag nicht mit Kleinigkeiten zerstören...
Den Augenblick genießen...
Dankbar sein für die wunderbaren Momente im Leben - denn nichts ist selbstverständlich...
Aufmerksam sein...
Aufmerksam bleiben...
Mich hat dieser Film an so manche Stationen erinnert.
Wege. Auswege. Fortgehen. Zurückgelassen werden.
Nächte, in denen ich erwachte und von einem Moment auf den anderen in Tränen ausbrach.
Nächte, in denen ich erwachte und von einem Moment auf den anderen Herzklopfen fühlte ob der Sehnsucht nach dem Leben.
Nächte, in denen ich gar nicht erst in den Schlaf fand.
Nächte, in denen ich ruhlos spürte: Da ist immer noch wer...
Loslassen können... und eines Tages feststellen: Nichts ist wirklich zuende.
Es beginnt jeden Tag neu. Das Leben... erwacht jeden Tag neu.
Manchmal bin ich so begierig, halte dieses Glas des Lebens mit beiden Händen und trinke mit diesem Gefühl, den Durst niemals stillen zu können. Manchmal halte ich dieses Glas spielerisch zwischen den Fingern. Manchmal kann ich in Gedanken da hingehen, wohin ich möchte, und diesen Augenblick kann ich so unglaublich genießen, dass es nicht entscheidend ist, ob dieser Augenblick auch wirklich gelebt werden kann oder diese Bilder nur in meinem Kopf bleiben...
...Nur um mich anzuziehen und mitten in der Nacht loszugehen... Einzutauchen in die City, unter die Menschen, Senden und Empfangen - und eben jenen Augenblick zu erleben, in dem Du jemanden anschaust und meinst, Deine eigene Sehnsucht, Dein eigenes Ich in den Augen dieses anderen Menschen zu erkennen.
Ich glaube daran, dass wir einander erkennen.
"...I Love You Till The End..."
Und mal abgesehen von all dem: Der Gerard... ist schon echt lecker, alleine dafür, Mädels, zieht Euch diesen Film rein ;-) Ich jedenfalls, ich habe fertig für heut und leg mich jetzt schlafen.

Sonntag, 22. August 2010

Tiefflieger

Tja. Da dachte ich noch: Mensch, die fliegen ja heute wieder tief! Und äugte ein ums andere Mal unter die heruntergelassene Jalousie hindurch nach draußen, ob sie denn immer noch weit genug weg wären - bis ich endlich begriff: Ach Helma, das Brummen kommt nicht von den Flugzeugen - das Grummeln kommt vom Gewitter.
Was ich ja eigentlich hoch-romantisch finde. Und vermutlich jeder Zweite, der nicht grad ohne Schirm und Melone unterwegs ist, ebenso.
Wenn ich aber bedenke, dass ich letzte Nacht leicht trunken in meinem Liegestuhl einschlief, die klare Nacht verschlief und somit vermutlich mindestens zehn Herzenswünsche am Himmel ungesehen an mir vorüberzogen und ich genau dieses Vorhaben heute bei klarer Nacht und klarem Verstand gern nachgeholt hätte, ja dann... finde ich das weniger romantisch, sondern einfach nur schade.
Helma, so kann das nie was werden mit dem Traum vom Glück...

"Auf diesem alten Holländerrad fuhr ich mit dem Stolz eines jungen Mädchens vergangener Jahre, gekleidet in einen Rock aus gestärktem Tuch, eine geblümte Bluse, das Haar zu einem Knoten gewunden, hier und da lösten sich einzelne Strähnen, die ich immer wieder lachend aus dem Gesicht pustete. Vor mir fuhr er dahin, in seinen braunen, grobgewirkten Hosen und den Trägern über dem weißen Hemd, das nachlässig aus dem Hosenbund lugte. Und so radelten wir am Meer entlang, hoch oben auf der Düne, dem Leuchtturm entgegen und ohne ein Wort zu sprechen, stiegen wir vom Rad und nahmen uns an die Hand - im Gleichklang des ungesprochenen Wortes.

Als wir durch die niedrige Tür des Hauses traten, atmete ich den Geruch dieses alten Hauses. Dieser unverwechselbare Geruch nach frischem Leinen, altem Holz und grünen Äpfeln. Die Tür zum Zimmer lehnte nur an, sanft wurde sie aufgestoßen und noch ehe die Sinne das Zimmer vollkommen erfassten, atmete ich diesen Raum als Quell des Schöpferischen. Ein kleines Zimmer nur, viel Licht, altes Holz und mit Regalen voller Bücher und Schallplatten, einer beinah geleerten Weinkaraffe und bereits heruntergebrannten Kerzen auf dem niedrigen Tisch. In diesem Moment, so schien es mir, wurde ich eins mit diesem Zimmer, sah ich mich darin bewegen, sacht und voller Liebe jede einzelne Bewegung tun, sah mich hier lesen, schreiben, malen, die Muscheln auf dem Regal ablegen und die Karten an die gekalkte Wand pinnen, in der Hand zuweilen ein Glas Weißwein und mit einem Blick hinaus in den verwunschen wirkenden Garten. Und ich sah zu dem Mann an meiner Seite hinauf.
Teile mit mir dieses Leben, teile mit mir diesen Traum.
Und in den Augen des Mannes meinte ich einen Glanz zu sehen, der dem meiner eigenen Sehnsucht so ähnlich schien..."

Vielleicht... sollte ich ja weniger die Ildiko lesen, sondern endlich mein eigenes Buch zuende schreiben. Und mir damit den Traum von diesem alten, völlig unperfekten Haus am Meer erfüllen. Und der Traum von der Liebe... Vor Jahren sprach jemand zu mir "So aufrichtig, wie du die Liebe suchst, wird sie dich auch finden." So etwas Ähnliches stand heut auch auf meinem Kalenderblatt. Daran glaube ich wirklich. Und wenn es nicht heute ist, dann ist es eben morgen. Ich habe gelernt zu warten.

Samstag, 21. August 2010

If I Was A Painter

Ich weiß nicht mehr, aus welchem Song diese Zeilen stammen. Ich weiß nur noch, dass sie überhaupt aus einem Song stammen.
Jedenfalls war mir schon seit Tagen, Wochen nach einem neuen Bild und heut endlich hab ich das umgesetzt.
Das Ergebnis? Heut besser nicht. Ihr müsst wissen, die Flasche Weinschorle ist fast geleert, ich schreibe hier mit einem zugekniffenen Auge und obendrein gilt es, jedes zweite Wort zu korrigieren. Na wenigstens sehe und bemerke ich immerhin noch, dass ich mich überhaupt vertippt hab ;-)
Ich weiß auch nicht, wer mir die weiße Farbe in die Weintrauben gekippt hat - und wenigstens hab ich auch das rechtzeitig bemerkt, noch vor dem Vernaschen.
Die Mucke spielt, die Helma singt - und die Nachbarn kriegen vermutlich einen Hörsturz nach dem anderen.
Und bevor Ihr Euch sorgt: Die Kerzen sind schon ausgeblasen, die Farben sorgsam verstaut. Nur - was beginne ich jetzt mit dem jungen Abend?
Nun, trotz der vier Kilo weniger dank dieser Woche brauch ich keine Bewerbung an Germanys Next Topmodel zu schicken und mit meinen Sangeskünsten mich auch nicht bei X-Faktor zu bewerben. Aber echt mal - was ist das schon gegen das pure Lebensgefühl, das mich mal eben wieder durchflutet? Nichts - sag ich Euch - einfach gar nichts ;-)
Also fülle ich heut keine entsprechenden Bewerberbögen aus, drehe lieber "A Wonderful Thing" von Lovebugs noch ein bisschen auf und setze damit vermutlich die Sympathien der letzten Nachbarn, die sich noch nicht über mich beklagt haben, aufs Spiel, höre jetzt auf zu schreiben (es ist echt anstrengend, dauerhaft ein Auge zuzuklemmen ;-)) und lege mich hinaus auf den Balkon und in den Liegestuhl. Vielleicht klappts ja heut mit ner klaren Nacht und der einen oder anderen Sternschnuppe. Bescheiden, wie ich meistens bin, habe ich mir auch nur einen einzigen, aber dafür einen Herzenswunsch für den Fall eines Falles aufgehoben ;-) Obwohl... Wenn ich noch mal so drüber nachdenke, der eine oder andere... ist eigentlich auch ein Herzenswunsch. Na mal gucken, was mir bei der ersten Schnuppe spontan einfällt ;-)

Elf Minuten

Ich persönlich besitze nur ein einziges Buch von Paulo Coelho. Von Anfang an mochte ich seine kurzen, bezeichnenden Geschichten über das Leben, das Wissen, die Erfahrungen.
Und was ich heute geschickt bekam, macht mich noch ein Stück mehr zum Fan seiner Bücher...

" ... ich habe lange nachgedacht und herausgefunden, daß ich nicht zufällig in dieses cafe gegangen bin, die wichtigsten begegnungen sind von den seelen abgemacht, noch bevor die körper sich sehen.
im allgemeinen ereignen sich diese begegnungen, wenn wir an eine grenze gelangen, wenn wir emotional sterben und wiedergeboren werden müssen.
die begegnungen warten auf uns - aber meistens versuchen wir zu verhindern, daß sie sich ereignen.
wenn wir verzweifelt sind und nichts mehr zu verlieren haben oder wenn wir begeistert sind, dann manifestiert sich das unbekannte, und unser universum ändert seine wegrichtung... "
paulo coelho "11 minuten"

Ist es nicht irgendwie genau das, was ich erst diese Tage wieder hier hineinschrieb?
...in elf Minuten kann so vieles passieren... Ein neues Leben beginnt mit einem Schrei, ein anderes geht zuende mit einem letzten Seufzer, eine neue Liebe beginnt, eine andere geht zuende, die eine Bahn wird verpasst, weil in der anderen, die zehn Minuten später kommt, DER Mensch deines Lebens sitzt. So kann man endlos "weiterspinnen"... Doch was ich sagen will: Alles ist irgendwie immer für etwas gut und genau das... hat mir in den letzten sieben Jahren immer wieder auf die Beine geholfen, egal, wie schlecht es mir ging.
Nein, ich renne jetzt nicht vor den Spiegel, mach mich zurecht und stürze los in irgendein Cafe. Ab heute habe ich beschlossen: Ich lasse einfach passieren. Gegen unser Universum... haben wir doch sowieso keine Chance, oder? ;-)
Doch jetzt wende ich mich den ganz irdischen Dingen zu und gehe los, meinen Kühlschrank auffüllen. Das schaffe ich zwar nicht in elf Minuten, aber... in zweimal oder dreimal elf Minuten... Denn was ich schon vor langer Zeit begriffen habe... Jeder einzelne Tag birgt elf Minuten, in denen alles möglich ist.

Freitag, 20. August 2010

Briefe An Helma

...ach... da hab ich doch wieder was durcheinander gebracht ;-)
Ich meinte doch "Briefe an Julia"...

Hach ja, da waren sie wieder, meine drei Probleme:
Kein Mann, keine Liebe, keine Liebesbriefe.
Wobei, ich will ja nicht sagen, dass ich noch nie welche bekommen hätte. Nee, also in meinem Liebesleben war nicht immer eine solche Flaute wie derzeit. Obwohl... vielleicht sollte ich ja einfach nur mal mein Anspruchsdenken herunterschrauben? Oder an meinen Erwartungen feilen? Hmmm. Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Wurde ich vor Jahren noch gescholten, dass ich immer nur an die anderen dachte und nicht an mich, so kam ich irgendwann in die Phase, in der nur noch meine Frau Mama zu mir sprach: "Gib nicht immer soviel, du bekommst das gar nicht zurück" - bis hinein in die Phase, in der meine Therapeutin mir sinnbildlich über den Kopf streicht und sagt: "Na endlich passen Sie auch mal auf sich auf."
Komisch nur, dass die meisten männlichen Vertreter das etwas... nun ja... differenzierter sehen. Aber auch nur so lange, bis die Trennung vollzogen wurde.
Jedenfalls, die für mich schönsten und wichtigsten Liebesbriefe habe ich aufgehoben. Also nicht in dieser kitschigen Variante aus Blumenkistchen, Parfümstäubchen und ner (inzwischen völlig verlausten) Locke vom Ex-Liebsten. Nein - hübsch verpackt im jeweiligen Umschlag in allen möglichen Farben, hübsch aufgestellt auf meiner Kommode, hübsch anzusehen... Nur irgendwann, und das wird jedem von Euch klar sein, reichts auch nicht mehr, in alten Zeilen zu lesen. Und mir persönlich ist es ehrlich gesagt lieber, mir solche Filmchen anzuschauen, als anderen Pärchen beim Knutschen zugucken zu müssen. Wobei... Wenn ich jetzt ins Kino gehe, wird vermutlich alles um mich rum knutschen, nur ich bin wieder die Blöde... Aber gut, egal. Trotzdem. Sollte ich wirklich in ein Tief stürzen, dann hilft mir neben Mucke, Sport und Putzen vor allem eins: die Lektüre von Ildiko von Kürthy. Vor allem in ihrem "Mondscheintarif" und ihrem "Herzsprung" les ich immer wieder gern, vor allem in der Badewanne, sogar auf dem Klo, und irgendwie gehts mir dann immer wieder besser, in echt. Vielleicht, weil ihre Protagonistinnen mit denselben Schwächen und Kümmernissen leben wie ich und am Ende doch mit Humor, Charme und ner gesunden Portion Eigenkritik ihren Prinzen bekommen? Humor und Eigenkritik besitze ich, Charme doch hoffentlich auch. Könnte ja also auch bei mir klappen. Eines Tages. Oder? Wobei... Mir fällt grad ein... Ildiko hat noch keine Story über ne Prinzessin geschrieben, die den Frosch bis zur Erschöpfung küsste - und es wurde trotzdem kein Prinz draus. Vielleicht ne Marktlücke? Also Ildiko, mach dich ran, Helma braucht dich!
Oder muss ich wie immer alles selber machen? ;-)

Donnerstag, 19. August 2010

Wann Wirds Mal Wieder Richtig Sommer?

Diese Frage hat sich der eine oder andere sicherlich in den letzten Tagen oder Wochen öfter mal gestellt. Diese Wechselbäder aus Hitzetagen, Regentagen, Bibbertagen - und hey, es ist doch immer noch Sommer und nicht April und auch noch nicht September - können einem schon mal aufs Gemüt schlagen. Und falls nicht, dann zumindest auf die Gesundheit. Mir jedenfalls geht das gerade wieder so - aber die wahren Gründe dafür liegen vermutlich auch ganz woanders.


Abends nach getaner Arbeit zum Arzt huschen, Medikamente holen wollen und nen bezeichnenden Tipp an die Stirn kassieren: "Sie spinnen wohl." Mit der Klinikeinweisung in die Notfallambulanz gerauscht, nen Zugang gelegt bekommen und bevor das erste Mittel injiziert wird, mein erster Einwand: "Egal, was Sie mir spritzen, ich muss noch Auto fahren können. Mein Sohn wartet zu Hause auf mich." Die lakonische Antwort der Ärztin: "Och... Das hab ich jetzt einfach nicht gehört."
Irgendwann am Abend war ich dennoch wieder zu Hause und während ich mich auf das Bett legte und erschöpft die Augen schloss, empfand ich einmal mehr, was es bedeutet, allein zu sein. Ich glaube, das ist die Kehrseite des Single-Seins, die die Singles eben nicht zugeben wollen. Es ist schon cool, niemandem Rechenschaft ablegen zu müssen, koch ich heute, putz ich morgen, übermorgen geh ich ganz bestimmt zur Party - aber es ist überhaupt nicht cool, wenn es dir schlecht geht und du liegst abends allein in deinem Bett und da ist niemand, der dich einfach nur in die Arme nimmt oder dir einen Tee kocht. OK, das mit dem Tee übernehmen schon mal die Söhne, aber mal Hand aufs Herz: Dasselbe ist es nicht.
Und wenn Ihr mich fragt: Wetter hin oder her, Medikamente oder nicht - was der Mensch braucht, nein, was zumindest ich brauche, ist eine gesunde Portion an Liebe, die nichts fragt und die gibt, die einfach da ist. Und wenn die Defizite zu groß werden - ja dann will wohl der stärkste Körper nicht mehr. Also jedenfalls meiner. OK, ich war wohl eher auch immer im Geiste stärker denn im Physischen ;-)
Und andererseits sind das ja Situationen, die mir nicht neu sind, die mir gar vertraut sind - und die mich demzufolge auch nicht zu Boden ziehen sollten. Aber nun ja, den einen Tag lachen wir darüber, am Folgetag brechen wir in Tränen aus. Kein Tag ist wie der andere - und die Dicke der Haut wechselt eben auch entsprechend.
Nun könnte ich ja auch die los-date-mich-Internet-Aktion wieder aufnehmen. Ehrlich gesagt - momentan fehlt mir die Motivation. Manchmal frage ich mich doch immer wieder, mit welchen Erwartungen die Menschen auf diese Plattform treten. Manchmal frage ich mich, wie verzweifelt Menschen sind und wie sehr sie wünschen, dass etwas passt, egal, obs nun wirklich passt.
Aber will man denn wirklich einen anderen Menschen an seiner Seite haben, nur um nicht mehr allein zu sein? Um jemanden neben sich zu haben, der dir wortlos den Brecheimer zuschiebt oder die Teetasse reicht? Ich kann mir schon vorstellen, dass insbesondere bei Menschen, die lange allein lebten, das Gefühl von jener Dankbarkeit dafür, dass da jemand ist, so innig und intensiv sein kann, dass man das mit Verliebtsein oder gar Liebe verwechselt. Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, mir aber tut es selber weh, jemandem zu sagen: "Es tut mir leid, ich empfinde nicht dasselbe für dich."
Und auf solchen Internetplattformen... da weiß man, warum man dort ist, kaum jemand hält sich mit dem üblichen Kennenlernen wollen auf und im besten Falle sollte es beim dritten Versuch der Partner des Lebens sein. Mal ehrlich, das ist doch viel zu verkrampft, völlig unentspannt, oder nicht?
Sollte es nicht doch eher so sein wie es mir passierte? Du stehst - zum Beispiel - in der Stadt in der Sonne, es geht dir gut, du fühlst dich völlig im Reinen mit Dir selbst - und dann wendest Du Dich zum Gehen und schaust jemandem in die Augen, der in Deinem Rücken seelenruhig einen Burger verzehrt. Und für einen Moment bleiben die Blicke ineinander versunken, man lächelt sich an. Wenn man es wollte, könnte man etwas sagen; wenn man es nicht wollte, geht man lächelnd weiter. Ist es... nicht eigentlich viel schöner, wenn es so passierte? Sind die Dinge, die uns glücklich machen, nicht gerade dann die schönsten, wenn sie genau da passieren, wo wir es am wenigsten erwarten?
OK, meine aktuelle Infektion habe ich auch nicht erwartet, aber das ist ja auch nichts, das glücklich machte, so oder so. Und... Organspender werde ich wohl in diesem Leben nicht mehr, das gäbe nur Ärger. Wobei... In diesem Leben doch ohnehin nicht mehr, wenn, dann höchstens danach, oder? ;-)
Jedenfalls - ich finde, ich habe viel zu lange auf positive Überraschungen gewartet - ein bisschen was (für sich selber) muss man schon auch tun. Und ich - ich muss nur einfach wieder mehr unter die Leute - und am kommenden Wochenende fange ich auch damit an. Und ich weiß auch schon genau wie :-)
Und wenns dann immer noch nicht mit dem Eimerhalter klappt, ja dann... hab ich wohl irgendwas falsch gemacht :-)