Freitag, 30. April 2010

Wenn Dir Langweilig Ist

Jeder Mensch hat ja so seine Methoden, mit dem süßen Nichtstun umzugehen.
Die einen essen.
Die anderen legen sich in die Sonne.
Wie ich heute per E-Mail erfahren habe, gibt es auch Menschen, die in eben diesen Pausen äußerst kreativ werden. Sitzt Du nämlich im Büro, die Kekse sind alle schon gegessen, der Kaffee schon getrunken, na die Arbeit sowieso erledigt - und der Feierabend noch soooo weit, dann brauchts in der Tat zuweilen Phantasie, um Pausen zu füllen und abends mit dem Gefühl heimzugehen, doch noch etwas zustande gebracht zu haben.

So wie dieser Mensch hier, den ich leider nicht kenne, der in eben diesen Produktionslücken die toten Fliegen von der Fensterbank las. Was dabei herauskam? Seht mal selbst - ich jedenfalls hab mich kaputtgelacht ;-)





Jedenfalls ich mach jetzt einen auf die letzte tote Fliege hier, schwirre ab nach Hause und breite mich auf der Sonnenliege aus ;-)

Montag, 26. April 2010

Zurechtgerückt

Manchmal tut es not, dass einem der Kopf zurechtgerückt wird.
Manchmal ist es die Frisur, die wir uns zurechtrücken. Oder der BH ;-)
Manchmal aber sind es auch die guten alten Wirbelknochen, die wir durch die Gegend tragen und die uns irgendwann sagen: "Also entweder nimm ab oder mach Sport oder wir machen, was wir wollen."
Und wenn man auf genau diesem Ohr taub ist wie ich, dann geht man ahnungslos eines Morgens früh zum Doc, will eigentlich nur eine Bescheinigung - und findet sich in nullkommanix auf einer Pritsche wieder, gedreht und gewendet und für schlecht befunden.
"Da ist was eingeklemmt", hieß es noch und bei dem wahnsinnigen Knacken, das ich unmittelbar darauf vernahm, sprach ich zu mir selbst: "Das wars, Helma, ab heute bewegst du dich nur noch auf zwei Rollen vorwärts..."
"Und?" grinste mich der Hausarzt an. "Ists jetzt besser?"
"Das", sprach ich, während ich stocksteif lag und keine Bewegung wagte, "weiß ich erst, wenn ich wieder sitze."
"Na dann sitzen Sie mal!"
Und ich saß! Und wie ich saß! Seither springe ich wie ein Reh mittleren Alters durch mein Büro, hab zwar seitdem Mörderschmerzen in der Schulter, aber hey, ich würde sagen: Wir arbeiten uns vor! :-)
So lässt sich alles Elend vom gestrigen und auch vom heutigen Tage ertragen, vor allem, wenn ich diesen noch mit lecker indischem Chai-Latte begieße und weiter darauf hoffe, dass die Spinne, die mir heut Morgen im Bad begegnete, keine größeren Katastrophen heraufbeschwört.
Na dann mal Prost!

Sonntag, 25. April 2010

Trent Dabbs

Für manche von Euch vielleicht bereits ein Begriff - ich selbst hab ihn heut Abend zum ersten Mal gehört und verdanke ihm, wieder so ein wenig in meine Mitte zurückgerückt zu sein. Musik - das habt Ihr bestimmt gemerkt ;-) - ist einfach mein Leben.

Am liebsten mag ich diesen Song hier, "Dear Jane", von ihm...


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copyright of this picture by rurach (found on stern.de)

"Please tell me if you're lost... I will take you home with me..."
Manchmal sind es nur wenige Worte, die mich so arg berühren. Manchmal, weil sie mich einfach im "rechten" Moment "erwischen". Und manchmal, weil sie mich genau daran erinnern, was ich mir vom Leben noch wünsche, wovon ich noch träume.
Es ist ja oft so, dass wir lachen, obwohl uns die Tränen in die Augen steigen wollen. Das liebe ich übrigens am Chatten. Du kannst dich nach außen locker-flockig geben und keiner sieht, dass du in Wahrheit Rotz & Wasser heulst. Zum Beispiel. Du musst dich nicht krampfhaft zusammennehmen, nur damit dein Gegenüber nichts merkt, du kannst heulen; du kannst auch essen, trinken, sogar den Fernseher nebenbei laufen, die Gedanken schweifen lassen, du musst nicht wie in einem Telefonat permanent konzentriert sein, weil du das Geschriebene ja immer wieder nachlesen kannst...
Es ist auch oft so, dass wir uns stark fühlen und uns auch so geben - und im Grunde auch nur in die Arme genommen werden, uns anlehnen wollen.
Es ist nur auch meist so, dass wir gerade dann, wenn wir es brauchen, niemanden haben, der uns in die Arme nimmt. Und dass du, selbst wenn jemand da wäre, nicht weißt, ob du auch gehalten wirst oder aus den Händen rutscht und auf den Arsch fällst.
Es ist schon cool... wenn die Leute sagen: "Du bist stark."
Aber das... ist eben auch nicht immer so einfach. Nicht so einfach, sich immer wieder an sich selber anzulehnen. Doch das teile ich wohl mit allen Menschen, die allein leben.
Und glücklicherweise ist da immer die Musik...

Donnerstag, 22. April 2010

Selber Schuld

Es gibt Dinge, die sollte man eben doch einfach nicht "beschreien" - und aufs Holz zu klopfen, das bringt erfahrungsgemäß auch nicht immer den gewünschten Effekt.
Wie schnell sich doch Dinge ändern können... Lag das faule Personal gestern Nachmittag noch müde und schläfrig in seinen Stühlen, labte sich an Kaffee & Kuchen, so wendete sich das Blatt schon heut, kaum dass der Arbeitstag begonnen hatte. Nun war ich ja eh noch nicht richtig wach nach meinen emotionalen Ergüssen der letzten Nacht - obwohl... ganz so ist es wiederum auch nicht. Immerhin hatte mich heut Morgen eine mobile Dame, die mir mit meinem grünen Wägelchen zwar den Vortritt von der vollgestopften Vorfahrtsstraße geben wollte, jedoch nicht die Geduld besaß, bis ich eben dieses auch tun konnte, aufgrund ihres wutschnaubenden Ausbruches in Bruchteilen von Sekunden restlos geweckt und mir mein ganzes Repertoire an möglichen und unmöglichen Schimpfworten entlockt, sogar einen vielsagenden Tipp an die Stirn (was eigentlich so gar nicht meine Art ist ;-)) - und zum Kind, das wortlos grinsend neben mir saß, sprach ich: "Und du vergisst sofort, was ich soeben gesagt habe!"
Jedenfalls kehrte ich schlussendlich ein ins Büro, beinah zeitgleich mit meiner Kollegin, und während wir noch fleißig den ersten wohlverdienten Kaffee einschenkten, klingelte das Telefon und Frau Kollegin wurde abberufen zum speienden Kind - und ward den Rest des Tages nicht mehr gesehen worden. Nicht nur, dass wir jetzt zwar ihren Kaffee trinken, aber dafür auch ihre Arbeit miterledigen dürfen, so häuften sich an diesem Tag all die Arbeiten, die wir noch gestern in Ruhe & Besonnenheit hätten erledigen können, auf diesen heutigen Tag. Ich weiß schon jetzt, dass aus meinem "Ich darf heut eine halbe Stunde eher gehen" nix wird, ich weiß außerdem schon jetzt, dass ich wiederum müde und ausgelaugt und viel zu spät nach Hause schleichen und dort mit halber Willenskraft Ordnung in die vier Wände bringen werde (nein! ich suche nichts! ich will tatsächlich nur Gemütlichkeit schaffen ;-)) und mir sagen werde: Nur noch einmal schlafen, Helma, dann haste auch diese Woche geschafft!
Und ich weiß ebenso, dass ich solche Momente wie gestern Nachmittag einfach nur noch genießen werde, ohne darüber auch nur ein Wort zu verlieren. Jedenfalls glaube ich im Moment daran ;-)

Mittwoch, 21. April 2010

Schlaflos

Ich kann einfach nicht schlafen, kann gar nicht zur Ruhe finden, schaue hinaus in die kalte klare Nacht (auch wenn Medienberichten zufolge Ziggenheimer Town mit der dichtesten Wolke des isländischen Vulkans gestraft sein soll - ich hier merke nix davon ;-)) - jedenfalls schau ich hinaus, mir schlägt das Herz bis zum Hals und ich fühl so eine unvorstellbare Sehnsucht nach dem Leben, ja beinah schon eine Gier, dass ich am liebsten den Mantel überstreifen und durch die Nacht laufen würde (wäre ich nicht so ein Schisser, der hinter jedem dunklen Schatten und hinter jedem Knistern in seinem Rücken etwas Mörderisches vermuten würde ;-)), am liebsten eintauchen würde in das Leben, das mich pulsierend umfängt, das mich aufnimmt und dennoch unerkannt und anonym bleiben lässt, gleich einem Betrachter, der schaut und lächelnd weitergeht...
Träume finden wir wichtig.
Sehnsucht finde ich ebenso wichtig.
Und die ist unheilbar - das hat uns schon vor vielen Jahren Juliane Werding beigebracht. Und sie hat hoffentlich recht ;-)
Schlaft Ihr nur, wenn Ihr könnt, ich bleib noch ein wenig im Liegestuhl liegen, eingemummelt, die Musik in den Ohren und schaue mit großen Augen hinaus in die Welt - so als würde ich sie mal eben erst entdecken...

Learning To Fly

Gerade in einer TV-Serie gehört, spontan bei youtube gefunden und gedacht - s wäre mal wieder Zeit für einen neuen Song in meinem Blog ;-)


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Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, wenn Ihr diesen hört - mal abgesehen davon, dass Geschmäcker ja (glücklicherweise) verschieden sind - aber ich bekomme da spontan Fernweh. Da will ich raus aus meinen Kinderschuhen, da will ich die Welt im Sturm erobern, erkunden, erforschen, entdecken, Eindrücke mitnehmen, mir Land & Leute anschauen (ich war - leider - noch niemals in Wien, ich war noch niemals an der Küste Spaniens, ich war auch noch niemals in Australien oder Irland und all das - davon träume ich - möchte ich in diesem meinem Leben noch gesehen haben). Ich finde es wundervoll, Träume und Wünsche - gleich welcher Art - zu hegen und ich empfinde es als ebenso schön, dass sich nicht alles sofort erfüllen kann. Manches mag sich auch niemals erfüllen - dafür gibt es an deren Stelle neue Träume, die mich glücklich machen!!
Andererseits... muss ich, glaube ich, auch aufpassen, dass ich nicht mein ganzes Leben lang nur träume. Wie sehr wollte ich eines Tages wieder am Meer leben - vielleicht aber beginnt mein Leben doch ganz woanders neu - und ich bin glücklich damit? Ideen habe ich viele, mich nur noch nicht für eine Richtung entschieden. Warum eigentlich nicht? Wenn nicht jetzt, wann denn dann?
Learning to fly...
Oh ja, ich hab Fehler gemacht - aber was ich aus ihnen mitnehme, ist die Erkenntnis, wie das Heute, Jetzt & Hier sein soll - damit das Heute & das Morgen glücklich und erfüllt werden. Ich muss und ich will jetzt umsetzen, was ich insbesondere in den letzten Monaten lernte, erfuhr, begriff.
Und so will ich meine Flügel ausbreiten.. Und losfliegen..

I no longer hide, so I let the sun wash over me.
Cause theres no darkness left to hold me down.
And I feel its light now I've found the spark
that was missing in my life..
And I earned these wings
I was not born with them and it's not accident
how I walked through the rain and the fire
Cause it taught me how to love,
it taught me how to play and finally I'm learning to fly..

Gott, hab ich eine Gänsehaut. Als stammten diese Zeilen aus meinem Inneren. Das ist einfach... mein Song... Bis zum nächsten jedenfalls ;-)

Es Gibt Tage

...da fallen mir solche Sprüche ein wie "Büroschlaf ist doch der gesündeste" oder "Lieber acht Stunden Büro als gar kein Schlaf". Nach wochenlang, ach was, monatelang andauerndem Stress kehrt langsam Ruhe in unsere heiligen Hallen ein, zanken wir zwei Frauen uns beinah täglich darum, wer sich heute im Frauenruheraum niederlassen darf (oder wir nicht doch zu zweit aufs Sofa passen ;-)). Von den dramatisch ansteigendem Kaffeeverbrauch ganz zu schweigen ;-)
Doch wenn alle Arbeit erledigt, das Büro aufgeräumt, selbst Putzaufgaben, die uns normalerweise gar nicht obliegen, erledigt wurden - ja was will man dann noch mit diesem angebrochenen Tag anfangen, an dem sich keine, aber auch so gar keine Tätigkeit mehr finden lässt - sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass mit Beginn der milden Frühlingstemperaturen Chef & Ingenieur draußen auf den Baustellen toben, während das Hauspersonal sich genüßlich und entspannt zurücklehnt und die Kekse auspackt.
Apropos "finden"... Jeder von Euch kennt sicherlich solche Situationen wie: "Wo ist denn das nur, ich habs doch grad hierher gelegt..." Ganz egal, um was es sich handelt, seien es Dokumente, Nagelscheren, Eierwärmer... Letzteres kann man(n) in der Tat suchen und als mir das heut ein männlicher Vertreter meiner Freundesgattungen erzählte, konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen und erst recht nicht die Anmerkung: "Ich hoffe, du hast die nicht mit deinem Slip verwechselt!" ;-)
Nagelscheren sind übrigens im Hause Ziggenheimer ein ganz großes Thema. Was wir diese Dinger schon gesucht, niemals wiedergefunden und regelmäßig nachgekauft haben... spottet eigentlich jeder Beschreibung. Vor allem Ziggenheimer "der Kleine" ist ganz berühmt-berüchtigt dafür. Erst vor wenigen Tagen schwor er Stein & Bein: "Ich hab sie nicht gehabt, ääääärhlich!"
Eine neue Schere habe ich dennoch nicht nachgekauft, mir war schon klar, dass wir sie über kurz oder lang wiederfinden würden. Und wie das zumeist mit solchen Sachen ist: Man findet sie genau dann, wenn man gerade etwas ganz anderes sucht. Auf diese Weise fand sich besagte Nagelschere vor vier Tagen wieder an - sie klemmte zwischen Matratze und Bettgestell von Ziggenheimer Jr., bereit zum Absturz auf das Laminat. Super, oder?
Vermutlich aber muss ich ganz still sein, ohne auch nur den Hauch des Vorwurfes wehen zu lassen. Immerhin wusste schon vor einigen Jahren eine meiner Bürofreundinnen: Wenn Helma Ziggenheimer ihren Schreibtisch aufräumte, tat sie das nicht aus Sauberkeits- und Pflichtbewusstsein. Sondern weil sie einfach wieder etwas suchte ;-)

Montag, 19. April 2010

Die Jagd Nach Kaffee

Vor allem montags, dem ersten Tag nach dem Wochenende, erscheinen die Kollegen lustlos, müde und ausgesprochen kaffeedurstig. Ich selbst nehme mich davon gar nicht aus, auch wenn ich zu der Gattung gehöre, die selbst am frühen Wochenbeginn in der Lage sind, auf dem Weg in die Arbeit das Radio aufzudrehen und eine Hymne nach der anderen mitzuschmettern, als ginge es darum, Deutschlands nächster Superstar zu werden.
Gleichwohl ärgert es mich verdammt, wenn ich den Kaffee schon koche und trotzdem das Nachsehen genieße, weil die anderen schneller waren und sich des Kaffees bedienen, ohne sich aber auch veranlasst zu sehen, wenigstens neuen aufzusetzen, sobald die Kanne glorreich geleert wurde.
Inzwischen nun ist die dritte Kanne Kaffee gekocht, Frau Helma hat ihren zweiten Kaffee plus Stulle genossen, ist ensprechend besänftigt (Hunger - und Durst - machen ja in der Tat böse ;-)) und fühlt sich bei der Thematik "Kaffee" an längst vergangene Zeiten erinnert, in denen der damalige Chef um einen Kaffee bat, den ich zwar flugs auch aufsetzte, jedoch in blinder Arbeitswut vergaß, selbigen auch zu servieren. Bis auf einmal der Chef neben mir stand, in Jackett und mit der Tasche unter dem Arm, während ich ihn irritiert anschaute:
"Wo willst du denn jetzt hin?"
"Na ich muss noch mal los."
"Du kannst jetzt nicht weg", widersprach ich, "du hast in zehn Minuten einen Termin!"
"Ja... Schon wahr. Aber ich muss mal gucken, obs Streit auf der Plantage gibt - vor einer Stunde hatte ich Kaffee bestellt, aber es kommt keiner!"
Es waren nur wenige Tage vergangen - selbes Szenario: Chef bestellt Kaffee, Assistentin kocht, arbeitet weiter und vergisst zu servieren...
Dieses Mal stellte er sich nicht in kompletter Montur in meine Tür, diesmal blieb er dahinter stehen und winkte zu mir heraus nur mit dem Jackett ;-)
Als mir selbiges wiederum nur ein paar Tage später passierte, dieses Mal jedoch im Rahmen eines Meetings, bei dem Gäste und Kollegen mit langen Zähnen am Tisch warteten, servierte ich nach einem Anruf des Chefs den Kaffee und brach das dortige Eis mit einem Lächeln an den Chef: "Entschuldigt die Verspätung, aber es gab schon wieder Streik auf der Plantage."
Alles lachte - und seither vergaß ich niemals mehr, den Kaffee nicht nur zu kochen, sondern auch anschließend zu servieren ;-)

Freitag, 16. April 2010

Kindermund

...Obwohl... Kindermund... Bei einem Jungen, der noch in diesem Jahr fünfzehn Jahre alt werden will, heißt es wohl nicht mehr Kindermund. Eher... Rotzlöffel - oder so ;-)
Sagte ich doch gestern zu eben diesem Löffel: "Ich zieh mal ein Kleid an und du fotografierst mich, ok?"
Warum - wieso - weshalb - frag nicht, tu einfach.
Er knipste also und nach jedem Foto verzog er erneut den Mund: "Nää... Sieht scheiße aus."
Super Kompliment, dachte ich mir, besah mir jeden einzelnen Versuch und musste ihm recht geben: "OK - löschen! Neuer Versuch!"
Er knipste und knipste, mittlerweile verzog er nicht mehr das Gesicht, sondern begann nach jedem Foto nunmehr zu lachen. Woraufhin ich sprach: "Jawoll, Junge, bau mich nur richtig auf!"
"Mutter, ich kann nichts dafür, du guckst so komisch!"
Hallo? Komisch? Ich habe nur das eine Gesicht!
Er knipste, löschte, knipste, löschte. Beide hatten wir unseren Spaß dabei, aber das gewünschte Abbild konnte trotz aller Bemühungen nicht aufs Zelluloid gebannt werden.
"Kann ich aufhören? Bringt doch eh nix."
Junge Junge. Bei solcherart Komplimenten braucht frau ein Selbstbewusstsein, das durch kein Erdbeben dieser Welt zu erschüttern wäre. Tapfer trug ich weiter ein mittlerweile zum Garfield-Grinsen verzerrtes Lächeln im Gesicht und presste durch die Zähne: "Du kannst erst weitermachen, wenn wir wenigstens ein Foto haben. Versprochen ist schließlich versprochen."
"Wem versprichst denn du sowas?"
"Jetzt mach einfach!"
"Mutter... Können wir nicht den Kopf weglassen? Dann könnts gehen!"
Klasse... Kopflos war ich sicher schon einige Male in meinem Leben. Aber solcherart enthauptet zu werden?
Das war ja fast wie bei Germanys Next Topmodel, wo die Heidi zu ihrer Kandidatin meinte: "Ein Model ist dann gut, wenn man nicht erst zwanzig Bilder machen muss, nur um ein einziges verwertbares Foto zu bekommen!"
Gut. Bin ich eben kein Model. Damit kann ich echt gut leben. Ich wäre nur gern wenigstens für meine Liebsten die Coole & Schöne usw. ;-)
...Und falls es einen interessiert: Ein vorzeigbares Foto ist schlussendlich doch noch zustande gekommen - nach hundertfünfzig Millionen Versuchen :-)

Mittwoch, 14. April 2010

Im Visier

...der Fahnder befand ich mich heut Morgen, irgendwie noch gar nicht richtig wach, noch gar nicht richtig anwesend in der realen Welt, aber wenigstens schon mal im Wagen unterwegs in das Büro - und während mein rechter Fuß schlaftrunken niedersinken wollte auf dem Speedpedal, damit ich wenigstens noch ein Schlückchen heißen Bürokaffee bekommen konnte, bevor die durstigen Kollegen den letzten Rest wegtranken und nur darauf warteten, dass die Dumme endlich käme, um neuen zu kochen - da wurde ich ausgebremst von einer Horde Polizistenbusse, die sich mit Tempo 80 auf ner Autobahn mit "freigegebener" Geschwindigkeit wie auf einer Perlenkette gezogen und mit Warnleuchten davonbewegte.
Zwar fuhren sie brav rechts, vorbeizukommen war dennoch ein Ding der Unmöglichkeit - dank eines neutralen Busses - ebenfalls mit Warnleuchten, Tempo 80 und aber auf der linken Spur - an dem sich urplötzlich die rechte Tür öffnete und eine Kamera herauslugte.
Ooops, dachte ich leicht irritiert und während ich noch überlegte, ob vielleicht mein Sicherheitsabstand zu gering war oder ich einfach nur die Sonnenbrille abnehmen sollte, mit der ich möglicherweise an Angelina Jolie in Tomb Raider und damit einen Staatsfeind erinnerte, deroben vielleicht recht ansehnlich aussehen mochte, im Strumpfband jedoch alle möglichen Waffen trug - bereit zum Einsatz gegen den Rest der Welt, verschwand die Kamera wieder und die Tür schloss sich.
Tempo 80 wurde dennoch beibehalten, so dass ich irgendwann leicht entnervt und mit auf das Lenkrad trommelnden Fingern die Autobahn verließ, das Büro erreichte und tatsächlich noch einen Kaffee plus frischem Pfannkuchen (ich LIEBE meine Kollegen ;-)) serviert bekam. Genüßlich zurückgelehnt erkundigte ich mich bei den Allwissenden, ob vielleicht derzeit eine Mittwochs-Demo oder dergleichen anstand und während ich noch daran dachte, vielleicht doch öfter die Nachrichten als "Vera am Mittag" zu schauen ;-), lachten die Kollegen und sprachen:
"Ach Helma... Das war mit Sicherheit ne Übung oder sollte ein Lehrfilm werden und jetzt bist du auch noch mit drauf!"
Schade eigentlich - ich hätte ergo nicht so grimmig dreinschauen, sondern lieblich lächeln sollen. Aber wen interessiert das schon - im Zeitalter von digitaler Bildbearbeitung und hochintelligenten Cuttern ;-)

Dienstag, 13. April 2010

Lesermeinungen

Kaum hatte ich meinen heutigen Beitrag veröffentlicht, kam zuerst die Frage: "Seit wann bistn du politisch?" und die zweite folgte auf dem Fuße: "Was hastn du gegen die Angie?"
Zum "regulären" Leser scheinte der Kritiker nicht zu zählen, sonst wüsste er, dass ich mich diesbezüglich hier nicht zum ersten Mal verewigt hatte ;-)
Also: Politisch bin ich vielleicht nicht gerade - doch zumindest hab auch ich ne Meinung zu den einen oder anderen Dingen. Und klar ist doch auch: Wofür heute die griechischen Olivenpflanzen herhalten mussten, das gilt gleichermaßen und stellvertretend für überhaupt den ganzen gequirlten Sumpf auch in unserem Staate.
Nur kann ich nicht pausenlos darüber schreiben, wo tagtäglich (Steuer)Gelder verschwendet werden, wo wir ja wissen, dass sich am besten immer das Geld ausgeben lässt, das man (selber) gar nicht hat (das stöhnt zumindest unser Chef nach jeder Büromaterialbestellung und Sichtung der entsprechenden Rechnung ;-)), ohne nicht eines Tages mindestens ein Magengeschwür mit mir herumzutragen. Bestenfalls.
Und nein - gegen "uns' Angie" hab ich auch nix - im Gegenteil, ich fands schon ansehnlich, wie sie aus dem gewichtigen Schatten Kohls trat, lernte zu reden und sich zu kleiden und sich bis heute ihren Platz an der Sonne eroberte.
Klingt ironisch, meine ich aber aufrichtig. Ich finde es gut, dass sie da steht, wo sie steht. Deswegen muss ich ja nicht alles gut und richtig finden. Punkt.

Nur mal ehrlich: Ich bin weder der "Stern" noch der "Focus", ich bin nur die Helma und liefer hier keine politischen Debatten, sondern nur meine eigene Meinung zu dem einen oder anderen Thema und höchstens... wenn überhaupt... dann und wann nen Denkanstoß ;-)
Und beschließe das heutige Blog-Werk nun endgültig mit einem weiteren Zitat, diesmal von Harald Schmidt:

"Hans Eichel sagt, das Gleichgewicht ist gestört.
Das kennen Sie von Ihrem Girokonto mit dem Dispokredit:
Wenn der Bankangestellte Aschenbecher nach Ihnen wirft,
dann ist das Gleichgewicht gestört!"

Eben. Weil wir vielleicht einen dreitausender Dispo überziehen. Na dann krempeln wir jetzt mal die Ärmel hoch. Auf vierhundert Millionen oder gar 1,7 Billionen Miese zu kommen, ist nämlich noch ein ganzes Stück Arbeit. Und ich will doch den Westerwelle ;-)

Es Kocht Das Blut, Es Weht Das Haar...

...ich hätt es gern, wie's früher war ;-)
Die Zeilen gingen mir heut morgen bei der Erkundigung nach meiner Befindlichkeit so spontan durch den Sinn - so angesichts des alltäglichen Wahnsinns, den es immer wieder zu bewältigen gibt. Wobei... alles wie früher? Wäre ja auch nur n Rückschritt, und wer will schon nen Schritt zurück?
Es gibt echt Schlimmeres als das Heute, Jetzt und Hier, also wirklich, und wer hier glaubt, ich würde jammern... Iwo!
Ich doch nicht! Hab ich Grund dazu?
Also ich hab keine 400 Millionen Euro Schulden und mich mit Lug & Trug in eine Gemeinschaft geschmuggelt, die mir nun - ob mit zusammengebissenen Zähnen oder nicht - aus diesem Schlamassel hilft und auch noch dafür sorgt, dass nicht nur meine Rente mit 55 gesichert bleibt.
Olé - kann ich da nur sagen... aber nein... Halt... Moment... Spanien ist ja noch gar nicht dran, die kommen ja erst, wenn die Griechen ihren Teil abgesahnt haben. Oder Portugal?
Einer machts vor, die anderen machens nach und bei 27 EU-Staaten...
Humor ist ja bekanntlich, wenn man trotzdem lacht - und daran musste ich wieder denken, als ich heut Morgen punktgenau zum frischen Käffchen die Gazetten aufschlug und folgenden Beitrag las: "Wie lässt man einen griechischen Beamten hungern? Man versteckt einen Geldschein unter seiner Schuhsohle"...
Nun kann man ja alles Mögliche lesen, sich aufregen, sich hineinsteigern.
So wie der Ossi, der auf den Wessi schimpfte: "Das Volk muss auf die Straße, aber ihr feigen Schweine traut euch nicht!"
Und der Wessi dagegenhielt: "Halt mal ganz still, ihr habt auch weit mehr gekostet als uns erzählt worden war."

Also mein Fazit am heutigen Tag, nachdem "uns' Angie" von ihrem Standpunkt vor zwei Wochen von "Wir geben nichts!" über "OK, höchstens zweieinhalb Milliarden" bei nunmehr Acht Komma Nochwas Milliarden Euro Finanzspritze für unsere griechischen Freunde angelangt war (Wieso sind wir Frauen eigentlich immer so inkonsequent?) ist jedenfalls folgendes:
"Wieso strampel ICH mich eigentlich ab? Helma... datt geht doch auch ganz annersch..."
Hatte doch nicht umsonst der Dieter Nuhr einst gemeint: "...bei fünfhundert Euro Miese hast du Stress mit der Bank ... bei fünfzigtausend Euro Miese bekommst du bei deiner Bank erst mal ein Käffchen und bei fünf Millionen Euro Miese kommt Frau Merkel zu Besuch!"
Na ja, oder so ähnlich jedenfalls und mit einem ironischen Grinsen im Gesicht lehnte ich mich entspannt in meinem ergonomisch geformten Bürostuhl zurück, erhob die Tasse Kaffee zum nächsten genussvollen Schlucke und befand, dass ich mir ab heute keine Sorgen mehr um auch nur irgendwelche möglichen Finanzdefizite mache: Wenn sich genug angehäuft hat, hoffe ich, dass Angie nicht höchstpersönlich zu Besuch kommt, sondern ihren Westerwelle schickt. Treue Leser meines Blogs wissen schließlich: Ich wollt schon immer nen schwulen Freund zur besten Freundin haben und vielleicht wird ja dann endlich was draus!
Irgendwas Positives gibts an Krisen schließlich immer.

Das Schlusswort zu diesem Thema übergebe ich heute und hier an Richard Rogler, der im "Radenden Kabarett" im SWR folgendes zum Besten gab:

"Ich glaube, Angela Merkels Kanzlerschaft, das wird noch wie bei Agatha Christie:
Eine wird ermordet, und alle haben ein Motiv!"

Mittwoch, 7. April 2010

Das Beste War Die Feile

Irgendwann mal im TV gesehen und nun bei youtube gefunden - möchte ich Euch diesen Spaß nicht vorenthalten ;-)


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Mehr gibts heut Abend von mir nicht - es ist Mittwoch und alle eingefleischten Fans wissen, dass Grey's Anatomy wieder begonnen hat :-)

Liebeskummer Lohnt Sich Nicht, Mein Darling

...schade um die Tränen in der Na-hacht...

Wer kennt ihn nicht, diesen Song von Siw Malmkvist aus dem Jahr 1964. Nun, Ziggenheimer Junior kennt diesen Song sicherlich nicht, zu der Zeit gabs ja noch nicht mal seine Frau Mama :-)
Gleichwohl scheint er sich genau diesen Slogan zu eigen gemacht zu haben, nachdem die unsterblich große Liebe nach bereits zwei Monaten wieder im Sande versickert war und er selber nicht einmal so recht wusste, warum, wieso, weshalb.
Lediglich auf die Frage einer Bekannten, ob es wohl doch nicht "das Richtige" gewesen sei, grinste er schelmisch und meinte: "Nö!"
Über diese neuesten Ereignisse jedenfalls hatte er mich während der Osterfeierlichkeiten informiert. Ha - und ich hatte mich schon gewundert, wie auffällig schmuse- und anlehnungsbedürftig das Kind wieder geworden war ;-)
Darüber hinaus informierte es mich im selben Atemzug über ein bevorstehendes Date in den nächsten Tagen - und damit darüber, dass er dringend ein neues Outfit benötigte.
"Wow", mehr fiel mir zunächst zu dem Ganzen nicht ein und irgendwie war ich doch erleichtert, dass mir befürchtete Hysterieanfälle durchaus erspart wurden. Wer kann schon zusehen, wenn das eigene Kind leidet wie ein Hund? Und wissen wir nicht alle selber, wie wenig auch noch so gut gemeinter Trost hilft, zumindest so lang, wie der Schmerz akut ist?
So opferte ich gern den heutigen, letzten freien Tag voller Sonne und milder Frühlingstemperaturen, um das Kind neu auszustatten. Es durfte wählen: Schuhe oder Jeans oder Shirt - und mit Engelszungen und teuflischen Hintergedanken redete ich ihm eine neue Jeans ein, nur um anschließend unbemerkt zwei reichlich verschlissene Lieblingsjeans um die Ecke zu bringen ;-)
OK OK, mit dem Entsorgen warte ich noch - damit das Drama nicht allzu groß wird, sollte er diesen hinterhältigen Versuch zu zeitig bemerken. Wozu hat man schließlich Abstellkammern?
Jedenfalls kehrten wir nach Stunden des Bummelns und des Beine baumeln lassens in der Sonne wieder heim, beide müde, ich voller Kaffeedurst und er voller erwartungsfreudiger Glücksgefühle auf das morgige Ereignis und während ich müde auf mein Kanapee sank, musste ich belustigt daran denken, wie wenig Zeit er doch zu verlieren hatte und wie ähnlich mir mein Filius damit zuweilen war ;-)

Dienstag, 6. April 2010

Was Woods Du?

Schlägt man heutzutage die Gazetten oder einfach nur das Internet auf, kommt man derzeit kaum an neuen Beiträgen über Woods & Co. vorbei. Wo mehr oder weniger Prominente bzw. deren Partner bekunden: Ja, ich habe ihn/ sie betrogen - ich bin sexsüchtig, ich muss eine Therapie machen.
Hatte sich noch vor ein paar Monaten die Meute auf Tiger Woods gestürzt und Geschichten ans Blitzlichtgewitter gezerrt, von denen kein Schwein weiß, was davon überhaupt wahr ist und was nicht, so kommen beinah täglich immer neue Geschichten - und keiner fragt danach, ob wir das alles überhaupt wissen wollen.

Was mir an diesen Berichten nur immer wieder die Augenbraue hochzieht, ist diese Art Gruppenzwang: Hat es einer vorgemacht, kommen nach und nach die anderen mit ihrer Beichte und der Ankündigung, sich mal eben in einer Klinik gegen Sexsucht behandeln zu lassen. Aber ist jeder Betrug auch immer gleich die Ursache einer Sexsucht?
Vermutlich kennt jeder zweite oder dritte von uns aus eigener Erfahrung, wie es zu so etwas kommen konnte. Das Verstehen dessen mildert nicht den Schmerz, den wir zufügten oder zugefügt bekamen. Aber ich glaube, das Verstehen hilft uns, das Geschehene zu verarbeiten, damit umzugehen - und Erkenntnisse für das Jetzt und Hier und für die Zukunft mitzunehmen.
Was ist im Jetzt & Hier und in der Zukunft möglich und was nicht?
Manchmal gehört auch dazu, etwas zurückzulassen, aufzugeben.
Mit Sucht hat das Fremdgehen wohl nur in den wenigsten Fällen etwas zu tun und mit jeder neuen Schlagzeile wünschte ich, man möge doch die Menschen in Ruhe ihr Leben ordnen lassen - das braucht schließlich genügend Zeit und Kraft, auch Vertrauen neu zu fassen - aber sicherlich niemanden von außen, der mit dem Finger darauf zeigt. Wenn z. B. jeder "Woods-Berichterstatter" keinen Artikel schreiben dürfte, der sich selbst etwas vorzuwerfen hätte, würde es vermutlich auch keinen neuen Artikel mehr geben.

Vertrauen lässt sich im übrigen auch auf andere mannigfalte Weise missbrauchen, das Urvertrauen lässt sich auch auf anderem Wege als den Betrug elementar erschüttern - und mich verwundert schon ab und an, wie schnell die Menschen eigene Unzulänglichkeiten unter den Teppich kehren können und dafür anderen Menschen das Leben schwermachen.
Wie heißt es doch so schön? "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen schmeißen."
Das bitte ich doch mal schön zu berücksichtigen.

Montag, 5. April 2010

Sie Kennt Den DJ

...und manchmal hat das auch nen Vorteil. Nämlich nicht nur den, dass man den einen oder anderen Drink aufs Haus spendiert bekommt, sondern auch den, dass man kostenlos und nebenbei ein bisschen Mucke abstauben kann, die sich so richtig cool zum stundenlangen Autofahren macht.
Tanzen habe ich verlernt, es sei denn, ich hab zwei, drei Gläser Wein genossen.
Es liegt mir irgendwie auch nicht, nach irgendwelchen merkwürdigen Klängen herumzuzappeln, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob hier jemand gerade an motorischen Störungen leidet oder doch tatsächlich tanzt. Insofern bin ich dann auch eher der stille oder kommentierende Beobachter ;-) wenn nicht eigentlich überhaupt der Bar- und Kaffeehausgänger - aber wenn der große Bruder nun schon mal auflegt... ;-)
Als ich gestern nun die heilige Halle meines Bruders betrat und diesen Song hier hörte, blieb ich einfach nur wie gebannt am Tresen stehen, noch im Mantel und in der Hand das erste gesponserte Glas Kirschsaft - und ich stand da, schaute auf die Menschen und sah doch nichts... Hörte nur die Klänge, hörte die Worte und mich überrieselte eine Gänsehaut, die es mir beinah unmöglich machte, etwas zu sagen oder gar zu denken.


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Ihr könnt Euch ja sicher denken, dass genau dieser Titel der erste war, der auf meinen USB-Stick wanderte und den ich heute im Auto rauf und runter hörte. Nachdem ich nach den ersten Ortschaften beschämt vom Fahrer- auf den Beifahrersitz geklettert war, nur um mit dem großen Kind zu tauschen, das mich mit seinen Fahrkünsten derart beeindruckte, dass ich glatt neben ihm auf dem Sitz einschlief.

"Ich bin dabei, du bist dabei, wir sind dabei, uns zu verlieren..."
Manchmal erschreckt mich, dass Menschen, die nebeneinander stehen, dennoch nicht miteinander sind. Manchmal erschreckt mich der leere, nichtssagende Blick von Pärchen, die sich an den Händen halten und doch nicht halten. Manchmal erschreckt mich, wie lieblos Mann und Frau sich unterhalten, sich anherrschen, einander zurechtweisen.
Manchmal erschreckt mich, wenn Männer sagen: "Ich versteh gar nicht, warum sie abgehauen ist. Sie hatte doch alles - ein schönes Heim, den neuesten Herd, die neueste Bügelstation..."
Manchmal überrascht mich, wenn Männer ihren Frauen Blumen mit nach Hause bringen und sich darüber beklagen, dass die Frauen das nicht zu schätzen wissen.
Es überrascht mich, dass Menschen nicht sehen, dass man da sein kann, neben einem sein kann und trotzdem... nicht da ist. Mit den Gedanken ganz woanders, bei einem neuen Automobil, beim Kontostand, beim neuen Telefon - oder manchmal im schlimmsten Fall bei einem bestimmten anderen Menschen.
Man kann jeden Morgen miteinander erwachen und abends miteinander einschlafen - und entfernt sich dennoch immer weiter voneinander.
Diese Gefahr ist sicherlich umso größer, je größer der Raum zwischen einem Paar ist.
Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass es manchmal nur wenige Worte, wenige Gesten vermögen, den tatsächlichen Raum derart zu verkleinern, dass man meint, man müsse sich nur umwenden und könne den anderen erblicken. Manchmal muss der andere nicht wirklich da sein, um zu spüren, dass er dennoch da ist. Nur manchmal reicht genau das eben auch nicht. Wenn zwei Menschen beginnen, immer mehr ihr eigenes zu machen, immer mehr Erlebnisse mit anderen Menschen statt dem Partner zu teilen, dann... muss man sich schon eines Tages fragen: Wollen wir unseren Weg überhaupt noch gemeinsam gehen?
Oft ist es ja so, dass die Entfremdung zunächst eher andere Menschen feststellen als man selber. So wie meine Mama das Ende meines bisherigen Lebens vor gut sieben Jahren kommentierte: "Ich hab schon vor zwei Jahren gespürt, dass von euch beiden immer mehr jeder seins machte... Und es somit nur doch eine Frage der Zeit war."
Versteht mich nicht falsch: Ich muss mit einem Partner nicht gemeinsam aufs Klo gehen und an seinen Beinen häng ich weiß Gott auch nicht, wenn er ohne mich das Haus verlässt. Ich möchte genauso ohne ihn gehen und atmen und dann heimkehren können mit einem guten Gefühl, dass man aneinander kuschelt und sich erzählt. Vermutlich ist das Ganze eine Gratwanderung, die man erst lernen muss zu beherrschen. Aber wahrscheinlich ist das alles eher auch eine Frage der Priorität.

Ich geb' nicht auf. Gehst du mit mir?
Gehst du mit mir mit auf uns zu?

Fällt dir nichts ein? Komm leg nicht auf,
komm reg dich auf und komm zur Ruh'..

Noch immer, nach dem hunderttausendsten Male Hören bekomm ich Gänsehaut bei den Klängen, bei den Lyrics... Erst heute las ich wieder ein Zitat: "....Die Summe des Lebens sind die Stunden, in denen wir lieben..." Das ging mir genauso unter die Haut. Ehrliches, aufrichtiges Lieben. Eins, das keine Ausreden oder Lügen birgt. Das genug Raum für jeden lässt, ohne dennoch voneinander zu entfernen...

Ich brauch jetzt einen Kaffee - wer noch?

Samstag, 3. April 2010

Meyers Erleuchtung

Das Wichtigste (für mich jedenfalls) zuerst - obwohl Ihr das ja auch von allein merken müsstet (ohne Laptop schließlich kein Blog, zumindest nicht an Zeiten, die außerhalb der Bürotätigkeit liegen ;-)):
Mein Laptop ist wieder dicke da, genauso wie ich selbst. Daten gerettet, dann einmal plattgemacht und wieder neu installiert. Daran habe ich sage und schreibe elf Stunden gesessen - ja wirklich - elf ganze Stunden. Begonnen um 18 Uhr, zu Bett schlich ich morgens kurz nach fünf und auf dem Weg dahin den Gedanken verwerfend, mir stattdessen einen Kaffee zu kochen und Frühstück zuzubereiten.
Aber wie Ihr seht - die Mühen haben sich gelohnt und noch einmal sende ich einen dicken fetten Dankesgruß nach... na er weiß schon wohin ;-)

Das Frühstück in dieser herrlichen Morgensonne bereitete dann Frau Ziggenheimer Seniorin ;-) und der Herr Papa mir als "Neu-Nichtraucher" (ganz eisern seit drei Jahren) einen Spaß zum Morgen, den ich Euch hier einfach nicht vorenthalten kann, der die Raucher unter Euch königlich amüsieren wird und uns eiserne Nichtraucher milde und nachsichtig lächeln lässt...

Also ich zitiere Auszüge aus Meyers Erleuchtung (Chin Meyer, ein Satiriker, der wöchentlich in einer deutschen Illustrierten zu Worte kommt): "Rauchen gegen die Krise!"

"...Rauchen in öffentlichen Räumen kostet jetzt sogar ein Bußgeld. Bis zu 1000 Euro! Das ist drastisch. Wenn Rauchen in öffentlichen Räumen bereits 1000 Euro kostet - was kostet dann Furzen in geschlossenen Fahrstühlen?
...Über die Tabaksteuer kann ein einzelner Raucher im Laufe seines kurzen Lebens bei nur vier Schachtel am Tag bis zu 17 Kindertagesstätten finanzieren! Da sollte man Nikotinsüchtigen nicht mehr so gemeine Begriffe an den Kopf werden wie z. B. "Kettenraucher" - es handelt sich vielmehr um einen hochengagierten Staatssponsor! Wir sollten auch nicht mehr vom Raucherhusten sprechen, sondern von einer temporären Finanzschwäche! Und eine Kippe ist keine Kippe, sondern ein Restguthaben!
...Man könnte sagen, der Penner unter der Brücke ist der Motor der Konjunktur. Wenn Sie also das nächste Mal einem Bettler einen Euro zustecken, fürchten Sie bitte nicht, dass er das gleich wieder versäuft - beten Sie lieber, dass er sich keine Karotte kauft!"

Wie gesagt, dieser Artikel zum sonnigen Morgen hat mich köstlich amüsiert und während ich mir genüßlich zum Essen den Karottensalat schmecken ließ, dachte ich daran, wie dankbar ich als ewiger Nichtraucher bin, dass ich heutzutage in einem Lokal speisen kann, ohne von Rauchern geruchsbelästigt zu werden. Oder was glaubt Ihr, würden die Raucher sich echauffieren, wenn wir in den Lokalen unseren Darmbewegungen freien Lauf ließen?

So, ich muss dann mal - es schnuppert grad nach lecker Käffchen ;-)

Donnerstag, 1. April 2010

Happy Easter!

...to all...

video

...und der Song, den Ihr hier hört, ist der - so glaube ich - neue von Grand Avenue, die, so las ich gestern Abend noch im Internet, bevor augenscheinlich ein Virus zuschlug und meinen Laptop lahmlegte, am 13. Mai in die Moritzbastei kommen! Ich glaub, da geh ich hin!! Wer das auch möchte, melde sich bei mir: Adresse Hinter dem Deich 7 in Kleinfinstmichnich!

Diesen Song jedenfalls legte ich mir gestern Abend in den Player, bevor ich durch die Stadt düste, wütend und traurig zugleich, die Lautstärke bis zum Anschlag und ein Fahrstil, bei dem ich inständig hoffte, dass extra für mich an diesem Abend sämtliche Blitzer ausgeschalten seien und unsere grünen Freunde am Straßenrand schliefen, anstatt Temposünder aufs Korn zu nehmen - und selbst wenn - ich hätte wohl dennoch nicht anders fahren können oder mögen und im E-Fall gehofft, auch mit 40 Jahren noch mit einem gekonnten Augenschlag beeindrucken zu können.

Frustmucke... nennt man das wohl :-( Und genau diese Mucke nehme ich auch mit, wenns in schätzungsweise drei Stunden auf Reisen geht. Sollten wir uns also die Tage nicht mehr lesen können (oder so), dann wünsche ich Euch allen sonnige freie Tage, genießt sie, ob mit oder ohne Kleid - Hauptsache genießen. Das tu ich nämlich auch. Und erwerbe nebenbei noch ein paar neue Lautsprecher fürs Wägelchen.