Donnerstag, 19. April 2018

"Willst du immer weiter schweifen? Sieh, die Lösung liegt so nah!"

Quelle: https://www.jamiiforums.com/threads/msaada-unahitajika-hapa.147866/

Nicht selten denkt das Personal, dass dem Chef sämtliche Hinweise oder Aufforderungen seitens der IT in obiger Sprache vorkommen müssen. Er gibt auch unumwunden zu, dass er zwar ein umfangreiches Wissen besitzt, die Sparte "IT" für ihn jedoch auf immer und ewig ein unerschlossenes Gelände bleiben wird. Das ist im Grunde auch erst mal ok, wozu hat man schließlich seine Vasallen - und man kann ja auch nicht alles können und wissen.

Lustig wird es, wenn Du im Nebenzimmer sitzt, das unnachahmliche "Windows-Klonk" vernimmst und kurz darauf den Wut-Aufschrei: "Helma! Komm mal her! Wieso kann ich nicht drucken?" oder "Was will der hier von mir?", wahlweise begleitet auch von "Wo ist meine Datei geblieben?"
Spannend wird es, wenn Du zum Öffnen einer Datei im kB-Bereich gefühlte fünf Minuten brauchst, ergo in den Investitionsplan des laufenden Kalenderjahres neue Hardware einträgst und er sich bedeutungsvoll an die Stirn tippt: "Spinnt ihr? Ich habe euch erst vor fünf Jahren neue Technik gekauft! Die ist doch noch gut!"
Schwierig hingegen wird es, wenn - wie seit Montag - das Netzwerk lahmliegt, keiner so recht trotz intensiver Fehleranalysen weiß warum und täglich sowohl IT als auch Netzanbieter die Schultern heben "Wir nix verstehn." Das ist ein Satz, der Chef vermutlich energisches Fuß- und Kopfhautkribbeln verursacht und spätestens am dritten Tag verlor er die Nerven: "Ich rufe meinen Anwalt an! Ich kürze denen die Rechnung! Alles Betrüger!" Schwierig vor allem dann, wenn dies sowohl in Tonart als auch in Lautstärke gegenüber Anbieter und IT kommuniziert wird.
Hätten wir unsere IT nicht, wären wir tatsächlich 3 Tage arbeitsunfähig gewesen und das - das sehe selbst ich als Angestellte ein - geht nicht. Es war unsere externe IT, die etwas unkonventionell zwar, aber praktisch ein erfolgreiches Provisorium schuf "Für alle Mitarbeiter will ich das aber nicht machen müssen, da brauche ich drei Tage mindestens, die Rechnung dafür ginge ins Uferlose." Heute, am vierten Tag, sah das Personal den Dienstwagen des Kabelanbieters vorfahren und unmittelbar danach läutete es an der Bürotür.
Als unser Azubi mir am Telefon die Meldung über den nunmehr vorgefundenen Fehler erstattete, ließ ich mich kreischend vor Begeisterung auf meinen Stuhl fallen und rief begeistert: "Und vor zwei Tagen habe ich noch zum Chef gesagt: Am Ende liegt der Fehler bei uns im Keller!"

Frei kreiert nach Goethe ist es ja ganz oft der Fall: Je simpler die Lösung, desto weniger vermag man sie zu sehen :)


Übrigens: Wir hatten keinen Strom mehr im Keller. Da, wo die Box des Kabelanbieters hängt.
Nun ja. Es wäre halt zu naheliegend gedacht gewesen :)
Drei Tage war das Personal so krank - nun surft es wieder, Gott sei Dank!

Kommentare:

Herr MiM hat gesagt…

Ach ist das schön... mal einen dieser schönes klassischen Witze aus den 80´ern. Nur diesmal mit Informatikern. Ich kannte den damals mit 2 Verrückten. Da wird mir richtig warm ums Herz.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Mir auch, Herr MiM! Ich danke dem Schöpfer des Internets - es ist voll davon und hat mir glatt den Nachmittag versüßt.

Clara Himmelhoch hat gesagt…

Hallo Helma, der Witz ist schön und er hat sicher eine gute Wahl getroffen, da ein Fahrrad ausdauernde ist als ein one-night-stand.
Heute war bei mir auch kein Netzempfang - wahrscheinlich hat mein Computer deinen Artikel gelesen. Aber als ich das Modem (oder so) runter fuhr und wieder hoch - danach hat es geklappt.
Gruß von mir

Wonderful Fifty hat gesagt…

Wie toll zu lesen – ja, oftmals liegt die Lösung am Naheliegenden und Einfachen. Erst unlängst hat mein Kollege geschimpft, weil sein Monitor nicht funktioniert, und siehe da, es war nur das Kabel etwas locker, sodass der Kontakt nicht gegeben war. Wieder ordentlich befestigt und alles lief wieder wie geschmiert. Oftmals denken wir kompliziert und suchen nach großartigen Lösungen, hier hilft auch gerne, einen Schritt zurücktreten, das Ganze mit Abstand betrachten und von Grund auf durchschauen.
Danke für deinen Witz – das erheitert gleich den Arbeitsmorgen.
Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende und alles Liebe