Montag, 7. Mai 2012

Kiss Me (Like You Wanna Be Loved)

Wenn ich auf die Uhr schau, schwant mir Böses. Vermutlich werde ich noch etwa zwei Stunden brauchen, um genau die Bettschwere zu finden, die es mir möglich macht, in tiefen, erholsamen Schlaf zu finden. Ich meine, ich könnte ja auch an den Kühlschrank schreiten und etwas leicht Hochprozentiges herausholen (wirklich nur ganz leicht ;)) - erfahrungsgemäß wird mir in null-komma-nix ganz federleicht zumute, nur um nach ein paar glückseligen grinsigen Minuten in den Dornröschenschlaf hinüberzuwandern.
Aber dann suchte ich mir aus meinem hochgeschätzten Musik-Fundus ein bisschen Beruhigendes an Musik heraus... und jetzt lass ich das Hochprozentige im Kühlschrank und schreibe stattdessen...


Ein so wunderschöner sanfter Song, den blogger via youtube leider nur als Live-Version findet (wo so einiges Melodisches irgendwie verlorengeht, aber wen es interessiert, hier gibts die "bessere" Version: http://www.youtube.com/watch?v=MXL8BEPl-Nw), und der heute Abend irgendwie... meine Seele streichelt.. meine Gedanken... meine Sehnsucht weckt. Ich wünschte, ich wäre nicht alleine hier, ich wünschte, das Leben, von dem ich noch immer träume, wäre nicht immer noch so ein großes Stück von mir entfernt und manche der Türen, die hinter mir ins Schloss fielen, möchte ich öffnen und nachschauen, ob noch immer ein Stuhl für mich frei ist. Nein, ich werde nicht sentimental heute Nacht, gleichwohl weckt diese Musik mit ihrem wunderschönen Text einmal mehr die Erkenntnis in mir, dass nicht jede Freundschaft, nicht jede Bindung ein Leben lang andauern muss, es aber wiederum Menschen gibt, deren Stuhl ich niemals wegstellen oder neu besetzen könnte.
Niemals.

Mein Azubi wird mich morgen früh höchstwahrscheinlich fragen: "Aber Großmutter, was hast du nur für entsetzlich müde Augen?"
Und eigentlich müsste ich ja todmüde sein. Immerhin hatte ich mir noch am Freitag ein paar Utensilien zusammengesucht und mir vorgenommen: Samstag, wenn die Hitze der Woche gewichen ist, beginnst du mit einem neuen Anstrich in deinem Zimmerchen. Aber irgendwie... Ich weiß auch nicht. Freitag war eh nicht so mein Tag, irgendwie war ich frustriert, enttäuscht, keine Ahnung, so eine kleine Palette der nicht gaaanz so positiven Gefühle, und wenn ich mich im Sport nicht abreagieren kann, dann eben an meinen Zimmerwänden. Außerdem, so fand ich schon länger, hatte mich das Rot der Wände echt angenervt. Und überhaupt - der letzte Anstrich ist gut ein Jahr her, viel zu lange also ;) Ich weiß, ich hab da so einen Tick, aber hey, wen kümmerts? Ist schließlich mein Reich. Und Junior II. quittierte meine Bemühungen mit der lakonischen Bemerkung: "Wenn du fertig bist, kannst du in meinem Zimmer weitermachen, ich hab auch Lust auf was Neues, und übrigens, ich bin dann mal mit Freunden unterwegs." Junior I. verabschiedete sich auf ähnliche Weise - nur gleich bis Samstag Mittag und während gescheite Leute Freitagabend ausgingen, stellte ich mich in mein Zimmerchen, drehte die Musik auf und spürte mit jedem Pinselstrich, wie es mir leichter im Bauch wurde, jegliche Frustration wich und ich irgendwann jeden einzelnen Titel mitsang, Farbkleckse im Haar, Farbkleckse auf der Haut - und irgendwie war ich mit einem Mal glücklich. Und befreit. Zugleich kam mir der Gedanke, dass ich wohl niemals aus dieser Wohnung ausziehen sollte. Ich meine, wo finde ich noch einmal solche Nachbarn, die sich weder an meinem Musikgeschmack noch an meinem zugegebenermaßen furchtbaren Gesang stören? Ich denke nirgends!
Samstag Morgen ein Uhr jedenfalls war ich fertig mit Streichen, die roten Wände in Sand und Macchiato übergestrichen und obschon ich mittlerweile hundemüde war, gab ich nicht eher Ruhe, bis alles wieder sauber und ordentlich war. Nur die Deko, die musste noch bis Samstag warten - und was soll ich sagen: Samstag Abend gegen Zwanzig Uhr endlich war ich rundherum fertig, so dass der Sonntag blieb für den versprochenen Krankenbesuch und für die Hausarbeit mit Junior I. über Stammzellen. Von dem ersten Wochenende seit längerem, das ich mal wieder für mich hatte, blieb mir ergo nur der Sonntagabend, der mir auch wirklich ganz allein gehörte. Aber sieht Genuss so aus, dass man daliegt wie ein Maikäfer... äh... Hühnchen auf dem Rücken und jede einzelne Gräte spürt?

http://img.fotocommunity.com/images/Stillleben/Figuren-und-Miniaturen/Ich-bin-total-erschoepft-a24424528.jpg

Vermutlich nicht, und ich sinniere gerade darüber, ob ich Chefchen nicht einfach um ein paar freie Tage anbetteln sollte. Denn da ist es wieder, das Fernweh... Die Sehnsucht nach dem Meer, tief und unverwechselbar... So gern möchte ich einfach meine Tasche nehmen, ein paar Kleider und Sandalen einpacken, ein paar Haarklemmen, ein Buch und etwas zu Schreiben - und dann möchte ich gern irgendwo abtauchen, wo mich niemand kennt, niemand etwas von mir weiß... Dort möchte ich am endlosen Strand spazieren gehen, Stockfisch essen, den die Fischer vom Meer brachten und gleich am Ufer brieten, die Sandalen an der Hand schlenkern, mich an den Frühsommerabenden, die noch immer nach der Wärme des Tages schmecken, in Straßencafes niederlassen, einen Weißwein trinken, in einem Buch lesen und... Briefe schreiben... An Menschen, die mir viel & alles bedeuten und denen ich das vermutlich zu wenig sage oder zeigte...

An solchen Tagen bin ich auch gern mal allein... Allein mit mir selbst, um den Alltag von mir abfallen lassen zu können.
Allein, um zu mir selbst zurückzufinden, zu dem, was ich denke und fühle, wenn ich nicht "von außen" bestimmt werde.
Unlängst las ich bei jemandem den Satz "Wer sich findet, darf sich behalten" und bin mir noch immer nicht ganz sicher, ob dies sinnig gemeint war oder doch eher einen kleinen Seitenhieb auf all die ich-muss-mal-eine-Reise-tun-um-mich-selbst-zu-finden-(Mode-)Wanderer bedeutete.
Wie auch immer sie es gemeint hatte - ich nahm diese Worte auf meine eigene Weise auf und dachte so bei mir: "Ich wünsche mir, mich behalten zu dürfen. Ich wünsche mir, erkennen zu können, was wirklich ich bin und mich frei machen zu können von dem Zwang, etwas sein und tun zu müssen, das mit mir doch nicht wirklich etwas zu tun hat"...
 Gemocht, gewollt, geliebt werden für das, was ich bin. Und nicht für die Erwartung, was ich in anderen Augen sein sollte.

 Jetzt muss ich doch ein bisschen lachen: Vermutlich war ich zu Beginn dieses Posts tatsächlich sentimental, jetzt werde ich gerade wohl ein wenig philosophisch  und was kommt als nächstes? Ich glaube, ich hör heute einfach auf zu schreiben und gönne mir stattdessen noch das gut Gekühlte - na Ihr wisst schon. Dann vergeht zwar nicht die Sehnsucht nach dem Leben und dem Lieben in mir - aber dann kann ich zumindest einschlafen.

Settle Down With Me
Cover Me Up
Cuddle Me In
Lie Down With Me
Hold Me In Your Arms...
...Kiss Me
Like You Wanna Be Loved
This Feels
Like I've Falling In Love...

Mittwoch, 2. Mai 2012

Wer schön sein will, muss leiden

Und da bin ich nun wieder zu Hause gelandet, na ja, letzte Nacht schon, und zur Einstimmung gabs erst mal ein Donnerwetter im Hause Ziggenheimer: Nein, wilde Parties haben die Burschen nicht gefeiert, auch wenn sie nun die aller-allerletzten Biervorräte vernichtet hatten. Immerhin hatten sie maximal zu dritt in meiner kleinen Burg gefeiert, dass aber der Dritte im Bunde in meinem, ja wirklich in MEINEM Bett genächtigt hatte - das war zuviel für mich.
Ich glaub schon, dass ich ziemlich tolerant bin und nicht selten muss ich mir vorwerfen lassen, ich sei zu nachsichtig mit meinen Jungs. Aber auch ich kann manchmal ziemlich streng und sogar auch verdammt autoritär sein - auch wenns mir keiner zutraut.
Und so erstarb Juniors Wiedersehensfreude mit dem Moment, in dem mir meine Haare bis zur Zimmerdecke standen, die Augen Feuer spiehn und Blitze durch das Zimmer zuckten.
Mal abgesehen davon, dass nur ich ganz allein bestimme, ob und wer in meinem Bett schläft, empfand ich es einfach als Eindringen in meine ganz persönliche Privatsphäre und nachdem Junior zu Bett geschlichen war (in sein eigenes übrigens), stand ich noch morgens um halb ein Uhr in meinem Zimmer und bezog mein Bett neu.
Heute Morgen dann war jeglicher Groll und Ärger verflogen, erhellte auch die herrliche Morgensonne zusätzlich noch unser Gemüt und so gestand ich Junior zu: "Heute Abend Abend machen wir Wellness." So richtig schön mit allem Drum & Dran; Haut, Haare & Nägel.
Ich mein, angesichts der jüngsten Verwöhnkur musste ich im Inneren ganz unwillkürlich wieder einmal zugeben, wie viel Zeit man mit allen möglichen Dingen zubringt - und wie wenig man sich selbst dabei gönnt. Alles muss irgendwie immer ratzfatz gehen, maximalste Erfolge mit minimalstem Aufwand - ein Fluid für die Haut zum Beispiel, fünf Komponenten in einem, Zeit ist doch so kostbar.... Dennoch: Musste ich wirklich erst beinah nun dreiundvierzig Jahre alt werden, um zum ersten Mal den Weg zu einer echten Kosmetikerin finden? (Na ja, ich hielt diese Investition irgendwie immer für sinnlos, immerhin kann man das doch alles auch selbst?) Und dann eben zu erkennen: Man kann alles eben nicht selber machen. Oder von mir aus auch: ICH kann nicht alles selber machen. Vermutlich bin ich einfach zu ungeduldig, wenn es um mich selber geht. Die Zeit, die ich für andere(s) aufwende, muss ich an mir sparen - oder aber den lieben Gott um 48-Stunden-Tage anbetteln. (Bevor das passiert, sperrt mich lieber weg.)
Jedenfalls - ich habs genossen, diesen Nachmittag in der Kosmetik, aber sowas von!
Heutzutage ist ja eine Kosmetikerin nicht einfach nur noch eine Kosmetikerin, die die Haut von allem möglichen und unmöglichen befreit, deren angenehm kühle glatte Hände mein Gesicht bis hinunter zum Dekollete salben und pflegen, die die Augenbrauen nachkorrigiert und mich glauben lässt, heute sei ich die Prinzessin, nein, die ist heut auch noch auf mindestens fünf anderen Gebieten spezialisiert: Ich hatte das Glück, an jemanden zu geraten, die ausgebildete Reiki-Meisterin war. Dem Weihnachts-Gutschein sei Dank, gönnte ich mir neben der Gesichtsbehandlung eine "Ich mach dir deine Energie-Bahnen wieder frei"-Massage auf dem Rücken - und ja und was soll ich sagen... Irgendwann nach über zwei Stunden stieg ich von der Liege und trug ein Grinsen im Gesicht, das, so meine ich, wohl nicht ganz von dieser Welt schien. Ja gut, bitte sehr, vielleicht lags auch einfach an dem herrlich goldsonnigen Tag - aber diese Massage...
"Ihr Herzpunkt... alles ganz verkrampft, selbst die kleinen Zwischenräume, das fühlt sich an, als wäre das schon ganz viele Jahre so", sagte die Frau Meisterin und zur Antwort murmelte ich in den Zellstoff: "Bestimmt, aber machen Sie ruhig den Weg frei."
Wir öffnen Ihnen Horizonte.
Weiß nicht wieso, aber dieser Slogan kam mir in den Sinn, als ich anschließend unter dem intuitiv rot gewählten Licht lag, die Hände zufrieden auf dem Bauch gefaltet und mein Weg war frei für neue Energie. Und die reichte erst einmal für den schwungvollen Schritt zum Freisitz um die Ecke, wo ich mich genüßlich niederließ, ein Bein über das andere schlug, lächelnd die Welt eroberte und das erste Milchkäffchen des Tages in der wunderbaren Sonne genoss. Hach ja. Da gings mir so gut, aber so richtig gut.


Und so schlenderte und schlenkerte ich durch die Straßen, meine Lieblingsmucke in den Ohren, und ich fühlte mich so herrlich jung, beinah wieder wie ein Mädchen, und fast fühlte ich mich versucht, Kaugummi aufzublasen und Luftballons mit Herzenswünschen in den Himmel aufsteigen zu lassen. So ein bisschen Kind... steckt eben immer noch in mir. Bloß gut :)

Insofern also ließ ich mich heute Abend nur zu bereitwillig überreden, das Ziggenheimersche Equipment für Wellness & Schönheit bereitzulegen und nunmehr das Kind nach allen Regeln der gewünschten Kunst zu bearbeiten: kleine Schultermassage, Hautreinigung und das Korrigieren seiner Augenbrauen. Bisschen gemein lachen musste ich ja doch: Einem Zitteraal einen Lidstrich zu verpassen ist vermutlich einfacher als einem knapp Siebzehnjährigen ein paar überflüssige Augenbrauenhaare zu entfernen.
Aber wie sagte er doch so mutig zu Beginn der Prozedur: "Schönheit geht vor Schmerz." Ha ha!

Er jault seinen Schmerz nunmehr in die Kissen und ich - ich genieße das herrliche Frühsommergewitter nach der Glut des Tages! Na dann gute Nacht! :)

Sonntag, 29. April 2012

Alles Böse der Welt

Alles Böse der Welt
liegt in der mangelnden Liebe zu sich selbst.

Diesen Spruch las ich heut auf einem Metalltäfelchen, angebracht auf einer Holzbank, im Vorbeikriechen auf den letzten Metern unseres Wanderweges. Mehr kann ich noch nicht davon berichten, denn ich muss erst mal meine Wunden pflegen. Und die Muskeln, von denen ich nicht mal wusste, dass ich sie überhaupt hatte :)

...aber ich musste ihn niederschreiben, weil ich ihn wirklich richtig zutreffend finde - und Angst habe, dass ich ihn sonst vergesse.

Wie in einer anderen Welt

...fühle ich mich immer, wenn ich nur für zwei, drei Tage die Tasche packe und auf Reisen gehe. Und selbst wenn ich dafür nicht mal über die Landesgrenze hinausgeh, überkommt mich schon dieses Gefühl. Vielleicht hats ja auch einfach etwas damit zu tun, dass ich mich herauslöse aus dem Alltag, dass auf mich kein Muss wartet im Sinne von Kochen - Bügeln - Backen - Putzen, sondern mich entspannt in den Tag hinein- und wieder heraustreiben lassen kann, tun und lassen, was ich möchte oder auch nicht und nebenher noch Menschen und Dinge sehe und erlebe, die mir bis dato unbekannt waren.
Vielleicht erlebe ich das auch umso mehr, weil die Alltagswoche angefüllt war mit einem Stresspegel, der mir bis unter die Haarwurzeln ging und mich kaum atmen ließ - und ich diesem Stresspegel dann doppelt enfliehe: zum einen ins wohlverdiente, diesmal herrlich lange Wochenende, und zum anderen eben auch gleich noch an einen anderen Ort.
Hach ja, Flucht kann manchmal soooo erholsam sein ;)

Das Fazit zur letzten Woche also:
Viel geschafft, viel erreicht (auch wenn oftmals so ein Gefühl zurückbleibt wie: Irgendwas - vermutlich Wichtiges - haste vergessen...), drei mal im Sportstudio gewesen und dieser Körperfettanalysewaage doch die kalte Schulter gezeigt. Ich meine, ich fühl mich ja wohl und gut und so. Doch wenn ich mich auf jüngsten Fotos betrachte, muss ich sagen: Mir gefallen der Kopf und die Füße und alles, was dazwischen liegt, erscheint mir seltsam vergrößert, so als wäre das gar nicht ich, sondern eins dieser Mogel-Schiebe-Fotos, die wir noch aus Kindertagen kennen. Klar übertreibe ich, natürlich mach ich das - so wie ich mich eben auch immer aufs Korn nehme, auch um mich selber anzuspornen, ohne mich zugleich auch zu demotivieren. Jedenfalls habe ich beschlossen, mich umgehend mit Gutschein Nr. II in Verbindung zu setzen, um Anschlusstermine im Sportstudio gleich in der Folgewoche zu finden - immerhin: Die Bikinizeit naht und was man bis dahin geschickt kaschieren kann, zeigt sich spätestens dann in unerbittlicher Wahrheit.
Und bevor ich ins Wochenende entschwand, zauberte ich den Jungen noch ein paar Menüs (klar, ich hätte auch einfach Geld auf den Tisch legen und sagen können: Kümmert euch! - aber mir ist durchaus klar, dass es dann vier Tage lang nur Döner, Pizza & Chips zu essen gibt - und mal abgesehen vom Nährwert ist es mir einfach zu schade um mein sauer verdientes Geld), gab ihnen noch ein paar Instruktionen auf den Weg, während mir - klar - nur gelangweilte Gesichter entgegenblickten: "Muddaaaaa... wissen wir doch alles, können wir doch alles, nun mach dich endlich ab ins Wochenende, damit wir unsere Ruhe haben!" und irgendwann am Freitagabend sank ich müde, abgekämpft und so auf einem fremden Beifahrersitz - und wo ich gerade noch beschloss, mir die Ohren mit dem iPod zuzustöpseln und mich einem wohlverdienten Schläfchen hinzugeben, fand ich mich wieder in der wohl abwechslungsreichsten und lustigsten Konversation der letzten Monate. So macht Mitfahrgelegenheit auch Spaß und gab dies einen entspannten und heiteren Auftakt in ein Wochenende, auf dessen Erholung und Entspannung ich mich unsagbar freute - bis zu dem Moment, wo mir heute Morgen die Wanderschuhe vor die Tür gestellt wurden und es hieß: "Der Rucksack ist schon gepackt - auf gehts!"
Na dann... wolln mer mal :)

Mittwoch, 25. April 2012

Auffälligkeiten

Der vorletzte Tag meines vierwöchigen Ausflugs in ein Sportstudio.
Ich gebe ja zu, ich hab sowas nicht zum ersten Mal von innen gesehen. Aber das letzte Mal liegt eben auch schon einige Jahre zurück.
Nun bin ich also seit vier Wochen regelmäßig wieder zu Besuch und stelle fest: Es tut so gut im Kampf gegen Freund Schmerz (vielleicht sollte ich ihn lieber zum Feind erklären? aber ich glaube, das ist mir zuviel negative Energie, die mir bloß unnötig die Sinne raubt), auch wenn ich abends, wenn ich heimkomm, nach den ersten schlappen und müden Minuten aufdreh und dann bis in die Nacht hinein Musik höre, E-Mails beantworte - oder eben schreibe.
Aber cool finde ich ja schon, dass ich - obschon die Waage offenbar mein erklärter Gegner bleibt - irgendwie wieder in Form komme und es mir auch wieder Spaß macht, meinem Spiegelbild unterhalb des Brustkorbes zu begegnen.
Schmunzeln aber musste ich vergangenen Freitag aber doch: Ich meine, da ging ich seit drei Wochen regelmäßig dorthin, kämpfte und mühte mich ab, nur um anschließend eben müde und ausgepumpt das Haus zu verlassen, um mir daheim mein Wohlfühlbad zu gönnen und die schmerzende Muskulatur in Ruhe entspannen zu lassen. Der eine oder andere Leser unter Euch weiß ja: Mit Gemeinschaftstoiletten hab ich es so gar nicht - und dasselbe gilt auch für Gemeinschaftsduschen. Hey, deshalb bin ich auch nicht gleich ein Sozialphobiker - aber fremde Haare, fremde unschöne Gerüche, fremde unschöne Ausdünstungen... grrrrrrrr - nee, da fahr ich doch lieber nach Hause, lasse mich auf meinem ganz privaten Klo nieder (das hatten wir ja schon mal ;)) oder dusche eben in meiner ganz privaten Ecke. Grad muss ich lachen, weil ich mir denke: Hätten die das vor Jahren gewusst, als ich zum ersten Mal in einer Schmerzklinik war, die hätten mich vermutlich ins Dschungelcamp gesteckt und mich die schmutzigsten und stinkendsten Prüfungen durchmachen lassen. Aber OK.
Jedenfalls, was ich eigentlich erzählen wollte (ich schweif immer so gerne ab, herrje :)), letzten Freitag konnte ich dieses Haus nicht ungeduscht und so verlassen: Ein Date in der Stadt rief mich - und also gab ich nach dem Sport alles, was ging: Ausgiebig duschen, Haare waschen, eincremen, schminken - das volle Programm einer Frau, die sich ins Nightlife zu stürzen gedachte.
Vorn am Tresen, bei der Abgabe meines Spindschlüssels, guckte mich der Typ, der mich drei Wochen lang nicht mal mit dem Arsch angeguckt hatte, erstaunt an und meinte: "Äh.... Haben wir eigentlich überhaupt ein Foto von dir gemacht?" Woraufhin ich schwungvoll antwortete: "Ich hoffe doch nicht!" Wahrscheinlich noch heimlich aufgenommen, wo ich hochrot und schweißbedeckt an den Geräten arbeitete oder mich in den Kursen wälzte. "Nun, wir brauchen aber ein Foto für unsere Statistik." Ah ja. "Ah ja", sprach ich also, "und das fällt euch jetzt ein, so kurz vor Ende meines Gutscheins." - "Na jaaaaa... Das hat man dann wohl versäumt! Wir machen das immer, so vorher - nachher und so." Ich grinste: "Bestimmt! Aber nun lohnt sich datt auch nich mehr!"
Sprachs und verließ ebenso schwungvoll den Laden, breit grinsend im Gesicht und ich dachte: Teufel noch eins, bloß weil du mal die Augen getuscht und das Haar gefönt hast, wollen die gleich ein Foto von dir machen. Typisch Kerle. Innere Werte zählen vermutlich wirklich nicht. Muhhaahhaa.
Aber na ja. Aufregen will ich mich ja gar nicht. Hätte der mich nämlich trotz meiner Kriegsbemalung auch nicht wahrgenommen, wäre mir das vermutlich auch nicht recht gewesen.
Morgen  nun ist der letzte Tag in zumindest diesem Sportstudio und ich hadere immer noch mit mir: Steig ich noch einmal todesmutig auf die Körperfettanalysewaage oder lass ich es einfach besser bleiben? Ich mein... Könnt ja sein, dass ich anschließend singend und musizierend und mit wehenden Fahnen die Straßen hinunterlauf. Aber... Es könnt eben auch genauso gut sein, dass ich vollkommen frustriert und demotiviert von meiner neuen Feindin steige und mit dem Gutschein für das nächste Studio dem Typen das Maul stopfe, bevor der überhaupt noch mal nach einem vorher-nachher-Foto fragen könnte!

Donnerstag, 19. April 2012

Leben erwacht... jeden Tag neu

Habt Ihr es auch schon bemerkt?
Irgendwie hat es WUMMMMMMM gemacht - und gerade erwacht rings um uns herum das Leben. Die Knospen öffnen sich zu wunderschönen Blüten, und mein Lieblingsbaum, die Kastanie, treibt, wenn auch noch zart, diese wunderbaren sattgrünen Blätter, die ich so liebe... Blätter wie eine offene Hand, in die ich nur meine eigene zu legen brauchte, damit deren Finger mich umschlingen und behüten, mich festhalten können...

http://www.ammersee-fotoblog.de/unter-dem-kastaniendach/
Ich freu mich so sehr darauf, wieder im Gras zu liegen, über mir spannt sich der Himmel, dehnt sich scheinbar endlos und erfüllt mich mit diesem Empfinden eines Vogels, der jetzt nur die Flügel ausbreiten muss, um sich zu erheben und davonzufliegen... Ein wunderbares, unvergleichliches Lebensgefühl, das irgendwie nur der Frühling in mir zu wecken vermag...

...und das Bewusstsein öffnet für so viele kleine Kostbarkeiten, die unser Leben einfach nur bunt & schön machen...


http://mrsberry.de/8893/projekt-rundherum-leben-die-natur-erwacht/
"...ich kann das nicht... ich bin nicht so stark wie du", hatte mir erst dieser Tage eine Freundin geschrieben. Und ich antwortete ihr: "Niemand soll so sein wie ein anderer, jeder soll er selbst bleiben - und genau so soll es gut sein..."
Ich meine, wer ist schon immer stark?
Und wer ist nicht auch mal schwach?
Bis wohin ist man schwach und ab wann ist man stark?
Ist Stärke nicht ebenso, zulassen zu können, dass man weint, heult, dass man sich vor Verzweiflung wälzt und um Hilfe schreit? Ist das nicht ebenso eine Stärke?
Das, was mir fehlt, bekomm ich von denen, die es in sich tragen.
Das, was in mir ist, gebe ich ab nach außen.
Jeder gibt etwas, jeder nimmt etwas. Mal der eine, mal der andere. Mal mehr, mal weniger.
Mein Weg von damals bis hierher... Irgendwie bin ich immer derselbe Mensch und doch auch wieder ein anderer. Das ist doch das Leben, das ist die Entwicklung. Wachsen tun wir nicht von heut auf morgen, und wäre alles immer nur einfach - wir wüssten es doch nicht zu schätzen. Oder?

Wäre mir immer alles einfach in den Schoß gefallen... ich ginge heute vermutlich achtlos an diesem Schneckenhaus vorüber
und würde das Wunderbare,
das in ihm wächst, wohl übersehen....

Donnerstag, 12. April 2012

Alles, was wir wollen, Baby, ist ALLES

Letzte Nacht habe ich nur zwei Stunden geschlafen und mich ansonsten ruhlos hin und her gewühlt, die Kissen aufgeschüttelt, immer wieder neu, sie schlussendlich aus dem Bett geschubst und dennoch nicht die richtige Ruheposition finden können.
"Das macht der viele Sport, ich kenn das, war bei mir am Anfang auch so", wurde mir bescheinigt.
Vielleicht ist das so.
Also liegt es an den freigesetzten Energien, die einen Wirbel in meinem Kopf veranstalten und mein Ich hungrig, gierig machen...



Irgendwie hab ich schon vor längerer Zeit aufgehört, alles und jedes zu hinterfragen oder gar auch verstehen zu wollen.
Der Kommentator meines letzten Posts bescheinigt mir eine Aggressivität bei einer Thematik, die mich überhaupt nicht aufregt, aber meinen Geist anregt - gleichwohl jedoch ein Hinweis, der mir so nicht neu und somit nicht unbekannt ist - allein weiß ich nur noch nicht, woher es rührt.
Zumindest das beschäftigt mich, die Ursache der Aggressivität. Ja, doch, die Wirkung auch. Immerhin - niemand, der mich kennt, kennt mich aggressiv. Würde ich jetzt mal behaupten.
Gleichwohl bin ich weder frustriert oder enttäuscht oder wütend. Ganz im Gegenteil. Keine Attribute, die Aggressionen schüren oder wenigstens erklärten.
Vielleicht ist es einfach nur... eine Häutung? Etwas von mir abstreifen und zurücklassen, damit etwas Neues, Kraftvolles entstehen kann?? Mein wirkliches Ich?



Es ist beinah zehn Jahre her, da bescheinigte mir ein Mensch, der mich im Grunde überhaupt nicht kannte: "Du bist eigentlich gar nicht du selbst. Du bist jemand, der eine zweite Haut übergezogen hat und der sie sich so zu eigen machte, dass er glaubt, diese Haut sei seine Haut"....
Er kannte mich nicht. Aber er ERkannte mich. Augenscheinlich.
In den fünfzehn Jahren meiner damaligen Ehe habe ich nichts von dem getan, das ICH bin. Ich habe keinen Pinselstrich gemalt. Ich habe kein einziges Wort geschrieben. Ich habe nicht getanzt und nicht gesungen. Dafür habe ich allen Erwartungen entsprochen, in der Familie, in der Firma, als Hausfrau, Geliebte und Mutter. Na ja, den meisten wenigstens.  Oder sagen wir: Ich hatte es versucht. Ernsthaft versucht. Immerhin. In dem Glauben: Ich beweis es euch allen, ich schaff das.
Eines Tages habe ich meine Sachen gepackt und bin gegangen. Scheiße, was hatte ich für eine Angst vor diesem Schritt - und wie gottverdammt lange habe ich gezögert, diesen zu gehen. Aus Angst, die in mir geschürt wurde. Aus Angst, die mir eingeredet wurde. Aus Angst vor mir selber.

Die Freiheit
ist eine Treppe mit tausend Stufen,
kein Fahrstuhl.
(Hans Kasper)


Du denkst, du triffst eine Entscheidung und fortan ist alles gut.
Du denkst, du zerreißt die Fessel und fortan bist du frei von allem.
Du befreist dich und glaubst allen Ernstes, dass es dir ab morgen schon gut geht.

Die Wahrheit ist:
Du leidest wie ein Hund und während du nicht aufhören kannst zu weinen, zu reden, werden die Menschen um dich herum ungeduldig und müde und putzen sich die Fingernägel, während du voller Verzweiflung in den Teppich beißt. Du fällst tief und immer tiefer und du glaubst, dir wird ganz schwindlig von diesem freien Fall und du glaubst, nichts hält diesen Fall auf und so wirst du irgendwann hart aufkommen und an diesem Aufschlag zerbrechen.
Die Haare fallen dir aus und die Fingernägel brechen dir weg, das Blut läuft dir weg wie Wasser - weil du weder essen noch schlafen kannst und während du tagsüber liebevoll für deine Kinder sorgst, zerbeißt du nachts die Kissen, weil du nicht willst, dass sie dein Weinen hören. Du weißt, dass du mehr als nur die Verantwortung für sie trägst, und trotzdem stehst du am Fenster, dein Körper verletzt von Menschen, deren Überlegenheit die reine körperliche Kraft gewesen war, deine Seele fast zerstört  - und du lehnst die Stirn an das kühle Glas und schließt die Augen: "Lass dich einfach nur fallen... Dann ist alles vorbei und niemand mehr kann dir auch nur irgendetwas anhaben."
Aber ernsthaft vor hast du das nicht, weil neben deiner Liebe zu deinen Kindern tief in dir auch die Hoffnung und die Zuversicht leben, dass jedes Leben, jedes einzelne Leben für eben jeden etwas ganz Wundervolles bereithält. Auch für dich.
Du glaubst nicht, dass du noch einmal lieben kannst.
Du glaubst, dass das, was du bereits gelebt und gefühlt hast, das Großartigste war - bis du irgendwann begreifst, dass Träume, die auf Sandburgen gebaut wurden, allerhöchstens Seifenblasen gewesen sind, schillernd und unsagbar schön - aber die bei ihrer Berührung zerplatzen.




Die Wahrheit ist:
Diese Zeit des Wartens, des Erkennens, des sich Lösens von Träumen und Wünschen ist für dich eine emotionale Hölle, ein ständiges Aufstehen und wieder Stürzen, und deine Knie sind so blutig und vernarben so wie du glaubst, dass deine Seele vernarbt. Und du zu nichts Reinem, Ernsthaftem, Aufrichtigem mehr in der Lage sein kannst. Und du fragst dich: Wenn so viele Menschen nur mit ihrem Freund, ihrem Mann zusammen sind und bleiben, weil sie etwas anderes nicht bekommen konnten - warum sollst du dann das Glück haben, jemals (noch einmal) tief und unverwechselbar lieben zu können?

Die Wahrheit ist aber eben auch:
Jeder Mensch, der aufrichtig liebt und gibt, der aufrichtig wünscht und sehnt - der wird eines Tages wissen, dass jedes Stolpern, jeder Sturz, jedes blutige Knie, jede durchweinte Nacht unbedingt notwendig war, wenn du mehr über dich wissen willst als das, was dir jeden Morgen im Spiegelbild begegnet. Und dass du unbedingt all dieses Wissen brauchst, wenn du eines Tages mit dem Menschen neben dir das Wort Glück in den Himmel schreiben willst und weder du noch der andere neben dir nach der ersten Euphorie zu einem Möbelstück geraten sollen. OK, das ist meine ganz persönliche Erfahrung. Und somit meine ganz persönliche Meinung. Teile sie oder nimm dir etwas daraus mit. Das, was du willst. Oder auch nichts. Finde deine eigene Wahrheit.

Vor gut zehn Jahren erreichte mich eine Postkarte mit den Worten:
"So ernsthaft, wie du die Liebe suchst, wird sie dich auch finden."
Und genauso ist es gekommen. Irgendwann. Eines Tages.
Es ist nicht so, dass du nichts dafür tun musst. Es ist auch nicht so, dass sie an deine Tür klopft und sagt: "Komm, hör auf zu weinen, jetzt bin ich da."
Es ist wohl eher so... dass du immer noch sehnst und träumst und fühlst und auch suchst... Und während du  gerade über deiner Steuererklärung brütest, macht es Pling - egal ob du es gerade erwartet, erhofft oder erbeten hast. Es ist da.

Ich habe niemals bereut, (los)gegangen zu sein.
Ich habe immer nur gedacht: Wieso habe ich das nicht eher getan? Wieso habe ich mir so wenig zugetraut? Wieso habe ich mich nicht getraut?

Zehn Jahre also hat es gedauert, mir diese zweite Haut abzustreifen und zu mir selbst zurückzufinden. Bin ich also derzeit gar nicht wirklich aggressiv, sondern ist in Wahrheit dieser Akt der Häutung die Summe all der ungelebten Emotionen, die ich mich nie wagte zu sagen, zu zeigen, weil ich mich damit zu wenig liebenswert hätte fühlen können? Bin ich gerade also zu unduldsam, zu ungeduldig, zu direkt, zu ehrlich, zu unsanft und auch ungerecht, weil ich erst noch herausfinden muss, was von diesem Prozess danach noch Meins ist und was nicht?
Ich kann das alles noch nicht recht beantworten oder gar einschätzen. Entscheidend ist doch eigentlich nur... am Ende des Tages bei mir selber anzukommen.

Als ich damals auszog, habe ich nichts erwartet oder erhofft. Nur eine vage Vorstellung im Kopf gehabt und ein Bewusstsein dessen, was ich NICHT wollte. Ich würde also sagen: Der Strudel der Ereignisse riss mich einst mit sich. Und als ich wieder auftauchte, ist mir das Beste passiert, das mir je passieren konnte:
Das Leben.
und kein bisschen weniger

Dienstag, 10. April 2012

also die denken ja auch

...wir Frauen seien alle mit dem Klammersack gepudert!

Kam mir doch grad diese Werbung unter die Augen:


19 Kilogramm Körperfett - neun-zehn Ki-lo-gramm! Hallo? Wie in aller Welt soll die Mutter aller Stabheuschrecken ganze neunzehn Kilogramm Körperfett vor uns verborgen gehalten haben? Ich meine, bei ihrer Omnipräsenz in Zeitschriften und TV wäre den Argusaugen von uns Normalo-Frauen ein solcher Umstand niemals entgangen. Niemals! Wir hätten zufrieden die Tasse Milchkaffee gehoben, entspannt ein Löffelchen  Zucker hineingetan und uns befriedigt den Bauch gestreichelt:
"Ach Heidi, nicht traurig sein, du verdienst vielleicht Millionen, aber ansonsten bist du ganz genau wie wir!"
Und - mit Verlaub - Photoshop hin oder her - ein paar Dellen, Falten oder Ähnliches wegzuretuschieren ist keine Kunst. Aber 19 Kilogramm zu retuschieren - ich wüsste nicht, welchen Sinn dieser ganze Aufwand haben sollte.  Anwärterinnen für den Heidi-Ersatz gibts schließlich genug. Leider.

Ich habe mir erlaubt, die entsprechende Website aus diesem Beitrag herauszulöschen!

Weil:
Nicht die Ergebnisse dieser Regel-für-den-flachen-Bauch täten mich erschrecken. Sondern die Dreistigkeit der Werbetreibenden, die offenbar ernsthaft glauben, dass wir ihnen diesen Scheiß abnehmen - im doppelten Sinne!
Nee Leute, nee Leute, nee Leute!
Und Heidi, lass das Grinsen sein! Sonst komm ich noch auf die Idee, mitten in der Nacht meine Heizung hochzudrehen!

Pausenfüller

...trotzdem ich das ganze schöne lange Osterwochenende vergammelt und verpennt habe, mich also quasi nach Strich und Faden erholte und Miss Angina so halbwegs zum Teufel jagte, kam ich heut Morgen trotzdem nicht in die Gänge.
Ach na ja, was heißt schon heute morgen... Meine Pause von acht bis siebzehn Uhr musste gefüllt werden!


Wenigstens reichte die Kraft am Ende des Tages aus, um das Sportstudio zu betreten. Und irgendwie fetzt das schon zu sehen, dass ich mein eigenes Limit täglich, ja wirklich täglich steigern kann! Wenn das so weitergeht, kann ich eines Tages tatsächlich noch die Nüsse mit den Oberschenkeln knacken! Oder mit den Arschbacken. Na wobei aber iiieeehh, also bitt schön, die möcht ich dann aber nicht mehr essen! :)

Und dann fuhr ich wieder heim, erschöpft, k.o. - aber irgendwie happy und vor allem unlustig, schon jetzt den Heimweg anzutreten. Ich meine, watt willste auch zu Hause, wo keine Seele wartet, auch kein Essen zuzubereiten ist und so? Also dachte ich: Malle is schätzungsweise vier Kilometer entfernt, fliegste mal eben für ein paar Minuten in die Sonne. Gesagt, getan.
Dieses Eiland betrat ich übrigens zum ersten Mal und beflissen breitete die gute Dame hinterm Tresen vor mir ihr sämtliches Repertoire an Bräunungsbeschleunigern & Co. aus: "Wir haben hier was mit Schoko, Banane, Erdbeere" - und rückversetzt in meinen jüngsten Sexshopbesuch - unterdrückte ich ein Grinsen:
"Ach was! Mit Geschmack habt Ihrs auch?"
und sie antwortete eifrig: "Nein nein, das ist natürlich nur zum Einreiben für Gesicht und Dekolleté!"
Nun ja. Spaß verstehen die auf Malle also auch keinen.
Wohin die mir jedenfalls beim Sprechen geguckt hat, erschloss sich mir nicht. Denn das, was sie mir als Pröbchen für eben jenen Bereich verkaufte, reichte auch noch für den Allerwertesten!
Womit ich übrigens nicht mal sagen will, dass die Paste für'n Arsch war!
Ohne Worte, Kinder. Ohne Worte.

Samstag, 7. April 2012

Am Ende wird alles gut

Ja. Wie nennt man das eigentlich?
Man geht alleine ins Bett und wacht gemeinsam wieder auf - Freundin Angina und ich.
Nennt man das jetzt Reproduktionstechnik á la Ziggenheimer - oder einfach nur dämlich?
Ich meine, wie kann man schon wieder Breitseite kriegen, kaum dass man die eine überstanden hat und sich wie Bolle auf ein herrlich langes, entspanntes Wochenende freute??? Sich soviel vorgenommen hat, soviel Energie & Elan verspürte - und nur mit einer einzigen Nacht mit einem Schlag alles zunichte wurde? Nun liege ich da wie ein Häufchen Elend (aber nur äußerlich, ha ha!), um mich herum versammelt eine Schar Taschentücher, eingehüllt in eine dicke Strickjacke, dicke selbstgestrickte Socken an den Füßen (die gibts jedes Jahr zu Weihnachten - danke, Mama! :)), vor mir ein Glas Tee, ein Glas Honig (igitt, aber es hilft!) und wenn ich zum Fenster hinausschau.... Brrrrrrrr!! Das ist wohl das einzig Positive daran: Ich kann mich erholen, ausschlafen und stundenlang in der Badewanne liegen, ohne auch nur den Funken eines schlechten Gewissens zu verspüren.
Meinte noch der Kollege  zu mir: "Mensch, Ostern letztes Jahr sind wir schon im T-Shirt herumgelaufen", so hielt ich entgegen: "Na dafür hatten wir aber auch einen Winter, über den wir uns echt nicht beklagen konnten!"

Gestern Abend raffte ich mich dennoch auf und ließ mich in die bunte Kinowelt entführen:
"Best Exotic Marigold Hotel"...


...ein Wahnsinnsfilm mit einer wunderbaren Aussage für das Leben, für die Liebe - und dass es niemals zu spät ist, egal, wovon Du träumst.
Natürlich gefiel mir die Judy Dench am allerbesten, klar ;) - gleichwohl die Aussage des Films, die immer und immer wiederkehrte, die sich irgendwie durch den ganzen Film trug, die ist mir im Sinn geblieben und wird wohl auch für immer dort eingemeißelt bleiben:

"Am Ende wird alles gut. 
Und wenn es nicht gut ist, 
dann ist es auch noch nicht das Ende."



Sonntag, 1. April 2012

die drei phasen einer frau

Nun, das Thema Selbstwahrnehmung haben wir ja schon oft genug durchgekaut, fang ich jetzt auch nicht wieder mit an. Aber irgendwie muss ich doch mal sagen: Ich bin ja nun nicht gerade kleinwüchsig, kann man nicht wirklich sagen. Und auch wenn mir die Magergrößen inzwischen nicht mehr passen, hielt ich mich immerhin noch für... sagen wir... eine FRAU mit allem Drum & Dran - ein Schneewittchen mit Arsch und ... ok!

Vielleicht hatte ich ja in den letzten Wochen und Monaten einfach nur den Bogen raus, was ich wie anziehen muss, damit ich eben auch genauso aussah wie ich mich halt empfand.
Jedenfalls hatte ich heute meinen allerersten Termin im Sportstudio (Bekloppt, sag ich doch. Normale Leute gehen sonntags zur besten Zeit ein Milchkäffchen in der Sonne trinken, andere aber...) und bis dahin fühlte ich mich doch ganz wohl in meiner Haut, bezeichnete ich mich auch, ohne rot zu werden, als groß und schlank.
Na ja, das Gute ist: Groß bin ich immer noch!

Gleichwohl durchlief ich am heutigen Nachmittag folgende Phasen:



Phase 1 "Vor dem Sportstudio" - meine Rundum-Sorglos-Phase im Sinne von "Ich bin eine RICHTIGE Frau", von der Du nicht glaubst, mit nem Kleiderbügel im Bett zu liegen :)

Allerdings nur bis zu dem Moment, wo ich mich in Sportsklamotten im Spiegel des Sportstudios sah, von dem ich vermutete, dass es sich hier um einen Zerrspiegel handeln musste. Packt man die Frauen genau da, wo es ihnen am meisten wehtut, nämlich an ihrer Eitelkeit - hat man im Handumdrehen die Studiogebühren für die nächsten zehn Jahre gesichert!

So folgte Phase 2 "Im Spiegel des Studios", die es mir unmöglich machte, den Sportpulli auszuziehen und damit den Blick auf das darunter liegende... äh... Weibliche freizulegen. "War das denn nicht zu warm?" wurde ich prompt gefragt. "Na klar", hab ich geantwortet, "ich hab geschwitzt wie ein Schwein, aber ich war zu eitel, den Pullover auszuziehen."

Und an dieser Stelle folgte Phase 3 "Nach dem Telefonat mit Schatzi": "Na aber wieso, du warst doch schon immer so!" Ich begann derart zu lachen, dass Mann sich prompt zu verteidigen begann: "Na ja, bei dem Thema wäre es vermutlich egal, was ich sage, es kann nur immer falsch sein" und ich kreischte "Wie wärs denn mal mit Diplomatie? Eine, die mir nicht den Mut nimmt, bevor ich überhaupt angefangen habe?" und prompt folgte die Reaktion "Na ja, also schlanke Beine hast du ja!"
Darauf, liebe Leute, habe ich mit so einem kreischenden Lachen reagiert (weil mir spontan vor Augen kam, was ich alsdann hier skizzierte), dass Schatzi erst einmal auflegen musste und auch jetzt noch, über eine Stunde nach dem Telefonat, ein Pfeifen im Ohr hat.

Apropos Pfeifen - was macht man, wenn auch die halbe Facebook-Welt dir verschobene Eigenwahrnehmung bescheinigt sowie die Aussage "Baby, du hattest schlanke Beine, gestern, in meinem Spiegel" unterschiebt - wie hilft man sich dann aus diesem Ego-Tief? Genau! Man dreht die Mucke auf und pfeift sich einen :)


Übrigens telefonierte ich heut Abend noch mit meiner Mama und die fragte mich ganz aufgeregt, ob ich denn im letzten von ihr gesehenen Tatort mitgespielt hätte - der hätte doch in DownTown gespielt und sie war ganz, ganz sicher, mich dort im Straßencafé sitzend gesehen zu haben.
Daran konnte ich mich nicht erinnern und ich sagte noch: "Bist du sicher, dass ich das war? War das wirklich was dunkelhaariges Dickes?" und sie antwortete: "Kind, das konnte man ja nicht sehen, du hast doch gesessen."
Klasse!!! Wrong Answer!!!!! Wieso bauchpinselte sie mich nicht einfach, indem sie sagte "Kind, du bist doch nicht dick!" - sie ist doch schließlich meine Mutter???!!!!

Ich sag Euch mal was: Der Zuckerkuchen nach dem Sportstudio hat verdammt lecker geschmeckt und ich bereue keine einzige Krume :)
Und morgen Abend ist mein nächster Sporttermin. Eine vier-Wochen-Flat auf Gutschein-Basis will schließlich ordentlich ausgenutzt werden :)
Prost Kinners, ich trink mich jetzt am Rest meines Weinchens von gestern schön!

Freitag, 30. März 2012

no other way




die hitze eines spätsommertages 
hat nachgelassen
und es ist nacht geworden
wie aufgefädelt auf einer schnur
treibt der wagen auf der straße entlang
richtung meer;
liege ich schläfrig im sitz
und folge dem lichtkegel mit dem blick,
vorbeihuschende lichter,
während die musik unter die haut perlt,
hinein in die seele.
und du den wagen ruhig und sicher lenkst,
ab und an ein lächeln -
oder auch keins -
und dennoch sind wir uns näher 
als in manchen momenten,
in denen wir einander berühren.

dieser song hat kein happyend
jedoch eine wunderbare ausdruckskraft
für liebe,
in der man einander nicht braucht,
aber umso mehr will.

perspektiven

Es ist zwei Tage her, da lag ich morgens entspannt auf der Rückbank des Kollegen (ja, die Fahrgemeinschaft besteht doch weiter, angesichts der stetig steigenden Preise könnteste glatt Mordgelüste entwickeln, umso mehr dann, wenn Du in den Gazetten liest, dass das ganze Brimborium um Ölmangel etc. eine Münchhausen-Story ist und bleibt) und verfolgte nur schläfrig einen Beitrag im Radio, wonach Umfrageergebnisse ergaben, dass die heutige Jugend vor allem Angst vor dem sozialen Abstieg habe und ein relativ hoher Prozentsatz (ich weiß die Zahl nicht mehr, nur dass ich geschluckt hab) der Jugend eher keine Perspektive für seine Zukunft hat. Oder sieht.
Ich dachte da auch so an meine Söhne, daran, dass sie in gut einem Jahr mit Schule und Ausbildung durch sind und dann mehr oder weniger auch ihr Ernst des Lebens beginnt. Und fragte mich so ein bisschen: Wer weiß, wohin es die beiden mal verschlägt; wer weiß, wo sie ihren Platz im Leben finden werden? Nein, trostlos empfinden wir drei das alles nicht, eher entspannt - wie immer eben.
Aber mir fielen dann so die einen oder anderen Geschichten wieder ein, die Junior I ab und an erzählt. Von Freunden, Freundinnen schon in der ersten und jetzt auch in der zweiten Ausbildung, die entweder abbrechen, weil sie den Ansprüchen nicht gerecht werden können. Oder abbrechen, weil sie Probleme mit sich und dem Leben haben - und in tiefste Depressionen versinken.
Wenn Ihr mich fragt: Ich nehme so etwas immer ernst, auch wenn der eine erst siebzehn oder die andere erst zwanzig ist.
Nun ist es ja auch so, dass die bunte Welt des Internets irgendwie auch beinah mein zweites Zuhause geworden ist (ja, ich glaub, ich bin süchtig - zumindest in den Momenten, wo ich Langeweile hab :)) und ich lese ja immer mal in vielen anderen Blogs auf allen möglichen Seiten. Nur wenige regelmäßig, die meisten eher, weil ich sie zufällig finde.
Was mir dabei immer wieder auffiel: In diesen Blogs finde ich unglaublich viele junge Menschen zwischen sechzehn und fünfundzwanzig Jahren, die jeden Tag darüber nachdenken, ob und wie sie ihrem Leben ein Ende setzen könnten; die sich selbst verletzen und die Arme zerschneiden, nur damit sie überhaupt wieder etwas fühlen können; die die Sonne nicht zu sehen vermögen, weil sie ihre Fenster eingestaubt haben... Diese Blogs sind auch fast ausschließlich in dunklen, bedrückenden Farben gestaltet, so dass ich schon ahne, was mich erwartet, sobald ich nur zufällig einen Post öffne.
Ich lese das derart oft, dass ich - man sieh mir das nach - oftmals einfach diesen Blog dann wieder schließe und denke: "Nein, sowas kann ich jetzt nicht schon wieder lesen."
Man siehe mir nach, dass ich diese geballte Fülle der zerstörten Hoffnungen und Träume zwar ernst nehme, aber dennoch nicht ertragen kann. Aber ich frage mich: Was ist los mit den jungen Menschen, bei denen, kaum dass die Eierschalen abgefallen sind, schon eine so derartige Trostlosigkeit in der Seele wohnt? Was ist mit den Eltern dieser jungen Menschen? Wissen die Eltern? Kümmern sich die Eltern?
Depressionen sind ja nichts, die man sich irgendwo im Vorbeigehen mit aufschnappt, gegen die man sich wehren oder einfach mal etwas tun kann. Insbesondere durch Erfahrungen in meinem eigenen Freundeskreis weiß ich, wie hilflos man sich da oft fühlen kann - weil man nicht immer weiß, ob und was man tun kann, um einem anderen auf die Beine zu helfen.
Dennoch muss ich sagen.. Der Anteil der jungen Blogschreiber, die so hoffnungslos, so zerstört wirken, erscheint mir unverhältnismäßig hoch und das erschreckt mich irgendwie. Mein Gott, wie waren wir mit siebzehn, neunzehn, zwanzig Jahren? Ging es uns damals zu gut oder ist es heute eher ein Luxusproblem? Natürlich abgesehen von den Menschen, die Schlimmes erlebten.
Ich weiß das alles gar nicht, es belastet mich jetzt auch nicht - aber diese Frage beschäftigt mich.
Und ich habe mal eben meinen immer noch kranken Sohn zu Hause angerufen und ihm gesagt, dass ich ihn sehr lieb habe.
Er gähnte und sagte: "Aber das weiß ich doch, Mutsch. Was gibts heut eigentlich zu essen?"

Donnerstag, 29. März 2012

wie bekomme ich ihn zurück in zehn schritten (oder lieber doch nicht?)

be cool
be smart
be sexy
zieh dich an
mach dich schön
geh aus mit freunden
flirte
sei fröhlich (scheiß egal, ob du innen weinst)
interessiere dich für andere(s)
hab spaß mit allem, das du tust!
(auch wenns am anfang nur äußerlich ist)

sei alles das, was er nicht ist und was er niemals war!

copyright: http://img.fotocommunity.com/photos/1189437.jpg 

und wenn er wieder angeflennt kommt,
dann entscheidest du, 
ob er wirklich das ist, 
was du willst.
(für P.)

warte nicht

"Das Glück 
kommt oft durch eine Tür, 
von der wir gar nicht wussten, 
dass wir sie offen gelassen hatten."
Autor: mir unbekannt


...aber eben immer wieder wahr...




Und:
"Egal, wie dunkel der Raum auch ist: Liebe und Hoffnung sind immer möglich."

Dienstag, 27. März 2012

Schönes Restleben!

eigentlich fühl ich mich gar nicht in der stimmung, im blog herumzukritzeln.
ich fühl mich aber auch nicht in der stimmung, mich ins bett zu legen und so zu tun, als ob ich dann schon noch einschlafen würde.
in die ferne will ich nicht schauen, hektische, aufdringliche werbespots aller zehn minuten sind das letzte, das ich jetzt gebrauchen könnte.
ich will nichts essen, nein, auch keine schokokekse.
ich will auch nichts trinken, nein, keine weißweinschorle.
irgendwie befinde ich mich grad outta line oder so, keine ahnung, wie man so einen gefühlszustand beschreibt. nicht gut, nicht schlecht, irgendwas dazwischen, gleichwohl hat mich mittelmaß immer schon angekotzt. dann lieber ganz unten oder doch ganz oben.

ich habe gerade bauchschmerzen.
ich sollte endlich aufhören, mir um andere menschen ständig gedanken zu machen, sie anzurufen und sie heben nicht ab und rufen auch nicht zurück, dann eben sms zu schicken und sie zu fragen "wie gehts dir, ich denk an dich!", nur um auch bloß keine reaktion zu bekommen, dafür aber irgendwann im world wide web zu lesen: bei der einen ist das erste kind schon vor zwei wochen auf die welt gekommen, bei der anderen der haussegen offensichtlich auch wieder gerade gerückt. das ist toll, wirklich, ich freu mich für jeden, dems gut geht! das meine ich sogar ehrlich.
aber ich mach hier nicht den clown für euch, den hampelmann gleich gar nicht. da muss mir auch niemand sagen, ich hätte ein schlechtes karma. überhaupt niemand.
noch vor einem jahr hätte ich jetzt zu hause im stillen kämmerlein gebröselt und an mir selber gezweifelt - heute sage ich: "schönes restleben!"
in diese stimmung passte super, dass sonntag abend am verabredeten treffpunkt kein verabredeter schnittiger pkw stand, sondern irgend ein komischer alter bus, in dem acht leute plus fahrer platz fanden - und ich die goldene mitte der letzten reihe zugewiesen bekam. was auf gut deutsch heißt: "kein fenster zum öffnen, kein sauerstoff, keine frische luft, dafür neun leute, der gestank von mindestens 12, eine luft zum schneiden - und noch vierhundert kilometer bis nach hause!" krampfhaft versuchte ich mich zu erinnern an so was wie "augen zu und immer schön durch den mund atmen"; allerdings artete dieser versuch eher in schnappatmung und eine drohende hyperventilation aus. also ließ ich das wieder bleiben, sank resigniert zurück in den sitz, stöpselte mir die ohren mit ordentlich mucke zu und versuchte sowas wie einen schlaf. dann vergeht die zeit, du merkst von dem gestank nicht wirklich was und wenn du aufwachst, stehste schon fast vor der haustür.
na ja. zumindest war das so abgemacht. für 30 euro immerhin. ein stolzer preis, wenn man bedenkt, dass die norm bei ca. 22 euro für mitfahrgelegenheiten liegt. mir schwante merkwürdiges, als der typ fragte: "wo liegt denn eigentlich down town?" und ich leicht konsterniert antwortete: "na da kommen wir doch vorbei, ich sag dann bescheid" - nur um leicht nervös ein paar stunden später zu fragen "du sag mal, wir hätten hier aber von der autobahn runtergemusst!?" und der zurückfragte: "nee wieso, wir fahren nach berlin, habe ich doch aber extra am telefon gesagt." na ich weiß nicht wem, mir jedenfalls nicht, im internet stand "down town" und bei ner räumlichen distanz von ca. 150 km bis nach berlin wäre mir dieser faktor mitnichten aufgefallen. "du wolltest mich in down town am supermarkt absetzen", jappste ich - aber was immer ich jetzt auch vorbrachte: bist du einmal an der autobahnabfahrt vorbei, haste einfach mal ein bisschen wie pech gehabt.
und so fand ich mich wieder mitten in der pampa, dunkel wars, der mond schien helle, und wie aus dem nichts ragte neben dem flughafen eine s-bahn-station empor und der typ war immerhin nett genug, mir den vollen preis von dreißig euro abzuknöpfen und dafür an eben diese station am rande der autobahn zu bringen. was hatte ich doch schwein, dass der automat zwar meinen geldschein nicht wollte und ergo kein ticket herausrückte, trotzdem aber nach lediglich sechs minuten die bahn erschien, die mich dankbar verschluckte. die schaffnerin war das erste nette, das mir an diesem abend begegnete, und nachdem ich das ticket gelöst und den seesack von den schmerzenden schultern gezogen hatte, warf ich mich müde und erschöpft in den sitz, nur um nach gut fünfundvierzig minuten mit einmal umsteigen bitte und etwas über einer stunde verspätung nach hause anzulangen. immerhin gesund und unversehrt - das hätte schließlich alles auch ganz anders kommen können. "rede dir nicht immer alles schön", wurde ich prompt zurechtgewiesen. nö. mach ich nicht. aber nur das negative zu sehen, bringt mir auch nichts und macht mich auch nicht froh.
die krone des ganzen setzten meine söhne auf, indem mir mein an angina erkranktes und fieberndes kind müde, erschöpft und verdammt anlehnungsbedürftig seinen kopf auf meinen schoß bettete und erzählte, dass der vater ihn in diesem zustand zur radtour zwang mit den worten "wenn du hier nur rumliegen willst, brauchst du auch nicht herzukommen" und der große erzählte: "das war noch nicht alles. der hat zum beispiel auch gesagt: ich bin echt froh, wenn ihr wieder weg seid, dann hab ich wenigstens meine ruhe". und so weiter. und so weiter. ich schaute erst den einen, dann den anderen an, ich konnts nicht glauben und nicht fassen. ich konnts einfach nicht fassen. mit diesem mann hatte ich so viel durchgemacht, dass ich davon ein buch schreiben könnte. mach ich aber nicht, das ist die sache nicht wert und wir wollen doch auch nicht die schöne märchenwelt zerstören, die er ringsherum aufgebaut hat, oder? dass er sich jedoch nie bemüßigt gefühlt hatte, auch nur einen einzigen cent unterhalt oder irgendwas in dieser art für seinen sohn zu bezahlen, dafür aber immer schön die hand aufgehalten hatte (klar, luxuskarossen müssen immerhin auch bezahlt werden!), dass er mir jedes jahr einen schwindel-plan vorlegt, wonach der arme mensch für viel zu wenig geld arbeiten muss wie ein tier, so dass leider, leider kaum wochenenden mit den kindern bleiben, mir im gegenzug aber stolz erzählt, dass seine freundin und er wellness wochenenden und was weiß ich nicht alles miteinander verbringen - dann empfand ich aller-allerspätestens am sonntag abend derart ekel und abscheu bei dem, was mir die jungs erzählte, dass ich am liebsten noch in der nacht zum telefon gegriffen und dem anderen den arsch bis zum stehkragen aufgerissen hätte. zurück hielt mich lediglich das wissen, dass die gegenseite primitiv genug war, sich ausschließlich in gewohnten verbalattacken zu verlieren und am ende nichts gewonnen war.
auf meine söhne konnte ich an dieser stelle nur ruhig und entspannt eingehen, ihnen ermöglichen, ihr unverständnis, ihre enttäuschung herauszulassen - und als ich anschließend noch zwei sms nachrichten las "schau mal sender xyz... schnell!" und die zweite zwanzig minuten später "aber nett, dass wir darüber geredet haben" - da war für mich ein punkt erreicht, wo ich am liebsten alles hingeschmissen und gebrüllt hätte "SCHÖNES RESTLEBEN!"

ich habe gerade bauchkrämpfe und ich muss jetzt verdammt noch mal was trinken!  

Samstag, 24. März 2012

wenn dir alles bis zum hals steht

...stress im job
...stress in beziehungen gleich welcher art
...nervige kinder
...schlechte träume
...hausarbeit, die sich nicht von alleine macht
...du wohlbefinden nicht mal mehr buchstabieren kannst -


dann schnall dir deine laufschuhe unter und renne los. und wenns am ende nur zwei kilometer sind - scheiß doch drauf. es kommt bewegung in den körper, in den kopf, in deine seele.

es ist samstag morgen, 7:43 uhr, ich bin ungefähr zwei kilometer gejoggt (wirklich gejoggt, nicht spazieren gegangen :)) und habe nur noch eine pause statt vier *grins* gemacht. und bin jetzt zurückgekehrt an heim und kaffeetasse - und ich fühl mich sowas von... von... ach probierts doch selber :)

Mittwoch, 21. März 2012

Das Versprechen

...A Promise...






Manchmal versprechen wir etwas 
und denken uns nichts wirklich dabei.
Wir versprechen in dem Glauben, 
dass wir uns daran auch halten werden.
Und manchmal ist doch alles ganz anders.
Ungewollt.
Unbewusst.
Wir versprechen, auf uns zu achten, 
auf uns aufzupassen.
Wie schwierig das jedoch wirklich ist,
haben mir die vergangenen Monate gezeigt.
Es ist nicht nur, 
dass wir auf die Arbeitszeiten achten.
Es ist nicht nur, 
dass wir darauf achten, 
ob wir genügend gegessen und getrunken haben.
Es ist nicht nur, 
dass wir genug Schlaf finden.
Es ist nicht nur, 
dass wir lernen, Grenzen aufzuzeigen.
Oder dass wir tun, 
wonach uns ist.
Was wir lieben. Wen wir lieben.
Wen wir in unserem Leben zulassen
oder was wir zurücklassen.

Aber es ist die Summe des Ganzen.

Mir ist, als falle endlich etwas von mir ab.
Erst jetzt.
Nach den Monaten, 
in denen ich 
die Summe des Ganzen zu leben versuchte.
Und befreite mich.
Und entkrampfte mich.
Ich bin strenger und konsequenter.
Lauter.
Heftiger.
Und doch sanfter als je zuvor...
...höre jeden Abend
zum Einschlafen solche Musik. 
Und lausche auf meinen Herzschlag - 
der lauter ist als je zuvor.
Kraftvoller.



Und mir ist klarer denn je zuvor:
Du kannst jedem von Dir erzählen,
an Deinen Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben lassen.
Doch Du musst jedem die Zeit lassen,
selbst zu erfahren und zu erkennen.
Zu glauben und gar zu erwarten,
dass ein anderer erkennt, 
ohne erfahren zu haben,
ist ein Hochmut, 
der Dich stürzen lassen wird.

Montag, 19. März 2012

internetdating

Es war haargenau vor neun Jahren, nämlich im März 2003, als ich mich endlich von meiner Freundin zum Internetdating überreden ließ. (Weiß grad gar nicht, ob ich das schon mal erzählte, und falls doch, wisst Ihrs vielleicht auch schon nicht mehr, weils zu lange her ist ;)). Jedenfalls - bis heute, was immer ich auch erlebte, kann ich immer wieder nur sagen: Für mich war es das Beste, das mir passieren konnte.
Die meisten meiner heutigen Freunde & Bekannten habe ich über diesen Weg kennen gelernt, und ich bin auch bis heute der Überzeugung, dass ich keine Erfahrung davon missen möchte. Und auch, wenn der eine oder andere Kontakt nicht rege oder regelmäßig ist, so empfinde ich trotzdem eine Art Bereicherung meines Lebens.

Ich meine, klar, auch ich hab so Freaks kennen gelernt, die mir schrieben und mich baten "schick mir doch bitte ein Foto von dir, nackt und, wenn du magst, auch ohne Kopf, ich sammel das" und ich fragte damals  "hast du keine anderen hobbies?" und er (wer oder was das in Wahrheit auch immer gewesen sein mochte, vielleicht ja auch Nachbars Katze?) antwortete: "sei mir bitte nicht böse, auf dich wirkt das bestimmt merkwürdig, aber ich hab mich damit abgefunden, dass ich hässlich und auch noch arbeitslos bin und ich in diesem Leben keine Frau mehr finden werde" und statt meiner Aktfotos schickte ich ihm eine Liste mit Selbsthilfegruppen.
Oder ein Typ namens "Pabst Paul", der drauf abfuhr, dass Mädels über seinen kleinen Schwanz lachten. Im Gegenzug würde er ihnen die Füße küssen. Hier vermutete ich einen pubertären, pickeligen Nerd mit abgefressenen Fingernägeln, dessen einziges Knistern in seinem (Liebes)-Leben vermutlich von der Chipstüte und das einzige Prickeln aus der Colaflasche kam.
Und vom Jürgen hab ich Euch ja auch gerade erst erzählt.
Dann gibts ja noch die Raffinierten, die sich tatsächlich den Umweg und die Mühe machen, Dir ihr Interesse vorzugaukeln, ein bisschen was von sich selber vorzujammern ("Meine Frau und ich sind im Grunde schon seit Jahren getrennt!") und Dich so lange mit romantischen sms und Handlungen aus dem Katalog überschwemmen, bis Du Dich dran gewöhnt hast, der Spieß sich dreht und fortan Du diejenige bist, die unruhig mit den Füßen scharrt, weil schon seit drei Tagen zum Beispiel keine gute-Nacht-sms mehr kam und er schon längst wieder auf Beutezug gegangen ist, nur um abends müde & geschafft zur Ehefrau ins Bett zu kriechen, die entweder ihren armen Schatz bedauerte, weil er schon wieder so lange zu arbeiten hatte, oder selber noch ganz warm vom Liebhaber war.

Aber mal ganz ehrlich: Sind das nicht - mehr oder weniger - alles Dinge, die wir auch im realen Leben außerhalb des Internets erleben? Der gutsituierte, hochdotierte, alte Mann zum Beispiel, verheiratet, Kinder, und belästigt eine junge Frau mit der immer wiederkehrenden Frage, ob sie sich vorstellen könnte, mit ihm am Gardasee zu leben, er habe dort ein Haus und er liebe sie doch - während er täglich fürsorglich seine Frau im Krankenhaus besucht, die sich bei einem Sturz den Arm gebrochen hatte, und sich liebevoll um die Kinder kümmert. Der auf dem Standpunkt steht: "Alles ist möglich, solange der Preis stimmt"? Und der jungen Frau droht, ihr den Stuhl abzusägen, wenn sie seine sms nicht mehr beantwortet?
Boah ey, DA könntsch abkotzen - und nicht über die Typen, die via Internet versuchen, ihr Würstchen in die Sahnesoße zu tunken in der Hoffnung, dass es keiner merkt.

Mein Fazit also nach all den Jahren des Internetdatings:
Verteufeln musst Du gar nix, weil dort nichts passiert, das nicht auch im wahren Leben abgeht - und Frauen wie Männer nehmen sich gar nichts. Überhaupt nichts. Es fällt Dir nur mehr auf - denn wo im Leben begegnest Du jeden Abend so vielen verschiedenen Menschen, Charakteren & Vollpfosten? Wo im Leben also liegen ganz viel Hoffnung & Enttäuschung so nah beieinander?
Real kannst Du das nicht bewältigen, es sei denn, Du besuchst jeden Abend ein Festival.

Heute Abend musste ich ergo echt lachen über folgende Umfrageergebnisse:


Wie interessant, dass die meisten User dem Internetdating negativ gegenüberstehen - obwohl sies gar nicht erst ausprobiert hatten.
Es war übrigens nur eine einzige Antwort möglich. Ich weiß das, weil ich mitgevotet hab :)
Und eine meiner Freundinnen hab ich dazu ermutigt, es selber mit dem Internetdating zu versuchen, ganz egal, was andere sagen. Vielleicht lernt sie ja ihren Liebsten schlussendlich an der Fleischtheke im Supermarkt kennen. Aber wenn sie bis dahin eine lustige Zeit hatte, ist es doch auch ok. Nur bezahlen würde ich für solche Plattformen nie. So viel ist mir der Spaß dann auch nicht wert. Für das Geld ginge ich dann doch lieber drei mal in die City.

für'n apple und n ei

Na da hatte ich ja wieder einen gucken lassen.
Zwar typisch für mich - und ginge es hier auch nur um mich, hättsch einfach nur drüber gelacht und mich neu orientiert. Wie ich das meist so mach nach Irrtümern ;)
Doch in diesem Falle...

Alles begann damit, dass es Junior II. nach einem neuen Handy gelüstete. Ich meine, Zeitalter von HighTech & Co. - kennen wir alle, wissen wir alle und dass die Jugend möglichst mit der Zeit gehen will und dies nicht nur den Haarschnitt betrifft - auch das muss nicht extra gesagt werden.
Wobei ich ja im Großen & Ganzen immer noch Glück mit meinen beiden Burschen hab, finde ich. Also ich kenne da Eltern... Oder besser gesagt: ihre Schmerzen... ;)
Jedenfalls, nachdem er sich sein letztes Equipment selbst zugelegt hatte, war dies mit nunmehr zwei Jahren freilich weit überholt (und ich sah das auch ganz ohne Überredungskünste ein, da ist ja selbst Muttern mit einem Smartphone mit WhatsApp, Shazam & Co. moderner ausgestattet) - nur fehlt dem Knaben das nötige Geld. Immerhin - Ihr erinnert Euch sicher - seinen Anteil an der Kinderzimmertür hatte er erst im Februar abgezahlt (vier Monate kein Taschengeld, sowas schmerzt!), zu seiner letzten Wintertour mit seinem Freund will er auch immer noch etwas dazugeben (beim "wollen" ist es leider bis dato geblieben) und im Sommer gehts ins Jugendcamp. Und wenn all das auf Mutters schmalen Schultern hängenbleibt, konnte er ja schlecht noch mit dem Wunsch anrücken "Kaufst du mir ein neues Handy? och biiitteeeeee". Nee, Kind ist schlau genug, der macht das anders. Wenn Männer etwas wollen, fragen oder bitten sie nicht - sie schmeicheln dir stattdessen so lange um die Beine, bis dein Herz brachliegt wie Butter in der Sommersonne - und dann rücken sie raus mit der Sprache und mit Herzchen in den Augen hauchst du: "OK, schauen wir mal, was sich machen lässt!"
Seit vielen Jahren kenne ich dieses Prinzip, hab ich es längst durchschaut - und falle immer wieder auf diesen Trick rein. Und Junior mit seinen 16 Jahren beherrscht das schon ausnehmend gut!
Jedenfalls surfte ich ein bisschen herum, schaute hier, schaute da und entdeckte voller Freuden ein iphone zum unschlagbar guten Preis von 9,99 € für 24 Monate.
YEAH - schrie das Mutterherz, der Finger kopierte schon den Link und schickte es Junior: "schau mal, wäre das was für Dich?" und Junior rief begeistert zurück: "Ist das echt dein Ernst???" und die vorsichtige Nachfrage: "Mutter, bist du sicher, dass die zehn Euro alles sind?"
"Jetzt sei still, freu dich und halt einfach die Klappe", entgegnete ich forsch und das Kind... freute sich... Tat der Facebook Welt kund, was ihn demnächst erwartete und wurde prompt beneidet...
...und Mutter... las am Abend in aller Ruhe... las genauer... und stellte fest: Zehn Euro waren für den gewählten Tarif - für das Handy kämen jedoch 27,50 Euro monatlich hinzu....
Klugscheißer Hessen kreischte vor Begeisterung "Ein iphone!!! Luxus von Apple!!! Und du glaubst allen Ernstes, du kriegst das für n Apple & n Ei??"
Zähneknirschend musste ich sowohl ihm als auch mir zugestehen, dass er nicht nur damit recht hatte, sondern auch damit, dass ich augenscheinlich zuviel Bilder male, zuviel Musik höre, anstatt den realen Geschehnissen in der Welt einschließlich aktueller Preise auf dem HighTech-Markt zu folgen. Aber wer verfolgt schon, worum man sich im Allgemeinen nicht selber kümmern muss? Oder wer von Euch weiß zum Beispiel aus dem Stegreif, was Ölfarben und Pinsel und Leinwände kosten? Und ich sprech bitt schön die Leser unter Euch an, die Pinsel maximal zum Einstreichen von Gans & Co. in die Hand nehmen!
Im Nachhinein... beschämt mich trotz alledem mein eigener Irrglaube, schlimmer jedoch war für mich, in Juniors Augen zu schauen und zu sagen: "S tut mir leid...."
Jedenfalls... Mutter & Sohn durchforsteten gestern Abend erneut das Internet nach nem günstigen Smartphone und während mir die Augen zufielen, postete er fröhlich bei Facebook "Was ist besser: Iphone oder Samsung Galaxy SII", die begeisterte Meute kommentierte wild: "Samsuuuunnnggg!!! Das hält auch noch, wenns dreimal runtergefallen ist und wir kennen dich doch!" und Junior klappte den Laptop zufrieden zu nach seinem Wort zum Sonntag
"OK, also Samsung, und morgen kauf ich Muttern eine neue Brille!"

Donnerstag, 15. März 2012

kein taktgefühl

Wenn ich eins nicht ausstehen kann, dann Leute, die sich über diese Menschen stellen, die eh schon am Boden liegen, und dann sagen: "Hab ich es dir nicht gesagt?" oder "tja, selber schuld, das muss ich dir jetzt sagen".

Als wüsste man nicht selber, dass nicht jede Entscheidung, die man traf, auch gut oder glücklich war.
Als wüsste man nicht selber, dass nicht jeder Schritt, den man ging, auch gut oder richtig war.
Als wüsste man nicht selber, dass eigenes Fehlverhalten auch Konsequenzen hätte.

Und auch, wenn ich mittlerweile 1,0 Dioptrien habe, so bin ich immer noch nicht blind genug, mich und meine beiden Seiten erkennen zu können. Und vor allem aber auch dran zu arbeiten!
Muss ich dann trotzdem immer still sein und nix sagen, mich nicht aufregen dürfen?? Darf ich dann nicht das Bedürfnis haben, dass, wenn ich dann mit mir und der Welt hadere, trotzdem (bildlich gesprochen) in die Arme genommen zu werden, dass man mir (bildlich gesprochen) übers Haar streichelt - und das bitte sehr nicht mit einer Drahtbürste!?

Ich hab selber begriffen, dass ich meine Söhne viel zu sehr verwöhnte und das mitunter auch heute noch so ist. Dass ich auch ihnen damit nicht wirklich einen Gefallen tu. Herrgott, das weiß ich selber, und mich regt aber trotzdem auf, dass keiner von beiden auf die Idee kommt, mal das Geschirr wegzuräumen, mal den Müll runterzubringen oder selber auch mal zu versuchen, ein Abendessen zu kreieren. Einfach nur, dass sie mal was für mich tun. Meist ist das OK für mich, weil ich dann heimkomm, die Musik aufdreh und während ich dann Gemüse & Fleisch schnipsel, entspann ich und fährt der Server in meinem Kopf dann erst so schön langsam runter. Ich brauch das also. Manchmal aber... nervt es mich, wenn erst der eine kommt und um Hilfe bittet, um sich dann nach einer Stunde gemütlich ins Bett zu legen, während ich mir den Abend um die Ohren schlage, obwohl ich vielleicht lieber was anderes gemacht hätte; wenn dann der andere kommt und um 21 Uhr um Hilfe bei seiner Chemie-Hausaufgabe bittet, während er mir dabei mal gleich noch gesteht, dass die Zahnspange schon seit letztem Sommer zerbrochen ist (zum dritten Mal übrigens)... Ey da könntsch ausflippen!
Und wenn dann noch Leute um die Ecke kommen, die unbedingt noch klugsch** wollen, anstatt mich einfach nur mal mit nem lockeren Spruch wieder "runterzuholen" - dann kann ich nur sagen:
Danke - habe fertig - Du mich auch!

Mittwoch, 14. März 2012

Manchmal les ich gerne Horoskope

...nämlich wenn sie mir gefallen :)

Tageshoroskop  

für Mittwoch den, 14.3.2012

Zwilling

Tageshoroskop

Es wird jetzt eine Überraschung geben, die positiver Natur ist. So kann es an diesem Mittwoch beispielsweise gut geschehen, dass Ihnen jemand hilft, von dem Sie es nicht erwartet haben. Die erfreulichen Folgen der heutigen Geschehnisse werden alles in allem also die negativen Dinge überwiegen. Seien Sie gespannt und reagieren Sie aufgeschlossen und flexibel auf das Kommende.


Okeeeeeejjjjj!
Käffchen, Kollegen, und Mucke on - so lässt sichs warten :)

Übrigens hab ich heut Morgen ein schönes, blankes Ein-Cent-Stück gefunden. Und ich hab es mit einem Schmunzeln in die Tasche gesteckt. So fängt ein Tag auch schön an!

Montag, 12. März 2012

jersey girl

es gibt so viele songs, die mir gefallen...
die ich liebe...
wo ich ausflippe und auf dem tisch tanzen möchte...
...aber es gibt nur wenige, die mich in meinem innersten berühren...
...des klanges wegen & der lyrics wegen...

so ein song ist dieser hier... ich hör ihn seit dem wochenende rauf und runter, je lauter, desto besser, der holzfußboden vibriert, meine haut vibriert, meine seele vibriert...
...wohl einer der wundervollsten love songs, die ich kenne...


...und ich verbiete mir die frage, wie viele whiskys, zigarren & verrauchten bars es wohl gebraucht haben mochte, diese stimme zu erschaffen.

...ich weiß nicht wieso, aber wenn ich diesen song höre, all die unzähligen male seit samstagabend, ich hab dabei immer nur ein einziges bild in meinem kopf: das bild eines mannes & einer frau, die beieinander sind, miteinander sind, scheinbar ganz für sich allein, der raum halbdunkel, die fenster weit offen, so dass der wind  sacht den geruch des meeres in das zimmer trägt und die weißen vorhänge sich ebenso träge bewegen... während sie einander festhalten, beide barfuss, sie den kopf an seiner schulter, er seinen mund an ihrem hals, sie sagen nichts und sie tun auch nichts, außer sich den händen zu halten, außer sich eng aneinander zu schmiegen und sich sacht zu bewegen im takt der musik...
eine innigkeit, eine wundervolle nähe, wie sie nicht einmal der akt selbst sie hervorzubringen vermag...