Donnerstag, 30. August 2012

Countdown

Als ich heute Abend weit nach 18 Uhr das Büro zuschloss, atmete ich einmal tief durch: "Geschafft."
Der Urlaub ist da. Ich muss nur noch tausend Sachen erledigen, aber dann!

Meiner kleinen Wohnung den letzten Schliff verpassen: Ich kann das ja gar nicht haben, wenn ich nach herrlich sonnigen Tagen nach Hause komm und erst mal Chaos beseitigen müsste.
Sachen bügeln und sortieren, was ich mitnehmen möchte. Vermutlich sowieso wieder viel zu viel, nur um vor Ort festzustellen, dass ich genau das jetzt unbedingt brauchen würde, das ich aber nun gerade nicht dabei hab.
Den Reiseplan ausdrucken.
Die "Was ich ganz unbedingt wichtig nicht vergessen darf"-Liste ausdrucken.
Ich glaube, mich beflügelt grad nicht nur die Tatsache, dass ich nun endlich mal ein paar wohlverdiente Tage ausspannen kann.
Ich glaube, mich beflügelt vor allem, dass der Tag heut wie am Schnürchen lief und ich sozusagen auf die letzte Minute (na klar) regeln konnte, wofür ich einst schon Wochen, ach was sag ich - Monate! gebraucht hatte.
Es ist irgendwie ein so cooles, befriedigendes Gefühl, wenn du dich mal für eine Weile ausklinken kannst und dann noch das Gefühl mitnimmst: Es ist alles erledigt, was ich nur hier erledigen kann.  Und auch wenn ich es nach ein paar Tagen vielleicht bereuen werde: Ich schwöre es - vierzehn Tage lang kein Handy, kein Laptop, kein Nix, nur der klassische Füllfederhalter, ein klassisches Buch zum Reinschreiben, also im Moment freu ich mich da echt wirklich drauf. Jaaaaa ich weiß, ich wiederhol mich, aber ich freu mich so!!!!
Urlaub! Urlaub! Urlaub! Mein erster richtiger seit Jahren, ich könnt ganz närrisch werden vor Freude! Und hoffentlich vergess ich nix!
Gleich drei Menschen gibt es, die mir auf Anhieb einfallen, die in just dieser Zeit meiner Auszeit Geburtstag feiern und bestimmt denken: "Hat se mich doch wieder vergessen!" Ach nee, vier. Wie konntsch nur meinen eigenen Bruder vergessen *gnihihihihiiiii*
Ich sollte also diesen Post bei Fratzenbuch veröffentlichen, denn ich glaub, alle vier Geburtstagskinder sind auch dort, und dann wüssten sie nämlich, dass ich sie NICHT vergessen hab, ich bin eben bloß grad nicht da und jetzt muss ich mich aber wirklich loseisen hier und noch was zurechtlegen zum Einpacken, die Uhr läuft!
Ach und wenn wir schon mal beim Thema Countdown sind, nicht wahr, habt Ihrs schon gesehen? Bald ist Weihnachten! Die im Supermarkt ham's auch schon gehört!





Quelle Fotos: http://cdn.chefkoch.de/ck.de/forumuploads/22/385283/6505938/80_shinyyhappypeople_klein.jpg
http://3.bp.blogspot.com/_f8xBMTkHOxc/SxE22AETjYI/AAAAAAAABjM/idUlsDeku-A/s400/09-11-28_no423_Weihnachten.jpg

Mrs. Proper

Heute... war auch mal wieder so ein Tag, den ich getrost vom Kalender streichen wollte, wenn ich denn könnte. Nichtsdestotrotz ist es ja auch so: Hat man mich erst mal umgehauen, kommen ab einem bestimmten Punkt Galgenhumor, Trotz und was weiß ich und erretten mich. So wie natürlich auch die Tatsache, dass jeder nunmehr vergangene Tag mich meiner kleinen, immer höher geschätzten Auszeit näherbringt.
Nun lieg ich hier auf meinem Bett, die Kopfhörer beschallen mich derart, dass die Ohrmuscheln knarzen (manchmal brauch ich das so, so als würden die musikalischen Stoßwellen meinen Kopf freidrönen), der Arbeitstag liegt hinter mir, das Zusammensein mit Oma & Opa Ziggenheimer genossen, und als sie sich verabschiedeten, winkte ich ihnen so lange hinterher, bis ihr Auto um die Ecke bog. Müde, aber wehmütig.
Alsdann stürzte ich mich in etwas, das ich immer mache, wenn die Gedanken aufkreiseln: Putzen.
Wäsche waschen für den Urlaub. Letzte Rechnungen begleichen. To-do-Liste ergänzen. Blumenkübel in den Schatten rücken, immerhin warten 14 Tage Durststrecke auf sie. Ja und dann die Büroarbeit zuende bringen, die ich heute wieder einmal mit heimnehmen musste.
Bis Junior I kam "Ich hab da mal ne Frage..."
Hmmm. Mutters Putzwahn war augenscheinlich etwas zu gründlich. Auf Juniors PC ein wenig aufgeräumt, konnte er diesem nun keinerlei Töne mehr entlocken. Hatte ich doch aus lauter Ordnungsliebe gleich mal noch den Soundtreiber mit entfernt (ich weiß noch genau, wie ich dessen Name in der Liste meiner Systemprogramme entdeckt und spontan als "datt hat sich doch bestimmt eingeschmuggelt" geargwöhnt hatte). Tja. Nun könnte ja jeder sagen: "Was hast du mit Juniors PC zu schaffen?" Na nix natürlich. Gleichwohl ist das Teil, das er hier regelmäßig nutzt, genau genommen auch meiner, und wenn ich diesen nicht warte und pflege... tuts keiner. Ich sage nur: Virenupdate. Oder Softwareupdate. Ja oder eben auch gleich die Softwareeliminierung *hähähä* Jedenfalls haben wir alsdann mit vereinten Kräften ge-updatet, ge-upfreshed und ge-downloaded, was das Zeug hielt. Vereinte Kräfte hieß: in trauter Zweisamkeit nebeneinander vor dem PC hocken, Junior guckt Fußball, während Muttern in Ordnung bringt, watt se da wieder angerichtet hatte, während ich zwischendurch immer mal verschwand, um mir wenigstens einen Kaffee zuzubereiten oder eine Scheibe Wurst abzuschneiden.
Was auch immer jedenfalls er heute zu tun gedacht hatte - ett wurde nix mehr draus.
Da hatte mich heut einer aber sowas von lieb!
So wie Junior II, den ich mindestens drei mal aufforderte, sein Zimmer in Ordnung zu bringen (in der Klinik hatten sie mir einst übrigens beigebracht, dass man als Mutter bei solcherlei Dingen nicht "bitte" sagen soll, sondern Anweisungen zu verteilen hat im Sinne von: "Sieh zu, dass du fertig wirst, sonst funkts!") und vielleicht hätte ich ja in der Tat ein "Bitte" weglassen sollen. Jedenfalls, als ich nach der dritten energischen Aufforderung das Zimmer verließ, schleuderte er mir zwischen seinen Zähnen etwas hinterher, das in etwa klang wie "....in der Küche bleiben! ...Sack gehen!... du mit deinem Generve!..."
Oh ja, ich hab Dich auch lieb, Sportsfreund!

Jedenfalls war mir heute Abend schlagartig wieder bewusst, was mir in den vergangenen Wochen gefehlt hatte! Schlaft gut, wenn Ihr könnt, Ihr Glücklichen. Ich kanns nicht. Mrs. Proper holt sich jetzt noch was zu trinken.


Quelle Bild: http://1.bp.blogspot.com/_HExbXoRjs3c/SXp_B015pdI/AAAAAAAAAkA/6nsFiyckVlk/s320/putzfrau%255B1%255D.gif

Mittwoch, 29. August 2012

Feel The Shit.

Ich weiß nicht, obs am Leichtprozentigen liegt, aber... Ich hatte das Glas noch nicht ganz ausgetrunken, da hatte ich die Aufkündigung einer Freundschaft im Briefkasten. Nicht unerwartet zwar, aber...
Ob was Falsches im Wein war? Ein Zaubertrunk der miesen Sorte? Vielleicht von Dornröschens dreizehnter Königin?
Was ich hier mit einem scheinbar flachsigen Unterton aufschreibe, empfinde ich in Wahrheit alles andere als flachsig. In Wahrheit empfinde ich es als wirklich traurig und aber auch.. als ermüdend und enttäuschend.
Ich mag nicht mehr.
Ich mag nicht mehr um und für alles kämpfen müssen.
Wenn ein Mensch der Meinung ist, dass er aus meinem Zug des Lebens aussteigen möchte, dann soll er das tun können in dem Bewusstsein, dass er für sich das Richtige tut.
Das bedeutet zwar nicht, dass ich nicht mehr willens oder in der Lage wär, für das einzutreten, das mir lieb und wichtig ist. Aber das bedeutet, dass dieser Mensch nicht immer wieder ein- und aussteigen kann, wies gerade kommt... Das ist es, wofür ich keine Energie mehr dafür aufbringen kann. Oder möchte. Jedesmal fliege ich mit hoch und jedes Mal stürze ich mit herunter und immer,  wirklich jedes Mal werde dabei ich vor die Entscheidung gestellt "So ist das jetzt eben!" und mich fragt keiner, nicht ein einziger, wie es mir dabei geht.
Davon habe ich wirklich so richtig genug.
Ich will das nicht mehr.
In diesem heutigen speziellen Fall... Ich dachte immer, es ginge um mich. Der Wert einer Freundschaft, ich dachte immer, er zeichnete sich dadurch aus, was den oder die andere mit mir verbindet. Wie sagte mein Bruder früher immer schon zu mir? "Denkste Puppe."
Mag schon sein, dass ich SIE zu sehr an IHN erinnere, SIE mich zu sehr mit IHM verbindet, wenn sie mich sieht oder von mir hört, nur weil ER und ich früher mal wirklich echt befreundet waren.
Mag sein, dass ER nur den Kontakt zu mir suchte, weil er sich irgendwelche Informationen über SIE erhoffte.
Leute... Ich bin raus aus dieser Nummer, ich bestätige hiermit die Kündigung. Und übrigens, mit wem ich befreundet sein möchte oder auch NICHT, das entscheide ich ganz allein. Und kein Dritter.



Quelle Bild: http://files.edelight.de/img/posts/228x228_weintafel-aus-schiefer-mit-dem-spruch-in-vino-veritas-im-wein-liegt-die-wahrheit-von-ben_3.jpg

Dienstag, 28. August 2012

Feel The Love

Buchstäblich im Ohr habe ich heute Abend den Song "Feel The Love" von Cut Copy, den ich ja erst vor einigen Tagen vorstellte. Er ist momentan das rechte Elixier, um noch den letzten Papierberg an Arbeit zu bewältigen, den ich mir - weil nicht geschafft - notgedrungen mit auf das heimische Sofa genommen habe.
Er hält mich wach und aufmerksam, damit mir nur ja kein Fehler unterläuft, auch angesichts dieser Uhrzeit nicht, und jetzt ist es 23 Uhr, ich bin latent müde, die Zahlen stimmen bis auf den letzten Cent, die E-Mail versendet, ich habe irgendwie Durst auf Minimalprozentiges - warum eigentlich nicht?
Irgendwie war das heute schon ein verrückter Tag. Na ja, genau genommen nicht nur heute. Nicht erst heute. Und überhaupt. Trotzdem. Ich weiß momentan nicht, wo ich beginnen soll, wo ich enden kann, ich wünschte beinah, der Tag habe 48 Stunden und irgendwie ziehen die Tage an mir vorüber und an den Bordsteinen sammelt sich schon das braune Laub. Das wars mit dem Sommer, er liegt in den letzten Zügen, aber hey, ich liebe auch ganz doll den goldenen Herbst.
Oma & Opa Ziggenheimer kamen heute auch angereist - im wahrsten Sinne des Wortes auf Knall & Fall: Beim Einparken einen Reifenplatzer hinzukriegen, konnte durchaus als Auftakt zum zweitägigen Urlaub in der "Fremde" gewertet werden. Fand jedenfalls ich. Ihr wisst ja, wer den Schaden hat... Wirklich gefreut aber habe ich mich dann doch über seine Aussage: "Das nächste Mal will ich kein fremdes Quartier mehr, dann will ich hier bei meiner Tochter schlafen, hier fühl ich mich echt wohl." Mich freute das umso mehr, als dass er ja erst ein halbes Jahr zuvor meine beengten Möglichkeiten abgelehnt hatte. Zeiten ändern sich - und das hat eben auch Gutes!
Noch drei Tage, dann gehts in den Urlaub, mein allererster richtiger Urlaub seit 9 Jahren, und auch wenn ich in all dem Wahnsinn nicht wirklich dazu komme, Reisefieber zu entwickeln (außer letztes Wochenende, da hatte ich ja auch endlich mal Zeit dazu :)), so freue ich mich mit jedem Tag mehr darauf. Endlich raus hier, endlich weg, kein Laptop, kein Internet, kein Handy, einfach mal nichts sehen, nichts hören, und Junior II hat ja jetzt erst wieder bewiesen, dass auch Computerkids durchaus in der Lage sind, sich mal ein paar Wochen ohne PS 3 & Co. zu bewegen. Na ja, zugegebenermaßen hatte er sich anfangs schon ein wenig unwohl gefühlt, so ohne Spielgerät, wenn man mal vom Smartphone absieht, das ja sicherlich auch ein paar Spielsehnsüchte etc. befriedigt. Wenn aber am Ende dieser fünfwöchigen Abstinenz dabei herauskommt, dass man nunmehr von sich aus selbstbewusst auf fremde Menschen und auch Mädels zugehen kann und einen Sommer damit verbringt, gemeinsam herumzuhängen, "abzuchillen", baden zu gehen, herumzuknutschen und Beachvolleyball zu spielen - dann ist das, denk ich mal, ein Sommer, an den er sich gern erinnern wird und den man mit knapp Siebzehn auch durchaus haben darf. Fast beneide ich ihn um seine Unbeschwertheit.
Ich weiß noch, dass ich als Kind meine Mama oft betrachtet hab, wenn sie herzlich lachte, und mich fragte, wieso sie wieder lachen kann und fröhlich sein kann, wo sie doch so schmerzhafte Sachen wie Geburten, Zahnziehen & Co. durchstehen musste. Fragt mich nicht, wie alt ich da war, vermutlich 10 Jahre oder so :)
Dann erlebte ich selbst diese Zeit der Unbeschwertheit und fand das richtig cool, nur um mit zwanzig Jahren zu heiraten und anschließend eine Familie zu gründen. Tschüss Unbeschwertheit!
Und heute? Bin ich einfach zu müde dafür! Manchmal schlafe ich mitten im Schreiben ein, echt wahr, sei es hier am Blog oder einfach bei ner Message übers Handy. Manchmal sitze ich an meinem Arbeitsplatz und kann mich einfach nicht darauf besinnen, was ich eigentlich gerade tun wollte, dabei liegt die Arbeit vor mir, neben mir, hinter mir. Manchmal geh ich mit wehenden Fahnen freitags in das Wochenende, erledige alles Wichtige noch nach Dienstschluss und wenn ich dann abends einschlafe und wieder erwache, ist das Wochenende schon vorbei und der Montag klopft an die Tür. Irre, oder?
Und während ich tagsüber todmüde bin, finde ich nachts oft nicht in den Schlaf. Und wenn, dann mit komischen Träumen. Letzte Nacht zum Beispiel, da träumte ich wunderbar eindringlich und vor allem in Farbe. Passiert mir echt selten. Glaube ich. Ich seh es noch deutlich vor mir, ein Liebespaar, und diese wunderbare, innige Liebe zwischen den beiden war derart intensiv, dass ich sie meinte, körperlich zu spüren, selbst im Schlaf. Doch sie war todkrank, keine Ahnung, was ihr fehlte. Und sie war unglaublich dünn (also ich wars damit schon mal nicht!), sie hatte lange blonde lockige Haare und ein sehr, sehr liebevolles Lächeln. Ihn konnte ich im Traum eher nicht sehen, schon gar nicht erkennen, aber er war da, er war spürbar nah, und er tat alles für sie. Und sie sagte: "Ich will dich heiraten, damit alles hier bei dir bleiben kann, wenn ich sterbe." Und er lief los, er organisierte alles und im Traum hieß es: "Mach schnell, beeil dich, sonst stirbt sie vorher." Ich seh sie immer noch da sitzen auf dem Stuhl, ein Bein angewinkelt, das lange blonde Haar offen, und sie lächelte voller Liebe, wenn er sie ansah, und war ganz schwach schon, sie saß da in T-Shirt und kurzen Jeans, und er kam und sagte: "Komm, du musst nur noch unterschreiben" und sie vermochte kaum noch den Stift zu halten. Drei mal hat sie das Dokument mit ihrem neuen Namen unterzeichnet, ich seh den Namen noch ganz deutlich und auch die Rundungen der Buchstaben "Kinnears".
Ich kenne übrigens niemanden, der so heißt oder so aussieht wie sie.
Jedenfalls glitt  ihr der Stift aus der Hand und dann.... Klingelte das dämliche Ding von Wecker.
Boah ey.
Was mich nachhaltig beschäftigte, war die Eindringlichkeit des Traums.
Könnt Ihr ihn deuten? Ich nicht. Ich kann nicht wirklich so recht etwas damit anfangen, ich weiß nur, dass Sterben etwas Positives bedeuten soll. Und im wahren Leben trug ich vor vielen Jahren lange blonde Locken (kann sich heut kein Schwein vorstellen, der mich kennt :)).
Aber vielleicht meint der Traum ja gar nicht mich?
Ich weiß nur, dass ich immer noch Appetit auf ganz leicht Prozentiges habe, und Kinners, das hol ich mir jetzt. Und dann gehts ab ins Bett, es warten noch drei ultra anstrengende Tage auf mich. Lasst es mich wissen, wenn Ihr eine Idee zu diesem Traum habt. Hoffentlich zur Abwechslung mal was Positives. Was ich brauch, sind auch mal wieder Sonnenmenschen um mich herum. Sonnenmenschen, die das Leben lieben und das lieben, was sie tun. Sonnenstrahlen für meine Seele. Ich hab echt genug vom Sumpf. Deswegen auch diese Mucke. Prost.

Sonntag, 26. August 2012

Fang das Stöckchen!

Heute Nachmittag war ich mal so richtig faul. Ach - schon wieder? Doch und es hat mir - wie immer, wenn ich die Gelegenheit dazu hab - auch echt gut getan. Wenn die Seele baumelt, die Beine ausgestreckt bleiben können und niemand was von mir will... Schade eigentlich!
Obwohl, na gut, doch, Opa Ziggenheimer, der hat angerufen und wollte sich vergewissern, dass man die Kürzung der Buchung auch bestätigt hatte. Ja Opa, alles geklärt, keine Sorge.
Und Junior vermeldete am Nachmittag, nachdem er ausgeschlafen hatte: "Mutsch, ich komm dann morgen, aber dann ganz sicher." Allet klar...


Also stellte ich meine Musik an, bereitete mir einen Kaffee nach dem anderen, las mich durch Reiseberichte und sammelte Inspirationen für den nun immer knapper bevorstehenden Urlaub - und endlich entwickle auch ich Spätzünder so etwas wie Reisefieber, hatte ich doch aus lauter Vorfreude auch gleich noch so ein kleines Reiseutensil gekauft, das ich zwar eigentlich nicht brauch, aber so ein herrliches Ziehen im Bauch verursacht, wann immer ich es betrachte..
Genau, ein Reiseanhänger. Cool, oder?
Aufgesticktes "Fernweh"... Wie passend!

Und dann hab ich mir so Dinge herausgepickt aus dem Internet, die ich unbedingt gern sehen möchte. Und aufgeschrieben, damit ich auch nix vergesse. Ich kenn mich doch! Ach siehste, mir fällt gleich noch was ein, das ich auf die Liste schreiben muss, ums nicht zu vergessen. Moment. Gleich wieder da.

Ja und bei all dem Lesen fand ich auch die einen oder anderen Blogs und in einem von denen einen Fragebögen, den sich die Blogger wohl wie das Stöckchen dem Hunde zuwerfen. Ich habs auch mal aufgeschnappt ;) Mit Fragebögen kenn ich mich nämlich nach drei Klinikaufenthalten, diversen Arztvorstellungen und aber auch den Auftritten auf Online-Singlebörsen bestens aus :)



Warum bloggst du?
Weil mir eine Freundin irgendwann mal einen Link zu einem Blog zusandte, der Link  einer Frau, die dort über ihr Leben und ihre Familie schrieb, und meine Freundin fügte den Satz hinzu: „Und wann bloggst Du?“
Außerdem, aber das habe ich ja auch schon oft genug erzählt, liebe ich einfach das Spiel mit dem Wort, ich mag dieses Aneinanderfügen.
Und viel zu oft habe ich festgestellt, dass ich damit aus mir jenen Druck entlassen kann, der mich viel zu oft auch vom Schlaf abhält. Es macht meine Seele frei.
Also wüsste ich nicht, warum ich es nicht tun sollte. Mir fällt kein gegenteiliges Argument ein.

Seit wann bloggst du?
Muss ich nachgucken. Momentchen. Ok. Seit dem 1. Oktober 2008. Also bald 4 Jahre. Wie viele Tage sind n das eigentlich? Moment. Taschenrechner anwerfen.. Ok. Fast 1.460 Tage. Ob es daran liegt, dass es in letzter Zeit immer so lange dauert, bis sich die Blogseite aufbaut? Zuviel Inhalt? Zuviel Unsinn! :) 

Selbstportrait:
Ach Gott. Das fragt Ihr mich. Das weiß ich selber noch nicht so genau. Auf jeden Fall bin ich ein Mensch, der denkt und lebt und hofft und fühlt und träumt; der durchaus mitfühlt, aber sich nicht mehr veralbern lässt; der durchaus Grenzen ziehen kann inzwischen und langsam auch so bisschen Gefallen am Wort „Nein“ findet; der gerne lacht und lebt und liebt; der seine Kinder über alles liebt und trotzdem nicht wie ne Glucke draufhockt; der mutig genug geworden ist, seine eigene Meinung nicht nur zu vertreten, sondern auch kundzutun (zuletzt übrigens bei einem Hartz IV-Blogger, der sich in doch recht eloquenter Art & Weise über Deutschland ausließ und mir die schriftliche Frage entlockte: Wenn du 50 Jahre alt bist und deinen eigenen Worten nach fit wie ein Turnschuh, warum steckt dann deine ganze Energie im Kampf gegen die Ämter & Behörden und sitzt dafür den ganzen Tag zu Hause, anstatt sich Arbeit zu suchen?); der morgens gerne lange schläft (wenn er könnte), der das Meer wahnsinnig liebt und eines Tages auch dort wieder leben wird, egal, an welcher Küste dort das Wasser ans Ufer schlägt – und der immer noch mehr Träume in seiner Seele hat als die Realität je zerstören könnte.

Warum lesen deine Leser dein Blog?
Das fragt doch nicht mich??? Woher soll ich das wissen? Einige Leser kenne ich, andere wiederum finden mich augenscheinlich zufällig und vermutlich sind sie auch nicht wiedergekommen. Und die, die doch wiederkommen, denen dank ich unbekannterweise für ihr Interesse. 

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf deine Seite kam?
Herrje, muss ich wieder nachgucken. Moment.
„Jetzt hör endlich auf zu f**zen“
Unglaublich, oder?? Finde ich echt auch! Ich kann mich partout nicht entsinnen, dass ich je solche Posts geschrieben hätte. Na dann mal Prost!

Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Datt weet ick doch nich.

Dein aktuelles Lieblings-Blog?
Habe ich so eigentlich nicht. Ich les gern überall mal mit. Na ja fast überall ;)

Welches Blog hast du zuletzt gelesen?
den Hartz IV-Blogger

Deine Lieblingsband?
Snooowwwww Patroooooool!!! Aber hier isses auch ähnlich wie mit Blogs und so: Ich hör überall gerne mal rein und lege mich da eher ungern fest. Zwillinge halt!

Deine Lieblingsfarbe?
Weiß, glaube ich. Wenn ich so in meinen Schrank gucke…

An welche vier Blogs wirfst du das Söckchen Stöckchen weiter und warum?
„An jeden, der es noch nicht hatte und doch noch haben will.“ (Zitat von der „Nachtschwester“, der Stöckchengeberin)



Samstag, 25. August 2012

Hey You. Hey Day!

Oh man, hab ich vielleicht mies geträumt. Überall mitgenommen und überall ausgesetzt, zurückgelassen: "Du wirst das schon machen."
In der Realität besitze ich eigentlich einen ziemlich guten Orientierungssinn, zumindest haben mir das schon Menschen bescheinigt, die mich eigentlich nicht leiden mochten :)
Im Traum jedoch... irrte ich umher, fand den Weg nicht, lief in die Irre... Und ich hatte eine Mordswut im Bauch, ich wollte schreien, fluchen und ich hatte diese Wuttränen in den Augen..
Ich hab schon eine Ahnung, was der Traum mir sagen will.

Als ich heute Morgen in meinem Bett erwachte, war in jedem Winkel meines Zimmers schon Sonne, mein Mund ganz ausgetrocknet (nein, ich denke jetzt nicht darüber nach, was das im Allgemeinen bedeutet ;)) und ich entwickelte neben dem Spontanbedürfnis nach Kaffee ein eben solches Bedürfnis nach Musik. Und hab einen ähnlich schrägen Song wie der von gestern aufgetan, der eigentlich auch nicht wirklich in mein Repertoire gehört, aber trotzdem irgendwie... meine Lebensgeister von Null auf Einhundertvierundzwanzig pushte...




Hey echt, da wird bei mir heute Morgen alles wach, A-L-L-E-S :)

Für die obligatorischen Einhundertachtzig fehlt nun noch das Koffein, aber gleich, Kinder, gleich... Erst muss ich noch den Song herunterladen, man weiß ja nie, wann man den noch mal braucht. Zum Autofahren zum Beispiel, Fenster runter, ach na ja, Ihr wisst schon ;)
Immerhin bekam ich für heute eine Einladung zum Geburtstag. Blöd nur, dass das Geschenk, das ich ihr kaufte, in einer ganz anderen Stadt steht, ziemlich weit weg von hier. Ich dachte ja, ich hätte noch Zeit, es ordentlich zu verpacken und einzupacken und so, Handle with Care und so, alles klar?
Tja. So kann ich ihr jetzt nur das Beiwerk schenken, wenigstens das liegt hier in meiner Kommode, und Blumen, ach ja, Blumen sind immer gut, ich liebe Blumen. Wobei ich nicht so auf Schnittblumen stehe: Drei Tage und dann ist der Zauber vorüber, und sind die Blumen aus Holland, gehts noch schneller. Obwohl... Verwelkte Blumen sind ja Biomasse, oder zählt das nicht dazu? Und statistisch gesehen schießen ja die Biomasse-Heizkraftwerke oder sonstige Biogasanlagen wie.. äh... Pilze aus dem Boden. Also tu ich im Endeffekt doch was Gutes? Sorge für des einen Freude und anschließend für unser aller Feuer unterm Arsch?
Na ja gut. Bevor ich hier noch mehr Unsinn verbreite, steh ich jetzt erst mal gemächlich auf, bereite mir meinen Kaffee und lasse den Tag kommen. Junior hat eh gemeldet: "Ich komm dann erst am Sonntag." Hmm. Na immerhin...
Wollt ich nicht noch in die City? Und auch sonst noch was erledigen? Und dann noch zum Geburtstag heut Abend? Na also! Watt lieg ich dann hier noch rum?

Freitag, 24. August 2012

Feel The Love Dancer





Und da ist es wieder, das Lebensgefühl.
Sag ich doch. Es kommt immer wieder
zu mir, wie an einem Gummiband.
Freund Schmerz leider auch, 
heute Abend besonders heftig.
Seit meinem Sturz ist er wieder da.
Idiot.

Ziemlich schräger, komischer Song übrigens, 
ich gebe es zu.
Und eigentlich gar nicht meine Mucke.
Aber immerhin steh ich wieder gerade.
Manchmal
zählt einfach nur das Ergebnis.

Und morgen früh mache ich mich schön und 
ziehe durch die Stadt.
Mit meinem iPod in den Ohren.
Ich hab so Lust darauf.
Junior kommt nun doch erst morgen 
oder auch erst Sonntag;
auch ihm ist nach um die Häuser ziehen.

Soll er.
Wir leben alle nur einmal.
...Irgendwie möcht ich mal wieder
tanzen gehen. So richtig verrückt...
Einfach irgendwo eintauchen,
wo mich niemand kennt...
und mich einfach fallenlassen...
Und übrigens, ich brauch 
noch einen Namen für meinen Laptop.
Ich sollte ihn Werner nennen. Werner Beinhart.
Mit mir
muss man nämlich bisschen was aushalten können ;)

...Be Awesome Instead

Gestern Abend war ich so müde, dass ich mich irgendwie zu nichts Wirklichem mehr aufraffen konnte und auch - für meine Verhältnisse - ziemlich zeitig ins Bett fiel und einschlief und mich sogar das Gewitter vor meinem Fenster kaum aus dem Schlaf zu reißen vermochte. Das ist wohl auch die Konsequenz dessen, dass, wenn man einmal heimkommt und erstmal entspannt mit Käffchen im Liegestuhl Platz nimmt - dann einfach nix mehr wird.
Und da Junior I erst heute Abend heimkehrt und Junior II von Opa Ziggenheimer in der kommenden Woche heimchauffiert wird, na da hatte ich ja auch nix, das mich wirklich hätte hoch- oder gar antreiben sollen.
Und Hand aufs Herz: Ich habs genossen. So sehr ich meine Jungs auch liebe (und datt wissense ooch), so sehr bin ich gerne auch mal nur für mich und möchte vor allem auch mal NICHT gefordert werden.
Kein "ich muss noch dies" und "ich muss noch das", kein "mach noch dies" oder "mach noch das", kein Müssen, nur Wollen.
Überhaupt hatte ich gestern das Gefühl, dass ich gestern so einiges erreicht hätte und sich so einige Knoten wieder lösen würden. Ich meine, bei mir geht das ja recht fix, typisch Zwillinge, da kann sich so ein Knoten innerhalb von Sekunden zusammenzurren und ooorrrkss - bekomm ich dann einen so engen Hals, dass ich glaube, nicht mehr atmen zu können. Das sind so Momente wie zum Beispiel diese, dass Opa Ziggenheimer meinte, er würde keine Urlaubsunterkunft haben wollen, wenn sie zu mir kämen; man könne doch auch bei mir übernachten. Kann man eigentlich auch. Aber eben nicht zu fünft. Platz ist in der kleinsten Hütte, ja, ich kenn das. Aber ich kenn auch Opa. Und ich kenn mich. Datt watt nix. Ergo hieß es: "Junior I kann doch bei seinem Vater bleiben." Und da entstand prompt dieses ooorrrkkss-Gefühl in meinem Hals. Wir sind alle bei mir, bloß Junior nicht? Ein Oooorkkss-Gefühl, wie schon vor einigen Tagen, als mich erst Junior fragte, ob er nicht am Wochenende zu mir kommen könne - und mich außerdem noch der Anruf seines Vaters erreichte: "Kann der am Wochenende nicht bei dir bleiben?" Den Original-Ton möchte ich an dieser Stelle übrigens nicht wiedergeben.
Zu Junior und dessen Vater habe ich gesagt: "Natürlich kommt er zu mir."
Mit Opa Ziggenheimer habe ich auch gesprochen und gestern noch eine süße Ferienunterkunft zum kleinen Preis aus dem Hüftärmel, na ok, aus dem Internet gezaubert und gebucht. Dafür bleiben sie nun auch nur zwei statt drei Tage.
Und dafür bleibe ich am Wochenende nun auch zu zweit anstatt  zu dritt.
Das sind Dinge, die mich schon ziemlich runterziehen. Genauso wie mich runterzieht, wenn man mir wie einem Kind beizubringen versucht, was ich sagen oder schreiben darf und was nicht, wie laut oder weniger laut ich lachen darf oder nicht, wie ich mich anzuziehen habe oder auch nicht.
Manchmal kommt das irgendwie alles auf einmal, und mal ehrlich: DEN Menschen möchte ich mal sehen, der dann immer noch freundlich grinsend durch die Gegend rennt, als ginge ihn das alles nix an.
Doch, mich geht das was an. Und doch, mir geht das unter die Haut.
Und dort fängts dann an zu rumoren, gar zu rebellieren. Dann zieh ich mich zurück, dann schreibe ich wenig stimmungsaufhellende Posts, ok, aber ich schreibe ja auch von mir, das ist ja auch mein Blog, und kein Wetterblog oder ein Blog über Dinge, die vielleicht zwar die Welt, aber mich persönlich nicht interessieren.
Nein, ich will nicht das tun, was anderen gefällt, bloß damit ich ihnen gefalle.
Nein, ich will nicht das tun, was andere wollen, bloß damit ich geliebt werde.
Und zu mir gehören meine Kinder. Immer und ewig. Punkt. Wer das nicht mit mir tragen kann, solls lassen.
Gleichwohl schmerzt doch immer wieder die Erkenntnis, wie wenig ich manchmal ICH sein darf. Oder soll.
Ich will aber trotzdem nicht anders sein. Und ich will mich auch nicht mehr verbiegen.
In den Zeiten meiner Ehe habe ich das so oft und so sehr getan, dass ich am Ende selber nicht mehr wusste, wer ich war. Bis heute habe ich Opa Ziggenheimers Satz, den er sagte, als er erfuhr, dass ich die Scheidung wollte, im Ohr: "Und komm mir jetzt bloß nicht mit dem Scheiß, dass du dich selber finden musst oder so was."
Darauf habe ich nicht geantwortet, zugegebenermaßen hab ich damals selber noch nicht so genau gewusst, was mit mir passieren würde - ich wusste nur eins: Ich will endlich raus.
Und so bin ich losgegangen, losgezockelt vielleicht auch, mal hierhin geguckt, mal dahin geguckt und über die Jahre formte sich für mich ein Bild zusammen, wie ich leben will, wo ich sein will - und wo aber auch nicht.
Dabei bin ich so oft auf den Arsch gefallen, dass ich bis heute zwar keine offenen Wunden oder sichtbare Narben trage - aber Narben auf der Seele. Aber ich weiß endlich, wer ich bin, wer ich in meinem Inneren bin und ich habe mir stückchenweise diese fremde Haut vom Leib gerissen. Ich gebe zu, ich bin immer noch am Reste-pulen. Aber wenn mich eins die Jahre gelehrt haben, dann vor allem die Erkenntnis, wie viel Kraft wirklich in mir steckt. Dass ich immer IMMER wieder aufstehen kann, wenn ich gestürzt bin. Dass es immer IMMER weitergeht, auch wenn die Richtung sich ändert. Scheißegal! Am Ende - und daran glaube ich wirklich - macht alles seinen Sinn.
Und jeder wird für sich herausfinden, warum das eine oder andere für ihn so sein musste.
Und: Wenn ich lache, dann lache ich heute immer noch laut und herzhaft. Wenn ich heule, dann heule ich eben oder schreibe entsprechende Posts. Das befreit nämlich auch. Sehr sogar. Man kann mich zwar zu Boden werfen, aber ich stehe immer wieder auf.
Ich lasse mich nicht unterkriegen. Von nichts und niemandem. Ich hab längst begriffen, dass jeder Tag etwas Neues bringt. Und damit jeden Tag neue Möglichkeiten. Und neue Musik.





Quelle Bild: http://styledeskhamburg.files.wordpress.com/2012/02/430210566b12570d2911c5ac01abc0a3_hpola20120529110340.png%3Fw%3D290

Mittwoch, 22. August 2012

This Isn't Everything You Are


mama
freundin
geliebte
frau
hausfrau
kollegin
 
ich bin da, wenn ihre knie aufgeschlagen sind
ich bin da, wenn du dich allein fühlst
ich bereite essen, wenn ihr hungrig seid
ich schaffe ordnung, wo chaos lebt
ich mache licht, wo es dunkel ist
ich rede, wenn du mich hören magst
 
...aber...
this isn't everything
I AM


Quelle: http://weheartit.com/entry/35517116



 
erkenne meine seele,
zerdrück mir nicht die flügel
..sonst geh weiter..
..oder lass mich weitergehen.
 

Hamsterrad

Und da lieg ich nun.
Den Tag von der Haut gespült, Wickler in das Haar gedreht, Süßes für die Nerven und bereit für ein nach-der-Arbeit-Schläfchen...
Ha ha. Natürlich sieht die Wirklichkeit ganz anders aus. Na ja, ein bisschen anders.
Das nasse Haar habe ich lediglich zu einem Knoten gewunden (jetzt weiß ich endlich, wie diese schönen Wellen im Haar entstehen ;)), statt Süßem habe ich lediglich das letzte Stück trockenes Brot gegessen und einen Kaffee dazu getrunken - und für den - eigentlich dringend notwendigen - Schlaf fehlt mir irgendwie die Zeit...
Außerdem bin ich super genervt von meiner Tastatur, die der Return-Taste die Freundschaft gekündigt und diese regelrecht ausgesperrt hat. Sie will sich einfach nicht mehr befestigen lassen - ja, an solchen Kleinigkeiten kann ich mich manchmal hochziehen.
Ich meine, ich war gerade erst an meinem geliebten Meer, ich habe mich so herrlich wohl und entspannt und ausgeglichen gefühlt - und jetzt, nach nur drei Tagen im Büro und Nächten mit viel zu wenig Schlaf fühle ich mich müde, ausgelaugt und auch sonst nicht gerade... nun ja...
Immer wird mir gesagt: "Setze Prioritäten", egal, ob im Job oder privat.
Jedoch das tu ich. Und ernte Unzufriedenheiten, Enttäuschungen, hochgezogene Augenbrauen, weil meine Prioriäten... eben nicht immer auch die meines Gegenübers sind. Aber sollte ich nicht auch meine setzen - oder hatte ich da etwas missverstanden?
Vor vielen Jahren habe ich oft gesagt: "Ich kann es nicht allein, ich schaffe es nicht, ich brauche deine Hilfe" und habe sie nicht bekommen. Mir wurde vorgerechnet, was andere Frauen alles so bewältigen, Haushalt, Job, Kinder, Gartenarbeit, Wagenwäsche... Tja. Super Woman. Da musste ich wohl irgendwas falsch machen. Irgendwann habe ich also überhaupt nichts mehr gesagt, sondern einfach nur noch gemacht. Begann den Tag um 3.30 Uhr, stürzte 6.00 Uhr mit den Kindern unter dem Arm aus dem Haus, erreichte außer Atem 6.30 Uhr das Büro, um nach dem alltäglichen Wahnsinn dort irgendwann gegen 17 oder 18 Uhr nach Hause zu kommen, einzukaufen, Haushalt, Kinder - und dann scheintot ins Bett zu fallen. Bis 3.30 Uhr...
Damals habe ich mich oft als Hamster in einem Rädchen gefühlt, der rannte und rannte und rannte - als wolle oder könne er nicht begreifen, dass er nie ans Ziel gelange, dass er immer nur im Kreis sprang. Manchmal überkommt mich heute wieder dieses Gefühl.
Und ich fühl mich so abgekämpft, so zerrissen zwischen den Stühlen, zwischen denen ich sitze bei meiner Familie hier und meiner Familie, die hunderte Kilometer weit verstreut ist; zerrissen zwischen Menschen hier oder weiter weg, die mir viel bedeuten und es mir doch immer nur an Zeit mangelt, zerrissen zwischen dem Wahnsinn im Job und den vielen bürokratischen und organisatorischen Dingen, die ich privat zu jonglieren habe... Nachts wälze ich mich ruhlos, schlaflos in den Kissen, schlafe ein, erwache, schlafe wieder ein, erwache erneut.
Bin ich unfähig? Bin ich zu langsam? Sage ich zu oft Ja und zu wenig Nein? Oder ist alles doch ganz anders?
Ich weiß, was für mich wichtig ist. Ich weiß, wie ich mich entspannen und erholen kann.
Und wenn ich danach handele, stoße ich andere vor den Kopf.
Oft schon hatte ich das Gefühl, einfach abhauen zu wollen. Tasche packen, Bücher einpacken, Laptop - und weg. Ganz weit weg. Nichts mehr hören, nichts mehr sehen. Nichts und niemandem mehr entsprechen müssen.
Heute Morgen bin ich auf einen Hocker gestiegen und wollte die Jalousie wieder anbringen, die ich versehentlich abgerissen hatte. Noch bevor ich die Arme heben konnte, fiel ich runter, fiel zu Boden. Einfach so oder doch daneben getreten? Zu müde, um aufzupassen? Zu heiß und zu wenig getrunken? Keine Ahnung. Mir war so schlapp und in der linken Hand kribbelte es.
Heute Abend geht es mir gut. Ich muss dringend Ordnung schaffen in meinem Zuhause und außerdem Behördenkram, Rechnungen und sowas alles erledigen. Wäsche waschen. Bügeln.
In einer Woche fahre ich in den Urlaub. Der Traum von diesem "ganz weit weg" und ich werde den Laptop nicht dabei haben, auch kein Handy. Ich werde nur ein Reisetagebuch schreiben - mit dem Füllfederhalter. Und das Buch mitnehmen, an dem ich schon seit gut einem Jahr schreibe.
Ich glaube, das ist ein guter Plan. Ein echt guter.
Am Wochenende jedoch muss ich mich endlich mal ransetzen und überhaupt erst mal einen Reiseplan aufstellen. Einfach drauflos geht ja nicht. Warum eigentlich nicht?

Sonntag, 19. August 2012

The Million Dollar Hotel

Bevor ich mit dem eigentlichen Schreiben beginne, möchte ich Euch gern noch einen Titel vorstellen. Ich habe ihn vor kurzem erst entdeckt, jedoch in einer reinen Piano Session, die mir persönlich noch besser gefällt.
Weil sie einfach eindrucksvoller ist.
Doch diese Piano Version gibt es bei youtube nicht...
...eindrucksvoll bleibt der Titel, so finde ich, dennoch..



Heute Abend bin ich nun wieder nach Hause gekommen, und das Telefon zeigte Anrufer, die irgendwie auch gemischte Gefühle in mir hervorriefen. Irgendwie... ungute Gefühle. Wenn ich das einmal gesehen habe, kann ich es nicht mehr ausblenden, nicht so tun, als habe ich es nicht gesehen. Dann will ich mich den Dingen stellen, welcher Art sie auch immer sein mögen. Trotzdem habe ich erst einmal in Ruhe meine Taschen ausgepackt, die windfrische Wäsche mit einem zarten Hauch von Salz und Weichspüler, der Sand in den Schuhen, die Muscheln, die Steine.
Und endlich zu dem Rückruf durchgerungen, erreichte ich am anderen Ende der Leitung heute Abend niemanden mehr, vielleicht war 21 Uhr einfach auch zu spät, um zurückzurufen, vielleicht aber... sollte es einfach auch so sein, um diesen Abend in Ruhe und Stille ausklingen lassen zu können.
Es ist schon eigenartig, dass man mit einem Menschen jahrelang unter einem Dach leben, in einem Bett schlafen konnte, und dass mit Abstand und nach einer langen Zeit  der Trennung nur eine Ahnung bleibt, sobald man die Nummer im Display des Telefons sieht: Es kann nur Streit geben um egal was.
Doch diese Empfindungen verdränge ich an diesem Abend. Heute Abend möchte ich mich nur an die vergangenen Tage erinnern, an das, was sie in sich trugen.
Ruhe. Stille. Geborgenheit. Wohlfühlen. Liebe. Zutrauen. Entspannung. Entkrampfung.
Mir ist heute Morgen, als ich erwachte, zum ersten Mal bewusst geworden, dass ich schon seit einigen Tagen keinen Schmerz mehr in meinem Körper fühle. So überhaupt keinen mehr. Ich hatte mich daran gewöhnt, dass er da war. Mal mehr, mal weniger, mal ganz weg. Ein ständiger Begleiter, der mir einfach nicht von der Seite weichen wollte. Und jetzt...
OK - ich kann noch immer nicht auf einem Stuhl sitzen, ohne ihn nach einer Weile nicht doch wieder zu spüren. Gerade die stundenlange Heimfahrt heute - ich spürte Freund Schmerz ganz nah bei mir - und doch verließ er mich, kaum dass ich dem Auto entstiegen war, den Körper dehnte und streckte und noch ein wenig in der unglaublich heißen Abendsonne herumlief. Ein so wunderbares Gefühl, ein so wunderbares Lebensgefühl...
Ich meine, es ist noch gar nicht so lange her, oder empfinde ich es nur als noch nicht so lange her?, da gaben mir mehrere Ärzte unabhängig voneinander zu verstehen: "Ich weiß nicht mehr weiter, wir haben alles getan, leben Sie damit, es wird nicht mehr besser werden." Manchmal finde ich es gut, wenn Ärzte irren.
Aber mir ist auch klar geworden: Ich muss mein Sportprogramm wieder intensivieren. Ich muss wieder mehr tun. Nicht nur wegen Freund Schmerz, das muss ich gestehen. Ich bin gerne eine Frau und diese auch gern mit durchaus weiblichen Rundungen. Aber aus dem Leim gehen möchte ich eben auch nicht.
Und wenn ich eines Tages 104 Jahre alt geworden bin, dann will ich aufrechten Ganges und ohne Rollator zum Schönheitschirurgen gehen und sagen: "Hören Sie mal, ich hab da so ne Falte am Allerwertesten, die hätt ich gerne glattgezogen." Und wenn er mich fragen würde, ob ich das tatsächlich dort und nicht woanders glattgebügelt hätte, dann würde ich grinsen und sagen: "Jungchen, glattgezogene Fratzen gibts doch nun wirklich schon genug, da wirds ja selbst dem Satan angst & bange."
Was ich eigentlich sagen will und was mich beschäftigt, auch seit ich den nunmehr aktuell letzten Kommentar gelesen habe: Ich habe immer gerne gelebt. Immer. Jeden einzelnen Tag. Auch wenn es durchaus Zeiten gab, in denen mir das Atmen schwerfiel. In denen ich nicht wusste, wie es schon morgen weitergehen sollte. Ob ich meine Kinder aufziehen, versorgen könnte. Ob meine Kraft für das Leben ausreichte, für all das, was es zu bewältigen galt. Du ziehst von zu Hause aus, nein, eher flüchtest du Hals über Kopf, und alles, was du mitnimmst, ist dein Kind und die Sachen zum Anziehen. Du hast keine Wohnung mehr, du hast keinen Job mehr und du erfährst in genau diesen Tagen, wer wirklich dein Freund ist und zu dir steht - und auch, mit wem du wirklich all die Jahre verheiratet warst. Ich glaube daran, dass man einander erst erkennt, wenn alles vorbei ist. Dass sich mit einer Trennung erst zeigt, wer du selbst und wer der andere wirklich ist.
Ich gehöre zu denen, die noch heute schockiert sind über das, was sie damit erkannten, was sie sahen, was sie hörten, was sie durchlebten. Wenn du nicht mehr essen und nicht mehr schlafen kannst, wenn dir die Haare ausfallen und die Nägel wegbrechen und das Blut dir wegläuft wie Wasser. Wenn du hohläugig und mit eingefallenen Wangen durch die Welt gehst und dir wegknickt, wonach du auch greifst.
In dieser Zeit lernst du vor allem eines: Wie viel Kraft wirklich in dir selber steckt.
In dieser schlimmsten Zeit meines Lebens gab es einen einzigen Moment, in dem ich an diesem Fenster meiner neuen Wohnung stand. Es war geschlossen und ich lehnte mit dem Kopf an, die Stirn auf diesem kühlen Glas. Und ich schaute hinunter. Bewegungslos. So vollkommen bewegungslos und in mir - daran erinnere ich mich so genau, als wäre es gestern gewesen - war alles ganz still. So still.
Und ich schaute hinunter auf die Straße und dachte: "Lass dich fallen... Wenn du dich jetzt einfach nur fallen lässt, ist alles vorbei. Und niemand kann dir mehr weh tun."
Ich weiß noch, dass ich sehr müde war. So sehr müde. Und so leer. Aber ich habe nicht die Hand gehoben, um das Fenster zu öffnen. Ich habe es nicht einmal versucht. Weil ich niemals ernsthaft vorhatte, genau das tun zu wollen. Warum hätte ich das auch tun sollen? Das Leben aller anderen würde weitergehen, die Erde würde sich weiterdrehen, irgendwann würde sich niemand mehr an mich erinnern - und ich wäre einfach nur weg.
Und das wars? Das soll es gewesen sein? Und wofür? WOFÜR?
Natürlich frage ich mich schon auch: Wieso kann ich diese Zeit und überhaupt das Erlebte nicht einfach hinter mir lassen, in ein Zimmer sperren, die Tür abschließen und den Schlüssel versenken? Warum muss ich den Schlüssel steckenlassen und doch immer wieder mal in dieses Zimmer hineinschauen?
Ich denke, wohl auch deshalb, weil ein Zurückschauen für mich nicht immer zwingend auch ein Rückschritt ist. Sondern vor allem der Blick darauf, wo ich heute stehe und wie sehr dankbar ich all jenen Menschen bin, die mich entweder bis hierher begleiteten oder auch die es mir ermöglichten, heute hier so zu stehen. Und auch, weil ich zu oft an mir selbst zweifle und sehen muss, was ich auch aus eigener Kraft erschaffen habe.
Ich kann nicht so tun, als hätte es all das, was war, nie gegeben. Ich kann nicht so tun, als würde jeden Tag die Sonne scheinen und wäre die Welt nur aus lauter bunten Murmeln gemacht und wäre die Vergangenheit ein Alptraum, der längst ausgeträumt sei.
Nein, für mich wäre der Tod kein guter Freund. Ich bin eher die, die sich nach der Sonne reckt und die die Sonnenstrahlen sucht und mit den Fingern erhascht. Ich bin eher die, die sich ins Gras legt und die Blumen betrachtet, die den Schmetterlingen hinterherschaut und lächelnd die Arme dabei aufstützt. Ich bin die, die vor zwei Tagen mit dem Fahrrad versehentlich einen Käfer überfuhr und dachte: "Oh scheiße Kleiner, tut mir leid!" Ich bin die, die ihren 34. Geburtstag ganz allein mit einer Flasche Sekt im Bett verbrachte und sich in den Schlaf weinte; die ihr darauffolgendes Weihnachten ganz allein mit einer Flasche Rotwein im Bett verbrachte und so lange auf das Leben mit sich selbst anstieß, bis das Alleinsein nicht mehr weh tat. Und die trotz allen Schmerzes und all der Tränen irgendwie immer ahnte: "DAS WAR ES NOCH NICHT!"
Das konnte es noch nicht gewesen sein.
Und das war es auch noch nicht gewesen.

Vor zwei Tagen habe ich den Film "The Million Dollar Hotel" gesehen. Er ist so ganz anders als ich es vermutet oder erwartet hätte. Der Film beginnt damit, dass jemand sich vom Dach eines Hauses stürzt und erst im freien Fall feststellt, wie wunderbar und einzig das Leben ist... Und dann rollt sich diese ganze Geschichte auf. Die Beweggründe, die ihn irgendwann auf das Dach und zu diesem Sprung getrieben haben. Wenn Ihr mich fragt: Beinah war mir der Film zu düster, nicht nur von der Aussage her, sondern insbesondere auch der Bildtechnik her.. Und dennoch - was bleibt, ist diese innige Aussage an das Leben: Wach auf - und lebe, liebe, bevor es zu spät ist.

Lieber Herr Mitleser, Deine Kommentare lese ich sehr aufmerksam, so wie ich jeden Kommentar immer sehr aufmerksam lese. Es wäre schlimm, wirklich schlimm, wenn ich das als "zuviel" oder "unangebracht" empfinden würde, was Du schreibst.

Freitag, 17. August 2012

Wie viel Freunde braucht der Mensch?

Im Grunde nur einen, wenns der richtige ist - oder? Wenn mans genau nimmt?
Andererseits finde ich es ziemlich viel verlangt, wenn man in so einen einzigen Menschen all das projeziert, was man selber für das Leben braucht. Einen einzigen Menschen dafür, der dich tröstet, deine Tränen trocknet, mit dir lacht, mit dir Sonnenstrahlen hascht oder nach den Sternen greift, der deine Träume mit dir teilt und dich auf deinem Weg begleitet...
Doch, es gibt solche Menschen, aber keinen, von dem man das kontinuierlich verlangen/ erhoffen/ erwarten darf. Oder?
Diese Gedanken kamen mir spontan, als ich heute den letzten Kommentar hier in meinem Blog las. Und ich ebenso spontan an Junior II denken musste, der bei Fratzenbuch mittlerweile um die - wartet, ich guck mal noch mal nach... to be continued... - etwas über 300 Freunde hat. Natürlich habe ich schon hin und wieder mal die Frage angemerkt: "Kennst du die überhaupt alle?" und er antwortete im Brustton seiner Überzeugung: "Na klaaaaar!" Und das wiederum erinnerte mich an eine Reportage, die ich einst im TV verfolgte, wonach ein anderer Fratzenbuch-User noch mehr Freunde "besaß" und dieser aber - auf Herz und Nieren durch die Reporter geprüft - in der Tat wusste, wann wer Geburtstag hatte, wo der eine oder andere wohnte oder was aktuell im Leben des einen oder der anderen abging. Was ich heute nicht mehr weiß, ob dieser User einen (Ganztags) Job besaß oder nicht - doch selbst wenn: Entweder surfte der den ganzen Tag oder aber verbrachte seine sonstige Freizeit ausschließlich vor dem PC. Be- oder gar verurteilen möchte ich das Ganze nicht. Mir persönlich jedoch wäre das zu wenig. Was ist mit dem gemeinsam Erlebten? Mit dem gemeinsamen Lachen, Scherzen oder auch Weinen? Mit dem Philosophieren bei einem Glas Wein und dem Ausstrecken der Beine im Gras?
Gleichwohl muss man sich sicherlich die Frage stellen: Braucht man Institutionen wie Fratzenbuch? Brauche ich das? Was gibt es mir?
Ich gebe zu, diese Frage stelle ich mir selbst persönlich nicht, ich machs einfach, weils Spaß macht. Und weils irgendwie die Möglichkeit schafft, mit Menschen mehr oder weniger in Kontakt zu bleiben oder wenigstens zu sehen: Was geht da gerade so ab bei dem einen oder anderen? Wobei ich ja - bei aller Liebe - auch immer noch der Meinung bin: So ganz private Dinge gehören da einfach nicht hin. Natürlich kann ich dort Gedanken und Ansichten bzw. Meinungen kundtun, kann auch ausgewählte Fotos vom Urlaub oder auch vom Chillen im Liegestuhl zeigen. Wenn aber zum Beispiel eine junge Mutter ein Video ihrer schätzungsweise zehnjährigen Tochter einstellt, die in doch ganz schön aufreizendem Look einen noch aufreizenderen Tanz für was oder wen auch immer vorführt, dann möchte man diese junge Mutter beuteln und sagen: "Was hast du dir denn dabei gedacht??"
Übrigens habe ich die das auch gefragt - und prompt hat sie ihr Video wieder gelöscht.
Was mir ja auch tierisch und immer mehr auf die Nerven geht, wenn irgendwelche User auf bestimmte Knöpfe anderer User drücken "Wenn du auch jemanden kennst, der Krebs hat..." oder "Kann ich Euch um einen Gefallen bitten? Nur einige von Euch werden das tun und ich weiß auch schon wer..." Und am Ende gehts einfach nur darum, so viele Likes wie nur möglich einzusammeln, weil diesem User vermutlich irgendwas abgeht dabei. Schlimm ist, dass solcherart Postings immer mehr werden, schlimmer aber, dass sich immer noch oder immer wieder oder immer mehr User finden, die dann diesem fragwürdigen Aufruf folgen.. Ich verachte diese subtile Form der mentalen Erpressung und ich rege mich sinnloserweise immer wieder darüber auf, weil ich einfach nicht nachvollziehen kann, dass es neben dummen Menschen immer noch dümmere gibt, die irgendwie nichts eigenes zu sagen haben und sich vermutlich ein zweites Loch in den Allerwertesten freuen, wenn sich solche flachsinnigen Postings quer durch Fratzenbuch ziehen.
Also: Wozu brauche ich Fratzenbuch, wenn ich mich ständig drüber aufrege?
Ganz einfach: Neben all diesen InderPfützeflachtauern gibt es immer noch Leute, die meine Sinne anregen, mich zum Lachen bringen und mir auch den einen oder anderen Anruf "Na wie gehts, lange nix gehört" ersparen, weil ich ja lesen kann, dass es ihr oder ihm soweit gut geht. Wo ich doch nun wirklich nicht gerne telefoniere.
Und überhaupt, wenn mir das alles mal zuviel wurde, hatte ich ja immer noch die Möglichkeit, mal eben so für ein halbes Jahr zu fratzenbuchpausieren - was auch ab und zu mal ganz erholsam ist.
Übrigens, kann sein, ich wiederhole mich hier mal wieder, aber zum Thema "Freund" fällt mir vor allem immer dieser eine denkwürdige Satz ein: "Ein wahrer Freund ist der, der dir nicht rät, was er an deiner Stelle tun würde; sondern der, der dir rät, was du an deiner Stelle tun kannst."
Dem gibts kaum was hinzuzufügen, oder? Ob nun so einer unter den 194 oder 324 Fratzenbuch-Freunden ist, bliebe möglicherweise auszutesten. Bei mir sinds übrigens aktuell 61. Die meisten davon kenne ich persönlich, die anderen empfinde ich als hochinteressant. Alle anderen habe ich (wieder) rausgeschmissen.
Dass genug Ballast an mir hängt, zeigt mir schon jedesmal meine Waage, der ich übrigens am letzten Wiegetag androhte, sie in den Sondermüll zu entsorgen, wenn sie nicht endlich ein paar erfreulichere Daten anzeigte. Oder ist sie ein wahrer Freund, weil sie mir die ungeschönte Wahrheit ins Gesicht sagt? Ich sollte sie als Freund bei Fratzenbuch aufnehmen. Als wahren Freund. Hä hä.

Quelle Foto: http://www.kreativzauber.net/WebRoot/Store/Shops/61037394/Products/s316/316_m.BMP

Donnerstag, 16. August 2012

Spa At Home

Als ich heute in der Früh erwachte und nur kurz einen Blick aus dem Fenster warf, erwartete mich dies: Regen, wolkenbruchartig, es fehlten nur noch Blitz und Donner, um die Romantik perfekt zu machen. Also ging ich wieder zu Bett, drehte mich auf die andere Seite und schlief noch so ein gutes Stündchen. Immerhin ist immer noch Urlaub!
Leider hat mir dieser ich-überbrück-mal-das-miese-Wetter-Schlaf auch nicht viel geholfen, gegen Mittag regnete es immer noch und ich entschloss mich spontan, mal wieder etwas nur für mich zu tun. Oder besser gesagt: für meine Haut. Für meine Haare. Gegen feine Linien auf bestimmten Bereichen meiner Haut. Gegen Haare, die leider immer wieder zu schnell nachwachsen.

Oh Mann, war das herrlich! Badewasser einlassen und in Schokolade eintauchen. Maniküre, Pediküre, Maske für die Haare, Maske fürs Gesicht, Maske für den ganzen Rest. Sogar die Füße habe ich entsprechend verwöhnt, und das mache ich - leider - viel zu selten. Meine Stiefkinder, und dabei sehen gepflegte Füße nicht nur supergut aus, sie vermitteln einfach auch ein richtiges Wohlfühlempfinden. Und weil wahre Schönheit ja von innen kommt, habe ich die Heidelbeeren nicht zu Mus verarbeitet und ins Gesicht geschmiert, sondern lieber gleich so aus der Schüssel gegessen :)
Wow... Ich fühle mich komplett entspannt und richtig, richtig wohl.

Und während ich mir jetzt kunstvoll die Fußnägel lackiere, lass ich mich nebenbei berieseln von einer Familie, die mit Hund & Kegel nach Norwegen ausgewandert ist und im Bewerbungsgespräch mit dem Wörterbuch sitzt, weil keiner von den Dreien das englische Wort für "Arbeitsvertrag" kennt...
Da fragste dich schon, wer hier eigentlich bekloppt ist: der, der aus dem Badischen kam; der norwegische Arbeitgeber, der ihn dennoch vom Fleck weg engagierte (vielleicht nur wegen der begleitenden Fernsehkamera???) und doch nie weiß, ob der neue Angestellte seine in Englisch gefassten Arbeitsanweisungen überhaupt versteht - oder aber doch der Zuschauer auf dem heimischen Sofa, weil dem unter Umständen glaubhaft suggeriert wird, dass ALLES möglich ist in dieser Welt??

Na ich sag Euch was: Bevor mir die aufschäumende Magensäure das letzte bisschen Spa verscheucht, knispe ich den TV einfach aus, föne mir das Haar, tausche das Flohmarkt-Nachthemd gegen ein City-Outfit - und stürze mich in das Innere der Stadt. Bisschen schlendern, bisschen gucken - und natürlich einen Milchkaffee gönnen in der noch zaghaften Nachmittagssonne :)

Dienstag, 14. August 2012

Hört Ihr es? Atmet Ihr es? Fühlt Ihr es?


Und ich bin da.
Längst bin ich angekommen.
Atme.
Schmecke.
Fühle.
Das Salz auf der Zunge.
Den Sand auf der Haut.
Den Wind in den Haaren.

Als ich heute, an diesem so wundervoll sonnigen Nachmittag an das Ufer trat, mit den nackten Füßen und dem Flatterkleid, als ich sehr bewusst wahrnahm, wie beinah zärtlich sich der feine Sand durch die Zehen drückte und der Wind an den Haarspangen zauste, als ich das Tosen der Wellen vernahm, sich über mir der Himmel scheinbar endlos dehnte und die Möwen kreischend durch die Luft flirrten, da kamen mir beinah die Tränen. Tränen als Ausdruck eines unendlichen Glücksgefühls. Tränen als Ausdruck des beinah nicht zu beschreibenden Gefühls dieser schier endlosen Tiefe und Weite des Meeres, in die ich so gerne eintauchen wollte, ganz tief hinab zu den Muscheln und vielleicht auch Perlen (ja ich weiß, die gibts da nicht, ist doch egal...), nur um dann wieder aufzutauchen, der Sonne entgegen, die sich auf der Wasseroberfläche spiegelt, auftauchen mit kraftvollen Bewegungen der Arme und Beine, das Erreichen des Wasserspiegels und das Tiefe Einsaugen dieser wundervoll frischen Luft...


video




Quelle Foto: http://www.deutschland-deluxe.de/image/Ferienhaus.jpg

...genau so möchte ich eines Tages leben dürfen... So nah am Meer.. Mit genau solchen Fenstern, die ich nachts ganz weit öffne, mich in das gestärkte und nach salziger Seeluft duftende Betttuch hüllen und dann würde ich nur... lauschen...
Und ganz leise würden dazu diese Klänge durch das Zimmer perlen... und in den Windlichtern würde das Feuer der Kerzen zittern... irgendwann würden sie verlöschen und ich langsam in den Schlaf hinübergleiten..




OK, seien wir ehrlich, die Realität sähe höchstwahrscheinlich ein wenig anders aus. Ich hätte vermutlich drei Hunde, für jede Etage einen, die Haustür wäre gesichert wie Fort Knox und vor den Fenstern hätte ich einbruchsichere Gitterstäbe. Und sollte der Mann meiner Träume es wagen, das Haus abends oder über Nacht verlassen zu wollen, würde ich wohl an seinen Hosenbeinen hängen, mit jedem Schritt mitschleifen und ihn anflehen: "Bitte lass mich jetzt nicht aaaaallleeeeiiinnneee!"
Doch mal Hand aufs Herz: Klingt das romantisch? Nee, oder? :)
Übrigens habe ich zwar nicht erst seit heute einen neuen Mitleser, aber zumindest hat er/ sie mir heute zum ersten Mal etwas kommentiert. Mich hat das total berührt - aber ich gebe auch zu, es hat mich noch mehr überrascht und gefreut. Jeder Mensch, der auch nur irgendwas nicht nur für sich, sondern auch für andere tut, sei es nun das Schreiben oder Malen oder Musizieren, der freut sich IMMER über ein Feedback. Lieben Dank an dieser Stelle! Und ja - 46 Jahre auf einer Insel können die Hölle sein... Wenns die falsche ist... Und mich erinnerte das spontan an einen Cartoon, den ich vor zwei Jahren fand und ich muss gestehen: Der JA-Sager auf diesem Bild wäre ich nicht, ich wäre der andere ;)





Sonntag, 12. August 2012

Ich kann es einfach nicht lassen

Als ich Junior heute Morgen zu wecken versuchte mit den Worten: "Komm, die Oma hat schon ganz lecker Frühstück gemacht", da schnurrte das Kätzchen nur und drehte sich mit den Worten "Noch nicht, ich lieg grad so schön" auf die andere Seite.
Nur um dann exakt um 12.35 Uhr aus dem Bett zu kriechen und zu sagen: "Ich geh dann mal was essen, Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages."
Ha!

Jedenfalls, solange er noch im Bett schlief und träumte und Oma Ziggenheimer nachsichtig sprach: "Lass ihn doch, er hat doch Ferien" und Opa Ziggenheimer nebenan im Schlafgemach seine Angina auskurierte, sie also ihr geliebtes Solitär aufschlug, da sagte ich mir: "OK, dann besuche ich mal Fratzenbuch und schaue, obs was Neues gibt." Gibts aber nicht, wenn man mal von diesen blöden bescheuerten Postings á la "Wenn du das auch so siehst, gib mir ein LIKE oder ein KOMMI" *kotz*, vor allem, wenn mal mal die Themen besieht so als wie "Wenn du noch nie in deinem Leben geduscht hast..." oder "Wenn du deine Mutter auch so liebst wie ich..." oder so einen hirnverbrannten Sülz, ja, da kann mir wirklich der Kaffee von vorgestern wieder hochkommen. Und leider gibt es bis heute noch keinen Button, der mich vor solchen Postings schützt, und mich immer wieder nur sinnlos darüber aufzuregen, ist ja irgendwie auch nicht gesund.

Ja und dann noch diese Werbungen dort... Normal frage ich mich da ernsthaft, ob da wirklich einer dran glaubt und draufklickt, aber offensichtlich... gibts immer noch genug Leute, die das tun. So wie bei der hier:


Nachdem ich mich bei dem Foto erst zu Tode erschrak und anschließend ein Schleudertrauma vom Koppschütteln bekam, stellte ich mir folgende Fragen:
1. Sind die 78 Personen eigentlich gekauft?
2. Warum guckt die Mutter dann immer noch so pissed off, wenn sie doch jetzt 20 Jahre jünger aussieht?
3. Warum sieht die eigentlich aus wie meine eigene Oma?
fragte ich mich alsdann:
Wieso 
rege ich mich eigentlich immer wieder 
sinnlos über die Dummheit anderer Leute auf? 
Habe ich keine eigenen Sorgen?
Nö.
Habe ich nicht. Ich gehe jetzt nämlich an den Strand. Nachdem ich nämlich feststellte, dass ich auch bei dieser Reise ans Meer wieder mal so einige Utensilien zu Hause vergessen hatte - nämlich Zahnbürste und Bikini - dankte ich dem Herrn & Schöpfer für das Hotel Mama, das auch für diesen Fall immer eine stille Reserve im Schrank zu liegen hat :)

Freitag, 10. August 2012

Ich bin nicht die drei Kreuze, ich bin TS!

Nachdem mir Junior I letzten Abend mitgeteilt hatte, dass er Samstag doch nicht mit mir auf Reisen würde gehen können, hatte ich heute Vormittag ernsthaft noch erwogen, nicht erst morgen früh, sondern gleich nach Dienstschluss die Reise an mein geliebtes Meer anzutreten. Nur endlich fort von hier, alles hinter mir lassen, Alltag, Rechnungen, Sorgen, Frustrationen, Schokokekse und Bürokaffee.

Nun ja. Schon vor Jahren hatte meine Freundin einst festgestellt: "Freitags nachmittags werden die Faulen fleißig!" und nicht selten bleibt dieser Umstand an mir hängen. Nachdem ich nun gestern schon erst um 19 Uhr das Büro hinter mir verschlossen hatte, zeichnete sich ab, dass es heute wohl nicht viel eher sein würde. Und mein Azubi, der mir gestern schon sein Mitleid aussprach, blieb heute aus Solidarität einfach mit mir da. Also Chef, wenn sie dafür keine Prämie verdient hat, dann muss ich persönlich mir eine kleine Aufmerksamkeit einfallen lassen. Immerhin nennt Ihr mich ja inzwischen alle schon die kleine Chefin *hä hä*.

Und nun bin ich nach Hause gekehrt, zum Umfallen müde, an stundenlanges Fahren ist nicht mehr zu denken, sollte ich nicht, wie schon vor sieben Jahren, wieder in der Leitplanke enden wollen und zur Stärkung steht neben mir ein Schüsselchen Heidelbeeren, auf der anderen Seite eine Flasche Buttermilch (jawohl, kein Kaffee, ich hatte heut soviel davon, dass ich schon einen bitteren Geschmack auf der Zunge bekommen habe) und vermutlich werde ich nach dem Bloggen und dem zwei-Gänge-Menü einfach nur scheintot zur Seite kippen und mit letzter Kraft den Wecker auf "Samstag-bitte-sechs-Uhr-wecken-nein-das-ist-keine-Verarsche" stellen, damit genug Zeit bleibt, ein paar Sommerkleider, Sandalen, Bücher und Strickjacken in die Tasche zu werfen, die FlipFlops dazu, die Haarspangen, ach apropos Spangen, Juniors Spangen für die Zähne müssen auch noch mit..., un-un-unbedingt meine Mucke für Autoradio und auch der iPod und dann noch den acht-Uhr-Termin beim Friseur um die Ecke wahrnehmen... Das ist ja immer das Glück der langen Haare, wenn du es nicht sofort zum Schnippelmeister schaffst, scheißegal, nen geraden Pony kriegste auch noch selber hin und alles andere kommt dann eben morgen.. Oder übermorgen. OK über-übermorgen.. Na gut, nächstes Jahr! Ich war ja immerhin schon froh, dass ich, obschon ich weit nach 18 Uhr zu Hause angelangt war, überhaupt noch jemand im Friseurladen stand - denn die hat eigentlich normalerweise auch längst schon geschlossen. Ein Zeichen, dem ich spontan und unbedingt nachgehen musste.

Und während Frau Schnippselmeisterin der letzten Kundin noch den rechten Schliff verpasste, trug mich Schnippselmeister a. D. ins Buch ein - und da mein Nachname nicht von Pappe ist, meinte er: "Ich trag einfach drei Kreuze ein. Morgen, acht Uhr." Dann lachte er, hustete sich die letzte Zigarette aus der Lunge und schrieb "TS" in das Buch.
"Ich bin die Kundin TS und nicht die drei Kreuze", informierte ich meine Lieblings-Friseuse, "was auch immer das heißt!" und sie zwinkerte mir zu: "Das heißt Trockenschnitt!"
OK. Von mir aus. Ich bin alles, was Ihr wollt. Hauptsache, ich kann endlich nach Hause und rauf aufs Kanapee.
Und morgen, Kinners, gehts endlich in den Kurzurlaub. Ans Meer. Ich hab so sehr Sehnsucht danach, dass ich schon jetzt fast schon riechen kann... TUI - das habe ich mir jetzt echt verdient.

Mittwoch, 8. August 2012

Wo ich Dich fand





Bevor die Nacht endete
und der Tag begann..
..die unsichere Linie
zwischen Schlaf und Erwachen..
..der Körper matt
..die Augen müde
..und in der unzerstörten Seele
ein Feuer
aus Sehnsucht und Hoffnung..

und da fand ich Dich.

Im Alter verändert sich so einiges

Gerade stand ich in der Küche, gelehnt an den Schrank, in der Hand die Tasse, die ich gern mit Kaffee gefüllt hätte, und sinnierte vor mich hin.
Da habe ich mich erst aufgeplustert gehabt über Kollegen, denen du wie bei einer Schnitzeljagd folgen kannst, du musst nur ihren Schmutzspuren hinterherlaufen (ok, ist vielleicht bisschen  übertrieben) - und was hat es mir gebracht? Natürlich nichts. Vermutlich ist da wirklich was an der Aussage dran, dass Erziehungsmaßnahmen nur bis um den 18. Geburtstag herum fruchten - und dann ist alles zu spät.
Und nein, ich will mich heute hier nicht schon wieder echauffieren, gleichwohl gingen mir in diesem Schaffenspäuschen so ein paar Gedanken über Pro und Contra des Alter(n)s durch den Kopf:

1. Früher ließ ich angesichts von Staub auf der Kommode auch einfach nur mal die Jalousie herunter, heute wird gar mit einem Lappen aus dem Hause Swiffer gewischt. Allerdings suchte ich früher ständig meine Nagelschere - heute dafür TAN-Listen. Ich finde, das ist schon ein Fortschritt. Bei einer fehlenden TAN-Liste kann ich auch auf die Bank fahren, nicht manükierte Fingernägel aber sehen einfach immer nur scheiße aus. Ich bin also nur selektiv ordentlicher geworden.

2.  Sex findet nicht mehr im Dunkeln statt - man kennt sich ja inzwischen und es entringt sich der Kehle maximal ein Oooorkkksss, wenn der/ die Liebste zu dir sagt: "Also weißt du, das Neglige hätteste aber schon noch bügeln können" - und dabei haste doch gar nix an...

3. Du bist entschieden gelassener geworden: Wenn dir irgendwelche Nappsülzen dummdreist und unverschämt kommen, fällt dir die passende Antwort und/ oder Reaktion leider erst drei Tage später ein.

4. Bei Online-Meinungsumfragen Deines Lieblings-Shopping-Labels endet diese zumeist an der Stelle "Bitte wählen Sie Ihr Alter" - und dem, weil ehrlich beantwortet, anschließenden klonk "Wir danken Ihnen für Ihre Mitarbeit!"

5. Im Büro stellst du die Musik lauter und schwelgst "Hach, das war zu meiner Diskozeit" und der Azubi schaut dich an: "Echt? Das kenn  ich gar nich!"

6. Bei Liebeskummer haste dich früher eingeschlossen und die Augen aus m Kopp geweint. Heute öffnest du die Korkenflaschen und meldest dich im Internet an.

7. Du bist reifer, erfahrener und so geworden, aber damit eben auch skeptischer und zurückhaltender, die Impulsivität der Jugend ist der hochgezogenen Augenbraue gewichen.

Hmm. War da jetzt überhaupt ein Pro dabei? :) OK, gar so tragisch, wies vielleicht klingt, empfinde ich es nicht und vermutlich bin ich einfach nur urlaubsreif. Nicht umsonst beantwortete ich die heutige Frage des Chefs: "Was wünscht ihr euch als Urlaubsrunde?" mit den Worten: "Ein frisches lecker Stück Erdbeerkuchen!" und als er nachfragte: "Und wie viel?" noch hinzufügte: "Rechne mal für jeden drei Stück!" Natürlich hinterfragte er verblüfft: "SOOO VIEL?" und ich ergänzte ermattet: "Ja. Anders ist das Elend hier einfach nicht zu ertragen." Die unmittelbar anschließende Frage des Azubis "Ich bin grad bei der Büromaterialbestellung, brauchen wir noch was?" und ich guckte und sprach:
"Ja, Popierkapier!"

Ich vermute, ich bin nicht alt. Sondern einfach nur urlaubsreif. Reif für die Insel. Ab Samstag, liebe Leute, bin ich dort. Auch wenn Chef den entsprechenden Antrag meinerseits nur mit drei Kreuzchen seinerseits unterzeichnet hat. Ich fahre. Da kann kommen, was wolle. Punkt.



Quelle Foto: http://www.orgenda.de/img/newsletter/DAILY/050208.gif

Montag, 6. August 2012

édition el!es Oder: Das Leben im Spiegel

Was reizt mich am Schreiben?

Das Spiel mit dem Wort. Das Zusammenfügen von Wörtern, die im Kopf und in der Seele Bilder erzeugen. Bilder, die es vermögen, in dem anderen etwas hervorzulocken, ihn mitzunehmen in meine Welt oder in die Welt, in die ich mich gelegentlich, tags oder nachts, zurückzuziehen mag..
Es fasziniert mich, meine eigene Sehnsucht, meine eigene Liebe zum Leben und zum Lieben in Worte zu kleiden und ich glaub, es gibt für jeden, der schreibt, kaum einen größeren Moment als den, wo er sieht und hört, was er im Leser bewirkt..

Für mich ist das Schreiben pure Lust, pures Leben, auch Ventil und Mittel, um die eigene Achterbahn wieder in ruhigere Bahnen zu lenken..
Nicht zuletzt auch deshalb hatte mich einst meine Freundin wieder und wieder ermuntert: "Mach was, schreib was, tu was...", obschon ich ja irgendwie immer geschrieben habe, seit ich das Buchstabieren erlernte. Sicherlich lache ich heute über das, was ich bereits in der zweiten Klasse in die Heftchen schrieb, damals noch mit Füllfederhalter, und hach ja, ich liebte es total, ein neues Heft zu beginnen, es zu füllen...


Letzte Nacht, auf der Suche nach eigentlich etwas ganz anderem, stieß ich auf diese Seite, auf édition el!es, und war mir zunächst gar nicht bewusst, dass dies eine Seite ausschließlich von Frauen für Frauen ist. Ich las zu Beginn lediglich, dass man hier seine Manuskripte hinsenden und "begutachten", mit viel Glück auch veröffentlichen könnte, und ich dachte mit zunehmender Begeisterung an die zwei Werke, an die ich außerhalb von diesem Blog schreibe..

Erst mit den Bedingungen, die an das Einsenden jeglicher Werke geknüpft waren, erkannte ich:
Hier sind ausschließlich Frauen gewünscht, die über die Liebe zwischen Frauen schreiben.
Dass man mich nicht falsch versteht: Für mich ist es nicht wichtig, ob eine Frau einen Mann oder eine Frau liebt; ob ein Mann eine Frau oder einen Mann liebt, ob Menschen promiskuitiv oder völlig enthaltsam leben. Ich be- und ich ver-urteile es nicht. Für mich ist nur wichtig, dass man am Ende (s)eines Lebens zurückschaut und jenen unverwechselbaren Glanz in den Augen besitzt, den nur die Menschen haben, die in ihrem Leben erfüllt gelebt und geliebt haben - und sich ihres eigenen Wertes vollkommen bewusst (geworden) sind.
Letztlich muss ich auch zugeben, dass beim Lesen dieser Bedingungen spontan eine Geschichte in meinem Kopf entstand, die ich sicherlich zum Thema hätte beitragen können oder wollen. Auch wenn ich in meinem Leben niemals eine Frau geliebt habe und mir auch überhaupt nicht vorstellen mag, eines Tages von einer Frau berührt zu werden. Es gibt Freundinnen, die sitzen zusammen in einer Badewanne und schlafen gemeinsam in einem Bett, ohne dass auch nur irgendeine Sexualität zwischen ihnen entstehen kann; sie tun es einfach nur, weil sie sich unglaublich vertraut sind.
Das ist auch etwas, das ich persönlich zum Beispiel niemals könnte: mit einer Frau eine solche Intimität zulassen. Das kann ich nur mit einem Menschen, dem mein Denken, mein Fühlen, mein Sehnen gehört - und dieser eine war und ist immer nur ein Mann.

Jedenfalls, was ich sagen will: Egal, wie ich selber persönlich lebe und liebe, meine Gedanken sind frei und ich hätte mich wohl doch schon ganz gern den Redakteuren und Betreibern dieser Seite vorgestellt.
Allerdings fiel mir bei den Einsendebedingungen ein Punkt ins Auge, der mir doch irgendwie... sehr eng gefasst schien und mir spontan das Gefühl vermittelte, dass der eigenen Phantasie deutliche Grenzen gesetzt wurden:

„2. Bitte beachten Sie, dass die Hauptfiguren des Romans ausschließlich Frauen sein sollten. Männer sind erlaubt, aber nur als Nebenfiguren, und der Roman sollte nicht mit einem Mann beginnen. Unsere Leserinnen möchten eine Welt voller Frauen, möglichst ohne allzuviele Männer oder allzu viele Bezüge zu Männern wie beispielsweise eine Frau, die gerade erst entdeckt, dass sie lesbisch sein könnte. Die Figuren sollten möglichst bei Beginn des Romans schon lesbisch sein. Es wäre von Vorteil, wenn die Teilnehmerinnen vor der Teilnahme am Literaturpreis ein paare el!les-Bücher gelesen hätten, um sich mit dem Stil und den Inhalten des Verlages vertraut zu machen.

3. Eine Länge von mindestens 60.000 Wörtern (höchstens 75.000) und ein Happy End sind für den Roman zwingend erforderlich.“ … (Quelle: http://www.elles.de/index.php?option=com_content&view=article&id=608)

Ehrlich gesagt… jegliche Ideen in meinem Kopf waren eingestürzt wie ein Kartenhaus, erstarb die Lust am Schreiben, am Ideen entwickeln und umsetzen. Mit der Thematik an sich konnte ich umgehen, auch mit der Begrenzung der Textfülle. Mir ist schon durchaus bewusst, dass man kein zehnbändiges Werk einsenden sollte. Zumindest nicht an dieser Stelle.

Dass jedoch ein Mann so überhaupt gar keine Rolle spielen darf (funktioniert die Welt ohne einen Mann? Eben nicht!), dass obendrein schon die Struktur des Buches (Beginn und Ende) und vor allem auch das Ende (Happy End zwingend erforderlich) vorgeschrieben werden – das ließ für mich jegliche künstlerische Freiheit vermissen. Ich meine, hallo, das ist doch weltfremd. Im wahren Leben gibt es auch nicht immer ein Happy End – und trotzdem gab es eine wunderschöne Liebe, eine wundervolle Zeit, und auch wenn man eines Tages einen anderen Weg wählte, gab es Gründe dafür und bleibt das, was man erlebt hatte, noch  immer eine Geschichte, die es zu erzählen erlaubt ist.

Und auch wenn diese Bedingungen im Konjunktiv aufgestellt sind, so empfinde ich sie doch als subtiles Mittel, mich in eine Richtung zu drängen, in die ich mein eigenes Werk vielleicht gar nicht bringen wollte, aber doch sollte..
Ehrlich gesagt, damit kann ich nichts anfangen. Und ich habe die Seite wieder geschlossen, ohne mir ein Lesezeichen zu setzen. Offen gestanden, hatte ich auch keine Lust mehr auf die Leseproben. Wie ähnlich sich die Geschichten doch sein mussten und schon zu Beginn eines jeden Buches würde man wissen: Egal was kommt, zum Schluss kommt das Happy End. Wie langweilig.
Das wäre ja fast vergleichbar mit dem Wunsch, den ich als Kind hegte: in einen Spiegel schauen und sehen dürfen, ob mein Leben in 20 Jahren ein glückliches und erfülltes sein würde.

Inzwischen bin ich echt froh und dankbar, dass es so etwas nicht gibt und ich spar mir auch den Weg zu einer Wahrsagerin oder sowas. An die glaube ich nämlich wirklich (wenns eine „Richtige“ ist ;)) und ich möchte gar nicht mehr wissen, was das Leben für mich bereithält. Ich finde es viel aufregender, jedem Tag neu zu begegnen und Neues zu entdecken und diese zuweilen beinah kindliche Freude und Vorfreude, diese Neugier bewahren zu können.
Tut mir also leid, Mrs. El!es. Ich wär gerne bei Euch gewesen, aber das.. ist mir dann doch zu wenig. Mit uns gibt’s kein Happy End. Ich bekomm schon noch das Meinige. Woanders halt. That's life. And that's reality.


Quelle Bild: http://www.reuffel.de/annot/4B56696D677C7C31383035303830307C7C434F504C.jpg%3Fsq%3D2%26width%3D300%26height%3D288%26title%3DWomen%2520only,%25201%2520Audio-CD

Da bekomm ich doch glatt Kreislauf!

Es ist Montag Morgen, der Weg führt mich - wie meistens - direkt ins Büro, und während auf der Fahrt dorthin unsere Fahrgemeinschaft lacht und schwatzt und nur noch latent müde aufgelegt ist, erwartet mich an diesem Montag Morgen etwas, das mir nicht oft, aber wenn, dann richtig die Laune vermiest.

Ich erinnere mich, das muss ich noch vorn anfügen, an eine Begebenheit, als ich vor Jahren von einer Firma, bei der ich gedachte, meine schöpferischen, ehrgeizigen und hochfliegenden Pläne und Aktivitäten einzubringen, zu einem gemeinsamen Team-Frühstück eingeladen worden war und die damalige Angestellte in etwas reiferem Alter ihr Team aufforderte, gewisse Spuren von Brot, Keks, Kaffee und sonstige Hinterlassenschaften doch bitte schön selber auch wieder zu beseitigen, man habe ja schließlich nicht den ganzen Tag Zeit, das Dienstmädchen für die anderen zu spielen.
Ich muss ebenso hinzufügen: Die Dame war mir auch sonst ausgesprochen sympathisch, sie trug ihr Anliegen auch mit ruhigem Ton, einem Augenzwinkern, jedoch nicht ohne Nachdruck vor und damals dachte ich noch: "Ach na ja, watt solls, wischt man halt mit drüber weg und gut is."

An diesen Moment erinnere ich mich derzeit recht häufig, weil ich finde, es kann einfach nicht sein, dass gerade die Studierten unter uns nicht wissens und nicht in der Lage sind, dass man Abwaschlappen auch regelmäßig ausspülen muss, dass man Apfelreste etc. nicht in die Spüle, sondern in den entsprechenden Eimer entsorgt; dass benutztes Geschirr auch gleich in den Spüler gestellt werden kann - und so weiter und so weiter. Die Hutschnur platzte mir dann, als ich das Badezimmer betrat und sich von der Wand ein Saugnapf gelöst und samt des Gästetuchs zu Boden gestürzt hatte. Anstatt nun einfach mal diesen Haken neu zu befestigen, wurden Haken und Tuch einfach neben das Waschbecken geramscht, frei nach dem Motto: Es findet sich schon eine Blöde, die das in Ordnung bringt.
Ehrlich - da kriege ich Kreislauf!!!

Mir reicht das schon, meinem bald 17jährigen und auch dem 22jährigen immer wieder zu sagen: "Jungens, so geht datt nich - Ordnung hier in die vier Wände, aber dalli!" - dann muss ich doch aber hier in der Firma nicht auch noch Erziehungsmaßnahmen ergreifen??? Hallo?? Wo leben wir??
Ist es wirklich so schwierig, auf ein bisschen Ordnung und Sauberkeit zu achten??
Muss man wirklich erst eine Relativitätstheorie ("Ist das schon wirklich schon Schmutz, den man wegmachen muss?") erstellen und einen Antrag auf Erschwerniszuschläge stellen, um die eigenen Kaffeekleckse zu beseitigen und anschließend den benutzten Lappen auch mal auszuspülen? Sind sich die Studierten, die hier in der eindeutigen Überzahl sind, zu fein für den eigenen Dreck?`Oder geh ich frei mit der Werbung, die einst den Slogan verbreitete: "Ach, Sie haben studiert - na dann muss ich es Ihnen erst erklären!"??

Da frage ich mich doch glatt: Wie machen das die Leute zu Hause?
Nein danke, mir gehört diese Firma nicht und soll sie auch in Zukunft nicht. Aber ehrlich, wenn ich daran denke, so ein vor wenigen Jahren restauriertes schönes altes Gebäude mit moderner Küche und modernem Badezimmer, mal abgesehen davon, dass wir uns die meiste Zeit doch auch auf der Arbeit befinden - da will man sich doch wenigstens halbwegs ein bisschen wie wohlfühlen??
Haben die Leute ihre Kinderstube etwa mit dem Düsenjet durchflogen, so dass da Werte wie Anstand, Sauberkeit & Ordnung sowie auch Kollegialität und Miteinander nicht hängenbleiben konnten?
Ich krieg das nich in den Kopp - nee datt geht mir da einfach nich rein - aber ich habs auch echt satt, dass man wie bei kleinen Kindern allen Leuten hinterherzuräumen und nachzuwischen hat, und da ist mir auch egal, ob wir das im Dreierwechsel aus Kollegin, Azubi und mir veranstalten - ich bin einfach der Meinung, dass es überhaupt keine Rolle spielt, wer welche höhere oder mindere Funktion zu bekleiden meint: Jeder hier hat zwei gesunde Hände und - hoffentlich - gesunden Menschenverstand und kann seinen eigenen Scheiß auch gefälligst selber aufräumen. Für den Rest haben wir nämlich ne Putzfrau.
So und wenn mir meine Kollegin noch mal mit verzogenem Gesichtsausdruck zu sagen wagt: "Nimm den Lappen nicht, der stinkt", sie das also schon vor mir feststellte und trotzdem nicht reagierte, dann werde ich ihr diesen Lappen gepflegt um die Ohren hauen und sagen: "So Frollein und falls du jetzt duschen musst, nimm den Lappen gleich mit und spül ihn aus."
Herrgottnochmal!