Montag, 20. November 2017

Die Tage und Gedanken in Bildern

Irgendwie fließt es grad nicht so recht. In meinem Kopf geht so viel hin und her und hoch und runter, dass ich vermutlich ein zehnteiliges Buchwerk herausbringen könnte - aber momentan komme ich nicht wirklich dazu, diese Gedanken zu ordnen, zu sortieren, zu entwirren. Und dabei brauche ich eigentlich genau das Schreiben, um eben überhaupt so etwas wie eine Struktur herstellen zu können.

Erzählte ich nicht neulich auch von meinem Kalender? Der, den mir der Mann einst schenkte und der mir irgendwie beinah schon Angst macht, weil er einfach in jede einzelne Woche passt?
Noch am Montagmorgen, als ich das Kalenderblatt umwendete, atmete ich tief ein und dachte beim Lesen: "Na dann wappne dich mal! Zieh dir ein dickes Löwenfell über und kämpfe."


Und dabei ließ sich diese Woche doch zunächst gar nicht so übel an. Die Fahrt am Montag nach L war weit weniger beschwerlich - oder besser gesagt: beängstigend für mich - als ich es befürchtet hatte, im einst heimischen Bundesland schien nicht nur die Sonne, es waren auch wesentlich angenehmere Temperaturen. Ja, auch 4 Grad mehr können tatsächlich was ausmachen ;)
Dieser Montag bedeutete außerdem noch ein Pläuschchen bei Kaffee & Kuchen - und dann noch einem geschenkten Gutschein meines einstigen Lieblingslabels!
Möglicherweise war dieser Wochenstart ein wenig ZU gut - denn schon der folgende Tag bereitete mir ein wenig Bauchweh...


Da hatten wir uns das doch so einfach vorgestellt - Sohnemann und ich. Preisangebote für Winterreifen komplett sondieren, das Beste auswählen, Auto  in die Werkstatt bringen, abholen, fertig ist der Lack. Dachten wir! Nun ist das Wägelchen ja erst seit gut 5 Wochen im Besitz meines Jungen - also nutzen wir die Chance, indem ich zur Werkstatt meines halbwegs Vertrauens sprach: "Schaut euch das ruhig noch mal genauer an, er hats grad erst gekauft. Falls noch Mängel sind und so!"
Man sagt das - aber man hofft ja immer, dass da nix nachkommt. Immerhin hatten mein Ältester und ich bei unseren diversen Gebrauchtwagenkäufen immer Glück.
Und nun seht Euch das an. Schöner Mist. Dazu noch eine gebrochene Feder und ein vermuteter Defekt im Abgasrückführungsventil. Also bin ich postwendend an meinem freien Tag am Donnerstag beim Verkäufer vorbeigefahren, habe denen die Fotos gezeigt und gefordert, dass dies im Rahmen der Gebrauchtwagengarantie instandzusetzen sei. Freilich hielt man sich dort erst mal bedeckt. Man müsse sich den Schaden ja erst mal anschauen und außerdem sei das da ja nur die äußere Hülle.
Kommende Woche soll Sohnemann das Auto dort hinbringen und dann will man sich das anschauen. Mein Bauchgefühl grummelt. Es wird wohl noch ein wenig lustig werden mit denen.


Herbst oder schon Winter? Ich kann mich nicht recht entscheiden. Draußen ist es mit einem Mal arschkalt geworden - aber das Büro in L ist sehr gut geheizt. Sehr, sehr gut. Ich komme mir vor wie in den Wechseljahren, weil ich auch nach Ablegen von Schal und Jacke wahlweise Fenster aufreiße, nach 5 Minuten mit angefrorenen Fingern schließe, nach 10 Minuten schweißgebadet wieder aufreiße... und so weiter und so weiter.
Immerhin aber ist hier für fortwährenden Kaffeekonsum gesorgt, ohne dass ich mich kümmern muss. Denn ich fröne auch hier meinem Motto: Ohne Kraftstoff kein Motorbetrieb - und Arbeit gibt es schließlich mehr als genug.


Nach den Bürotagen nach Hause eilen, etwas zu essen einkaufen, Abendessen zubereiten, Nachrichten beantworten oder abhören oder einfach auch nur in Blogs und auf FB surfen und auf denkwürdige Sätze stoßen, die wie zumeist etwas länger in mir nachwirken...






In anderen Blogs habe ich schon öfter davon gelesen, mich aber nie wirklich dafür interessiert. Bis zum Dienstag, als der Mann abends schrieb: "Installier dir doch mal Quizduell, dann können wir gegeneinander spielen."
Eigentlich habe ich ja für sowas nicht wirklich Zeit, wenn ich in L weile, denke ich - aber nachdem ich doch gerade erst meine Liebe zum Kreuzworträtseln wieder ausgegraben habe (und dabei feststellte, was für immense Lücken sich inzwischen aufgetan hatten), da reizt mich das doch und so installiere ich mir die App, für die wiederum der Mann genau genommen gar keine Zeit hat. Ein einziges Spiel an einem Abend ist mir dann doch zu wenig und so fordere ich meine Mama zum Duell heraus. Aber entweder weiß sie nicht, wie sie das machen soll, oder aber sie hat schlichtweg keine Lust. Was ich mir wiederum aber auch nicht vorstellen kann - immerhin kreuzworträtselt sie mindestens genau so gern wie ich. (Überhaupt stelle ich mit den Jahren fest, wie sehr ich meiner Mama ähnele. Aber dazu ein anderes Mal.)


Musik & Hits. Essen & Trinken. Irgendwie logisch, dass ich hierin nicht die Allerschlechteste bin. Auch wenn sie nicht nach der artgerechten Konsistenz von Schoko-Keksen fragen. Dafür versage ich kläglich in sämtlichen anderen Kategorien. Meistens raten wir nur. Spaß machts trotzdem. Mir jedenfalls!


Feierliche Vereidigung am Freitag. Nun ist Sohn II offiziell angenommen. Als ich das Bild von ihm im entsprechenden Anzug und seiner Freundin im Arm versende, bekomme ich ein "Groß isser geworden! Bist stolz?" zurück und schreibe mit gefühlt Dreifach-F zurück "Aber sowas von!"
Aber auch auf meinen Ältesten bin ich nach wie vor stolz - auch wenn ihm das Glück nicht so hold war und ist, wie er es eigentlich verdient hat. Alles muss er sich erkämpfen, ihm wird nix geschenkt und schon gar nicht fallen ihm die Dinge in den Schoß wie bisweilen mir oder Sohn II dieses Glück hatten. Aber er beißt sich durch, steht immer wieder auf und macht weiter - und ich hoffe, er hört damit auch nicht auf.
"Der Junge muss doch mal was Richtiges kriegen", sagte erst am Sonntag mein Papa zu mir.
Dann denke ich an die Ereignisse in seinem letzten Job, die mittlerweile 5 Angestellten (ihn eingeschlossen) innerhalb von 4 Wochen den Job gekostet haben - und dass ein Mangel an Vitamin B mit keiner Pille aufzufüllen ist. Und Einsatz eben nicht immer zählt.


Nun ja. Die Massagen gehen weiter.
"Wir haben nur 3 Versuche", hatte sie vor der 1. Anwendung vor 3 Wochen gesagt. Letzten Samstag war der 3. Versuch.
"Fühlst du dich denn jetzt besser?" fragte mich am Samstagabend der Mann.
Eigentlich nicht - eigentlich geht es mir wie zuvor auch. Andererseits war ja aber auch recht viel Bewegung in den letzten Wochen, und wer weiß schon, wie viel Einfluss das alles zusätzlich nimmt?
Immerhin wurde mir zu guter Letzt noch am Freitagabend eine inoffizielle Missbilligung ausgesprochen. Für Dinge, vor denen ich schon vor einem Jahr mein Veto einlegte, auch gut begründete und argumentierte, zunächst einen Dank erhielt "Das ist eine sehr gute Idee!" und dann im Januar, ohne dass man vorher auch nur noch einmal ein Wort dazu gewechselt hätte, einen heftigen Tritt in den Magen "Das war nicht in Ordnung von dir!" Erst sehr viel später ist mir klar geworden, welche Knöpfe wo und durch wen gedreht worden waren - und ich beschloss für mich: Ohne mich in Zukunft.
Zu dieser meiner Aussage stehe ich auch offen - und kassierte eben am Freitagabend noch eben diese inoffizielle Missbilligung. Daran habe ich dann doch ziemlich schwer geschluckt am Wochenende. Letztendlich aber bestätigt es mich nur. In dem, was ich denke, und in dem, was ich tun möchte.
Dass mir Aufrichtigkeit mit am wichtigsten sind - und dass es mich immer noch schockieren kann, wie sehr Menschen sich verbiegen und verdrehen können nur zu ihrem eigenen Vorteil.




Heute Morgen jedenfalls habe ich den Kalender mit einigem Unbehagen umgewendet und als ich las "My best friends are snacks" - da musste ich grinsen. Manches kannst du auch einfach nur mit Schokoladenkeksen aushalten.

Kommentare:

Wirrkopf hat gesagt…

Äußere Hülle!? Der Topf ist leer. Haben die da ein Rohr durchgeschoben um die Geräusche zu verdecken!?
Das müsstest du doch schon beim Anlassen hören, dass da was nicht ganz dicht ist ...
Zumindest sieht der Unterboden recht sauber aus. :-)

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Na da ist schon noch ne zweite Lage, aber der Schraubenziehertest an der Schweißnaht zeigte: Lange hält das wirklich nicht mehr und dann mutiert der Sohn zu Jim Knatterton (oder wie der da nun hieß 😎).
Fakt ist: Ich hab nix gehört, sein Vater übrigens auch nicht. Ich hoffe nur sehr, die bringen das in Ordnung ohne großes Rumstreiten. Darauf hab ich grad sowas von keinen Bock 🐑

gretel hat gesagt…

Inoffizielle Missbilligung - was ist das denn für eine Kinderkacke. Kann der/die nicht einfach normal mit dir reden, wenn was quer sitzt?
Wenn ich mir die Bilder und die Erzählweise so anschaue habe ich das Gefühl, so schlimm war die Woche gar nicht für dich. Ich spüre da auch was Leichtes - aber das kann natürlich täuschen. Das erste Foto mit dem Kalenderspruch kann ja gut als allgemeines Lebensmotto herhalten....
Liebe Grüße

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Nein Gretel, kann man leider nicht. Seit über zwei Jahren "schlucke" ich eine ganze Menge, auch weil ich festgestellt habe, dass Argumente nicht zählen. So fundiert sie auch sein mögen.
Stattdessen begegnen mir wieder und wieder eine Flut an subjektiven Einschätzungen, von denen ich nicht immer weiß, wie ich sie abfangen soll.
Manchmal fragte ich mich, ob das wirklich so gut war, nach M zu gehen. Heute denke ich: Es hat offen gelegt, auf was und wen ich wirklich zählen kann - und auf was und wen nicht. Die Konsequenz dessen arbeitet seit Monaten in mir, dazu die Gedanken um Sohn I und die nachts immer wiederkehrende Frage: Wie werde ich das alles lösen?
In dem Sinne: Nein, die Woche an sich war nicht so schlimm - aber sie hat den Gedankenkreisel und das Gefühlschaos nur einmal mehr befeuert.