Mittwoch, 24. Juni 2020

Cocktails on the Moon


Eigentlich bin ich nicht wirklich abergläubisch. Eigentlich bin ich eher die, die nur glaubt, was sie auch sehen und fühlen kann - oder woran sie eben auch gerade glauben möchte.
Gleichwohl habe ich eines festgestellt: Wenn ich über manche Dinge oder insbesondere Gefühlsschwingungen schreibe, dann verkehrt es sich hernach oft ins Gegenteil. So als würde ich Dinge "beschreien". Hat der Papa immer schon gesagt: "Spotte nicht mit der Eule, is auch nur n Vogel". 
Und ich habe beschlossen, über manches jetzt einfach nicht mehr zu schreiben. Vielleicht muss ich es ja doch nicht rausfordern, was auch immer "es" meint. 

Ich weiß nur, ich weile gerade in L und ich bin gerade verdammt froh drum. Nicht nur ob der wundervollen Überraschungen, die mich hier erwarteten. Da denkst du, dein eigener besonderer Tag ist doch längst vorbei und Geschichte, hast du stattdessen irgendwo im Gepäck ein paar "handverlesene" Dinge, von denen du hoffst, dass sie anderen Freude machen - und dann.. triffts dich selbst.
Und ich bin dankbar. Sehr dankbar.
Und ich weiß außerdem, dass es demnächst wieder auf Reisen geht, wieder quer durch das Land mit einem etwas anderen Ziel als beim letzten Mal - und heute Abend bastle ich wieder an der entsprechenden Playlist. Ein - wie ich finde - geiler Mix aus 70er, 80er Mucke und was da sonst noch so rumschwirrt.  Immerhin - wer fährt, darf die Begleitmucke bestimmen. Blöd halt nur, dass ich nicht so laut hören kann wie ich es normalerweise gewohnt bin. Aber ich habe ja bis zur Reise noch mindestens zwei Single-Fahrten vor mir, auf denen ich mir stundenlang die Ohren wegfliegen lassen kann. Wo ich die Texte mehr oder weniger auswendig lernen kann, um sie wenigstens mitsingen zu können, wenn schon die Lautstärke runtergeregelt werden muss. Wenigstens hört der Mann mich gerne singen. Und ich kanns wirklich nicht, ich schwörs. Aber ich finds cool, dass er es inzwischen gerne hört. Nicht so wie die Kinder, die früher immer wortlos ihre Zimmertür nachdrücklich ins Schloss fallen ließen, wenn ich erst mal losschmetterte. Oder wie an jenem Tag, als Sohn II aus dem Ferienlager kam und meinte, es sei ihm doch viel zu ruhig zu Hause und ob man nicht alle Türen offen lassen könne. Woraufhin ich ihm vorschlug, ich könnte doch was singen und er nur abwinkte "Ne lass mal, reicht mir auch, wenn du nur übern Flur latscht."

Ja und sonst.. Hab ich einen ersten Termin hinter mich gebracht. Nicht ohne eigene Nervosität, das muss ich gestehen. Ich war so aufgeregt, dass ich die Hälfte vergaß zu erwähnen - und schon jetzt sagt die Frau Doktor "Das ist aber wirklich viel."
Ich kann nicht einschätzen, wo sie mich einordnet und ob sie dies überhaupt tut oder tun wird. 
Sie hat mich nur gefragt, wann dies und jenes genauer angeschaut wurde, zum Beispiel mein "Zusatzhirn". Und dass sie gerne alles ganz von vorn aufrollen möchte. Mir ist das irgendwie nicht unrecht. Ich meine.. Wenn es eine Radiologie schafft, in drei Berichten drei verschiedene Angaben von ein und demselben Zusatz-Hirn zu machen, dann schafft das nicht unbedingt (mein) Vertrauen. Von 0,8 bis 8,0 Zentimetern war da alles dabei - aber in Wahrheit ist das Ding 4 x 5 Zentimeter groß und macht zumindest in den letzten zehn Jahren keine Anstalten, weiterzuwachsen. Wenn sie sich das alles aber wirklich nochmal genauer anschauen möchte - bitte sehr. 
Zumindest hat sie nach nur einem Termin einen Verdacht auf Herz und Nieren ausgesprochen - und hinsichtlich der Nieren, genauer gesagt der Nebennieren, nach nur einem Test Recht behalten. Sorgen mache ich mir da keine, denn ich habe gelesen, dass man dies möglicherweise durch einen Verzicht auf Kaffee irgendwie mitregulieren könnte. Und seit mir eine Leserin den wunderbaren Cafe Pino empfahl, den ich mir diese Woche unbedingt noch nachkaufen muss, könnte ich mit einem etwaigen Verbot durchaus leben. Wäre im Übrigen auch dem Erhalt des Zahnweiß' zuträglich, also von daher..
Kommende Woche gibt den ersten Folgetermin, an dem sich die Nieren in einem zweiten Test nochmal genauer angeschaut und anschließend behandelt werden und dann schauen wir, wies weitergeht. "Schritt für Schritt", hat sie gesagt und ich konnte ihr Lächeln hinter der Maske eher erahnen als sehen.
Ich warte übrigens sehnlichst auf den Wegfall der Maskenpflicht. Mittlerweile habe ich in beiden Handtaschen eine deponiert, seit ich die zweimal zu Hause vergaß und nochmal umkehren durfte.  Aber bei gefühlten dreißig Grad mit Maske in den 5. Stock hochzusteigen, macht nicht wirklich Spaß unter so einem Drecksding. Klar könntsch auch den Lift nehmen, aber hey, wer rastet, der rostet, harhar. Den Lift nutze ich auch zu Hause nur noch, wenn ich auf Reisen gehe. Ich dachte ja am Montag, wat willste da großartig mitnehmen, es werden heiße Tage, die paar Kleidchen in der Tasche merkste gar nicht. Nun ja. Am Ende war die Reisetasche trotzdem voll, ich hatte nen Schuhbeutel dabei, die Notebooktasche, ja und natürlich meine Handtasche. Außerdem das selbstgefertigte und gerahmte Bild, das ich zu verschenken gedachte und halt so paar Sachen. Ein bisschen musste ich da schon über mich lachen. Frauen halt. Kennste eine, kennste alle. 

Aber was solls. Sei es wie es sei. Mit der richtigen Musik geht fast alles. Und mit den richtigen Menschen. 
Liebe Herzensfreundin, ich träume noch immer davon, wir am Strand! Man kann ja vielleicht Cocktails aufm Mond trinken - aber am Ufer eines Meeres mit Dir täts auch erstmal fürs Erste. 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Helma,

dann hoffen wir einfach .....dass die Ärztin gründlich weiter untersucht...
und Ergebnisse liefert...ich finde die Frau klasse, werde auch nach meinem Umzug weiterhin 2 ml im Jahr zu ihr fahren,
alles Gute für dich wünscht dir

Petra

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Petra, lieben Dank!! Und ich danke Dir nochmal ganz herzlich für diese Empfehlung. Ich war tatsächlich an einem Punkt angekommen, wo "mutlos" die Situation noch eher harmlos beschreibt.
Zwar hüte ich mich noch immer, richtig Hoffnung aufzubauen, damit eine etwaige Enttäuschung späterhin nicht zu groß würde. Aber zumindest fühle ich mich aufgehoben. Und das ist schon mal das Wichtigste.
Und ich dachte erst noch: Heute geht aber auch alles schief!
Erst hatte ich das falsche Portemonnaie mit und ergo keine Chipkarte dabei - aber glücklicherweise die Überweisung vom Hausarzt, die rettete mich. Dann Nothalt der U-Bahn - Verspätung um ca. 15 Minuten. Und dann fand ich das MVZ nicht, weil ich (vermutlich) die Karte falsch rum gehalten hatte und die entgegengesetzte Seite absuchte - bis ich auf die Idee kam, das Google-Navi zu aktivieren :D
Die Frau Doktor war aber telefonisch über den Zeitverzug dank U-Bahn-Chaos informiert und vorbereitet :)

Grit hat gesagt…

Die neue Ärztin klingt erfolgsversprechend und hoffnungsvoll, liebe Helma. Vielleicht öffnet sich ja doch ein Türchen, nicht aufgeben! Mit der Maskenpflicht wird wo noch länger andauern denke ich. Mal schauen, wie sich die Lage weiterentwickelt.
Viele Grüße, Grit.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Grit, ich übe mich noch in Vorsicht hinsichtlich Hoffnung ;) Hinsichtlich der Maskenpflicht glaube ich auch noch nicht an Entspannung, leider. Das ist ja nix Schlimmes, nur nervig - und an die Wirksamkeit glaube ich persönlich halt nicht. Aber nu ja, schauen wir mal, was da so kommt.

Anonym hat gesagt…

Hallo Helma..........aufgehoben fühlen ... das ist schon soviel ....

die Frau Doktor ist eine ehrliche Haut....die auch Klartext spricht...ich werde nie vergessen wie sie zu mir sagte: ja...sie haben die Wahl ...zwischen Pest und Cholera....sprich die Lösung meines gesundheitlichen Problems gibt es nicht, das war nicht lustig aber ich wusste woran ich war...ich musste annehmen was nicht zu ändern ist.
Viele Untersuchungen die beim Hausarzt nicht möglich sind , werden in dieser Praxis problemlos durchgeführt.....
schönes Wochenende wünscht dir Petra