Donnerstag, 5. Juli 2018

No Good at Saying Sorry


Seit dem Abend steht das Ergebnis fest.
Noch nachdem wir längst aufgelegt haben, schaue ich irgendwie ungläubig auf das Telefon in meiner Hand, schwirren mir die Diagnosen durch den Kopf und frage mich...
Ich frage mich, wie man so etwas übersehen konnte?
Wie konnte die Lösung so naheliegend sein und dennoch übersehen werden?
Von dem einen Arzt.
Von dem anderen Arzt.
Und schlussendlich von der Klinik. Die, die mir erst vor Tagen schwarz auf weiß bescheinigte, dass ich wieder völlig gesund sei und die Symptome sich jetzt "psychisch manifestiert hätten" und ich nun in die Psychotherapie gehen sollte, um "Schlimmeres zu verhindern". Ehrlich gesagt - so leicht hat sich das bislang noch kein Arzt gemacht - außer ein einziger in L, aber was zählt der schon in all den Jahren... Was ich ansonsten an Bandbreite der Abklärungsmöglichkeiten in L erlebt hatte, war nicht immer angenehm - aber manchmal aufschlussreich. Seit ich in M wohne, ist nicht mal ein Drittel dessen unternommen worden.
Dass man mir hinsichtlich des Schmerzes nicht mehr helfen konnte, habe ich hingenommen. Irgendwann. Akezptiert. Angenommen. Mir bleibt ja eh nix anderes.
Jedoch auch hier spürte ich: "Ne Leute, da macht mal die Augen auf, da schaut mal genauer, das ist was anderes."
Und so ging ich natürlich nicht zur Therapie, sondern wechselte den Fachbereich und ging letzte Woche nach L zurück.

Und so wie ich mich seit über einem Jahr und nun spätestens seit diesem Ostern fühlte, das wollte ich nicht auch hinnehmen müssen. Nicht so einfach. Nicht kampflos - auch wenn der Mann mich dessen zuweilen verdächtigte.
"Am liebsten würde ich als erstes gleich noch in diese Klinik fahren und ihnen aufs Maul hauen", sage ich zum Mann.
"Und was bringt dir das?"
"Vermutlich ne Anzeige", kicher ich in mich rein und laut sage ich "Nix. Außer meinen Seelenfrieden. Vielleicht."

Im Termin, dem ich mich letzte Woche völlig entspannt, weil völlig erwartungsfrei stellte, wurde bereits nach einer guten halben Stunde der Verdacht geäußert: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich hier um eine Infektion mit Borrelien handelt."
Seit heute liegen die Werte vor, zweifelsfrei bestätigt, und sie hat so ziemlich einiges in Bewegung gesetzt, um mich erreichen zu können - dank meines verschusselten Zahlendrehers bei der Angabe meiner Handynummer.
"Ich schick Ihnen das gleich zu und bitte wenden Sie sich umgehend an Ihren Hausarzt, wenn Sie ihm vertrauen. Das muss sofort behandelt werden."
Vertrauen.
Ein ziemlich großes Wort.
Nein, ihm vertraue ich nicht. Schon länger nicht mehr - aber ich kann sie ja nicht alle "durchprobieren". Insgesamt dreimal hat er mein Blut untersucht. Und DAS ist ihm untergegangen? Das ist auch dem Neurologen entgangen? Und dann noch der Klinik?
Der Neurologe, der sagte "Wenn wir im Kopf-Scan nichts sehen, ist es harmlos. Dann ist es vermutlich psychisch."
Ich möcht noch jetzt auf den Tisch kotzen.
Die Klinik, die gesagt hatte: "Labor und EKG unauffällig" - nur dass sie weder das eine noch das andere gemacht haben - und ich erst draußen vor der Tür und im Telefonat mit meiner Freundin mit den Tränen kämpfte ob der Fassungslosigkeit vor so viel... ja ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll.
Dafür gibts für mich auch keine Entschuldigung.
Denn einen Menschen mit Respekt zu behandeln, ihn nicht abzufertigen - vor allem nicht als Arzt, das ist eine Lebenseinstellung. Und entweder man hat sie oder man hat sie nicht.

Nur eins ist natürlich.. äh.. schade. Das Herzrasen, Liebster, verursachst wohl dann eben doch nicht Du ;)

Kommentare:

Helga Nase hat gesagt…

Fühlst du dich jetzt erleichtert, nachdem klar ist, was es ist?

Ich an deiner Stelle würde den vorigen Ärzten die Bude abfackeln wollen, aber ja: Bringt ja nix.

Deichkindsreallife hat gesagt…

Alter Falter....ich musste jetzt erste einmal Tante Google fragen was "Infektion mit Borrelien" bedeutet.
Ich kann Deine Wut SEHR gut nachvollziehen. So ähnlich geht es mir auch. Seit letztem Jahr bin ich zu diversen Ärzten gedackelt, mit dem Hinweis auf Blut ohne Schmerzen. Kein Dok hat mich ernst genommen, von meiner FA bekam ich einen Anschiss und fühlte mich wie die Dumme in Person. Und die Diagnose kennst Du ja !

Vertrauen ? Woher denn bitte...da könnte man echt in die Ecke speien !

Trotzdem bin ich froh zu lesen dass Du nun in kompetenten Händen gelandet bist !!
und ich glaube das mit dem Herzrasen kann Dir Dein Liebster in dieser Situation sehr gut verzeihen ;)

Alles Gute für Dich !

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Bude abfackeln!!! Ja das klingt nach meiner aktuellen Stimmung 😎
Wie ich mich fühle... Hoffnungsvoll!!! Dass alles gut wird.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebes Deichkind, Blut da, wo es eigentlich nicht hingehört, ist immer ein Alarmzeichen. Dass es so lange unbeachtet blieb, machz einem Amgsz.
Auch die Oberflächlichkeit hier ist beängstigend. Hauptdache, die Kohle stimmt. In die Ecke speien? Ne, so rücksichtsvoll bin ich da nicht mehr.

Clara Himmelhoch hat gesagt…

Da ist ja "Kotzen im Strahl" noch eine ganz harmlose Abwehr- und Verarbeitungsreaktion. Die Schlamperei greift wirklich ziemlich um sich.
Der letzte Satz ist für deinen Liebsten wirklich traurig :-)

DrSchwein hat gesagt…

Oh je.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Örks. Nachts aufm Handy und ohne Brille geschrieben - ich entschuldige mich für die Tippfehler 😎

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Ich denk auch, dass er das überlebt 😎 Er weiß ja, dass er immer noch Herzklopfen verursachen kann 😁

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Da sagste was ✌🏻

Anonym hat gesagt…

Hallo Helma,

da ich selber seit zehn Jahren an Borreliose leide, weiß ich wie du dich oft fühlst. Aber man lernt, damit zu leben. Bei mir sind es nicht nur Schmerzen und diffuses Unwohlsein, sondern auch neurologische Sachen, wie Fehlfühligkeiten, Konzentrationsprobleme und das plötzliche "Fehlen " von Gliedmaßen. Vielleicht kennst du einiges davon auch. Viel tun kann man dagegen nicht. Ich hatte zwei erfolglose Antibiotikakuren hinter mir, bis ich mich für pflanzliche Mittel entschied. Sie dämmen die Symptome etwas ein. Ich trinke 2 bis 3 Tassen Zistrosentee am Tag und nehme Bierhefe gegen die neurologischen Symptome, hilft ein bisschen.
Lass dein Blut in einem halben Jahr noch einmal testen. Wenn jetzt der IGP- Wert erhöht war, deutet das noch nicht auf eine lebenslange Erkrankung hin. Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen.
Bleibe du selbst, denn ich bin zwar eine stille Leserin, aber das sehr gern.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe anonyme Leserin, erst mal vielen lieben Dank für Deine Zeilen und auch das Kompliment am Ende :)
Ich habe die Werte noch nicht bekommen; sie wollte sie mir eigentlich gleich per Fax schicken, aber bislang warte ich noch drauf. Ich bin noch nicht ganz weg von dem Gedanken, das dem einen oder anderen hier in M um die Ohren zu hauen, weil ich vor allem auch enttäuscht und sauer bin. Dass man nicht alles wissen und sehen kann - das ist mir bewusst. Aber wer die Halbherzigkeit erlebte, mit der hier rangegangen worden ist... der wird mich verstehen. Und Betroffene wie Du sowieso.
Bei mir sind es in diesem Jahr eben diese Schwindelattacken und die Gangstörung, die mal mehr, mal weniger ausgeprägt ist und irgendwie beeinflusst ist davon, ob und vor allem wann ich etwas esse. Jedenfalls dachte ich das bis letzte Woche Donnerstag/ Freitag. Denn seitdem ist dieses merkwürdige Gefühl dauerhaft, egal ob ich was esse, trinke oder nichts von alledem.
Zistrosentee habe ich noch nicht gehört, dazu belese ich mich noch. Meine Freundin hatte mir gestern auch was geschickt, warte, ich guck mal noch mal nach... ah ja, die Wilde Karde ;) Auch das behalte ich mir mal noch im Hinterkopf. Bin auch grad dabei, mir den Kontakt herzustellen, bei dem ich mich hoffentlich aufgehobener fühlen darf als beim Hausarzt.
Gestern Abend meinte der Mann zu mir: "Seit der [Vorgänger] nicht mehr in der Praxis ist, hat das total nachgelassen dort. Vielleicht sollten wir uns doch einen anderen Hausarzt suchen." Ja, ich denke, das sollten wir. Vor allem deshalb, weil wir ihm beide nicht vertrauen - und zumindest im aktuellen Fall nicht unberechtigt.

Goldi hat gesagt…

Ach Du, fühl Dich feste umarmt. Nicht abfackeln, aber bei der Kassenärtzlichen Vereinigung eine schriftliche Beschwerde gegen die Luschen einreichen ggf. auch wegen Kunstfehler. In Amerika würdest Du davon reich, hilft nix, macht auch nicht gesund, hier bekommen sie ggf. ne ordentliche Abmahnung und werden genauer unter die Lupe genommen. Überlegenswert, denn das tut denen mehr weh, als die hochversicherte abgefackelte Praxis ;-).

Drück Dir die Daumen, dass es nun endlich besser wird.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Goldi, diese Variante würde auch dem Mann richtig gut gefallen ;) Darüber denke ich tatsächlich ernsthaft nach - aber erst mal schaue ich nach vorn und stelle mich erst mal dem Borreliosezentrum vor. Ich brauch erst noch ein paar genauere Informationen für diesen Schritt.
Kunstfehler.. das muss man denen erst nachweisen. Was das bedeutet, habe ich bei der Familie des Chefs miterlebt, als sie sich bis vors Gericht stritten, weil man den Tumor im Kopf des Kindes nicht entdeckt, dafür aber die Mutter als "hysterisch, die selbst einer Therapie bedürfte" hingestellt hatte. Schwarz auf weiß übrigens. Das Kind ist heute fast 16, schwerst behindert und 100 % Pflegefall und eigentlich war die Prognose, dass der Junge dieses Jahr nicht mehr erlebt :(
Stimmt, Geld kann nicht alles wiedergutmachen - aber manchmal kann es eine Menge erleichtern.

Anonym hat gesagt…

Ich freue mich in erster Linie für Dich, dass Du endlich eine handfeste Diagnose hast und nicht mehr in die Psycho-Ecke geschoben wirst. Jetzt kann etwas konkretes gegen Deine Beschwerden getan werden - und ich wünsche Dir von Herzen, dass es Dir bald besser geht!!
Alles Liebe
Ricci

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Ricci - ich danke Dir, aber ich weiß grad nicht, ob ich lachen oder heulen soll: Zwei Kontakte hatte ich vermittelt bekommen - und beide Ärzte gibt es nicht mehr, die haben ihre Praxen geschlossen... Also doch wieder zum Hausarzt? Ich glaube, ich bleibe jetzt lieber in L dran und lasse mir dort jemanden vermitteln, der sich damit auskennt.
Eigentlich könnt man hier getrost wegziehen: Wohnungen arschteuer, Ärzte oberflächlich oder gar nicht mehr vorhanden - damit dürfte eine notwendige Basis ordentlich bröckeln :D

Anonym hat gesagt…

Ich sage es ungern, aber du wirst leider auf viel Ignoranz und Desinteresse bei Ärzten stossen. Ich hatte damals Glück, dass mein Hausarzt auch Tropenmediziner war und kleinste Symptome ernst nahm. Dann bin ich meinem Herzliebsten in ein anderes Bundesland gefolgt und habe sieben Jahre nach einem Arzt gesucht,der mich ernst genommen hat. Sollte sich die Diagnose bestätigen, wünsche ich dir das nötige Durchhaltevermögen.
Ich habe auch eine Bekannte,die mit Wilder Karde gut zurecht kommt. Das muss man ausprobieren, was einem dann gut tut.
Übrigens, wenn du jetzt einen erhöhten IGP - Wert hast, sagt das evtl. nur aus, dass gerade eine Infektion im Gange ist. Das muss nicht langfristig sein, bestehe deshalb auf einen zweiten Test,so in 2 - 3 Monaten. ( machen die Ärzte sehr ungern )
Ich wünsche Dir alles Gute
Britt

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Britt, vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. Ich hab inzwischen den Laborbericht bekommen - und demnach wurde u. a. mittels eines Lymphozytendingsdatests die Infektion durch Borelia burgdorferi (nie zuvor gehört, den Namen) nachgewiesen. Ist das der IGP-Wert? Der Wert wurde mit iu/l angegeben - ich hab doch von sowas keine Ahnung ;) Wenn ich den Wert mit dem der Streptokokkeninfektion von 2004 (!) vergleiche, dann habe ich die Borrelien wohl auch schon länger. Dann weiß ich gar nix mehr, so oft, wie mein Blut von verschiedenen Laboren getestet worden war. Allerdings kann ich in dem Fall eine Heilung vergessen - ich kann maximal aufhalten, was da gerade in mir passiert.
Egal wie - ich warte jetzt erst mal den Montag ab, ich hab heut noch eine dritte Adresse bekommen - aber da war um die Uhrzeit natürlich keiner mehr in der Praxis, ich versuch das dann Montag.

Anonym hat gesagt…

Liebe Helma,

muss mich gleich zum Anfang mal entschuldigen. Hab mal meine eigenen Befunde angeschaut und festgestellt,der von mir bezeichnete IGP-Wert IGM - Wert heißt, sorry sorry.
Der gibt aber nur an,dass momentan eine Entzündung vorliegt.( als wenn nach einer Grippe noch ein paar Viren im Körper vorhanden sind. Der iu/l ist soviel ich weiß, der Antikörperwert (Langzeit)
Denn die Borrelien können acht bis zehn Jahre verkapselt im Organismus leben,ohne Probleme zu bereiten. Schon doof.
Burgdorferi ist ein Lyme- Borreliosetyp, der neurologische Beschwerden hervorruft, ich habe ihn auch. Das passt auch zu deinen Symptomen,leider.
Sollte sich dies wirklich manifestieren,stehe ich dir auch gern für Fragen zur Verfügung,wenn gewünscht.
Drück dir die Daumen und trotz allem ein schönes Wochenende
Britt

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Britt, vielen lieben Dank - ja, ich melde mich gerne noch mal, wenn sich Fragen ergeben. Jetzt hab ich am 17. erst mal nen Termin, wo noch mal Labor abgenommen wird, weil ich mich nicht erinnern kann, dass bzw. wann der Zeckenbiss gewesen sein soll. Ich weiß nur von einem in 2006 - aber die war ganz winzig und hat vermutlich noch nicht mal was zu trinken bekommen gehabt ;) Und 2010 war ich negativ getestet worden. Also muss es danach gewesen sein - aber ich kann mich partout an keinen weiteren Zeckenbiss erinnern.
In den 5 Seiten des Laborberichts, wo noch einige andere Auffälligkeiten drinstehen, derer ich mich noch widmen muss, stand aber nirgendwo ein IGM-Wert. Vermutlich ist das dann so einer, der nächste Woche genommen werden soll, um zu sehen, ob die Infektion "frisch" ist oder nicht. Da ich aber schon seit mindestens 1,5 (oder über 2 Jahren, falls alles dazugehört) Veränderungen an mir festgestellt hatte, fürchte ich, dass die Infektion nicht frisch ist. Aber ich muss ja nicht immer mit dem Schlimmsten bzw. Aussichtslosesten rechnen. Ich schau jetzt erst mal, was da kommen wird.

gretel hat gesagt…

Ich freue mich richtig dolle für dich, dass es endlich eine Diagnose gibt. Du hast die ganze Scheiße so tapfer hinnehmen müssen in den letzten Jahren - fürchterlich. Und dann dieses unverschämte und oberflächliche Abschieben auf die Psychoebene - wirklich zum kotzen.
Auf keinen Fall würde ich die Sache ruhen lassen. Die Wut muss raus und zwar an der richtigen Stelle. Beschwer dich! Egal, ob am Ende ein greifbares Ergebnis für dich rauskommt, aber du wirst garantiert eher Ruhe finden und vielleicht hilfst du damit auch den nächsten Patienten....
Liebe Grüße

ganga hat gesagt…

Es ist unfassbar, dass die Ärzte erst jetzt drauf gekommen sind, was los ist. Zum Glück hast du nicht nachgegeben und wolltest unbedingt wissen was bei dir im Körper los ist. Hier sieht man wieder einmal, wie selten es gute und aufmerksame Ärzte gibt. Das ihr den Hausarzt wechselt ist sicher unabdingbar. Vielleicht findet ihr ja doch noch einen in relativer Nähe.
Borreliosezentrum, gut dass es das gibt. Da wirst du gut aufgehoben sein, die kennen sich aus und können dir sagen, wie du umgehen kannst mit der Krankheit.
Gut, dass es Tests gibt, dass man sehen kann, wie alt die Infektion ist.
Das mit der Beschwerde bei der kassenärztlichen Vereinigung finde ich sehr gut, vielleicht kann man der Beschwerde auch mit einer anwaltlichen Vertretung Nachdruck verleihen.

Alles Gute
Ganga

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Ja Gretel, ich warte jetzt nur noch den 17. ab, damit ich auch ein paar mehr Informationen bekomme - ob nun ne Frischinfektion oder schon zu lange und überhaupt noch mehr Informationen, denn im Blut wurde noch einiges mehr festgestellt, das nicht gerade toll ist - und wo ich noch Fragen hab hinsichtlich Versäumnissen. Dann kann ich selber nachvollziehen, was wie schiefgegangen ist - und meine Beschwerde auch fundiert begründen. Wie wichtig das ist, habe ich am Beispiel meines Jungen gesehen im letzten Jahr. Da gings zwar inhaltlich um was ganz anderes, aber solange man Aussagen nicht belegen kann, passiert auch nichts. Und dieses belegen können erhoffe ich mir nach dem 17. Auch wenn es mir vordergründig erst mal um mich geht und darum, was ich jetzt noch für mich bzw. meine Gesundheit tun kann.
Also insgesamt überwiegt derzeit die Zuversicht dahingehend, dass zumindest etwas ins Rollen gekommen ist. Mal sehen, wo der Ball dann liegenbleibt...

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Ganga, ehrlich gesagt - eigentlich wollte ich nach dem Kliniktag aufgeben. Als der Mann mich abholte, hab ich eher geweint vor Frust und irgendwie auch Fassungslosigkeit ob der Oberflächlichkeit der Untersuchungsmöglichkeit - und der dennoch gefassten Aussage, dass ich körperlich völlig gesund sei und nun in die Psychotherapie muss, um "Schlimmeres zu verhindern". Über diesen Satz komm ich echt nicht weg - erst recht nicht nach dem Laborbericht.
Es war dann der Mann, der mir erst ein Stück Kuchen kaufte (er kennt mich einfach ;)), dann mich meinen Gedanken überließ und schlussendlich aufforderte "Das lässt du dir nicht gefallen, das ist nicht psychisch." Ich sagte zwar "Ich hab das so satt, ich mag mir das nicht immer wieder sagen lassen (ganze vier mal von vier Ärzten hier in M), dann ist es eben so wie es ist und wenn ich irgendwann sterbe, könnt ihr mich aufschneiden und nachschauen und dann sehen, dass es doch nicht psychisch war." Worauf der Mann sagte: "Bei dir piepts wohl! Lass dich doch von denen nicht runterziehen." Aber das sagt sich so leicht... Trotzdem hatte ich nach drei, vier Tagen meinen Kampfgeist dank des Mannes wieder - und den Kontakt zur HP in L bekommen und genutzt. Hier hatte ich echt einfach mal Glück.

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Ach so, eins noch: Ich bin mir nicht sicher, ob der Test zeigt, wie "alt" die Infektion ist - nur ob sie frisch ist oder nicht. Danach richtet sich die Therapie, so hab ichs verstanden. Leider auch die Erfolgschance. Aber darüber denke ich jetzt nicht nach - ich will dran glauben, dass alles gut wird ;)