Freitag, 28. Oktober 2011

Eine Seefahrt, die ist lustig...

...eine Seefahrt, die ist schööööönn... Oder eben auch eine Jungfernfahrt. Mit New Blue zum Beispiel!

Als ich heute Morgen erwachte - viel zu früh eigentlich an einem freien Tag, aber Posemuggel rief und rief und rief und New Blue lag mir auch in den Ohren "fahr mich endlich, peitsch mich ordentlich, heiz mir ein!" - so fiel ich  eine dreiviertel Stunde nach dem ersten Weckerklingeln auch endlich aus dem Bett. Halb acht Uhr inzwischen, viel zu spät eigentlich, wenn man spätestens elf Uhr gen Posemuggel stürmen wollte und noch nicht so recht wusste, was New Blue dazu sagen würde.
Zwei Stunden später jedenfalls empfand ich mich als die Virtuosin des heimischen Herds:  Ganze drei Mittagsmenüs (Freitag, Samstag, Sonntag - und Montag... gibts dann Tiefkühl-Pizza :)) für die Söhne zubereitet und sorgsam in Tupperware-kommt-mir-vor-dem-sechsundsechzigsten-Geburtstag-nicht-ins-Haus-Dosen verpackt, nebenbei Wäsche gewaschen und getrocknet, ich geduscht und zurechtgemacht, den Rest der Wohnung in Ordnung gebracht (meine Wohnung ist immer in zwei Zonen geteilt: die Junior-Gefahrenzone - alles andere ist meine Zone :)), die Reisetasche eingepackt und neue Lieblingsmucke für unterwegs auf die SD-Karte gespielt - da musste ich zu Recht an die Aussage irgendeines klugen Menschen denken, der einst sprach: "Viele Leute kriegen Lob und Anerkennung - die wahren Meister jedoch sind immer noch die Alleinerziehenden!"

Jedenfalls, entspannt verließ ich Haus & Hof, nachdem ich nochmals eindringlich die Instruktionen an die werten Heranwachsenden wiederholt hatte und ich erspare mir an dieser Stelle den Hinweis auf die Augenstellung meiner Söhne sowie deren Fußwippen, mit dem sie ihr Interesse an meinen Anweisungen sichtbar bekundeten, und ich verließ es mit einem guten Gefühl, was sowohl meine Söhne als auch New Blue betraf.
Zur Jungfernfahrt selbst jedenfalls muss ich ja sagen: Er läuft wie Hanne, ruhig und wie geschmiert - aber ab 120 kmh ist little Blue schon ganz schön laut - doch meine Mucke ist lauter :) Was mich übrigens zur insgeheimen Rechnung veranlasste, wie lange es wohl dieses Mal dauern würde, bis ich die Lautsprecher durchgeschrammelt hatte ;) Als nächstes überkam mich - gelinde gesagt- ein leichter Schock angesichts der Tanknadelbewegung und ich dachte: Na wenn das so weitergeht, dann ist entweder in der Benzinleitung ein (wenigstens) kleines Loch - oder aber der Verkäufer hat mich in Grund & Boden beschissen und mir eine alte Möhre untergejubelt, weil man mir eben - im Anfall von selektiven Wahrnehmungsstörungen - auch gerne mal was einreden kann. Nun ja.
Recht schnell jedenfalls wurde mir bewusst: Helma, du musst nur mit der Tachonadel unter 130 bleiben - dann ist alles gut. Vermutlich wirst du es dann zwar nicht pünktlich an die Kaffeetafel schaffen, aber wenn du dir Mühe gibst, schaffst du es noch, bevor der neue Tag anbricht - und läufst nie wieder Gefahr, teure Passfotos mit erschrockenem Gesichtsausdruck zugesandt zu bekommen - na zumindest nicht von den "Ich habe heute leider ein Foto für Sie"-Autobahnjägern. Innerstädtisch bleibt der Fall wohl nach wie vor etwas verzwickt ;)

Jedenfalls - mit sage und schreibe nur einer Viertelstunde Verspätung (Pipi-Pause - watt mutt, datt mutt) erreichte ich Posemuggels Haus & Hof und die Bilanz der ersten Jungfernfahrt: Noch genügend Kraftstoff im Tank, um ganz geruhsam die Berge zu befahren, die Schatzi geplant hat zu besteigen (nein, also ohne mich, nicht schon wieder, aber ich fahr dir gern voraus und weise dir den Weg!); von vier Radkappen besaß ich inzwischen nur noch drei und die Stoßstange sieht leicht... nun ja... Ich kann nichts dafür, wirklich! Woher soll ich denn wissen, dass sie nicht ganz über die Bordsteinkante passt? Sollte ich das vielleicht vorher ausmessen oder was? Das Gute ist ja immerhin: JETZT weiß ichs! Nachdem ich mich nämlich so geräuschvoll vom Parkplatz entfernt hatte, dass sich gleich sämtliche Leute an den Zapfsäulen der Tankstelle zu mir umdrehten. Und außerdem: Sie ist ja noch dran! Wird ja auch nicht umsonst auch StoßFÄNGER genannt, oder?
Ach ja und dann weiß ich gar nicht: Besitze ich möglicherweise entgegen aller Verkäuferaussagen DOCH eine Klimaanlage und weiß nur nichts davon? Denn während der Fahrt so bisschen rumgespielt an allen möglichen Bedienknöpfen und -hebeln wurde es so richtig angenehm kalt - oder findet hier nur ein ganz natürlicher Vorgang statt, den ich in New Blues Vorgänger nie feststellen konnte? Whatever - wenn das bei dreißig Grad im Schatten auch noch so funktioniert, ist mir das auch recht.
Schade nur, dass ich New Blue nicht mit ins Bett nehmen kann. Oder ihn mir wenigstens nebens Bett stellen kann. Ich glaube nämlich... ich habe mich verliebt. Ich bin doch schließlich eine Deutsche!

Dienstag, 25. Oktober 2011

Diplomatie in allen Ehren

Erst jüngst "stritt" ich mit einer Freundin, die doch allen Ernstes die These ihrer Oma vertritt: "Alles, was recht ist, muss auch gesagt werden." Also ich bin ja nicht so ganz ihrer Meinung. Ich meine, wenn du heulend vor dem Spiegel stehst und sagst: "Ich seh so scheiße aus!", dann ist es nicht hilfreich, wenn deine Freundin zu dir sagt: "Ach das macht doch nichts, andere Mütter haben auch hässliche Söhne, da findet sich bestimmt einer für dich." Es ist außerdem ebenso wenig hilfreich, wenn du dich fühlst wie Prinzessin Kate persönlich und deine Freundin zur Begrüßung statt Hallo erst mal sagt: "Du sag mal, der Pickel auf der Stirn, kommt das von der Schokolade? Das würde zumindest auch das Spannen deiner Jeans erklären!" Oder so ein hämisches "Das Shirt ist wirklich cool, wenns denn passen würde" eiskalt von der Seite herüberweht.


Also nein. An solcherart Stelle wünschte ich echt, es gäbe Diplomaten nicht nur im auswärtigen Amt. Und wenn ich dann zu ihr sage: "Nun, ich seh das anders. Ich persönlich sage nicht immer, was ich denke. Aber WENN ich was sage, dann meine ich das auch so." - "Na ist doch dasselbe", wurde ich prompt belehrt. Finde ich nicht!  Weil ich mich schon zurückhalten kann und ich nicht alles gnadenlos kommentieren muss, was ich sehe. Ich meine, wenn meine Freundin einen Pickel an der Stirn trägt, dann weiß sie das auch von alleine. Und wenn die Hose spannt, ist es schließlich ihr Bauch, in den der Bund kneift. Andererseits aber gebe ich auch den männlichen Kollegen einen diskreten Tipp, wenn die eine Pferdestärke in ihnen durch den ungewollt geöffneten Hosenschlitz entweichen will. Na zumindest spätestens dann, wenn sich dieser Kollege in eine Verhandlung mit Kunden begeben will :)


Es ist also - wie immer - eine Frage des Taktgefühls, der Diplomatie und überhaupt. Mich persönlich erstaunt ja bloß immer wieder, wie taktvoll und diplomatisch die einen oder anderen  Menschen mit sich SELBST umgehen, während sie ihrem Umfeld ihre Wahrheiten mitunter ungefragt um die Ohren hauen und dann noch, wenn der andere niedergeschlagen ist oder gar weint, einen obenauf setzen, indem sie sagen: "Ja tut mir leid, aber ich bin nun mal ehrlich." Also da können die Gäule auch schon mal ganz undiplomatisch mit mir durchgehen, das sag ich Euch!

Montag, 24. Oktober 2011

Welcome to Faceblöd!

Diese Headline erreichte mich zumindest mit einer heutigen E-Mail, die mich über die - vielleicht - aktuellsten Facebook-Faults informierte und wo ich dennoch Partei ergreifen musste für den Rest der Facebook-Welt:
Schon vor Jahren, als auch die Generation Schreibbüro der DDR in den Genuss von PC-Technik & Co. kam, hieß es recht bald auch nach den gefürchteten "Blue Screen"-Attacken:
"Es liegt nicht am PC, denn der ist nur genauso schlau wie sein Bediener."
Insofern stelle ich mir bis heute die immer wiederkehrenden Fragen:
1. Wieso gibt es immer mehr fettness- statt fitnessbegeisterte Jugendliche - und warum müssen die Mädchen unter ihnen dann auch noch Hüfthosen und knappe Shirts tragen ?
2. Wieso weiß das Kind von heute zwar, was eine Playstation ist, kann aber eine Gurke nicht von der Möhre unterscheiden?
3. Wieso strotzen Online-Kommentare der Jugend nur so vor Rechtschreibfehlern - obwohl ihre Schulzeit die am kürzesten zurückliegende ist?
Na ja und so könnte ich das vermutlich noch eine Zeitlang fortsetzen.

Insofern sage ich:

Nicht Facebook macht die Menschen dumm: 
hier ist es doch ganz andersrum.
Und was der Dumme dann noch schreibt,
verursacht höchste Heiterkeit!
(Copyright of this lyric: Helma Ziggenheimer)

Schaut selbst:






...to be continued! :)

Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt!

Ach ja, wer kennt sie nicht noch, die Geschichte um Meier's Feuerwehr und Oma Eierschecke, die glatt ich sein könnte - in fünfzig Jahren :)

Ich meine, es passieren schon hin und wieder mal Dinge, wo ich mir einfach nicht erklären kann, wie es dazu kommen konnte. Und dann schwöre ich Stein & Bein, dass es an allem Möglichen - aber nicht an auch nur irgendeiner Nachlässigkeit meinerseits gelegen haben könnte! So wie zum Beispiel jüngst Schatzis Augenbrauen belustigt in die Höhe rutschten, als das - für mich - lebensnotwendige Verbindungskabel meiner Musikanlage bis hin zu iPod oder Laptop seinen Dienst zu quittieren drohte und Brandmeister Schatzi fragte: "Wieso gehen bei dir immer alle Kabel entzwei?" und Helma Eierschecke mit der Hand auf der Brust und aller Inbrunst glaubhaft versicherte: "An mir liegt das nicht, ich schwörs!" und Brandmeister Schatzi grinste: "Na das schau ich mir mal genauer an!"

Nun ja, entzwei gegangen ist heut noch nix, jedenfalls habe ich noch nichts Entsprechendes festgestellt. Gleichwohl ist mir soeben passiert, dass allein am heutigen Tag bereits mein drittes Käffchen in Folge kalt geworden ist. Ehrlich - da nutzt mir der Ausspruch "Kalter Kaffee macht schön!" auch nichts mehr, wenn diese Lorke nicht den gewohnten Dienst im Sinne einer Energiezufuhr verrichtet. Und Energie brauchen wir! Was ich allein heut alles schon auf die Beine zu stellen hatte, dienstlich oder auch privat - das geht nicht auf meine Kuhhaut!
Vor allem wir, die nach der Arbeit zu Hause noch einmal mindestens genauso viel Dienst zum Wohle der Menschheit erwartet. Ich meine, was wir alleinerziehende Mütter (oder vereinzelt auch Väter, meinetwegen) im allgemeinen so erledigen, organisieren, reparieren, kontrollieren und so weiter müssen - und das alles wohlgemerkt NACH Dienstschluss - da muss sich auch Schatzi nicht mehr wundern, wenn ich bereits beim dritten noch zu erledigenden Tagesordnungspunkt ausrufe: "Stopp, das kann ich mir nicht mehr merken, schreibs mir auf!" und letztlich dennoch das eine oder andere entweder vergesse oder eben auch - ich gestehe - gemäß der Ziggenheimer'schen Prioritätenliste einfach etwas vergessen wollte.
Ich meine, wir Frauen und Mütter haben jeden Tag aufs Neue zu denken, zu organisieren und uns selbst zu antworten, da wird man ja auch mal was vergessen dürfen, oder?
Seht doch selbst, mit was für Problemen wir Frauen uns neben all dem sonstigen alltäglichen Wahnsinn noch herumschlagen müssen!


Also Männer, wagt es ja nicht, in unserem Beisein noch ungestraft herumzunörgeln oder gar herumzujammern! Ihr habt kein Problem - dafür habt Ihr uns!

Sonntag, 23. Oktober 2011

Neue Liebe, neues Glück

Menschen im Zeichen der Zwillinge geboren - denen sagt man ja nach, dass sie sich oft und gern verlieben - quasi gern Strohfeuerchen entzünden. Ich glaub, in meiner Sturm- und Drangzeit war das wohl auch so. Inzwischen ist es so, dass ich mich nicht als "aus dem Alter bin ich raus" empfinde, gleichwohl aber sagen muss: Wenn ich mich verliebe, dann richtig - und dann gibts auch keinen Weg mehr zurück. Na ja. So ähnlich jedenfalls.
Mit dem Loslassen zumindest ist das so eine Sache. Aktuell erlebe ich das gerade wieder.
Darf ich also vorstellen: Das ist mein neuer Weggefährte:


Wenn alles klappt, begleitet mich ab Ende nächster Woche dieses - hoffentlich - treu ergebene Vehicel, Wagenfarbe passend zur Augenfarbe war übrigens das erste, was ich bei seinem Anblick dachte ;)
Inzwischen ist der Kaufvertrag unterzeichnet, meine Söhne sind unterrichtet, dass sie kommende Woche meinen Bisherigen entrümpeln dürfen und ich muss ihn dann nur noch abholen.
"Freust du dich denn?" wurde ich heut gefragt und irgendwie musste ich doch zugeben, dass mir Wehmut ums Herz schleicht, wenn ich aus dem Fenster schaue und meinen kleinen Grünen betrachte, die über den Rostfleck am Kotflügel gemalte grüne Sonne betrachte und mir vorstelle, wo er vermutlich demnächst enden wird. "Du und dein Problem mit dem Loslassen", wurde ich natürlich prompt belächelt, aber... mal Hand aufs Herz: Den Grünen bekam ich von meinen Eltern geschenkt, nachdem mich sein Vorgänger derart im Stich gelassen hatte, dass es mich hätte das Leben kosten können. Heißt, ich habe den Grünen nicht nur mit ausgesprochener Dankbarkeit, sondern auch mit ganz viel Gefühlwallung entgegen genommen. Andererseits jedoch... gibt es so eine Helma'sche Statistik, die besagt, dass ich mit jedem zweiten Auto, das ich besaß, irgendwie einen Crash fabrizierte, ganz gleich, ob verschuldet oder unverschuldet. Nun ja... Was soll ich sagen... Der kleine Blaue wäre mal wieder die Nummer Zwei... Da trennt man sich doch irgendwie noch ungerner oder? Oder ist das zu abergläubisch? Oder zu pessimistisch gedacht? Wohl eher ängstlich, denn Pessimismus ist doch meine Sache nicht. Na ja. Aber vielleicht wirds ja einfach auch mal Zeit, Barrieren zu durchbrechen, Beständiges zu verlassen - und Neues auszuprobieren. Irgendwie hab ich ja schon wieder damit angefangen:
1. Das schöne lange Haar fiel der Schere zum Opfer.
2. Das Auto wird getauscht.
Und weil alle der guten Dinge drei sind, bin ich schon jetzt gespannt, was die dritte Veränderung ist. Wenn ich mich selber frage, wie ich mich dabei fühle: Doch, ich freu mich drauf :)

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Manchmal ist auch meine Flasche halbleer

Also im Grunde kann ich von mir schon behaupten, dass meine Flasche prinzipiell halbvoll als halbleer ist. Aber hey, ich bin auch nur ein Mensch und weder Superwoman noch Mutter Theresa - und somit erreiche auch ich, nur vierundzwanzig Stunden nach dem Wohlfühltag, zuweilen Momente, in denen mich manche Ignoranz derart aggressiv macht, dass ich vom Lamm zum reißenden Wolf mutiere - und das innerhalb von Sekunden!


Ich weiß, ich hab viel Glück gehabt in meinem Leben; ich weiß, mir ist es oft besser gegangen wie so vielen anderen Menschen - aber wenn auch nur irgendjemand glaubte, ich besäße einen unerschöpflichen Kraft-und-gute-Laune-Quell aus dem Hause Perpetuum Mobile, den man jederzeit vollquatschen und wo man pausenlos um Beistand, Fürsorge und auch Zuspruch heischen kann, ohne auch nur in Betracht zu ziehen, dass vielleicht ja auch ich ab und an ein offenes Ohr oder einfach auch mal ein wenig Anerkennung gebrauchen könnte - dann macht mich das heute im Gegensatz zu früher nicht mehr traurig, sondern aggressiv!
Ehrlich gesagt, macht mir bis zum heutigen Tage kaum noch etwas Angst dieser Art: Ich habe keine Angst vor einem Verlust des Jobs: Dann finde ich auch wieder einen neuen. Ich habe keine Angst vor dem Ausbruch einer schweren Krankheit: Dann überstehe ich auch diese. Ich habe keine Angst vor einem Single-Dasein: Alles kommt, wie es kommen soll - die Liebe findet ihren Weg.
Doch was mir Angst macht, ist die Ignoranz einiger Menschen; die penetrante Ignoranz, sich selbst abzuholen, was man an Zuspruch & Beistand braucht - und erst dann ein auch wirklich offenes Ohr für den anderen hat, wenn er selbst rundherum glücklich ist und sich am Ziel seiner Träume wähnt. Boah, da könnt ich kotzen - sorry! Ich bin sicherlich auch nicht jeden Tag tiefsinnig und tiefgründig und auch kann ich nicht immer "verfügbar" sein, wenn es ein anderer gerade braucht. Auch habe ich nicht immer eine Antenne für die Bedürfnisse eines anderen. Aber deswegen immer wieder gegen geschlossene Türen rennen? Deswegen permanent mir allein beistehen, mir allein Mut zusprechen, mir allein Lösungen und Wege suchen und mir allein die Seele streicheln? Oder darf ich das nicht so sehen? Oder wie soll ich es sonst sehen, wenn ich immer nur höre "sorry, heute nicht" oder "sorry, bin gerade zu bis obenhin" oder "sorry, ich bin müde" oder "sorry, ich muss jetzt los" - nachdem sie sich selber erst mal ordentlich ausgekotzt haben. Klasse, wirklich.
Vielleicht bin ich ja heute ungerecht, vielleicht bin ich ja heute unangebracht aggressiv. Das ist mir so egal, könnt Ihr glauben. Ich habe fertig und schließe soeben nicht nur die "Praxis Ziggenheimer - hast du Kummer oder Sorgen...", sondern mache mit den Befindlichkeiten einiger Leute genau das wie dieser Vogel hier:


Und zwar so lange, wie ICH das brauch! Und wer im Anschluss an diese Zeilen immer noch nicht erkennt, dass auch ich ein Mensch bin, der Bedürfnisse hat, der auch dann noch liebenswert ist, wenn er schwach ist und sich anlehnen möchte, ohne deshalb gleich ein Loser zu sein, dass auch ich ein Mensch bin, der sich wenigstens ab und an ein wenig Zuspruch und ein offenes Ohr wünscht - der kann mir gestohlen bleiben.
So, und jetzt hab ich Hunger!

Dienstag, 18. Oktober 2011

(Today was a) Beautiful Day



Die letzten freien Tage habe ich im Grunde genommen nur mit mir selber verbracht - wenn man davon absieht, dass ich für meine Kinder gekocht, gebacken und die Wäsche gemacht habe. Ich weiß grad gar nicht, wer also hier in den letzten Tagen die Statistenrolle übernommen hatte ;)
Jedenfalls, mich hatte es gedürstet danach, hinaus vor die Tür zu kommen, unter Menschen zu kommen, fremde Gerüche, fremde Stimmen, Lichter, bunte Farben - Eindrücke, die ich aufsaugen wollte gleich einem Schwamm.
Heute nun ist so ein Tag gewesen. Mein letzter freier Tag vor dem Wochenende ist ein solcher Tag gewesen: angefüllt mit schönen Menschen. Schön bedeutet übrigens für mich nicht schön von Angesicht. Sondern Menschen mit wunderbarer, schöner Seele. Menschen, die tief in sich ruhen; Menschen, deren Blick frei ist von Gehetztsein; Menschen, die innehalten können, um den Augenblick zu genießen, ohne dies als Stillstand zu empfinden; Menschen, die sich zurücklehnen, die Augen schließen und die Sonne genießen können und nicht sagen "Der Winter kommt aber früh in diesem Jahr". Für mich bedeutet es ein Nehmen & Geben auf eine besondere Art und Weise, wenn ich mit solchen Menschen zusammen sein kann - und sei es nur eine Stunde des Tages. Davon kann ich ewig lang zehren.

Dann und wann, wenn ich vor dem Spiegel steh, betrachte ich mich und frage mich zugleich, wie ich wohl in dreißig Jahren aussehen möge? Es ist nicht die Angst vor dem Altwerden, es ist nicht die Angst vor Falten und Knittern. Es ist nur, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie es aussieht, eine Oma zu sein. Doch wie immer das sein wird - eines hoffe ich, dass es immer sein wird: das Leben in den Augen. Dass meine Augen auch in dreißig oder von mir aus in vierzig Jahren noch ausdrücken, wie sehr ich das Leben liebe, wie sehr ich für die Liebe lebe, wie sehr ich das liebe, das ich tu.




Spaß haben, Freude haben und immer noch Träume ausleben, die man in sich trägt...
Heute Abend bin ich irgendwie mit einem... ja... doch... mit einem Glücksgefühl heimgekehrt, obschon nicht wirklich etwas Besonderes geschehen ist. Zumindest nicht von außen.

Samstag, 15. Oktober 2011

Better Than Love

...welch wunderbarer Song... welch wunderbarer Text von Griffin House.




...ich liebe es, wenn Musik es vermag, einen ganzen Raum zu füllen, ohne dass sie zu sehr aufgedreht wird, und sie uns dennoch durchdringt...

Freitag, 14. Oktober 2011

Fernweh



Als ich heute Abend heimkehrte, glaubte ich zunächst, ich würde die Einkaufstaschen abstellen und dann scheintot in die Ecke kippen - so müde war ich. Nun weiß ich gar nicht, liegts an der neuen Sportart oder auch nicht - jedenfalls kehrte nach nur wenigen Minuten Pause neue Kraft, neue Energie zurück. Der Wunsch, mir das Haar zurechtzumachen, die Wimpern zu tuschen und hinaus in die Welt zu laufen, einzutauchen in die Großstadtlichter, die mich blenden und wo ich mit einem Lachen die Hand hebe, um den Blick zu schützen...
Mir war danach, den Schal um den Hals zu schlingen, mich einzukuscheln in den Mantel und meine Sehnsucht hinaus in die Welt zu tragen... Die Sehnsucht danach, ganz einfache, simple Dinge zu tun und mich wohl und glücklich dabei zu fühlen...

die vielen verschiedenen Menschen um mich herum, die mich weder sehen noch beachten...
die Autos, wie sie ihre Fahrer von einem Termin zum anderen bringen...
die Enge der Gassen...
die Bewegungen, in denen wir keine Zeit haben zu verharren...
das Murmeln der vielen tausend Gespräche um mich herum...
manche Menschen sitzen da in Ruhe  und trinken Kaffee oder lesen etwas...
andere laufen zur Bahn oder noch schnell in den Supermarkt...
und mittendrin ich... das Ganze beobachtend mit einem anderen, meinem ganz eigenen Blickwinkel...
nur betrachten...
hören...
fühlen...
riechen...
genießen...
Seither sind über zwei Stunden vergangen und inzwischen... möchte ich den Mantel nicht mehr überstreifen, möchte ich nicht mehr hinaus in die Welt. Sondern möchte ich weiter auf dem Fußboden liegen, auf dem Bauch, der Musik lauschen, die mich nach der Anspannung dieser Woche hinunter auf den Boden holt, die mich berieselt und in mir alles zum Erklingen bringt; möchte ich die Wärme genießen, den Gedanken nachhängen - in dem Bewusstsein, dass es eigentlich schade ist um diesen weiteren Freitagabend, der ungenutzt verstreicht.. Ungenutzt... Wie viel Zeit lassen wir ungenutzt verstreichen? Wie viel Raum lassen wir zuweilen ungenutzt? Wie viele Möglichkeiten verschenken wir an jedem einzelnen Tag?
Mein Kopf ist gerade voll... Übervoll. Mein Herz ist gerade voll... Übervoll. Alles quillt über, alles ist zum Bersten angefüllt mit Liebe, Sehnsucht, Fernweh... Nein, die Musik ist nicht schuld daran. Die Musik erinnert mich nur. An all das, was ich fühle, was ich denke, was ich wünsche. Wenn ich jetzt hinaus in das Nachtleben tauche, ist dies nur ein kurzer Moment, ein Ausriss dessen, was ich eigentlich wirklich möchte...
Fort von hier. Weg von hier. Hinaus in die Welt und in Jeans und groben Schuhen mit anderen Menschen, die vielleicht nicht einmal meine Sprache sprechen, an einem Feuer sitzen. Hineinschauen. Das Essen teilen. Das Wasser teilen. Völlig auf den Moment konzentriert sein, im Jetzt und Hier... Dankbarkeit empfinden für das, was mir gegeben wird. Dankbarkeit empfinden für den Augenblick der Ruhe, der Harmonie, des Miteinanders, auch wenn gerade niemand spricht... Ich mag es so, wenn Menschen einander die Hände reichen und einander halten. Ich mag es, wenn Menschen sich ein Teil des Kindes in ihnen bewahren können... Kindliche Freude. Dankbarkeit. Zutrauen. Vertrauen. Begeisterung...




In den letzten Monaten oder auch Jahren habe ich vieles gesehen und vieles gehört. Vieles, das mich lähmt, das mir den Hals zuschnürt, das mir die Energie auszehrt. Die Zeit ist voll von Eindrücken wie diese, dass die Menschen lügen, betrügen, nicht beachten, nicht berühren. Wir Menschen neigen doch irgendwie dazu, uns mehr auf das Negative zu konzentrieren. Auf das, was uns fehlt. Und verwehren uns damit den Blick auf das, was so wunderbar ist in unserem Leben. Im Jetzt und Hier. Eigentlich... ist das auch ok. Wir können schließlich nicht dauergrinsend und dauerglücklich durch die Welt laufen und glauben, alles sei immer nur schön. Jedoch auf Dauer negativ denken, fühlen... das macht mich irgendwie krank. Zuviel Negatives, das meinen Raum füllt - und das zerrt und zehrt an mir. Ich wünsch mir momentan ein bisschen mehr Positives. Ein bisschen mehr Bewusstsein in uns für das, was wir an Schönem haben. Ein bisschen mehr Gelassenheit und Nachsicht, ein bisschen mehr Einsicht, dass sich nicht alles sofort und jetzt und hier erfüllen lässt - und die Erkenntnis, dass vor allem in dem Weg, den wir gehen, die Erfüllung liegt...
Und darum will ich raus. Fort. Gehen. Innen und außen. Und mich mit Menschen umgeben, die gerade in sich ruhen. Die Glück empfinden, auch wenn ihr Leben unvollkommen scheinen mag. Die den Augenblick wahrnehmen und ihn bewusst erleben. 
Heute Abend beim Einkauf, beim Herauslösen des Einkaufswagens stand ein alter Mann neben mir. Sein Gesicht war klein und ausgesprochen faltig - aber er hatte klare hellblaue, strahlende Augen. "Es wird schon so zeitig dunkel", sprach er mich an. Ich wandte mich ihm zu und schaute ihm in diese wundervollen blauen Augen, in denen noch so vieles stand, so viel Freude am Leben, gleich einem Funkeln, das erst erlöschen würde, wenn sich diese Augen für immer schließen würden, und ich sagte zu ihm: "Warten wir doch einfach nur bis morgen früh" und er lächelte mich an, ich lächelte ihn an - und dann kramte er in seinen Taschen und steckte sich vergnügt sein Pfeifchen an...

Ich glaube nicht an Zufälle

...aber soeben habe ich wirklich zufällig auf die Blog-Statistik geklickt...




Danke, Ihr Leser... Ich danke auch dem 10.000sten Besucher - wer auch immer Du bist :)

Ich bin... echt gerührt... Und leg mich jetzt aber wohl doch endlich mal schlafen...

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Philadelphia oder... doch ganz bei mir selbst



Als ich heute Abend heimkehrte, war ich müde von des Tages Last, hatte ich genug gelacht und gescherzt - so gelacht, dass die anderen sich davon anstecken ließen und mir die Tränen aus den Augen rollten... Doch nun wollte ich den Tag einfach nur noch abstreifen wie ein Kleid, das mir von den Schultern gleitet. Ich ließ mir Badewasser ein, legte die Musik in den Player und entzündete die Kerzen.
Ich liebe es, wenn meine kleine Wohnung dunkel ist, wenn es draußen kalt und stürmisch ist, die Musik durch die Zimmer perlt, während ich selbst vollkommen entspannt in der Badewanne liege, die Augen schließe und mich zurücklege... mit den Gedanken irgendwo im Nirgendwo....

Vor meinen Augen entsteht ein Bild. Dieses Bild. Mann und Frau liegen in diesem Raum, auf diesem Bett, sie liegen so nah beieinander, dass sie die Wärme des anderen spüren, ohne sich überhaupt zu berühren; dass sie die Wärme spüren wie etwas, das den anderen umgibt, einhüllt, gleich einer Aura, die man nicht sehen und dennoch fühlen kann, scheinbar greifbar... Sie liegen da, einander zugewandt, sie haben die Hände unter ihre Wange geschoben und schauen einander in die Augen. Schauen einander einfach nur an, ohne dass es eines Wortes, einer Berührung bedarf...
Für mich ist das eine Intimität, wie sie inniger... intensiver kaum mehr möglich ist.
Beieinander liegen, einander zu atmen und die Geborgenheit fühlen, die einen nachts schlafen und im Inneren zur Ruhe finden lässt...

Der Abend ist ausgeklungen, die Musik habe ich inzwischen ausgestellt. Doch in mir klingt und vibriert alles weiter... Der eine sagt: Das ist jedes Jahr um diese Zeit bei dir so. Der andere sagt: Es ist Vollmond, da ist alles intensiver. Ich sage: Ich bin ein Mensch mit mehreren Farben und nicht jede zeige ich an allen Tagen...

Der Feind in meinem Bett

Heute morgen bin ich schon lange vor dem Weckerklingeln erwacht - und ich spürte ihn schon, als ich noch gar nicht recht bei Bewusstsein war: Freund, nein Feind Schmerz war zurückgekehrt, klammheimlich hatte sich das Schwein zu mir ins Bett gelegt und war mir unter die Haut und vor allem in die großen Gelenke gekrochen.
Das Gute hieran ist, dass ich zumindest erahne, woher des Wegs er gekommen war.
Hatte ich doch unlängst einen Stepper bekommen - und ich weiß noch genau, wie ich vor vier Jahren auf eben diesem Stepper stand, genau fünf Minuten lang - und dass ich anschließend nachts vor Schmerz nicht in den Schlaf finden konnte.
Diesmal ist alles anders, der Körper nimmt (eigentlich) mit Freuden auf, was ich ihm an sportlichen Exzessen zukommen ließ - doch vermutlich habe ich jetzt ein klein wenig übertrieben. Anfangs fand ich ja, morgens und abends eine Viertelstunde zu steppen sei ausreichend. Ist es ja vielleicht auch. Gestern Abend jedoch telefonierte ich nebenbei, vergaß die Zeit und stieg erst nach etwas über einer halben Stunde wieder runter. Und was soll ich sagen - ich fühlte mich wie Superwoman! Und zwar so sehr, dass ich zwei Stunden später nochmals dieses Gerät bestieg, wenn auch nur für zehn Minuten. Training ist schließlich Training, sagte ich mir, und wenn ich jeden Tag ein bisschen... Immerhin ist bald Weihnachten, Nüsse wollen geknackt werden - und da ich keinen Nussknacker besitze... ;) Ihr versteht?
Jedenfalls habe ich trotzdem gewartet, bis der Wecker klingelte, mich seufzend und schmerzgebeugt herumgewälzt - und bin anschließend trotzdem wieder auf den Stepper gestiegen. Ich meine, man hat ja immer nur zwei Möglichkeiten, wenn einem ein Feind begegnet: Ihn besiegen oder sich ergeben.
Und ergeben ist meine Sache so nicht. Also (weiter)kämpfen - und siegen!
Ich meine, ich telefonierte gestern Abend mit einem Freund, der mir Klinikimpressionen vermittelte, von denen ich mir dachte: Wie vielen Menschen werden eigentlich (bequemerweise) mit Medikamenten versorgt, anstatt sie einfach wirklich mal gesamtheitlich zu betrachten und sie im Zweifelsfall auch einfach mal täglich drei Runden ums Haus rennen zu lassen? Immerhin - auch mein Weg der Erkenntnis hat (zu) lange gedauert. Wenn etwas schmerzt - und damit meine ich: richtig schmerzt - dann neigt der Mensch ja dazu, dem auszuweichen; der vermeintlichen Ursache auszuweichen. Ich bin zwar nicht begriffsstutzig, aber ziemlich stur (manchmal ;)) und wollte eben nicht einsehen, dass diese "Vermeidungshaltung" alles nur noch schlimmer macht. Irgendwann jedoch erschloss es sich auch mir: Vermeidungshaltung -> keine Muskelbeanspruchung -> keine Muskelbeanspruchung -> Erschlaffung der Muskulatur -> was schlaff ist, kann das Skelett nicht mehr ausreichend tragen -> noch mehr Schmerzen. Idealerweise erschloss sich mir dieser Kreislauf während der Rehabilitationsmaßnahme (klingt gut, nicht?), als sowohl Körper und auch Seele versorgt wurden - und (was mir persönlich am allermeisten gefiel) dass man dort gar nicht daran dachte, den Patienten erst mal ganz gepflegt mit Medikamenten vollzumüllen. Ich meine, ich bin ja nicht prinzipiell dagegen, ich bin nur der Meinung, dass der Arzt irgendwann aufhörte, seinem Patienten auch zuzuhören und stattdessen lieber eine Schublade öffnete, in der der Patient zu den anderen üblichen Verdächtigen verschwand. Das ist mir in den letzten Jahren derart oft passiert, dass es mich heute zuweilen nicht mehr wundert, wenn Patienten sich aufgeben. Aber wie gesagt, ich bin stur, ich will nicht aufgeben, also wappne ich mich jeden Tag neu und beginne eben jeden Tag neu. Und ich denk mal... der bisherige Erfolg gibt mir recht. Hieß es vor drei Jahren noch aus der obersten Ärzteetage: "Finden Sie sich damit ab, das wird Zeit Ihres Lebens so bleiben", so möchte ich heut am liebsten ein Foto von mir schicken - mit dem Mittelfinger. Aber - ich bin ja gut erzogen und weiß mich zu benehmen.

Zu benehmen weiß sich übrigens auch mein Hund! Der hält wenigstens das Maul und quatscht mich nicht ungefragt von der Seite an! Hab ich mir gestern jedenfalls so gedacht, als ich die Probefahrt mit dem eventuellen Nachfolger meines kleinen Grünen machte...



Ja wie schon angemerkt: GESAGT hat er nichts.... ;)

Dienstag, 11. Oktober 2011

Streichelzart und Wunderschön

Ich weiß, wir haben zwar fast schon wieder Monatsmitte - aber trotzdem: Wer's noch nicht gemerkt hat, der goldene Oktober hat begonnen. Na ja - was man halt so golden nennt, wenn denn der Krümelkacker unter uns betrachtet, dass es ja bis dato kaum Sonnenschein gegeben hat.
Dafür gibts eines, das ich besonders liebe: Oktoberstürme, wo der Wind um die Hausecken pfeift, dass du glaubst, du bekämst herrlich rotgefrorene Wangen, sobald du dich vor die Tür wagst - aber in Wahrheit ist der sooooo streichelzart und wunderschön, dass ich am liebsten den ganzen Tag lang draußen herumlaufen wollen und den Wind mir durch die Haare wuseln lassen wollen würde. Auch wenns da jetzt ja nicht mehr viel zu wuseln gibt nach meiner spontanen Entscheidung: Der alte Zopp muss ab!
Wieder mal. Solche Anwandlungen habe ich irgendwie auch regelmäßig, so dass ich auf die Vermutungen meines Umfelds "Wenn eine Frau ihre Frisur ändert, passiert meist was" eher nur ein nachsichtiges, vielsagendes Lächeln übrig habe und in meinem Inneren denke: S bleibt ja sowieso alles wie es immer war - jedenfalls, solange ich Lust drauf hab :)
Stürmisch jedenfalls... gehts irgendwie schon den ganzen Oktober lang zu, egal, ob nun drinnen oder draußen. Ein Ereignis jagt das nächste und bei so einigen weiß ich nicht, ob ich noch lachen oder weinen oder sogar - ganz entgegen meiner sonstigen Natur - vielleicht auch mal anfangen soll zu schreien.
Nein nein, keine Sorge, liebe Kinder - zu schreien fängt eure Mutter nun nicht auch noch an. Aber mal ehrlich: Wozu gibt es eine Ziggenheimer'sche Hausordnung, wenn sich auch nur niemand daran hält? Und nach dem ersten Schock darüber, dass dein Kind mal eben - wenn auch unfreiwillig - durch die geschlossene Zimmertür schritt und dabei gleich mal die Scheibe mitnahm, ihm aber gottlob nichts Schlimmeres passierte als ein paar entsprechende Schnittwunden am Bein - dann konnte ich das letztlich nur noch lakonisch kommentieren mit "Tja, sorry, dann habt ihr halt keine Privatsphäre mehr" und auch mit der Aufforderung: "Kind, du gehst in den Ferien arbeiten, damit das Geld für die Reparatur wieder reinkommt".
Wenn außerdem im Büro die Stimmung siedet & kocht und man neben all den üblichen Tätigkeiten unentwegt nur mit Glätten und Beschwichtigen zu tun hat, dir nebenbei noch die Werkstatt eröffnet, dass dein kleines grünes Wägelchen nun endgültig das Zeitalter des Nirvanas erreicht hat, während das Finanzamt in aller Arschruhe auf deinem Gelde hocken bleibt und von dieser Seite also auch kein Support zu erwarten ist, dann... habe auch ich bei aller typisch nordischer Gelassenheit ein Level erreicht, wo ich mir sage: "Ach wisst'a... Jetzt langt 'mers."
Blöd nur... dass du aktuell keine Chance hast, aus diesem Leben herauszukommen. Jedenfalls nicht lebend.
Streichelzart und wunderschön ist der Oktober aber trotzdem - und damit ich das jetzt noch genießen kann, sehe ich zu, dass ich Punkt siebzehn Uhr den wohlverdienten Feierabend antreten kann. Und falls einer jetzt angesichts der Uhrzeit sagt: "Na hättste doch den Blogeintrag zu Hause geschrieben" - klar! Aber hier will ich angemerkt haben: Es handelt sich bei der aktuellen Uhrzeit um meine Mittagspause. Mahlzeit!

Sonntag, 9. Oktober 2011

Napping, Popping & all das

Soll doch noch mal einer behaupten, Fernsehen würde nicht bilden.
Und soll noch mal so einer behaupten, Privatfernsehen mache blöde.
Immerhin kann man zuweilen etwas dazulernen.
So wie ich gestern.
Lag ich doch zu etwas späterer Stunde mit Junior ausgestreckt vor dem TV und so schauten wir in die private Ferne. Vorgestellt ein Tanzduo aus den Niederlanden, das etwas präsentieren wollte, das sich eben Popping nennt.
"Hä? Weißt du, was das ist?" fragte mich prompt Junior und im Hinblick auf seine baldigen süße sechzehn Jahre antwortete ich munter: "Nee, ich kenn nur poppen." Woraufhin er frech lachte und sprach: "Ach Mutter, DAS kenn ich auch." Und während ich fast von der Liegefläche stürzte und mir das Grinsen gefror, errettete er mich, indem er hinzufügte: "Gemacht hab ichs aber noch nicht."
Na Gott sei Dank. Ich finde ja sowieso, dass gewisse Werte dabei sind, ihre Bedeutung, ihre Besonderheit zu verlieren. Ich meine, Sex zum Beispiel ist für mich schon eine Sache, die man nicht einfach mal so im Vorbeigehen verschenkt - und wenn Ihr mich fragt, finde ich einen Sechzehn- oder Achtzehnjährigen, der sagt, er habe ES noch nicht getan, weil er dafür einfach noch nicht die Richtige dafür fand, wesentlich cooler als eine Vierzehnjährige, die gerade ihr erstes Kind bekommen hat und meint, sie wüsste nun alles vom Leben.
Ich will ja auch gar nicht davon anfangen, was ich mit vierzehn noch getan habe und wie schnell die Zeit und die Entwicklung vorangeschritten ist. Soll sie ja auch. Doch manches sollte einfach seine Zeit haben.
Jedenfalls - Popping hat nichts, aber auch rein gar nichts mit diesen naheliegenden Aktivitäten zu tun. Beim Popping handelt es sich um eine Tanzform, die so ein bisschen an Robotertanzen erinnert - uns jedenfalls - und wenn sich da jemand drauf versteht und auch eine entsprechende Körpergewandtheit besitzt, dann ist das schon mal ein richtiger Hingucker, würde ich sagen.
Napping jedenfalls - so lernte ich ebenfalls gestern - bedeutet soviel wie pennen. Klar. Wenn man der englischen Sprache mächtig ist, kann man sich das ja im allgemeinen auch selber denken. Gleichwohl.. zeigt uns ja schon Popping, dass man eben NICHT alles reinweg übersetzen kann :) Und wenn jemand schreibt "...vier Stunden Power-Napping" - dann muss jemand wie ich auch erst mal googeln, um den Witz auch überhaupt zu begreifen. Was solls - wenigstens steh ich dazu, dass ich manchmal nichts weiß und tue nicht so, als habe ich schon alles in der Welt gesehen.
Und was Power Stepping wiederum bedeutet, ist ganz einfach: Stepper von Schatzi, rauf die Helma'sche Muskulatur und dann im Takt der Musik treten, was Muskeln & Stepper hergeben. Ich glaube halt nur... dass ich an meiner Musikauswahl noch ein bisschen feilen muss - zumindest in sportlicher Hinsicht....




...aber vielleicht könnten wir uns zur Abwechslung ja auch mal wieder auf deutsch verständigen... Zumindest wir Deutschen untereinander ;)

Samstag, 8. Oktober 2011

Pinkeln To Go

Eigentlich heißt ja der Spruch: "Die spinnen, die Römer."
Gerne wandel ich den heute mal ab und setze die Holländer auf diesen Thron.
Las ich doch soeben im Focus, dass die
a) beim Bau ihrer Eisenbahn nicht nur den Einbau eines Klosetts vergaßen (neben Führerhäuschen und Gästesitzplatz eigentlich... das wichtigste, oder nicht?), sondern
b) jetzt aufgrund dieses Mangels Pinkeltüten auszuliegen haben.
Ja wirklich, könnt Ihr glauben - obwohl ich mich auch erst schwer damit tun wollte :)

Nachzulesen hier:
http://www.focus.de/panorama/vermischtes/niederlande-niederlaendische-bahn-verteilt-pinkel-tueten_aid_672468.html


Natürlich nur für den Notfall gedacht, natürlich...  Aber was erst mal... äh... eingeführt wurde... Nun ja, wir kennen das ja. Denken wir doch nur mal an die Notfallhilfe für Griechenland: Erst sollte es keine geben, dann sollte es nur eine geben - und jetzt gibts gleich einen ganzen Rettungsschirm Griechenland und all die anderen armen Schweine der EU. Nein nein, Namen nenne ich hier keine, wo werde ich denn. Bloß gut, dass es wohl immer noch Taschen gibt, in die man greifen kann. Wenn die denn man nicht auch bloß getürkte Bilanzen haben.. Ach na ja aufregen werde ich mich darüber heute nicht, es ist schließlich Samstagabend, da geht man aus und freut sich des Lebens, s gibt ja sonst schon nicht viel zu Lachen :)

Ich frage mich nur gerade.... wenn die Holländer vergaßen, das Klo in die Bahn einzubauen, WO darf man dann in die Tüte pinkeln?



Donnerstag, 6. Oktober 2011

Facebook under fire

Also eigentlich wollte ich ja im Nachgang zum letzten Wochenende einen "Wiesn-Blogeintrag" schreiben. Aber nun ja - solange Schatzi das kompromittierende Fotomaterial nicht herausgibt, gibts leider auch keine Impressionen von den Wiesn.
Schreiben wir heute also über... äh... Facebook! Genau - das ist doch mal ein Thema! Kommt doch insbesondere die Medienwelt (!) nicht mehr ohne entsprechende Schelte aus, und das schon seit Monaten. Oder gar länger.
However - vor ein paar Jahren bekam ich von Schatzi eine Einladung in diese virtuelle Welt und ich muss gestehen: Die ersten Monate konnte ich damit nicht wirklich etwas anfangen. Der Sinn des Ganzen erschloss sich mir dort nicht und dass fremde Menschen auf einmal meine Freunde sein wollten, ebenso wenig. Vermutlich hab ich mich zu jener Zeit zum Deppen der Facebook-Nation gemacht, weil ich auf die ersten Kontaktanfragen nicht mit "Hinzufügen" antwortete, sondern eine (auch noch ernst gemeinte!) Nachricht an den Absender schickte: "Wieso willst du mein Freund sein, kennen wir uns irgendwoher?"
Na ja - so bin ich halt! Ich fand es halt verblüffend, dass ein Mensch dort um die neunhundert (!) Freunde haben konnte, nicht nur Namen wusste, sondern sogar Geburtstage oder irgendwelche Jahrestage seiner Kontakte zuzuordnen wusste (der war damit echt mal im Fernsehen) - aber im wahren Leben wohl mutterseelenallein und verlassen an seinem Küchentisch hockte und verzagt an seinem Leberwurstbrot nagte. Und wer in meiner Freundesliste steht, mit dem wollte ich ja wirklich auch mal Worte gewechselt haben.
Ich meine, Facebook unterteilt ja nicht in "Freunde oder Facebook-Hopper" - bei Facebook wird das Wort "Freundschaft" ganz neu definiert. Und eben auch... der Datenschutz - und damit wären wir nun endlich beim Kern meines heutigen Themas angelangt.
Schatzi ist gut ein Jahr kein Freund von Facebook mehr - und versucht mindestens genauso lange, mich von der Datenpiraterie dieses (mittlerweile) Imperiums zu überzeugen. Gestern war er drauf und dran, eine Dienstagsdemo deshalb vom Zaun zu brechen - was mich wiederum köstlich amüsierte. Und als heut eine deutschlandweit bekannte Sendung sich wieder mal dieser Gesichtsbuch-Sache annahm, konnte ich mich eines Gefühlsbades zwischen Belustigung und Augenbrauen hochziehen nicht erwehren.
Also wenn Ihr mich fragt: Meiner Meinung nach geschieht bei Facebook nichts, aber auch gar nichts anderes, was auf anderen Seiten/ bei anderen Betreibern, Anbietern oder sonstigem nicht auch passiert. Ich sage nur: der gläserne Bürger. Oder glaubt wirklich auch nur irgendjemand, dass web.de, gmx.de & Co. alles gaaaaanz anders machen? Das glaubt niemand wirklich, oder? Ich meine, all die E-Mails, die wir mehr oder weniger täglich durch die Lüfte senden, die Daten, die wir mit jedem Onlineeinkauf in den Äther tippen... Oder die sms, die wir regelmäßig versenden. Nur mal so als Beispiel. Ob gelöscht oder nicht.
Kann mir keiner erzählen, dass all das nicht genauso gespeichert und auf irgendwelchen Servern abgelagert wird. Und ehrlich mal: Die User sind doch selber schuld, wenn sie sich virtuell prostituieren und bei Facebook (wenn wir schon mal bei denen sind ;)) bis hin zur Kontonummer alles preisgeben. Missbrauch gibts am Ende überall - möglich ist alles - aber hats eigentlich auch schon mal einen richtigen, ich meine einen echten Schaden durch Facebook gegeben? Aufregen tut sich Gott & die Welt - aber ist jemandem schon mal so richtig geschadet worden? Außer den Eltern des Mädchens, das versehentlich halb Facebook zur Party einlud, das selbst die Polizei auf den Plan rief? Tja - shit happens und natürlich hoffe auch ich immer, dass meine Kids wenigstens im Umgang mit dem Internet wissen, was sie tun.
Wenn Ihr mich fragt: Ich hör immer nur "Facebook Facebook Facebook", so dass sich mir mittlerweile der Verdacht aufdrängt, dass es hier mittlerweile um den puren Neid geht, was dem noch nicht mal dreißigjährigen Zuckerberg gelungen ist: Ein weltweites Netz aufzubauen und sich dumm & düselig zu verdienen. Da MUSS doch was Falsches, was Schlechtes dran sein - oder wenigstens dazu gemacht werden.
Aber na ja... Mich fragt ja keiner. Da kann ich ja auch ins Bett gehen jetzt.

Freitag, 30. September 2011

Schwester Helma eilt zur Stelle!


P.S. Cool ist nur der Anfang, leider hatte ich kein Progrämmchen zum Film-Kürzen :)
(Found on veoh.com)

Ihr Kenner unter uns - kennt Ihr sie noch - die Schwester Agnes Kraus? Hach - war die häääärrrlich!!
Ich meine, ich war schon ziemlich verdrießlich, dass ich für heute keine Mitfahrgelegenheit nach Posemuggel fand und mich nun selber auf die vier Reifen machen, die es leider nicht mehr lange machen - samt Wägelchen :( Überhaupt war diese Woche - wenn ich das jetzt mal so drastisch formulieren darf - eine ganz beschissene Woche; eine, die irgendwie alles hatte, was so ein sonniger Altweibersommer eigentlich nicht haben darf.

Irgendwie merke ich aber auch, dass ich (na endlich) einen allgemeinen Entwicklungsfortschritt mache: Wo ich früher den Kopf ins Kissen steckte und jämmerlich heulte, stell ich mich heut vor den Spiegel, mal mich an und geh hinaus in die Welt. Trotze allen, die mir auf den - mit Verlaub - Sack gehen und mache das, was MIR guttut. Wenn die Welt nämlich meint, sie sei nicht egoistisch, nur ich sei das - na dann BIN ich eben mal egoistisch und denke vor allem an meine schönen Seiten des Lebens.
Insofern habe ich diese Woche NICHT durchgehangen wie ein überdehntes altes Gummiband, sondern wie einst Gecko in "Falling Down" um mich gehauen - nur ganz ohne Schusswaffen (ich bin immer noch HARMONY-Mensch und verabscheue als solcher immer noch Gewalt - auch wenn zum Leben dazugehört, mal ordentlich auf den Tisch zu klopfen!) - und mich vor allem auch noch gut dabei gefühlt. Was Recht ist, muss schließlich Recht bleiben und wohl auch mal gesagt werden!

Doch nun ist Wochenende, die Stimmung wird versöhnlicher, die Sonne scheint immer noch - und Posemuggel vermeldet feindliche Angriffe aus Virenland. Prompt ertstand vor meinem inneren Auge Schwester Agnes - und so sehe ich mich jetzt mit frisch ondulierten Haaren von dannen ziehen!
Auf gehts!

Happy Weekend to all wünscht Schwester... äh... Helma!


Sonntag, 25. September 2011

Set Fire To The Rain



Nun bin ich wieder nach Hause gekehrt nach einem langen, sonnigen und irgendwie mit jedem Moment beeindruckenden Sonntag. Es gibt nicht viele Menschen, die tief in mir etwas berühren und damit eine Saite zum Erklingen bringen, die meist wunderschön und zuweilen auch beinah wehmütig aufspielt. Ich habe heute einmal mehr die Erfahrung gemacht, dass es nicht immer nur der Mann an meiner Seite ist, den ich liebe, den ich anschaue und in dem ich mich wiedererkenne. Sondern dass es ebenso auch ein Kind, eine Frau oder gar ein Gegenstand oder auch ein Song vermag, Empfindungen in mir wiederzuerwecken, die eigentlich ja doch in mir wohnen und dennoch im Alltag zuweilen unterzugehen drohen... Das Empfinden von Behutsamkeit, Achtsamkeit - insbesondere mit sich selbst! - das Empfinden von Sehnsucht und Glückseligkeit - und wie wir auch dazu neigen, etwas glauben zu wollen, weil alles andere unser Bewusstsein nicht ertragen könnte, zumindest für den Moment.
Ich bin heute zweiundvierzig Jahre alt, ich war vielleicht öfter mal verliebt, aber wirklich geliebt habe ich... dagegen sehr wenig - doch dafür sehr intensiv. Liebe, sofern sie tief und aufrichtig ist, macht immer verletzlich, macht immer angreifbar - und ist dennoch das Wunderbarste, das es gibt und für das es sich zu leben lohnt. Immer. Gleichwohl gebe ich zu, dass es in meinem Leben vergleichsweise viele Nächte gegeben hat, in denen ich ruhlos und schlaflos in meinem Bett lag, das Kissen umkrampfte, mich einsam und zurückgelassen fühlte, so wie ich die Glückseligkeit spürte, wenn ich nicht allein war. Und mich jedoch dann, so als könnte ich dem eigenen Glück nicht trauen, hin und wieder fragte: "Will ich es wissen, wann er mir nicht die Wahrheit sagt?"
Nur: Wie lange gelingt der Selbstbetrug?
Irgendwo las ich mal, dass einen Menschen nichts so sehr ergreift wie die Annahme des eigenen Edelmutes. Wenn Ihr mich fragt - das ist auch so. Seien wir doch ehrlich: Wir tun das, was wir tun wollen - und wenn wir einem anderen Menschen damit weh tun, verkaufen wir ihm unsere Beweggründe als die besten Absichten, die wir doch mit unserem Tun hatten. In unsere Wahrheit können wir uns dann so hineinsteigern, dass wir am Ende sogar selbst davon überzeugt sind, dass alles andere außer unsere Worte eine Lüge ist - und werden mitunter aggressiv, wenn man unseren (angeblichen) Edelmut enttarnt. Mir sind bis heute nicht viele Menschen begegnet, die statt dessen sagen: "Ich weiß nicht weiter, ich weiß keinen (anderen) Weg" und die dazu auch stehen.
Heute ist mir so jemand (wieder-) begegnet - und ich sage Dir: Die Zeit arbeitet nicht immer nur gegen Dich, manchmal arbeitet sie auch für Dich...

Freitag, 23. September 2011

The First Time I Ever Saw Your Face

Hach ja... Liebe ist ja soooo romantisch... vor allem, wenn sie noch ganz jung und frisch ist... Dann sagt man sich so vieles Liebes, Nettes, Schönes, (Be)Rührendes...




Wenn dann aber ein paar Jahre ins Land gegangen sind... wird gerne an der falschen Stelle gespart. Dafür kriegst Du aber nachts auch gerne mal nen Ellenbogen in die Rippen, oder so, begleitet von dem Stoßseufzer: "Schnarch doch nicht so!"
Na ja. Aber wenn Er oder Sie trotzdem liegenbleibt und kein zweites Schlafzimmer einrichtet, dann... ist das eben immer noch Liebe. Auch ohne Worte. Vermutlich.

Mittwoch, 21. September 2011

Mittags um zwölf irgendwo in Deutschland

...obwohl... genau genommen... könnte ich ja... jede Stunde... oder so :)


Dienstag, 20. September 2011

Impressionen

Auf vielfachen Wunsch... ét voilá - hier hätte ich einige Impressionen aus der vergangenen Woche:


Sinnenpause...


SPRICH! MICH! BLOSS! NICHT! AN!
(aller Aufstieg ist schwer)
"Oh schau mal, wie geil, ich hab sowas noch nie so aus der Nähe gesehen!" -
"Ja verdammt - ich seh's! Die Sau hat mir grad fröhlich vor die Füße gekackt!"
"Äh... Du... Das is aber ne Gemse..."
Pffffff!!

"Oh Vadder oh Vadder, so hörest du nicht -
und siehst du das hämische Grinsen in seinem Gesicht?!"

Alles in allem... muss ich doch ein Fazit nach den gemeinsamen Bergtouren loswerden: So wie im Norden ein bisschen Klappern zum Handwerk gehört - so gehört auch ein bisschen Frozzeln und Knurren dazu - zumindest zu jemandem wie mir, der ungeübt und beinah noch mit ner Packung Antibiotika in der Tasche auf etwa 1600 m hochsteigt - und habe ich auch geschwitzt und in mich hinein gejammert, gemordet, geflucht, getobt - so muss ich jetzt doch sagen: Ich fühle mich wohl, ich fühle mich entspannt, es geht mir gut, der letzte Muskelkater zuckt noch, doch das Allgemeinbefinden könnte kaum besser sein. Auch denke ich mir, dass ich mich höchstens nur halb so gut fühlen würde, hätte ich die Woche schlafend und faulenzend in der Sonne verbracht.
Was mich jedoch am ehesten (an)treibt und womit ich mich neben all dem insgeheimen Fluchen, Stöhnen etc. immer wieder selbst anspornte und motivierte, das war der Gedanke, dass ich mit achtzig Jahren noch fit und froh im Cabrio auf dem Highway langdüsen will, das Seidentuch nonchalant um Haupt & Hals gewunden und im Winde flatternd, anstatt mit wohlondulierten, aber gebrechlichen Damen im Café nebenan zu hocken und eine Krankengeschichte nach der anderen auf den Bistrotisch zu legen, nur um alsdann gemäß dem Song "Aber bitte mit Sahne!" tot vom Stuhl zu kippen. Nein danke, so ein Leben im Alter habe ich mir vielleicht mal nicht gewünscht - und mir ist durchaus bewusst, dass wenns denn die Cabrio-Geschichte werden soll, dass ich dann schon jetzt ordentlichen Schwung in die Muskulatur bringen muss, damits dann eben auch entsprechend lange anhält.
Also Schatzi, nix für ungut, ein bisschen Augenzwinkern ist bei mir immer dabei, auch beim Fluchen - und die Woche war wirklich.. äh.. schweißtreibend schön :)

Schlaflose Nächte sind lang


„Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Und wenn wir das, was in uns liegt, hinaus in die Welt tragen, dann geschehen Wunder.“
Einst las ich diese Worte und habe sie bis heute nicht vergessen können. Wenn uns Schlimmes oder Schmerzhaftes widerfährt, glauben wir, dass niemand anderes je so getroffen und verwundet ist wie wir. Wenn uns Wundervolles geschieht, meinen wir gern, dass dieses Glücksgefühl einzigartig sei. Und es kaum mehr Worte gäbe, um zu beschreiben, wie wir uns fühlten.
Ich gebe zu, ich glaubte das eine wie das andere. Heute weiß ich: Deine Geschichte, meine Geschichte – es wiederholt sich alles, immer wieder, da wie dort. Und dennoch… So sehr sich manches wiederholt, so sehr sich unsere Geschichten ähneln, so bleiben sie in unserem Herzen einzigartig.
Heute Nacht liege ich hier, nicht ruhlos, vielmehr in meinem tiefen Inneren unsagbar entspannt - und dennoch schlaflos. Denn eigentlich will ich nicht hier sein, nicht hier an diesem Ort - eigentlich will ich ganz woanders sein und die Sehnsucht treibt mich um. Die Kerzen sind niedergebrannt, die letzte Tasse Tee ist geleert, die Musik perlt noch immer durch den Raum und ich wünschte, ich könnte atmen und schmecken, was ich gerade noch atmete und schmeckte. Wohl kaum etwas ist so wundervoll und schmerzhaft zugleich wie Sehnsucht. Zumindest fällt mir in diesem Moment nichts Vergleichbares ein. Und wohl kaum etwas, so meine ich, ist ein stärkerer Motor, der uns zum Weitergehen antreibt...

Samstag, 17. September 2011

Von Umarmungen und Händeschütteln

Als ich noch zu Hause bei meinen Eltern wohnte, war das irgendwie so gar nicht üblich, sich zur Begrüßung zu küssen oder zu umarmen. Man sagte "Moin Moin" oder "Tach!" oder maximal "Käffchen fertig?" und alles war damit gesagt.
Als ich älter wurde und von zu Hause fortging, lernte ich es kennen, dieses "Bussi hier, Bussi da" und muss ehrlich sagen: Es ist mir bis heute suspekt. Und - wenn Ihr mich fragt - größtenteils auch unaufrichtig. Diese spitzen Münder und diese angedeuteten, aufgehauchten Küsschen rechts und links - weil mans eben so macht, weils eben alle so machen und damit eine (Wiedersehens)freude suggeriert, die man aber gar nicht (wirklich) empfindet. Könnt Ihr sowas? Ich nicht! Wenn ich nicht will, dann strecke ich nur die Hand entgegen, schön mit ausgestrecktem Arm, wo selbst jeder Nicht-Hobby-Psychologe spontan begreift: Die will mich auf Abstand halten.
Wenn ich aber will, dann spitze ich nicht den Mund und deute ein Küsschen an, nein, dann umarme ich herzlich und zupackend. Dem einen gefällts und der andere kriegt vielleicht keine Luft, aber so bin ich eben.
Was ich auch so gar nicht abkann, ist, wenn man mir beim Händedruck nur die Finger quetscht, nein, also wenn, dann nehmt doch bitt schön die ganze Hand. Und drückt sie vernünftig, ich meine, Ihr müsst mir nicht gleich die Hand brechen, aber so schlaffe, verweichlichte Hände sind mir ein Greuel. Wie wenn du das Gefühl hast, in den Händen einen Schwabbelpudding zu halten, der dir beim Zufassen gleich durch die Finger drückt. Igitt! Genauso empfinde ich diese eiskalten Schweißhände, von denen ich das Gefühl hab, dass mir eine Frostwelle gleichsam durch den Körper jagt. Brrrrr!
Ich meine, ist das eigentlich noch ein Relikt längst vergangener Zeiten oder gehört es auch heute noch zum guten Ton, einander die Hand zu reichen, insbesondere fremden Menschen? Gerade wenn so mehrere Menschen beieinander stehen, ist es dann wirklich (noch) angebracht, jedem einzelnen die Hand zu schütteln oder kann man sich nicht einfach dazu stellen und "Hallo" sagen? Ich meine, auf Parties ist man da ja fein raus, alles ist eh entspannter und außerdem hast du dort immer die Möglichkeit, dich an einem Glas Prosecco festzuhalten und mit der anderen rein zufällig immer und immer wieder eine imaginäre, widerspenstige Haarsträhne aus den Augen zu streichen (genau deswegen trag ich übrigens lange Haare :)) Doch im Alltag? Ich mein, ich kann ja nicht ständig mit nem Sektglas rumrennen, oder?
Die Frage bleibt also... Wie macht mans richtig? Andererseits... habe ich oft gern scherzhaft gemeint, dass ich kein Trendjäger bin, sondern höchstens meine eigenen setze. Womit ich ja nur zum Ausdruck bringen will, dass mir herzlich egal ist, was fremde Menschen von mir denken oder halten (ausgenommen natürlich die, die mir etwas oder sogar viel bedeuten). Also nehmts mir nicht übel, wenn ich Euch maximal den geraden Arm entgegenstrecke, um Euch die Hand zu schütteln oder aber mich auch einfach nur zu Euch geselle, das obligatorische Gläschen in der Hand - das ist immerhin ehrlicher als dieses "Küsschen Küsschen" und "schön, dich zu sehen, hey Süße sag mal, hast du vielleicht abgenommen, du siehst sooo gut aus!?", nur um mich abends beim Liebsten auf dem Sofa auszuschütten darüber, wie fett die eine oder andere geworden ist, wie primitiv ihr Lidstrich oder ordinär ihr Dekollete. Na oder?

Freitag, 16. September 2011

Alles muss raus! Oder: Rache ist süß

Da war er nun angebrochen, der letzte Urlaubstag. Und der begann genauso, wie ich mir eigentlich den Urlaub überhaupt vorgestellt hatte: lang ausschlafen, in aller Seelenruhe frühstücken, in ebensolcher Ruhe zum Fachmann für Körperanwendungen (nämlich zum Masseur!) fahren und mir die letzten Qualen der gestrigen Bergbezwingung (ich sage nur: Ammergebirge; ich sage nur: Hochplatte; ich sage nur: scheißverficktes Tertiär, das diese blöden Gipfel zurückließ und in viel zu vielen Menschen eine ey-du-auf-dem-Gipfel-hat-man-einen-sooooo-geilen-Panorama-Blick-Euphorie hervorruft, die ich auch heute noch nicht nachvollziehen kann, aber jedesmal Höllenqualen leide, wenn es heißt: "Gleich hast du es geschafft, nur noch ein kleines Stück" und dann hieve ich mich mit allerletzter, aber auch wirklich allerletzter Kraft zu diesem Punkt X... nur um festzustellen: na a bisserl musst scho noch.
Ich habe alles verflucht, wirklich alles, das mir - sofern ich bei der immer dünner werdenden Sauerstoffversorgung überhaupt noch in der Lage war zu denken - in den Sinn kam:
Vater, Mutter, Oma, Opa, Hund, Schatzi, die Bergschuhe an meinen Füßen, die langen Haare, die - trotzdem zu Zöpfen gebunden - irgendwann  nervig in die Augen stachen oder an der Wange klebten, mir das Wasser trotz Funktionsunterwäsche über den Körper rann - ich hab einfach alles verflucht, Schatzis Motivationsküsse abgewehrt und auf seine Fragen "Gehts noch, schaffst du's?" lediglich hervorgestoßen: "LASS MICH!"
Oben am Gipfel jedenfalls begegneten uns zwei Ordensschwestern - völlig verschwitzt, aber immer noch frohen Mutes genug, jodelnd und singend hinab ins Tal zu steigen. Da habe ich fast so etwas wie ein schlechtes Gewissen entwickelt, dass ich da stand, einen mörderischen Plan nach dem anderen im Kopf entwickelte, anstatt mich zu freuen, aus nächster Nähe eine Gemse zu sehen, die mir fröhlich vor die Füße kackte. Und während Schatzi euphorisch solcherart Naturereignisse dokumentarisch festhielt, sehnte ich mich nur nach einem: Schatzi morden, mich anschließend ins Gras legen, ein Brot essen und mit einem lecker Käffchen nachspülen.
Aber na ja... Wie schnell sind solche Leiden vergessen, wenn man nur mit dem Abstieg beginnen kann. Auch wenn aus der erhofften halben Stunde Abstiegszeit (mir war so, als hätte Schatzi so etwas gesagt - aber na ja, ich will mich mal nicht drauf versteifen, Sauerstoffmangel und so, Ihr wisst schon ;)) mindestens zwei Stunden wurden und ich am Ziel tot auf den Beifahrersitz kippte - ich war einfach nur happy, wieder angekommen zu sein, holzbeinig in einen REWE zu staksen und mir mindestens zwei Tafeln lecker Schokolade zu erwerben, die mir wenigstens noch den Abend versüßen sollten.
Ja - so war der bittere Tag gestern und der heutige... ist sooo süß wie die Milka-Schokolade von gestern Marke "Vanillepudding" (nur für kurze Zeit zu haben übrigens).
Heute habe ich bis auf den Gang zum Masseur wirklich nichts, absolut gar nichts gemacht, fröne der Lebensfreude und der Entspannung, während Schatzi sich aufgemacht hat, seinen Kleiderschrank zu entrümpeln und mit meiner wertgeschätzten Meinung "Hau weg den Müll" zu sortieren, was noch übrigblieb.
"Hilfst du mir eigentlich noch?" fragte Schatzi gerade und mit einem Blick auf die Uhr, der mir sagt, dass wir in einer dreiviertel Stunde das Haus verlassen müssen, um rechtzeitig ins Kino zu kommen, ich mir noch das Haar fönen und mich ankleiden muss und blitzschnell errechne, wie viel Zeit mich das kostet, lächle breit und sage: "Aber natürlich helfe ich dir!"
Rache ist nämlich auch süß, fast wie Milka-Schokolade zum Sonderpreis :)

Dienstag, 13. September 2011

Stadtkinder

Ich hab ja nie aufm Dorf gelebt, auch in Kindertagen nicht. Trotzdem hatten meine Eltern auf ihrem Gehöft am Stadtrand alles mögliche rumrennen, das man auch in der Pfanne braten kann: Hühner, Enten, Karnickel... Und in schöner Regelmäßigkeit hatten wir auch einen Haus- und Hofhund, der das liebe Vieh und auch deren Besitzer bewachen sollte. Die wurden übrigens nie gebraten, sondern verkauft! Nicht dass hier einer noch was Falsches denkt.
Schlachten konnte mein Vater das Viehzeug auch nie selbst, dazu kam immer die Tante vom Dorf. Gott, wie habe ich das gehasst: Ente, Huhn, Karnickel, ritsch-ratsch. Und was ich noch schlimmer fand: Wenn meine Mutter das gemordete Vieh ausweidete und mir noch auftrug: "Los, komm mit her und guck zu, dann weißt du, wie das geht!"
Nee Leute. Nicht mit mir. Schon damals war ich eigensinnig genug, durch alle Räume zu flitzen, bis ich in meinem Zimmer angekommen war und mindestens fünf Türen hinter mir zugeschlagen hatte.
MIT MIR NICHT!
Ich hasste den Anblick, ich hasste den Geruch - ich hasste überhaupt das alles und stieg dafür lieber auf den Kirschbaum oder zwischen die Rharbarber-Stangen.
Und heute? Heute kauf ich mit Vorliebe filetierten und tiefgefrorenen Fisch in der Form von Bauklötzchen. Hähnchen nur küchen- und bratfertig auf der Alu-Folie und niemals frisch, weil ich es einfach nicht hinbekomme, in den küchen- aber noch nicht bratfertigen Bauch zu fassen.
Ich bin halt ein echtes Stadtkind!
Daran musste ich am heutigen Nachmittag wieder denken, als ich mich nichtsahnend zu einer Fahrradtour überreden ließ und bereits kreuzlahm war, als ich nach 26 km bergauf, bergab an einer Forellenaufzucht angekommen war und dort einfach nur noch ins Gras fiel, Arme und Beine von mir gestreckt: "Habe fäddisch!" Nach einer Viertelstunde hatte ich knallrote Oberschenkel und ein brennendes Gesicht von der Sonne sowie ein paar nette Ameisenbisse. Egal. Ich MUSSTE ruhen.
Während Schatzi einkaufte. Ich sage nur: Regenbogenforelle.
"Bitte gleich ausgenommen und ohne Kopf!" hatte ich ihm aufgetragen.
"Wieso ohne Kopf?"
"Ich finde das eklig, wenn die vom Backen so weiße Augen kriegen."
Na ja. Mitgebracht hat er sie natürlich mit Kopf. War ja klar. "Ich schneid sie dann schon ab", beschwichtigte er mich, bevor ich mich entrüsten konnte.
Nun weiß man ja als Stadtkind mit Bauklötzchenfischen zwar, wie so ein frischer Fisch riecht; aber man weiß nicht mehr, wie der sich anfasst.
Eklig. Leute, ich sag Euch: eklig.
Da lagen sie nun vor mir, Schatzi inzwischen auf dem Sofa und - flupp - in meine Hand genommen, war der Fisch auch schon wieder weg. Zupacken - flupp - weg - zupacken - flupp...
Wie war das noch? Festhalten und mit Salz abreiben, damit der Schleim von der Haut ging und man die Biester bearbeiten konnte? Das Wissen war ja gerade noch so hängengeblieben, aber... ja was soll ich sagen... Blanke Theorie von Kindesbeinen an! Und wie geht das in der Praxis?
Und ich dachte: "Himmelarschundzwirn, wieso musste ICH mir diese Radtour antun, wo ich nicht mehr weiß, obs vorne oder hinten mehr weh tut, wo ich keinen Muskel mehr schmerzfrei bewegen kann, wo ich es mit ach und krach zurück an den heimischen Hof geschafft habe, unterwegs im Walde mich von Bären gemordet, von Wegelagerern gemeuchelt sah - und jetzt einen toten Fisch zu fassen versuche, nur damit Schatzi und ich ein leckeres, fettarmes und gesundes Essen auf dem Tisch hatten?"
Oh Mann. Hinbekommen hab ich es dann doch noch. Gott sei Dank. Ende gut, alles gut. Fast.
Denn eins ist fakt: Ich werde Schatzi knebeln und ans Bett fesseln und während er noch denkt, es gehe auf zum Liebesspiel - werde ich ihn sich selbst überlassen, mir im Nebenzimmer gepflegt ein Weinchen einschenken und endlich mit dem gottverdammten Urlaub anfangen!

Montag, 12. September 2011

Gipfelstürmer

An meinem letzten Arbeitstag und mit dem Vertilgen der "kleinen Urlaubsrunde" (Pfannkuchen, ich fand das adäquat für eine lumpige Woche frei haben) meinte der Kollege noch mit einem denkwürdigen Blick zu mir: "Helma, ich wünsche dir viel Spaß im Urlaub und DAS Wetter, das du haben willst."
Na ja, wir grinsten uns an, verstanden einander wortlos und während ich noch Hometown verließ in Stiefeln, Lederjacke und Tuch um den Hals (doch, das Wetter war wirklich entsprechend), entledigte ich mich bereits auf der Fahrt nach Posemuggel scheibchenweise meiner Herbstmode, bevor ich Gefahr lief, schätzungsweise zwölf Liter Wasser in den Sitz zu schwitzen.
Selbst am Abend zeigte das Thermometer noch sage und schreibe 28 Grad an und bis heute hat sich das auch gehalten. Was nichts anderes bedeutete, als dass ich heute tatsächlich mit in die Berge zu steigen hatte.
Mir hat auch nicht geholfen, dass ich Aufstehen, Frühstücken und Zurechtmachen mit typisch nordischer Gelassenheit in die maximal mögliche Länge zog, die zwar Schatzis Unwillen hervorrufen mochte, vielleicht sogar das Vorhaben abblasen ließ, ohne dabei wirklich sauer zu werden, vielleicht sogar statt dessen neue Tagespläne zu entwerfen und bei all dem in ihm auch noch das Gefühl zu sichern, dass das alles ja ganz allein nur seine Ideen war.
Hmm.
Was soll ich sagen.
Hat nicht so geklappt, egal wie lange ich mich zurechtmachte.
"Musst du dich denn schminken? Wir wollen doch nur in den Bergen wandern."
"Jaaaaaaaaa.... Aber wenn ich schon tot überm Gipfelkreuz hänge, will ich wenigstens gut dabei aussehen!"
Na ja, also sind wir dann doch noch los, hinauf auf den Berg, ich hab geschnauft, gejappst, nicht nur erstaunt festgestellt, wieviel Muskeln auch ich besitze, sondern wie viel Poren ich auch hab, aus denen blankes Wasser fließen konnte - und heimlich habe ich Schatzi ...zigmal verflucht und verteufelt. Mindestens.
Die extra für dieses Vorhaben erworbene Regenschutzjacke mit allem möglichen Pi-Pa-Po ("Die wirst du brauchen, wirst du sehen!") konnte getrost zu Hause liegen bleiben, die noch mal extra für dieses Vorhaben erworbenen Stiefel (laut Hersteller wie geschaffen für das Wandern im Mittelgebirge oder Voralpenland) hätte ich am Ende der Wanderung trotz alledem am liebsten weit von mir geworfen und spätestens jetzt Schatzi erwürgt, nachdem er mich am Gipfel angrinste: "Jetzt kann ichs dir ja sagen: Von den drei Aufstiegmöglichkeiten war dies die schwerste. Aber auch die kürzeste."
Man, hatte DER ein Schwein, dass ich da stand, gebeutelt wie eine junge sturmgepeitschte Birke nach einem schweren Unwetter, bereit, völlig umzuknicken und viel zu schwach, auch nur die Hand zu heben, um sie zu seiner Gurgel zu führen - aber prompt versöhnt, nachdem ä legger Käffsche und ein lecker sahniges Stück Käsekuchen serviert wurden. Erst damit bekam ich auch endlich einen Blick für den Blick über Berg & Tal und dachte dennoch die ganze Zeit:
"Ich weiß schon, warum meine Leidenschaft dem Meer gehört!"

Mittwoch, 7. September 2011

Gabi Köster - oder: Ab wann habe ich ein Luxusproblem?

Wenn ich ehrlich sein soll, hab ich ihre Sendungen wirklich nie geguckt. Deutsche Comedy geht ja wirklich auch gut (ich denke da nur an den Nuhr ;) oder an Freund Hape) und die Köster ist ja doch das lebende Gegenteil dieser Herren: laut, schrill, bunt.
Aber irgendwie, so nach einer Weile, hab ich dann auch da und dort mal gegoogelt, wenn es hieß: "Sie hat jetzt das!" - oder: "Sie ist leider verstorben." (Medienfreiheit hin oder her, manches werde ich niemals verstehen - und will es auch gar nicht versuchen.)
Heute nun habe ich ein Interview mit ihr GESEHEN, ich hab ihr zugehört und die ganze Zeit irgendwie gedacht: "Ich bewundere diese Frau." Ich meine, na klar, weil sie prominent ist, wird über sie berichtet, wo der eine oder andere denkt: "Was sie durchmacht, machen Tausende andere auch durch, und keiner spricht darüber." Stimmt zwar. Ändert aber nichts daran, dass auch ein Promi wie Gabi Köster aus eigener Kraft versuchen muss, wieder auf die Beine zu kommen, überhaupt über den Berg zu steigen, neu sprechen, laufen und sich bewegen lernen. Und sie hat mit Sicherheit genauso wie wir Normalos Phasen gehabt, in denen sie jammerte, weinte oder Gott & die Welt verfluchte...


Und auch wenn heute noch nicht alles wieder so ist wie es sein soll und wie sie es selber haben möchte - sie lässt sich eben nicht unterkriegen. Sie macht aus dem, was sie hat, das Beste - oder versucht es eben. Und hangelt sich über Untiefen gerne auch mal mit Galgenhumor.
Eigentlich... mach ich das doch ganz genauso. Zumindest versuche ich das.
Und frage mich trotzdem grad: Habe ich grad wirklich Probleme - oder habe ich eher nur ein Luxusproblem? Wenn ich mich gegen Ungerechtigkeit nicht mehr wehren kann, so dass ich mir überlege, möglichst gestern noch meine Fahrtrichtung zu ändern; wenn ich nach fast fünf Wochen Erkrankung nur zehn Tage später wieder in der Praxis stehen muss, nur um neunzehn Uhr müde und erschöpft nach Hause zu kommen und dann noch beim Einparken den Anruf entgegennehme, der mir sagt, du darfst dein Kind, das - vermutlich - dabei war, sich auszuprobieren oder Mutproben zu bestehen und nun auf dem Polizeirevier auf dich wartet - ja... ist das dann nicht doch eher ein Luxusproblem? Ich meine, anderswo verhungern Kinder, sterben Menschen an Krebs oder Aids, völlig allein und zurückgelassen.
Andererseits... Kann man sich und seinen eigenen Kummer immer nur an anderem messen, der noch größer ist? Hilft mir das denn wirklich, auch wenns mich für den Moment vielleicht erdet? Hilft mir das auf Dauer?
(Mal abgesehen davon... mochte ich es nie, an anderen gemessen zu werden, ganz gleich, ob im Positiven oder Negativen. Ich wollte immer als Ich gesehen und erlebt werden.)
Doch mal wirklich: Wenn ich stürze und mir das Knie blutig schlage, ich heulend von Mama oder Papa getröstet werden will - hilft mir dann wirklich, wenn Mama oder Papa die Schultern zuckten und sagten: "Sei froh, dass es dir nicht wie Peppi geht, der hat sich grad das Bein gebrochen"?
Jedenfalls befinde ich zur Wochenmitte: Diese Woche war mal wieder so richtig schön sch** - aber noch ist sie ja nicht um und dann fasse ich mir eben - wie so oft - ein Herz und setze alles daran, dass dann eben der Rest der Woche sonnig wird.
Wie Gabi Köster sagt: "Es gibt keine Niederlagen, es gibt nur Herausforderungen."
Und zwischendurch darf ruhig auch mal geheult oder ins Kissen gebissen werden. An der Stelle, wo der Galgenhumor ins Untiefe gefallen ist. Aber das ist auch OK. Ich bin ja schließlich nicht der Papst.

Montag, 5. September 2011

Vollzeit, 3 freie Stellen

Guten Freunden gibt man einen Fehler im Bild....




...oder auch zwei ;)

Wer sie findet, darf sie behalten!
War übrigens mein zweiter echter Lacher heute :)

Der Vierzigste von Toyota

Manchmal, wenn es ganz dicke kommt, hat man immer mehrere Möglichkeiten:
Man schreit.
Man heult.
Man zuckt die Schultern.
Man lacht - jetzt erst recht.

Boah, ich hab es so satt, dass Menschen einander erniedrigen, jeglichen Stil und Respekt vermissen lassen und auch noch glauben, sie dürften das. Ich verachte Menschen, die glauben, ohne sie sei der Rest der Welt ein verkommener Haufen.
Zugegeben, tagsüber war ich ruhig und habe kein Lächeln hinaus in die Welt getragen. Also zumindest kein echtes. Keins von innen. Dennoch war ich in meinem Inneren ausgesprochen entspannt und gelassen. Warum wohl...

Und habe heut Abend beim Betrachten dieses Videos echten Spaß gehabt:



Wenn Ihr mich fragt - ich find den Eisbären cool - bestimmt des Dialekts wegen ;)

Und um die Frage eines Freundes zu beantworten, der mich die Tage fragte: "Womit haben Menschen wie du und ich das verdient?" sage ich Euch: "Jemand, der dich schlecht behandelt, ist genauso daran schuld wie du selbst, solange du es zulässt."
Wenn Dir also einer Dein Lachen nimmt, dann darfst Du Dich auch trösten lassen - aber bemüh Dich um einen Weg da raus. Menschen kann man nicht ändern, aber Du kannst Deinen Weg ändern, Deine Richtung. In sechzehn Jahren hatte man mir meinen Selbstwert genommen, mein Ich-Gefühl. Und es hat ungefähr acht Jahre und ungezählte Stunden am Telefon, seitenweise E-Mails und etlicher Begegnungen bedurft, um dieses Selbstwertgefühl einigermaßen wieder aufbauen zu können.
Heute aber nimmt mir das niemand mehr. Niemand.
Heute bin ich mir meines Wertes bewusst. Und wende mich denen zu, die das zu schätzen wissen. Na klar - und mich damit von denen ab, die es eben nicht wissen. Ihr glaubt gar nicht, wie gut das tut!

Ach... Ähm... Seht Ihr mich grad wie den Eisbären übern Boden schubbern? Uijuijuiiiiiiiii :)

Donnerstag, 1. September 2011

Die Nacht der Erkenntnis

So. Der Schmerz im Fuß ist gewichen, mit ihm leider auch wieder meine Stimme. Ich weiß zwar, dass dies nichts miteinander zu tun hat, aber irgendwie frage ich mich schon, ob irgendwelche Organe heimliche Joint Ventures miteinander abgeschlossen haben oder ob es sich jetzt um einen kleinen Racheakt handelt, nachdem ich meinem Immunsystem ja, wie der treue Leser von Euch vielleicht noch weiß, die schriftliche Kündigung erteilt hatte. Oder aber - und diese (eigentlich naheliegende) Erkenntnis traf mich heute mit voller Wucht: keine spirituellen, keine esoterischen, keine witzigen Auslegungen oder Begründungen - sondern eine ganz handfeste Erklärung in Gestalt mikrofeiner Größen an Wänden, unter Tapeten, in der Luft: der ganz gemeine Schimmelpilz.
Ich weiß ja, dass unser Bürohaus einst ein Opfer der Flut gewesen war, dass es anschließend zu einem Spottpreis erworben wurde und zu einer beachtlichen Summe saniert und ausgebaut, es aber augenscheinlich dennoch nicht gelungen war, eine gewisse Nässe zumindest aus dem Kellergewölbe zu verbannen. Und wie es der Zufall will... Im Gespräch heute mit Kollegen wird mir bewusst, dass dieses Haus offenbar nicht nur von innen heraus modert, sondern bereits derart offen zutage tritt, als dass der muffige Geruch, sobald man von draußen durch die Tür hereintrat, einfach nicht zu über"riechen" ist. Natürlich habe ich das immer zur Kenntnis genommen, doch wie bei vielen Dingen, die ich registriere und wahrnehme, setze ich deren Bedeutung nicht (gleich) um (na ja, wie will ich auch gegen meine nordische Mentalität anstinken, es braucht eben alles seine Zeit ;)). Grad muss ich lachen, weil mir der Kommentar meiner Mathematiklehrerin einfällt, die einst sagte: "Helma lernt schnell und gut, aber sie weiß nichts damit anzufangen. Sie kann es in der Realität nicht anwenden." Ich sage nur... Logik. Das hatte sich mir in der Tat nie erschlossen. Na ja - bis heute, wo mich quasi die Logik des Lebens zugleich auch ein Stück weit die Mathematik lehrte und mir nunmehr nicht in den Kopf will, dass ich das eine oder andere damals einfach nicht begriff.
Jedenfalls habe ich heute Abend die Internet-Gazetten aufgeschlagen und Beiträge über Schimmelpilze, deren Wirkungsweisen, den Symptomen gelesen, dass mir doch irgendwie... Angst und Bange wurde, mir aber gleichzeitig auch die (vermutliche) Wahrheit wie Schuppen vor Augen fiel. Warum hatte ich das nie gesehen? Warum habe ich das nie begriffen? Warum habe ich den Zusammenhang nicht gesehen? Seit fast fünf Jahren arbeite ich in dieser Firma und kann seitdem einen ganz persönlichen Krankenstand verzeichnen wie zusammengerechnet in all den Jahren zuvor nicht.

Eigentlich hatte ich mir ja geschworen: Ich begebe mich in keine Hand eines Weißkittels mehr, wenn es nicht wirklich auch ausdrücklich sein muss. Nicht nur, weil ich zu oft das Gefühl hatte, nicht ernst genommen zu werden. Ich meine, wenn du als mehr oder weniger junge Frau zum Arzt kommst und der aufgrund der Anamnese weiß, dass du
A) eine scheiß Ehe und eine schwere Scheidung hattest, dass du
B) zwei Kinder großziehst,
C) einen Vollzeitjob oft auch über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus betreibst und
D) eine Beziehung zwischen Posemuggel und Ziggenheimer-Town betreibst,
dann hast du spätestens hier deinen Stempel als "Burn-Out-Opfer von morgen" oder "(manischen) Depressionskandidaten" oder "klassisches Fallbeispiel der Auswirkungen des Ungleichgewichtes von Körper und Seele" weg und es ist ganz egal, ob der dir mehrfach untergeschobene und deinerseits arglos ausgefüllte Fragebogen eine 4 (quasi Bestnote, aber das erfährst du ja im Grunde nie!) auf einer Skala von "bis 12 ist alles normal, ab 13 beginnen depressive Verstimmungen" ausweist, du deinen Haushalt spielend allein bewältigst und eher der lange Mädelsabend inklusive Weißwein zum Beispiel schuld war, dass du zuweilen morgens eher nicht aus dem Bett finden magst (oder du eben auch schlichtweg von TV & Internet nicht wegkamst), dass du zwar bei Ärger frustriert im Kreis springst oder verzweifelt heulend auf der Toilette hockst (manchmal auch drei Tage lang) und dich aber immer noch über den ersten Tulpenstrauß des Jahres freust und bei Sonnenschein die Arme ausbreitest, die Augen schließt und ein wunderbares Lebensgefühl genießt. 
Menschlich, oder?
Im Grunde kannst du sowieso sagen oder tun, was du willst - du wirst immer Anhaltspunkte liefern, um in die Schublade zu passen, die dir aus Unvermögen, Unwissen, Unwillen oder Überheblichkeit zugeteilt worden ist. Wenn du gegenargumentierst, wird man nachsichtig den Kopf wiegen, mit dem Finger auf deine Biografie zeigen und sagen: "Ja ist schon in Ordnung. Übrigens ein Alkoholiker ist auch der Meinung, dass es nicht schlimm ist, sich ab und zu ein Gläschen zu genehmigen und übersieht, dass das 'ab und zu' längst zur Regel geworden ist."
Ich bin ja nun nicht ganz so verpeilt, dass ich mich allem verschließe, das mir nicht in den Kram passt, nein, ich lass mir schon so einiges sagen. Ich lass mir aber nicht Pille XY in den Rachen schieben, bloß damit Ruhe ist und Behandlungsgebühren kassiert werden können. Und ich war immer der Meinung: "Ja die Seele hat einen irrsinnigen Einfluss auf meinen Körper. Aber das ist nur eine Wahrheit. Da gibt es noch eine andere."


Bleibt am Ende nur die Frage: Meine bunte Kuh, und was machst du nun? Wenn du herausgefunden hast, dass du recht hast?


Ich weiß zumindest schon mal, was ich jetzt mache: Ich geh schlafen. Die Fülle an heutigen Erkenntnissen hat mich doch glatt müde gemacht.