Freitag, 5. Oktober 2018

Der Klang des Nibelungenliedes

Bildquelle: Johanna Schmitz - https://weheartit.com/entry/319163277

Ich weiß nicht ob ich tapfer bin. Ob ich mutig bin.
Aber ich weiß, dass ich alles, was nur mit meiner Person selbst zu tun hat, wegstecken kann. Dass ich damit umgehen kann. Dass ich selbst Informationen zu einem Größenwachstum in meinem Kopf mit einem lockeren Spruch auf der Zunge hinnehmen kann: "Vielleicht wächst mir ja doch ein zweites Hirn? Dann wirds vielleicht doch noch was mit einem Studium?"

Ich weiß nur, dass ich nicht unbesiegbar bin.
Ich weiß, wo meine verwundbare Stelle liegt. Die, die mich sofort schwächt, sobald man an ihr rührt. Die, die mich an sonnigen Tagen wie Siegfried fühlen lässt.
Die, die mir an schattigen Tagen mit einem Ruck den Boden unter den Füßen wegzieht.
So wie der Anruf vor drei Tagen.
Selbstverständlich hat man Deadlines im Kopf. Manchmal bin ich rosarot. Aber weltfremd?
Nur... was ist denn der Mensch, wenn er keine Hoffnung (mehr) hätte?
So sehr hatte ich mir den Augenblick vorgestellt, eines Tages zu jemand Bestimmtem zu gehen und zu sagen: "Hier, schau. So geht das nämlich mit Respekt und Würde. Dann kann man von seinen Leuten nämlich alles bekommen." Ich wollte nicht Genugtuung. Ich hatte mir gewünscht, sichtbare Zeichen setzen zu können - zum Begreifen. Und damit endlich zum Umdenken. Nicht für mich, sondern für all die, die da sind und vielleicht noch kommen werden. Und mir selbst zeitgleich den Weg freizumachen für etwas anderes.

Seit drei Tagen schlafe ich schlecht, wälze mich ruhlos zwischen den Laken. Die Furcht kriecht mir den Nacken hoch, schleicht sich hinter meine Stirn und malt Bilder, die ich kaum aushalten kann.
Und begreife, warum ich seit einiger Zeit von tosenden Wellen träume.

2 Kommentare:

Clara Himmelhoch hat gesagt…

Liebe Helma, diese Wort sind weder für dich noch für deine Liebsten, aber auch für deine treuen BlogleserInnen ein Grund zum Ruhigsein - ich bin aufgewühlt. Ich "kenne" dich jetzt schon viele Jahre und du hast noch nie Panik gemacht - auch jetzt ist es keine Panik, nur Angst - und die kann ich sehr gut verstehen.
Ich nehme dich wieder in den Arm - na gut, dieses Mal singe ich nicht.
Ganz liebe Grüße von Clara

Helma Ziggenheimer hat gesagt…

Liebe Clara, danke, dass Du NICHT ruhig bist.. Worte können manchmal ja ganz viel Gutes bewirken.
Nein, Panik habe ich nicht - aber.. Weißt Du, ich komm irgendwie immer mehr an den Punkt, wo ich aufgeben wollte. Aber ich weiß, dass ich das nicht darf.