Mittwoch, 12. Januar 2011

Einmal Zum Mars - Und Nie Wieder Zurück

Diese Schlagzeile las ich grad bei web.de unter dem Genuss einer - na klar - leckeren Tasse Kaffee und dem vorletzten Schokokeks. Wenn Ihr mich fragt - ich fand das ziemlich interessant und vor allem spannend und mein inneres Auge versuchte sich spontan vorzustellen, wie ein Leben auf dem Mars eigentlich aussehen würde. Immerhin hatten sich allein aus den Vereinigten Staaten etwa vierhundert Menschen für diese Mission gemeldet, für die es aus Kostengründen eben nur ein One-Way-Ticket gäbe.
Mal ehrlich... Könnten wir das auf Dauer wirklich ertragen? Ich meine, du fängst doch dort bei der absoluten Null an. Und gerade die Ami's... Kein McDonalds. Kein Fitnessstudio. Kein Eis. Kein Häuschen im Grünen. Kein Auto vor der Haustür. Und vor allem: Kein Fernseher im Wohnzimmer, im Schlafzimmer, im Bad und in der Küche!
Wenigstens könnten sie mit nationalstolzpraller Brust ihre Flagge in die rote Erde rammen. Lebten ansonsten in einer kleinen Blechbüchse namens Raumstation und setzten sich bei Verlassen dieser ihre Glaskugel auf den Kopf. Menschen wie ich täten da spontan Platzangst kriegen, ehrlich. Bei vierhundert Leuten kannst du ja auch nicht davon ausgehen, dass die Raumstation derart Platz bietet, dass du für jeden Menschen eine Vierzimmerwohnung hineinzauberst.
Braucht ein Mensch nicht, sagt Ihr?
Na wartet das erst mal ab! Wenn die nach allerspätestens drei Monaten, wenn das letzte Buch ausgelesen, die letzte DVD geguckt und auch die letzte Marswanderung ohne neue Ergebnisse getätigt wurde ("Was sehen wir heute? Rote Erde! Ach... schon wieder rote Erde..."), fangen die aus lauter Langeweile glatt mit Sex an. Und die Verhütungsmittel werden bestimmt schneller ausgegangen sein als die NASA den Versorgungscontainer nachsenden könnte.

Was sich die Amis dabei denken? Laut web.de dachte sich z. B. Peter Greaves, ein Familienvater, folgendes: "Schon seit Kindertagen habe ich das tiefe Verlangen, das Universum zu erkunden." Außerdem verriet er FoxNews.com, dass er sich das Leben auf dem Mars überwältigend, furchterregend und einsam vorstelle. Seine Erlebnisse wären aber so unterschiedlich von denen aller anderen Menschen, dass das alles aufwiegen würde, was er hinter sich gelassen hätte."
(Quelle: http://web.de/magazine/wissen/weltraum/11952532-fuer-immer-auf-den-mars.html#.A1000107)

Na wenn der Gute sich da mal nicht irrt! Am Ende... führt er auf dem Mars dasselbe Leben wie auf der Erde: Eine gelangweilte, migränegeplagte Ziege an der einen Seite, drei plärrende Kinder an der anderen Seite und (rotsandsturmig) trübe Aussichten auf die Zukunft! Und das Schlimmste: Er kommt nicht weg vom Fleck! Da ist er nun auf den Mars gereist voller hochfliegenden Pläne - nur um am Ende dasselbe Familienleben wie auf der Erde zu führen?
Von wegen: Seine Erlebnisse wären so unterschiedlich von denen aller anderen Menschen...
Ein bisschen weniger Arroganz, dafür ein bisschen mehr Realismus, würde ich sagen.
Nun ja. Das Leben ist kein Ponyhof. Nicht mal auf dem Mars!

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