Mittwoch, 21. Juli 2010

In Achtzig Tagen Um Die Welt

...oder wenigstens in acht Tagen quer durch Deutschland ;-)
OK OK, in diesem Tempo würde ich es vermutlich nicht in achtzig Tagen um die Welt schaffen, aber schließlich heiße ich ja auch Helma Ziggenheimer und nicht Phileas Fogg. Und immerhin... habe ich in diesen acht Tagen - für meine Verhältnisse - genügend erlebt.
Bis zu einundvierzig Grad Hitze auf Rügen - das glaubt mir wahrscheinlich kein Schwein - war aber dort wirklich so heiß. Und glaube ich wiederum meinen Junioren, so ist dies noch immer so. Heißt: Wirklich wach und aktiv wurden wir Eulen erst in den Abend- und Nachtstunden, tagsüber lagen wir faul und satt in der Sonne oder wurden von den Junioren zu einer Schlacht um den Wasserball herausgefordert. Was immerhin zur Folge hatte, dass ich in nullkommanix einen sonnenverbrannten Pelz mit mir herumtrug, bei dessen Kühlung mit 1A-Qualitätsquark selbiger sofort zu Käse wurde. Nun, immerhin ersparte das der Seniorin unter uns den käuflichen Erwerb von Mozarella.
Ich meine, das ist schon ein Wahnsinns-Sommer, oder? Erst ist es den ganzen Wonnemonat Mai so kalt, dass Du denkst, der Sommer ist in diesem Jahr vom hohen Norden gleich direkt in den sonnigen Süden abgehauen und dann... Kehrt er zurück mit einer solchen Wucht, dass selbst der Asphalt Blasen schlug und uns Autofahrern zum Umlenken auf den Autobahnen zwang, das uns direkt an Seen und Flüssen gnadenlos im Stau stehen ließ und mich auf meinem Sitz buchstäblich zerfließen ließ. Aber was solls, lieber bei geschlossenen Fenstern im backofenähnlichen Auto tapfer ausgeharrt als von Bremsen und Hornissen gestochen, die nicht nur mein Auto umschwirrten und von denen ich eigentlich gehofft hatte, dass der letzte eisige Winter sie den Garaus gemacht hätte.
Wenigstens kam ich so in den Genuss eines herrlichen Gewitters, bei denen die Blitze spinnwebenartig über die Wolken krochen - ein herrliches Schauspiel, sag ich Euch. Sowas nennt man wohl auch Autokino mit freiem Eintritt ;-)
Jedenfalls bin ich einen Tag später am anderen Ende Deutschlands gelandet, nach ebenso tapfer durchstandener Reise und nicht enden wollenden Verspätungen, dafür dem iPod in den Ohren und der letzten Semmel aus dem rügenschen Carepaket. Hier jedenfalls ist es nicht annähernd so heiß, dafür hab ich mir inzwischen mein ansehnliches Sitzfleisch wundgeradelt, kleine Fische mit meinen eigenen Händen gefangen (natürlich nur zu Anschauungszwecken, sie wurden alsdann in den Fluss zurückgesetzt, ich schwörs! und hey - jeder fängt mal klein an, oder?) und dafür, dass ich live zusehen durfte, wie in Bayern Bier gebraut wird, durfte ich mir dann noch kostenlos den Bauch mit Bier, Weißwürsten & Brez'n und anschließend zwei Litern Limonade (nur um wieder
nüchtern zu werden, übernachten wollte ich dort jedenfalls nicht) vollschlagen und muss sagen: Die erste Hälfte meines Urlaubs habe ich - abgesehen von ein paar Albträumen - derart entspannend verbracht, dass ich an meinem ersten Tag im Büro einen Antrag auf Erholung vom Urlaub stellen werde ;-)
Na dann... kanns ja jetzt erst mal losgehen... Auf in die goldene Stadt und die nächsten Erlebnisse, von denen ich bis zum nächsten Urlaub träume :-)

Donnerstag, 8. Juli 2010

Frei Wie Ein Vogel

...fühle ich mich... wenn ich auf die gepackten Taschen schau, die hier neben meinem Bett stehen, bereit, aufgenommen und in das Auto getragen zu werden. Ich kann es schon riechen, ich kann es schon schmecken, mein geliebtes Meer, und ich sehe noch den Blick meiner Schmerztherapeutin, die heute zu mir sprach: "Sie gefallen mir immer besser."
Ich mir auch - wenn ich das mal so sagen darf :-) Es ist wieder da, mein Leuchten. Irgendwann sagte mal jemand zu mir: "Du siehst aus, als würdest du immer lächeln."
Es ist ja nicht, dass ich danach aussehe.
Es ist ja vor allem, dass ich mich auch so fühle.
Ob es wohl wirklich ein Sonnenjahr wird, dieses Jahr?
Warum sollte es davon eigentlich nur eines geben? Liegt es nicht an uns selbst, in uns selbst, wie viel Sonne wir in unserem Leben spüren?

Jedenfalls habe ich heut abend selbst nach dem langen Arbeitstag und der anschließenden Schmerzsprechstunde noch schwungvoll meinen Gatten... ähm... Versicherungsfuzzi aufgesucht, ihn ein paar Verträge aus dem Schreibtisch zaubern lassen, ein paar kühne Unterschriften gesetzt und brüderschaftlich ein Riesenglas Wasser mit ihm geleert, probierte bei der Verabschiedung den Strohhut der männlichen Schaufensterpuppe aus ("Kostet dreihundert Euro, dann kannst du ihn mitnehmen!" "Den Mann oder den Hut?"), während er sich wunderte, dass ständig das "Ding-Dong" erklang, wie wenn jemand durch die Tür trat. Bis er meinen Fuß bemerkte, der während des Redens klammheimlich vorwitzig immer wieder vor und zurück ging... Albern, nicht wahr? Vielleicht sogar kindisch. Na und? Wer hat schließlich gesagt, dass das Kind nur im Manne bleiben darf?
Wir haben beide herrlich darüber gelacht und zum Abschied winkte er mir: "Vergiss nicht, deinen Chef noch vor deinem Urlaub die Verträge unterschreiben zu lassen!"
Was soll ich sagen... Natürlich habe ich das vergessen. So ist das halt mit Vögeln, die frei und unbekümmert davonflattern. Sie lassen ebenso unbekümmert die Hälfte liegen und kümmern sich dann darum, wenn sie wiedergekommen sind :-)

Mittwoch, 7. Juli 2010

Paul... Wer Ist Eigentlich Paul?

Nun - Paul ist in diesem Sommermärchen (oder doch eher ein Sommer-Albtraum?) unser WM-Orakel gewesen: Fünf Spiele lang hat es uns zuverlässig angezeigt, ob wir siegen oder verlieren würden - und als sich dieses Monstrum auf Spaniens Glaskasten niederließ, schwante mir Böses für unsere Helden in Weiß.
Ziggenheimer der Große wiegelte noch hoffnungsvoll ab: "Mutter, der hat sich auch schon vertan!"
Aber Mutter - die schlug lieber noch mal in den Gazetten nach und erfuhr: Nee, liebe Leute, der Paul lag immer richtig - nur seine Art- und Kampfgenossen nicht...
"Oh Gott, mir wird ganz flau im Magen", stöhnte Ziggenheimer ob dieser Eröffnung - und dieses flaue Gefühl fand recht schnell die Bestätigung nach dem verdienten 1 : 0 der Spanier. Wir schauten auf die Uhr: Noch zwanzig Minuten für die Jogi-Bären, da war noch alles drin, aber dran glauben konnten wir dennoch nicht mehr.
Nun saßen wir da, halb aufgegessene Kekse, halb geleerte Chips-Tüten und die ungeöffnete Cola-Flasche - alles, was die Hüfte begehrte, zunichte gemacht in nur einer Stunde, was mich noch heute morgen auf der Waage schwer begeistert hatte - und nun... bin ich müde, den Rest der Wäsche für den bevorstehenden Urlaub bügel ich heut nicht mehr, nee, keine Lust mehr, ich werd jetzt mal in die Federn kriechen und halte es ansonsten mit der Meinung eines auf der Straße Deutschland Interviewten: "Nee, enttäuscht bin ich nicht wirklich, wir waren endlich wieder ein Team, es war eine super Saison und wir haben super gespielt."

Sei Nicht Der Schatten

...wirf ihn selbst!
Derart begrüßt vom heutigen Kalenderblatt, wagte ich heut Morgen - natürlich blank und ohne Uhr und ohne Schmuck oder ähnliches, das mein reales Gewicht ja nur verfälschen konnte - nach Monaten der Abstinenz wieder einen Schritt auf die Waage und wurde mit einer saugeilen Zahl überrascht, die ich, glaube ich, zuletzt vor drei Jahren gesehen hatte.
Nun weiß ich gar nicht, woher auf einmal die wundersame Wandlung kam... Also es ist noch gar nicht so lange her, da machte mir so ziemlich jede meiner Jeans bewusst, wie gut unsere Schokokekse im Büro schmecken - aber ein Laster muss man doch haben, nicht wahr?
Ob das neue Figurerlebnis vielleicht am zwar nicht täglichen, aber doch regelmäßigen Bodytuning liegt? (Grad stell ich mir die Frage, ob das Herumhopsen auf meinem Bett und das Tanzen in meinen heiligen vier Wänden zu meinen sportlichen Aktivitäten gezählt werden darf... Eigentlich schon, oder? Trampolins zählen ja schließlich auch zu den Sportgeräten. Davon krieg ich zwar sicher keine Muckis und auch keine ordentliche Kondi - aber Spaß machts, in Bewegung hälts und geschmeidig obendrein ;-)) Und wenn ich so meine Fotos betrachte... Jung hälts außerdem ;-)
Jedenfalls... Die Waage muss stimmen, sie muss die Wahrheit sagen, denn das Schattenbild, das sich mir heut beim Verlassen des Hauses präsentierte, schmeichelte meinem Auge, meinem Ego ähnlich meinem Spiegelbild (jedenfalls sehe ich das so ;-)) und trotzte damit jeder anderen Aussage, mit noch mehr Ehrgeiz ginge noch mehr. Geht bestimmt. Geht immer. Aber glücklich bin ich mit mir auch schon jetzt :-) Und werfe entsprechende Schatten ;-)

Sonntag, 4. Juli 2010

Geheimdienst

...oder wenn ich sage "Secret Service" - dann wissen sicher die meisten sofort bescheid: Helma präsentiert wieder einen neuen alten Song ;-)
Also eigentlich schlief ich ja an diesem Abend bereits, ermattet von der Hitze und der Anstrengung, den halben Tag am Strand zu liegen ;-) Irgendwann kurz vor Mitternacht, die Vorhänge bewegten sich sacht mit dem Heranrollen des Gewitters, erwachte ich von Blitz und Donner, legte mich hinaus in den Liegestuhl, um auch ja nichts von diesem nächtlichen Getöse zu verpassen.
Natürlich geht so ein romantisches Gehabe von Petrus ja überhaupt gar nicht ohne Musik, und so packte ich sie aus, die Untiefen der 70er, 80er und 90er Jahre. Fand darin eine Band wieder, die einst zu meinen Lieblingsbands zählte und heute beinah in Vergessenheit geraten ist. Jedenfalls bei mir :-) Aber sie passt so herrlich zu der heutigen Nacht!!




Und so liege ich hier, lass Euch teilhaben an dieser Mucke, die mich einmal mehr daran erinnert, wie siegreich ich aus dem Ringkampf mit Freund Schmerz herausgekommen bin und wie sehr mich die Lust nach dem Leben und dem Bewegen seither treibt. Erinnert mich einmal mehr daran, dass ich mich schon längst hatte bei einem Tanzkurs anmelden wollen (auch wenn mir bewusst ist, dass so eine gewisse Biegsamkeit erst mit dem ersten Gläschen Sekt oder Wein aus mir herauszulocken ist ;-)) und nun frage ich mich, warum ich das nicht schon längst getan habe? Warum immer alles vor sich her schieben und aus lauter Pflichtbewusstsein ganz den Genuss vergessen?
Letzte Nacht träumte ich einen schon recht seltsamen Traum und heute in der Traumdeutung nachgeschlagen, erfuhr ich, dass mir Veränderungen bevorstehen, neue Wege - und dass diese nicht gegangen werden können, ohne Bisheriges hinter mir zu lassen.
Was soll ich sagen, ein bisschen mulmig war mir ja schon und wer jetzt sagt: "Alles Quatsch, alles Esoterikkacke", der mag vielleicht recht haben, vielleicht aber auch nicht, und was mich zunächst immer erst mal ängstigt (man weiß ja schließlich nie, nicht wahr?), erfüllte mich nur ein paar Stunden später schon wieder mit derart Zuversicht, dass ich jetzt noch immer hier in meinem Liegestuhl liege, mit so irrsinniger Sehnsucht nach dem Leben, mit klopfendem Herzen, mit großen Augen in die Nacht schaue und mein Kopf, meine Seele erfüllt sind von Bildern, die ich noch nicht gelebt habe und die nur darauf warten, mit Leben erfüllt zu werden.
Gleich morgen kümmere ich mich um diesen Tanzkurs, kümmere mich ebenso um den Volleyballverein, in das das jüngst aus dem Ferienlager und mit neuer Freundin zurückgekehrte Kind unbedingt eintreten will - und dann schmecke ich sie schon: die Tage an meinem geliebten Meer, die herrlich lange Auszeit, die ich mir so wünschte und die mein Chef - man solls nicht glauben - mir dieses Jahr auch gönnt. Sehe ich mich schon jetzt an den wunderbaren Sommerabenden barfuss am Meer entlanglaufen, Meeresgut sammeln, dem Murmeln der Wellen zuhören, dem Klang des Meeres, den ich so liebe, sehe ich mich gegrillten Fisch essen und meine geliebte Weißweinschorle dazu trinken, um mich herum das pulsierende Leben, das ich in jeder Sekunde in mich aufsauge. Einfach mal... ganz woanders sein, ganz weit weg und in eine scheinbar fremde Welt eintauchen, mal alles hinter mir lassen und wieder auf meiner Insel sein - wie lange ist das her, das ich dort den Sommer genießen konnte? Und ich möchte Fotos machen, Fotos, wo ich das Meer noch atmen kann, wenn ich sie betrachte, Fotos, wo ich das Gefühl habe, den Sand aus den Haaren schütteln zu müssen, wenn ich sie nur anschaue...
"...dance just a little bit more"...
Ich kann noch nicht schlafen gehen, ich fühl mich auf wunderbare Weise viel zu aufgewühlt, aber ich wünsch Euch allen eine gute Nacht, süße Träume und ich wunder mich gerade, was ein einziger Titel schon in einem selbst bewegen kann ;-) Also ich finde das gut :-)

Montag, 28. Juni 2010

Just Married

...und das coole ist: Ich wusste nicht mal was davon :-)
Zeiten sind das... Schwanger mit der Aussicht auf drei Jahre Trächtigkeit und einen Ehemann haben, von dem ich bis gestern noch gar nix wusste. Jedenfalls staunte ich nicht schlecht, als ich in meinem Briefkasten ein Schreiben meiner Versicherung fand: "...wir nehmen Bezug auf das Gespräch mit Ihrem Gatten..." Wie geil! jauchzte mein bescheidenes Herz - und fragte mich, ob jener denn wenigstens auch gut aussah ;-)
Ein Telefonat jedenfalls genügte - und der "Gatte" entpuppte sich als mein Versicherungsfuzzi, der sich auf diesem Wege ein paar Informationen über meinen Versicherungsstatus erschlich, nur um mir anschließend ein adäquates Angebot unterbreiten zu dürfen ;-)
Immerhin erspart mir das nunmehr ein paar weitere Euro, die ich entweder in drei zusätzliche Milchkaffees pro Monat umwandeln oder in mein Sparsöckchen stopfen kann.
Dem lieben Göttergatten sei Dank - und mir kam so spontan die Idee, dem geplanten Mädelsabend dieser Woche einen Besuch in einem Hochzeitsausstatter voranzusetzen. Ich meine, wenn ich schon über Nacht verheiratet bin, dann will ich doch wenigstens mal in den Genuss gekommen sein, ein paar Brautkleider anprobiert zu haben, nicht wahr?
Und ich glaub, meine Mädels und ich - wir hätten extrem Spaß dabei :-) Vielleicht zeig ich Euch ja dann die Fotos ;-)

Mittwoch, 16. Juni 2010

Zum 3. Mal Schwanger!

...und die "Brutzeit" dauert genau 3 Jahre ;-)
Ehrlich gesagt... Bei der Schlagzeile heute hätte ich schon gern das eine oder andere Gesicht gesehen, bevor sich alles "aufklärt" :-)
Nun jedenfalls haben wir uns also endlich für einen Auszubildenden entschieden, den Frau Helma unter ihre Fittiche nehmen und zum "Laufen" bringen darf. Alles von der Pike auf beibringen und dann allein los lassen - also das ist schon beinah wie ne Schwangerschaft, Geburt & so - oder nicht? ;-)
Natürlich war Frau Helma nicht ganz dumm und hat die Wahl des Azubis damit begründet, dass diese junge Dame bereits über zwanzig Jahre alt ist, ein erstes Know how gleich mitbringt und somit alsbald ein adäquater Ersatz zu erwarten sein darf, der es mir persönlich ermöglicht, endlich auch mal wieder ein paar private Dinge während der Arbeitszeit zu erledigen.
Na ist doch so!
Morgens geh ich aus dem Haus, da sind alle Ämter, Behörden und auch Supermärkte noch geschlossen. Kehre ich abends heim, ist lediglich der Supermarkt noch geöffnet. Da bekomm ich zwar meine Schokokekse, aber leider nicht den längst überfälligen Termin in Gynäkologie oder Chirotherapie und die neue Schule für das nun doch vom Gymnasium wechselnde Kind konnte ich auch lediglich nur via Internetauftritt auswählen. Eine persönliche Besichtigung... hätte ich mir irgendwie schon gewünscht. Zwar hab ich das zu Grundschulzeiten nicht für notwendig gehalten; inzwischen aber ist das pubertätsgeschädigte Kind nicht mehr so leicht zu bändigen und erst recht nicht so leicht zufriedenzustellen. Na ja, und wenigstens nach dem Schulwechsel sollten doch nun endlich wenigstens die Noten stimmen...
Als es mir jedenfalls erklärte, dass es doch gar nicht schlimm sei, er habe ohnehin vom Gymnasium weg gewollt (und wieso hat er mein diesbezügliches Angebot der letzten zwei Jahre immer wieder abgelehnt? ...hätte uns jedenfalls einiges erspart, nicht zu reden von den Kosten für Nachhilfe oder dem Jahr, das er mir dank seiner Wiederholung nun noch länger auf der Tasche liegt :-)) und vielleicht ginge er ja nach der 10. doch noch mal aufs Gym wegen Abi - da ging ich zum Lachen zwar nicht gleich in den Keller, aber wenigstens in mein eigenes Zimmer, damit es meine allgemeine Belustigung ob der Faulheit-ergo-Noten nicht noch nachträglich als demotivierenden Hohn empfinden würde ;-)
Na ja, und meine Azubine war im Vorstellungsgespräch auch mächtig erleichtert, als ich ihr versicherte, wir würden zwar schon auf die Noten schauen, jedoch mindestens ebenso viel Wert auf die persönlichen Einschätzungen aus Praktika & Co. legen ;-)
Also ich glaube... Uns stehen entspanntere Zeiten bevor - beruflich und privat und ich weiß nicht, wie Ihr das seht, aber mir macht das Appetit auf nen Schokokeks plus lecker heißem Kaffee ;-)

Sonntag, 13. Juni 2010

Sport Frei!

"Sport ist Mord" - sagt man im Allgemeinen - und ich glaub, mein Paps würde diese Zeilen derzeit nicht nur unterschreiben, sondern gleich noch auf Flugblättern unter der Menschheit verteilen. Freiwillig jedenfalls steigt er bestimmt nicht so schnell wieder aufs Rad, wenn das bedeutet, mit drei gebrochenen Rippen und ner ordentlichen Lungenprellung im Krankenhaus zu landen.
Gut, dass er dann so jemanden wie meine Mama zur Frau hat, die etwaige Selbstmitleidsanwandlungen umgehend im Keim erstickte: "Genieße noch die Zeit hier, wenn du wieder zu Hause bist, ist nichts mehr mit Schnittchen geschmiert kriegen, dann machst du alles schön wieder alleine." :-)

Mir jedenfalls hatte sie zum Geburtstag jegliches Zubehör (Iso-Matte, DVD mit derart gestählten jungen Damen, dass schon allein bei diesem Anblick jeglicher Ehrgeiz angestachelt würde ;-)) zu einem mindestens 20minütigen Pilates-Workout geschenkt - und ich muss sagen: Das war die beste Idee, die sie haben konnte ;-)
Ausgebreitet auf der neuen Iso-Matte muss ich gestehen, dass ich zwar nicht jede Übung bis zum Ende durchhalten konnte, sondern auch mal heimlich für ein paar Sekunden platt wie ne Flunder auf dem Boden liegenblieb, doch insgesamt... fühle ich mich nach jedem Workout sowas von energiegeladen und elastisch, dass ich wie ein Gummiband durch die Gegend schnipsen könnte - wäre da nicht das ganz normale physikalische Gesetz über die Schwerkraft ;-)
Ich vermute mal, dass mein ganzer Körper gerade überschwappt vor lauter Endorphinen und in meinem Horoskop stand obendrein für die kommende Woche: Alle Zeichen auf Grün, Helma, für den Job & die Liebe!
Na dann...
Immerhin schrieb mir die Tage ein virtueller Verehrer folgende E-Mail: "Heiraten?"
Und während ich noch dachte: "Scheiße... Da wollte ich wenigstens einmal in meinem Leben danach gefragt werden - und dann so?", antwortete ich: "Also... Was auch immer ich jetzt antwortete, es könnte nur die falsche Antwort sein." Seine Reaktion? "Das Profil wurde vom Nutzer gelöscht!"
Und jobmäßig... wird mir derzeit zumindest gezeigt, dass man mir, meiner Arbeit UND meinem Urteil vertraut. Na wenn man das keinen positiven Umschwung angesichts vergangener Zeiten nennt ;-)
Alle Zeiten auf Grün eben.
Das muss wohl an den Endorphinen liegen. Also Helma - auf gehts in die nächste Runde Pilates - der Pegel aus Glückshormonen muss stimmen! :-)

You Fill My Eyes With Silver Rays...

...and with the golden sun...
I'm still here unafraid if you dont come oh I'm in trouble...




...after the stars all fall
you fill my eyes with tears of joy
we'll laugh about it all...


Vermutlich fragt Ihr Euch: Na was hat se denn jetzt schon wieder? :-)
Und - klar - s kann nur eine Antwort geben: Frau Ziggenheimer hat den Samstagabend zu einem romantischen DVD Abend umfunktioniert (rechts das Glas Milchkaffee, links die Schachtel Pralinen, im Rücken tausend Kissen und in der Mitte der TV mit einem Superschmachtfetzen aus der Feder Sparks', der in den Staaten vermutlich so verschrien ist wie bei uns zu Lande de olle Pilcher'n. Aber hey, was solls, wenns im realen Leben kaum Liebe unter den Leuten gibt, so muss einem doch wenigstens für - Moment, ich guck mal - cirka 119 Minuten vorgegaukelt werden, dass es nichts Wichtigeres und vor allem Schöneres gibt als die Liebe. Nicht wahr?
Und natürlich war mir schon beim Griff zur DVD klar, dass das wieder in Flennerei ausarten würde. Blöd nur, dass es nix gibt, an das man sich kuscheln konnte. Die Söhne jedenfalls hatten sich beizeiten mit Chips und Schal vor den Fußball-TV verzogen und die Mutter beim Bier holen allerhöchstens mit hochgezogenen Augenbrauen betrachtet.
Ja und nun sitz ich hier, träume von der großen Liebe und habe noch größere Sehnsucht nach dem Leben und versenke mich anstatt in der geliebten Weinschorle in die Songs von Zucchero, von denen der hier mir am aller-allerbesten gefällt.
Na ja und weil ich dachte, s wird mal wieder Zeit für nen Blogeintrag, da dachte ich weiterhin, ich könnte Euch ja bisschen was vorspielen :-)
Vor einigen Jahren sagte mir jemand: "So aufrichtig, wie du dir die Liebe wünscht, wird sie dich auch finden." Daran glaube ich wirklich, auch nach Jahren des Darbens ;-)
Manchmal... dauert es vielleicht länger... Manchmal... haben wir zwischendurch eine schöne Zeit mit dem Falschen. Aber am Ende - und das zitiere ich jetzt mal... "Es gibt Millionen von Menschen. Aber am Ende ist es immer nur der eine"... Mir fällt grad ein, dass ich das, glaub ich, schon mal zitiert hab. Vergebts mir :-) Manchmal jedenfalls... passieren schon komische Sachen, manchmal verliert man sich mittendrin, einmal, zweimal oder auch dreimal, bis man merkt: DAS ist es...
After this love
After the rain
After our rivers meet

You'll fill my eyes
With silver curves
And golden memories...

Manchmal sind es die süßen Erinnerungen, die uns durch die Zeit tragen... und uns letztlich dahin zurückführen, wo wir einst schon waren.. Und - aus meiner Sicht hat nicht jede Rückkehr etwas mit dem Schritt zurück zu tun.. Ganz im Gegenteil...

Sonntag, 6. Juni 2010

Rosa Elefanten

Nein, den bevorstehenden Geburtstag habe ich noch nicht begossen - glaube ich den "Freunden" in meinem Umfeld, gibts da ohnehin eher Blasentee denn Prickelbrause (ich sollte ernsthaft über meinen Freundeskreis nachdenken ;-)) - sondern vielmehr die bestandene Abschlussprüfung von Ziggenheimer I. Datt watt ja man Tied - hieße es bei uns im Norden, doch gestern reichte es maximal für ne Himbeer-Sahne-Torte (großzügig überließ ich das Gros der Torte den gefräßigen Kids, um die eigene Hüfte nicht zur Explosion freizugeben ;-)).

Ja... Was soll ich sagen... Bei 30 Grad im Schatten noch um diese Tageszeit, zu der ich hier schreibe, mit einem Glas Prickelwasser auf die bestandene Prüfung anzustoßen... Ich weiß ja nicht, wie es Ziggenheimer I. geht (der hat sich wieder vor Chat & Co. verzogen, ich hoff, er schreibt jetzt keinen Blödsinn ;-)) - aber ich... ja ich... *jauchz* ich seh rosa Elefanten ;-)
Geiles Gefühl, muss ich sagen, auch wenn ich mir damit jegliche Möglichkeit, heut noch zu einem Frühsommerabenddate abzurauschen, zunichte machte - denn auch mit zehn rosa Elefanten gilt noch immer: Dont drink & drive!!!
Nur gut auch, dass niemand filmte, wie ich hicksend in der Küche bemüht war, Ananas und Melone zu schneiden, kicherte ob der einen oder anderen herunter gefallenen Stückchen, diese singend unter kaltem Wasser abspülte und brav zu den anderen legte ;-)
Und was so gut gekühltes Prickelwasser in der Glut des Tages auch so Gutes an sich hat: Auf allen Vieren bemüht, die zu Tode gestürzten Ananas- und Melonenstückchen wieder aufzuklauben, entdeckte ich unter meiner Vitrine pures achtbeiniges Leben, das ich freundlich begrüßte: Na ihr Obdachlosen, wieder kein anderes Quartier gefunden? anstatt hysterisch schreiend davonzurennen und das Kind um einen erhobenen Latschen anzuflehen :-)
Mir kommt grad so der Gedanke... Vielleicht ist ja Chatten in diesem eigentümlichen Zustand gar keine so schlechte Idee :-) Ich bin zwar vielleicht nicht verkrampft aufgetreten, aber in solch einem Zustand wie dem jetzigen... sitzt die Zunge doch weit lockerer denn je, jeglicher Kontrollzwang über dieses Körperteil ist abgelegt - und es wäre doch mal interessant zu sehen, ob dann etwas mehr Bewegung in dieses bunte virtuelle Treiben träte. Immerhin entpuppte sich der darin gefundene Friseur leider nicht als stockschwul (also wieder nichts mit ner besten Freundin), aber die Hamburger "Kodderschnauze" ließ mich zumindest für die Dauer eines Milchkaffee's in heimatlichen Erinnerungen schwelgen, bis wir uns freundschaftlich auf die Schulter klopften, jeder seiner Wege ging und wir einander wussten: "Schee wars... aber mehr eben auch nicht." :-)
Scheiße, ich hab den Reis auf dem Herd vergessen.. Hoffentlich ist es jetzt kein Mus.
Ach... Und Scheiße soll ich doch nicht sagen. Ach Mensch ;-)

Freitag, 4. Juni 2010

SUMMERTIME

...na endlich ;-) and thats me this morning :-)



...with lecker breakfast :-)


...und natürlich? Natürlich?? Na klar - meine Lieblingsmucke aus den 80ern - yesssssss - so lässt sichs leben & arbeiten & genießen ;-)

Donnerstag, 3. Juni 2010

Nu Pogodi

...ach war das schön damals als Kind: An Regennachmittagen mit ner Tasse heißem Kakao auf dem Teppich liegen, in gestrickten Strumpfhosen und Shirt und dann gucken, was DDR 1 und DDR 2 hergaben ;-)




oder das hier...




Na? Wer erinnert sich? :-)

Ist Die Eigentlich Schon Tot?

Gestern Abend gönnte ich mir nach des Tages Last ein wunderbar duftendes Schaumbad.
Also ich lieb ja eine solche Atmosphäre: kleines Bad, ringsrum auf dem Wannenrand ein paar Kerzen - und die Badezimmertür offen, damit meine Lieblingsmucke es schaffte, auch ohne Nachbarnbelästigung bis ins Badezimmer zu perlen.
Ich war so müde und kaputt, dass ich drohte, im herrlich warmen Wasser einzuschlafen.
Bis im Rahmen der Tür ein mittelgroßer Schatten erschien, der sich auf dem Toilettensitz niederließ, mir gespannt in die Augen schaute und sagte:
"Mutter, sag doch mal, wann hast du denn nun genau Geburtstag? War es nun der 7. Juni oder 7. Juli?"
Mutters Antwort? Ein müdes Augendrehen.
"Bestimmt 7. Juli", hoffte das Kind, "weil, sonst hätte ich ja nur noch ein paar Tage zum Geschenk kaufen, Tisch denken, Kerzen kaufen..."
Ich habs immer gewusst: Das Kind ist eindeutig meins!
"Schön, dass du mir das alles schon vorher verrätst", ächzte ich aus meinen Schaumbergen.
"Ja und du könntest mir mal verraten, ob ich mich nun beeilen muss oder noch Zeit hab."
"Frag deinen großen Bruder, wenn du das schon nicht weißt."
"Du könntest mir das aber auch sagen."
"Frag! Deinen! Großen! Bruder!"
Mutters Ton war eindeutig: Sie wollte ihre Ruhe haben - und zwar augenblicklich.
"Wenn du aus dem Bad rausgehst, lass die Tür offen. Sonst hör ich meine Mucke nicht."
"Das nennst du deine Mucke?"
Auch dieser Ton war eindeutig.
"He, mal nicht so herablassend. Das ist Cindy Lauper, das ist Musik aus der Zeit, als ich so alt war wie du."
Scheiße, hörte sich das "lange her" an. Nicht nur für mich...

"Ist die eigentlich schon tot oder gibts die noch?"

Ohne Worte, oder? Auch das ist eindeutig mein Kind :-)

Mittwoch, 2. Juni 2010

So Geil...

...die Mucke ;-)




...meine ollen armen Lautsprecher... ;-) Aber hey, so kehrt Sonne in die Regentage :-)

Ist Die Katze Aus Dem Haus

...na Ihr kennt das ja :-)
Jedenfalls ich hab die letzte Nacht besser geschlafen, sogar besser geträumt. An genaue Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern, nur noch an den "Schlussakkord", als ich natürlich rein zufällig über das Handy eines anderen stolperte und dachte: Hey - da kannste gleich mal nachgucken, was der so für sms'en schreibt... Ich kam noch dazu, das Teil in die Hand zu nehmen und aufzuklappen - dann machte es KLONK und mein Wecker beendete vorzeitige jegliche heimliche Aktionen ;-)
Kaum hatte ich die Augen aufgeschlagen, musste ich denn dann auch über mich lachen.
Ich weiß, dass ich im Traum herumgetrödelt hatte, ehe ich wirklich endlich jenes Handy in die Hand nahm und ich vermute mal, das war das letzte bisschen Anstand in meinem Unterbewusstsein, der darauf hoffte, dass etwas geschah, dass mich von Dingen abhielt, die man eben einfach nicht tut - und sei's nur ein verdammter Wecker ;-)

Heimlichkeiten... sind außerhalb von Weihnachten, Geburtstag & Co. so eine Sache, mit denen ich persönlich nicht gut umgehen kann. Zwar glaube ich, dass man nicht hunderprozentig alles, wirklich alles vom anderen wissen muss oder sollte. So ein bisschen... sagen wir mal... geheimnisvolle Aura muss einfach bleiben. So ein bisschen... Spannung ;-)

Na jedenfalls... Der Chef ist weg, die Tasse Kaffee steht bereit und mein Arbeitszimmerchen hier ist erfüllt von Klängen der 80er Jahre, in denen ich grad gedanklich schwelge, an coole alte Zeiten denke und mich so eine Ahnung überkommt: Es hat meine Ära begonnen, wo man sich vor allem nostalgisch angehaucht an gute alte Zeiten erinnert. Als ich noch jung war, ist mir das nicht passiert ;-) Aber es hat... wenn ich so meinen Keks betrachte... auch jede Ära so ihre Schokoladenseiten ;-)

OK... turn your radio on and lets swing ;-)

Dienstag, 1. Juni 2010

Na Das Geht Ja Gut Los!

...dachte ich mir so heute morgen, als ich auf den Wecker schaute.
Noch auf freie-Tage-Zeit eingestellt, hatte ich mindestens eine halbe Stunde verschenkt. Eine halbe Stunde, in der ich mich in Ruhe hätte schön machen können und wollen und die mich nun mit Schrecken aus dem Bett springen ließ, Kind wecken, mit Kind frühstücken, schnell duschen, noch schneller Haare fönen, schminken - jau - hätte es einen Rekord aufzustellen gegeben - ich wäre Siegerin gewesen ;-)

"Das wird ja immer besser", sprach ich zu mir selbst, nachdem das Kind mich wie beiläufig fragte: "Sag mal Mutter, wann hast du eigentlich Geburtstag? Im Juni oder im Juli? Ich würds wirklich ungern verpassen wollen."
Schlimm schon, dass es mich fragte; schlimmer aber, dass es mir diese Frage jedes Jahr stellt ;-)
Aber was will ich mich schließlich aufregen. Meiner eigenen Großmutter gratulierte ich jahrelang einen strammen Tag zu spät, meine Mama hat ihr Geburtstagspäckchen wahrscheinlich noch niemals auf den Tag genau pünktlich bekommen.
Und wahrscheinlich hab ich dieses Augenzwinker-Gen aus dieser groß- und mütterlichen Linie.
Denn jedes Jahr sprach der Papa erwartungsfroh in der Tafelrunde: "Hat Helma denn schon angerufen?", während die Großmutter lachte und antwortete: "Nicht doch, du weißt doch, die ruft erst morgen an!" :-)
Während die Mama mir lachend Jahr um Jahr versichert: "Hauptsache, du denkst an meinen Geburtstag, das Päckchen ist doch nicht so wichtig."

Heute Abend ich lässig in der Notaufnahme sitzend, ein Bein über das andere geschlagen, interessiert in einer Illustrierten blätternd, beugte sich das im Sportunterricht verunfallte Kind leicht vor und schaute mich bedeutungsvoll an: "Mein Freund übrigens, weißt du, der hat heut ne coole DVD geschenkt bekommen. Und n paar Süßigkeiten."
"Ach was", entgegnete ich weiterblätternd, "hat er Geburtstag?"
Das Kind wagte sich die Augenbrauen zu heben und zu grinsen, ich grinste zurück und sprach:
"Ach... Stimmt ja... Heut ist ja Kindertag."
Das Kind - noch immer frech grinsend - nickte und lehnte sich zurück.
Nur um sich einen Moment wieder vorzubeugen, sich umzusehen, ob auch ja niemand zuhörte und hinter vorgehaltener Hand mir zuzuflüstern: "Ist doch nicht schlimm, ich hab doch deinen Muttertag auch vergessen."
Während wir beide befriedigt und einander verstehend zunickten, dachte ich so bei mir... "Schön, dass wir uns alle so liebhaben!" :-)
Überhaupt... ist es doch das größte Geschenk, dass er auch mit vierzehneinhalb nicht müde wird, mich zu umarmen, sich an mich zu kuscheln und mir zu sagen, dass er mich liebt. Natürlich nur, wenn kein anderer zuguckt ;-)

Montag, 31. Mai 2010

Wünsch Dir Was

Ich würde übertreiben, wenn ich sagte, ich wäre die stolzeste Mutter des Universums. Und es wär ebenso übertrieben, wenn ich sagte, ich wäre die stolzeste Mutter der Welt. Auch wenn ich mich grad so fühle :-) Dann bin ich eben... die stolzeste Mama des Augenblicks.

Vor genau 2,5 Stunden hat mein großes Kind mir mitgeteilt, dass es nunmehr zu uns Werktätigen gehört, dass er zwar unzufrieden mit sich selber ist, weil seine Leistung nicht so perfekt war wie er es selber gerne gehabt hätte - aber bestanden ist bestanden, und manche Dinge brauchen eben ihren zweiten Anlauf. Ich hab schon in meinem Kühlschrank gekramt und - yupp - ich hab die letzte Flasche Weißweinschorle geöffnet und auf meine Kinder, auf das Leben und überhaupt angestoßen.
In ein paar Tagen werde ich wieder ein Jahr älter und befragt, was ich mir denn wünsche, wurde mir ganz wehmütig zumute. Jetzt bin ich in ein Alter geraten, in dem man Frauen Töpfe und Pfannen schenkt und den Herren Krawatten oder Socken. Oder so. Wer aber sagt eigentlich, dass es immer Dinge sein müssen, die Geld kosten? Wer sagt, dass das, was wertvoll ist, immer mit Geld bezahlt sein muss?
Natürlich... Auch die Flasche Wein, die man mit an einen See nimmt, muss bezahlt werden. Auch die Decke, auf die man sich legt, ist mit Geld bezahlt worden.
Doch dieser Augenblick, wenn man einfach nur daliegt, den Himmel über sich, der Geruch von Gras, der Geschmack von Freiheit, das Gefühl des Losgelassenseins in diesem Augenblick, Raum und Zeit für Gedanken, Gefühle, Träume, Sehnsüchte... Das ist für mich mit keinem Geld der Welt zu bezahlen... Der selbstgebackene Kuchen in Form eines Herzens, eine Kerze in der Mitte, mich auspusten lassen und zu mir sagen: "Wünsch dir was"... - sagt das nicht mehr als alle Worte der Welt? Einfach das Gefühl haben: Da hat man sich Gedanken gemacht, da hat man den anderen gefühlt und gespürt...
Manchmal frage ich mich, warum es die kleinen Dinge im Leben sind, die im Grunde so einfach sind... und doch zu schwer scheinen...
Manchmal frage ich mich, warum man beispielsweise Abschlüsse und Siege braucht, nur um stolz sein zu dürfen. Wenn Ihr mich fragt: Auf meinen Großen bin ich stolz, weil er so ist wie er ist. Weil er immer spürt, wie es mir geht, ohne dass ich es ihm sage. Weil es ihm wichtig ist, dass es den Menschen, die er liebt, gut geht. Weil er den Menschen, die er liebt, auch zeigt, dass es so ist. Weil er seine Ausbildung von Anfang bis Ende durchgezogen hat, obwohl er immer wieder zu hören bekam, dass er sowieso ungeeignet dafür ist...
All das habe ich ihm heute Abend wieder gesagt. So wie ich meinen Liebsten immer sage und zeige, dass ich sie liebe, wie viel sie mir bedeuten. Sie genießen es, sie leben davon. Nur... Auch ich lebe davon... Da war es wieder, das bequeme-Sessel-Gefühl... Vielleicht sollte ich ja vom Sessel zum Wasserhahn mutieren. Wenn kein Wasser mehr fließt, merkt man das nachhaltiger als einen Sessel, den man ausrangiert, weil die Sitzfläche abgewetzt ist und ne Sprungfeder durchragt...
Doch heut Abend... gibt es keine traurigen Gedanken. Heut Abend genieße ich die Freude über meinen Jungen, die Freude über das Erreichte, die Freude über seine eigenen Glücksgefühle. Schritte, die sie in ihr eigenes Leben führen... ermöglichen auch mir Schritte in mein eigenes Leben... Und auch darüber freu ich mich... Ich bin ja nicht nur eine Mama. Ich bin vor allem ein Mensch aus Fleisch & Blut, der denkt und lebt und hofft und fühlt und träumt und sehnt... Eines Tages... bin ich dran.

Montag, 24. Mai 2010

Sex & The City

Ich liebe diese vertrödelten Nachmittage, die mir ganz allein gehören, in denen ich mich ungeschminkt und mit nachlässig zusammengebundenen Haaren, mit meinen Wohlfühlklamotten und barfuss in meiner liebevoll aufgeräumten Wohnung herumlaufe, meine Lieblingsdecke im Leopardenlook vor dem hereinbrechenden Gewitter aus dem Liegestuhl rette, zwischen meinen Kissen lümmel und romantische Filme konsumiere.
Gut, ich muss gestehen, fünf Filme hatte ich mir zum Supersondersparpreis bei Amazon gegönnt - zwei davon waren leider auch mit drei Euro zuviel Geld bezahlt (aber wozu gibts schließlich Secondhandshops ;-)) - und was gucke ich? "Sex & The City - Der Film" - in der, Moment, ich muss mal rechnen, vierten Wiederholung. Einmal im Kino, einmal mit Freunden, gestern im TV und heut Nachmittag wieder im TV geguckt - und dennoch... Gibt es trotz dessen, dass man manche Dialoge beinah auswendig mitsprechen kann, romantischere Momente als diese, wenn Du auf dem Sofa lümmelst, draußen bricht ein herrlich lautes Gewitter herein, in der Hand ein heißer Kakao - und Du schaust einen Film über das Suchen & Finden der großen Liebe?
Irgendwie identifiziert man sich ja immer mit dem, was man sieht - mehr oder weniger.
Also so konservativ wie die Charlotte bin ich nun bestimmt nicht :-)
So tough und konsequent wie die Miranda auch nicht.
Und so sexbesessen wie Samantha, die wahllos alle Buntstifte nutzt, solange sie nur groß genug sind - auch nicht!
Vielmehr fand ich mich in Carrie wieder: eine Kolumnistin mit Träumen und Sehnsüchten, immer auf der Suche nach der großen Liebe, obwohl ihr die längst schon begegnet war...
Meine treuen Leser wissen ja, dass ich nicht mehr die Allerjüngste bin und demzufolge schon wenigstens zweimal glaubte, die große Liebe gefunden zu haben. OK - der erste Fehlversuch sei dem zarten Alter geschuldet, der mich damals auf Äußerlichkeiten statt auf Umgangsweisen fliegen ließ. Und der zweite Fehlversuch... reden wir lieber nicht drüber. Bei manchen Dingen ist es einfach nur gut, dass sie vorbei sind - weil alles das, das nicht zum HappyEnd führt, manchmal nur eine lebenslange Lüge bleibt. Davon hab ich echt sowas von genug.
Aber wie war das noch mit Carrie? Die hat ja auch genug Frösche geküsst, bis sie ihre große Liebe geheiratet hat. Und heute Nacht träumte ich, dass mir jemand einen genau solchen Ring schenken wollte... Blöd nur, dass ich erwachte, bevor er zum Zuge kommen konnte. Na wenigstens hatte ich das Goldstück erspäht ;-)

Dienstag, 18. Mai 2010

Amazon, Ick Liebe Dir

Hatte ich nun all die freien Tage arbeitgeberfreundlich krank zu Bett verbracht und mich von QVC & Co. tunlichst ferngehalten, zu müde gewesen, ein Buch zu halten, geschweige denn zu lesen, so hatte ich zwar viel geschlafen und mich mühsam erholt, in den Pausen zwischendurch mit mir nicht wirklich viel anzufangen gewusst.
Der Mensch braucht Inspiration, hatte ich mir gesagt, im Internet ein bisschen herumgestöbert und mich doch nicht in der Lage gefühlt, auf ausgiebige E-Mails zu antworten, mich selbst so eine kleine Runde bedauert und in dem Gefühl von wegen "die ganze Welt ist scheiße" gesessen - bis mir der zündende Gedanke kam. Na klar! Was tun Frauen (und nicht nur die!), wenn sie Kummer oder Sorgen haben? Na klar. Entweder tüdeln die sich ordentlich einen über den Durst (fiel aus wegen der Medikamente), treffen sich mit Freundinnen (ging auch nicht, kriegte das Bein einfach nicht über die Bettkante) - oder shoppen. Und das - wie wir nun ausreichend geklärt haben - findet auch ganz zwanglos übers Internet statt.
Inspiriert durch einen wunderbaren geselligen DVD-Abend, sah ich mich bei amazon ein bisschen um - und was soll ich sagen - ich fand, wonach ich suchte.
"Reign over me" - vielleicht ist es typisch Hollywood, vielleicht aber ja auch gerade nicht.
Jedenfalls ist der Film mein Tipp für diesen Frühling - und Mädels, wenn Ihr grad kein Taschentuch dabeihabt - der Ärmel eines Freundes tuts auch!




Das Tolle an Amazon ist: Gestern bestellt, OK, vorgestern, heute geliefert. Cool. Zum Supersondersparpreis und einen solchen herrlich entspannten DVD-Abend hätte ich mir auch am liebsten gleich heute gegönnt. Als ich heimkam vom Büro, müde, durchgefroren - irgendwie - und sowas von ruhebedürftig - aber ach... waren da die guten alten Behördengänge, der Wohnungsputz und zu guter Letzt die Hausaufgaben mit einem Kind, das ich zuweilen am liebsten an den Schultern schütteln wollen würde - anschließend brauchte ich kein heißes Bad mehr, mir war auch so heiß genug. Aber eingelassen ist eingelassen - also pfiff ich auf Film & Co., drehte die Mucke an und ließ mich ins heiße Wasser gleiten.
Jetzt bin ich so müde, dass ich keine einzige Filmminute mehr schaffte, ohne einzunicken, nicht mal Doc House könnte mich jetzt munter machen. Den guck ich nämlich auch ab und zu ganz gern. Aber nicht heute, Leute.
Heut präsentier ich Euch nur diesen Filmtipp.
Also dann - schlaft gut - ich empfehle mich ebenso.

Montag, 17. Mai 2010

Stimmen Aus Dem Jenseits?

Nein - bevor Ihr was Falsches denkt: Ich dreh nicht durch.
Und ich weiß zwar nicht, ob, aber wenn, dann wüsste ich, wer jetzt hier aufschreit.
Mindestens eine Schulfreundin - weil die eh schon der Meinung ist, ich falle mit der Tür ins Haus, anstatt, wie ich es eigentlich von mir selber kenne, mal ganz vorsichtig und diplomatisch nachzufragen.
Aber mal ehrlich: Wenn Ihr erfahrt, dass jemand, den Ihr gut kanntet, vor einigen Jahren beschlossen hat, nicht mehr leben zu wollen und genau dies auch umsetzt - dann finde ich das ganz schlimm und traurig und tragisch, insbesondere dann, wenn derjenige eine Familie gegründet hatte. Am schwierigsten ist es immer für die, die zurückbleiben. Das zeigt uns ja auch sonntäglich Kai die Pflaume, wenn von einem Menschen ein Elternteil stirbt und er sich auf die Suche nach dem anderen Elternteil begibt. Fragen, viel zuviele Fragen, die dann bleiben.
Ich kann das wirklich total verstehen.

Es ist schon schlimm zu hören: Der oder die aus unserer Klasse ist tot, wusstest du das schon? und ich frage mich ganz beklommen: Scheiße, sind wir schon in dem Alter?
Umso tiefer war der Schock, als vor einigen Tagen auf der Suche nach Schulfreunden ein Profil just jener Schulkameradin auftauchte, von der wir wussten: Sie hat sich gegen das Weltliche entschieden.
Natürlich entstehen sofort Verwirrung und vor allem der Wunsch: Möge doch alles ein riesengroßes Missverständnis gewesen sein, möge sie sich weiter bester Gesundheit erfreuen...
Bis zu dem Moment, wo Du hörst: "Sie kann es nicht sein, ich war bei der Beerdigung dabei."
Dann fragt man sich: "Mit wem schreibt man sich hier? Eine Runde Ghost - Nachricht von Sam - oder was?" Und ehrlich - die aberwitzigsten Gedanken stürzten durch meinen Kopf. Begleitet von Erinnerungen an Kindheit, Schule und überhaupt.
Doch bevor ich an irgendwelche Verschwörungstheorien auch nur glauben wollte, stoppte ich mich selbst. Dazu gab es dann doch eine Ungereimtheit in der Biografie, in Aussagen zuviel. Sicher mag der eine recht haben, wenn er sagte: "...ja was solls, sie war ja unsere Schulfreundin." Das stimmt zwar. Doch er/sie/es - mit wem auch immer ich mich die Tage geschrieben haben mochte - die Schulfreundin war es nicht und so strich ich nicht nur die Gedanken aus meinem Kopf, sondern auch jene Person aus meiner Kontaktliste. Das, was unsereiner in Erinnerungen trägt, behält er sein Leben lang - auch ohne fragwürdige E-Mails.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Shoppingkanäle Oder: Die Diät Zum Anziehen

Heutzutage, das wissen wir alle, können wir alles mögliche aus dem Internet ordern. Was Spannendes, was zum Spielen und auch Schokolade ;-)
Was ich gut daran finde: Ich werde nicht blöd vollgequatscht von Verkäufern, die zu völlig überteuerten Preisen ihre Ware anpreisen wollen (oder müssen), nein, ich kann ganz in Ruhe schauen, wählen - oder mit einem Klick die ganze bunte Welt auch wieder verlassen.
Heute Morgen nun blickte ich nach satten zwölf Stunden Schlaf am Stück auf den Wecker, fühle mich inzwischen genauso krank wie beide Junioren Ziggenheimer, die rechts und links in ihrem Zimmer liegen und aus ihrem Krankenbett maximal den Weg zum Gameboy finden, aber nicht bis zur Zahnbürste vordringen können.
Kam also der Feiertag zur rechten Zeit - nix mit Feiertouren, Saufgelage oder einfach nur ner entspannten Tagesgestaltung - nein, Hospital Ziggenheimer hat wieder mal arbeitgeberfreundlich geöffnet.
Und so liege ich nun immer noch in meinem Bett, zappe mich durch die Programme und bleibe hängen an einem Shoppingkanal, den ich bis dato noch nie in meinem Leben gesehen, geschweige denn gehört habe. Jawohl - gehört. Die penetrante Anpreisungs-Kreisch-Stimme des Herrn, von dem ich nur weiß, dass er Walter heißt, bohrt sich in mein leicht entzündetes Ohr, bahnt sich den Weg direkt zu meinem Gaumenzipfel, doch da ich leider noch nichts gefrühstückt habe, wirds auch nichts mit dem Erbrechen.
Walter - ein Mann von Format: hoch wie breit. Preist in vollen Zügen ein Kleidungsutensil für die Frauen an, die noch nach dem "der Hunger ist gestillt" weitergegessen haben.
"Mädels, esst ruhig weiter, für alles das, was dann über den Hosenbund quillt, hilft euch dieser fünf-Zonen-Traumbody!"
Auf deutsch gesagt: Einfach anziehen - der Body quetscht alles weg, was wabbelt. Stellt sich mir nur die Frage... Wohin quetscht er? Ich meine, die Damen, die mir hier gezeigt werden, Ihr wisst schon "vorher-nachher-Effekt" - da frage ich mich eher besorgt: Kriegen die eigentlich auch noch Luft? Für schlappe fünfzig-Euro-fast-geschenkt-für-diesen-Zauberbody ne Gratis-Fahrt in die nächste Notaufnahme?
Und die zweite Frage, die ich mir stelle: Könnt Ihr Euch die Bestürzung der Männer vorstellen, wenn sich die Frauen entkleiden? Außen hui und innen pfui? Heißt: Tagsüber zeigen sie sich gern mit uns, die wir so einen Body nötig hätten, und abends wird das Licht gelöscht, bevor wir uns entkleiden dürfen?
Die angetrauten Männer nehmens vielleicht mit Humor - immerhin gabs ja mal Gründe, warum sie ihre Prinzessinnen zur Frau genommen haben. Und wie ist das mit all denen, die auf der Suche... ähm... noch beim Aufstöbern sind?
Und wieso erzählt man eigentlich immer nur uns Frauen, dass wir gut aussehen müssen und wie wir genau das hinkriegen? Also wenn Ihr mich fragt: Auch bei mir isst das Auge mit. Und da wir ja heutzutage etwaige Partner auch im Internet erwerben können, klicke ich bei der Brustbeutel-Shorts-und-weiße-Socken-Sandalen-Kombi-Fraktion genauso gnadenlos weiter wie vor zehn Minuten beim Shopping-Kanal :-)

Dienstag, 11. Mai 2010

Es Ist Mai, Die Temperaturen Steigen Nicht - Aber Die Stimmung

Vor kurzem träumte ich, es sei Mai (das ist es ja wirklich) und auf den Straßen läge Schnee (das ist glücklicherweise nicht so, jedenfalls nicht in Deutschland). Man sagt ja immer, man verarbeite im Traum das, was man tagsüber erlebe und was unter Umständen im Unterbewusstsein versinke.
Was also der Maischnee zu bedeuten hat, kann ich nur vermuten:

a) Ich fühl mich allein - und mir ist innerlich kalt.
b) Wir hatten heut nur 9 Grad - und mir ist äußerlich kalt.
c) Nein - Kokain wars nicht!
d) Ich hoffe, dass die anderen Dinge, die ich im selben Traum auch noch sah, nicht genauso unmöglich sind wie Schnee im Mai...

Jedenfalls - Wir haben den 11. Mai - und es ist einfach nur ein scheiß Wetter. Und das ist wirklich Frühling? Wenns dann noch den ganzen Tag regnet, dann hilft gegen Miesepeter nur noch eins: ein heißes Schaumbad, Mucke auf die Ohren und anschließend Mamas gestrickte Wollsocken vom letzten Weihnachten.
Und dann auf in die virtuelle Welt der Jäger, Sammler und Fischer.
Apropos FISCHer... Ich wunder mich ja schon seit Jahren über den einen oder anderen Fragebogen, oft amüsiere ich mich auch über die gekonnten Antworten - aber was ich heute las.. Auf die Frage, ab wann eine Frau für IHN gepflegt sei, wurde geantwortet:
"Wenns die Fischbude ist, die so stinkt."
Erst hab ich spontan laut lachen müssen, mich anschließend dennoch übergeben.
Meine Phantasie ist einfach zu lebhaft - schade nur um den schönen Kuchen ;-)
Oft wird man in den Fragenbögen auch ausgehorcht, wie man besser nicht angemailt werden wolle. Dass der eine oder andere angibt: "mit: hallo, wie gehts, was machst du grad?" kann ich durchaus nachvollziehen. Sehe ich echt genauso. Wie hirnlos auch. Was soll man schon grad tun, wenn man online ist??
Wobei - Virtuosin, die ich bin, hab ich auch festgestellt, dass ich mehreres zugleich kann: Abendessen zubereiten, mit der Mamutschka telefonieren, E-Mails verfassen, einen Krankenschein kopieren (nein, nicht meinen eigenen - mir gehts gut, danke der Nachfrage ;-))... Wobei... Ich frag mich grad... Ist das noch virtuos oder multitasking oder einfach nur... ein Hang zur Oberflächlichkeit? Vermutlich letzteres, weil zumindest in diesem Augenblick nichts davon zu 100 Prozent getan wird. Andererseits... Was solls... Es kann ja nicht immer nur in die Tiefe gehen - das ist mir auf Dauer zu anstrengend ;-)
Immerhin scheint diese Kombi aus Tiefgang & Oberfläche noch reizvoll genug zu sein, einen Abend mit mir verbringen zu wollen. Auch wenn zwischen den Wiedersehen geschätzte, gefühlte und reale zwanzig Jahre liegen. Und ER nicht 25, sondern um die 55 ist und auf meine missbilligende Frage: "Ich täte dich in diesem Leben schon mal wiedersehen wollen - also wann?" die prompte Antwort folgte: "Helma - das, was du vorhast, ist Mumienschändung!"
Aber nicht doch. Für fremdes Gedankengut bin ich nicht verantwortlich - ICH dachte lediglich an Kino :-)

Montag, 10. Mai 2010

Nackte Tatsachen

Vor einiger Zeit schon befand ich, ich müsse mich mal wieder verstärkt um mein Online-Dating kümmern. Ihr wisst schon - das Aufstöbern von Mr. Right.
Suchen klingt ja immer so irrsinnig verkrampft - und wer will schon so "rüberkommen"?
Auch mit 40 bin ich keine verzweifelte Hausfrau. No desperate housewife! :-)
Verzweifeln tu ich ebenso wenig daran, dass den Herrschaften zumeist nur ein (geschriebenes) Wort zu entlocken ist, wenn du wenigstens ein Foto vorzuweisen hast. Heutzutage - bei all dem Brauch & Missbrauch - weiß man ja eh nicht, wen man wirklich vor sich hat...


Vielleicht hatte ich dieses Cartoon ja schon mal "veröffentlicht", weiß gar nicht mehr, falls nicht - ich lache immer wieder darüber :-)
Und interessiere mich zuweilen für die Frage, wie oft genau das im realen Leben auch so zutrifft.
Jedenfalls - ich habe mich köstlich amüsiert: Solange kein Foto das Profil ziert, solange interessiert sich auch keine Sau für dich. Sobald jedoch eins veröffentlicht ist, kannst du dich überhaupt nicht mehr retten vor ein-, nein zweideutigen Angeboten. Während man(n) früher noch versuchte, selbige durch die Blume zu flöten, so trompeten sie heute drauflos, dass die Blütenblätter nur so stieben.
"Hast du eine Freundin, die mit dir über meinen viel zu kleinen Pimmel lachen mag?"
"Ich hab einen so geilen Schwanz, dass du bereuen würdest, nicht mit mir geschlafen zu haben."
"Kannst du mir nicht ein Aktfoto von dir schicken? Geht auch ohne Kopf!"
Vermutlich hätte ich mich bei der Wahl meines Profilbildes für ein Model aus dem Quellekatalog, Rubrik "Haushaltsgeräte" und nicht aus "3 Suisses - Süße französische Mode" entscheiden sollen. Selber schuld, nicht wahr? Vermutlich aber guckt Mann da eh nicht so genau hin, ein paar blonde Locken genügen in der Regel - und schon füllt sich so ein Postfach ganz von alleine.
Nur: Der Mann ab 40 interessiert sich nicht für die Frau um die 40. Nein, die Frau um die 40 ist eindeutig Objekt der Begierde der... 25jährigen!
"Ihr wisst, was ihr wollt und ihr habt keine Scheu, das zu zeigen. Und ihr liebt den Sex nicht nur im Dunkeln!"
Ob die das als Art Reifeprüfung sehen? Steckt in jedem von ihnen ein junger Dustin Hoffmann?
Eigentlich hätte ich ja auch die böse Vermutung, dass der Mann ab 40 sich an eine mehr oder weniger gleichaltrige Dame gar nicht herantraut, eben weil sie weiß, was sie will, sich nicht scheut, den Finger auch mal in die Wunde zu legen - und sich zumindest nicht so ohne weiteres die Butter vom Brot holen lässt, während die um Jahre jüngere Freundin hin und weg ist vom scheinbar weltoffenen Mann, der alles kann und alles weiß - oder zumindest glaubt, dass es so sei.
Doch am vergangenen Wochenende musste ich mich eines Besseren belehren lassen:
"Mit ner 40jährigen kann ich einfach nichts anfangen", redete sich ein Freund von mir um Kopf & Kragen. "Wieso nicht?" fragte ich. "Na guck dich doch mal um. Ner Frau ab 40 siehst du ihr Alter einfach an!" "Aber doch nicht jeder", versuchte ich einen zaghaften Einwand. Nein, einen hoffnungsvollen Einwand. "Doch - die Haut! Die Haut! Die verrät alles. ALLES!"
Ein "na danke" kriegte ich noch hervorgequetscht unter dem Widerstreit der Gefühle, entweder vor Lachen vom Korbsofa zu kippen oder tränenerstickt unter den Kaffeetisch zu rutschen.
Ach ja, die Männer... Und die suchen wir uns auch noch freiwillig aus?
Aber wie las ich es doch gerade die Tage:
"In jedem Mann steckt etwas Gutes - und sei es ein Küchenmesser von WMF." :-)

Sonntag, 9. Mai 2010

Der Tausendste Besuch

Wie ich soeben meiner Statistik entnehmen durfte, ist dieser Blog am heutigen Nachmittag zum tausendsten Male gelesen worden. Von wem, weiß ich nicht - ich seh ja nicht, wer hier alles liest - doch wer der Meinung ist, er habe die tausend vollendet, der bekommt von mir einen Sahnebonbon ;-)

Übrigens musste ich gestern Nachmittag echt lachen: Stand doch vor meiner Türe ein netter Bote vom Hermes Versand und seine Stimme erkannte ich sofort: "Sie warens doch, der mich vor zwei Tagen anrief, weil Sie das Paket zum dritten Mal nicht zustellen konnten, aber auch nicht wieder mitnehmen wollten und mir so ersparten, eine neue Bestellung aufzugeben!" Er strahlte übers ganze Gesicht: "Jawoll, ich war das. Ihre Nachbarn sind ja leider nicht so nett gewesen, das Paket anzunehmen." "Nun", winkte ich ab, "die Familie W. können Sie getrost aus der Frageliste streichen - die nehmen nix von Fremden und erst recht nichts für Fremde!" Wir grinsten beide, er schaute mir in die Augen und sprach: "Sie haben ja jetzt meine Handy-Nummer, wenn was ist, rufen Sie an!"
"Sorry", entgegnete ich, "den Zettel habe ich leider nicht mehr, wer weiß, wo der wieder liegt."
"Kein Problem, ich schmeiß Ihnen einen neuen Zettel in den Briefkasten."
Sprachs, zwinkerte und verschwand.
Gelacht habe ich dann, als ich zur Kaffeezeit das Haus verließ und den Briefkasten öffnete.
Der Zettel lag drinnen, wie versprochen, die Handy-Nummer auch - wie versprochen.
Diese hier war jedoch eindeutig eine ganz andere wie die vor zwei Tagen.
Die private, vermutete ich.
Wo die gelandet ist? Ihr vermutet richtig!
Aber ee scheeenes Gefühl wars trotzdem ;-)

Mutterglück - Muttertag - Und All Die Anderen Dinge

Noch vor einigen Tagen belehrte mich mein großes Kind, an welchem Datum genau der "Tag der Mutter" zu begehen sei. Ich meine, wir wissen ja alle eines: Gefördert werden solche "Feiertage" vor allem von der Industrie - und während ich mich vor zehn Jahren noch über ein selbstgemaltes Bild und vor fünf Jahren über eine Schachtel "Raffaelos" freute, so ist es mir heutzutage schon wichtiger, "übers Jahr" hin zu spüren, dass die Kinder mich lieben & wertschätzen.
Liebe & Wertschätzung ist für mich persönlich noch niemals am Geld messbar gewesen. Große bzw. großartige Geschenke erschrecken mich eher und vermitteln mir obendrein ein peinlich berührtes Gefühl. Klingt vielleicht komisch, ist aber so.
Heißt auf deutsch: Für mich muss man zumindest an solchen Tagen nicht die Wirtschaft ankurbeln, für mich machts auch ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch.
Und wie sieht die Realität im Hause Ziggenheimer aus?
Während Mama Ziggenheimer sich mit knurrendem Magen gegen elf den ersten Kaffee zubereitet, liegen die Kids tatsächlich bis nach zwölf Uhr in ihren Federn - und während ich noch denke: Lass sie schlafen, wer weiß, wie lange sie die Nacht noch quatschten, so entpacken sie derweil die letzten Süßigkeiten, kauen genüßlich eine Zuckerstange nach der anderen und klimpern nebenbei auf Gameboy & Co. Verdeckt vor Mamas Augen, versteht sich.
Und noch bevor ich mahnend in der Tür stehen und fragen kann, wo denn mein "liebevoll gedeckter Frühstückstisch" bliebe, kommt mir der Große entgegengehumpelt: "Mutter, irgendwas stimmt mit meinem Fuß nicht, kannst du mal gucken?"
Als mich dann noch der Anruf einer Freundin erreicht, an deren Oktave ich sofort erkenne: "Hier stimmt was nicht!!" weiß ich: Der Muttertag ist gelaufen, und wenn mir heut jemand noch etwas Schönes gönnt - dann nur, wenn ich mir selbst etwas Schönes gönne.
Geduldig der Freundin zugehört, nebenbei das Kind verarztet und eine Chirurgen-Adresse aus dem Internet gefischt, dem anderen Kind in der Zweitafelprojektion von Prismen und Pyramiden hilfreich unter die Arme gegriffen (der Glaube versetzt schließlich Berge - und NOCH glaube ich daran, dass er diese Klasse erfolgreich abschließen kann; aber was ich wirklich immer echt cool finde: Mathematisches, bei dem ich früher selbst auf dünnem Brett bohrte, erschließt sich mir heute völlig logisch und selbstverständlich, so dass ich gar nicht verstehen kann, wieso ich das vor dreißig Jahren nicht schon kapierte ;-)) - aufs Frühstück verzichtet, stattdessen gleich die Brotzeit begonnen - so liege ich nun hier, der Tag dem Ende zugeneigt und nein: Keineswegs beklage ich diesen sang- und klanglos verstrichenen Tag. Wozu auch?
Der letzte schöne Valentinstag liegt etliche Jahre zurück, meine letzten Geburtstage würde ich auch am liebsten im Nirvana versenken und begriffen habe ich zunächst nur eins: Ändern kann nur ich selber was.
Und so liege ich noch immer hier, den Kopf voller Gedanken & Pläne in völliger Einigkeit mit meiner Freundin: Raus & weg von hier, am liebsten gemeinsam. Zunächst für ein paar Tage - und wenn es uns gefällt, dann vielleicht für länger. Oder immer?
In ein Leben, wo uns zwar zugestanden wird, dass auch wir Bedürfnisse haben, die wir gern erfüllt wünschten, wo wir uns aber nicht dafür entschuldigen müssen, dass wir genau diese Bedürfnisse auch in Erinnerung brachten.
Hab ich eigentlich noch nen Schluck von der Weinschorle übrig? Ich glaube ja!
Na dann Prösterken!

Samstag, 8. Mai 2010

...And Just Forget The World



Chasing Cars ist einer der Songs, den ich vom ersten Moment an liebte, bis heute nicht "überhörte" und den ich auch mit besonderen Augenblicke verbinde, die immer in meinem Kopf bleiben werden, egal, wo ich schon morgen sein würde.
Chasing Cars ist einer der Songs, die ich gestern Abend hörte und darüber einschlief. Bei dem ich mit klopfendem Herzen und einem Kopf voller Erinnerungen und aber auch Sehnsüchte mitten in der Nacht erwachte.
Für mich ein wundervoller Song über die Liebe zueinander. Wie so einige Songs von Snow Patrol.
Immer wieder hält der Alltag Situationen bereit, in denen wir ein zärtliches und zugleich behutsames Miteinander wünschten, in denen wir es mehr brauchen als sonst an anderen Tagen. Und wenn mir auch bewusst ist, dass der Zauber des ersten Kennenlernens eines Tages im Alltag untergeht, so empfinde ich noch heute, mit beinah einundvierzig Jahren, nur ein Kopfschütteln für die Menschen, die allen Ernstes glauben, dass die Liebe, die zwei Menschen einst zusammenführte, auch in fünfzig Jahren noch ohne ihr Zutun und einfach so aus Selbstverständlichkeit bei ihnen bliebe.
Vor einigen Jahren las ich, dass eine zweite Lebensgemeinschaft oftmals erfüllter, beständiger und in gewisser Hinsicht auch glücklicher sei, weil man mit der ersten Lebensgemeinschaft vor allem ein Bewusstsein dafür entwickelt hätte, was einen wirklich glücklich machte.
Wir sind älter geworden, haben erfahren, erkannt und gelernt - wir wissen, was wir wollen. Und was wir vor allem aber auch nicht mehr wollen.
Ich habe ebenso gelesen, dass eine Partnerschaft heutzutage vor allem daran zerbricht, wenn der eine für den anderen zu einer Selbstverständlichkeit wird - gleich einem Möbelstück, das eben immer da ist.
Wenn Ihr mich fragt... Ich fände es bestürzend, wenn ein Partner mir nur deshalb Aufmerksamkeiten schenkte, weil er es für wichtig hielte. Mich macht es vielmehr glücklich, wenn ich Aufmerksamkeit geschenkt bekomme, die einem inneren Bedürfnis entspringt.
Nicht nach diesem Prinzip: Gibst du mir was, geb ich dir was.
Aber schon nach dem Prinzip des Gleichgewichtes vom Geben & Nehmen.
Schon in der Mathematik haben wir damals gelernt: Ein Perpeduum Mobile gibt es nicht. Oder wars in Physik? Egal.
Jedenfalls gibt es keins. Erst recht auch nicht im Zwischenmenschlichen.
Nichts kommt immer von allein und ohne Anschub.
Vor einigen Tagen schätzte mich jemand so ein, als dass ich ein Mensch sei, der gern im Mittelpunkt stünde.
Mich hat diese Einschätzung nicht verletzt - ich fand es eher hochinteressant - und es hat mich entsprechend beschäftigt.
Ist es wirklich das, was ich möchte? Was mir wichtig ist?
Ich glaube nicht. Doch was mir in der Tat wichtig ist: Ich möchte beachtet werden.
Und ich bin der Meinung, dass das - oberflächlich betrachtet - für ein und dasselbe gehalten werden könnte - dass sich jedoch diese beiden Dinge grundlegend unterscheiden.
Ich weiß nicht mehr, wie oft ich mich in meinem Leben wie ein bequemer Sessel fühlte, in den man sich lehnte, wann immer man Lust dazu hatte; wie wenig ich jedoch im Gegenzug das Gefühl genießen durfte, dass es auch nach Jahren einfach nur schön war, dass es mich gab.
Nach einer jahrelangen Beziehung hatte mir einst jemand gesagt, wie sehr er bis zum Ende der Beziehung genossen hatte zu spüren, dass ich ihn geliebt hatte. Warum sie trotzdem zerbrochen war?
Ganz einfach. Weil er eines Tages vergessen hatte, es mir zu zeigen.
Weil das Wissen um das Empfinden allein eben nicht genügt. Und weil sich das Gefühl wie "wie gern würde ich dich jetzt berühren" nicht mit einem neuen Toaster ersetzen lässt.
Ja - mir ist grad echt jämmerlich zumute.
Und nein - ich werde nicht heulen.
Ich mach mir jetzt ne Weinschorle auf und stoße auf das Leben an. Ich bin überzeugt davon, dass das Leben für jeden etwas Wunderbares bereithält, der daran glaubt. Und das tue ich. Heute mehr denn je.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Berlin, Berlin - Wir Fahren Nach Berlin

Eine Postkarte mit genau dieser Aufschrift fand ich gestern beim... ähm... aufräumen ;-) und erinnerte mich spontan an den Absender und an die Erlebnisse an jenem Wochenende. Hach ja, ist das lange her.
Wenn ich ehrlich sein soll, hatte ich nie eine besondere Verbindung zu dieser Stadt.
Der eine empfindet die Stadt als mystisch, der andere als mistig.
Der eine empfindet die Stadt als aufregend, der andere als abtörnend.
Was ich selber damit verbinde?
Bislang eigentlich... nix. Bis auf die eine oder andere Erinnerung natürlich.
Anrufe mitten in der Nacht von einem Konzert. Natürlich ein irrsinniger Krach, man versteht kein Wort, aber auch das kann eines der innigsten Momente sein, die man erlebt. Weil ich das Gefühl genoss, dass in genau diesem Augenblick, der für einen anderen Menschen so besonders war, er genau diesen mit mir teilen wollte - und sei es übers Telefon. Für ein paar Minuten schafft das soviel Nähe, wie ich sie nicht einmal mit Menschen empfinde, mit denen ich einen ganzen Abend verbringe.
Menschen, die mich kennen, wissen ja, dass ich eines Tages unbedingt wieder am Meer leben möchte. So nah wie möglich, so intensiv wie möglich. Abends die Fenster öffnen können, die Wellen murmeln hören, das Salz schmecken, die Frische spüren.
Doch gibt es doch im Leben nicht nur Schwarz oder Weiß, nicht wahr? Nicht in jedem Fall immer nur ein Entweder - Oder.
Wenn ich eines Tages also wieder am Meer leben kann - warum bis dahin nicht auch einen Zwischenstopp einlegen? Eine Etappe für ein paar Jahre - und dann weiterziehen? Frei wie ein Vogel...
Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich sie - die Bilder alter, beinah verblasster Träume.
Eine Altbauwohnung mit knarrenden, echten Dielen. Schmale hohe Fenster mit Fensterbrettern, auf denen man an Regentagen sitzen und Tee trinken kann, auf denen man an Sonnentagen ein Buch liest oder auch die Zeitung.
Eine alte Badewanne, die noch auf vier Füßen steht. Klar, total unpraktisch, weil das Wasser schnell kalt wird, aber... scheiß doch drauf. Genuss gibts auch, wenn der Moment nur ein kurzer ist.
Töpfe mit Kräutern an den Fenstern, handbeschriftet auf braunem Papier, die ich manchmal vergesse zu gießen.. Und wenn ich aus dem Fenster schaue, schaue ich auf die Stadt - und auf meinen geliebten Kastanienbaum. Ich bin der Meinung, dass es keinen schöneren Baum gibt als den Kastanienbaum mit seinen sattgrünen großen Blättern.
Irgendwie... sehe ich das alles vor mir, wenn ich gerade an Berlin denke. Warum das so ist, ich habe keine Ahnung. Vielleicht, weil meinem Sohn ein möglicher Schulwechsel bevorsteht? Vielleicht, weil ich schon länger etwas an meinem Leben ändern möchte?
Vielleicht sollte ich ja einfach mal ne Anzeige schalten?
"Hey, suche Altbauwohnung und die bitte nur mit echten Dielen.
Ach ja und zur Wohnung bitte unbedingt ne Dachterrasse
mit Blick auf City und Kastanienbäume.
Supermarkt und Kino in der Nähe und das alles bitte in ner beruhigten Nebenstraße.
Und bevor ichs vergess:
Ich bin neu in der City, ich hätte gerne noch Ihre Telefonnummer dazu,
Sie wissen schon, Leute kennen lernen zum quatschen."

Jetzt muss ich selber grad lachen. DIE Antworten auf so eine Anzeige kann ich mir gut vorstellen ;-) Ich hätte vermutlich anschließend alles - nur keine Wohnung ;-)

Samstag, 1. Mai 2010

Ach Großmutter


Heute haben wir den 1. Mai. Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen wir an den Tagen vor diesem 1. Mai Transparente bastelten und für ein gemütliches Frühstück kaum Zeit blieb: Der Blaskapelle, die durch die Straßen zog, musste sich angeschlossen werden und ein sich drücken kam nur selten in Frage.
Und heute? Heute freut sich das arbeitende Volk vor allem über den freien Tag, der ihm mit dem 1. Mai beschert wird und genießt ihn ganz individuell.
Wie das bei Ziggenheimers ausschaut? Ganz einfach: Junior I empfahl sich bereits am gestrigen Nachmittag, Junior II empfahl sich am heutigen Nachmittag, Mutter Ziggenheimer gönnte sich den längst fälligen Hausputz und begießt den erfolgreichen Akt mit einer Flasche Schöffenhofer Weizen.
Ich & Bier - das hatte die Welt auch noch nicht gesehen. Auf den Geschmack jedoch gekommen war ich vor einigen Tagen, als ich in der Sonne faulenzte und mir ein Schluck gut gekühltes Schöfferhofen mit Grapefruit Geschmack kredenzt wurde. Also DAS ist nun wirklich lecker, finde ich jedenfalls, auch wenn die echten Biertrinker vermutlich die Nase rümpfen werden: "Datt is doch keeen Bieääär!"
Mir schmeckts, mich erfrischts und nach einem Besuch bei Facebook, wo eine Freundin ihr wunderliches Verhalten vom Vorabend mit lecker Pilzen am Wegesrand begründete, sponn sich in meinem Kopf spontan ein Märchen anno 2010 zusammen, in dem Fräulein M. ihr rotes Mäntelchen umtat, den Korb ergriff, um die Großmutter zu besuchen, die zu ihr gesprochen hatte: "...kannst du mir nicht etwas bringen von die Bier, die so schön geprickelt hat in meinem Bauchnabel?" Der Wolf, bereits satt von sieben tapfren Schneiderlein, legte eine heiße Strip-Nummer mit der Großmutter hin, genoss allein das Schöfferhofer Weizen, den Applaus der sieben Geißlein und bemerkte doch den missmutigen Gesichtsausdruck von Fräulein M.: "Und du, meine bunte Kuh, was sagst du dazu?" Die wandte sich an den Jäger: "Na los, knall ihn endlich ab, dann hab ich wenigstens ein warmes Mäntelchen, wenn ich heut Abend noch zur Schneekönigin putzen gehen muss!" "Ich hab ne bessere Idee. Du küsst meinen Freund, den Frosch, dann wird er endlich erlöst und du wirst eine wunderschöne Prinzessin und musst nicht mehr schuften gehen."
Ja... Wer wünschte sich das nicht? Na dann träumt mal weiter :-)

Freitag, 30. April 2010

Wenn Dir Langweilig Ist

Jeder Mensch hat ja so seine Methoden, mit dem süßen Nichtstun umzugehen.
Die einen essen.
Die anderen legen sich in die Sonne.
Wie ich heute per E-Mail erfahren habe, gibt es auch Menschen, die in eben diesen Pausen äußerst kreativ werden. Sitzt Du nämlich im Büro, die Kekse sind alle schon gegessen, der Kaffee schon getrunken, na die Arbeit sowieso erledigt - und der Feierabend noch soooo weit, dann brauchts in der Tat zuweilen Phantasie, um Pausen zu füllen und abends mit dem Gefühl heimzugehen, doch noch etwas zustande gebracht zu haben.

So wie dieser Mensch hier, den ich leider nicht kenne, der in eben diesen Produktionslücken die toten Fliegen von der Fensterbank las. Was dabei herauskam? Seht mal selbst - ich jedenfalls hab mich kaputtgelacht ;-)





Jedenfalls ich mach jetzt einen auf die letzte tote Fliege hier, schwirre ab nach Hause und breite mich auf der Sonnenliege aus ;-)

Montag, 26. April 2010

Zurechtgerückt

Manchmal tut es not, dass einem der Kopf zurechtgerückt wird.
Manchmal ist es die Frisur, die wir uns zurechtrücken. Oder der BH ;-)
Manchmal aber sind es auch die guten alten Wirbelknochen, die wir durch die Gegend tragen und die uns irgendwann sagen: "Also entweder nimm ab oder mach Sport oder wir machen, was wir wollen."
Und wenn man auf genau diesem Ohr taub ist wie ich, dann geht man ahnungslos eines Morgens früh zum Doc, will eigentlich nur eine Bescheinigung - und findet sich in nullkommanix auf einer Pritsche wieder, gedreht und gewendet und für schlecht befunden.
"Da ist was eingeklemmt", hieß es noch und bei dem wahnsinnigen Knacken, das ich unmittelbar darauf vernahm, sprach ich zu mir selbst: "Das wars, Helma, ab heute bewegst du dich nur noch auf zwei Rollen vorwärts..."
"Und?" grinste mich der Hausarzt an. "Ists jetzt besser?"
"Das", sprach ich, während ich stocksteif lag und keine Bewegung wagte, "weiß ich erst, wenn ich wieder sitze."
"Na dann sitzen Sie mal!"
Und ich saß! Und wie ich saß! Seither springe ich wie ein Reh mittleren Alters durch mein Büro, hab zwar seitdem Mörderschmerzen in der Schulter, aber hey, ich würde sagen: Wir arbeiten uns vor! :-)
So lässt sich alles Elend vom gestrigen und auch vom heutigen Tage ertragen, vor allem, wenn ich diesen noch mit lecker indischem Chai-Latte begieße und weiter darauf hoffe, dass die Spinne, die mir heut Morgen im Bad begegnete, keine größeren Katastrophen heraufbeschwört.
Na dann mal Prost!

Sonntag, 25. April 2010

Trent Dabbs

Für manche von Euch vielleicht bereits ein Begriff - ich selbst hab ihn heut Abend zum ersten Mal gehört und verdanke ihm, wieder so ein wenig in meine Mitte zurückgerückt zu sein. Musik - das habt Ihr bestimmt gemerkt ;-) - ist einfach mein Leben.

Am liebsten mag ich diesen Song hier, "Dear Jane", von ihm...



copyright of this picture by rurach (found on stern.de)

"Please tell me if you're lost... I will take you home with me..."
Manchmal sind es nur wenige Worte, die mich so arg berühren. Manchmal, weil sie mich einfach im "rechten" Moment "erwischen". Und manchmal, weil sie mich genau daran erinnern, was ich mir vom Leben noch wünsche, wovon ich noch träume.
Es ist ja oft so, dass wir lachen, obwohl uns die Tränen in die Augen steigen wollen. Das liebe ich übrigens am Chatten. Du kannst dich nach außen locker-flockig geben und keiner sieht, dass du in Wahrheit Rotz & Wasser heulst. Zum Beispiel. Du musst dich nicht krampfhaft zusammennehmen, nur damit dein Gegenüber nichts merkt, du kannst heulen; du kannst auch essen, trinken, sogar den Fernseher nebenbei laufen, die Gedanken schweifen lassen, du musst nicht wie in einem Telefonat permanent konzentriert sein, weil du das Geschriebene ja immer wieder nachlesen kannst...
Es ist auch oft so, dass wir uns stark fühlen und uns auch so geben - und im Grunde auch nur in die Arme genommen werden, uns anlehnen wollen.
Es ist nur auch meist so, dass wir gerade dann, wenn wir es brauchen, niemanden haben, der uns in die Arme nimmt. Und dass du, selbst wenn jemand da wäre, nicht weißt, ob du auch gehalten wirst oder aus den Händen rutscht und auf den Arsch fällst.
Es ist schon cool... wenn die Leute sagen: "Du bist stark."
Aber das... ist eben auch nicht immer so einfach. Nicht so einfach, sich immer wieder an sich selber anzulehnen. Doch das teile ich wohl mit allen Menschen, die allein leben.
Und glücklicherweise ist da immer die Musik...

Donnerstag, 22. April 2010

Selber Schuld

Es gibt Dinge, die sollte man eben doch einfach nicht "beschreien" - und aufs Holz zu klopfen, das bringt erfahrungsgemäß auch nicht immer den gewünschten Effekt.
Wie schnell sich doch Dinge ändern können... Lag das faule Personal gestern Nachmittag noch müde und schläfrig in seinen Stühlen, labte sich an Kaffee & Kuchen, so wendete sich das Blatt schon heut, kaum dass der Arbeitstag begonnen hatte. Nun war ich ja eh noch nicht richtig wach nach meinen emotionalen Ergüssen der letzten Nacht - obwohl... ganz so ist es wiederum auch nicht. Immerhin hatte mich heut Morgen eine mobile Dame, die mir mit meinem grünen Wägelchen zwar den Vortritt von der vollgestopften Vorfahrtsstraße geben wollte, jedoch nicht die Geduld besaß, bis ich eben dieses auch tun konnte, aufgrund ihres wutschnaubenden Ausbruches in Bruchteilen von Sekunden restlos geweckt und mir mein ganzes Repertoire an möglichen und unmöglichen Schimpfworten entlockt, sogar einen vielsagenden Tipp an die Stirn (was eigentlich so gar nicht meine Art ist ;-)) - und zum Kind, das wortlos grinsend neben mir saß, sprach ich: "Und du vergisst sofort, was ich soeben gesagt habe!"
Jedenfalls kehrte ich schlussendlich ein ins Büro, beinah zeitgleich mit meiner Kollegin, und während wir noch fleißig den ersten wohlverdienten Kaffee einschenkten, klingelte das Telefon und Frau Kollegin wurde abberufen zum speienden Kind - und ward den Rest des Tages nicht mehr gesehen worden. Nicht nur, dass wir jetzt zwar ihren Kaffee trinken, aber dafür auch ihre Arbeit miterledigen dürfen, so häuften sich an diesem Tag all die Arbeiten, die wir noch gestern in Ruhe & Besonnenheit hätten erledigen können, auf diesen heutigen Tag. Ich weiß schon jetzt, dass aus meinem "Ich darf heut eine halbe Stunde eher gehen" nix wird, ich weiß außerdem schon jetzt, dass ich wiederum müde und ausgelaugt und viel zu spät nach Hause schleichen und dort mit halber Willenskraft Ordnung in die vier Wände bringen werde (nein! ich suche nichts! ich will tatsächlich nur Gemütlichkeit schaffen ;-)) und mir sagen werde: Nur noch einmal schlafen, Helma, dann haste auch diese Woche geschafft!
Und ich weiß ebenso, dass ich solche Momente wie gestern Nachmittag einfach nur noch genießen werde, ohne darüber auch nur ein Wort zu verlieren. Jedenfalls glaube ich im Moment daran ;-)

Mittwoch, 21. April 2010

Schlaflos

Ich kann einfach nicht schlafen, kann gar nicht zur Ruhe finden, schaue hinaus in die kalte klare Nacht (auch wenn Medienberichten zufolge Ziggenheimer Town mit der dichtesten Wolke des isländischen Vulkans gestraft sein soll - ich hier merke nix davon ;-)) - jedenfalls schau ich hinaus, mir schlägt das Herz bis zum Hals und ich fühl so eine unvorstellbare Sehnsucht nach dem Leben, ja beinah schon eine Gier, dass ich am liebsten den Mantel überstreifen und durch die Nacht laufen würde (wäre ich nicht so ein Schisser, der hinter jedem dunklen Schatten und hinter jedem Knistern in seinem Rücken etwas Mörderisches vermuten würde ;-)), am liebsten eintauchen würde in das Leben, das mich pulsierend umfängt, das mich aufnimmt und dennoch unerkannt und anonym bleiben lässt, gleich einem Betrachter, der schaut und lächelnd weitergeht...
Träume finden wir wichtig.
Sehnsucht finde ich ebenso wichtig.
Und die ist unheilbar - das hat uns schon vor vielen Jahren Juliane Werding beigebracht. Und sie hat hoffentlich recht ;-)
Schlaft Ihr nur, wenn Ihr könnt, ich bleib noch ein wenig im Liegestuhl liegen, eingemummelt, die Musik in den Ohren und schaue mit großen Augen hinaus in die Welt - so als würde ich sie mal eben erst entdecken...

Learning To Fly

Gerade in einer TV-Serie gehört, spontan bei youtube gefunden und gedacht - s wäre mal wieder Zeit für einen neuen Song in meinem Blog ;-)




Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, wenn Ihr diesen hört - mal abgesehen davon, dass Geschmäcker ja (glücklicherweise) verschieden sind - aber ich bekomme da spontan Fernweh. Da will ich raus aus meinen Kinderschuhen, da will ich die Welt im Sturm erobern, erkunden, erforschen, entdecken, Eindrücke mitnehmen, mir Land & Leute anschauen (ich war - leider - noch niemals in Wien, ich war noch niemals an der Küste Spaniens, ich war auch noch niemals in Australien oder Irland und all das - davon träume ich - möchte ich in diesem meinem Leben noch gesehen haben). Ich finde es wundervoll, Träume und Wünsche - gleich welcher Art - zu hegen und ich empfinde es als ebenso schön, dass sich nicht alles sofort erfüllen kann. Manches mag sich auch niemals erfüllen - dafür gibt es an deren Stelle neue Träume, die mich glücklich machen!!
Andererseits... muss ich, glaube ich, auch aufpassen, dass ich nicht mein ganzes Leben lang nur träume. Wie sehr wollte ich eines Tages wieder am Meer leben - vielleicht aber beginnt mein Leben doch ganz woanders neu - und ich bin glücklich damit? Ideen habe ich viele, mich nur noch nicht für eine Richtung entschieden. Warum eigentlich nicht? Wenn nicht jetzt, wann denn dann?
Learning to fly...
Oh ja, ich hab Fehler gemacht - aber was ich aus ihnen mitnehme, ist die Erkenntnis, wie das Heute, Jetzt & Hier sein soll - damit das Heute & das Morgen glücklich und erfüllt werden. Ich muss und ich will jetzt umsetzen, was ich insbesondere in den letzten Monaten lernte, erfuhr, begriff.
Und so will ich meine Flügel ausbreiten.. Und losfliegen..

I no longer hide, so I let the sun wash over me.
Cause theres no darkness left to hold me down.
And I feel its light now I've found the spark
that was missing in my life..
And I earned these wings
I was not born with them and it's not accident
how I walked through the rain and the fire
Cause it taught me how to love,
it taught me how to play and finally I'm learning to fly..

Gott, hab ich eine Gänsehaut. Als stammten diese Zeilen aus meinem Inneren. Das ist einfach... mein Song... Bis zum nächsten jedenfalls ;-)

Es Gibt Tage

...da fallen mir solche Sprüche ein wie "Büroschlaf ist doch der gesündeste" oder "Lieber acht Stunden Büro als gar kein Schlaf". Nach wochenlang, ach was, monatelang andauerndem Stress kehrt langsam Ruhe in unsere heiligen Hallen ein, zanken wir zwei Frauen uns beinah täglich darum, wer sich heute im Frauenruheraum niederlassen darf (oder wir nicht doch zu zweit aufs Sofa passen ;-)). Von den dramatisch ansteigendem Kaffeeverbrauch ganz zu schweigen ;-)
Doch wenn alle Arbeit erledigt, das Büro aufgeräumt, selbst Putzaufgaben, die uns normalerweise gar nicht obliegen, erledigt wurden - ja was will man dann noch mit diesem angebrochenen Tag anfangen, an dem sich keine, aber auch so gar keine Tätigkeit mehr finden lässt - sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass mit Beginn der milden Frühlingstemperaturen Chef & Ingenieur draußen auf den Baustellen toben, während das Hauspersonal sich genüßlich und entspannt zurücklehnt und die Kekse auspackt.
Apropos "finden"... Jeder von Euch kennt sicherlich solche Situationen wie: "Wo ist denn das nur, ich habs doch grad hierher gelegt..." Ganz egal, um was es sich handelt, seien es Dokumente, Nagelscheren, Eierwärmer... Letzteres kann man(n) in der Tat suchen und als mir das heut ein männlicher Vertreter meiner Freundesgattungen erzählte, konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen und erst recht nicht die Anmerkung: "Ich hoffe, du hast die nicht mit deinem Slip verwechselt!" ;-)
Nagelscheren sind übrigens im Hause Ziggenheimer ein ganz großes Thema. Was wir diese Dinger schon gesucht, niemals wiedergefunden und regelmäßig nachgekauft haben... spottet eigentlich jeder Beschreibung. Vor allem Ziggenheimer "der Kleine" ist ganz berühmt-berüchtigt dafür. Erst vor wenigen Tagen schwor er Stein & Bein: "Ich hab sie nicht gehabt, ääääärhlich!"
Eine neue Schere habe ich dennoch nicht nachgekauft, mir war schon klar, dass wir sie über kurz oder lang wiederfinden würden. Und wie das zumeist mit solchen Sachen ist: Man findet sie genau dann, wenn man gerade etwas ganz anderes sucht. Auf diese Weise fand sich besagte Nagelschere vor vier Tagen wieder an - sie klemmte zwischen Matratze und Bettgestell von Ziggenheimer Jr., bereit zum Absturz auf das Laminat. Super, oder?
Vermutlich aber muss ich ganz still sein, ohne auch nur den Hauch des Vorwurfes wehen zu lassen. Immerhin wusste schon vor einigen Jahren eine meiner Bürofreundinnen: Wenn Helma Ziggenheimer ihren Schreibtisch aufräumte, tat sie das nicht aus Sauberkeits- und Pflichtbewusstsein. Sondern weil sie einfach wieder etwas suchte ;-)

Montag, 19. April 2010

Die Jagd Nach Kaffee

Vor allem montags, dem ersten Tag nach dem Wochenende, erscheinen die Kollegen lustlos, müde und ausgesprochen kaffeedurstig. Ich selbst nehme mich davon gar nicht aus, auch wenn ich zu der Gattung gehöre, die selbst am frühen Wochenbeginn in der Lage sind, auf dem Weg in die Arbeit das Radio aufzudrehen und eine Hymne nach der anderen mitzuschmettern, als ginge es darum, Deutschlands nächster Superstar zu werden.
Gleichwohl ärgert es mich verdammt, wenn ich den Kaffee schon koche und trotzdem das Nachsehen genieße, weil die anderen schneller waren und sich des Kaffees bedienen, ohne sich aber auch veranlasst zu sehen, wenigstens neuen aufzusetzen, sobald die Kanne glorreich geleert wurde.
Inzwischen nun ist die dritte Kanne Kaffee gekocht, Frau Helma hat ihren zweiten Kaffee plus Stulle genossen, ist ensprechend besänftigt (Hunger - und Durst - machen ja in der Tat böse ;-)) und fühlt sich bei der Thematik "Kaffee" an längst vergangene Zeiten erinnert, in denen der damalige Chef um einen Kaffee bat, den ich zwar flugs auch aufsetzte, jedoch in blinder Arbeitswut vergaß, selbigen auch zu servieren. Bis auf einmal der Chef neben mir stand, in Jackett und mit der Tasche unter dem Arm, während ich ihn irritiert anschaute:
"Wo willst du denn jetzt hin?"
"Na ich muss noch mal los."
"Du kannst jetzt nicht weg", widersprach ich, "du hast in zehn Minuten einen Termin!"
"Ja... Schon wahr. Aber ich muss mal gucken, obs Streit auf der Plantage gibt - vor einer Stunde hatte ich Kaffee bestellt, aber es kommt keiner!"
Es waren nur wenige Tage vergangen - selbes Szenario: Chef bestellt Kaffee, Assistentin kocht, arbeitet weiter und vergisst zu servieren...
Dieses Mal stellte er sich nicht in kompletter Montur in meine Tür, diesmal blieb er dahinter stehen und winkte zu mir heraus nur mit dem Jackett ;-)
Als mir selbiges wiederum nur ein paar Tage später passierte, dieses Mal jedoch im Rahmen eines Meetings, bei dem Gäste und Kollegen mit langen Zähnen am Tisch warteten, servierte ich nach einem Anruf des Chefs den Kaffee und brach das dortige Eis mit einem Lächeln an den Chef: "Entschuldigt die Verspätung, aber es gab schon wieder Streik auf der Plantage."
Alles lachte - und seither vergaß ich niemals mehr, den Kaffee nicht nur zu kochen, sondern auch anschließend zu servieren ;-)

Freitag, 16. April 2010

Kindermund

...Obwohl... Kindermund... Bei einem Jungen, der noch in diesem Jahr fünfzehn Jahre alt werden will, heißt es wohl nicht mehr Kindermund. Eher... Rotzlöffel - oder so ;-)
Sagte ich doch gestern zu eben diesem Löffel: "Ich zieh mal ein Kleid an und du fotografierst mich, ok?"
Warum - wieso - weshalb - frag nicht, tu einfach.
Er knipste also und nach jedem Foto verzog er erneut den Mund: "Nää... Sieht scheiße aus."
Super Kompliment, dachte ich mir, besah mir jeden einzelnen Versuch und musste ihm recht geben: "OK - löschen! Neuer Versuch!"
Er knipste und knipste, mittlerweile verzog er nicht mehr das Gesicht, sondern begann nach jedem Foto nunmehr zu lachen. Woraufhin ich sprach: "Jawoll, Junge, bau mich nur richtig auf!"
"Mutter, ich kann nichts dafür, du guckst so komisch!"
Hallo? Komisch? Ich habe nur das eine Gesicht!
Er knipste, löschte, knipste, löschte. Beide hatten wir unseren Spaß dabei, aber das gewünschte Abbild konnte trotz aller Bemühungen nicht aufs Zelluloid gebannt werden.
"Kann ich aufhören? Bringt doch eh nix."
Junge Junge. Bei solcherart Komplimenten braucht frau ein Selbstbewusstsein, das durch kein Erdbeben dieser Welt zu erschüttern wäre. Tapfer trug ich weiter ein mittlerweile zum Garfield-Grinsen verzerrtes Lächeln im Gesicht und presste durch die Zähne: "Du kannst erst weitermachen, wenn wir wenigstens ein Foto haben. Versprochen ist schließlich versprochen."
"Wem versprichst denn du sowas?"
"Jetzt mach einfach!"
"Mutter... Können wir nicht den Kopf weglassen? Dann könnts gehen!"
Klasse... Kopflos war ich sicher schon einige Male in meinem Leben. Aber solcherart enthauptet zu werden?
Das war ja fast wie bei Germanys Next Topmodel, wo die Heidi zu ihrer Kandidatin meinte: "Ein Model ist dann gut, wenn man nicht erst zwanzig Bilder machen muss, nur um ein einziges verwertbares Foto zu bekommen!"
Gut. Bin ich eben kein Model. Damit kann ich echt gut leben. Ich wäre nur gern wenigstens für meine Liebsten die Coole & Schöne usw. ;-)
...Und falls es einen interessiert: Ein vorzeigbares Foto ist schlussendlich doch noch zustande gekommen - nach hundertfünfzig Millionen Versuchen :-)

Mittwoch, 14. April 2010

Im Visier

...der Fahnder befand ich mich heut Morgen, irgendwie noch gar nicht richtig wach, noch gar nicht richtig anwesend in der realen Welt, aber wenigstens schon mal im Wagen unterwegs in das Büro - und während mein rechter Fuß schlaftrunken niedersinken wollte auf dem Speedpedal, damit ich wenigstens noch ein Schlückchen heißen Bürokaffee bekommen konnte, bevor die durstigen Kollegen den letzten Rest wegtranken und nur darauf warteten, dass die Dumme endlich käme, um neuen zu kochen - da wurde ich ausgebremst von einer Horde Polizistenbusse, die sich mit Tempo 80 auf ner Autobahn mit "freigegebener" Geschwindigkeit wie auf einer Perlenkette gezogen und mit Warnleuchten davonbewegte.
Zwar fuhren sie brav rechts, vorbeizukommen war dennoch ein Ding der Unmöglichkeit - dank eines neutralen Busses - ebenfalls mit Warnleuchten, Tempo 80 und aber auf der linken Spur - an dem sich urplötzlich die rechte Tür öffnete und eine Kamera herauslugte.
Ooops, dachte ich leicht irritiert und während ich noch überlegte, ob vielleicht mein Sicherheitsabstand zu gering war oder ich einfach nur die Sonnenbrille abnehmen sollte, mit der ich möglicherweise an Angelina Jolie in Tomb Raider und damit einen Staatsfeind erinnerte, deroben vielleicht recht ansehnlich aussehen mochte, im Strumpfband jedoch alle möglichen Waffen trug - bereit zum Einsatz gegen den Rest der Welt, verschwand die Kamera wieder und die Tür schloss sich.
Tempo 80 wurde dennoch beibehalten, so dass ich irgendwann leicht entnervt und mit auf das Lenkrad trommelnden Fingern die Autobahn verließ, das Büro erreichte und tatsächlich noch einen Kaffee plus frischem Pfannkuchen (ich LIEBE meine Kollegen ;-)) serviert bekam. Genüßlich zurückgelehnt erkundigte ich mich bei den Allwissenden, ob vielleicht derzeit eine Mittwochs-Demo oder dergleichen anstand und während ich noch daran dachte, vielleicht doch öfter die Nachrichten als "Vera am Mittag" zu schauen ;-), lachten die Kollegen und sprachen:
"Ach Helma... Das war mit Sicherheit ne Übung oder sollte ein Lehrfilm werden und jetzt bist du auch noch mit drauf!"
Schade eigentlich - ich hätte ergo nicht so grimmig dreinschauen, sondern lieblich lächeln sollen. Aber wen interessiert das schon - im Zeitalter von digitaler Bildbearbeitung und hochintelligenten Cuttern ;-)

Dienstag, 13. April 2010

Lesermeinungen

Kaum hatte ich meinen heutigen Beitrag veröffentlicht, kam zuerst die Frage: "Seit wann bistn du politisch?" und die zweite folgte auf dem Fuße: "Was hastn du gegen die Angie?"
Zum "regulären" Leser scheinte der Kritiker nicht zu zählen, sonst wüsste er, dass ich mich diesbezüglich hier nicht zum ersten Mal verewigt hatte ;-)
Also: Politisch bin ich vielleicht nicht gerade - doch zumindest hab auch ich ne Meinung zu den einen oder anderen Dingen. Und klar ist doch auch: Wofür heute die griechischen Olivenpflanzen herhalten mussten, das gilt gleichermaßen und stellvertretend für überhaupt den ganzen gequirlten Sumpf auch in unserem Staate.
Nur kann ich nicht pausenlos darüber schreiben, wo tagtäglich (Steuer)Gelder verschwendet werden, wo wir ja wissen, dass sich am besten immer das Geld ausgeben lässt, das man (selber) gar nicht hat (das stöhnt zumindest unser Chef nach jeder Büromaterialbestellung und Sichtung der entsprechenden Rechnung ;-)), ohne nicht eines Tages mindestens ein Magengeschwür mit mir herumzutragen. Bestenfalls.
Und nein - gegen "uns' Angie" hab ich auch nix - im Gegenteil, ich fands schon ansehnlich, wie sie aus dem gewichtigen Schatten Kohls trat, lernte zu reden und sich zu kleiden und sich bis heute ihren Platz an der Sonne eroberte.
Klingt ironisch, meine ich aber aufrichtig. Ich finde es gut, dass sie da steht, wo sie steht. Deswegen muss ich ja nicht alles gut und richtig finden. Punkt.

Nur mal ehrlich: Ich bin weder der "Stern" noch der "Focus", ich bin nur die Helma und liefer hier keine politischen Debatten, sondern nur meine eigene Meinung zu dem einen oder anderen Thema und höchstens... wenn überhaupt... dann und wann nen Denkanstoß ;-)
Und beschließe das heutige Blog-Werk nun endgültig mit einem weiteren Zitat, diesmal von Harald Schmidt:

"Hans Eichel sagt, das Gleichgewicht ist gestört.
Das kennen Sie von Ihrem Girokonto mit dem Dispokredit:
Wenn der Bankangestellte Aschenbecher nach Ihnen wirft,
dann ist das Gleichgewicht gestört!"

Eben. Weil wir vielleicht einen dreitausender Dispo überziehen. Na dann krempeln wir jetzt mal die Ärmel hoch. Auf vierhundert Millionen oder gar 1,7 Billionen Miese zu kommen, ist nämlich noch ein ganzes Stück Arbeit. Und ich will doch den Westerwelle ;-)

Es Kocht Das Blut, Es Weht Das Haar...

...ich hätt es gern, wie's früher war ;-)
Die Zeilen gingen mir heut morgen bei der Erkundigung nach meiner Befindlichkeit so spontan durch den Sinn - so angesichts des alltäglichen Wahnsinns, den es immer wieder zu bewältigen gibt. Wobei... alles wie früher? Wäre ja auch nur n Rückschritt, und wer will schon nen Schritt zurück?
Es gibt echt Schlimmeres als das Heute, Jetzt und Hier, also wirklich, und wer hier glaubt, ich würde jammern... Iwo!
Ich doch nicht! Hab ich Grund dazu?
Also ich hab keine 400 Millionen Euro Schulden und mich mit Lug & Trug in eine Gemeinschaft geschmuggelt, die mir nun - ob mit zusammengebissenen Zähnen oder nicht - aus diesem Schlamassel hilft und auch noch dafür sorgt, dass nicht nur meine Rente mit 55 gesichert bleibt.
Olé - kann ich da nur sagen... aber nein... Halt... Moment... Spanien ist ja noch gar nicht dran, die kommen ja erst, wenn die Griechen ihren Teil abgesahnt haben. Oder Portugal?
Einer machts vor, die anderen machens nach und bei 27 EU-Staaten...
Humor ist ja bekanntlich, wenn man trotzdem lacht - und daran musste ich wieder denken, als ich heut Morgen punktgenau zum frischen Käffchen die Gazetten aufschlug und folgenden Beitrag las: "Wie lässt man einen griechischen Beamten hungern? Man versteckt einen Geldschein unter seiner Schuhsohle"...
Nun kann man ja alles Mögliche lesen, sich aufregen, sich hineinsteigern.
So wie der Ossi, der auf den Wessi schimpfte: "Das Volk muss auf die Straße, aber ihr feigen Schweine traut euch nicht!"
Und der Wessi dagegenhielt: "Halt mal ganz still, ihr habt auch weit mehr gekostet als uns erzählt worden war."

Also mein Fazit am heutigen Tag, nachdem "uns' Angie" von ihrem Standpunkt vor zwei Wochen von "Wir geben nichts!" über "OK, höchstens zweieinhalb Milliarden" bei nunmehr Acht Komma Nochwas Milliarden Euro Finanzspritze für unsere griechischen Freunde angelangt war (Wieso sind wir Frauen eigentlich immer so inkonsequent?) ist jedenfalls folgendes:
"Wieso strampel ICH mich eigentlich ab? Helma... datt geht doch auch ganz annersch..."
Hatte doch nicht umsonst der Dieter Nuhr einst gemeint: "...bei fünfhundert Euro Miese hast du Stress mit der Bank ... bei fünfzigtausend Euro Miese bekommst du bei deiner Bank erst mal ein Käffchen und bei fünf Millionen Euro Miese kommt Frau Merkel zu Besuch!"
Na ja, oder so ähnlich jedenfalls und mit einem ironischen Grinsen im Gesicht lehnte ich mich entspannt in meinem ergonomisch geformten Bürostuhl zurück, erhob die Tasse Kaffee zum nächsten genussvollen Schlucke und befand, dass ich mir ab heute keine Sorgen mehr um auch nur irgendwelche möglichen Finanzdefizite mache: Wenn sich genug angehäuft hat, hoffe ich, dass Angie nicht höchstpersönlich zu Besuch kommt, sondern ihren Westerwelle schickt. Treue Leser meines Blogs wissen schließlich: Ich wollt schon immer nen schwulen Freund zur besten Freundin haben und vielleicht wird ja dann endlich was draus!
Irgendwas Positives gibts an Krisen schließlich immer.

Das Schlusswort zu diesem Thema übergebe ich heute und hier an Richard Rogler, der im "Radenden Kabarett" im SWR folgendes zum Besten gab:

"Ich glaube, Angela Merkels Kanzlerschaft, das wird noch wie bei Agatha Christie:
Eine wird ermordet, und alle haben ein Motiv!"

Mittwoch, 7. April 2010

Das Beste War Die Feile

Irgendwann mal im TV gesehen und nun bei youtube gefunden - möchte ich Euch diesen Spaß nicht vorenthalten ;-)




Mehr gibts heut Abend von mir nicht - es ist Mittwoch und alle eingefleischten Fans wissen, dass Grey's Anatomy wieder begonnen hat :-)